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1. Chronika Walvoord

1.Chronik (Eugene H. Merrill)


EINLEITUNG


In den frühen hebräischen Manuskripten bildeten 1. und 2.Chronik ein Buch. Der früheste Beweis für eine Zweiteilung des Chronikbuches ist die Septuaginta (LXX), die griechische Übersetzung des AT, die etwa 200 v. Chr. angefertigt wurde. Da das ursprüngliche Material als ein geschlossener historischer Bericht konzipiert war, sollte man 1. und 2.Chronik als ein Buch lesen und studieren, um die Einheit und den fortschreitenden Gedankengang zu verstehen. Die folgende Einleitung gilt daher für beide Bücher.



Verfasserfrage


Der Verfasser von 1. und 2.Chronik wird zwar im AT nicht genannt, doch die jüdische Tradition hat Esra dafür vorgeschlagen. Eine sichere Aussage über die Verfasserfrage kann jedoch nicht gemacht werden. Immerhin sind sich die Forscher weitgehend darüber einig, daß die Einheit, der Stil und die Beurteilungen einen einzelnen Verfasser nahelegen. Zugleich bezeugen 1. und 2.Chronik wie kein anderes biblisches Buch ihre Abhängigkeit von zahlreichen früheren, schriftlichen Quellen. Mehr als die Hälfte der beiden Bücher läuft inhaltlich parallel zu 1. und 2.Samuel und 1. und 2.Könige. Das bedeutet jedoch nicht, daß 1. und 2.Chronik diese Bücher als Quelle verwendet hätten. Die Forscher gehen fast alle davon aus, daß sich etwa keinerlei Zitate aus den anderen Büchern finden lassen. Aber 1. und 2.Chronik nennen selbst verschiedene Quellen, nämlich "die Chronik des Königs David" ( 1Chr 27,24 ), "das Buch der Könige von Juda und Israel" ( 2Chr 16,11;25,26;28,26;32,32 ), "das Buch der Könige von Israel" ( 1Chr 9,1; 2Chr 20,34 ), "die Geschichten der Könige von Israel" ( 2Chr 33,18 ); "die Geschichte Samuels, des Sehers" ( 1Chr 29,29 ), "die Geschichte des Propheten Nathan" ( 1Chr 29,29; 2Chr 9,29 ), "die Geschichte Gads, des Sehers" ( 1Chr 29,29 ) und andere (vgl. z. B. 2Chr 9,29 ). Wer auch immer der Autor war, er war ein sorgfältiger Historiker, der die offiziellen und halboffiziellen Quellen benutzte.



Entstehungszeit


Fast alle Forscher stimmen darin überein, daß 1. und 2.Chronik nicht später als zum Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr., also 400 v. Chr., entstanden sein können. Früher hielten manche Kritiker eine Entstehungszeit um 300 - 250 v. Chr. für angemessen. Für angebliche Kennzeichen einer späten Abfassung hielten sie den hohen Organisationsgrad von Priestern und Leviten, die Benutzung von Vokal- und Instrumentalmusik im Gottesdienst, die Polemik gegen die Samaritaner, die midraschartige Auslegung der Schrift (Erzählungen erläutern einen religiösen Sachverhalt) und die Verwendung des persischen Wortes daric ( 1Chr 29,7 ). Alle diese Dinge sind jedoch inzwischen für das 5. Jahrhundert nachgewiesen worden. Außerdem sprechen eine Reihe weiterer Faktoren, etwa der Stil des Hebräischen, eher für eine frühe als für eine späte Abfassung. Die zuletzt geborene Person, die in 1. und 2.Chronik erwähnt wird, ist Anani in der achten Generation nach Jojakim ( 1Chr 3,24 ). Jojakim wurde 598 v. Chr. in die babylonische Gefangenschaft geführt. Wenn man eine Generation (also die Zeit von Geburt zu Geburt) mit 25 Jahren veranschlagt, ist Anani zwischen 425 und 400 v. Chr. geboren worden. Wenn Davids Nachkommen dem Verfasser so wichtig waren, wie es scheint und was auch nicht in Frage gestellt werden kann und wird, dann wäre es nicht zu erklären, wieso er bei einer Abfassung nach 400 v. Chr. die nächsten Generationen nicht genannt hat. Der erwähnte Stammbaum legt aber auch den frühesten Termin fest, denn zwischen 598 v. Chr. und einem erheblich früheren Datum als 400 v. Chr. können keine acht Generationen gelegen haben. Das Buch kann also nicht viel eher und nicht später als 400 v. Chr. geschrieben worden sein.



Absicht und Aufbau


Diese beiden Themen werden gemeinsam besprochen, weil sie sich beide gegenseitig erklären. Im Hebr. werden 1. und 2.Chronik gemeinsam als DiB+rE hayyAmIm , "die Worte über die Tage" (oder "die die Tage betreffenden Worte") bezeichnet. Es ist der geschichtliche Bericht über "die Tage" der davidischen Könige von Israel und Juda. Der griechische Titel Paraleipomena ("die ausgelassenen Dinge") vermittelt den falschen Eindruck, daß es in 1. und 2.Chronik nur um solche Informationen ginge, die in Samuel und Könige nicht gegeben werden.

Es ist durch den Anfang und das Ende von 1. und 2.Chronik offensichtlich, daß es um die Geschichte von Adam ( 1Chr 1,1 ) bis zum Edikt des Kyrus von Persien ( 2Chr 36,23 ) geht. Diese Tatsache muß allerdings insofern eingeschränkt werden, als die Bücher die Zeit von Adam bis zum Tod von Saul nur in Form von Stammbäumen mit eingefügten Kurzberichten, die die Linie Davids und die Ordnungen der Priester und Leviten besonders herausstellen, behandeln. Gott erwählte aufgrund seines souveränen Planes Israel und seinen höchsten König David unter allen Völkern der Erde. David und der Stamm Juda bilden das Hauptinteresse von 1. und 2.Chronik.

Die Betonung der politischen Geschichte der Davididen und der religiösen Ordnungen der Priester und Leviten, wie sie im ersten Teil mit den Stammbäumen ( 1Chr 1-9 ) sichtbar wird, findet im Rest von 1. und 2.Chronik ihre Bestätigung. Die Regierungszeit Sauls wird in nur einem Kapitel abgehandelt ( 1Chr 10 ). Die Absicht der Erzählung über den Tod Sauls ist es, die Thronfolge Davids vorzubereiten. Die Herrschaft Davids umfaßt dann den ganzen zweiten Teil von 1.Chronik(1.Chr.11 - 29). Die Herrschaft Salomos wird in 2Chr 1-9 behandelt, die restliche Geschichte der davidischen Dynastie in 2Chr 10-36 .Auch wenn es gelegentliche Hinweise auf Israel, das nördliche Königreich, gibt, dreht sich 2Chr 11-36 praktisch nur um das südliche Königreich Juda. Die Geschichte der geteilten Königreiche wird immer aus der Sicht Judas gesehen. David und seine Nachkommen sind das beherrschende Thema.

Das zweite, untergeordnete Thema der priesterlichen und levitischen Linie findet sich ebenfalls in 1Chr 1-9 und bereitet die ungewöhnlich umfangreiche Beachtung des Tempels und des Tempelgottesdienstes vor, die sich seit der Zeit Davids findet. 1. und 2.Chronik wurden in nachexilischer Zeit verfaßt, als das Königtum als bestimmender Faktor schon lange vergangen und die religiösen Aufgaben, ja selbst politische Funktionen mehr und mehr auf die Priesterschaft übergegangen waren. Dies könnte durchaus die Betonung der Priester und ihrer Mitarbeiter erklären. Wichtiger war jedoch die Notwendigkeit, das Volk für ein tieferes Verständnis der messianischen Bedeutung des Priestertums vorzubereiten. Davids großer persönlicher Einsatz für den Gottesdienst war nicht ohne Sinn. Als König war David ein Vorläufer des messianischen Königs (vgl. Ps 2;110 usw.) und als Priester ( 1Chr 15,25-28; vgl. 2Sam 6,12-15 ) ebenfalls ein Vorläufer auf Christus, den messianischen Priester. Die doppelte Betonung des Königs David und der Priesterschaft als königliche Funktion mit messianischer Ausrichtung ist der Mittelpunkt eines theologischen Verständnisses von 1. und 2.Chronik.

Einige Ausleger werfen dem Verfasser der 1. und 2.Chronik Voreingenommenheit in seiner geschichtlichen Darstellung vor. Zum Beispiel unterschlägt er, so sagen sie, den Bericht über Davids Ehebruch mit Batseba , berichtet zugleich aber von der Umkehr des bösen Königs Manasse , von der 2.Könige nichts berichtet. Es ist jedoch ein großer Unterschied, ob ein Autor mit einem bestimmten Ziel vor Augen auswählt, wie es jeder Historiker tut, oder ob er die Tatsachen verfälscht. Nur letzteres wäre eine voreingenommene Beschönigung oder ihr Gegenteil.

Man kann allerdings nicht leugnen, daß David und das Königtum als ganzes in 1. und 2.Chronik in einem viel besseren Licht erscheinen, als in Samuel und Könige. Man darf dies allerdings auch nicht überbewerten. Auch wenn 1.Chronik den Ehebruch Davids nicht erwähnt, erscheint David in anderen Abschnitten bestimmt nicht nur in einem guten Licht. Als Beispiele können sein falscher Umgang mit der Bundeslade ( 1Chr 13,9-14 ), seine Vielweiberei ( 1Chr 14,3-7 ), die verbotene Volkszählung und sein unreifer Wunsch, den Tempel für den Herrn zu bauen ( 1Chr 17 ), genannt werden. Außerdem gab es keine Notwendigkeit, den Bericht über den Ehebruch Davids zu wiederholen, da alle Forscher darin übereinstimmen, daß der Bericht darüber in 2Sam 11 längst existierte und bekannt war, als 1.Chronik abgefaßt wurde.

Die beste Antwort ist jedoch sicher, daß der Verfasser von 1. und 2.Chronik die Elemente aus Samuel und Könige ausläßt, die für seine eigentliche Absicht unwesentlich waren. Die Absicht von 1. und 2.Könige ist es, die erwählende und bewahrende Gnade Gottes für sein Bundesvolk durch den messianischen König und Priester David zu zeigen. Die Bücher erklären den Fall und die Zerstörung von Samaria und Jerusalem als göttliches Gericht über Gottes Volk, das versäumt hatte, sich an die Bundesbedingungen zu halten. 1. und 2.Chronik vermeidet dieses Thema zwar nicht völlig, will aber eher zeigen, daß der gnädige Gott der ganzen Erde und aller Zeiten einen besseren Plan zur Erfüllung der erlösenden Versöhnung hatte. Dieser Plan stellt David nicht beiseite, im Gegenteil, er gipfelt in dem größeren "David", dem Messias, der zugleich König und Priester ist.

Daß 1. und 2.Chronik David, die Priesterschaft und den Tempel in den Mittelpunkt stellen, mußte für die nachexilischen Juden eine große Ermutigung sein. Das Volk war in Gefangenschaft geraten, ein verhältnismäßig kleiner Überrest war zurückgekehrt, und der wiedererrichtete Tempel war im Vergleich zur Herrlichkeit seines Vorgängers (vgl. Hag 2,3 ) eher bescheiden. Aber Gottes Verheißung wird sich erfüllen. Zu seiner Zeit wird der Tempel mit seiner Herrlichkeit erfüllt werden. Die davidische Linie wird wieder zur Herrschaft kommen, und der Messias wird das Königreich von Davids Thron aus regieren. Die religiöse und politische Seite der Bundessouveränität Gottes wird wieder errichtet werden. Diese Gewißheit erfüllte den Überrest des Volkes Gottes mit Vorfreude, obwohl eigentlich alles, was sie um sich her sahen im Vergleich zur Herrlichkeit zur Zeit ihrer Väter nur ein schwacher Abglanz gewesen sein muß.



GLIEDERUNG


I. Stammbäume ( Kap.1-9 )

     A. Die Nachkommen der Patriarchen ( Kap.1 )
          1.Die Nachkommen Adams ( 1,1-4 )
          2.Die Nachkommen Jafets ( 1,5-7 )
          3.Die Nachkommen Hams ( 1,8-16 )
          4.Die Nachkommen Sems ( 1,17-27 )
          5.Die Nachkommen Abrahams ( 1,28-34 )
          6.Die Nachkommen Esuas ( 1,35-54 )

     B. Die Nachkommen Judas ( Kap.2 )
          1.Die Söhne Judas ( 2,1-4 )
          2.Die Nachkommen Perez' und Serachs ( 2,5-8 )
          3.Die Nachkommen Hezrons ( 2,9-41 )
          4.Die Nachkommen Kalebs ( 2,49-55 )

     C. Die Nachkommen Davids ( Kap.3 )
          1.Die Söhne Davids ( 3,1-9 )
          2.Die Nachkommen Salomons ( 3,10-24 )

     D. Die Nachkommen Judas ( 4,1-23 )
     E. Die Nachkommen Simeons ( 4,24-43 )
     F. Die Nachkommen der transjordaniscen Stämme ( Kap.5 )
          1.Ruben ( 5,1-10 )
          2.Gad ( 5,11-17 )
          3.Der Sieg der östlichen Stämme ( 5,18-22 )
          4.Der halbe Stamm Manasse ( 5,23-26 )

     G. Die Nachkommen Levis ( 5,27-6,66 )
          1.Die Nachkommmen Levis ( 5,27-41 )
          2.Andere Nachkommen Levis ( 6,1-15 )
          3.Levitische Musiker ( 6,16-32 )
          4.Aaronitische Priester ( 6,16-32 )
          5.Die Niederlassungen der Leviten ( 6,39-66 )

     H. Die Nachkommen der sechs nördlichen Stämme ( Kap.7 )
          1.Issaschar ( 7,1-5 )
          2.Benjamin ( 7,6-12 )
          3.Naftali ( 7,13 )
          4.Manase ( 7,14-19 )
          5.Ephraim ( 7,20-29 )
          6.Asser ( 7,30-40 )
          I. Die Nachkommen Benjamins ( Kap.8 )

     J. Die Einwohner von Jerusalem ( 9,1-34 )
          1.Die politischen Führer ( 9,1-9 )
          2.Die Priester ( 9,10-13 )
          3.Die Leviten ( 9,14-16 )
          4.Die Torhüter und andere ( 9,17-34 )

     K. Die Nachkommen Sauls ( 9,35-44 )

II.Die Herrschaft Davids ( Kap.10-29 )

     A. Der Tod Sauls (Kap.10)
     B. Die Helden Davids ( Kap.11-12 )
     C. Der Transport der Bundeslade ( Kap.13 )
     D. David richtet sich in Yerusalem ein ( Kap.14-16 )
          1.Sein Palast ( 14,1-2 )
          2.Seine Familie ( 14,3-7 )
          3.Seine Siege über die Philister ( 14,8-17 )
          4.Die Ankunft der Bundeslade ( Kap.15 )
          5.Die Einsetzung der religiösen Ämter ( Kap.16 )

     E. Davids Wunsch nach einem Tempel ( Kap.17 )
     F. Davids Außenpolitik ( 18,1-20,8 )
          1.Die Philister und Moabiter ( 18,1-2 )
          2.Die Aramäer ( 18,3-11 )
          3.Die Edomiter ( 18,12-13 )
          4.Die königliche Verwaltung 18,14-17 )
          5.Die Ammoniter ( 19,1-20,3 )
          6.Die Philister ( 20,4-8 )

     G. Die Volkszählung Davids und Gottes Strafe ( 21,1-22,1 )
     H. Davids Pläne für den Tempel ( 22,2-19 )
     I. Die theokratische Organisatian Davids ( Kap.23-27 )
          1.Die Leviten allgemein ( Kap.23-24 )
          2.Die levitischen Musiker ( Kap.2 )
          3.Die levitischen Torhüter ( 26,1-19 )
          4.Die levitischen Schatzhüter ( 26,20-28 )
          5.Die levitischen Amtsleute ( 26,29-32 )
          6.Die militärische und politische Struktur ( Kap.27 )

     J. Davids Abschiedsworte ( 28,1-29,22 a)
          1.Davids Answeisungen für den Tempel ( 28,1-10 )
          2.Davids Pläne für den Tempel ( 28,11-20 )
          3.Davids Aufforderung zum Opfern ( 29,1-9 )
          4.Davids Gebet und Einweihungsopfer ( 29,10-22 a)

     K. Davids Nachfolger auf dem Thron ( 29,22 b. 23-30 )
 

AUSLEGUNG


I. Stammbäume
( 1Chr 1-9 )


Wie bereits in dem Abschnitt "Absicht und Aufbau" in der Einleitung gesagt wurde, liegt die Betonung in 1. und 2.Chronik auf der davidischen Dynastie in Juda und auf der levitischen Linie. Die Stammbäume sollen zeigen, wie David und der Stamm Juda von Gott erwählt wurden. Diese Erwählung wird dabei in die Zeit der Patriarchen, ja sogar in die Zeit davor, zurückverfolgt.



A. Die Nachkommen der Patriarchen
( 1Chr 1 )


Ein vorsichtiger Vergleich zwischen diesem Abschnitt und den Stammbäumen in 1.Mose zeigt, daß nur wenige Unterschiede in den wesentlichen Fragen bestehen. Der Verfasser zitierte entweder direkt aus 1Mo (wenn auch nicht immer den genauen hebräischen Text) oder benutzte eine Quelle, die von 1.Mose abhängig war. Die Absicht des Verfassers schloß jedoch ein reines Abschreiben der Stammbäume aus 1.Mose aus. Er wählte Texte aus, um Völker, Stämme und Personen in den Mittelpunkt zu rücken, die für seine Absicht von Bedeutung waren.



1. Die Nachkommen Adams
( 1,1-4 )


1Chr 1,1-4


Die Namen basieren auf 1Mo 5,3-32 und geben die Abstammung vom ersten Menschen Adam bis zu Noah und seinen drei Söhnen an. Dies ermöglichte dem Verfasser von 1.Chronik nicht nur zu zeigen, woher das erwählte Volk Israel und die davidische Linie stammte, sondern auch, deutlich zu machen, daß sie nur von einem der drei Söhne Noahs, Sem , abstammten, durch den der Segen der Erlösung kommen sollte (vgl. 1Mo 9,26-27 ).



2. Die Nachkommen Jafets
( 1,5-7 )


1Chr 1,5-7


Die Söhne Noahs werden in der umgekehrten Reihenfolge genannt, als es sonst üblich ist, so daß Jafet diesmal an erster Stelle steht. Zu den Namen und den geographischen und ethnologischen Angaben vgl. den Kommentar zu dem hier zugrundegelegten Stammbaum in 1Mo 10,2-4 .



3. Die Nachkommen Hams
( 1,8-16 )


1Chr 1,8-16


Diese Liste stimmt fast völlig mit 1Mo 10,6-8.13-18 überein. Sogar der Bericht über Nimrod wird in Kurzform wiederholt ( 1Chr 1,10; vgl. 1Mo 10,8-12 ), was ein Beweis dafür ist, daß der Verfasser den Stammbaum aus 1.Mose tatsächlich bei der Niederschrift vorliegen hatte.



4. Die Nachkommen Sems
( 1,17-27 )


1Chr 1,17-23


Die Nachkommen Sems werden nach den Nachkommen Jafets und Hams genannt, weil sie theologisch gesehen am wichtigsten sind. Die Semiten sind die Nachkommen Noahs, aus denen Abraham, Israel und schließlich David hervorgingen. Die Grundlage für den ersten Teil dieses Stammbaumes bildet 1Mo 10,22-29 .



1Chr 1,24-27


Die ersten fünf Namen ( Sem bis Peleg ) werden aus Vers 17-19 wiederholt, erst dann werden fünf weitere Generationen ( Regu bis Abram ; vgl. 1Mo 11,18-26 ) hinzugefügt. Die Nichterwähnung der beiden Brüder Abrams, Nahor und Haran, ist auffällig (vgl. 1Mo 11,26 ). Sie gehörten nicht in die Linie von Adam bis David. (Der in 1Chr 1,26 erwähnte Nahor ist Abrahams Großvater, nicht sein Bruder.)



