Die Epistel an die Hebräer.

 

Hebräer 01

 

1 Nachdem Gott vielfältig und auf mancherlei Weise vormals zu den Vätern in den Propheten geredet, hat Er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne,

2 den Er zum Erben aller Dinge gesetzt hat, durch Den Er auch die Welten gemacht hat; welcher,

3 - der Abglanz Seiner Herrlichkeit und der Abdruck Seines Wesens seiend, und alle Dinge durch das Wort Seiner Macht tragend, nachdem Er durch Sich Selbst die Reinigung unserer Sünden gemacht, - Sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt hat,

4  um so viel besser, als die Engel geworden, als Er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat.

5 Denn zu welchem der Engel hat Er je gesagt: "Du bist Mein Sohn; Ich habe Dich heute gezeugt"? Und wiederum: "Ich werde Ihm zum Vater, und Er wird Mir zum Sohne sein"?

6 Und wiederum: wenn Er den Erstgebornen in den Erdkreis einführt, sagt Er: "Und alle Engel Gottes sollen Ihn anbeten."

7  Und zu den Engeln zwar sagt Er: "Der Seine Engel zu Geistern macht, und Seine Diener zu Feuerflammen."

8 In Bezug auf den Sohn aber: "Dein Thron, o Gott, ist in das Zeitalter des Zeitalters; ein Zepter der Aufrichtigkeit ist das Zepter Deines Reichs;

9  Du hast Gerechtigkeit geliebt, und Gesetzlosigkeit gehaßt; deswegen hat Dich, Gott, Dein Gott mit Öl des Frohlockens über Deine Genossen gesalbt."

10  Und: "Du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Werke Deiner Hände;

11 sie werden verderben, Du aber bleibst; und Alle werden wie ein Kleid veraltet werden,

12  und Du wirst sie wie ein Gewand zusammenwickeln, und sie werden verwandelt werden. Du aber bis Derselbe, und Deine Jahre werden nicht vergehen."

13  Zu welchem Engel aber hat Er je gesagt: "Sitze zu Meiner Rechten, bis Ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße lege?"

14 - Sind Sie nicht Alle dienstbare Geister, zum Dienste gesandt um derer willen, welche die Seligkeit ererben sollen?

 

Hebräer 02

 

1 Deshalb sollen wir um so mehr an dem halten, was wir gehört haben, daß wir nie abweichen.

2 Denn wenn das durch Engel geredete Wort fest geworden ist, und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechte Vergeltung empfangen hat,

3 - wie werden wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung vernachlässigen? welche den Anfang der Verkündigung durch den Herrn empfing, und welche von Denen, die es gehört, und bestätigt worden ist,

4  indem Gott durch Zeichen und Wunder und mancherlei Wunderwerke, und Austeilung des Heiligen Geistes nach Seinem Willen mitzeugte.

5 Denn nicht Engeln hat Er den zukünftigen Erdkreis, von welchem wir reden, unterworfen.

6 Es hat aber irgendwo Jemand bezeugt, sagend: "Was ist der Mensch, daß Du seiner gedenkst, oder des Menschen Sohn, daß Du auf Ihn siehst?

7 Du hast Ihn ein wenig unter die Engel erniedrigt; mit Herrlichkeit und Ehre hast Du Ihn gekrönt.

8 Alles hast Du Seinen Füßen unterworfen." - Denn indem Er Ihm Alles unterworfen hat, hat Er nichts gelassen, was Ihm nicht unterworfen ist; jetzt aber sehen wir Ihm noch nicht Alles unterworfen.

9 Wir sehen aber Den, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war, Jesum, wegen des Leidens des Todes mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, daß Er durch Gottes Gnade für Alles den Tod schmeckte.

10 Denn es ziemte Ihm, um deswillen alle Dinge, und durch Den alle Dinge sind, indem Er viele Söhne zur Herrlichkeit brachte, den Anführer ihrer Errettung durch Leiden zur Vollkommenheit zu bringen.

11 Denn sowohl Der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden, sind alle aus Einem; um welcher Ursache willen Er sich nicht schämt, sie Brüder zu nennen,

12 sagend: "Ich werde Deinen Namen Meinen Brüdern kund tun; inmitten der Versammlung werde Ich Dir lobsingen."

13 Und wiederum: "Ich werde Mein Vertrauen auf Ihn setzen." Und wiederum: "Siehe, - Ich und die Kinder, welche Mir Gott gegeben hat."

14 Weil nun die Kinder Fleisches und Blutes teilhaftig sind, hat auch Er gleicherweise an denselben Teil genommen, auf daß Er durch den Tod den zunichte machte, der die Kraft des Todes hat, das ist, den Teufel,

15 und alle Diese befreite, welche durch die Furcht des Todes während des ganzen Lebens der Knechtschaft verfallen waren.

16 Denn Er nimmt fürwahr sich nicht der Engel an, sondern des Samens Abrahams nimmt Er sich an.

17 Und deswegen sollte Er in Allem den Brüdern gleich werden, auf daß Er in den Sachen mit Gott ein barmherziger und treuer Hoherpriester werden möchte, um die Sünden des Volkes zu versöhnen.

18 Denn in Dem Er Selbst gelitten hat, da Er versucht ward, vermag Er Denen zu helfen, die versucht werden.

 

Hebräer 03

 

1 Daher, heilige Brüder, die ihr der himmlischen Berufung teilhaftig seid, denket nach über den Apostel und Hohenpriester unsers Bekenntnisses, Jesum,

2 den Getreuen gegen Den, der Ihn gesetzt hat, wie es auch Moses in Seinem ganzen Hause war.

