Die erste Epistel des Apostels Paulus an die Corinther.


1.


1 Paulus, berufener Apostel Jesu Christi, durch den Willen Gottes, und Sosthenes, der Bruder,
2 - der Versammlung Gottes, welche in Corinth ist, den Geheiligten in Christo Jesu, den berufenen Heiligen, samt Allen, die an allen Orten den Namen unsers Herrn Jesu Christi, ihres und unsers, anrufen.
3 Gnade euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo!
4 Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben, für die Gnade Gottes, die euch in Christo Jesu gegeben ist,
5 daß ihr in Ihm in Allem bereichert worden seid, in aller Rede und aller Erkenntnis,
6 - wie das Zeugnis des Christus unter euch bestätigt worden ist,
7 - so daß ihr in keiner Gnadengabe zurück seid, die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi erwartend;
8 - welcher euch auch bis an´s Ende befestigen wird, daß ihr an dem Tage unsers Herrn Jesu Christi tadellos seid.
9 Gott ist treu, durch welchen ihr in die Gemeinschaft Seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn, berufen worden seid.
10 Ich bitte euch aber, Brüder, durch den Namen unsers Herrn Jesu Christi, daß ihr alle Dasselbe redet, und daß nicht Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seid.
11 Denn mir ist von Denen im Hause der Chloe über euch kund getan worden, meine Brüder, daß Streitigkeiten unter euch sind.
12 Ich sage aber Dieses, daß ein Jeglicher von euch sagt: Ich bin des Paulus, und ich des Apollos, und ich des Kephas, und ich Christi.
13 Ist denn der Christus zerteilt? Ist Paulus für euch gekreuzigt worden? Oder seid ihr auf den Namen Pauli getauft?
14- Ich danke Gott, daß ich Niemand von euch getauft habe, als Crispum und Gajum;
15 auf daß nicht Jemand sage, daß ich auf meinen Namen getauft habe.
16 Ich habe aber auch das Haus Stephanas getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich Jemand Anders getauft habe.
17 Denn Christus hat mich nicht zu taufen gesandt, sondern das Evangelium zu verkündigen; nicht in Redeweisheit, auf daß nicht das Kreuz Christi zunichte gemacht werde.
18 Denn das Wort vom Kreuz ist Denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir selig werden, ist es Gotteskraft.
19 Denn es steht geschrieben: "Ich will die Weisheit der Weisen zerstören, und den Verstand der Verständigen will Ich wegtun."
20 Wo ist der Weise? Wo der Schriftgelehrte? Wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht?
21 Denn weil der Weisheit Gottes nach, die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannt hat, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden selig zu machen;
22 sintemal die Juden Zeichen fordern, und die Griechen Weisheit suchen;
23 wir aber predigen Christum, den Gekreuzigten, den Juden ein Anstoß, und den Nationen eine Torheit;
24 den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als Griechen, Christum, Gottes Kraft und Gottes Weisheit;
25 denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.
26 Denn ihr sehet eure Berufung, Brüder, daß nicht viele Weise nach dem Fleische, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind,
27 sondern Gott hat das Törichte der Welt auserwählt, auf daß Er die Weisen zu Schanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, auf daß Er das Starke zu Schanden mache;
28 und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt, und Das, was nicht ist, auf daß Er das, was ist, zunichte mache,
29 daß sich vor Gott kein Fleisch rühme.
30 Aus Ihm aber seid ihr in Christo Jesu, der uns Weisheit von Gott, und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung geworden ist;
31 auf daß, wie geschrieben steht, "wer sich rühmet, der rühme sich im Herrn."


2.


1 Und ich, da ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht nach Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit, euch das Zeugnis Gottes verkündigend.
2 Denn ich hielt nicht für gut, etwas unter euch zu wissen, als nur Jesum Christum, und Ihn als Gekreuzigten.
3 Und ich bin bei euch gewesen in Schwachheit und in Furcht und in vielem Zittern;
4 und meine Rede und meine Predigt war nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft;
5 auf daß euer Glaube nicht in Weisheit der Menschen, sondern in der Kraft Gottes sei.
6 Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen, Weisheit aber nicht dieses Zeitlaufs, noch der Fürsten dieses Zeitlaufs, die zunichte werden,
7 - sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, welche Gott vor den Zeitaltern zu unserer Herrlichkeit zuvor bestimmt hat,
8 welche keiner von den Fürsten dieses Zeitlaufs erkannt hat; denn wenn sie diese erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben;
9 sondern wie geschrieben steht: "Was kein Auge gesehen, und kein Ohr gehört hat, und in keines Menschen Herz gekommen ist, war Gott Denen bereitet hat, die Ihn lieben."
10 Uns aber hat es Gott durch Seinen Geist offenbart; denn der Geist erforschet alle Dinge, selbst die Tiefen Gottes.
11 Denn wer von den Menschen weiß die Dinge des Menschen, als der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also weiß auch Niemand die Dinge Gottes, als der Geist Gottes. 12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, auf daß wir die Dinge wissen, die uns von Gott aus Gnaden gegeben sind;
13 welche wir auch reden, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt von dem Geiste; mitteilend geistliche Dinge durch geistliche Mittel.
14 Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es wird geistlich beurteilt;
15 der Geistliche aber beurteilt alle Dinge; er selbst aber wird von Niemandem beurteilt;
16 denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, der Ihn unterweise? Wir aber haben Christi Sinn.


3.


1 Und ich, Brüder, konnte nicht zu euch reden, als zu Geistlichen, sondern als zu Fleischlichen, als zu Unmündigen in Christo.
2 Milch habe ich euch zu trinken gegeben, und nicht Speise; denn ihr vermochtet es noch nicht, aber auch jetzt vermöget ihr es noch nicht;
3 denn ihr seid noch fleischlich. Denn da Eifer und Streit und Zwietracht unter euch ist; - seid ihr nicht fleischlich, und wandelt nach Menschenweise?
4 Denn wenn Einer sagt: Ich bin des Paulus; der Andere aber: Ich des Apollos; - seid ihr nicht fleischlich?
5 Wer ist denn Paulus? Und wer Apollos? - Diener, durch welche ihr geglaubt habt; und zwar wie der Herr einem Jeglichen gegeben hat.
6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; - Gott aber hat das Wachstum gegeben.
7 So ist nun weder Der etwas, welcher pflanzt, noch Der, welcher begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt.
8 Der aber pflanzt und der da begießt, sind Eins; Jeglicher aber wird seinen eigenen Lohn nach seiner eigenen Mühe empfangen.
9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; Gottes Ackerfeld, Gottes Gebäu seid ihr.
10 Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein Anderer aber bauet darauf; Jeder aber sehe zu, wie er darauf bauet.
11 Denn einen andern Grund kann Niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
12 Wenn aber Jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, köstliche Steine, Holz, Heu, Stroh,
13 so wird das Werk eines Jeglichen offenbar werden; denn der Tag wird es klar machen, weil es durch Feuer offenbar wird; und das Feuer wird bewähren, welcherlei das Werk eines Jeglichen ist.
14 Wenn das Werk Jemandes bleiben wird, welches er aufgebauet hat, so wird er Lohn empfangen;
15 wenn das Werk Jemandes verbrennen wird, so wird er Schaden leiden; er aber wird errettet werden, doch also wie durch Feuer.
16 Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und daß der Geist Gottes in euch wohnet? 17 Wenn Jemand den Tempel Gottes verdirbt, diesen wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, welcher ihr seid.
18 Niemand betrüge sich selbst. Wenn Jemand unter euch den Anschein hat, weise zu sein, der werde ein Narr in diesem Zeitlauf, auf daß er weise werde.
19 Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott; denn es steht geschrieben. "Die Weisen erhascht Er in ihrer Klugheit."
20 Und abermals: "Der Herr kennt die Überlegungen der Weisen, daß sie eitel sind."
21 So rühme sich denn Niemand der Menschen; denn Alles ist euer; "
22 - es sei Paulus, oder Apollos, oder Kephas; es sei Welt, oder Leben, oder Tod, oder Gegenwärtiges, oder Zukünftiges; - Alles ist euer;
23 ihr aber Christi, Christus aber Gottes.