5. Die Nachkommen Abrahams
( 1,28-34 )


1Chr 1,28-31


Dieser Abschnitt behandelt die Nachkommen Abrahams nach ihren Müttern geordnet. Zuerst werden die Nachkommen Ismaels , des Sohnes Hagars, genannt (vgl. 1Mo 25,12-16 ). Als Begründer der verschiedenen ismaelitischen und später dann der arabischen Stämme waren sie auch für die historische Situation des Verfassers von Bedeutung (vgl. 1Chr 27,30; 2Chr 17,11; 21,16; 22,1; 26,7; vgl. auch Neh 2,19; 4,1; 6,1 ).


1Chr 1,32-33


Als nächstes werden die Nachkommen Keturas , der Nebenfrau Abrahams genannt, wie sie sich auch in 1Mo 25,2-4 finden. Interessant ist die Auslassung der Söhne Dedans , die in 1Mo 25,3 b genannt werden. Wahrscheinlich wohnten die Dedaniter außerhalb des geographischen Gesichtsfeldes des Stammes Judas (vgl. Jer 25,23 ).



1Chr 1,34


Als drittes folgt als Einleitung der Nachkommen Abrahams durch seine Frau Sara der Hinweis auf Isaak und dessen beide Söhne Esau und Israel (Jakob) , deren Nachkommen in Vers 35-54 (Esaus Nachkommen) und Kapitel 2-7 (Jakobs Nachkommen) folgen.



6. Die Nachkommen Esaus
( 1,35-54 )


1Chr 1,35-42


Die Nachkommen Esaus, die sich im Land Edom östlich und südlich des Toten Meers niederließen (vgl. 1Mo 36,8 ), werden wie in 1.Mose in zwei Abteilungen genannt. Zuerst werden die Söhne Esaus genannt ( 1Chr 1,35-37 ), dann " die Könige, die im Land Edom regiert haben " (V. 43-54 ). Einige Bibelübersetzungen erwecken den Eindruck, als sei Timna (V. 36 ) ein Sohn Elifas . Aber im Hebr. ist Timna feminin, und in 1Mo 36,12 ist Timna die Nebenfrau von Elifas (dem Sohn Esaus) und die Mutter von Amalek . In den Versen 38-39 wird Timna dann als "Seïritin" identifiziert, da sie eine Tochter Seïrs war, der schon vor den Edomitern im Land herrschte. Anschließend nennt der Verfasser die Verwandtschaft von Timna (V. 38-42 ). Dies entspricht genau der Anordnung in 1Mo 36,20-29 .Außerdem werden die Frauen Esaus, die in 1Mo 36 genannt werden, ausgelassen, ohne daß der Grund dafür bekannt wäre.

43 - 54: Die Liste der edomitischen Könige stimmt, abgesehen von dem Unterschied in der Schreibweise, mit der Liste von Hadad (Hadar) in 1Mo 36,31-43 überein. Die edomitischen Könige sind nicht weiter bekannt, aber die Beziehung der Edomiter zu Israel und Juda war so eng und von so langer Dauer, daß das Interesse des Verfassers nicht überrascht.



B. Die Nachkommen Judas
( 1Chr 2 )


1. Die Söhne Judas
( 2,1-4 )


1Chr 2,1-2


Schließlich gelangt der Autor bei dem Volk an, das ihn in seiner theologischen Geschichtsschreibung vor allem interessiert. Weil David und die Davididen aus dem Stamm Juda kamen, ist es durchaus verständlich, daß die Nachkommen Judas ( 1Chr 2,3-4,23 ) vor den Nachkommen der anderen der 12 Söhne Israels aufgelistet werden, nachdem die 12 Söhne Israels selbst in 1Chr 2,1-2 genannt wurden.



1Chr 2,3-4


Die Einzelheiten der merkwürdigen Geschichte der Söhne Judas ( 1Mo 38 ), von denen zwei, nämlich Er und Onan vom Herrn getötet wurden, und der dritte, Schela , von Tamar zurückgehalten wurde, werden hier nicht besprochen. Der Verfasser wollte nur die beiden Söhne Judas, Perez und Serach , einführen, um dann die Linie von Perez bis David fortzusetzen.



2. Die Nachkommen Perez'und Serachs
( 2,5-8 )


1Chr 2,5-8


Diese Verse erwähnen nur ausgewählte und repräsentative Nachkommen ( Söhne bezeichnet oft Nachkommen über mehrere Generationen hinweg) von Perez und Serach . Dies wird z. B. daran deutlich, daß Achar (oder Achan) hier Sohn des Karmi (V. 7 ) genannt wird, obwohl Karmis Vater gar nicht genannt wurde. Vielleicht ist Simri (V. 6 ) auch nur ein anderer Name für Sabdi , weil in der Geschichte über Achans Sünde ( Jos 7 ) Achan "ein Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs" ist ( Jos 7,1 ). Doch selbst dann ist der Zeitabschnitt zwischen der Geburt Serachs ca. 1877 v. Chr. und Achans, der im Jahr 1406 v. Chr. als Erwachsener auftritt ( Jos 7 ) mit 500 Jahren für vier Generationen viel zu lang. Es geht dem Verfasser deswegen offensichtlich nur darum, Etan, Heman, Kalkol und Darda einführen zu können, die alle leibliche Söhne Mahols waren, der von Serach abstammte (vgl. den Kommentar zu 1Kö 5,11 ) und eine Weisheit an den Tag legte, mit der die von Salomo dann verglichen wurde ( 1Kö 5,11; Ps 89 ,Unterüberschrift).


3. Die Nachkommen Hezrons
( 2,9-41 )


1Chr 2,9-20


Die erwählte Linie setzt sich mit Hezron , dem Sohn des Perez, des Sohnes Judas, fort. In Übereinstimmung mit Rt 4,18-22 setzt sich die Linie bis David fort ( 1Chr 2,9-15; vgl. die Übersicht "Die Vorfahren Davids ab Abraham" zu 1Sam 16,1-13 ). Dazu wird auch Davids engste Familie mit seinen Halbschwestern genannt ( 1Chr 2,16-17; vgl. die Übersicht "Davids Familie" zu 2Sam 3,2-5 ). Kaleb , ein anderer Sohn Hezrons, darf nicht mit Kaleb aus den Tagen Josuas verwechselt werden. (Im Hebr. steht für Kaleb eine andere Schreibweise, nämlich "Kelubai"; vgl. V. 42 ). Kalebs Nachkommen werden in Vers 18-20 genannt und ausführlicher in Vers 42-55 behandelt.



1Chr 2,21-24


Segub , ein anderer Sohn Hezrons , war ein Sohn der Tochter Machirs , der der Sohn Manasses ( 1Mo 50,23 ) und der Vater Gileads ( 4Mo 26,29 ) war. Der Name Gilead wurde einem Gebiet im oberen Transjordanien gegeben. Die Einnahme von 60 Städten Gileads durch Geschur und Aram (Gebiete nordöstlich von Gilead) wird sonst im AT nirgends erwähnt. Ein weiterer Sohn von Hezrons Frau Efrata , der nach seinem Tod geboren wurde, war Aschhur (von Kaleb, vgl. 1Chr 2,24 ).

 

1Chr 2,25-41


Der älteste Sohn Hezrons , Jerachmeel (vgl. V. 9 ), wird zuletzt erwähnt. Seine Nachkommen werden nur hier genannt, obwohl die Jerachmeeliter zur Zeit Davids als ein Geschlecht galten, das eng mit Juda verwandt war ( 1Sam 27,10 ).



4. Die Nachkommen Kalebs
( 2,42-55 )


1Chr 2,42-55


Die Nachkommen Kalebs , des dritten (V. 9 ) Sohnes von Hezron, die schon kurz in Vers 18-20 genannt wurden, werden nun ausführlicher behandelt. Viele der Namen erscheinen andernorts als Ortsnamen (z. B. Sif, Jos 15,24; Marescha , Jos 15,44; Hebron , Jos 15,54; Tappuach , Jos 15,34; Rekem , Jos 18,27; Schema , Jos 15,26; usw.), Dies beweist nicht notwendigerweise eine Verbindung zwischen Person und Ort, doch da die meisten Orte in Juda lagen, dürften sie wohl von den entsprechenden Kalebitern gegründet worden sein.

Von besonderem Interesse ist der Hinweis auf Bethlehem ( 1Chr 2,51-54 ), den Geburtsort von David und Jesus . Die Stadt wurde gegründet von oder benannt nach dem Urenkel Kalebs von Kalebs Frau Efrata (vgl. V. 50 ; V. 19 ). Die Kombination von Bethlehem und Efrata erscheint auch in der Geschichte von Rahels Tod bei der Geburt ( 1Mo 35,19 ), wo die später entstandenen Bezeichnungen nachträglich eingefügt wurden; in Rt 4,11 in Zusammenhang mit dem Segen über Rut , und in Mi 5,1 in der Weissagung der Geburt des Messias in Bethlehem.



C. Die Nachkommen Davids
( 1Chr 3 )


Die Linie Davids erscheint wie eine Unterbrechung der Liste der Nachkommen Judas. Sie steht jedoch an der richtigen Stelle, um deutlich zu machen, daß David aus der Linie Perez/Hezron kam und daß sich sein Stammbaum bis zu Juda zurückverfolgen ließ.



1. Die Söhne Davids
( 3,1-9 )


1Chr 3,1-9


Obwohl Salomo der Sohn der Verheißungslinie Davids war ( 1Chr 22,9-10 ), werden die anderen Söhne Davids der Vollständigkeit halber ebenfalls genannt ( 1Chr 3,1-9 ). Die Liste entspricht 2Sam 3,2-5 ,mit der Ausnahme, daß der zweite Sohn von Abigajil (vgl. die Übersicht "Davids Familie" zu 2Sam 3,2-5 ) in 1Chr 3,1 Daniel , in 2Sam 3,3 Kilab heißt. Es muß offen bleiben, ob dieser Sohn zwei Namen hatte. Jedenfalls zeigt dieses Beispiel, daß der Verfasser von 1.Chronk 2.Samuel nicht sklavisch folgte.

Nach den sechs Söhnen, die in Hebron geboren wurden ( 1Chr 3,1-4 a), werden als nächstes die neun in Jerusalem geborenen Söhne Davids genannt (V. 4 b. 5-8 ; vgl. die entsprechende Liste in 2Sam 5,14-16 ). Vier davon waren Söhne Batsebas (das Hebr. schreibt den Namen hier Batschua ). Dies ist der einzige Vers, in dem Batseba in 1. und 2.Chronik genannt wird. (Vgl. dazu den Kommentar in der Einleitung ). Elifelet ( 1Chr 3,6 ) und Nogah (V. 7 ) werden in 2.Samuel nicht genannt, erscheinen aber noch einmal in 1Chr 14,4-7 (vgl. den Kommentar dort). Daß der Name Elifelet zweimal erscheint ( 1Chr 3,6.8 ) könnte darauf zurückzuführen sein, daß ein Sohn dieses Namens starb und ein später Geborener seinen Namen erhielt. Vielleicht starb Nogah auch früh und 2.Samuel nennt nur die Namen der lebenden Söhne Davids.



2. Die Nachkommen Salomos
( 3,10-24 )


1Chr 3,10-24


Die Liste der Nachkommen Salomos ist in Wirklichkeit eine Liste der Könige Judas von Salomo bis Zedekia (V. 10-16 ) und der exilischen und nachexilischen Nachkommen (V. 17-24 ). Atalja, die Königin, die zwischen Ahasja und Joasch regierte (V. 11 ), wird nicht erwähnt. Der Grund dafür ist, daß sie den Thron an sich riß, ohne von der dynastischen Thronfolge her dazu berechtigt gewesen zu sein (vgl. 2Kö 11 ). Über den Sohn Josias, Johanan ( 1Chr 3,15 ), ist sonst nichts weiter bekannt. Es kann sich nicht um Joahas ( 2Kö 23,31 ) handeln, weil Joahas jünger als Jojakim (vgl. 2Kö 23,36 ) war. Das bedeutet, daß Schallum ( 1Chr 3,15 ) mit Joahas identisch ist, der, obwohl er der zweitjüngste Sohn Josias war, den Thron vor seinem Bruder bestieg (vgl. Jer 22,11-12 ).

Im Stammbaum folgen Jechonja ( 1Chr 3,16.17; vgl. 2Kö 24,8 [Jojachin] und Konja in Jer 22,24 ), Pedaja ( 1Chr 3,18 ), Serubbabel (V. 19 ), Hananja (V. 19 ), Schechanja (V. 21 ), Schemaja (V. 22 ), Eljoenai (V. 23 ) und Hodawja (V. 24 ).

Drei Probleme müssen in diesem Zusammenhang angesprochen werden. Erstens wird Serubbabel (V. 19 ) sonst als Sohn des Schealtiël , nicht als Sohn Pedajas bezeichnet ( Esr 3,2.8;5,2; Neh 12,1; Hag 1,12.14;2,2.23; Mt 1,12; Lk 3,27 ). Da Schealtiël und Pedaja Brüder waren ( 1Chr 3,17-18 ), ist die einfachste Lösung wohl, daß Schealtiël früh starb und die dynastische Thronfolgelinie über seinen jüngeren Bruder Pedaja weiterlief. Zweitens identifiziert Lukas Schealtiël in seinem Stammbaum als Sohn Neris, der nicht von Salomo, sondern von Davids anderem Sohn Nathan abstammte ( Lk 3,27-31 ). Die Antwort könnte darin liegen, daß, da Jechonja keinen männlichen Thronerben hatte (vgl. Jer 22,30 ), eine Tochter Jechonjas Neri, den Sohn Melchis ( Lk 3,27-28; nicht der Melchi in Lk 3,24 ) heiratete. Schealtiël setzte dann gemäß des Gesetzes als Enkel Jechonjas die davidische Dynastie über Salomo fort, eine Sicht, für die Mt 1,6-12 eintritt.

Das dritte Problem betrifft die Nachkommen Serubbabels. 1Chr 3,19 b- 20 nennt sieben Söhne und eine Tochter Serubbabels, während Matthäus und Lukas keinen von diesen nennen. Matthäus führt die Abstammung Jesu von David über Salomo und nennt Serubbabels Sohn Abihud ( Mt 1,13 ). Lukas führt die Abstammung Jesu von David über Nathan und nennt Serubbabels Sohn Resa ( Lk 3,27 ). Es ist natürlich sehr gut möglich, daß der Schealtiël und der Serubbabel des Lukas nicht mit denen aus 1.Chronik identisch sind und daß Lukas einen Stammbaum überliefert, der auf direktem Weg von David über Nathan zu Maria führt und damit einen Stammbaum überliefert, der in keiner Verbindung zum Stammbaum in 1.Chronik steht (vgl. den Kommentar zu Lk 3,27 ). Dies würde allerdings die vorgeschlagene Lösung des zweiten Problems ausschließen, ja eigentlich das Problem selbst beseitigen. Auch der Unterschied zwischen 1Chr 3,19 b- 20 und Mt 1,13 bliebe ungeklärt. Man könnte davon ausgehen, daß Abihud ein anderer Name für einen der sieben Söhne Serubbabels oder Abihud ein weiterer Sohn Serubbabels war.



D. Die Nachkommen Judas
( 4,1-23 )


Nachdem er die davidische Linie in Kapitel 3 sehr ausführlich dargestellt hat, kehrt der Verfasser zu den Nachkommen Judas allgemein wieder zurück. Seine Absicht war a) genealogische und geographische Informationen zur Verfügung zu stellen, b) die führende Rolle des davidischen Stammes Juda unter den anderen israelitischen Stämmen aufzuzeigen, indem er den Stamm Juda zuerst behandelte, und c) zu beweisen, daß der Stamm Juda schon in der Zeit der Vorgeschichte Israels in seinem späteren Stammesgebiet ansässig war (vgl. 1Chr 4,22 b).



1Chr 4,1-7


Vers 1 ist eine Überschrift für die folgende Liste, was deutlich wird, wenn man beachtet, daß die fünf genannten Nachkommen Judas in Wirklichkeit aufeinanderfolgende Generationen sind (vgl. 1Chr 2 ). Reaja ( 1Chr 4,2 ) war der Begründer der Zoratiter , die besser als das Geschlecht bekannt sind, aus dem Simson kam ( Ri 13,2 ). Die Huriter (Nachkommen Hurs, 1Chr 4,3-4; vgl. 1Chr 2,19-20.50-51 ) werden von der Familie der Bethlehemiter unterschieden. Die Aschhuriter waren das Geschlecht, aus dem Tekoa , dem Dorf der weisen Frauen ( 2Sam 14,2 ), woraus der Prophet Amos ( Am 1,1 ) hervorging.

 

1Chr 4,8-15


Jabez (V. 9-10 ; vgl. 1Chr 2,55 ), dessen Stammbaum nicht angegeben wird, betete um Gottes Segen und erhielt ihn. Das Dorf, das nach ihm benannt wird, galt als die Heimat der Schriftgelehrten. Die Rechaiter (die Männer von Recha, 1Chr 4,11-12 ) werden nicht näher identifiziert. Die Kenasiter (V. 13-15 ) waren das berühmte Geschlecht, aus dem Kaleb , der Freund Josuas, und Otniël , der erste Richter Israels, kamen. Kaleb wird in dem Bericht von der Eroberung Kanaans Kenasiter genannt ( Jos 14,6 ). Otniël wird in Ri 1,13 " Sohn des Kenas " genannt, wobei es sich offensichtlich bei diesem Kenas weder um den eben genannten Begründer des Geschlechtes, noch um Kalebs Enkel gleichen Namens ( 1Chr 4,15 ) handelt.



1Chr 4,16-20


Die Nachkommen Jehallelels (V. 16 ), Esras (V. 17-18 ), Hodijas (V. 19 ) und Schimons (V. 20 ) werden in der Bibel nur hier erwähnt. Vers 18 enthält die interessante Information, daß Mered , der Sohn Esras (V. 17 ), eine Tochter des ägyptischen Pharaos heiratete. Demnach lag der Ursprung dieses Geschlechtes noch vor der Zeit Moses , als Israel zu Ägypten noch eine gute Beziehung hatte (vgl. 2Mo 1,8 ). 1Chr 4,21-23 : Die Liste der Nachkommen Judas schließt mit einer kurzen Geschichte der Söhne Schelas (V. 21-23 ), des jüngsten Sohnes Judas , von " der Kanaaniterin der Tochter Schuas " ( 1Chr 2,3 ). Schela war Tamar als Ehemann versprochen worden (vgl. 1Mo 38,5.11.14 ). Seine Nachkommen waren Leinweber ( 1Chr 4,21 ) und Töpfer (V. 23 ) und herrschten in vergangenen Zeiten über die Moabiter (V. 22 ).



E. Die Nachkommen Simeons
( 4,24-43 )


1Chr 4,24


Der Stamm Simeon wird nach Juda genannt, weil er kein eigenes Erbteil erhielt und schließlich im Stamm Juda aufging (vgl. Jos 19,1-9 ). Die Liste der Söhne in 1Chr 4,24 unterscheidet sich in einigen Punkten von der Liste mit sechs Söhnen in 1Mo 46,10 (wobei Ohad hinzugefügt wird), von den Unterschieden in der Schreibweise ganz abgesehen. Die Namen in 2Mo 6,15 stimmen völlig mit den Namen in 1Mo 46,10 überein. Die Liste in 4Mo 26,12-13 stimmt dagegen mit 1.Chr. überein, lediglich der dritte Sohn Jarib heißt in 4.Mose Jachin , und Saul wird Schaul genannt.



1Chr 4,25-43


Der Rest der Liste der Nachkommen Simeons hat dagegen keine Parallelen im AT. Interessant ist der Hinweis, daß die Zahl der Simeoniten kaum zunahm (V. 27 ) und daß sie nur in bestimmten festgelegten Gebieten innerhalb des Stammesgebietes von Juda wohnten, die vorwiegend im südlichen Bereich des mittleren Negev lagen (V. 28-33 ). Sie gelangten schließlich aber zu Reichtum, vor allem aufgrund der reichen Weiden, die sie von den ursprünglichen hamitischen Siedlern übernahmen (V. 39-40 ). Falls Gedor (V. 39 ) auch Gerar geheißen hat (LXX: Gerara), lag es im westlichen Teil des oberen Negeb (Südland) in der Nähe des heutigen Gaza. Das würde auch erklären, weshalb Hamiten (V. 40 ), also Ägypter , dort wohnten, weil Ägypten selbst von dort nicht weit entfernt liegt. Der Verfasser von 1.Chronik deutet an, daß die Hamiten in der Zeit Hiskias (715 - 686 v. Chr.) gewaltsam vertrieben wurden, wovon die Mëuniter ebenfalls betroffen waren (V. 41 ). Dieses Volk wird noch einmal in Zusammenhang mit der Eroberung des Negeb durch Usia ( 2Chr 26,7 ) erwähnt, kann aber sonst nicht näher identifiziert werden.