3  Denn Dieser ist vor Moses größerer Herrlichkeit würdig geachtet, in dem Maße größerer Ehre, als das Haus Der hat, der es bereitet hat.

4 Denn jedes Haus wird von Jemandem bereitet; der aber Alles bereitet hat, ist Gott.

5 Und Moses zwar war treu in Seinem ganzen Hause, als Diener, zum Zeugnis der Dinge, welche geredet werden sollten;

6 Christus aber als Sohn über Sein eigenes Haus, dessen Haus wir sind, wenn wir anders die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.

7  Deshalb, wie der Heilige Geist sagt: "Heute, wenn ihr Seine Stimme hören werdet,

8 so verhärtet eure Herzen nicht, wie in der Erbitterung an dem Tage der Versuchung in der Wüste,

10 Deswegen ward Ich über jenes Geschlecht erzürnt, und sprach: Sie irren immerdar mit dem Herzen, und sie haben Meine Wege nicht erkannt;

11 so schwur Ich in Meinem Zorn, daß sie nicht in Meine Ruhe eingehen sollten.

12 Sehet zu, Brüder, daß nicht in Jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei, in dem Abfallen von dem lebendigen Gott,

13 sondern ermahnet einander jeden Tag, so lange es "Heute" heißt, daß nicht Jemand von euch durch Trug der Sünde verhärtet werde.

14 Denn wir sind des Christus teilhaftig geworden, wenn wir anders den Anfang der Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten,

15 indem gesagt wird: "Heute, wenn ihr Seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht, wie in der Erbitterung."

16  - Denn Welche, als sie gehört hatten, haben Ihn erbittert? sind es denn nicht Alle, die von Ägypten durch Moses ausgegangen sind?

17  Über Welche aber ward Er vierzig Jahre erzürnt? War es nicht über Die, welche gesündigt haben, deren Gebeine in der Wüste gefallen sind?

18 - Welchen aber schwur Er, daß sie nicht in Seine Ruhe hineingehen sollten, wenn nicht denen, welche ungläubig gewesen waren?

19 Und wir sehen, daß sie wegen Unglauben nicht eingehen konnten.

 

Hebräer 04

 

1  Fürchten wir uns also, daß, wiewohl eine Verheißung, in Seine Ruhe einzugehen, hinterlassen ist, nicht Jemand von euch zurückzubleiben scheine.

2 Denn auch wir haben eine gute Botschaft empfangen, gleichwie auch Jene; aber das Wort der Verkündigung nützte Jenen nicht, weil es bei den Hörenden nicht mit dem Glauben vermischt war.

3 Denn wir, die wir geglaubt haben, kommen in die Ruhe ein, wie Er gesagt hat: "So schwur Ich in Meinem Zorn: sie sollen nicht in Meine Ruhe einkommen!" - wiewohl die Werke von Grundlegung der Welt an geworden waren.

4 Denn Er hat irgendwo von dem siebenten Tage also gesprochen: "Und Gott ruhte am siebenten Tage von allen Seinen Werken."

5 Und an dieser Stelle wiederum: "Sie sollen nicht in Meine Ruhe einkommen!"

6 Weil also übrig bleibt, daß Etliche in dieselbe eingehen und die, welche zuerst die gute Botschaft empfangen haben, des Unglaubens wegen nicht eingegangen sind,

7 - so bestimmt Er wiederum einen gewissen Tag: "Heute" in David nach so langer Zeit sagend, wie gesagt ist: "Heute, wenn ihr Seine Stimme hören werdet, so verhärtet eure Herzen nicht!"

8 - Denn wenn sie Josua in die Ruhe gebracht hätte, so würde Er darnach nicht von einem andern Tage reden.

9 Es bleibt also noch eine Sabbatruhe für das Volk Gottes.

10 Denn Der, welcher in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch von seinen Werken, wie Gott von Seinen Eigenen.

11  - So laßt uns denn Fleiß tun, in jene Ruhe einzugehen; damit nicht Jemand nach demselben Beispiele des Unglaubens falle.

12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam, und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Zerteilung der Seele und des Geistes, der Gelenke und des Markes, und ist ein Urteiler der Überlegungen und Gesinnungen des Herzens.

13 Und kein Geschöpft ist vor Ihm verborgen, sondern Alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Dessen, mit Dem wir zu tun haben.

14 Da wir denn einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesum, den Sohn Gottes, so laßt uns das Bekenntnis festhalten.

15  Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht mit unsern Schwachheiten Mitleid haben kann, sondern der in Allem gleichwie wir versucht worden ist, ausgenommen die Sünde.

16 Laßt uns denn mit Freimütigkeit zu dem Thron der Gnade hinzutreten, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.

 

Hebräer 05

 

1 Denn jeder Hohepriester, der aus Menschen genommen wird, wird für Menschen in den Sachen mit Gott bestellt, auf daß er Gaben und Sündopfer für die Sünden darbringe,

2 der mit den Unwissenden und Irrenden Nachsicht zu haben vermag, da auch er selbst mit Schwachheit umgeben ist;

3 und um dieserwillen muß er, wie für das Volk, so auch für sich selbst für die Sünden opfern.

4 Und es nimmt nicht Jemand diese Ehre sich selbst, sondern wer von Gott berufen wird, gleichwie auch Aaron.

5 Also hat auch der Christus Sich Selbst nicht verherrlicht, um Hoherpriester zu werden, sondern Der, welcher zu Ihm geredet hat: "Du bist Mein Sohn, heute habe Ich Dich gezeugt."