4.


1 Also schätze man uns - als Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes.
2 Übrigens aber sucht man an den Verwaltern, daß einer treu erfunden werde.
3 Mir aber ist es das Geringste, daß ich von euch beurteilt werde, oder von einem menschlichen Gerichte; ich beurteile mich aber auch selbst nicht.
4 Denn ich bin mir selbst nichts bewußt; aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt. Der mich aber beurteilt, ist der Herr.
5 So urteilt nun nicht etwas vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch das Verborgene der Finsternis an´s Licht stellen, und die Ratschläge der Herzen offenbaren wird; und dann wird Jedem das Lob von Gott werden.
6 Dieses aber, Brüder, habe ich auf mich und Apollos gedeutet um euretwillen, damit ihr an uns lernet, nicht über das hinaus zu denken, was geschrieben ist; auf daß Niemand sich aufblähen möge für den Einen, wider den Andern.
7 Denn wer unterscheidet dich? Was aber hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber auch empfangen hast, was rühmest du dich, als nicht empfangen habend?
8 Schon seid ihr satt geworden, schon seid ihr reich geworden; ohne uns habt ihr geherrscht; und ich wollte wohl, daß ihr herrschtet, auf daß auch wir mit euch herrschen möchten.
9 Denn ich denke, daß Gott uns, die Apostel, als die Letzten dargestellt hat, als zum Tode hingegeben; weil wir der Welt, und Engeln, und Menschen ein Schauspiel geworden sind. 10 Wir sind Narren um Christi willen; ihr aber seid klug in Christo; - wir schwach, ihr aber stark; - ihr herrlich, wir aber verachtet.
11 Bis auf die jetzige Stunde leiden wir sowohl Hunger als Durst, und sind nackt, und leiden Backenstreiche, und haben keine bestimmte Wohnung,
12 und bemühen uns, mit eigenen Händen arbeitend. Werden wir geschmäht, - wir segnen; verfolgt, - wir dulden;
13 gelästert, - wir bitten. Wir sind wie Auskehricht der Welt geworden, ein Auswurf Aller bis jetzt.
14 Nicht, euch zu beschämen, schreibe ich dieses; sondern ich ermahne euch als meine geliebten Kinder.
15 Denn wenn ihr zehntausend Zuchtmeister in Christo hättet, so doch nicht viele Väter; denn in Christo Jesu habe ich euch gezeugt durch das Evangelium.
16 Darum bitte ich euch, seid meine Nachahmer.
17 Darum habe ich euch Timotheus gesandt, welcher mein geliebtes und treues Kind in dem Herrn ist; der wird euch meiner Wege, die in Christo sind, erinnern, gleichwie ich überall in jeder Versammlung lehre.
18 Einige sind aufgeblasen geworden, als wenn ich nicht zu euch käme.
19 Ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will, und werde wissen, nicht die Worte der Aufgeblasenen, sondern die Kraft;
20 denn das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft.
21 Was wollt ihr? Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geiste der Sanftmut?


5.


1 Es ist überall das Gerücht, daß es Hurerei unter euch gebe, und eine solche Hurerei, die selbst unter den Nationen nicht stattfindet: daß einer seines Vaters Weib habe.
2 Und ihr seid aufgeblasen, und habt nicht vielmehr Leid getragen, auf daß Der, welcher diese Tat getan hat, aus eurer Mitte weggeschafft würde.
3 Denn ich, zwar dem Leibe nach als abwesend, aber im Geist gegenwärtig, habe, wie gegenwärtig, schon über Den geurteilt,
4 der Dieses also getan hat: Im Namen unsers Herrn Jesu Christi, wenn ihr und mein Geist mit der Macht unsers Herrn Jesu Christi versammelt seid,
5 Solchen dem Satan zu überliefern, zum Verderben des Fleisches, auf daß der Geist am Tage des Herrn Jesu des Heils teilhaftig werde.
6 - Euer Ruhm ist nicht gut. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig die ganze Masse durchsäuert?
7 Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr eine neue Masse werdet, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn auch unser Passah, Christus, ist für uns geschlachtet.
8 Darum laßt uns Festfeier halten, nicht mit altem Sauerteig, noch mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuertem Brot der Lauterkeit und Wahrheit.
9 Ich habe euch im Briefe geschrieben, nicht mit Hurern Verkehr zu haben.
10 Ich meine nicht überhaupt mit Hurern dieser Welt, oder den Geizigen, oder Räubern, oder Götzendienern; - denn dann müßtet ihr aus der Welt gehen.
11 Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Verkehr zu haben, wenn Jemand, der Bruder genannt wird, ein Hurer, oder Geiziger, oder Götzendiener, oder Lästerer, oder Trunkenbold, oder Räuber ist, - mit einem Solchen selbst nicht zu essen.
12 Denn was habe ich Die, welche draußen sind, zu richten? Ihr, richtet ihr nicht, die drinnen sind?
13 Die aber draußen sind, wird Gott richten; tut den Bösen aus eurer Mitte.


6.


1 Darf Jemand unter euch, der eine Sache wider den Andern hat, rechten vor den Ungerechten, und nicht vor den Heiligen?
2 Wisset ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn die Welt durch euch gerichtet wird, seid ihr für die geringsten Rechtssachen unfähig?
3 Wisset ihr nicht, daß wir Engel richten werden? - Und nicht die Sachen des täglichen Lebens?
4 Wenn ihr nun Rechtssachen dieses Lebens habt, so setzet dazu die gering Geachteten in der Versammlung.
5 Euch zur Beschämung sage ich dies. Ist so gar kein Weiser unter euch? auch nicht Einer, der da fähig sei, zwischen Bruder und Bruder zu urteilen;
6 sondern es rechtet Bruder mit Bruder, und dieses vor Ungläubigen?
7 Es ist schon überhaupt ein Fehler an euch, daß ihr miteinander rechtet. Warum lasset ihr euch nicht viel lieber Unrecht tun? Warum lasset ihr euch nicht lieber übervorteilen?
8 Aber ihr, ihr tut Unrecht und übervorteilt, und dieses an Brüdern.
9 Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Irret euch nicht. Weder Hurer, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Weichlinge, noch Knabenschänder,
10 noch Diebe, noch Geizige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes ererben.
11 Und solche sind eurer Etliche gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt in dem Namen unsers Herrn Jesu, und durch den Geist unsers Gottes.
12 Alles steht mir frei; aber nicht Alles ist nützlich. Alles steht mir frei, aber ich werde mich von Keinem überwältigen lassen.
13 Die Speisen dem Bauch, und der Bauch den Speisen; - Gott aber wird diesen und jene vernichten. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. 14 Gott aber hat den Herrn auferweckt, und wird uns auferwecken durch Seine Macht.
15 Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Glieder Christi sind? Soll ich nun die Glieder Christi nehmen, und sie zu Gliedern einer Hure machen? - Das sei ferne!
16 - Wisset ihr nicht, daß der, welcher der Hure anhanget, ein Leib mit ihr ist? "Denn es werden", spricht Er, "die Zwei zu Einem Fleisch sein."
17 Wer aber dem Herrn anhanget, ist Ein Geist mit Ihm.
18 Fliehet der Hurerei! Jede Sünde, die ein Mensch tun mag, ist außer dem Leibe; wer aber huret, der sündigt wider seinen eigenen Leib.
19 Wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euer selbst seid?
20 Denn ihr seid um einen Preis erkauft. So verherrlicht nun Gott an eurem Leibe.