Zur Zeit Hiskias zogen 500 Simeoniter nach Osten zum Bergland Seïr (also Edom), wo sie die Überreste der Amalekiter , die dort vermutlich seit der Zeit Davids lebten ( 1Chr 4,42-43; vgl. 1Sam 30,16-20 ), vertrieben.

 

1Chr 5,3-10


Die Liste der Nachkommen Rubens umfaßt seine vier Söhne (vgl. 4Mo 26,5-11 ) und weitere ausgewählte Generationen. Von dem in 1Chr 5,4 erwähnten Joel stammte Beera (V. 6 ) ab, den Tiglat-Pileser III. (745 - 727 v. Chr.) gefangennahm, als er Samaria eroberte. Zu dieser Zeit bewohnten die Rubeniter das ganze Transjordanien einschließlich des ganzen Gebietes vom Fluß Arnon ( Aroër lag an diesem Fluß) bis zum Nebo im Norden, das Gebiet Gilead (östlich vom Jordan) und das Gebiet im Norden und Nordosten des Euphrat . Zum Krieg mit den Hagaritern vgl. den Kommentar zu den Versen 18-22 .

 

2. Gad
( 5,11-17 )


1Chr 5,11-17


Die Gaditer ließen sich in Baschan südlich und östlich des Sees Kinneret und nördlich des Jarmuks nieder. Es gab keine genau festgelegte Grenze zwischen Gilead und Baschan (V. 16 ), was zweifellos bedeutete, daß sich die östlichen Stämme untereinander leicht vermischten. Die Nachkommen Gads, die hier genannt werden, werden sonst nirgends im AT aufgelistet. Ihre Namen wurden sicher aus Dokumenten aus der Zeit Jerobeams II. von Israel (793 - 753 v. Chr.) und Jotam von Juda (750 - 735 v. Chr.) entnommen.



3. Die Siege der östlichen Stämme
( 5,18-22 )


1Chr 5,18-22


Der Verfasser unterbricht die Stammbäume mit einem Bericht über die häufigen militärischen Unternehmungen der östlichen Stämme. Er erwähnt den Krieg mit den Hagaritern (vgl. V. 10 ) und ihren Verbündeten. Die transjordanischen Stämme errangen mit ihren 44 760 Soldaten und Gottes Hilfe einen triumphalen Sieg als Antwort auf ihre Gebete. Die Menge des eroberten Viehs war sehr groß (V. 21 ), was beweist, daß das Land äußerst fruchtbare Schafweiden hatte. Dies geschah in den Tagen Sauls (V. 10 ), vielleicht in Zusammenhang mit Sauls Kriegen gegen die Ammoniter (vgl. 1Sam 11,1-11 ). Die Hagariter, die uns heute aus assyrischen Inschriften bekannt sind, wurden bis zum Exil ( 1Chr 5,22 ), vielleicht der assyrischen Gefangenschaft einiger Israeliten durch Tiglat-Pileser III. im Jahr 734 v. Chr. (nicht zu verwechseln mit der endgültigen assyrischen Gefangenschaft Israels durch denselben im Jahr 722 v. Chr.), von den Israeliten vertrieben und ersetzt.



4. Der halbe Stamm Manasse
( 5,23-26 )


1Chr 5,23-26


Der halbe Stamm, der hier erwähnt wird, hatte ein Erbteil östlich des Jordans, von Gad im Süden bis zum Berg Hermon im Norden (vgl. 4Mo 32,39-42; 5Mo 3,12-17; Jos 13,29-31 ), erhalten. Obwohl ihre Führer wegen ihrer militärischen Siege berühmt waren, führten sie das Volk doch in den Götzendienst. Als Folge davon wurden sie zusammen mit den Rubenitern und den Gaditern von Pul (Tiglat-Pileser III.) von Assyrien deportiert. Zu den Orten, an die sie verschleppt wurden, vgl. den Kommentar zu 2Kö 17,6 .Der Ort Hara , der in 2.Könige nicht erwähnt wird, konnte bisher nicht identifiziert werden.



G. Die Nachkommen Levis
( 5,27-6,66 )


1. Die Nachkommen Levis
( 5,27-41 )


1Chr 5,27-29 a


Die Liste der Nachkommen Levis beginnt wegen ihrer unbestreitbaren Bedeutung mit einem Hinweis auf Mose und Aaron . Nach der Nennung der drei Söhne Levis konzentriert sich der Verfasser auf Kehat und seine Nachkommen durch Amram . Die Länge der Zeit zwischen Levis Tod und Moses Geburt (ca. 1800 - 1526 v. Chr.) ist ein Beweis dafür, daß die Linie Levi - Kehat - Amram - Levi nur die wichtigsten Namen einer viel mehr Generationen umfassenden Liste enthalten (vgl. den Kommentar zu 4Mo 26,58-59 ). Die Namen beziehen sich hier wohl auf Stämme, Geschlechter, Familien und Personen gleichermaßen (vgl. Jos 7,16-18 ). Mose wird hier nicht wieder erwähnt, weil dieser Stammbaum die hohepriesterliche Linie Aarons aufzeigen will.

 

1Chr 5,29-41 (1Chr 5,29b-41)


Aaron war der erste Hohepriester ( 2Mo 28,1 ). Seine Nachfolger werden Generation für Generation genannt. Die Liste stimmt mit Esr 7,1-5 überein, wenn man davon absieht, daß Esra sechs Namen von Merajot bis Asarja ( 1Chr 5,33-36 ) ausläßt. Außerdem geht der Verfasser von 1.Chr. davon aus, daß Jozadak , der von Nebukadnezar gefangengenommen wurde, ein Sohn Serajas war (V. 40-41 ). Esra bezeichnet sich dagegen selbst als einen Sohn Serajas ( Esr 7,1 ). Da Esra jedoch nicht viel früher als 500 v. Chr. geboren worden sein kann, die babylonische Gefangenschaft aber im Jahr 586 v. Chr. begann, muß Esra mit der Bezeichnung "Sohn" nicht eine Sohnschaft im engen Sinne, sondern eine Nachkommenschaft über mehrere Generationen gemeint haben. Die Zusätze und Auslassungen der Stammbäume sollten jeden Bibelleser zur Vorsicht veranlassen, da die Stammbäume nicht immer wirklich vollständig sein müssen. Diejenigen, die die Stammbäume weitergaben, hatten jeweils besondere Gründe, weshalb sie bestimmte Namen erwähnten und andere ausließen. Die theologische Sicht des Verfassers von 1. und 2.Chr. offenbart sich in seinem Kommentar, daß der letzte der aaronitischen Hohepriester verschleppt wurde, als der HERR Juda und Jerusalem durch die Hand Nebukadnezars in das Exil sandte ( 1Chr 5,41; vgl. das Exil des nördlichen Königreiches, 1Chr 5,22.26 ).

 

2. Andere Nachkommen Levis
( 1Chr 6,1-15 )


1Chr 6,1-6


Der Geschichtsschreiber stellt als nächstes die Geschichte des Stammes Levi dar, indem er die Söhne und Enkel Levis auflistet (V. 1-4 ) und die prominenten Personen der späteren Generationen nennt (V. 5-15 ). Er beginnt mit Gerschon , dessen Nachkommen er sieben Generationen lang folgt (V. 5-6 ). (Der hebr. Text hat hier Gerschom, während dieser Sohn Levis sonst Gerschon genannt wird; 2Mo 6,16 ).



1Chr 6,7-15


Als nächstes wird Levis Sohn Kehat genannt, der nicht der Vorfahre von Aaron ( 1Chr 5,28-29 ), sondern auch der Vorfahre des Priester-Propheten Samuel war. Kehats Sohn Amminadab (V. 7 ) ist sonst unter dem Namen Jizhar bekannt ( 1Chr 5,28;6,3.23 ). Während Aaron als Kehatiter der Begründer der priesterlichen Linie war, war Samuel zwar auch ein Kehatiter, konnte aber nicht die Aufgabe des Hohenpriesters wahrnehmen. Samuel konnte jedoch in der Stiftshütte dienen und andere Dienste einschließlich der Opfer ausführen, was er ja auch tat ( 4Mo 3,27-32; vgl. 1Sam 1,21; 2,11; 9,11-14; usw.). Schließlich werden die Nachkommen Meraris , des dritten Sohnes Levis genannt, und unter ihnen besonders die Nachkommen Machlis ( 1Chr 6,14-15 ).



3. Levitische Musiker
( 6,16-32 )


1Chr 6,16-23


Dieser Abschnitt enthält die Namen der Musiker der Stiftshütte , die David aus den drei levitischen Familien ausgesucht und eingesetzt hatte (V. 16-17 ). Die Liste der Kehatiter (V. 18-23 ) beginnt mit Heman (vgl. den Heman in 1Chr 2,6 ), dem Sohn Joels und Enkel Samuels ( 1Chr 6,18 ). Es folgt der Stammbaum Samuels (vgl. V. 12-13 und vgl. 1Sam 1,1 ,wo dieselben Namen zurück bis Zuf genannt werden; vgl. 1Chr 6,20 mit der unterschiedlichen Schreibweise Elihu statt Eliël . Auch wenn dieser Stammbaum Samuels im wesentlichen mit dem in Vers 7-13 übereinstimmt, sind die Unterschiede zwischen beiden Stammbäumen doch groß genug, um nahezulegen, daß die Verfasser bei der Abfassung zwei unterschiedliche Quellen zugrundelegten. Zwei Personen ( Assir und Elkana , V. 7-8 ) zwischen Korach und Abiasaf werden in Vers 22 ausgelassen. Dazu kommen fünf Beispiele für unterschiedliche Schreibweisen: Eliël (V. 19 ) statt Eliab (V. 12 ), Tohu (V. 19 ) statt Nahat (V. 11 ), Joel (V. 21 ) statt Schaul (V. 9 ), Asarja (V. 21 ) statt Usija (V. 9 ) und Zefanja (V. 21 ) statt Uriël (V. 9 ). Interessanterweise erscheinen vier verschiedene Elkanas in diesem Stammbaum (in V. 8 ; V. 10 - derselbe wie in V. 21 und in V. 19-20 ).



1Chr 6,24-28


Die Ordnung der Gerschoniter beginnt mit Asaf , dem berühmten Sänger und Psalmisten (vgl. die Unterüberschrift von Ps 50 und Ps 73-83 ). Der Rest der Liste enthält viele Namen, die in der vorherigen Liste ( 1Chr 6,5-6 ) nicht genannt wurden.

 

1Chr 6,29-32


Die Ordnung der Sänger der Merariter beginnt mit Etan (in 1Chr 9,16 Jedutun genannt) und führt über Muschi bis zu Merari zurück ( 1Chr 6,32 ). Diese Liste ist keine Wiederholung der früheren Liste (V. 14-15 ), da die Namen nicht zueinander passen. Machli , der Sohn Meraris (V. 14 ), ist nicht dieselbe Person wie Machli, der Sohn Muschis (V. 32 ). Merari hatte zwei Söhne, Machli und Muschi (V. 4 ). Machlis Nachkommen werden in Vers 14-15 genannt, Muschis Nachkommen in Vers 31-32 . Die Absicht des ganzen Abschnittes Vers 16-32 ist es, den Dienst der obersten Musiker Davids - Heman, Asaf und Etan - mit Hinweis auf ihre levitische Abstammung zu rechtfertigen.



4. Aaronitische Priester
( 6,33-38 )


1Chr 6,33-38


Während der Dienst der Musik von den Angehörigen der levitischen Ordnungen ausgeführt wurde (V. 16-32 ), waren die Opfer der Versöhnung den Nachkommen Aarons vorbehalten. Um die Rechtmäßigkeit des zadokitischen Priestertums Davids zu betonen, wird noch einmal (vgl. V. 29-34 ) die Linie der hohenpriesterlichen Nachkommen Aarons von Aaron bis zu Ahimaaz , Sohn des Zadok genannt.



5. Die Niederlassungen der Leviten
( 6,39-66 )


1Chr 6,39-66


Die Orte, an denen sich die Leviten niederließen, werden wieder nach Geschlechtern bzw. Ordnungen aufgelistet, wobei Kehat wiederum als erster genannt wird. (Vgl. die Übersicht "Levitenstädte in Jos 21 und 1Chr 6 "). Einige der Städte waren für die Kehatiter bestimmt, die Priester waren (V. 42-45 ), während andere Städte für Kehatiter mit nichtpriesterlichen Aufgaben bestimmt waren (V. 46.49-55 ). Eine der Städte in Benjamin war Anatot . Der Prophet Jeremia war der Sohn eines Priesters aus Anatot ( Jer 1,1 ) und muß dementsprechend ein Kehatiter gewesen sein.

Die Gerschoniter ließen sich in 13 Städten in Issachar, Asser und Naftali und im östlichen Teil Manasses nieder ( 1Chr 6,47 ). Diese Städte werden in Vers 56-61 genannt und schließen die wichtige Stadt Kedesch in Naftali (V. 61 ) sowie die gleichnamige Stadt Kedesch in Issachar (V. 57 ) mit ein.

Die Städte der Merariter lagen in Sebulon, Ruben und Gad (V. 62-66 ).

Insgesamt wurden also 48 Städte als Wohnorte der Leviten ausgewiesen (vgl. Jos 21,41 ), da dem Stamm Levi kein Erbteil wie den anderen Stämmen zugeteilt worden war (vgl. 4Mo 35,1-8 ).

 



H. Die Nachkommen der sechs nördlichen Stämme
( 1Chr 7 )


1. Issachar
( 7,1-5 )


1Chr 7,1-5


Die Nachkommen dieses Stammes werden nicht umfassend aufgelistet. In Übereinstimmung mit 1Mo 46,13 und 4Mo 26,23-25 werden vier Söhne Issachars genannt, doch dann fährt der Verfasser von 1.Chronik nur mit der Linie Tolas fort. Aus irgendwelchen Gründen nennt er auch die Gesamtzahl des Stammes: 22 600 wehrfähige Männer stammten zur Zeit Davids von Tola ab ( 1Chr 7,2; vgl. 2Sam 24,1-9 ), 36 000 von Usi ( 1Chr 7,4 ). Insgesamt waren es 87 000 (V. 5 ), also weitere 28 400 aus hier nicht genannten Geschlechtern.

 

2. Benjamin
( 7,6-12 )


1Chr 7,6-12


Dieser Stammbaum wird als Höhepunkt der Geschichte vor David in Kapitel 8 sehr ausführlich dargestellt, erscheint hier aber schon einmal in der für die anderen nördlichen Stämme typischen Form. Obwohl 1Mo 46,21 zehn Söhne Benjamins erwähnt, werden in 4Mo 26,38-41 nur fünf und in 1Chr 7,6-7 drei bzw. in 1Chr 8,1-2 nur fünf Namen genannt. (Vgl. den Kommentar zu 1Chr 8,1-5 für die Erklärung der "zehn Söhne" in 1Mo 46,21 ,die möglicherweise Enkel mit einschlossen.) Die ersten beiden, Bela und Becher , werden auch in 1Mo 46,21 erwähnt, doch Jediaël erscheint sonst nirgends, wenn er nicht mit Aschbel ( 1Mo 46,21; 4Mo 26,38; 1Chr 8,1 ) identisch ist. Daß dieser Stammbaum eine Kurzform darstellt, wird auch daran ersichtlich, daß 1Chr 7,6-12 fünf Söhne Belas nennt, 1Chr 8,3-5 dagegen neun. Auf der anderen Seite erwähnt 1Chr 7,8 neun Söhne Bechers, während Kapitel 8 Becher und seine Nachkommen gar nicht erwähnt. In ähnlicher Weise erscheint Jediaels Sohn Bilhan in Kapitel 8 nicht. Der Grund, warum die Nachkommen Belas auf Kosten der Nachkommen seiner Geschwister aufgeführt werden, ist offensichtlich, denn Saul stammte aus seiner Linie ( 1Chr 8,33 ).

Die Schuppiter und Huppiter stammten von Ir ( 1Chr 7,12 ), einem Sohn Belas (V. 7 ) ab. Die Huschiter stammten von Aher ab (wenn Aher, Ahiram und Achrach, 4Mo 26,38; 1Chr 8,1 identisch sind und Ahiram/Achrach ein Sohn Benjamins war).

Die Zählung der wehrfähigen Männer ergab 22 034 Söhne Belas ( 1Chr 7,7 ), 20 200 Söhne Bechers (V. 9 ) und 17 200 Söhne Jediaels (V. 11 ). Diese Gesamtsumme von 59 434 halten manche Kritiker für die Zeit Davids für viel zu hoch. Sie verweisen darauf, daß der Stamm Benjamin durch Bürgerkrieg auf 600 Männer zur Zeit der Richter ( Ri 20,44-48 ) dezimiert worden war. Doch da dieses Ereignis zu Beginn der Richterzeit stattfand und damit etwa 400 Jahre vor der Volkszählung Davids lag (vgl. 1Chr 21,1-7 ), können sich die 600 Familien durchaus so weit vermehrt haben.

 

3. Naftali
( 7,13 )


1Chr 7,13


Die Namen der vier Söhne Naftalis werden hier in Übereinstimmung mit 1Mo 46,24 und 4Mo 26,48-49 genannt.

 

4. Manasse
( 7,14-19 )


1Chr 7,14-15 a


Die Genealogie Manasses erscheint in 1.Mose nicht, weil Manasse zu dieser Zeit noch Josef zugeordnet wurde. Manasse und seine aramäische Nebenfrau hatten einen Sohn namens Machir (vgl. V. 17 b; 4Mo 26,29; Jos 17,1 ), der der Vater Gileads war (vgl. 4Mo 26,29; 36,1 ). Asriël , ein anderer Sohn Manasses, wird in 4Mo 26,29 nicht erwähnt. Daß Makirs Schwester und seine Frau denselben Namen Maacha hatten ( 1Chr 7,15-16 ), ist durchaus denkbar.

 

1Chr 7,15-19 (1Chr 7,15b-19)


Ein zweiter wichtiger Nachkomme Manasses und Makirs war Zelofhad , der extra genannt wird, weil er keine Söhne (vgl. 4Mo 36,1-9 ), dafür aber fünf Töchter hatte, deren Namen in Jos 17,3 zu finden sind. Auch wenn sich diese Genealogie um Makir und seine Nachkommen gruppiert, die die östliche Hälfte des Stammesgebietes Manasses in Transjordanien bewohnten, ist die andere Hälfte des Stammes westlich des Jordans mit Molechet , der Schwester Makirs, den vier Söhnen Schemidas ( 1Chr 7,18-19 ), Zelofhad und seinen Töchtern und vielleicht mit Asriel (V. 14 ; vgl. Jos 17,2-6 ) vertreten.



5. Ephraim
( 7,20-29 )


1Chr 7,20-24


Der bedeutendste Nachkomme Ephraims , des zweiten Sohnes von Josef, war Josua (V. 27 ), der Nachfolger Moses. Ephraims erster Sohn Schutelach brachte eine Linie hervor, zu der etliche Generationen später ein zweiter Schutelach gehörte (V. 20-21 ). Zwei weitere Söhne Ephraims, Eser und Elad , wurden früh (vor 1200 v. Chr.) von Philistern aus Gat erschlagen, eine Tragödie, die ihrem Vater viel Kummer verursachte (V. 21-22 ). Da Ephraim selbst in Ägypten noch vor der Hungersnot geboren wurde (vgl. 1Mo 41,50-52 ), könnte sich diese Tragödie noch in Ägypten abgespielt haben. Die Männer aus Gat wären in diesem Fall von Gat nach Ägypten gekommen, um die Söhne Ephraims zu töten. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß einige Israeliten zwar in Ägypten wohnten, aber weiterhin Weiden in Kanaan hatten und von Zeit zu Zeit dorthin reisten. Dies wird durch die Feststellung unterstützt, daß eine Tochter ( Scheera ), die Orte Bet-Horon und Usen-Scheera gründete, die in Kanaan lagen, denn auch dies kann nur in der Zeit geschehen sein, in der Israel in Ägypten lebte.