6 Wie Er auch an einer andern Stelle sagt: "Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks."

7 Welcher in den Tagen Seines Fleisches, da Er Bitten und Flehen zu Dem, der Ihn aus dem Tode zu retten vermochte, mit starkem Geschrei und Tränen geopfert hat, und um Seiner Furcht willen erhört ward,

8 obgleich Er Sohn war, an dem, was Er litt, den Gehorsam lernte,

9 und vollendet, Allen, die Ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils ward,

10 von Gott begrüßt als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks;

11 über welchen wir viel zu sagen haben, und was in Betreff der Auslegung schwer zu sagen ist, weil ihr im Hören träge geworden seid.

12 Denn da ihr, was die Zeit betrifft, sogar Lehrer sein solltet, bedürft ihr wiederum, daß man euch lehre, welches die Elemente des Anfangs der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, welche der Milch und nicht der festen Speise bedürfen.

13 Denn Jeder, der der Milch teilhaftig wird, ist in dem Worte der Gerechtigkeit unerfahren, denn er ist unmündig.

14 Den Vollkommenen aber gehört die feste Speise, denen, welche durch den Gebrauch geübte Sinne zur Unterscheidung des Guten und des Bösen haben.

 

Hebräer 06

 

1 Deshalb, das Wort von dem Anfang des Christus lassend, laßt uns zu der ausgewachsenen Statur fortfahren, und nicht wiederum den Grund der Buße von toten Werken legen, und des Glaubens an Gott,

2 der Lehre von Waschungen und der Auflegung der Hände und der Auferstehung der Toten und des ewigen Gerichts.

3 Und Dieses werden wir tun, wenn es Gott anders erlaubt.

4 Denn es ist unmöglich, - Diejenigen, welche einmal erleuchtet waren, und die himmlische Gabe geschmeckt haben, und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind,

5 und das gute Wort Gottes und die Wunderwerke des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben,

6 und abfallen, - wiederum zur Buße zu erneuern, indem sie den Sohn Gottes sich selbst kreuzigen und zur Schau stellen.

7 Denn das Land, welches den häufig über dasselbe kommenden Regen trinkt und Kraut hervorbringt, Denen geeignet, um welcher willen es auch bebaut ist, empfängt Segen von Gott;

8 welches aber Dornen und Disteln hervorbringt, ist unbewährt und dem Fluche nahe, dessen Ende zur Verbrennung ist.

9 Wir aber sind, was euch, Geliebte, betrifft, von besseren, mit der Seligkeit zusammenhangenden Dingen überzeugt, wenn wir auch also reden.

10 Denn Gott ist nicht ungerecht, eures Werks und der Liebe zu vergessen, die ihr, da ihr den Heiligen gedient habt und dienet, für Seinen Namen bezeugt habt.

11 Wir begehren aber, daß Jeder von euch denselben Fleiß zur vollen Sicherheit der Hoffnung bis an das Ende bezeige,

12 daß ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer Derer Seid, die durch Glauben und Beharrlichkeit die Verheißungen ererbten.

13 Denn als Gott dem Abraham verhieß, schwur Er, weil Er bei keinem Größeren zu schwören hatte, bei Sich Selbst,

14 sagend: "Wahrlich, segnend werde Ich dich segnen, und mehrend werde Ich dich mehren."

15 Und also ausharrend erlangte er die Verheißung.

16 Denn die Menschen schwören bei einem Größeren, und der Eidschwur ist für sie ein Ende alles Streits zur Befestigung; -

17 weshalb Gott, da Er den Erben der Verheißung reichlicher die Unveränderlichkeit Seines Ratschlusses zeigen wollte, mit einem Eidschwur in´s Mittel getreten ist,

18 damit wir durch zwei unveränderliche Dinge, wobei es unmöglich ist, daß Gott lügen könnte, einen kräftigen Trost hätten, die wir zum Ergreifen der vorliegenden Hoffnung Zuflucht genommen haben,

19 welche wir als einen festen und sichern Anker der Seele haben, der auch in das Inwendige des Vorhangs hineingeht,

20 wo Jesus für uns als Vorläufer eingegangen ist, geworden ein Hoherpriester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

 

Hebräer 07

 

1 Denn dieser Melchisedek, - König von Salem, Priester Gottes des Höchsten, welcher Abraham begegnete, als er von der Niederlage der Könige zurückkehrte, und ihn segnete,

2 welchem auch Abraham den Zehnten von Allem austeilte, der zuerst verdolmetscht: König der Gerechtigkeit ist, darnach aber auch König von Salem, das ist: König des Friedens;

3 ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, weder Anfang der Tage, noch Ende des Lebens habend, aber dem Sohne Gottes verglichen, - bleibt fortdauernd Priester.

4 Schauet aber an, wie groß Dieser ist, dem auch Abraham, der Patriarch, den Zehnten von der Beute gab!

5 Und die von den Söhnen Levi, die das Priestertum überkommen, haben ein Gebot, das Volk, das ist ihre Brüder, nach dem Gesetz zu zehnten, wiewohl sie aus der Lende Abrahams kommen.

6 Er aber, der sein Geschlecht nicht von ihnen ableitete, zehntete den Abraham, und segnete Den, der die Verheißungen hatte.

7 Außer allem Widerspruch aber wird das Geringere von dem Bessern gesegnet.

8 Und hier empfangen sterbliche Menschen den Zehnten, dort aber, von welchem bezeugt ist, daß er lebe.

9 Und, daß ich so rede, durch Abraham ist auch Levi, der den Zehnten empfängt, gezehntet worden.

10 Denn er war noch in der Lende des Vaters, als ihm Melchisedek begegnete.

11  Wenn nun die Vollkommenheit durch das levitische Priestertum war, (denn das Volk hat in Verbindung mit demselben das Gesetz empfangen), welches Bedürfnis war noch da, daß ein anderer Priester nach der Ordnung Melchisedeks aufstehe, und nicht nach der Ordnung Aarons genannt werde?