7.


1 In Betreff dessen, was ihr mir geschrieben habt, ist es gut für einen Menschen, daß er kein Weib berühre.
2 Aber um der Hurerei willen habe ein Jeglicher sei eigenes Weib, und eine Jegliche habe ihren eigenen Mann.
3 Der Mann leiste dem Weibe die schuldige Pflicht, desgleichen auch das Weib dem Manne.
4 Das Weib hat nicht Macht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; und desgleichen hat auch der Mann nicht Macht über seinen eigenen leib, sondern das Weib.
5 Entziehet euch einander nicht, es sei denn aus Beider Bewilligung eine Zeitlang; auf daß ihr zum Beten Muße habet; und kommt wiederum zusammen, auf daß Satan euch nicht wegen eurer Unenthaltsamkeit versuche.
6 Dieses sage ich aber aus Nachsicht, und nicht aus Gebot;
7 denn ich wollte, daß alle Menschen so seien, wie auch ich selbst; aber Jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der Eine so, der Andere so.
8 Ich sage aber den Ledigen und Witwen: Es ist ihnen gut, wenn sie bleiben, wie auch ich. 9 Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so lasset sie heiraten; denn es ist besser heiraten, als Brunst leiden.
10 Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß das Weib nicht von dem Manne geschieden werde.
11 (Wenn sie aber geschieden ist, so bleibe sie ledig, oder versöhne sich mit dem Manne, - und daß der Mann das Weib nicht von sich lasse.
12 Den Übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder ein ungläubiges Weib hat, und es ist ihr wohlgefällig, bei ihm zu wohnen, so lasse er sie nicht von sich.
13 Und ein Weib, die einen ungläubigen Mann hat, und es ist ihm wohlgefällig, bei ihr zu wohnen, verlasse ihn nicht.
14 Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch das Weib, und das ungläubige Weib ist geheiligt durch den Mann; sonst wären eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig.
15 Wenn aber der Ungläubige sich trennt, so trenne er sich. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht gebunden; in Frieden aber hat uns Gott berufen.
16 Denn was weißt du, Weib, ob du den Mann erretten wirst? Oder was weißt du, Mann, ob du das Weib erretten wirst?
17 Doch wie der Herr einem Jeglichen ausgeteilt hat, wie Gott einen Jeglichen berufen hat, also wandle er; und also verordne ich in allen den Versammlungen.
18 Ist Jemand beschnitten berufen worden, so ziehe er keine Vorhaut; ist Jemand in der Vorhaut berufen worden, so werde er nicht beschnitten.
19 Die Beschneidung ist nichts, und die Vorhaut ist nichts; sondern das Halten der Gebote Gottes.
20 Jeglicher bleibe in dem Beruf, in welchem er berufen worden ist.
21 Bist du als Sklave berufen worden, so laß es dir kein Kummer sein; - wenn du aber auch frei werden kannst, so bediene dich dessen um so lieber.
22 Denn der im Herrn berufene Sklave ist ein Gefreiter des Herrn; desgleichen auch der berufene Freie ist ein Sklave Christi.
23 Ihr seid um einen Preis erkauft; - werdet nicht der Menschen Sklaven.
24 Ein Jeglicher, Brüder, worin er berufen worden ist, darin bleibe er bei Gott.
25 Was aber die Jungfrauen betrifft, so habe ich kein Gebot des Herrn, aber eine Weisung gebe ich, als begnadigt von dem Herrn, getreu zu sein.
26 Ich meine nun dieses, daß es gut sei, um der gegenwärtigen Not willen, daß es dem Menschen gut sei, also zu sein.
27 Bist du an ein Weib gebunden, so suche nicht los zu werden; bist du aber los vom Weibe, so suche kein Weib.
28 Wenn du aber auch heiratest, so hast du nicht gesündigt; und wenn die Jungfrau heiratet, so hat sie nicht gesündigt; aber solche werden Trübsal im Fleisch haben; ich verschone euch aber.
29 Dieses aber sage ich, Brüder: die Zeit ist gedrängt; - übrigens, daß auch die, welche Weiber haben, seien, als hätten sie keine;
30 und die Weinenden, als nicht Weinende, und die sich Freuenden, als sich nicht Freuende, und die Kaufenden, als nicht Besitzende,
31 und die dieser Welt Gebrauchenden, als ihrer nicht als Eigentum Gebrauchenden; denn die Gestaltung dieser Welt vergeht.
32 Ich will aber, daß ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist für die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefallen soll;
33 der Verheiratete aber ist für die Dinge der Welt besorgt, wie er dem Weibe gefallen soll. 34 Es ist ein Unterschied zwischen dem Weibe und der Jungfrau. Die Unverheiratete ist für die Dinge des Herrn besorgt, auf daß sie heilig sei sowohl an Leib als Geist; die Verheiratete aber ist für die Dinge der Welt besorgt, wie sie dem Manne gefallen soll.
35 Dieses aber sage ich zu eurem eigenen Nutzen, nicht daß ich euch eine Schlinge umwerfe, sondern zur Anständigkeit und zur ungeteilten Anhaltsamkeit an dem Herrn.
36 Wenn aber Jemand denkt, daß er mit seiner Jüngling- oder Jungfrauschaft nicht anständig handle, wenn diese über die Jahre der Blüte hinausgeht, und daß es also sein muß, - so tue er, was er will; er sündigt nicht; - sie mögen heiraten.
37 Wer aber im Herzen feststeht, und keine Not, aber Macht über seinen eigenen Willen hat, und dieses in seinem Herzen beschlossen hat, seine Jüngling- oder Jungfrauschaft zu bewahren, der tut wohl.
38 Also, wer sich verheiratet, tut wohl, und wer nicht heiratet, tut besser.
39 Das Weib ist gebunden, so lange ihr Mann lebt; wenn aber ihr Mann entschlafen ist, so ist sie frei, zu heiraten, welchen sie will, doch aber im Herrn.
40 Glückseliger ist sie aber, wenn sie also bleibt, meiner Meinung nach; - ich denke aber, daß auch ich Gottes Geist habe.