1Chr 7,25-29


Von Ephraims Sohn Refach stammte schließlich Josua ab. Der Umstand, daß zwischen Ephraim und Josua acht Generationen lagen, spricht ebenfalls dafür, daß die beiden Ereignisse um die Söhne und Töchter Ephraims (V. 21-24 ) zur Zeit des Aufenthaltes Israels in Ägypten stattfanden. Die Niederlassungen Ephraims nach der Eroberung Kanaans werden in Vers 28-29 genannt. Das Gebiet erstreckte sich ungefähr von Bethel nach Norden zum Tal Jesreël und vom Jordan bis zum Mittelmeer.



6. Asser
( 7,30-40 )


1Chr 7,30-40


Der erste Teil der Liste stimmt mit 1Mo 46,17 und 4Mo 26,44-46 überein. Nur die Namen von Birsajit ( 1Chr 7,31 ) bis zu Rizja (V. 39 ) erscheinen nur hier. Die wehrfähigen Männer (26 000; V. 40 ) waren Nachkommen Assers (V. 30 ).



I. Die Nachkommen Benjamins
( 1Chr 8 )


1Chr 8,1-5


Benjamin und seine Nachkommen wurden schon in 1Chr 7,6-12 kurz eingeführt. Hier nun folgt der ausführliche Stammbaum. Dabei geht es wohl darum, die Abstammung Sauls und seiner engeren Familie darzustellen. Wie bereits gesagt wurde, stimmen hier die Namen der Söhne Benjamins nicht mit denen in 1Chr 7,6 überein (vgl. den Kommentar dort). Von den fünf hier genannten, werden in 1Chr 7,6 nur drei, Bela, Becher und Jediaël (vielleicht identisch mit Aschbel ) erwähnt. Auf der anderen Seite fügt 1Mo 46,21 Bela, Becher und Aschbel hinzu und führt unter den Söhnen Benjamins auch Namen auf, die in 1.Chronik als Enkel Benjamins gelten (Gera, Naaman, Ard). In ähnlicher Weise listet 4Mo 26,38-39 Schufam und Hufam unter den Söhnen Benjamins auf, während 1.Chronik sie unter den Namen Schefufan und Huram zu den Enkeln Benjamins zählt ( 1Chr 8,5 ). 4.Mose und 1.Chronik stimmen jedoch darin überein, daß Ard und Naaman Enkel Benjamins waren ( 4Mo 26,40 ). All dies legt wieder einmal nahe, daß "Sohn" häufig auch den Enkel oder sogar noch entferntere Nachkommen bezeichnen kann und daß die Stammbäume bisweilen einzelne Generationen überspringen und in diesem Sinne nicht vollständig sind. Da die Liste in 1Chr 8 wesentlich länger als die anderen Listen ( 1Mo 46,21; 4Mo 26,38-40 ) ist, kann man davon ausgehen, daß Benjamin fünf Söhne hatte ( 1Chr 8,1-2 ) und die anderen Listen eine kleinere Auswahl der Nachkommen treffen.



1Chr 8,6-28


Ehud wurde bereits als Enkel Jediaëls (vermutlich identisch mit Aschbel) bezeichnet ( 1Chr 7,10 ). Ehuds Familie ( 1Chr 8,6 ) lebte in erbitterter Feindschaft mit anderen Benjaminitern ( Naaman, Ahija und Gera , V. 7 a), ein Umstand, der sonst nirgends berichtet wird. Schaharajim (V. 8 ) ist wahrscheinlich mit Ahischahar ( 1Chr 7,10 ), dem Sohn Bilhans, identisch, so daß die Erblinie immer noch über Aschbel (=Jediaël), Bilan und andere führte. Schaharajim lebte eine Zeitlang in Moab , wo er sich von seinen Frauen Huschim und Baara scheiden ließ. Von seiner dritten Frau Hodesch ( 1Chr 8,9 ) hatte er sieben Söhne, doch der Verfasser interessiert sich nur für die Nachkommen Huschims (V. 11 a). Die Linie ging über Schaharajim, Elpaal (V. 11 b) und Beria (V. 13 ). Die Liste schließt mit den Söhnen Schimis (V. 19-21 ), Schaschaks (V. 22-25 ) und Jerohams (V. 26-27 ), die sonst nicht weiter bekannt sind. All diese Nachkommen Benjamins lebten in Jerusalem (V. 28 ), was natürlich erst möglich war, nachdem Jerusalem von David erobert und zur Hauptstadt Israels gemacht worden war (vgl. 2Sam 5,1-10 ).



1Chr 8,29-40


In der zweiten größeren Stadt, Gibeon , lebte eine benjaminitische Linie, die mit Saul verwandt war. Es ist unmöglich, die Verbindung zwischen dieser Linie und dem bisherigen Stammbaum der Nachkommen Benjamins herzustellen, da diese Linie erst mit Sauls Urgroßvater Jeïël beginnt und damit in einer Zeit, die wesentlich später als die von Vers 1-28 liegt.

Die Generationenfolge scheint folgendermaßen zu sein: a) Jeïël (V. 29 ), b) Ner (V. 30 ; vgl. 1Chr 9,36 ), c) Kisch ( 1Chr 8,33 ), d) Saul (V. 33 ). (Vgl. den Kommentar über Ner, Kisch und Saul zu 1Sam 14,50-51 .) Dann folgen die Söhne Sauls: Jonatan, Malkischua, Abinadab (identisch mit Jischwi; vgl. den Kommentar zu 1Sam 14,49 ) und Eschbaal (identisch mit Isch-Boschet; vgl. 1Sam 14,49; 2Sam 2,8 ). Zu den bekannteren Nachkommen zählt der Enkel Sauls Merib-Baal ( 1Chr 8,34 ), auch als Mefi-Boschet bekannt ( 2Sam 4,4 ), dessen Vater Jonatan , sein Onkel Isch-Boschet und sein Großvater Saul ist. Auf Mefi-Boschets (Merib-Baals) Sohn Micha ( 1Chr 8,34; vgl. 2Sam 9,12 ) folgen jedoch Namen ( 1Chr 8,35-40 ), die außer in einer anderen Liste der Nachkommen Sauls ( 1Chr 9,41-44 ) nicht mehr auftauchen.


J. Die Einwohner von Jerusalem
( 9,1-34 )


1. Die politischen Führer
( 9,1-9 )


1Chr 9,1


Zweifellos ist Vers 1 a eine zusammenfassende Aussage, die die Stammbäume von ganz Israel einschließlich Judas bis zum babylonischen Exil betrifft. Der Sinn von Kapitel 9 ist es, das Volk zu beschreiben, das sich in Jerusalem und Gibeon nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil niederließ.



1Chr 9,2-9


Nach einem kurzen Hinweis auf die Rückkehr verschiedener Gruppen im allgemeinen (V. 2 ), wendet sich der Verfasser jeder Gruppe im einzelnen zu. Mit Israeliten meint er das Volk aus den Stämmen Juda, Benjamin, Ephraim und Manasse, die sich in Jerusalem niederließen (V. 3 ). Die Nachkommen Judas kamen aus allen drei Geschlechtern der Söhne Judas, dem des Perez (V. 4 ), des Schela ( die Schelaniter , V. 5 ; vgl. 1Mo 38,5 ) und Serachs ( 1Chr 9,6; vgl. 1Mo 38,30 ).

Benjamins Nachkommen werden in vier Geschlechter aufgeteilt, die von Senua ( 1Chr 9,7 ), Jeroham (V. 8 ), Michri (V. 8 ) und Jibnijas (V. 8 ) abstammten, von denen keiner ein direkter Sohn Benjamins war.

Die Liste der Einwohner Jerusalems sollte mit der entsprechenden Liste in Neh 11,4-9 verglichen werden, die im wesentlichen denselben Aufbau hat. Die Listen der Nachkommen Judas stimmen allerdings nur dann überein, wenn man Utai ( 1Chr 9,4 ) mit Ataja ( Neh 11,4 ) und Asaja ( 1Chr 9,5 ) mit Maaseja ( Neh 11,5 ) gleichsetzt. Wenn dem so ist, muß man von einer unterschiedlichen Auswahl der Generationen zurück bis Juda ausgehen. Außerdem erwähnt Nehemia die Linie Seras nicht. Das erklärt auch ohne Zweifel den Unterschied zwischen den Zahlenangaben, 690 in 1Chr 9,6 und 468 in Neh 11,6 .Die Listen der Benjaminiter stimmen mehr überein, vor allem zu Beginn, wo jeweils Sallu der Sohn Meschullams ist ( 1Chr 9,7; Neh 11,7 ). 1.Chronik nennt jedoch vier Abstammungslinien, Nehemia dagegen nur die des Sallu zurück bis zu Jesaja ( Neh 11,7 ). 1Chr 9,9 gibt als Gesamtzahl 956 benjaminitische Männer an, Neh 11,8 dagegen 928. Da die jeweiligen Berechnungsgrundlagen nicht bekannt sind, kann man den Unterschied nicht erklären, aber auch nicht als Widerspruch gegen die Überlieferung des Textes verwenden.



2. Die Priester
( 9,10-13 )


1Chr 9,10-13


Die sechs priesterlichen Familien - Jedaja, Jojarib, Jachin, Asarja, Adaja und Masai - entsprechen, von einigen Unterschieden in der Schreibweise abgesehen, den sechs Familien in Neh 11,10-14 .Außerdem ist Nehemias Liste ausführlicher und umfaßt mehr Namen. Dazu weicht die Gesamtzahl in 1.Chronik mit 1 760 ( 1Chr 9,13 ) von der in Neh, 1 192, ab. Wieder ist es unmöglich, etwas über diesen Unterschied zu sagen, da die jeweiligen Berechnungsgrundlagen nicht bekannt sind.

 

3. Die Leviten
( 9,14-16 )


1Chr 9,14-16


Die sieben Familien der Leviten, die in Jerusalem (V. 34 ; vgl. "die heilige Stadt", Neh 11,18 ) und Umgebung ( Netofatiter , 1Chr 9,16 ,Netofat war eine Vorstadt Jerusalems) lebten, stimmen im wesentlichen mit Neh 11,15-18 überein, auch wenn es erhebliche Unterschiede in der Schreibweise und durch die Hinzufügung oder Auslassung von Namen gibt, deren Gründe unbekannt sind.

 

4. Die Torhüter und andere
( 9,17-34 )


1Chr 9,17-27


In der vorhergehenden Liste (V. 14-16 ) wurden die Aufgaben der Leviten nicht näher genannt. Es wird sich vermutlich um Leviten gehandelt haben, die irgendwie mit dem Opferdienst zu tun hatten. In diesem Abschnitt (V. 17-27 ) ist von solchen Leviten die Rede, die Verantwortung dafür hatten, die Tore des Tempels bzw. Tempelbezirkes zur richtigen Zeit zu öffnen und zu schließen und darüber zu wachen, daß keine Eindringlinge unberechtigterweise hineinkamen. Die Namen finden sich teilweise in der parallelen Liste in Neh 11,19-23 wieder, nur daß Nehemias Liste kürzer ist. Erstaunlicherweise wird Schallum , der in 1Chr 9,17 als der Oberste der Torhüter genannt wird, von Nehemia gar nicht erwähnt. (Zum Namen des Großvaters von Schallum, Abiasaf , V. 19 , vgl. den Kommentar zu 1Chr 26,1 ). Schallums Stellung war vor allem deswegen von Bedeutung, weil er für das Königstor verantwortlich war, das zum östlichen Haupteingang des Tempelbezirks führte (vgl. Hes 46,1-2 ). Dies war schon die Aufgabe seiner Vorfahren zurück bis zur Zeit der Stiftshütte gewesen, als Pinhas, der Sohn Eleasars , der Oberste der Torhüter war ( 1Chr 9,19-20; vgl. 4Mo 3,32 ). Der Hinweis auf Secharja in diesem Zusammenhang ( 1Chr 9,21; vgl. 1Chr 26,2 ) läßt darauf schließen, daß Schallums Vorfahren ihre Aufgabe mit einer anderen levitischen Familie teilten, die für das Tor der Stiftshütte zuständig war.

Die Gesamtzahl der levitischen Torhüter , die in Jerusalem und in den umherliegenden Dörfern wohnten, gibt der Verfasser von 1.Chronik mit 212 an. In Neh 11,19 werden 172 genannt, doch der Vers macht deutlich, daß nur die Familien Akkubs und Talmons gezählt wurden, während 1Chr 9,17 die Familien Schallums und Ahimans dazuzählt. Diese 212 Leviten waren wohl nur die Gruppe, aus der die Torhüter jeweils ausgewählt wurden, denn es wurden täglich nur 24 Torhüter benötigt ( 1Chr 26,17-18 ). Jeder Torhüter diente sieben Tage ( 1Chr 9,25 ) und wurde dann für eine bestimmte Zeit bis zum nächsten Dienst freigestellt.



1Chr 9,28-34


Neben den Torhütern waren einige Leviten für die Gegenstände und die Lebensmittel des Tempelgottesdienstes zuständig. Dies umfaßte die Geräte, die Gefäße, das Mehl, den Wein, das Öl, die Kräuter, den Weihrauch und die Brote (V. 28-32 ; vgl. 3Mo 24,5-9 ). Andere Leviten waren Musiker, die von allen anderen Verpflichtungen befreit waren und aus Gründen der Bequemlichkeit ihre Wohnung im Tempelbezirk selber zugewiesen bekamen.

 

K. Die Nachkommen Sauls
( 9,35-44 )


1Chr 9,35-44


Dieses Geschlechtsregister entspricht fast völlig 1Chr 8,29-40 (wo allerdings die Familie Escheks, der Bruder Azels, hinzugefügt wird; 1Chr 8,39 ). Da der Verfasser jedoch den Tod Sauls ( 1Chr 10 ) und die Thronfolge Davids ( 1Chr 11,1-3 ) erzählen wollte, wiederholt er das Geschlechtsregister Sauls ( 1Chr 9,35-44 ).



II. Die Herrschaft Davids
( 1Chr 10-29 )


A. Der Tod Sauls
( 1Chr 10 )


Kapitel 10 : Wie bereits in der Einleitung ausgeführt wurde, ist es das Hauptanliegen von 1. und 2.Chronik, die Herrschaft Davids und seiner Dynastie darzustellen und zu zeigen, daß sie von Gott eingesetzt und geleitet war. Ein durchaus erfolgreicher Weg, dies zu erreichen, war die Gegenüberstellung des Beginns der Herrschaft Davids und des tragischen Endes der Herrschaft Sauls (vgl. die vierzigjährige Herrschaft Sauls [1051 - 1011 v. Chr] mit den 425 Jahren der Herrschaft der davidischen Dynastie [1011 - 586 v. Chr.]). Der Verfasser ging natürlich davon aus, daß den Lesern das Leben und Schicksal Sauls vertraut war, das ja den größten Teil von 1.Samuel einnimmt. Deswegen wandte er sich sofort dem entscheidenden Punkt zu, nämlich dem Tod Sauls als einem Gericht Gottes.

Der Bericht über den Sieg der Philister über Israel am Berg Gilboa ( 1Chr 10,1-12 ) stimmt praktisch mit 1Sam 31 völlig überein (vgl. deswegen den Kommentar zu 1Sam 31 ). Der Verfasser von 1Chronik fügt aus irgendeinem Grund noch hinzu, daß die Philister den Kopf Sauls im Tempel Dagons aufhängten ( 1Chr 10,10 ), läßt aber die Tatsache aus, daß der Körper Sauls an der Mauer von Bet-Schean aufgehängt wurde ( 1Sam 31,10 ).

In 1Sam 31 findet sich keine moralische oder theologische Beurteilung des Todes von Saul und der Übertragung des Königreiches auf David. Der Verfasser von 1.Chronik weist jedoch darauf hin ( 1Chr 10,13-14 ), daß Gottes Gericht über Saul kam, weil er Gottes Wort nicht gehorchte (vgl. 1Sam 13,13-14; 15,23 ). Ein anderer Grund war, daß Saul die Dämonen befragt hatte ( 1Sam 28,7 ).



B. Die Helden Davids
( 1Chr 11-12 )


1Chr 11,1-3


Die Geschichte der Herrschaft Davids von Hebron aus und die Schritte, die er unternahm, um die Herrschaft über ganz Israel zu erlangen, werden in 1.Chronik nur kurz dargestellt. Der Grund liegt wiederum darin, daß sie in 1.Samuel ausführlich dargestellt werden. Nur die Nuancen, die für das Anliegen des Verfassers von 1.Chronik von besonderer Bedeutung waren, mußten wiederholt werden. Auf der anderen Seite spielen die Männer, die Gott gebrauchte, um der Errichtung des Königreich Davids zu helfen, eine große Rolle in 1. und 2.Chronik. Der Verfasser von 1.Chronik verweist auf keinen Faktor, wie etwa die Machenschaften Abners ( 2Sam 2,8-32 ), die das menschliche Element überbetonen oder Sauls Familie einen Platz in Davids Erfolg geben würden. Die Erzählung beginnt deswegen mit der Aufforderung des Volkes Israel an David, ihr Herrscher zu werden. Sie erkannten an, daß seine Königsherrschaft auf die Erwählung und Einsetzung durch Gott zurückging (vgl. 1Chr 11,2 ).

David antwortete, indem er einen Bund (Vertrag) mit den Ältesten machte, der vermutlich aus einem Schwur bestand, der seine Verpflichtung zur Treue gegenüber den Bestimmungen des mosaischen Gesetzes über das menschliche Königtum enthielt ( 5Mo 17,14-20 ).

 

1Chr 11,4-9


David marschierte als nächstes nach Jerusalem (Jebus) (vgl. Jos 18,16.28; Ri 19,10-11 ), das neutraler Boden war und zwischen Israel und Juda lag und das er erobern und besetzen konnte. Dies war möglich, weil Joab die Mauern der jebusitischen Festung aufbrach, möglicherweise, indem er den Wassertunnel in die Festung fand und sich durch ihn Eingang verschaffte (vgl. 2Sam 5,8 ). Die Festung Zion war offensichtlich eine Burg auf einem Hügel oberhalb der jebusitischen Stadt, die David dieser hinzufügte. David ließ sich auf Zion nieder ( 1Chr 11,5.7 ), dehnte die Stadt bis zu den Terrassen im Norden aus und umgab alles mit Stadtmauern. Dieser Teil wurde die Stadt Davids genannt (vgl. 2Sam 5,7.9; 6,12; 1Kö 2,10 ). Die stützenden Terrassen wurden Millo genannt ( 1Chr 11,8 ), was so viel wie "gefüllt", "ausgefüllt" bedeutet. Es könnte sich daher um das Gebiet zwischen den beiden Hügeln Jebus und Zion gehandelt haben, das durch Auffüllen auf die gleiche Höhe gebracht wurde. Der Bericht des Verfassers von 1.Chronik stellt Joab im Rahmen der Eroberung von Jebus als den entscheidenden Helden heraus, ein Aspekt, der in 2.Samuel fehlt. Dadurch versicherte sich Joab der Stellung des Oberbefehlshabers ( 1Chr 11,6 ).

 

1Chr 11,10-14


Der Erzähler geht dann zu den übrigen Helden Davids über. Joab und drei andere Helden, Joschobam, Eleasar und Schamma ( 2Sam 23,11 ), bildeten den engsten Kreis. Joab war Davids Neffe, der Sohn seiner Halbschwester Zeruja (vgl. 1Chr 2,16; vgl. auch 1Chr 18,15;26,28;27,24 ). Joschobam war Oberster der Offiziere (andere Übersetzungen "Oberster der Dreißig" oder "Oberster der drei" Helden) und war berühmt, weil er 300 Mann auf einmal erschlagen hatte ( 1Chr 11,11 ). 2Sam 23,8 spricht sogar von 800. Der Unterschied könnte viele Gründe haben, zum Beispiel, daß er 300 an einem Tag und 800 insgesamt erschlug. Eleasar machte auf sich aufmerksam, als er Pas-Dammim zusammen mit David gegen die Philister verteidigte ( 1Chr 11,12-14 ). Der Held Schamma wird hier nicht genannt. Seine Leistungen werden in 2Sam 23,11-12 zusammengefaßt.