12 Denn wenn das Priestertum verändert wird, so findet notwendig auch eine Veränderung des Gesetzes statt.

13 Denn Der, von welchem Dieses gesagt ist, gehört zu einem andern Stamme, aus welchem Niemand dem Altar nahte.

14 Denn es ist offenbar, daß aus Juda unser Herr entsprossen ist, über welchen Stamm Moses nichts vom Priestertum gesprochen hat.

15 Und es ist noch viel offenbarer, wenn, nach der Gleichheit Melchisedeks, ein anderer Priester aufsteht,

16 der es nicht nach dem Gesetz eines fleischlichen Gebots, sondern nach der Kraft eines unauflöslichen Lebens geworden ist.

17 Denn Er bezeugt: "Du bist Priester in Ewigkeit, nach der Ordnung Melchisedeks."

18 Denn es ist eine Abschaffung des vorhergehenden Gebotes wegen seiner Schwachheit und Nutzlosigkeit,

19 (denn das Gesetz hat nichts zur Vollendung gebracht,) und die Einführung einer bessern Hoffnung, durch welche wir Gott nahen.

20 Und insofern Er nicht ohne Eidschwur zum Priester gemacht ist; (denn Jene sind ohne Eidschwur Priester geworden.)

21  Dieser aber mit Eidschwur durch Den, der zu Ihm gesagt hat: "Der Herr schwur, und es wird Ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks,")

22 insofern ist Jesus eines bessern Bundes Bürge geworden.

23 Und Jener sind Viele Priester geworden, weil sie durch den Tod verhindert waren, zu bleiben.

24 Dieser aber, weil Er in Ewigkeit bleibt, hat ein unübertragbares Priestertum.

25 Darum vermag Er auch Die, welche durch Ihn zu Gott kommen, völlig zu erretten; indem Er immerdar lebt, um für sie zu bitten.

26 Denn ein solcher Hoherpriester ziemte uns: heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert von den Sünden, und höher als die Himmel geworden,

27 der nicht, wie die Hohenpriester, Tag für Tag nötig hat, zuerst für Seine eigenen Sünden Opfer darzubringen, darnach für die des Volkes; denn dieses hat Er Ein für allemal getan, als Er Sich Selbst geopfert hat.

28 Denn das Gesetz bestellt Menschen, welche Schwachheit haben, zu Hohenpriestern; das Wort aber des Eidschwurs, welches nach dem Gesetz kommt, den Sohn, vollendet in Ewigkeit.

 

Hebräer 08

 

1 Die Hauptsumme aber des Gesagten ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln sitzt,

2 ein Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Hütte, welche der Herr und nicht der Mensch aufgerichtet hat.

3 Denn ein jeder Hohepriester wird bestellt, um sowohl Gaben als Opfer darzubringen, und darum war es nötig, daß auch Dieser Etwas hatte, was Er darbringen möchte.

4 Freilich nun, wenn Er auf Erden wäre, so wäre Er nicht Priester, weil die Priester da sind, welche nach dem Gesetz die Gaben darbringen,

5 welche dem Vorbild und Schatten der himmlischen Dinge dienen, gleichwie es zu Moses ausgesprochen wurde, als er die Hütte aufrichten sollte; denn: "Siehe" - spricht Er, - "daß du Alles nach dem Muster machest, welches dir auf dem Berge gezeigt worden ist."

6 Jetzt aber hat Er einen vortrefflicheren Dienst erlangt, insofern Er auch Mittler eines bessern Bundes ist, welcher auf Grund von bessern Verheißungen gestiftet ist.

7 Denn wenn jener erste Bund tadellos gewesen wäre, so wäre kein Raum für einen zweiten gesucht worden.

8 Denn tadelnd spricht Er zu ihnen: "Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, und Ich werde mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund stiften;

9 nicht nach dem Bunde, welchen Ich mit ihren Vätern an dem Tage machte, wo Ich sie bei ihrer Hand nahm, um sie aus dem Lande Ägypten auszuführen, denn sie sind nicht in Meinem Bunde geblieben und auch Ich habe Mich nicht um sie bekümmert, spricht der Herr.

10 Denn dies ist der Bund, den Ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen stiften werde, spricht der Herr: Indem Ich Meine Gesetze in ihren Sinn gebe, werde Ich sie auch auf ihre Herzen einschreiben; und Ich werde ihnen zum Gott, und sie werden Mir zum Volke sein.

11 Und sie sollen nicht, ein Jeglicher seinen Mitbürger und ein Jeglicher seinen Bruder lehren, sagend: "Erkenne den Herrn! denn Alle werden Mich erkennen, von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten.

12 Denn Ich werde ihren Ungerechtigkeiten gnädig sein, und ihrer Sünden und Gesetzlosigkeiten werde Ich nicht mehr gedenken."

13  - Indem Er sagt: "einen neuen", hat Er den ersten alt gemacht. Was aber alt gemacht und veraltet ist, ist dem Verschwinden nahe.

 

Hebräer 09

 

1 Es hatte nun zwar auch der erste Bund Satzungen des Dienstes und das weltliche Heiligtum.

2 Denn eine Hütte war zugerichtet; - die vordere, in welcher der Leuchter war, und der Tisch, und die Ausstellung der Brote, welche das "Heilige" genannt wird;

3 hinter dem zweiten Vorhang aber die Hütte, welche das "Allerheiligste" genannt wird,

4 das goldne Rauchfaß habend, und die allenthalben mit Gold überdeckte Bundeslade, in welcher der goldne Krug war, das Manna habend, und der Stab Aarons, der gesproßt hatte, und die Tafeln des Bundes;

5 über derselben aber die Cherubim der Herrlichkeit, den Versöhnungsdeckel überschattend, von welchen Dingen jetzt nicht einzeln zu reden ist.