8.


1 Was aber die Götzenopfer betrifft, so wissen wir, weil wir Alle Erkenntnis haben, - (Die Erkenntnis blähet auf, die Liebe aber erbauet.
2 Wenn aber Jemand sich dünkt, etwas zu wissen, der hat noch nichts erkannt, wie man erkennen soll.
3 Wenn aber Jemand Gott liebt, der ist von Ihm erkannt.)
4 - was nun das Essen der Götzenopfer betrifft, so wissen wir, daß ein Götzenbild nichts ist in der Welt, und daß kein anderer Gott ist, als Einer.
5 Denn wiewohl auch sind, welche Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf der Erde; (wie es viele Götter und viele Herren gibt)
6 für uns aber ist Ein Gott, der Vater, aus welchem alle Dinge sind, und wir zu Ihm, und Ein Herr, Jesus Christus, durch welchen alle Dinge sind, und wir durch Ihn.
7 Die Erkenntnis aber ist nicht in Allen; sondern Etliche essen bis jetzt mit Gewissen hinsichtlich des Götzenbildes, als ob es etwas sei, als von Götzenopfern, und ihr Gewissen, weil es schwach ist, wird befleckt.
8 Speise aber empfiehlt uns vor Gott nicht; denn weder, wenn wir essen, sind wir vorzüglicher, noch wenn wir nicht essen, sind wir geringer.
9 Sehet aber, daß diese eure Freiheit in keiner Weise den Schwachen zum Anstoß werde. 10 Denn wenn Jemand dich, der du Erkenntnis hast, in dem Götzentempel am Tische liegen sähe; wird nicht sein Gewissen, weil er schwach ist, bestärkt werden, von den Götzenopfern zu essen?
11 Und über deiner Erkenntnis geht der schwache Bruder verloren, um welches willen Christus gestorben ist.
12 Also aber wider die Brüder sündigend, und ihr schwaches Gewissen verletzend, sündigt ihr wider Christum.
13 Darum, wenn die Speise meinem Bruder Anstoß gibt, will ich in Ewigkeit kein Fleisch essen, damit ich meinem Bruder nicht Anstoß gebe.


9.


1 Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesum Christum, unsern Herrn, gesehen? Seid ihr nicht mein Werk im Herrn?
2 Wenn ich nicht ein Apostel für Andere bin, so bin ich es doch für euch; denn das Siegel meines Apostelamts seid ihr in dem Herrn.
3 Dies ist meine Verantwortung an Die, welche mich zur Untersuchung ziehen.
4 Haben wir nicht das Recht zu essen und zu trinken?
5 Haben wir nicht das Recht, eine Schwester zum Weibe umher zu führen, wie auch die übrigen Apostel, und die Brüder des Herrn, und Kephas?
6 Oder haben allein ich und Barnabas nicht das Recht, nicht zu arbeiten?
7 - Wer tut jemals Kriegsdienste auf eigenen Sold? Wer pflanzt einen Weinberg, und isset nicht von dessen Frucht? Oder wer weidet eine Herde, und isset nicht von der Milch der Herde?
8 - Rede ich Dieses auf Menschenweise, oder sagt nicht auch das Gesetz Dieses?
9 Denn in dem Gesetz Mosis steht geschrieben. "Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden!" Ist Gott für die Ochsen besorgt?
10 Oder spricht Er es nicht überhaupt um unsertwillen? Ist es ja um unsertwillen geschrieben, daß der, welcher pflügt, auf Hoffnung pflügen soll, und der, welcher drischt, auf Hoffnung, dessen teilhaftig zu werden.
11 Wenn wir euch das Geistliche gesät haben; - ist es was Großes, wenn wir euer Leibliches ernten?
12 Wenn Andere dieses Rechtes an euch teilhaftig sind, - nicht vielmehr wir? Wir haben aber dieses Recht nicht gebraucht, sondern wir ertragen Alles, auf daß wir dem Evangelium des Christus kein Hindernis geben.
13 Wisset ihr nicht, daß Die, welche mit den heiligen Dingen beschäftigt sind, aus dem Tempel essen, daß die welche des Altars warten, mit dem Altar Teil haben?
14 So auch hat der Herr Denen, die das Evangelium verkündigen, verordnet, daß sie vom Evangelium leben.
15 Ich aber gebrauche keins dieser Dinge; ich habe Dieses aber nicht geschrieben, auf daß es also mit mir geschehe; denn es wäre mir besser zu sterben, als daß Jemand meinen Ruhm zunichte machte.
16 Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so ist es mir kein Ruhm, weil mir eine Notwendigkeit aufliegt. Denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündige!
17 Denn wenn ich dies freiwillig tue, so habe ich Lohn, wenn aber nicht freiwillig, - so bin ich mit einer Verwaltung betraut.
18 Was ist denn nun mein Lohn? - Daß ich, das Evangelium verkündigend, das Evangelium des Christus kostenfrei mache, daß ich mein Recht am Evangelium nicht gebrauche.
19 Denn von Allen frei seiend, habe ich mich Allen zum Sklaven gemacht, auf daß ich um so viel mehr gewinne;
20 und bin den Juden wie ein Jude geworden, auf daß ich die Juden gewinne; Denen, die unter Gesetz sind, wie unter Gesetz, (obwohl selbst nicht unter Gesetz seiend,) auf daß ich Die, welche unter Gesetz sind, gewinne;
21 Denen, die ohne Gesetz sind, wie ohne Gesetz, (wiewohl nicht gesetzlos vor Gott seiend, sondern Christo gesetzmäßig unterworfen,) auf daß ich Die, so ohne Gesetz sind, gewinne;
22 den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, auf daß ich die Schwachen gewinne. Ich bin Allen Alles geworden, auf daß ich auf alle Weise Einige rette.
23 Dieses aber tue ich um des Evangeliums willen, auf daß ich sein teilhaftig werde.
24 Wisset ihr nicht, daß die, welche in den Schranken laufen, zwar Alle laufen, aber Einer den Kampfpreis erlangt? Laufet also, daß ihr ihn erlangt.
25 Jeder aber, welcher kämpft, ist enthaltsam in allen Dingen; Jene freilich, auf daß sie eine verwesliche Krone empfangen; wir aber eine unverwesliche.
26 So laufe ich nun also, nicht als auf´s Ungewisse; also treibe ich Faustkampf, nicht als Einer, der die Luft schlägt;
27 sondern ich zerschlage meinen Leib, und führe ihn in Knechtschaft, daß ich, nachdem ich Andern gepredigt habe, nicht selbst verwerflich werde.


10.