1Chr 11,15-25


Es folgt die Begebenheit, als drei Helden (entweder eine zweite Dreiergruppe, wie im folgenden angenommen wird, oder dieselben drei Helden von V. 10-14 ) ihr Leben aufs Spiel setzten, um für David Wasser aus Bethlehem zu besorgen, als sich dieser in Adullam vor den Philistern versteckte. David war durch diese Opferbereitschaft so bewegt, daß er sich weigerte, von dem Wasser zu trinken und das Wasser statt dessen als Opfer darbrachte, indem er es auf den Boden ausgoß. Diese Begebenheit, die auch in 2Sam 23,13-17 berichtet wird, fand wahrscheinlich bei Davids erstem Zusammenstoß mit den Philistern statt ( 2Sam 5,17-21 ), nachdem er Jerusalem eingenommen hatte.

Abischai , der Bruder Joabs (vgl. 1Chr 2,16 ), gehörte zu dieser zweiten Dreiergruppe. Weil er ebenfalls 300 Feinde erschlagen hatte, galt er als ihr Oberster ( 1Chr 11,20-21 ). Doch reichte er nicht an die erste Gruppe der drei Helden heran.

Benaja wurde berühmt, weil er zwei mächtige Moabiter, einen Löwen in einem Brunnen und einen Ägypter von fast 2,50 m Länge erschlug. Benaja war für Davids Leibwache verantwortlich (V. 22-25 ). Später beförderte Salomo ihn als Nachfolger Joabs zum Oberbefehlshaber (vgl. 1Kö 2,35 ).



1Chr 11,26-47


Die Liste der übrigen Helden stimmt von Abweichungen in der Schreibweise und anderen kleinen Unterschieden abgesehen mit der Liste in 2Sam 23,24-29 überein. Die Liste in 1Chr 11,41-47 fügt jedoch nach Uria, dem Hetiter noch 16 weitere Namen hinzu, die in 2.Samuel nicht genannt werden. Wenn man die mit Namen genannten fünf Mitglieder der beiden Dreiergruppen ( 1Chr 11,10-14 und V. 15-25 ; vgl. den Kommentar zu 2Chr 11,10-21 ) nicht mitzählt, nennt 1.Chronik ( 1Chr 11,26-41 a) 30 Helden von Asaël (V. 26 ) bis Uria (V. 41 a), wobei Jaschen nicht mitberücksichtigt wurde. Die 16 Namen nach Uria sind eine Hinzufügung zu der ursprünglichen Liste. (Gemäß 2Sam 23,39 waren es insgesamt 37 Helden. Die Zahlenunterschiede haben sicher damit zu tun, daß sich der Stand der Liste durch Tod und Neuzugänge ständig änderte. Vgl. zur Erklärung im einzelnen den Kommentar zu 2Sam 23,8-39 und die Übersicht "Davids Helden" in der Nähe dieses Abschnittes.)

 

1Chr 12,1-8


Die meisten der in 1Chr 11,26-47 aufgelisteten Helden gehörte zum selben Stamm Juda wie David. Darüber hinaus schlossen sich ihm auch fähige Männer aus den anderen Stämmen an. Während er auf der Flucht vor Saul in Ziklag war (vgl. 1Sam 27,1-7 ), schlossen sich David sogar Männer aus dem Geschlecht Saul aus Benjamin an. Diese 23 Männer werden in 1Chr 12,3-8 namentlich genannt.



1Chr 12,9-19


Die nächste Gruppe, die sich David anschloß, waren 11 Gaditer (V. 9-16 ), die auf der Ostseite des Jordans lebten (V. 16 ). Sie kamen David zu Hilfe, als er in seiner Bergfeste in der Wüste war, also offensichtlich auch in der Zeit, als er vor Saul flüchtete. Sie überquerten den Jordan im ersten Monat (vermutlich April/Mai), als der Fluß über die Ufer getreten war (vgl. Jos 3,15; Jos 4,19 ). Es waren fähige, kräftige ( ihre Gesichter waren wie Gesichter von Löwen ) und ausgesprochen schnelle ( schnell wie Rehe ) Krieger.

Zusammen mit den Gaditern kamen viele andere Männer aus den Stämmen Benjamin und Juda ( 1Chr 12,17-18 ). Wie ihr Führer Amasai sagte, wußten sie, daß Gott mit David war und ihm helfen würde. Deshalb wollten sie sich mit ihm verbünden (V. 19 ).



1Chr 12,20-23


Als David mit den Philistern in Gilboa gegen Saul zog (vgl. 1Sam 28,1-4 ), kamen ihm einige Männer aus Manasse zu Hilfe. Doch zusammen mit David durften sie nicht an der Schlacht teilnehmen, damit sie nicht zu Saul überliefen ( 1Chr 12,20 ). Als David nach Ziklag zurückkehrte, begleiteten ihn diese sieben Männer aus Manasse und halfen ihm sogar, die Amalekiter zu überwinden und zu vertreiben, die seinen Wohnort in der Zwischenzeit überfallen hatten ( 1Sam 30 ).

 

1Chr 12,24-41


Der Verfasser nennt auch die Zahlen der Krieger (viele von ihnen tapfer und erfahren), die zu den Abordnungen gehörten, die David ermunterten, seine Herrschaft über das von Hebron aus kontrollierte Gebiet hinaus auszudehnen. Sie stammten von Juda, Simeon, Benjamin, Ephraim, dem westlichen Teil Manasses, Issachar, Sebulon, Naftali, Dan, Asser, Ruben, Gad und dem östlichen Teil Manasses, eine Gesamtzahl von weit über 300 000 wehrfähigen Männern (V. 24-38 ). Die Namen aller Stämme werden genannt, um zu zeigen, auf welch breiter Basis die Unterstützung Davids stand, eine Tatsache, die in 2.Samuel nicht so sehr zur Geltung kommt. Die Tatsache wird auch dadurch unterstrichen, daß die Zusammenkunft mit David in Hebron als eine Zeit großer Festlichkeit und Freude geschildert wird ( 1Chr 12,39-41 ).



C. Der Transport der Bundeslade
( 1Chr 13 )


1Chr 13,1-6


Nachdem David Jerusalem den Jebusitern abgenommen und zu seiner Hauptstadt des nun vereinigten Königreiches von Israel und Juda gemacht hatte, war er bemüht, es auch zum religiösen Zentrum zu machen. Dies konnte jedoch nicht geschehen, bevor die Bundeslade nicht wieder zurückgekehrt war und einen festen Platz in Jerusalem fand. Die Philister hatten die Bundeslade bei Silo erobert ( 1Sam 4,4.11 ), sie für mehrere Monate in ihrem Land aufgestellt ( 1Sam 6,1 ), dann jedoch an Israel zurückgegeben ( 1Sam 6,2-12 ), das sie für etwa 100 Jahre (von 1104 bis 1003 v. Chr.; vgl. den Kommentar zu 1Sam 7,2 ) in einem Haus in Bet-Schemesch ( 1Sam 6,13-15 ) und anschließend in Kirjat-Jearim unterbrachte.

In der Anfangszeit seiner Herrschaft von Jerusalem aus befahl David Priestern und Leviten aus dem ganzen Land ( vom Fluß Schihor ; vgl. Jos 13,3; Jes 23,3; Jer 2,18; einem Fluß an der Südgrenze Israels zu Ägypten, bis nach Hamat; vgl. 2Chr 7,8; der Nordgrenze Israels), die Bundeslade von Kirjat-Jearim (auch Baala genannt) nach Jerusalem zu bringen ( 1Chr 13,1-6; vgl. die Karte "Der Weg der Bundeslade" zu 1Sam 6 ). Die Bundeslade wurde auch die Lade, die bei dem Namen genannt wird genannt. Die Gleichsetzung der Gegenwart Gottes mit seinem Namen ist in den späteren Teilen des AT, besonders in 1. und 2.Chronik, weit verbreitet, war aber auch schon zur Zeit Mose bekannt (vgl. 5Mo 12,5.11.21; 5Mo 14,23-24; 5Mo 16,2.6.11; 5Mo 26,2 ).


1Chr 13,7-14


Mit großer Vorsicht zog die Prozession mit der Bundeslade ihren Weg (V. 7-8 ), bis an einer Stelle die Straße so schlecht wurde, daß die Rinder ausrutschten, der Wagen, auf dem die Bundeslade stand, sich zur Seite neigte und die Lade zu rutschen begann. Instinktiv griff Usa nach der Lade, um sie festzuhalten . Für dieses Sakrileg wurde er sofort von Gott geschlagen, so daß er starb (V. 9 - 10 ). Der Grund war natürlich nicht nur, daß die Bundeslade heilig war und nicht angefaßt werden sollte, sondern auch, daß sie nicht auf die vom Gesetz Mose vorgeschriebenen Art und Weise transportiert wurde. Die Lade sollte nämlich nicht auf einem Wagen gefahren werden, sondern von den Leviten auf Stangen getragen werden, die durch die Ringe an ihren Ecken gesteckt wurden ( 2Mo 25,13-14; vgl. 1Chr 15,2.13.15 ).

Der unangemessene Transport der Bundeslade und das folgende Gericht des Herrn führten zu einer Verzögerung von drei Monaten, während der die Bundeslade im Haus eines gewissen Obed-Edom ( 1Chr 13,13 ) verwahrt wurde. Durch ihre Gegenwart wurden Obed-Edom und seine Familie gesegnet (V. 14 ). Ein angemessener Umgang mit den Dingen des Herrn bringt Segen, während ein achtloser Umgang auf Gottes Mißbilligung stößt.



D. David richtet sich in Jerusalem ein
( 1Chr 14-16 )


1. Sein Palast
( 14,1-2 )


1Chr 14,1-2


Zu dieser Zeit bereitete David nicht nur ein Fest für die Ankunft der Bundeslade vor ( 1Chr 13 ), sondern begann auch verschiedene Bauten ( 15,1 ). An erster Stelle stand der Bau seines eigenen königlichen Palastes, eine Aufgabe, die im Alten Orient als unabdingbar galt, wenn ein König seine neue Herrschaft bestätigen wollte. Da er in eine familiäre Verbindung zum phönizischen König Hiram eingetreten war, beauftragte David ihn und seine Künstler damit, Zedernholz zu beschaffen und den Bau mit handwerklichen Fähigkeiten auszuführen, für die die Phönizier berühmt waren (vgl. 2Chr 2,8-9 ). David erkannte an, daß ihn der Herr erhoben hatte, so daß er nun große Berühmtheit erlangte.



2. Seine Familie
( 14,3-7 )


1Chr 14,3-7


Ein anderes Symbol für den königlichen Reichtum war im Orient die Ansammlung eines großen Harems von Frauen und Nebenfrauen. Obwohl der Herr die Polygamie verboten hatte und das Verbot ausdrücklich für den König wiederholt wurde ( 5Mo 17,17 ), folgte David dem Brauch seiner Zeit. Die Liste der 13 Söhne, die in Jerusalem geboren wurden, unterscheidet sich von der Liste in 2Sam 5,14-16 durch die Hinzufügung von Elpelet (in 1Chr 3,6 Elifelet geschrieben) und Nogah ( 1Chr 14,5-6 ). Die beiden finden sich auch in dem Geschlechtsregister in 1Chr 3,5-9 (vgl. den Kommentar dort). Beeljada ( 1Chr 14,7 ) wird in 1Chr 3,8 Eljada genannt (vgl. die Übersicht "Davids Familie" zu 2Sam 3,2-5 ).


3. Seine Siege über die Philister
( 14,8-17 )


1Chr 14,8-12


Ein anderer Beweis für Davids neugegründete Macht und Größe waren seine erfolgreichen Kriege gegen die jahrhundertelangen Erbfeinde, die Philister. Als sie sahen, daß David nicht mehr länger ein Verbündeter oder gar ein Vasall war (vgl. den Kommentar zu 2Sam 5,17-25 ), griffen die Philister Israel in der Ebene Refaïm , einige Kilometer südwestlich von Jerusalem, an. Gott schenkte Israel den Sieg, indem es wie eine Flut gegen die Feinde auszog, so daß der Ort später als Baal-Perazim ("Herr des Durchbruchs" oder "... des Dammbruchs") bezeichnet wurde. Ironischerweise ließen nun die Philister, die ein Jahrhundert zuvor die Bundeslade des Herrn erobert hatten ( 1Sam 4,11 ), in Panik ihre eigenen Götzenbilder zurück.

 

1Chr 14,13-17


Nachdem die Philister von David besiegt worden waren, verließ der Mut sie nicht völlig, sondern sie kehrten in die Ebene Refaïm zurück. Diesmal befahl der Herr David, einen Hinterhalt zu legen. Wenn die Israeliten den Ton des Marschierens in den Bakabäumen hören würden (d. h. ein lautes Rascheln der Blätter in den Bäumen), sollte dies das Signal zum Angriff sein, weil der Herr dann sein Heer bereits in den Kampf führte und sie nur zu folgen brauchten. David errang einen solchen Sieg, als er den Feind von Gibeon bis Geser, also über eine Strecke von etwa 25 km, verfolgte, daß alle anderen Völker davon hörten und sich vor ihm fürchteten.



4. Die Ankunft der Bundeslade
( 1Chr 15 )


1Chr 15,1-13


Schließlich bereitete David noch einmal die Rückkehr und Aufstellung der Bundeslade in Jerusalem vor. Obwohl er geplant hatte, die Bundeslade in einem festgebauten Tempel aufzustellen ( 1Chr 17,1-4 ), stellte er zunächst einmal ein Zelt auf ( 1Chr 15,1 ), das vielleicht der mosaischen Stiftshütte ähnlich war. Unter sorgfältiger Berücksichtigung der Vorschriften (V. 2.13.15 ) versammelte er noch einmal die Priester und Leviten und befahl ihnen, die Bundeslade vom Haus Obed-Edoms (vgl. 1Chr 13,14 ) mit Hilfe von Stangen (V. 15 ) zu ihrem neuen Aufstellungsort in Jerusalem zu tragen (und nicht, wie vorher, entgegen dem Gesetz Moses auf einem Wagen zu fahren, vgl. V. 13 ). Die Priester waren Zadok und Abjatar ( 1Chr 15,11; vgl. die Übersicht "Die Vorfahren Zadoks und Abjatars" zu 2Sam 8,15-18 ). Die Leviten stammten aus den drei levitischen Geschlechtern der Kehatiter, Merariter und Gerschoniter ( 1Chr 15,5-7 ). Es handelte sich um Uriël (V. 5.11 ; vgl. 1Chr 6,9 ), Asaja ( 1Chr 15,6.11; vgl. 1Chr 6,15 ) und Joel ( 1Chr 15,7.11; vgl. "Joach" in 1Chr 6,6 ).

Dazu kamen drei Leviten, die alle aus dem Geschlecht der Kehatiter stammten. Schemaja stammte aus der Familie Elizafans ( 1Chr 15,8.11; vgl. 2Mo 6,22 ); Eliël aus der Familie Hebrons ( 1Chr 15,9.11; vgl. 2Mo 6,18 ) und Amminadab aus der Familie Usiëls ( 1Chr 15,10-11; vgl. 2Mo 6,18 ). Es waren also insgesamt vier Leviten aus dem Geschlecht der Kehatiter und je ein weiterer aus den anderen beiden levitischen Geschlechtern, zu denen noch 862 Helfer kamen.



1Chr 15,14-24


Nach der vorgeschriebenen Heiligung ( 4Mo 8,5-13 ), begannen sie mit dem Transport der Bundeslade ( 1Chr 15,14-15 ). Dabei ging es jedoch mehr als um das Tragen und Fortbewegen. Alles wurde von einer großen religiösen Feier begleitet. David befahl den Führern der Leviten, Musiker zu ernennen, die die große Prozession begleiten sollten (V. 16 ). Ihre Obersten waren Heman, der Sohn Joels (und Enkel Samuels, 1Chr 6,18 ), und Asaf und Etan ( 1Chr 15,17 ), die Sänger mit hellklingenden Zimbeln waren. Acht andere Musiker (V. 20 ) spielten die Leiern nach alamoth (vermutlich eine musikalische Bezeichnung; vgl. die Überschrift von Ps 46 ). Sechs andere ( 1Chr 15,21 ) spielten die Harfe nach sheminith (ebenfalls ein musikalischer Ausdruck; vgl. die Überschrift von Ps 6 ). Kenanja , der Aufseher der Leviten, war für die Sänger verantwortlich, da er auf diesem Gebiet besondere Fähigkeiten hatte ( 1Chr 15,22 ). Vier andere Leviten bewachten die Bundeslade, vermutlich zwei vor (V. 23 ) und zwei hinter (V. 24 b) ihr. Zwischen ihnen lief eine Gruppe von sieben Trompetenbläsern (V. 24 ).

 

1Chr 15,25-29


Irgendwo tanzte David (V. 29 ), vielleicht als der, der die Prozession anführte. Er war mit den Kleidern eines Priesters gekleidet (ein Obergewand aus feinstem Leinen und einem Priesterschurz ( Efod ) aus Leinen, V. 27 ). Michal , seine Frau, beobachtete ihn von einem Fenster aus und verspottete ihn, weil sie seinen heiligen Eifer mit Exhibitionismus verwechselte (vgl. den Kommentar zu 2Sam 6,20 ).



5. Die Einsetzung der religiösen Ämter
( 1Chr 16 )


1Chr 16,1-6


Nachdem David die Bundeslade in das Zelt, das für sie aufgebaut worden war, gebracht hatte, und nachdem alle Brand- und Dankopfer gebracht worden waren, segnete er das Volk Israel und verteilte an jeden Brote, Fleisch und Rosinenkuchen (V. 1-3 ). Er ernannte Asaf zum Verantwortlichen für die Bundeslade in ihrer neuen Umgebung (V. 4-5 ; vgl. V. 37 ). Er sollte dem Herrn Gebete und Lobpreis darbringen (V. 4 ). Verschiedene andere Leviten, die in 1Chr 15,17-18 genannt werden, mußten Asafs Lobpreis mit Instrumenten begleiten. Es folgt ein Beispiel für einen solchen Lobpreis, nämlich ein Psalm, den David offensichtlich für diesen Anlaß gedichtet bzw. komponiert hatte ( 1Chr 16,8-36 ).

 

1Chr 16,7-36


Dieses Danklied ist offensichtlich eine Zusammenstellung aus anderen Psalmen. Es liegt nahe, daß diese Psalmen daher älter sind, was im übrigen die Theorie mancher Kritiker widerlegt, die behaupten, diese Psalmen stammten gar nicht von David, sondern aus späterer Zeit. David muß Exzerpte seiner früheren Psalmen gehabt und diese zu einem schönen Danklied zusammengestellt haben. Die Parallelen sind nicht zu übersehen:

          
 1.
           Chronik
           
           Psalmen
           
           1Chr 16,8-22
           
           Ps 105,1-15
           
           1Chr 16,23-33
           
           Ps 96,1
           b.
           2-13
           a
 
           1Chr 16,34-36
           
           Ps 106,1
           b-c.
           47-48
           
          
         

Für eine Erklärung des Inhaltes dieses Dankliedes vgl. die Kommentare der entsprechenden Parallelen in den Psalmen.



1Chr 16,37-38


Unter den anderen, die Asaf halfen, waren zwei "Obed-Edoms". Einer (V. 38 a) war ein Musiker und Diener an der Bundeslade (15, 21.24; 1Chr 16,5 ), der vielleicht derselbe ist, der die Bundeslade in seinem eigenen Haus versorgt hatte ( 1Chr 13,14 ). Der andere war Torhüter und wird als Sohn Jedutuns ( 1Chr 16,38 b) bezeichnet. Er wird auch in 1Chr 26,4.8.15 erwähnt. Dieser Jedutun sollte nicht mit dem leitenden Musiker Jedutun ( 1Chr 16,41-42;25,1.3; 2Chr 5,12 ) verwechselt werden, der auch unter dem Namen Etan bekannt ist ( 1Chr 6,29;15,17 ) und ein Nachkomme Meraris, Levis Sohn, war. Der Jedutun in 1Chr 16,38 b, dessen Sohn Obed-Edom war, war ein Nachkomme Korachs ( 1Chr 26,1.4 ), eines Enkels von Levis Sohn Kehat.