6 Da diese Dinge aber also zugerichtet, gehen in die vordere Hütte stets die Priester hinein, um den Dienst zu vollbringen;

7  in die zweite aber einmal des Jahres allein der Hohepriester; nicht ohne Blut, welches er für sich selbst und des Volkes Verirrungen darbringt;

8  wodurch der Heilige Geist dies anzeigt, daß der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbart sei, so lange die erste Hütte noch ihre Stellung habe,

9  ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, während welcher sowohl Gaben als Schlachtopfer dargebracht werden, die dem Gewissen nach Den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst tut,

10  bestehend allein in Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen, welche Satzungen des Fleisches sind, die bis auf die Zeit der Zurechtbringung als Pflichten oblagen.

11 Christus aber, - gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter, in Verbindung mit der größern und vollkommeneren Hütte, die nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist,

12 auch nicht durch Blut von Böcken und Kälbern, sondern durch Sein Eigenes Blut, ist Ein für allemal in das Heiligtum eingegangen, als Er eine ewige Erlösung erfunden hatte.

13 Denn wenn das Blut von Stieren und Böcken, und die Asche einer jungen Kuh, auf die Unreinen gesprengt, zur Reinigung des Fleisches heiligt,

14 wie vielmehr wird das Blut des Christus, der durch den ewigen Geist Sich Selbst ohne Flecken Gott geopfert hat, euer Gewissen von toten Werken reinigen, um dem lebendigen Gott zu dienen!

15 Und deswegen ist Er des neuen Bundes Mittler, damit, da der Tod zur Erlösung der unter dem ersten Bunde geschehenen Übertretungen eingeführt ist, die Berufenen die Verheißung des ewigen Erbes empfingen;

16 - (Denn wo ein Testament ist, da ist nötig, daß der Tod Dessen, der das Testament gemacht hat, stattfinde.

17 Denn ein Testament ist gültig, wenn man gestorben ist, anders hat es, so lange Der lebt, der das Testament gemacht hat, noch keine Kraft;) -

18 weshalb auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht worden ist.

19 Denn als jedes Gebot, dem Gesetze gemäß, von Mose zu dem ganzen Volke geredet war, nahm er das Blut der Kälber und der Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop, und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk,

20  sagend: "Dies ist das Blut des Bundes, welchen Gott für euch geboten hat."

21 Er besprengte aber auch desgleichen die Hütte und alle die Gefäße des Dienstes mit Blut;

22 und fast alle Dinge werden nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießung ist keine Vergebung.

23 Es war also nötig, dass die Vorbilder der Dinge in den Himmeln hierdurch gereinigt wurden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Schlachtopfer als diese.

24 Denn der Christus ist nicht in das von Händen gemachte Heiligtum, ein Gegenbild des wahrhaftigen, eingegangen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesichte Gottes für uns zu erscheinen;

25 auch nicht, daß Er Sich Selbst oftmals opferte, gleichwie der Hohepriester in das Heiligtum jährlich mit fremdem Blute hineingeht,

26  (denn sonst hätte Er seit Grundlegung der Welt oftmals leiden müssen), nun aber ist Er in der Vollendung der Zeitalter Einmal offenbart zum Wegtun der Sünde durch das Schlachtopfer Seiner Selbst.

27 Und gleich wie es den Menschen obliegt, Einmal zu sterben, darnach aber das Gericht,

28 also wird auch der Christus, Einmal geopfert, um Vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Mal ohne Sünde Denen, die Ihn erwarten, zur Seligkeit erscheinen.

 

Hebräer 10

 

1 Denn da das Gesetz einen Schatten der zukünftigen Güter, nicht der Dinge Ebenbild selbst hat, so kann es nimmer mit denselben Opfern, welche sie jährlich ununterbrochen darbringen, die Hinzutretenden vollkommen machen.

2 Denn würden sie sonst nicht aufgehört haben, dargebracht zu werden, weil Die, welche den Gottesdienst tun, Einmal gereinigt, kein Gewissen mehr von Sünden gehabt hätten?

3 Aber in jenen Opfern ist jährlich ein Erinnern der Sünden.

4 Denn es ist unmöglich, daß Stier- und Bocksblut Sünden wegnehme.

5 Deshalb, als Er in die Welt kommt, spricht Er: "Opfer und Schlachtopfer hast Du nicht gewollt, einen Leib aber hast Du Mir zubereitet;

6 an Brandopfern und Sündopfern hast Du kein Wohlgefallen.

7 Da sprach Ich: Siehe, Ich komme (in der Rolle des Buchs steht von Mir geschrieben,) Deinen Willen, o Gott, zu tun."

8  Indem Er zuvor gesagt: Schlachtopfer und Speisopfer und Brandopfer und Sündopfer hast Du nicht gewollt, noch Wohlgefallen daran gefunden (welche nach dem Gesetz dargebracht werden),

9 da sprach Er: "Siehe, Ich komme, um Deinen Willen zu tun." Er nimmt das Erste weg, auf daß Er das Zweite aufrichte;

10 durch welchen Willen wir geheiligt sind, durch das Ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.

11 - Und jeder Priester steht da, täglich den Dienst verrichtend und oft dieselben Schlachtopfer darbringend, welche niemals Sünden wegnehmen können,

12 - Er aber, nachdem Er Ein Opfer für Sünden dargebracht, hat Sich für immerdar zur Rechten Gottes gesetzt,

13 fortan wartend, bis Seine Feinde zum Schemel Seiner Füße gelegt sind.