1 Ich will aber nicht, daß euch unbekannt sei, Brüder, daß unsere Väter Alle unter der Wolke waren, und Alle durch das Meer gegangen sind.
2 Und Alle sind in der Wolke und in dem Meer auf Moses getauft;
3 und Alle haben denselben geistlichen Trank getrunken.
4 (Denn sie tranken aus dem geistlichen Fels, welcher folgte. Der Fels aber war der Christus.)
5 An Vielen derselben aber hatte Gott nicht Wohlgefallen; denn sie sind in der Wüste niedergestreckt worden.
6 Diese Dinge aber sind unsere Vorbilder geworden, daß wir nicht nach bösen Dingen gelüsten, gleichwie auch Jene gelüsteten.
7 Werdet auch nicht Götzendiener, gleichwie Etliche von ihnen, wie geschrieben steht: "Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stand auf, zu spielen."
8 Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche von ihnen Hurerei trieben, und an Einem Tage dreiundzwanzig Tausend fielen.
9 Lasset uns auch den Christus nicht versuchen, gleichwie auch Etliche von ihnen Ihn versuchten, und von den Schlangen umgebracht wurden.
10 Murret auch nicht, gleichwie auch Etliche von ihnen murrten, und von dem Verderber umgebracht wurden.
11 Alle diese Dinge aber widerfuhren Jenen als Vorbilder; aber zu unserer Ermahnung sind sie geschrieben, auf welche die Vollendung der Zeitalter gekommen ist.
12 Darum, wer zu stehen sich dünkt, sehe zu, daß er nicht falle.
13 Keine Versuchung hat euch ergriffen, als nur eine menschliche. Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang verschaffen wird, um es ertragen zu können.
14 Darum, meine Geliebten, fliehet den Götzendienst.
15 Als zu Verständigen rede ich; beurteilt ihr, was ich sage.
16 Der Kelch der Segnung, welchen wir segnen, - ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, welches wir brechen, - ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?
17 Denn Ein Brot - Ein Leib sind wir, die Vielen; denn wir Alle sind des Einen Brotes teilhaftig.
18 - Sehet an das Israel nach dem Fleisch! Sind nicht Die, welche die Opfer essen, Teilnehmer am Altar?
19 Was sage ich denn? Daß ein Götzenbild etwas sei? Oder daß ein Götzenopfer etwas sei?
20 Sondern daß Das, was die Nationen opfern, sie den Teufeln opfern, und nicht Gott. Ich will aber nicht, daß ihr in der Gemeinschaft der Teufel seid.
21 Ihr könnt nicht des Herrn Kelch und der Teufel Kelch trinken; ihr könnt nicht des Herrn Tisches und des Tisches der Teufel teilhaftig sein.
22 Reizen wir den Herrn zum Eifer? Sind wir stärker, als Er?
23 Alle Dinge stehen mir frei, aber nicht alle Dinge erbauen.
24 Niemand suche das Seine, sondern ein Jeglicher, was des Andern ist.
25 Esset Alles, was auf dem Fleischmarkte verkauft wird, ohne zu untersuchen, um des Gewissens willen.
26 Denn die Erde und ihre Fülle ist des Herrn.
27 Wenn aber Jemand von den Ungläubigen euch einladet, und ihr wollt hingehen, so esset Alles, was euch vorgesetzt wird, ohne zu untersuchen, um des Gewissens willen.
28 Wenn aber Jemand zu euch sagt: Dies ist Götzenopfer; - so esset nicht, um Jenes willen, der es anzeigt, und um des Gewissens willen;
29 - des Gewissens, sage ich, nicht deines eigenen, sondern des des Andern. Denn warum wird meine Freiheit von einem andern Gewissen beurteilt?
30 Wenn ich mit Danksagung Teil habe, - warum werde ich über Das gelästert, wofür ich danksage?
31 Sei es nun, daß ihr esset, oder trinket, oder was ihr tut, - tut Alles zur Ehre Gottes.
32 Seid nicht anstößig, weder den Juden, noch den Griechen, noch der Versammlung Gottes;
33 gleichwie auch ich mich in allen Dingen Allen gefällig mache, nicht meinen Vorteil, sondern den der Vielen suchend, auf daß sie selig werden.


11.


1 Seid meine Nachahmer, gleich wie auch ich Christi.
2 Ich lobe euch aber, Brüder, daß ihr euch meiner in allen Dingen erinnert, und die Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch überliefert habe.
3 Ich will aber, daß ihr wisset, daß der Christus das Haupt jedes Mannes ist; des Weibes Haupt aber der Mann, Christi Haupt aber - Gott ist.
4 Jeder Mann, betend oder weissagend, der etwas auf seinem Haupt hat, entehrt sein Haupt.
5 Jedes Weib aber, betend oder weissagend mit unbedecktem Haupt, entehrt ihr Haupt; denn es ist eben so viel, als wäre sie beschoren.
6 Denn wenn das Weib nicht bedeckt ist, so werde auch ihr Haar verschnitten; wenn es aber für ein Weib schändlich ist, daß ihr Haar verschnitten, oder sie beschoren werde, so lasset sie sich bedecken.
7 Denn ein Mann freilich soll nicht das Haupt bedecken, weil er Gottes Bild und Herrlichkeit ist; das Weib aber ist des Mannes Herrlichkeit.
8 Denn der Mann ist nicht aus dem Weibe, sondern das Weib aus dem Manne;
9 denn der Mann ward auch nicht um des Weibes willen geschaffen, sondern das Weib um des Mannes willen.
10 Darum soll das Weib Macht auf dem Haupte haben, um der Engel willen.
11 Dennoch ist weder das Weib ohne den Mann, noch der Mann ohne das Weib in dem Herrn.
12 Denn gleichwie das Weib aus dem Manne, also ist auch der Mann durch das Weib; Alles aber ist aus Gott.
13 Urteilt bei euch selbst: Ist es anständig, daß ein Weib unbedeckt zu Gott bete?
14 Oder lehret euch nicht selbst die Natur, daß, wenn ein Mann lange Haare hat, es ihm eine Schande sei?
15 - Wenn aber ein Weib langes Haar hat, es ihr eine Ehre sei? weil das Haar ihr anstatt eines Schleiers gegeben ist.
16 Wenn es aber Jemand gut dünkt streitsüchtig zu sein, so haben wir solche Gewohnheit nicht, noch die Versammlungen Gottes.
17 Indem ich aber Dieses vorstelle, lobe ich nicht, daß ihr nicht zum Bessern, sondern zum Schlimmern zusammenkommt.
18 Denn zuerst höre ich, wenn ihr in der Versammlung zusammenkommt, es seien Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich es.
19 Denn es müssen auch Parteiungen unter euch sein, auf daß die Bewährten unter euch offenbar werden.
20 Wenn ihr aber an einem Ort zusammenkommt, so ist das nicht das Abendmahl des Herrn essen.
21 Denn Jeder, wenn er ißt, nimmt erst sein eigenes Abendmahl vorab, und Einer ist hungrig, der Andere trinkt sich satt.
22 Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Versammlung Gottes, und beschämt Die, welche keine haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch hierin loben? - Ich lobe nicht. -
23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe, daß der Herr Jesus in der Nacht, da er überliefert ward, Brot nahm
24 und, als Er gedankt hatte, es brach und sagte: Dieses ist Mein Leib, der für euch ist; Dieses tut zu Meinem Gedächtnis.
25 - Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl, sagend: Dieser Kelch ist der neue Bund in Meinem Blut; Dieses tut, so oft ihr trinket, zu Meinem Gedächtnis.
26 Denn so oft ihr dieses Brot esset, und diesen Kelch trinket, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis Er kommt.
27 Wer also auf unwürdige Art das Brot ißt, oder den Kelch des Herrn trinkt, der wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein.
28 Der Mensch aber prüfe sich selbst, und also esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch.
29 Denn wer auf unwürdige Art ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich selber Gericht, weil er nicht den Leib des Herrn unterscheidet.
30 Deshalb sind Viele unter euch schwächlich und kränklich, und nicht Wenige entschlafen.
31 Denn wenn wir uns selbst beurteilten, so würden wir nicht gerichtet.
32 Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtigt, auf daß wir nicht mit der Welt verdammt werden.
34 Daher, meine Brüder, wenn ihr zu essen zusammenkommt, so wartet aufeinander. Wenn Jemand hungert, der esse daheim; auf daß ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das Übrige aber will ich ordnen, wenn ich komme.