1Chr 16,39-43


Der Hinweis, daß Zadok der Hohepriester an der Stiftshütte in Gibeon war, offenbart den Grund, weshalb hier zwei Hohepriester auftauchen. Zadok, aus der aaronitischen Linie Eleasars ( 1Chr 6,30-34 ), war für das Heiligtum in Gibeon verantwortlich, während Abjatar, aus der aaronitischen Linie Itamars ( 1Chr 24,6 ), am neuen Zeltheiligtum in Jerusalem Dienst tat. Der Ursprung Gibeons als Ort der Stiftshütte ist unbekannt, aber er kann nicht unrechtmäßig gewesen sein, da David Zadok dort als Priester einsetzte und später Salomo dort mit Gottes Erlaubnis Opfer darbrachte (vgl. 1Kö 3,4-10 ). Es scheint so zu sein, daß die Stiftshütte, nachdem die Bundeslade entfernt worden war, ebenfalls umzog und eben wohl schließlich in Gibeon ankam ( 1Chr 21,29 ). Zadok diente also in dem ursprünglichen mosaischen Haus des Gottesdienstes. Während Asaf zusammen mit Abjatar in Davids Zelt in Jerusalem diente, in dem nun die Bundeslade stand, dienten Heman und Jedutun (auch Etan genannt; vgl. 1Chr 6,29;15,17 ) zusammen mit Zadok in der ursprünglichen mosaischen Stiftshütte in Gibeon.

 

E. Davids Wunsch nach einem Tempel
( 1Chr 17 )


1Chr 17,1-15


Nachdem Davids Palast fertiggestellt worden war und er dort komfortabel wohnte, fiel ihm die unpassende Umgebung und die Vorläufigkeit des Zeltes der Bundeslade auf. David brachte Gott gegenüber seinen Wunsch zum Ausdruck, dem Herrn einen Tempel (was zumindestens das Wort Haus , V. 4 , nahelegt) zu bauen und wurde dazu zunächst (V. 2 ) von Nathan, dem Propheten, ermutigt. Doch daraufhin erschien Gott Nathan im Traum und verbot den Tempelbau. David erfuhr, daß Gott statt dessen ein Haus für David bauen würde (V. 10 , vgl. V. 25.27 ). "Haus" heißt hier soviel wie "Dynastie", "Herrscherhaus".

Die göttliche Botschaft für David durch Nathan stimmt fast wörtlich mit 2Sam 7,1-17 überein (vgl. den Kommentar dort). Während 2Sam 7,15 Saul mit Namen nennt, bezeichnet ihn 1Chr 17,13 als Davids Vorgänger. Dies mag auf eine gewisse Zurückhaltung des Verfasser von 1.Chronik gegenüber Saul hinweisen. (Zum Inhalt der Botschaft Nathans, V. 4-14 , vgl. den Kommentar zur Parallelstelle 2Sam 7,4-17 .)



1Chr 17,16-27


Auch das Antwortgebet Davids auf die Verheißung des Bundes stimmt fast völlig mit 2Sam 7,18-29 überein. In 1Chr 17,17 wird jedoch Davids erhobene Stellung betont, eine Betonung, die mit dem Anliegen des Buches völlig in Einklang steht. (Zum Inhalt des Gebetes Davids, V. 16-27 , vgl. den Kommentar zur Parallelstelle 2Sam 7,18-29 .)

 

F. Davids Außenpolitik
( 18,1-20,8 )


1. Die Philister und Moabiter
( 18,1-2 )


1Chr 18,1-2


Der Verfasser von 1. und 2.Chronik stellt die Philister genauso wie 2Sam 8,1 an die Spitze der Liste der Völker, die David unterwarf und besiegte. Der Hinweis auf Gat könnte die Grenze der Eroberung Davids bezeichnen und soll vielleicht nahelegen, daß der bildliche Name "Meteg-Amma" (Luther: "der Dienstzaum") in 2Sam 8,1 Gat bezeichnet.

Die Beschreibung der Niederlage der Moabiter ist milder im Ton als in 2Sam 8,2 .Der Verfasser von 1.Chronik erwähnt nur, daß die Moabiter ein Vasallenstaat Davids wurden, während 2Sam 8 davon spricht, daß David zwei Drittel der Bevölkerung der Moabiter ausrottete. Der Grund könnte wieder sein, daß der Verfasser von 1. und 2.Chronik die davidische Dynastie herausstellen möchte, die ja durch Davids Urgroßmutter Rut ( Rt 4,13.21 ) auch moabitische Wurzeln hatte.



2. Die Aramäer
( 18,3-11 )


1Chr 18,3-11


Dieser Bericht über Davids Zusammenstöße mit den Aramäern von Zoba (V. 3-4 ), Damaskus (V. 5-8 ) und Hamat (V. 9-11 ) entspricht im wesentlichen dem Bericht in 2Sam 8,3-12 .(Vgl. den Kommentar zu 2Sam 8,4 für den Unterschied zwischen der dortigen Zahlenangabe und derjenigen in 1Chr 18,4 .) Die Städte, die Hadad-Eser unterstanden, hießen Tibhat und Berotai. David nahm also offensichtlich aus drei Städten Kupfer: Tibhat (auch als Tebach bekannt), Kun und Berotai. Tois Sohn Hadoram wird in 2Sam 8,10 Joram genannt. David weihte dem Herrn (für den Tempelbau) den Reichtum, den er von den unterworfenen Völkern erhalten hatte (vgl. 2Sam 8,7-13; 1Chr 22,14;26,26;29,2-5 ).

 

3. Die Edomiter
( 18,12-13 )


1Chr 18,12-13


In seinem Bericht über die Unterwerfung Edoms betont der Verfasser den Erfolg von Davids Neffen Abischai (Zeruja war eine Halbschwester Davids, 1Chr 2,16 ), der 18 000 Edomiter tötete, und weniger den Erfolg Davids, wie es 2Sam 8,13 tut. Dies ist ungewöhnlich, da der Verfasser von 1.Chronik sonst eher David, statt seine Untergebenen, in den Mittelpunkt stellt. Das Salztal lag offensichtlich in Edom , in der Nähe des Toten Meeres.

Die Überschrift von Ps 60 besagt, daß Joab, der Bruder von Abischai, 12 000 Edomiter im Salztal tötete. Der Widerspruch ließe sich zum Beispiel dadurch erklären, daß der ganze Kampf unter dem Befehl Abischais geschah, während Joab (und die Soldaten in seiner Abteilung) direkt für den Tod von zwei Dritteln der Gefallenen verantwortlich waren.



4. Die königliche Verwaltung
( 18,14-17 )


1Chr 18,14-17


Vermutlich wurde Abischai, und nicht David, in Vers 12 genannt, weil der Verfasser kurz davor stand, andere berühmte Männer aus Davids Verwaltung zu nennen. Schawscha (V. 16 ) wird in 2Sam 8,17 Seraja geschrieben. Davids Söhne, seine obersten Beamten ( ri?SOIm , "die Ersten" oder "die des Ersten") werden in 2Sam 8,18 Priester genannt (vgl. den Kommentar dort).



5. Die Ammoniter
( 19,1-20,3 )


1Chr 19,1-5


Der Krieg mit den Ammonitern wird in 1.Chronik genauso eingeleitet wie in 2.Samuel. Der König von Ammon starb, und David sandte eine Abordnung, um den Sohn und Nachfolger des Königs, Hanun , zu trösten ( 1Chr 19,1-2; vgl. 2Sam 10,1-2 ). Doch die Boten Israels wurden von den Ammonitern gedemütigt und kehrten in erschreckender Schande zurück ( 1Chr 19,3-5 ).



1Chr 19,6-7


Der nun folgende Bericht über die Vorbereitungen und den Kampf selbst unterscheidet sich in verschiedenen Punkten von der Wortwahl des Berichtes in 2Sam 10 . 1Chr 19,6-7 nennt als Hanuns Verbündete Aramäer aus Mesopotamien , nämlich Aramäer aus Maacha und Zoba , die Hanun für tausend Zentner Silber anwarb (heute etwa 9 000 000 DM), während 2Sam 10,6-7 Aramäer aus Bet-Rehob, Zoba, Maacha und Tob nennt. Doch es gibt hier keinen Widerspruch, denn 1.Chronik wählt lediglich die Aramäer aus, die für den Verfasser aus welchen Gründen auch immer von besonderem historischen Interesse waren. Der Bericht in 2.Samuel nennt dagegen den Preis für die Anwerbung der Truppen nicht. Der Verfasser von 1.Chronik gibt die Gesamtzahl der Männer mit Streitwagen mit 32 000 an ( 1Chr 19,7 ), während 2.Samuel die Gesamtzahl der Infanterie ("Fußsoldaten") mit 33 000 angibt ( 2Sam 10,6 ).



1Chr 19,8-19


Der Bericht über die Vorbereitungen für die Kriegsstrategie in 1.Chronik ist praktisch mit dem Bericht in 2Sam 10 identisch. Die Ammoniter bewachten das Tor ihrer Hauptstadt (Rabba; 1Chr 20,1 ), während die Aramäer die Umgebung der Stadt (das offene Land) besetzten. Das bedeutete, daß Joab , Davids Oberbefehlshaber, die Aramäer vor der Stadt besiegen mußte, bevor er überhaupt in die Nähe der Ammoniter gelangen konnte. Aus diesem Grund teilte Joab seine Truppen in zwei Teile. Einen führte er gegen die Aramäer, die andere führte sein Bruder Abischai gegen die Ammoniter ( 1Chr 19,10-11 ). Nachdem sie sich bereiterklärt hatten, sich im gegebenen Falle gegenseitig zu Hilfe zu kommen, begannen Joab und Abischai ihren Feldzug. Im Vertrauen auf den Herrn (V. 13 ) errangen sie den Sieg. Die Aramäer wurden vertrieben; die Ammoniter zogen sich in die Sicherheit ihrer befestigten Hauptstadt Rabba zurück (V. 14-16 ).

In der Zwischenzeit riefen die Aramäer die Verstärkung von jenseits des Euphrats unter der Führung von Schobach herbei, die bei Helam ( 2Sam 10,16-17 ) in Transjordanien auf die Truppen Davids stießen. Wiederum war David siegreich und tötete 7 000 Männer mit Streitwagen (vgl. den Kommentar zu 2Sam 10,18 ), 40 000 Fußsoldaten und Schobach selbst ( 1Chr 19,16-18 ). Den Aramäern verging darauf jegliche Lust, noch einmal mit David zu kämpfen, ja sie wurden sogar zu Vasallen Israels (V. 19 ).



1Chr 20,1-3


Die Ammoniter blieben bis zum nächsten Frühling in Rabba, als sich Joab noch einmal die Eroberung der Stadt vornahm. Der Verfasser von 1.Chronik schreibt, daß David in Jerusalem blieb (vgl. 2Sam 11,1 ), doch berichtet er im Einklang mit seinem Anliegen und Konzept nichts von Davids Mord und Ehebruch dort (vgl. 2Sam 11,2- 2Sam 12,25 ). Die Gründe für die Auslassung dieser Ereignisse wurden bereits in der Einleitung diskutiert. 1.Chronik berichtet auch nichts davon, daß David noch nach Rabba kam und dort die goldene Krone (mit einem Gewicht von 33 kg und einem Wert von umgerechnet 160 000 DM) des ammonitischen Königs übernahm. (Das Wort ihr König könnte auch mit "von Milkom" übersetzt werden und sich dann auf den ammonitischen Hauptgott beziehen.) Nach 2Sam 12,26-29 gelang es Joab, den Wasservorrat der Stadt zu beschlagnahmen. Daraufhin lud er David ein, den Angriff auf die innere Burg persönlich anzuführen. Nachdem die Stadt erobert worden war, machte er die Bevölkerung zu Sklaven, die mit Sägen, Hacken, Äxten arbeiten und Ziegel herstellen mußten (vgl. 2Sam 12,31 ). So kamen auch die Ammoniter unter die Herrschaft Davids.

 

6. Die Philister
( 20,4-8 )


Der Bericht über die Eroberungen Davids in 1.Chronik beginnt und endet mit den Kriegen gegen die Philister. Israel hatte keinen Feind, der schon so lange und so andauernd gegen Israel Krieg geführt hatte, wie die Philister; doch Israel war nie in der Lage, die Philister völlig zu beherrschen.

Der Verfasser von 2.Samuel berichtet auch von der Serie der Kämpfe mit den Philistern ( 2Sam 21,15-22 ), setzt jedoch diesen Bericht etliche Kapitel hinter die Erzählung über die Unterwerfung der Ammoniter ( 2Sam 10-12 ). Er hatte dafür wenigstens zwei Gründe: 1) Er behandelt zunächst im einzelnen die Geschehnisse um die Tragödien im Leben Davids und seiner Familie, die sich aus dem Ehebruch mit Batseba ergaben ( 2Sam 13,1- 2Sam 21,14 ), von denen in 1.Chronik nichts berichtet wird. 2) In 2Sam 22-23 findet sich Davids Loblied und die Liste seiner Helden, von denen sich viele in den Kämpfen mit den Philistern hervortaten. Es kann durchaus sein, daß der Bericht über die Kämpfe mit den Philistern an dieser Stelle und vor 2Sam 22-23 folgt, weil er von einem ähnlichen Thema handelt. Außerdem behandelt 1.Chronik die Kriege mit den Philistern viel kürzer als 2.Samuel. Zum Beispiel berichtet 2Sam 21,15-17 von Davids Zweikampf mit dem Riesen Ischbi-Benob, in dem David fast sein Leben verlor, weshalb ihn Abischai aufforderte, nicht mehr an den Kämpfen teilzunehmen. 1.Chronik übergeht diese Begebenheit. Vielleicht tut er dies, weil er im Rahmen seines Gesamtanliegens eher die positiven Seiten der Herrschaft Davids betont.

1Chr 20,4-5


1.Chronik enthält jedoch auch drei Ereignisse, die in 2Sam 21,18-22 ihre Parallele haben, auch wenn sie dort etwas anders berichtet werden. Als erstes ist von der Schlacht bei Geser (Gob in 2Sam 21,18 ;32 km nordwestlich von Jerusalem) die Rede, in der Sibbechai, der Huschatiter (vgl. 1Chr 11,29 ) den philistäischen Riesen Saf (oder "Sippai") erschlug. Als zweites wird berichtet, daß Elhanan, der Sohn Jaïrs Lachmi, den Bruder Goliats, den Gatiter erschlug ( 1Chr 20,5 ). Nach 2Sam 21,19 hat Elhanan jedoch Goliat, nicht Lachmi erschlagen. Eine weitere Schwierigkeit entsteht durch die Erwähnung von "Elhanan, Sohn Dodos aus Bethlehem" in 1Chr 11,26 .Da über ihn jedoch nichts weiter bekannt ist, dürfte es sich um einen anderen Elhanan als Elhanan, Sohn Jaïrs handeln.

Das Hauptproblem für eine Harmonisierung von 2Sam 21,19 und 1Chr 20,5 ist deswegen die Frage, wer erschlagen wurde, Goliat oder sein Bruder Lachmi. Es ist allgemein bekannt, daß David selbst Goliat erschlug ( 1Sam 17 ), weshalb einige Ausleger vorgeschlagen haben, daß Elhanan niemand anderer als David selbst war. Nach dieser Auffassung tötete David sowohl Goliat ( 2Sam 21,19 ) als auch dessen Bruder Lachmi ( 1Chr 20,5 ). Doch ist nichts darüber bekannt, daß David auch Elhanan hieß oder daß man seinen Vater Isai mit Jaïr gleichsetzen könnte. Eher anzunehmen sind andere Erklärungsmöglichkeiten, etwa, daß Lachmi den Namen seines gefallenen Bruders annahm oder daß Goliat nicht nur ein Name, sondern auch eine Bezeichnung für diese Art Riesen war.



1Chr 20,6-8


Die dritte Erzählung über die Kriege mit den Philistern offenbart, daß ein weiterer mächtiger Riese der Philister durch die Hand Jonatans , eines Neffen Davids, starb (vgl. 2Sam 21,20-21 ). Es folgt eine zusammenfassende Aussage über die Ausrottung der Nachkommen Rafas ("das Geschlecht der Riesen"), die der Inbegriff der Niederlage der Philister war ( 1Chr 20,8 ). Rafa war der Vorfahre der Riesen eines Riesengeschlechtes, die deswegen auch Refater genannt wurden und in der Frühzeit der Philister lebten und sich vielleicht sogar mit diesen durch Heirat vermischten (vgl. 1Mo 14,5; 5Mo 2,11.20; 3,11; 1Chr 20,4 ).



G. Die Volkszählung Davids und Gottes Strafe
( 21,1-22,1 )


1Chr 21,1-7


Der Verfasser von 1.Chronik nennt Davids Gründe für eine Volkszählung Israels nicht. Er sagt nur, daß Satan David reizte und David wissen wollte, wieviel wehrfähige Männer vorhanden waren . In 2Sam 24,1 berichtet der Geschichtsschreiber, daß der Herr mit seinem Volk und David zornig war und Davids Volkszählung als eine Gelegenheit benutzte, um das Volk und David zu bestrafen. Es besteht kein Widerspruch zwischen diesen beiden Aussagen. Auch im Buch Hiob muß Satan zuerst Gott um Erlaubnis fragen ( Hi 1,12; vgl. den Kommentar zu 2Sam 14,1-3 ). In seiner Souveränität steht Gottes allerhöchste Autorität auch über dem Wirken des Satans. Davids Ziel war zunächst einmal, die militärische Schlagkraft zu messen ( 1Chr 21,5 ). Dies mißfiel Gott, weil sich David mehr auf die Stärke Israels als auf die Macht Gottes verließ. Aus diesem Grund bekennt David wohl auch in Vers 8 , daß er gesündigt hatte.

Joab mußte trotz seiner Einwände gegen den Befehl Davids (V. 3 ) die Volkszählung durchführen (V. 4 ) und ermittelte die Gesamtzahl von 1 100 000 Männern Israels und 470 000 Männern Judas (V. 5 ). Joab zählte jedoch die Leviten und die Benjaminiter nicht, da der Stamm Levi nicht an den Kämpfen teilnahm (vgl. 4Mo 1,47-49 ) und die Volkszählung durch die Ereignisse abgebrochen werden mußte, bevor der Stamm Benjamin gezählt worden war (vgl. 1Chr 27,24 ). Außerdem war Joab der Befehl des Königs ein Greuel ( 1Chr 21,6 ). Der Bericht in 2.Samuel spricht von 800 000 Männern in Israel und 500 000 in Juda ( 2Sam 24,9 ). In einigen Übersetzungen wird davon ausgegangen, daß die 470 000 Männer Judas in 1Chr 12,5 in der Zahl der Männer Israels eingeschlossen sind (1 100 000 Männer in ganz Israel). Die Gesamtzahl für Israel selbst wäre dann 630 000 gewesen. Wenn 2Sam 24,9 eine geschätzte Zahl von 170 000 Leviten hinzugerechnet hat, erklärt sich die Zahl von 800 000. Allerdings kann man sich eine so hohe Zahl von Leviten schwer vorstellen. Die 500 000 Männer Judas in 2.Samuel könnten sich aus den 470 000 Männern des Stammes Juda und weiteren geschätzten 30 000 Männern Benjamins zusammensetzen, die nach 1.Chronik von Joab nicht gezählt wurden.

Eine andere Lösung des scheinbaren Widerspruchs (vgl. den Kommentar zu 2Sam 24,9 ) wäre, daß die Zahl von 1 100 000 Männern Israels in 1.Chronik ein stehendes Heer von 300 000 Mann einschloß, so daß sich die 800 000 in 2.Samuel erklären würden. Die 500 000 Männer von Juda (in 2.Samuel aufgeführt), würden sich dann ebenfalls aus 470 000 Männern und einem stehenden Heer von 30 000 Mann ( 2Sam 6,1 ) zusammensetzen.

 

1Chr 21,8-15 a


Zu irgendeinem Zeitpunkt erkannte David das Böse an seinen Plänen und suchte die Vergebung des Herrn. Die Vergebung wurde David ohne Zweifel gewährt, doch die Absicht des Herrn mußte ausgeführt und Israel bestraft werden. Durch den Propheten Gad kam die Botschaft an David, daß David zwischen drei Arten des Gerichtes über das Volk wählen sollte. Diese drei Arten des Gerichts waren drei Jahre Hungersnot oder drei Monate Plünderung durch die Feinde oder drei Tage der direkten göttlichen Bestrafung durch eine Plage (V. 11-12 ).

Statt eine der drei Möglichkeiten zu wählen, begab sich David selbst in die Hand Gottes . Gott tötete daraufhin 70 000 Männer durch eine Plage (oder "Pest", "Seuche"). Als es schließlich genug war, wandte sich der Herr vom Gericht ab.