14 Denn durch ein Opfer hat Er auf immerdar Die, welche geheiligt werden, vollkommen gemacht.

15 Dasselbe bezeugt uns aber auch der Heilige Geist; denn nachdem Er zuvor gesagt:

16 "Dies ist der Bund, welchen Ich für sie nach jenen Tagen errichten werde, spricht der Herr", sagt Er: "Meine Gesetze in ihre Herzen gebend, werde Ich sie auch auf ihre Sinnen schreiben,

17 und ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde Ich nicht mehr gedenken."

18 Wo aber eine Vergebung derselben ist, da ist nicht mehr ein Opfer für die Sünde.

19 Da wir denn, Brüder, zum Eintritt in das Heiligtum Freimütigkeit haben, durch das Blut Jesu,

20 auf einem neuen und lebendigen Wege, welchen Er uns eingeweiht hat, durch den Vorhang, das ist Sein Fleisch,

21 und einen großen Priester über das Haus Gottes,

22  so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewißheit des Glaubens, besprengt an den Herzen und also gereinigt vom bösen Gewissen, und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser.

23 Laßt uns das Bekenntnis der Hoffnung unbeweglich festhalten, denn treu ist Er, der die Verheißung gegeben hat,

24  und laßt uns aufeinander Acht haben zur Reizung der Liebe und guter Werke

25  und unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermahnen, und um so mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht.

26  Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt nicht mehr ein Opfer für die Sünden,

27 sondern ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts, und ein Feuereifer, welcher die Widersacher verschlingen wird.

28 Jemand, der das Gesetz Moses verworfen hat, stirbt ohne Barmherzigkeit auf die Aussage zweier oder dreier Zeugen;

29  wie viel mehr, denkt ihr, schlimmerer Strafe wird Der wert geachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch welches er geheiligt war, für gemein geachtet hat, und den Geist der Gnade geschmäht hat?

30 Denn wir kennen Den, der gesagt hat: "Mein ist die Rache, Ich will vergelten, spricht der Herr." Und wiederum: "Der Herr wird Sein Volk richten."

31 Furchtbar ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!

32  Erinnert euch aber der vorigen Tage, in welchen ihr, erleuchtet geworden, einen großen Kampf der Leiden ausgehalten habt;

33 teils, daß ihr durch Schmach und Drangsal zur Schau gestellt wurdet, teils, daß ihr Genossen Derer geworden seid, die in solchen Umständen waren.

34 Denn auch an den Leiden der Gebundenen habt ihr Teil genommen, den Raub eurer Habe mit Freuden aufgenommen, wissend, daß für euch selbst eine bessere und bleibende Habe in den Himmeln liegt.

35 Also verwerfet nicht eure Zuversicht, welche eine große Belohnung hat.

36 Denn ihr bedürft des Ausharrens, auf daß ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt.

37  Denn noch um ein gar Kleines, und der Kommende wird kommen und nicht verzögern.

38  "Der Gerechte aber wird aus Glauben leben"; und: "Wenn Jemand sich zurückzieht, so wird Meine Seele an ihm keinen Gefallen haben".

39 Wir aber sind nicht von denen, welche sich zurückziehen zum Verderben, sondern von denen, welche glauben zur Erlangung der Seligkeit der Seele.

 

Hebräer 11

 

1 Der Glaube aber ist die Verwirklichung Dessen, was man hofft, und die Überzeugung Dessen, was man nicht sieht.

2 Denn durch diesen haben die Alten ein Zeugnis erlangt.

3 Durch den Glauben verstehen wir, daß die Welten durch Gottes Wort bereitet sind, so daß Das, was man sieht, nicht aus dem Erscheinenden geworden ist.

4 Durch den Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar, als Kain, durch welches er Zeugnis erlangt hat, daß er gerecht war, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben; und durch diesen, obgleich er gestorben ist, redet Er noch.

5 Durch den Glauben ist Henoch entrückt worden, damit er den Tod nicht sehen sollte, und ward nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung hat er das Zeugnis gehabt, daß er Gott wohlgefallen hatte.

6  Ohne Glauben aber ist es unmöglich Ihm wohlzugefallen; denn der zu Gott naht, muß glauben, daß Er ist, und Denen, die Ihn suchen, ein Belohner wird.

7 Durch den Glauben hat Noah, da er einen göttlichen Ausspruch von Dem, was noch nicht zu sehen war, empfangen hatte, von Furcht bewegt, eine Arche zur Rettung seines Hauses bereitet, durch welche er die Welt verurteilte, und Erbe der Gerechtigkeit nach dem Glauben ward.

8 Durch den Glauben gehorchte Abraham, als er gerufen ward, so daß er ausging an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er ging aus, nicht wissend, wohin er gehe.

9 Durch den Glauben hielt er sich in dem Lande der Verheißung, wie in einem fremden, auf, und wohnte in Hütten, mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung;

10 denn er erwartete die Stadt, welche Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.

11 Durch den Glauben empfing auch selbst Sarah Kraft, einen Samen zu gründen, und zwar über die Zeit ihres Alters, weil sie Den für treu hielt, der es verheißen hatte.

12  Deshalb sind auch von Einem, und zwar Gestorbenen, geboren, wie die Sterne des Himmels an Zahl, und wie der Sand am Ufer des Meeres, der unzählig ist.

13  Diese Alle sind im Glauben gestorben und trugen die Verheißungen nicht davon, sondern sahen sie von ferne und begrüßten sie, und bekannten, daß sie Fremdlinge und ohne Bürgerschaft auf der Erde seien.

14 Denn die solches sagen, zeigen deutlich, daß sie ein Vaterland suchen.

15 Und freilich wenn sie sich jenes erinnert hätten, von welchem sie ausgegangen waren, so hatten sie wohl Zeit zurückzukehren.