12.


1 Was aber die geistlichen Zeichen betrifft, Brüder, so will ich nicht, daß ihr unwissend seid.
2 Ihr wisset, daß ihr Nationen gewesen, und zu den stummen Götzenbildern hingegangen seid, wie ihr geführt wurdet.
3 Darum tue ich euch kund, daß Niemand, in dem Geist Gottes redend, sagt: Verflucht sei Jesus! - und Niemand sagen kann: Herr Jesus! - als nur in dem Heiligen Geist.
4 Es sind aber Verschiedenheiten von Gnadengaben; aber derselbe Geist;
5 und es sind Verschiedenheiten von Diensten, aber derselbe Herr;
6 und es sind Verschiedenheiten von Wirkungen, aber es ist derselbe Gott, der Alles in Allen wirkt.
7 Jeglichem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben.
8 Denn Einem wird durch den Geist die Rede der Weisheit gegeben, und einem Andern die Rede der Erkenntnis nach demselben Geist,
9 und einem Andern Glauben in der Kraft desselben Geistes, und einem Andern Gnadengaben der Heilungen in der Kraft desselben Geistes,
10 und einem Andern Wirkungen der Wunderwerke, und einem Andern Prophezeiung, und einem Andern Unterscheidungen der Geister, und einem Andern verschiedene Arten Sprachen, und einem Andern Auslegung der Sprachen.
11 Alle diese Dinge aber wirket ein und derselbe Geist, Jeglichem in´s Besondere austeilend, wie Er will.
12 Denn gleich wie der Leib Einer ist, und viele Glieder hat, alle die Glieder des Einen Leibes aber, obgleich viele, Ein Leib sind; also ist auch der Christus.
13 Denn auch durch Einen Geist sind wir Alle zu Einem Leibe getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie; und sind Alle in Einen Geist getränkt. 14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.
15 Wenn der Fuß sagte: Weil ich nicht Hand bin, so bin ich nicht von dem Leibe; - ist er deswegen nicht von dem Leibe?
16 - Und wenn das Ohr sagte: Weil ich nicht Auge bin, so bin ich nicht von dem Leibe; - ist es deswegen nicht von dem Leibe?
17 - Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn der ganze Leib Gehör wäre, wo wäre der Geruch?
18 Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches derselben am Leibe, wie Er gewollt hat.
19 Wenn aber Alle Ein Glied wären, wo wäre der Leib?
20 Nun sind aber der Glieder viele, der Leib aber Einer.
21 Das Auge kann nicht zu der Hand sagen: Ich habe dich nicht nötig; - oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich habe euch nicht nötig.
22 Vielmehr aber sind die Glieder des Leibes, welche schwächer zu sein scheinen, notwendig;
23 und welche uns die unehrbaren des Leibes zu sein dünken, diese umgeben wir mit reichlicherer Ehre; und unsere unanständigen empfangen desto reichlichere Wohlanständigkeit.
24 Unsere wohlanständigen aber bedürfen es nicht. Aber Gott hat den Leib passend zusammenverbunden, indem Er dem mangelhaften reichlichere Ehre gegeben hat;
25 auf daß nicht eine Trennung an dem Leibe sei, sondern die Glieder dieselbe Sorge für einander haben.
26 Und sei es, daß ein Glied leide, so leiden alle Glieder mit; sei es, daß ein Glied verherrlicht werde, so freuen sich alle Glieder mit.
27 Ihr aber seid der Leib Christi, und Glieder insonderheit.
28 Und Gott hat Etliche in der Versammlung gesetzt, erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, darnach Wunderkräfte, dann Gnadengaben von Heilungen, Hilfsleistungen, Regierungen, verschiedene Arten von Sprachen.
29 Sind Alle Apostel? Sind Alle Propheten? Sind Alle Lehrer? Sind Alle Wundertäter?
30 Haben Alle Gnadengaben von Heilungen? Reden Alle in Sprachen? Legen Alle aus? - 31 Strebet aber nach den bessern Gnadengaben. Und einen noch vortrefflicheren Weg zeige ich euch.


13.


1 Wenn ich mit den Sprachen der Menschen und Engel rede, aber nicht Liebe habe, bin ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich Prophezeiung habe, und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und allen Glauben habe, also daß ich Berge versetze, aber nicht Liebe habe, bin ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe austeilen werde, und wenn ich meinen Leib hingebe, auf daß ich verbrannt werde, - habe aber nicht Liebe, so ist es mir nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig, ist gütig; die Liebe eifert nicht; die Liebe tut nicht groß; sie blähet sich nicht auf;
5 sie gebärdet sich nicht unanständig; sie suchet nicht das Ihre; sie läßt sich nicht erbittern; sie denkt nichts Böses,
6 sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sondern sie freuet sich mit der Wahrheit;
7 sie deckt Alles zu; sie glaubt Alles, sie hofft Alles, sie erduldet Alles.
8 Die Liebe vergeht nimmer. Seien es aber Prophezeiungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden.
9 Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise;
10 - wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, dann wird Das, was stückweise ist, weggetan werden.
11 Als ich ein Kind war, sprach ich wie ein Kind, war gesinnt wie ein Kind, urteilte wie ein Kind. Als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was kindisch war.
12 Denn jetzt sehen wir mittelst eines Spiegels im Rätsel; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin.
13 Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; - die Größte aber von Diesen ist die Liebe.


14.