1Chr 21,15-25 (1Chr 21,15b-25)


Der Engel des HERRN , der an anderen Stellen mit Gott selbst gleichgesetzt wird, war wohl Christus vor seiner Fleischwerdung ( 1Mo 16,13; 18,1-2; 22,11-12; 48,16; Ri 6,16.22; 13,22-23; Sach 3,1; vgl. den Kommentar zu 1Mo 16,7 ). Er erschien David in der Nähe der Tenne Araunas, des Jebusiters , (vgl. 2Sam 24,16 ) mit einem bloßen (oder gezückten) Schwert in seiner Hand . David und die Ältesten taten öffentlich Buße, und David bat darum, daß der Rest des Volkes bewahrt bleiben und das weitere Gericht nur ihn und seine Familie treffen sollte.

Der Engel befahl daraufhin Gad, David zu sagen, daß er einen Altar auf der Tenne errichten sollte , um darauf die vorgeschriebenen Versöhnungsopfer darzubringen. Um dies zu tun, mußte zunächst die Tenne von Arauna , einem Jebusiter , der etwas nördlich von Jerusalem wohnte, erworben werden. Inzwischen hatte Arauna den Engel gesehen (V. 20 ), so daß, als David zu ihm kam, sich Arauna niederbeugte und David anbot, ihm die Tenne kostenlos zu geben (V. 21.23 ). David nahm jedoch dieses freundliche Angebot nicht an und bestand darauf, daß er dem Herrn nichts opfern könne, was ihn nichts gekostet hatte (V. 22.24 ). Deswegen bezahlte der König Arauna sechshundert Lot Gold (heute ca. 30 000 DM). Nach 2Sam 24,24 bezahlte David jedoch einen viel kleineren Betrag, nämlich 50 Lot Silber (heute ca. 150 DM). Der scheinbare Widerspruch löst sich jedoch, wenn man beachtet, daß mit dem Silber nur die Tenne und der Ochse bezahlt wurden, mit dem Gold jedoch das eigentliche, wesentlich größere Grundstück, das um die Tenne herum lag und auf dem später Gebäude errichtet werden konnten.

 

1Chr 21,26-22,1


Nachdem David den Altar errichtet hatte, opferte er Brand- und Dankopfer, erstere als Bitte um Vergebung der Sünden und letztere als Bitte um die Erneuerung der Bundesbeziehung. Gott antwortete mit seinem Wohlwollen, wie seine Antwort im Feuer vom Himmel beweist.

Es war zu spät, um die 70 000 zu retten, die gestorben waren ( 1Chr 21,14 ), aber Jerusalem selbst wurde durch Davids Fürbitte vom Gericht verschont (V. 27 ; vgl. V. 16 ).

Der Verfasser von 1.Chronik bemerkt, daß David die Antwort des Herrn als ein Zeichen dafür nahm, daß das Grundstück und der Ort eine besondere Bedeutung hatten. Deswegen begann er dort regelmäßig zu opfern und Gottesdienste zu feiern, anstatt nach Gibeon in die mosaische Stiftshütte zu gehen (vgl. 1Chr 16,39 ). David ging nicht nach Gibeon, erklärt der Geschichtsschreiber, weil er das Schwert des Engels des HERRN fürchtete ( 21,30 ). Dies bedeutet vermutlich, daß David aus seinen Erlebnissen den Schluß zog, daß nun die Tenne Araunas und nicht mehr Gibeon Gottes auserwählter Ort für den zentralen Gottesdienst war. Diese Auslegung wird durch den nächsten Vers ( 1Chr 22,1 ) bestätigt: David verkündigte ohne Zögern, daß diese Stätte der neue Ort für das Haus des Herrn sein würde. Als Salomo später den Tempel baute, tat er es genau an dieser Stelle (vgl. 2Chr 3,1 ), einem Ort, der schon deswegen heilig war, weil er zugleich der Berg Morja war, auf dem Abraham seinen Sohn opfern sollte und auf dem Gott sich ein anderes Opferlamm ausersehen wollte ( 1Mo 22 ), was er in Jesus Christus dann auch tat.

 

H. Davids Pläne für den Tempel
( 22,2-19 )


Der Plan und die Absicht des Verfassers von 1. und 2.Chronik kommt in diesem Abschnitt klar zum Ausdruck. Dem Bericht über Davids Absicht, einen Tempel zu bauen, wurde die Geschichte vorangestellt, wie David den Platz für den Tempel erwarb ( 1Chr 21,1-22,1 ). Nun betont der Verfasser die Bedeutung Davids für den späteren Tempel, indem er den Wunsch des Königs, den Tempel zu bauen, darstellt und von der Einrichtung einer systematischen Einteilung des Gottesdienstes und der Versorgung des Tempels durch David berichtet. 2.Samuel erwähnt nur den Wunsch Davids, den Tempel zu bauen ( 2Sam 7,2.5 ) und verläßt das Thema, nachdem dieser Wunsch von Gott abschlägig beschieden worden war. Sogar 1.Könige berichtet nichts über irgendwelche Schritte, die David auch danach noch unternahm, um Salomo für den Tempelbau vorzubereiten. Der Verfasser von 1.Chrronik unterschlägt zwar nicht, daß Gott David den Tempelbau verwehrte ( 1Chr 17,4-12 ), macht jedoch deutlich, daß David weiterhin Pläne für den Tempelbau machen und Baumaterial sammeln durfte. Die einzelnen Schritte werden dabei beschrieben.

1Chr 22,2-5


David versammelte zunächst die Steinmetze und die Fremdlinge des Landes, um Steine für den Tempel ( das Haus Gottes ) zu hauen. Unter diesen Fremdlingen waren wohl auch Phönizier, die für ihre Steinmetzarbeiten bekannt waren. Zusätzlich stellten Metallarbeiter Nägel und andere Klammern aus Eisen und Kupfer her. Außerdem besorgte David Zedernholz ohne Zahl aus dem Libanon. Er machte alle diese Vorbereitungen, weil nach seiner Aussage sein Sohn Salomo zu jung war (vgl. 1Chr 29,1 ), um die Erfahrung für einen Tempelbau zu haben, der der Größe des Gottes Israels angemessen war.

 

1Chr 22,6-10


Als alles fertig war, rief David seinen Sohn und berichtete ihm, daß es sein eigener Wunsch war, dem HERRN ein Haus zu bauen , doch daß der Herr ihm das Bauen verboten hatte, weil er ein Mann des Krieges war. In den Augen Gottes war das Vergießen von Blut im Krieg unvereinbar mit dem Bau eines gottesdienstlichen Ortes. David sollte daher Salomo die Aufsicht über den eigentlichen Bau überlassen, der ein Mann des Friedens sei (dessen Name mit dem Wort "Friede" verwandt ist). Es ist beachtenswert, daß der Herr durch David sagte, daß Salomo sein (Gottes) Sohn sein und die salomonische Dynastie (d. h. sein Königreich oder "Königtum") ewig (vgl. 1Chr 28,7 ) dauern würde. Daß die davidischen Könige Gottes Söhne im besonderen Sinne sind, ist in der Bibel ein wichtiges Thema. Ps 2 bezeichnet zum Beispiel den König ("seinen Gesalbten"; Ps 2,2 ) als Gottes Sohn ( 1Chr 2,7 ). Der Verfasser des Hebräerbriefes zitiert Ps 2 und bezieht den Psalm auf Jesus ( Hebr 1,5; Hebr 5,5 ). Die davidischen Könige waren nicht nur leibliche Vorfahren Jesu Christi, sondern bereiteten in ihrer Aufgabe als "Söhne Gottes" auch den Weg für die vollkommene Offenbarung der göttlichen Sohnschaft des davidischen Königs Jesus Christus.



1Chr 22,11-16


David forderte Salomo dann auf, in den Fragen des Tempelbaus Gott zu gehorchen und das Gesetz des HERRN in jeder Hinsicht zu bewahren . Dies würde ihm Segen (Erfolg, V. 13 ) einbringen. Schließlich beschrieb David Salomo das Ausmaß seiner Vorbereitungen für den Tempelbau. Der König hatte 100 000 Zentner Gold (33 000 000 kg; heute etwa 16 Milliarden DM) und 1 000 000 Zentner Silber (330 000 000 kg; heute etwa 9 Milliarden DM) für den Tempelbau angesammelt, ein unvorstellbares Gewicht und ein unglaublicher Reichtum, der aber durchaus realistisch ist. Viel Gold und Silber hatte David vermutlich durch die Unterwerfung der Nachbarvölker zusammengetragen (vgl. 2Sam 8,7-13; 1Chr 18,11 ). David hatte außerdem Handwerker aus allen erforderlichen Sparten des Handwerks zusammengebracht. Alles, was Salomo noch zu tun hatte, war, den Bau zu beginnen.



1Chr 22,17-19


David wandte sich an die Führer des Volkes und wies sie an, den Herrn zu suchen und Salomo in jeder nur denkbaren Weise zu helfen, den Tempel ( das Heiligtum des HERRN ) zu bauen und in ihm die heilige Bundeslade aufzustellen, die die Gegenwart Gottes symbolisierte.



I. Die theokratische Organisation Davids
( 1Chr 23-27 )


1. Die Leviten allgemein
( 1Chr 23-24 )


1Chr 23,1-6


Am Ende seines Lebens, als er die Mühen der Herrschaft schon erfolgreich an Salomo abgegeben hatte (V. 1 ), ging David voller Weisheit daran, die Fortdauer der religiösen und politischen Struktur in einer Weise zu organisieren und sicherzustellen, die die Bedürfnisse des Volkes am besten erfüllte. David ließ die Leviten über 30 Jahre (dem Alter für den Dienstbeginn der Leviten nach dem Gesetz; vgl. 4Mo 4,3 ) zählen. Die Gesamtzahl von 38 000 Leviten unterteilte er dann in 24 000 für den Tempelbau, 6 000 als Amtsleute und Richter, 4 000 als Torhüter und 4 000 als Musiker ( 1Chr 23,3-5 ). Jede dieser Gruppen wurde wiederum nach Familienzugehörigkeit im Geschlechtsregister Levis in Ordnungen (oder Gruppen) aufgeteilt (V. 6 ).

 

1Chr 23,7-11


Die Liste der Gerschoniter beginnt mit den Söhnen Gerschons, Ladan ("Libni" in 1Chr 6,14 ) und Schimi . Die sich daran anschließenden Namen waren keine Söhne der beiden, sondern Nachkommen zur Zeit Davids, die diesen beiden Geschlechtern entstammten und zu Führern der jeweiligen levitischen Abteilungen wurden. Schimi in Vers 9 ist ein anderer als der Schimi in den Versen 7.10 . Dies wird aus dem zusammenfassenden Satz Vers 9 b deutlich (V. 8-9 nennt die Nachkommen Ladans, nicht die von Ladans Bruder). Die Linie Ladans brachte acht der Führer hervor. Drei davon führten ihren Stammbaum direkt auf Ladan zurück (V. 8 ), drei auf Ladans Nachkommen Schimi (V. 9 ).

Die Linie Schimis, des Sohnes Gerschons (V. 7 ), brachte vier Führer hervor (V. 10 ), doch da die beiden letzten ( Jeusch und Beria ) nur kleine Familien hatten, wurden sie als eine Gruppe zusammengefaßt (V. 11 ).

 

1Chr 23,12-20


Einer der Nachkommen Kehats, Amram , war der Vater von Aaron und Mose (vgl. den Kommentar zu 4Mo 26,57-65 ). Aaron wurde natürlich für den Priesterdienst abgesondert (V. 13 ), doch Moses Nachkommen erhielten geringere levitische Aufgaben zugeteilt (V. 14 ). Von Moses beiden Söhnen Gerschom und Eliëser stammten solche Führer wie Schubaël (V. 16 ) und Rehabja (V. 17 ) ab.

Von dem zweiten Sohn Kehats, Jizhar , stammte Schelomit ab (V. 18 ). Die Linie des vierten Sohnes Hebron stellte vier levitische Führer (V. 19 ), und der letzte Sohn Kehats, Usiël , war der Vorfahre von Micha und Jischija (V. 20 ).

 

1Chr 23,21-32


Von Levis drittem Sohn Merari und dessen zwei Söhnen Machli und Muschi stammten vor allem Eleasar und Kisch zum einen (V. 21-22 ) und Machli, Eder und Jeremot und andere (V. 23 ) ab. Die Liste der levitischen Ordnungen schließt mit einer Wiederholung der Absicht, die David mit der Einteilung der Leviten hatte. Da nach seinen Plänen die Leviten eine viel breitere Verantwortung im religiösen Bereich tragen sollten, setzte David den Beginn der Dienstzeit von 30 auf 20 Jahre (V. 24.27 ; vgl. V. 3 ) herab. Auf diese Weise konnten viel mehr Männer Dienst tun.

Die wichtigsten Aufgaben der Leviten war es, den Priestern (Aarons Nachkommen) beim Tempeldienst zu helfen (V. 28 ), die Schaubrote und Speisopfer zuzubereiten (V. 29 ) und zur Zeit der Brandopfer Gott zu danken und zu preisen (V. 30-31 ).

 

1Chr 24,1-3


Um den Plan weiter auszuführen, beauftragte David die beiden obersten Priester Zadok und Ahimelech , ihm dabei zu helfen, zuerst die Priester und dann die Leviten in die Ordnungen einzuteilen, in denen sie dienen sollten. Wie der Verfasser angibt, war Zadok ein Nachkomme von Aarons Sohn Eleasar und Ahimelech (Sohn des Abjatars; vgl. V. 6 ) ein Nachkomme von Aarons Sohn Itamar (V. 3 ). (Zum Tod von Nadab und Abihu vgl. 3Mo 10 und den Kommentar dazu.) Auch wenn aus keinem Geschlechtsregister die Abstammung Abjatars von Itamar gezeigt werden kann, ist es doch interessant, daß Ahimelech der direkte Nachfolger Elis, des Hohenpriesters in Samuels Jugendzeit, war. (Nach 1Sam 22,9.11.20 war Ahimelech ein Sohn Ahitubs, des Sohnes Pinhas, des Sohnes Elis.)

 

1Chr 24,4-5


Da es mehr Nachkommen von Eleasar als von Itamar gab, wurden die ersteren in 16 Ordnungen, letztere in acht Ordnungen eingeteilt. So ergaben sich 24 Ordnungen, die jeweils etwa zwei Wochen im Jahr Dienst taten. Ihr Dienst verschob sich dabei allmählich im Jahreskalender. Der Ausdruck " Oberste im Heiligtum und Oberste vor Gott " kann mit "Amtsleute des Heiligtums, also Amtsleute Gottes" wiedergegeben werden, womit die Amtsleute Gottes dann von den zivilen Amtsleuten unterschieden würden.



1Chr 24,6-19


Die Namen der Priester und Leviten wurden von dem Schreiber Schemaja in Gegenwart von David und den Obersten des Königreiches aufgeschrieben. Zadok und Ahimelech wurden zuerst genannt. Es folgten die Mitglieder ihrer Familie, Nachkommen Eleasars und Itamars (V. 7-18 ), die abwechselnd (je zwei Ordnungen Eleasars und eine Ordnung Itamars, V. 6 b) aufgelistet wurden. Es werden die Namen von einzelnen Personen genannt, doch diese standen zugleich für die Ordnungen, die von ihnen geleitet wurden, und später für die, die auf sie zurückgingen. So werden zum Beispiel Jojarib und Jedaja (V. 7 ) unter den Rückkehrern aus dem Exil genannt ( 1Chr 9,10; vgl. Neh 7,39 ). Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, gehörte zur Ordnung Abijas ( 1Chr 24,10; vgl. Lk 1,5 ). Die meisten der genannten Namen werden sonst nirgends als Priester aufgeführt.

 

1Chr 24,20-31


Die Leviten, die nicht Priester waren, wurden ebenfalls in Ordnungen eingeteilt. Die Liste beginnt mit Amram , seinem Nachkommen Schubaël (V. 20 ) und Schubaëls Nachkommen Jechdeja . Die zweite amramitische Ordnung war Rehabja und sein Sohn Jischija (V. 21 ; vgl. 1Chr 23,16-20 ). Die Söhne Jizhars werden als nächstes genannt ( 1Chr 24,22; vgl. 23, 18). Es folgen die Söhne Hebrons ( 1Chr 24,23;23,19 ) und Usiëls ( 1Chr 24,24-25; vgl. 1Chr 23,20 ). Alle diese Ordnungen waren Nachkommen Kehats.

Der Verfasser listet als nächstes die Linie Meraris , des dritten Sohnes Levis, auf ( 1Chr 24,26-30 ). Die Namen sind dieselben wie in 1Chr 23,21-23 .Es werden nur Kischs Nachkomme Jerachmeel ( 1Chr 24,29 ) und eine völlig neue Linie, Jaasija , (V. 26-27 ) hinzugefügt. Aus einem uns unbekannten Grund wird die gerschonitische Linie ganz fortgelassen, obwohl sie in 1Chr 23,7-11 aufgelistet wurde. Die verschiedenen Ordnungen wurden durch das Los zu ihrem Dienst eingeteilt ( 1Chr 24,31; vgl. V. 5 ; Lk 1,9 ), wurden also, was den eigentlichen Dienst betraf, bis auf den Zeitpunkt alle gleich behandelt (vgl. 1Chr 23,28-32 ).

 

2. Die levitischen Musiker
( 1Chr 25 )


1Chr 25,1


Der Dienst der Vokal- und Instrumentalmusik im Tempel war schon zuvor Asaf, Heman und Jedutun (auch als Etan bekannt; vgl. 1Chr 15,17-19 ) zugewiesen worden, doch Kapitel 25 nennt nun die Namen ihrer Verwandten, die den Dienst mit ihnen zusammen oder später als ihre Nachfolger ausübten. Sie werden prophetische Männer ( 1Chr 25,1 ) genannt, was sich ohne Zweifel auf die Verkündigung göttlicher Offenbarungen mit Hilfe der Musik und auf Lobpreis und Anbetung durch das Lied bezieht (vgl. 1Sam 10,5; 2Kö 3,15 ). Die Ernennung durch David und die militärischen Befehlshaber könnte eine enge Verbindung zwischen der religiösen und der militärischen Führung andeuten. Dies weckt vielleicht auch Assoziationen an das frühere Konzept des heiligen Krieges, in dem geistliche Musik und die Bundeslade des Herrn sein Heer in die Schlacht begleiteten (vgl. Jos 6,1-11 ).



1Chr 25,2-31


Die Söhne Asafs werden in den Versen 2.9 a. 10-11.14 aufgelistet. Zusammen mit ihren Söhnen und Verwandten machten sie vier der 24 Ordnungen der Musiker aus. Die Söhne Jedutuns (V. 3 ) stellten mit ihren Söhnen und Verwandten sechs Ordnungen (V. 9 b. 11.15.17.19.21 ). Die Söhne Hemans (V. 4 ) machten 14 Ordnungen aus, die alle in der Liste der ausgelosten Ordnungen genannt werden (V. 13.16.18.20.22-31 ; Asarel , V. 18 , ist eine andere Schreibweise für Usiël , V. 4 ). Die 24 Ordnungen bestanden aus je 12 Männern, insgesamt also 288 (V. 7 ). Die Zuteilung der verschiedenen Aufgaben an die Ordnungen geschah durch Los, damit sichergestellt war, daß keine Ordnung in ihren Pflichten vorgezogen oder benachteiligt wurde (V. 8 ).



3. Die levitischen Torhüter
( 26,1-19 )


1Chr 26,1-3


Die Tätigkeit der Torhüter war offensichtlich mit der der Musiker verwandt, da sie ebenfalls Asaf zugeordnet waren. Die erste Ordnung war die Meschelemjas (V. 1-3 ), dessen sieben Söhne Korachiter genannt werden, also Nachkommen Korachs, des Sohnes Jizhars, des Sohnes Kehats, des Sohnes Levis waren ( 2Mo 6,16.18.21 ). Meschelemja war ein Sohn von Kore , einem der Söhne Asafs. Da der richtige Asaf in 1Chr 6,39-43 ein Nachkomme Gerschons, des Bruders von Kehat, genannt wird, versteht man Asaf hier besser als eine Kurzform von Abiasaf, der in 1Chr 9,19 erwähnt wird (vgl. 2Mo 6,24 ).