16 Jetzt aber begehren sie ein besseres, das ist ein himmlisches. Deshalb schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott zu heißen; denn Er hat ihnen eine Stadt bereitet.

17  Durch den Glauben opferte Abraham, als er versucht ward, den Isaak; und Der, welcher die Verheißungen empfangen hatte, brachte den Eingebornen dar,

18  über welchen gesagt war: "In Isaak wird dir dein Same genannt werden";

19 weil er urteilte, daß Gott auch aus den Toten zu erwecken vermöge, woher er ihn auch in einem Gleichnisse empfing.

20  Durch den Glauben segnete Isaak, in Beziehung auf zukünftige Dinge, den Jakob und den Esau.

21  Durch den Glauben segnete Jakob sterbend jeden der Söhne Josephs und betete an auf der Spitze seines Stabes.

22  Durch den Glauben brachte Joseph, als er verschied, den Auszug der Kinder Israel in Erinnerung und gab Befehl in Betreff seiner Gebeine.

23 Durch den Glauben ward Moses, als er geboren war, drei Monate von seinen Eltern verborgen, weil sie sahen, daß das Kind schön war; und sie fürchteten sich nicht vor dem Gebot des Königs.

24 Durch den Glauben verweigerte Moses, als er groß geworden war, Sohn der Tochter Pharaos zu heißen,

25  lieber wählend, mit dem Volke Gottes Ungemach zu leiden, als die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben,

26 indem er die Schmach Christi für größern Reichtum hielt, als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung hin.

27 Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete nicht die Wut des Königs; denn er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren.

28  Durch den Glauben hielt er das Passah und die Besprengung des Blutes, auf daß Der, welcher die Erstgeburt zerstörte, sie nicht antastete.

29 Durch den Glauben gingen sie durch das rote Meer, wie durchs Trockne, welches die Ägypter versuchten und wurden verschlungen.

30 Durch den Glauben fielen die Mauern Jericho´s, nachdem sie sieben Tage umzogen waren.

31 Durch den Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit Denen um, welche nicht glaubten, weil sie die Kundschafter in Frieden aufnahm.

32 Und was sage ich noch? Denn die Zeit wird mir fehlen, wenn ich von Gideon, Barak und Simson, und Jephta, und David und Samuel und den Propheten erzählen soll,

33 welche durch Glauben Königreiche erkämpften, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, Löwenrachen stopften,

34  des Feuers Kraft auslöschten, des Schwertes Schärfe entgingen, aus der Schwachheit gekräftigt, im Kriege stark wurden, die Heerlager der Feinde zurücktrieben.

35 Weiber empfingen ihre Toten durch Auferstehung; Andere aber wurden mißhandelt und nahmen die Erlösung nicht an, auf daß sie eine bessere Auferstehung erlangten.

36  Andere aber wurden durch Schimpf und Geißel versucht, und noch dazu durch Banden und Gefängnis.

37 Sie wurden gesteinigt, durchsägt, versucht, starben durch den Tod des Schwertes; sie gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, hatten Mangel, Drangsal, Ungemach,

38 (deren die Welt nicht würdig war;) umherirrend in Wüsten und Gebirgen und Klüften und den Höhlen der Erde.

39 Und diese Alle empfingen ein Zeugnis durch den Glauben, trugen aber nicht die Verheißung davon,

40 da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, auf daß sie nicht ohne uns vollkommen gemacht würden.

 

Hebräer 12

 

1 Deswegen lasset auch uns, weil wir von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben sind, jede Bürde und die so leicht umstrickende Sünde ablegen, und den uns vorliegenden Wettlauf mit Ausharren laufen,

2 von allem absehend auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher für die Ihm vorliegende Freude das Kreuz erduldete, und der Schande nicht achtete, und sitzt zur Rechten auf dem Throne Gottes.

3  Denn betrachtet Den, der so vielen Widerspruch von den Sündern gegen Sich erduldet hat, auf daß ihr nicht ermüdet, indem ihr in euren Seelen ermattet.

4 Noch habt ihr nicht, wider die Sünde ankämpfend, bis auf´s Blut widerstanden,

5  und ihr habt des Zuspruchs vergessen, welcher zu euch, als zu Söhnen, spricht: "Mein Sohn, achte nicht gering des Herrn Züchtigung, noch ermatte, wenn du von Ihm gestraft wirst."

6 Denn wen der Herr liebt, den züchtigt Er, "und geißelt jeden Sohn, den Er aufnimmt."

7 Wenn ihr die Züchtigung erduldet, so handelt Gott mit euch als mit Söhnen, - denn wo ist der Sohn, den der Vater nicht züchtigt?

8 Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, welcher Alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr denn Bastarde und nicht Söhne.

9 Dazu haben wir auch unsere Väter nach dem Fleisch zu Züchtigern gehabt, und uns vor ihnen gescheut; sollen wir nicht vielmehr dem Vater der Geister unterworfen sein, und leben?

10 Denn Jene freilich züchtigten uns auf wenige Tage nach ihrem Gutdünken; Er aber zum Nutzen, daß wir Seiner Heiligkeit teilhaftig werden.

11 Jede Züchtigung aber scheint für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, nachher aber gibt sie die friedsame Frucht der Gerechtigkeit Denen, die durch sie geübt sind.

12 Darum: "Richtet auf die ermatteten Hände und die entkräfteten Kniee,

13 und macht gerade Bahn für eure Füße!", "auf daß, was lahm ist, nicht verrenkt, sondern vielmehr geheilt werde."