1 Strebet nach der Liebe; eifert aber um die geistlichen Gaben, allermeist aber, daß ihr weissaget.
2 Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht den Menschen, sondern Gott. Denn Niemand versteht es; im Geist aber redet er Geheimnisse.
3 Wer aber weissagt, redet den Menschen Erbauendes, Ermahnendes und Tröstendes.
4 Wer in einer Sprache redet, erbauet sich selbst; wer aber weissagt, erbauet die Versammlung.
5 Ich wollte aber, daß ihr Alle in Sprachen redetet; vielmehr aber, daß ihr weissagtet. Denn der, welcher weissagt, ist mehr, als der in Sprachen redet, es sei denn, daß er es auch auslege, auf daß die Versammlung Erbauung empfange.
6 Nun aber, Brüder, wenn ich zu euch komme, in Sprachen redend - was werde ich euch nützen, wenn ich zu euch nicht entweder in Offenbarung, oder in Erkenntnis, oder in Weissagung, oder in Lehre redete?
7 Geben doch die leblosen Dinge einen Ton von sich, es sei eine Pfeife oder eine Harfe; wenn sie nicht einen Unterschied in den Tönen geben, wie wird man wissen, was gepfiffen oder geharfet ist?
8 Denn wenn auch eine Posaune einen undeutlichen Ton gibt, - wer wird sich zum Kampf rüsten?
9 Also auch ihr, wenn ihr nicht durch die Sprache eine verständliche Rede gebet, - wie kann man wissen, was geredet wird? Denn ihr werdet in die Luft reden.
10 Es gibt vielleicht so viele Arten von Stimmen in der Welt, und keine derselben ist tonlos. 11 Wenn ich denn nicht die Kraft des Tones erkenne, so werde ich Dem, welcher redet, ein Barbar sein; und Der, welcher redet, wird mir ein Barbar sein.
12 Also auch ihr, weil ihr ja Eiferer um Geister seid, so eifert, daß ihr zur Erbauung der Versammlung reichlich begabt seid.
13 Darum, wer in Sprachen redet, bete, auf daß er´s auslege.
14 Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.
15 Was ist es denn? Ich will im Geist beten, und ich will auch mit dem Verstand beten; ich will im Geist lobsingen und will auch mit dem Verstand lobsingen.
16 Sonst, wenn du im Geist segnen wirst, wie soll Der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen auf deine Danksagung sprechen; da er nicht weiß, was du sagst?
17 Denn du danksagst freilich wohl; aber der Andere wird nicht erbaut.
18 Ich danke Gott, weil ich mehr, als ihr Alle in Sprachen rede.
19 Aber ich wollte in der Versammlung lieber fünf Worte durch meinen Verstand reden, auf daß ich auch Andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache.
20 Brüder! seid nicht Kinder am Verständnis, sondern an der Bosheit seid Kinder; am Verständnis aber seid vollkommen.
21 Es steht in dem Gesetz geschrieben: "Ich werde in fremden Sprachen und mit fremden Lippen zu diesem Volke reden, und auch also werden sie Mich nicht hören, spricht der Herr."
22 - So sind denn die Sprachen zu einem Zeichen, nicht den Gläubigen, sondern den Ungläubigen; die Weissagung aber nicht den Ungläubigen, sondern den Gläubigen.
23 Wenn denn die ganze Versammlung an einem Ort zusammen gekommen ist, und Alle in Sprachen reden, und Unkundige oder Ungläubige hereintreten, - werden sie nicht sagen, daß ihr von Sinnen seid?
24 Wenn aber Alle weissagen, und ein Ungläubiger oder ein Unkundiger tritt herein, so wird er von Allen überführt, von Allen beurteilt.
25 Die verborgenen Dinge seines Herzens werden offenbar, und also, fallend auf sein Angesicht, wird er Gott anbeten, verkündigend, daß Gott wirklich unter euch ist.
26 Was ist es denn, Brüder? Wenn ihr zusammen kommt, so hat Jeder von euch einen Psalm, hat Lehre, hat Sprache, hat Offenbarung, hat Auslegung. Alles geschehe zur Erbauung.
27 Es sei, daß Jemand in einer Sprache redet, so geschehe es zu Zwei, oder höchstens zu Drei und nacheinander; und Einer lege es aus.
28 Wenn aber kein Ausleger da ist, so schweige er in der Versammlung, rede aber sich selbst und Gott.
29 Propheten aber lasset zu Zwei oder Drei reden, und die Andern urteilen.
30 Wenn aber einem Andern, der da sitzt, etwas offenbart wird, so schweige der Erste.
31 Denn ihr könnt Alle einzeln weissagen, auf daß Alle lernen und Alle getröstet werden.
32 Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan.
33 Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Versammlungen der Heiligen.
34 Lasset eure Weiber schweigen in den Versammlungen; denn es ist ihnen nicht zu reden erlaubt, sondern geboten, unterworfen zu sein, wie auch das Gesetz sagt.
35 Wenn sie aber etwas lernen wollen, so lasset sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für Weiber, in der Versammlung zu reden.
36 Ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist es allein zu euch gelangt?
37 Wenn sich Jemand dünkt, er sei Prophet oder geistlich, der erkenne, was ich euch schreibe, daß es Gebote des Herrn sind.
38 Ist aber Jemand unwissend, so sei er unwissend.
39 Also Brüder, eifert um die Weissagung, und wehret nicht, in Sprachen zu reden.
40 Lasset aber Alles anständig und in Ordnung geschehen.


15.


