Das Evangelium Johannis.

 

Johannes Kapitel 01

 

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

 

2 Dieses war im Anfang bei Gott.

 

3 Alles ward durch Dasselbe, und ohne Dasselbe ward nicht Eins, was geworden ist.

 

4 In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

 

5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt.

 

6 Es ward ein Mensch, gesandt von Gott; sein Name: Johannes.

 

7 Dieser kam zum Zeugnis, auf daß er von dem Licht zeugte, damit Alle durch ihn glaubten.

 

8 Jener war nicht das Licht, sondern daß er zeugte von dem Lichte.

 

9 Das war das wahrhaftige  Licht, welches, kommend in die Welt, jeden Menschen erleuchtet.

 

10 Er war in der Welt, und die Welt ward durch Ihn, und die Welt kannte Ihn nicht.

 

11 Er kam in Sein Eigentum, und die Seinigen nahmen Ihn nicht auf;

 

12 so Viele Ihn aber annahmen, denen gab Er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an Seinen Namen glauben,

 

13 welche nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

 

14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns - (und wir haben Seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingebornen von Seinem Vater) - voller Gnade und Wahrheit; -

 

15 Johannes zeugt von Ihm und rief, sagend: Dieser war es, von Dem ich sagte: Der hinter mir Kommende ist mir vor; denn Er war vor mir; -

 

16 und aus Seiner Fülle haben wir Alle Gnade um Gnade empfangen.

 

17 Denn das Gesetz war durch Moses gegeben; die Gnade und die Wahrheit sind durch Jesum Christum geworden.

 

18 Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat Ihn kundgemacht.

 

19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten sandten, daß sie Ihn fragen sollten: Wer bist du? –

 

20 Und er bekannte und leugnete nicht, und bekannte: Ich bin nicht der Christus!

 

21 Und sie fragten ihn: Was denn? - Bist du Elias? - Und er sagt: Ich bin es nicht! - Bist du der Prophet? - und er antwortete: Nein! –

 

22 Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? damit wir Denen, die uns gesandt haben, Antwort geben; was sagst du von dir selbst?

 

23 Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Machet gerade den Weg des Herrn, wie Jesaias, der Prophet, gesagt hat.

 

24 Und die Gesandten waren von den Pharisäern.

 

25 Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus, noch Elias, noch der Prophet bist?

 

26 Johannes antwortete ihnen, sagend: Ich taufe mit Wasser; aber mitten unter euch steht, den ihr nicht kennt;

 

27 Er ist es, der hinter mir Kommende, der Mir vor ist, dessen Sandalen aufzulösen ich nicht würdig bin. –

 

28 Dies geschah zu Bethania, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte.

 

29 Am folgenden Tage sieht er Jesum zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt!

 

30 Dieser ist es, von welchem ich sagte. Hinter mir kommt ein Mann, der mir vor ist; denn Er war vor mir.

 

31 Und ich kannte Ihn nicht. Aber damit Er Israel offenbar werden möchte, deswegen bin ich gekommen, mit dem Wasser taufend.

 

32 Und Johannes zeugte, sagend: Ich schaute den Geist, wie eine Taube aus dem Himmel herabfahrend; und Er blieb auf Ihm.

 

33 Und ich kannte Ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sagte zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf Ihm bleiben, Dieser ist es, der mit dem Heiligen Geiste tauft.

 

34 Und ich habe gesehen und ich habe gezeugt, daß Dieser der Sohn Gottes ist.

 

35 Des folgenden Tages stand wiederum Johannes und zwei von seinen Jüngern,

 

36 und hinblickend auf Jesum, der da wandelte, spricht er: Siehe, das Lamm Gottes! –

 

37 Und ihn hörten die zwei Jünger reden und folgten Jesu.

 

38 Aber Jesus, sich umwendend und sie folgen sehend, spricht zu ihnen:

 

39 Was suchet ihr? - Sie aber sagten zu Ihm: Rabbi! (was verdolmetscht heißt: Lehrer!) Wo hältst Du Dich auf?

 

40 Er spricht zu ihnen: Kommt und sehet! - Sie kamen und sahen, wo Er sich aufhielt, und blieben jenen Tag bei Ihm. Es war um die zehnte Stunde. –

 

41 Andreas, der Bruder Simonis Petri, war Einer von den Zweien, die von Johannes gehört hatten und Ihm nachgefolgt waren.

 

42 Dieser findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (was verdolmetscht ist: Christus).

 

43 Und er führte ihn zu Jesu. Jesus, ihn anblickend, sagte: Du bist Simon, der Sohn Jona; du wirst Kephas heißen (was verdolmetscht ist: Stein).

 

44 Am folgenden Tage wollte Jesus nach Galiläa ausgehen und findet Philippu(s)m und spricht zu ihm: Folge Mir nach! –

 

45 Philippus war aber von Bethsaida, aus der Stadt Andreä und Petri. –

 

46 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben Den gefunden, von welchem Moses und die Propheten in dem Gesetz geschrieben haben, Jesum, den Sohn Josephs, den von Nazareth.

 

47 Und Nathanael spricht zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes sein? - Philippus sprach zu ihm: Komm und siehe!

 

48 Jesus sah den Nathanael auf Ihn zukommen, und sagt von ihm: Siehe! wahrhaftig ein Israelit, in welchem kein Trug ist!

 

49 Nathanael spricht zu Ihm: Woher kennst Du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah Ich dich!

 

50 Nathanael antwortete und spricht zu Ihm: Rabbi! Du bist der Sohn Gottes; Du bist der König Israels!

 

51 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Weil Ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum, glaubst du? - du wirst größere Dinge, als diese, sehen.