14 Strebet dem Frieden nach mit Allen, und der Heiligkeit, ohne welche Niemand den Herrn schauen wird;

15 und sehet zu, daß Niemand von der Gnade Gottes zurückbleibe, daß keine Wurzel von Bitterkeit ausschlagend euch beunruhige und Viele durch diese befleckt werden.

16 Daß kein Hurer oder ein Heilloser wie Esau sei, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte.

17  Denn ihr wißt, daß er auch hernach, als er den Segen erben wollte, verworfen worden ist; denn er fand keinen Platz für die Buße, obgleich er sie sehr mit Tränen suchte.

18 Denn ihr seid nicht gekommen zu dem betastbaren und mit Feuer brennenden Berge und Dunkel und Finsternis und Sturm,

19 und zu dem Posaunenschall und zu der Stimme der Worte, deren Hörer baten, daß das Wort nicht mehr an sie gerichtet werden möge,

20 (denn sie ertrugen nicht, was geboten ward: "Sogar, wenn ein Tier den Berg anrührt, soll es gesteinigt werden."

21 Und, so furchtbar war die Erscheinung, daß Moses sagte: Ich bin voll Schrecken und voll Zittern,

22  sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion, - und zu der Stadt des lebendigen Gottes, zu dem himmlischen Jerusalem, - und zu Myriaden Engeln,

23  der allgemeinen Versammlung, - und zu der Versammlung der Erstgebornen, die in den Himmeln angeschrieben sind, - und zu Gott dem Richter Aller, - und zu den Geistern der vollendeten Gerechten,

24 - und zu Jesu, dem Mittler des neuen Bundes, - und zu dem Blute der Besprengung, welches Besseres redet als Abel.

25 Sehet zu, daß ihr Den nicht abweiset, welcher redet! Denn wenn Jene nicht entgingen, die Den, der auf der Erde Aussprüche gab, abwiesen; wie vielmehr wir, wenn wir uns von Dem, der von den Himmeln redet, abwenden?

26 Dessen Stimme damals die Erde erschütterte; jetzt aber hat Er verheißen, sagend: "Noch einmal bewege ich nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.

27 Aber dieses "noch einmal" offenbart die Verwandlung der Dinge, welche erschüttert werden, weil sie gemacht sind, auf daß die, welche nicht erschüttert werden, bleiben.

29  "Denn unser Gott ist ja ein verzehrendes Feuer."

 

Hebräer 13

 

1 Die Bruderliebe dauere fort.

2 Der Gastfreundschaft vergesset nicht; denn durch diese haben Einige, ohne daß sie es ahnten, Engel beherbergt.

3 Gedenket der Gefangenen, wie Mitgefangene, und Derer, die Ungemach leiden, als die ihr selbst auch im Leibe seid.

4 Die Ehe ist ehrbar in Allem, und das Bett unbefleckt; Hurer aber und Ehebrecher wird Gott richten.

5 Der Wandel sei ohne Geldgier. Begnüget euch mit Dem, was da ist; denn Er hat gesagt: "Ich werde dich nicht versäumen, noch dich verlassen";

6 so daß wir kühn sagen dürfen: "Der Herr ist mein Helfer, und ich will mich nicht vor dem fürchten, was mir ein Mensch tun wird".

7  Erinnert euch eurer Führer, welche euch das Wort Gottes geredet haben, und schauet den Ausgang ihres Wandels an, und ahmet ihrem Glauben nach!

8 Jesus Christus ist gestern und heute und in die Zeitalter derselbe.

9  Laßt euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren fortreißen; denn es ist gut, daß das Herz durch die Gnade befestigt werde, und nicht durch Speisen, welche Denen nichts genützt haben, die darin wandelten.

10 Wir haben einen Altar, von welchem die, welche der Hütte dienen, kein Recht haben zu essen.

11 Denn von den Tieren, deren Blut für Sünde durch den Hohenpriester in das Heiligtum gebracht wird, werden die Leiber außerhalb des Lagers verbrannt.

12 Deshalb litt auch Jesus, auf daß Er durch Sein Eigenes Blut das Volk heiligte, außerhalb des Tores.

13 Darum laßt uns zu Ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, Seine Schmach tragend.

14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern wir suchen die zukünftige.

15  Durch Ihn laßt uns denn Gott stets das Opfer des Lobes, das ist, die Frucht der Lippen, die Seinen Namen bekennen, darbringen.

16 Des Wohltuns aber und des Mitteilens vergesset nicht; denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen.

17 Gehorchet euren Führern und gebet nach; denn sie wachen zum Besten eurer Seelen, als die da Rechenschaft zu geben haben, auf daß sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies ist euch nicht nützlich.

18 Betet für uns, denn wir sind der Zuversicht, daß wir ein gutes Gewissen haben, indem wir willens sind, in Allem ehrbar zu wandeln.

19 Ich bitte euch aber um so mehr, dieses zu tun, auf daß ich euch eher wiedergegeben werde.

20 Der Gott aber des Friedens, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesum, in dem Blute des ewigen Bundes aus den Toten wiederbrachte,

21  vollende euch in jedem guten Werk, um Seinen Willen zu tun, in euch schaffend, was vor Ihm wohlgefällig ist, durch Jesum Christum, welchem sei Herrlichkeit in die Zeitalter der Zeitalter! Amen.

22 Ich bitte euch aber, Brüder, ertraget das Wort der Ermahnung; denn freilich habe ich euch in der Kürze geschrieben.

23 Wisset, daß der Bruder Timotheus freigelassen ist, mit welchem ich, wenn er bald kommt, euch sehen werde.

24 Grüßet alle eure Führer und alle die Heiligen. Es grüßen euch die von Italien.

25 Die Gnade mit euch Allen! Amen.