1 Ich tue euch aber kund, Brüder, das Evangelium, welches ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet,
2 durch welches ihr auch das Heil besitzet, wenn ihr an dem Worte fest haltet, welches ich euch verkündigt habe, es sei denn, daß ihr umsonst geglaubt habt.
3 Denn ich habe euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe: daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften;
4 und daß Er begraben worden, und daß Er am dritten Tage auferstanden ist, nach den Schriften;
5 und daß Er von Kephas gesehen worden ist, darnach von den Zwölfen.
6 Darnach ist Er von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal gesehen worden, von welchen die Meisten bis jetzt übrig geblieben, Etliche aber auch entschlafen sind.
7 Darnach ist Er von Jakobus gesehen worden, darnach von allen den Aposteln;
8 am letzten aber nach Allen, ist Er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden.
9 Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht würdig bin, ein Apostel genannt zu werden, weil ich die Versammlung Gottes verfolgt habe.
10 Durch die Gnade Gottes aber bin ich, was ich bin; und Seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, als sie Alle; - nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir war.
11 Es sei denn ich, es seien Jene, also predigen wir, und also habt ihr geglaubt.
12 Wenn aber Christus gepredigt wird, daß Er aus den Toten auferweckt ist; - wie sagen Etliche unter euch, daß es keine Auferstehung der Toten gebe?
13 Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt. 14 Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist denn unsere Predigt vergeblich; aber auch euer Glaube ist vergeblich.
15 Wir werden aber auch sogar als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir von Gott gezeugt haben, daß Er den Christus auferweckt hat, welchen Er nicht auferweckt hat, wenn wirklich die Toten nicht auferweckt werden.
16 Denn wenn die Toten nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden.
17 Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, so ist euer Glaube eitel; ihr seid noch in euren Sünden.
18 So sind denn auch Die, welche in Christo entschlafen sind, verloren.
19 Wenn wir allein in diesem Leben auf Christum hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.
20 - (Nun aber ist Christus, als Erstling der Entschlafenen, aus den Toten auferweckt worden;
21 denn weil durch den Menschen der Tod gekommen ist, so auch durch den Menschen die Auferstehung der Toten.
22 Denn gleichwie in dem Adam Alle sterben, also werden auch in dem Christus Alle lebendig gemacht werden.
23 Jeglicher aber in seiner eigenen Ordnung. Christus - Erstling. Darnach Die, welche des Christus sind bei Seiner Ankunft.
24 Dann das Ende, wenn Er das Reich dem Gott und Vater überliefert, wenn Er alles Fürstentum und alle Gewalt und Macht weggetan haben wird.
25 Denn Er muß herrschen, bis daß Er alle Feinde unter Seine Füße gelegt hat.
26 Der letzte Feind, der weggetan wird, ist der Tod.
27 "Denn Er hat Alles Seinen Füßen untergeordnet." Wenn Er aber sagt, daß Alles untergeordnet ist, so ist es klar, daß es mit Ausnahme Dessen ist, welcher Ihm Alles untergeordnet hat.
28 Wenn Ihm aber Alles untergeordnet ist, dann wird auch der Sohn selbst Dem untergeordnet sein, der Ihm Alles untergeordnet hat, auf daß Gott Alles in Allem sei.)
29 - Was werden sonst Die tun, die für die Toten getauft werden, wenn überhaupt Tote nicht auferweckt werden? Warum werden sie auch für sie getauft?
30 Warum sind auch wir jede Stunde in Gefahr?
31 Täglich sterbe ich, bei eurem Rühmen, welches ich in Christo Jesu, unserm Herrn, habe.
32 Wenn ich nach Menschenweise einen Tierkampf in Ephesus bestanden habe, - was nützt es mir, wenn Tote nicht auferweckt werden? "Lasset und essen und trinken; denn morgen sind wir tot."
33 - Laßt euch nicht verführen. Böser Verkehr verdirbt gute Sitten.
34 Werdet nüchtern in Gerechtigkeit, und sündiget nicht; denn Etliche kennen Gott nicht; ich sage es euch zur Schande.
35 Es wird aber Jemand sagen: Wie werden die Toten auferweckt? und mit welchem Leibe kommen sie?
36 - Du Narr! Was du säst, wird nicht lebendig, es sterbe denn.
37 Und was du säst, du säst nicht den Körper, der werden soll, sondern ein nacktes Korn, es mag sein von Weizen, oder von einem der andern Samen.
38 Gott aber gibt ihm einen Körper, wie Er gewollt hat, und Jeglichem von den Samen seinen eigenen Körper.
39 Nicht ist jedes Fleisch dasselbe Fleisch; sondern ein anderes ist das der Menschen, ein anderes Fleisch ist das des Viehes, ein anderes das der Fische, ein anderes das der Vögel.
40 Und es sind himmlische Körper, - und irdische Körper. Aber eine andere ist die Herrlichkeit der himmlischen, - eine andere die der irdischen;
41 eine andere Herrlichkeit der Sonne, - und eine andere Herrlichkeit des Mondes, - und eine andere Herrlichkeit der Sterne; denn es unterscheidet sich Stern von Stern an Herrlichkeit.
42 Also ist auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät in Verwesung; es wird auferweckt in Herrlichkeit;
43 es wird gesät in Schwachheit; es wird auferweckt in Kraft;
44 es wird gesät ein natürlicher Leib; es wird auferweckt ein geistiger Leib. Es gibt einen natürlichen Leib, - und es gibt einen geistigen Leib.
45 Also steht auch geschrieben: "Der erste Mann, Adam, ist geworden zu einer lebendigen Seele;" - der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist.
46 Aber das Geistige war nicht zuerst, sondern das Natürliche, darnach das Geistige.
47 Der erste Mensch ist von der Erde, von Staub; der zweite Mensch - der Herr vom Himmel.
48 Wie Der von Staub ist, so sind auch Die, welche von Staub sind; und wie der Himmlische ist, so sind auch die Himmlischen.
49 Und wie wir das Bild Dessen von Staub getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.
50 Dieses aber sage ich, Brüder: daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch die Verwesung nicht die Unverweslichkeit erbt.
51 Siehe! ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht Alle entschlafen, wir werden aber Alle verwandelt werden,
52 in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune. Denn posaunen wird es, und die Toten werden unverweslich auferweckt werden, und wir werden verwandelt werden.
53 Denn dies Verwesliche muß Unverweslichkeit anziehen, und dies Sterbliche Unsterblichkeit anziehen.
54 Wenn aber dies Verwesliche Unverweslichkeit anziehen wird, und dies Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, welches geschrieben steht: "Verschlungen ist der Tod in Sieg."
55 "Wo ist, o Tod, dein Stachel? Wo ist, o Hades, dein Sieg?"
56 Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde - das Gesetz.
57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesum Christum.
58 So denn, meine geliebten Brüder, werdet fest, unbeweglich, allezeit überreich fleißig in dem Werke des Herrn, wissend, daß eure Mühe in dem Herrn nicht vergeblich ist.


16.


1 Was aber die Collekte für die Heiligen betrifft, so tut auch ihr also, wie ich den Versammlungen von Galatien verordnet habe.
2 An jedem erste Wochentage lege Jeder von euch bei sich zurück, und mache etwas zusammen, nach dem Gedeihen seines Erwerbes, auf daß nicht dann, wenn ich komme, die Collekten geschehen.
3 Wenn ich aber gekommen bin, will ich Die, welche ihr irgendwie für tüchtig ansehet, mit Briefen senden, daß sie eure Wohltat nach Jerusalem hinbringen.
4 Wenn es aber gut ist, daß auch ich hinreise, sollen sie mit mir reisen.
5 Ich werde aber zu euch kommen, wenn ich Macedonien durchzogen habe; denn ich ziehe durch Macedonien.
6 Vielleicht aber werde ich bei euch bleiben, oder auch überwintern, auf daß ihr mich hingeleitet, wohin irgend ich gehen möge.
7 Denn ich will euch jetzt bei der Durchreise nicht sehen; denn ich hoffe, einige Zeit bei euch zu bleiben, wenn es der Herr erlaubt.
8 Ich werde aber bis Pfingsten zu Ephesus bleiben;
9 denn eine große und wirkungsvolle Tür steht mir offen, und der Widersacher sind Viele. 10 Wenn aber Timotheus kommt, so sehet zu, daß er ohne Furcht bei euch sei; denn er treibt das Werk des Herrn, wie auch ich.
11 Es verachte ihn denn Niemand. Geleitet ihn aber in Frieden, auf daß er zu mir komme; denn ich erwarte ihn mit den Brüdern.
12 Was aber den Bruder Apollos betrifft, so habe ich ihm viel zugeredet, daß er mit den Brüdern zu euch komme; und es war überhaupt nicht sein Wille, daß er jetzt käme; er wird aber kommen, wenn er gelegene Zeit findet.
13 - Wachet, stehet im Glauben, seid männlich, seid stark.
14 Alles lasset bei euch in Liebe geschehen.
15 Ich ermahne euch aber, Brüder: Ihr kennet das Haus des Stephanas, daß es die Erstlinge von Achaja sind, und daß sie sich selbst den Heiligen zum Dienst verordnet haben;
16 auf daß auch ihr Solchen und Jedem, der mitwirkt und sich bemüht, untertan seid.
17 Ich freue mich aber über die Ankunft des Stephanas und des Fortunatus und des Achaikus; denn was eurerseits mangelte, haben Diese erstattet.
18 Denn sie haben meinen Geist erquickt, und den euren. Erkennt also Solche an.
19 Es grüßen euch die Versammlungen Asiens. Es grüßen euch viel in dem Herrn Aquila und Priscilla, samt der Versammlung in ihrem Hause.
20 Es grüßen euch alle Brüder. Grüßet einander mit heiligem Kuß.
21 Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand.
22 Wenn Jemand den Herrn Jesum Christum nicht lieb hat, der sei Anathema; Maran Atha!
23 - Die Gnade des Herrn Jesu Christi sei mit euch.
24 Meine Liebe sei mit euch Allen in Christo Jesu! Amen.