1Chr 26,4-5


Die zweite Ordnung war das Geschlecht Obed-Edoms . Die Aussage, daß Gott Obed-Edom gesegnet hatte , scheint Obed-Edom mit dem Mann zu identifizieren, der die Bundeslade in seinem Haus verwahrte und von Gott dafür gesegnet wurde ( 1Chr 13,14 ). Doch der Obed-Edom, der die Bundeslade bewachte, diente anschließend im Tempel vor der Bundeslade, wie bereits vermutet wurde (vgl. den Kommentar zu 1Chr 16,38 ). Demnach müßte der hier erwähnte Torhüter Obed-Edom mit dem Obed-Edom in 1Chr 16,38 identisch sein, der ein Sohn Jedutuns war.

Die Feststellung, daß Jedutun (auch Etan genannt) ein Nachkomme Meraris war ( 1Chr 6,29-32 ), und die Tatsache, daß Obed-Edom hier in 1Chr 26,4 ein Nachkomme Kehats ist, stehen nicht im Widerspruch zueinander, wenn der Torhüter Obed-Edom der Sohn eines anderen Jedutun war. Es gab dann den Musiker Obed-Edom, der vor der Bundeslade Dienst tat ( 1Chr 13,14; 15,21; 16,38 a) und den Torhüter Obed-Edom ( 1Chr 16,38 b; 26,4.8.15 ). Offensichtlich war aber der Musiker Obed-Edom von Zeit zu Zeit auch als Torhüter ( 1Chr 15,18.24; vgl. 1Chr 16,4-5 ) tätig.

 

1Chr 26,6-11


Die dritte Ordnung der Torhüter war ein Teil des Geschlechtes Obed-Edom, dem Schemaja vorstand. Die drei Ordnungen des kehatitischen Zweiges der Leviten bestanden aus insgesamt 80 Männern (V. 8-9 ). Der Zweig der Merariter wurde von Hosa und seiner Familie vertreten und bestand aus 13 Männern. Insgesamt gab es also drei Ordnungen der Kehatiter (V. 2-3.4-8 ) und eine der Merariter (V. 10-11 ).

 

1Chr 26,12-19


Alle diese Torhüter erhielten ihren Arbeitsplatz durch Los zugewiesen (V. 13 ), wie das ähnlich auch bei den Priestern und den anderen Leviten geschehen war ( 1Chr 24,5.31;25,8 ). Für das Osttor war Meschelemja verantwortlich, sein Sohn Secharja für das Nordtor (V. 14 ). Das Südtor und das Lagerhaus wurden durch das Los Obed-Edom und seinen Söhnen zugeteilt (V. 15 ). Das Westtor und das Tor Schallechet (das ansonsten unbekannt ist) wurden von Schuppim und Hosa bewacht (V. 16 ). Die Bedeutung von Schuppim ist unklar, da Schuppim als Personenname nur hier und in 1Chr 7,12 erscheint, wobei zwischen beiden Namen oder Gruppen sicher keinerlei Beziehung besteht. Es taten immer 24 Torhüter gleichzeitig Dienst (V. 17-18 ), wobei sich dies sicher nur auf die Verantwortlichen oder die Gruppen bezieht, da es insgesamt 4 000 Torhüter gab (vgl. 1Chr 23,5 ).



4. Die levitischen Schatzhüter
( 26,20-28 )


1Chr 26,20-25


Die Worte die Leviten, ihre Brüder (oder "ihre Mitleviten") stammen aus der LXX. Der hebr. Text die Leviten, Achija , ergibt einen klaren Sinn und sollte deswegen nicht geändert werden. Zugegebenermaßen erscheint der Name Achija sonst nirgends in Kapitel 23-26 , und seine Abstammung bleibt daher offen, doch könnte es durchaus der Name einer verantwortlichen Person oder eines Geschlechtes sein, der oder das für den Tempelschatz verantwortlich war. Der Tempelschatz bestand aus den Einkünften aus dem Zehnten, den Opfern und aus anderen Spenden, die der Herr von seinem Volk empfing (vgl. Esr 2,69 ).

Für die Verwaltung des Schatzes waren verantwortlich: a) die levitische Linie Ladans (auch Libni geschrieben; vgl. 2Mo 6,17; 1Chr 6,2 ), die von Levis Sohn Gerschon abstammte und von der Familie Jehiëls angeführt wurde, und b) die levitische Linie Moses , die von Levis Sohn Kehat (dessen Geschlechter in V. 23 genannt werden; vgl. 1Chr 23,12 ) abstammte und von Schubaël und seinen Nachkommen angeführt wurde ( 1Chr 26,24-25; vgl. 1Chr 23,16 ).



1Chr 26,26-28


Der Teil des Schatzes, der sich durch militärische Plünderungen angesammelt hatte (V. 27 ), und die anderen Opfer der Hingabe von David (V. 26 ), Samuel, Saul, Abner und Joab (V. 28 ) wurde von Schelomit , einem Nachkommen des zweiten Sohnes Moses, Elieser , verwaltet (V. 25 ; vgl. 23,17 ; der Schelomit in 1Chr 26,25 darf nicht mit dem Schelomit in 1Chr 23,18 verwechselt werden).

 

5. Die levitischen Amtsleute
( 26,29-32 )


1Chr 26,29-32


Die Amramiter waren für den Schatz verantwortlich, wie V. 23-28 zeigen, ihre Brüder, die Jizhariter , stellten dagegen die Verantwortlichen für die Aufgaben außerhalb des Tempelgebietes (draußen in Israel; V. 29 ). Die Nachkommen Hebrons, des dritten Sohnes Kehats, wurden auch für solche Aufgaben im ganzen Königreich bestimmt: 1 700 dienten unter der Leitung von Haschabja unter den westlichen Stämmen (V. 30 ), 2 700 unter der Leitung von Jeria in Transjordanien (V. 31-32 ). Die Einsetzung in diese Aufgaben geschah im vierzigsten (und letzten) Jahr der Herrschaft Davids. Die 6 000 Amtsleute und Richter von 1Chr 23,4 könnten mit den drei Gruppen der Leviten identisch sein, also mit den 2 700 und 1 700 Leviten im "Außendienst" ( 1Chr 26,30.32 ) und den Leviten, die für den Tempelschatz verantwortlich waren (V. 20-22 ).

 

6. Die militärische und politische Struktur
( 1Chr 27 )


1Chr 27,1-15


Davids Heeresorganisation bestand aus 12 Divisionen mit 24 000 Mann, von denen jede einen Monat im Jahr aktiven Dienst tun mußte. Es ist unmöglich, die geographische Verteilung der Divisionen zu rekonstruieren, aber vermutlich stimmte der monatliche Dienst grob mit den Stämmen Israels überein (vgl. 1Kö 4,7-19 ). Die meisten Namen der Befehlshaber der einzelnen Divisionen erscheinen in der Liste der Helden Davids. Die Tapferkeit Joschobams ( 1Chr 27,2 ) aus dem Stamm Juda ( ein Nachkomme des Perez ; V. 3 ) wird in 1Chr 11,11 beschrieben (vgl. 2Sam 23,8 ). Dodai war der Vater von Eleasar, einem der Helden ( 1Chr 11,12 ). Dodais Gehilfe war Miklot ( 1Chr 27,4 ). Benaja , dem sein Sohn Ammisabad half, war einer der "zweiten Drei" unter den Helden ( 1Chr 11,22-25 ) und Oberster der Dreißig. Asaël war natürlich Davids Neffe und Joabs Bruder ( 1Chr 27,7; vgl. 1Chr 11,26 ). Schamhut (in 1Chr 11,27 "Schammot" geschrieben) war der Anführer im fünften Monat. Ira aus Tekoa ( 1Chr 27,9 ) wird auch in 1Chr 11,28 genannt.

Helez aus dem Stamm Ephraim ( 27,10 ) wurde bereits vorher als Peletiter bezeichnet ( 1Chr 11,27 ). Sibbechai ( 1Chr 27,11 ) gehörte zum Stamm Juda (Sera, V. 13 , war ein Sohn Judas; vgl. 1Chr 2,4 ) und findet sich auch in der Liste der Helden ( 11,29 ). Abiëser ( 1Chr 27,12 ) aus dem Stamm Benjamin, der in Anatot wohnte (vgl. Jer 1,1 ), wird ebenfalls in 1Chr 11,28 erwähnt. Mahrai ( 1Chr 27,13 ) aus dem Stamm Juda (über Sera; vgl. V. 11 ) wird in 1Chr 11,30 genannt. Benaja, der Piratoniter , nicht zu verwechseln mit dem Benaja in 1Chr 27,5 ,wird in 1Chr 11,31 aufgelistet. Heldai , ein Nachkomme des ersten Richters Israels, Otniël ( 1Chr 27,15 ), war der Aufseher der zwölften Ordnung. Seine Verwandtschaft mit Otniël wird in der Liste der Helden nicht erwähnt ( 1Chr 11,30; vgl. 2Sam 23,29 ,wo sein Name Heled geschrieben wird).



1Chr 27,16-25


Die Amtsleute über die Stämme hatten vielleicht eine quasimilitärische Stellung. Die meisten Anführer werden nur hier genannt. Doch Zadok (V. 17 ) und Elihu (V. 18 ; in 1Sam 16,6 Eliab genannt) sind auch sonst gut bekannt. Auffällig ist die Auslassung der Stämme Gad und Asser. Um dennoch die ideale Zahl von zwölf Stämmen zu erreichen, werden Levi ( 1Chr 27,17 ) und der östliche und westliche Teil von Manasse eigens aufgelistet (V. 20-21 ). Nach der Übersicht der Amtsleute über die Stämme erinnert der Verfasser noch einmal an die böse Volkszählung Davids, die wegen Gottes offensichtlichen Mißfallens unvollständig blieb (V. 23-24 ; vgl. 1Chr 21,2-5 ). David hatte nur die wehrfähigen Männer gezählt, brach die Zählung jedoch ab und begann wieder, sich für die Befreiung ganz auf den Herrn zu verlassen. (Zu Chronik des Königs David vgl. den Kommentar zu 1Kö 14,19 ).



1Chr 27,25-34


Diese letzte Liste nennt die Namen der Aufseher über die verschiedenen Bereiche der Verwaltung Davids. Asmawet war Aufseher der königlichen Lagerhäuser in Jerusalem. Jonatan war für die restlichen Vorratshäuser im ganzen Land zuständig (V. 25 ). Esri war für die landwirtschaftlichen Arbeiten (V. 26 ), Schimi für den Weinanbau (V. 27 ), Sabdi für die Lagerung des Weins, Baal-Hanan für die Öl- und Maulbeerbäume, Joasch für die Lagerung des Öls (V. 28 ), Schitrai für die Rinder in der Scharon-Ebene (V. 29 ; Scharon lag im Westen des zentralen Hügellandes entlang des Mittelmeeres), Schafat über die Rinder in den Tälern (V. 29 ), Obil für die Kamele (V. 30 ), Jechdeja für die Esel (V. 30 ) und Jasis für die Schafe (V. 31 ) zuständig. Jonatan, Davids Onkel (vielleicht bedeutet das Wort hier Neffe; vgl. 2Sam 21,21 ) war ein Berater, Jehiël der Erzieher (?) der Söhne Davids ( 1Chr 27,32 ). Ahitofel war ein anderer Berater (vgl. 2Sam 15,12 ) und Huschai ein enger Vertrauter Davids ( 1Chr 27,33 ). Auch wenn der Verfasser von 1.Chronik die Geschichte von Ahitofels Untreue gegenüber David zur Zeit des Aufstandes Absaloms ( 2Sam 15,31 ) nicht anspricht, erwähnt er die Ablösung Ahitofels durch Jojada und Abjatar ( 2Sam 15,35 ). Die Liste endet mit Joab , dem Oberbefehlshaber des königlichen Heeres ( 1Chr 27,34 ).



J. Davids Abschiedsworte
( 28,1-29,22 a)


1. Davids Anweisungen für den Tempel
( 28,1-10 )


1Chr 28,1-10


David hatte den Führern Israels (die in 1Chr 27 aufgezählt wurden) seinen Wunsch mitgeteilt, einen Tempel für den Herrn zu bauen. Er hatte bereits begonnen, die Baumaterialien zu sammeln ( 1Chr 22 ). Nun versammelte er alle Führer noch einmal, als das Ende seines Lebens in greifbare Nähe rückte, um sie zu ermutigen, Salomos Herrschaft anzuerkennen und ihn in dieser umfassenden Aufgabe zu unterstützen. Im Tempel sollte die Bundeslade aufgestellt werden, ein heiliger Gegenstand, der den irdischen Thron des himmlischen Königs symbolisierte.

Darauf gab David einen Überblick über die Geschichte seiner eigenen Versuche, den Tempel zu bauen; Versuche, die nicht gelangen, weil Gott Salomo (einen Mann der Ruhe; 1Chr 22,9 ) als Erbauer des Tempels auserwählt hatte ( 1Chr 28,2-7 ). Salomo war dafür qualifiziert, weil er der auserwählte Sohn Davids war, der aus dem auserwählten Stamm Juda stammte (V. 4 ). Salomo wird in besonderer Weise "Sohn Gottes" genannt (mein Sohn; V. 6 ; vgl. 1Chr 17,13 und den Kommentar zu 1Chr 22,10 ). Wenn Salomo dem Herrn treu bleiben würde, sollte sein Königreich dauerhaften Bestand haben ( 1Chr 28,6-7; vgl. 22,10 ).

David beschloß seine Anweisungen mit der Ermahnung an das Volk ( 1Chr 28,8 ) und an Salomo (V. 9-10 ), den göttlichen Bund zu bewahren und Gott zu vertrauen, daß er den Tempelbau zu einem glücklichen Abschluß bringen werde. David forderte Salomo auf, Gott ungeteilt und bereitwillig zu dienen (vgl. V. 9 ) und sich immer darüber im klaren zu sein, daß der Herr die Gedanken und Motive jeder Person kennt.



2. Davids Pläne für den Tempel
( 28,11-21 )


1Chr 28,11-21


In einer beachtenswerten Erklärung teilte David Salomo die Pläne und genauen Anweisungen für den Tempel und seine Ausstattung und Gegenstände mit, die ihm der Geist Gottes offenbart hatte (V. 11-12.19 ). Der Bau sollte von menschlichen Händen ausgeführt werden, aber der Plan und die geistliche und symbolische Bedeutung des Tempels kamen von Gott. Diese Einzelheiten umfaßten auch den Dienst der Priester und Leviten (V. 13 ) und das Gewicht des Goldes und des Silbers, aus dem die Tempelgeräte angefertigt werden sollten (V. 14-18 ). Da David nichts dem Zufall überlassen wollte, schrieb er alle Einzelheiten der himmlischen Offenbarung auf (V. 19 ). Er ermutigte Salomo, für diese Aufgabe stark (vgl. V. 10 ), mutig und furchtlos zu sein, weil Gott mit ihm sei (V. 20 ) und die Arbeiter ihm bereitwillig helfen würden (V. 21 ).



3. Davids Aufforderung zum Opfern
( 29,1-9 )


1Chr 29,1-5 a


David wandte sich nun an die versammelte Menge und betonte noch einmal die Unerfahrenheit des jungen Salomo (vgl. 1Chr 22,5 ) und die Bedeutung der Einsicht, daß sie im Begriff waren, den Tempel für den allmächtigen Gott und nicht einfach einen Palast für einen menschlichen König zu bauen. Die Aufgabe sei groß und erfordere ungeheure Mengen an Material. Als ein Vorbild wies er darauf hin, daß er schon offizielle, staatliche Spenden von Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Holz, Edelsteinen und anderen für den Tempelbau notwendigen Materialien gegeben habe ( 1Chr 28,2 ). Darüber hinaus verpflichtete er sich, aus seiner persönlichen Kasse 3 000 Zentner Gold (heute ca. 480 000 000 DM) aus Ofir (vgl. 1Kö 9,28; 10,11; 22,49; 2Chr 8,18; 9,10; Jes 13,12; an der Ostküste Afrikas oder der Westküste Arabiens) und 7 000 Zentner Silber zu geben. Diese Beträge kamen zu dem hinzu, was er bereits gegeben hatte (vgl. den Kommentar zu 1Chr 22,14 ).



1Chr 29,5-9 (1Chr 29,5b-9)


Auf der Grundlage seiner eigenen Hingabe (V. 2-5 ) drängte David die anderen Führer, sich an dem Schenken zu beteiligen, worauf diese gerne eingingen. Sie steuerten bereitwillig 5 000 Zentner Gold (heute etwa 800 000 000 DM), 10 000 Gulden und 10 000 Zentner Silber, 18 000 Zentner Kupfer und 100 000 Zentner Eisen bei. Zusätzlich schenkten sie, je nachdem wozu sie in der Lage waren, auch kostbare Steine. Das Ergebnis war eine große Freude bei der Menge und bei David selbst. Das Gold, das Silber und das Kupfer, die David und die Führer gaben ( 1Chr 22,14;29,4.7 ), wog insgesamt ca. 1 600 000 Tonnen, das Eisen und die Edelsteine noch nicht einmal mitgerechnet.



4. Davids Gebet und Einweihungsopfer
( 29,10-22 a)


1Chr 29,10-20


Nach der fast völlig spontanen Reaktion der Spendenfreudigkeit des Volkes wandte sich David dem Herrn in Anbetung zu. Zunächst ehrte er den Herrn als Gott Israels (V. 10 ) und sprach von Gottes Eigenschaften wie seiner Ewigkeit, Allmacht, Herrlichkeit und Souveränität (V. 10 b- 11 ). Als nächstes erkannte er Gott als den Einen an, der in der Lage ist, sich um die Bedürfnisse des Volkes zu kümmern (V. 12 b). Dann brachte er Dank und Lobpreis (V. 13 ) zusammen mit dem Bekenntnis dar, daß sogar die Geschenke, die eben gegeben worden waren, nur möglich waren, weil Gott der ursprüngliche Geber (vgl. Jak 1,17 ) ist und alle Dinge von seiner Hand kommen ( 1Chr 29,14-16 ). David betete, daß die Geschenke wertlos seien, wenn sie nicht mit ernster Absicht gegeben wurden, und erklärte, daß er und die anderen aus reinen Motiven gegeben hätten (V. 17 ; vgl. 1Chr 28,9 ).

Schließlich bezeichnete er Gott als den Einen, der in der Vergangenheit mit den Vorfahren des Volkes Abraham, Isaak und Israel einen Bund geschlossen hatte, und er betete dafür, daß das Volk diesen Bund bereitwillig bewahren und ihm treu sein würde und Gott seinen fortwährenden Segen geben möge, insbesondere, indem er Salomo die völlige Hingabe an Gott und den Tempelbau ermögliche (V. 19 ; vgl. 1Chr 28,9 ). Nach diesem Gebet bat David die Versammlung, den HERRN zu preisen ( 1Chr 29,20 ).



1Chr 29,21-22 a


Am nächsten Tag wurden die Hingabegebete durch die Opferung einer ungeheuren Zahl von Opfertieren (3 000 insgesamt) bestätigt. Ihre Darbringung brachte dem Volk große Freude vor dem HERRN.

 

K. Davids Nachfolger auf dem Thron
( 29,22 b. 23-30 )


1Chr 29,22-23 (1Chr 29,22b-23)


Die letzte Handlung, die von David berichtet wird, ist die Anerkennung der Korregentschaft Salomos als König (vgl. 1Kö 1,38-40;2,1 ). Wie lange beide zusammen regierten, ist nicht bekannt, aber es kann keine lange Zeit gewesen sein. Zadok wurde (erneut) gesalbt.



1Chr 29,24-25


Mit Salomos Thronfolge kam auch die Anerkennung durch das Volk, daß Salomo nun an Davids Statt König war. Die göttliche Bestätigung bestand in dem großen Segen, den der Herr Salomo schenkte. Gott erhöhte ihn und schenkte ihm einen bis dahin noch nie dagewesenen königlichen Glanz (V. 25 ; vgl. V. 23 "er fand Anerkennung").

 

1Chr 29,26-30


Diese letzten Verse fassen Davids Herrschaft von seiner Thronbesteigung in Hebron ( 2Sam 5,1-5 ) bis zu seinem Tod zusammen. Ein vollständiger Bericht über seine Herrschaft konnte in der Geschichte Samuels (bezieht sich vielleicht auf 1Sam 1-24 ), Nathans und Gads (bezieht sich vielleicht auf 1Sam 25 bis 2Sam 24 ) gefunden werden. Zu diesen bereits vorliegenden Chroniken fügte der Verfasser von 1. und 2.Chronik seinen eigenen von seiner klaren Absicht bestimmten Bericht hinzu.

 

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