 

52 Und Er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Himmel geöffnet sehen, und die Engel Gottes auf den Sohn des Menschen auf- und niederfahren.

 

 

 

Johannes Kapitel 02

 

 1 Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und es war die Mutter Jesu daselbst.

 

2 Es war aber auch Jesus auf die Hochzeit geladen und Seine Jünger.

 

3 Und als es an Wein gebrach, sagt die Mutter Jesu zu Ihm: Sie haben keinen Wein. –

 

4 Jesus spricht zu ihr: Was haben wir mit einander, Weib? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. –

 

5 Seine Mutter sagt zu den Dienern. Was Er euch irgend sagt, das tut. –

 

6 Es waren aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge, aufgestellt nach der Reinigung der Juden, je zwei oder drei Maß fassend. –

 

7 Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Krüge mit Wasser! - Und sie füllten sie bis oben an. –

 

8 Und Er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringt es dem Speisemeister! - Und sie brachten es. –

 

9 Als aber der Speisemeister das Wasser kostete, welches Wein geworden war - (und wußte nicht, woher es sei; die Diener aber, die das Wasser schöpften, wußten es) - ruft der Speisemeister den Bräutigam

 

10 und spricht zu ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie wohl getrunken haben, dann den geringern; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. –

 

11 Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa, und offenbarte Seine Herrlichkeit, und Seine Jünger glaubten an Ihn.

 

12 Darnach ging Er hinab nach Kapernaum, Er und Seine Mutter und Seine Brüder und Seine Jünger; und daselbst blieben sie nicht viele Tage.

 

13 Und das Passah der Juden war nahe, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem,

 

14 und fand im Tempel die Ochsen- und Schafe- und Tauben-Verkäufer, und die Wechsler dasitzen.

 

15 Und Er machte eine Geißel aus Stricken, und trieb sie Alle aus dem Tempel hinaus, und die Schafe und die Ochsen; und die Münze der Wechsler schüttete Er aus, und die Tische warf Er um.

 

16 Und zu den Taubenkrämern sprach Er: Nehmt dieses von hier weg! Macht nicht das Haus Meines Vaters zu einem Handelshause.

 

17 Seine Jünger aber erinnerten sich daran, daß geschrieben steht: "Der Eifer um Dein Haus frißt Mich!"

 

18 Da antworteten die Juden und sprachen zu Ihm: Welches Zeichen zeigest Du uns, daß Du dieses tust?

 

19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab und in drei Tagen werde Ich ihn aufrichten.

 

20 Da sprachen die Juden: Sechs und vierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und Du willst ihn in drei Tagen aufrichten? –

 

21 Er aber sprach von dem Tempel Seines Leibes.

 

22 Als Er nun aus den Toten auferweckt war, erinnerten sich Seine Jünger, daß Er dieses zu ihnen gesagt; und sie glaubten der Schrift und dem Worte, welches Jesus gesprochen hatte.

 

23 Als Er aber zu Jerusalem am Passah auf dem Feste war, glaubten Viele an Seinen Namen, als sie Seine Zeichen sahen, die Er tat.

 

24 Jesus selbst aber vertraute Sich ihnen nicht, weil Er Alle kannte,

 

25 und nicht bedurfte, daß Jemand Zeugnis von dem Menschen gäbe; denn Er wußte, was in dem Menschen war.

 

 (Vers 24 und 25 war die Veseinteilung nicht richtig)

 

 

Johannes Kapitel 03

 

1 Es war aber ein Mensch von den Pharisäern; sein Name war: Nikodemus, ein Oberster der Juden.

 

2 Dieser kam zu Ihm bei Nacht und sprach zu Ihm: Rabbi! Wir wissen, daß Du, ein Lehrer, von Gott gekommen bist; denn Niemand kann diese Zeichen tun, die Du tust, es sei den Gott mit ihm.

 

3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich Ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von Neuem geboren worden sei, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

 

4 Nikodemus spricht zu Ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er in den Leib seiner Mutter zum zweiten Mal hinein gehen und geboren werden?

 

5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich Ich sage Dir! Es sei denn, daß Jemand aus Wasser und Geist geboren worden sei, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.

 

6 Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.

 

7 Verwundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von Neuem geboren werden.

 

8 Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; also ist Jeder, der aus dem Geiste geboren ist.

 

9 Nikodemus antwortete und sprach zu Ihm: Wie kann dieses geschehen? –

 

10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer von Israel, und weißt dieses nicht?

 

11 Wahrlich, wahrlich Ich sage dir: Wir reden, was Wir wissen, und zeugen, was Wir gesehen haben; und Unser Zeugnis nehmt ihr nicht an.

 

12 Wenn Ich euch das Irdische gesagt habe und ihr glaubet nicht; wie werdet ihr glauben, wenn Ich euch das Himmlische sage?

 

13 Und Niemand ist in den Himmel aufgefahren, es sei denn, der aus dem Himmel niedergefahren ist, der Sohn des Menschen, der in dem Himmel ist.

 

14 Und gleichwie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, also muß der Sohn des Menschen erhöht werden,

 

15 auf daß Jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren sei, sondern ewiges Leben habe.

 

16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er Seinen eingebornen Sohn gegeben hat, auf daß Jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren sei, sondern ewiges Leben habe.

 

17 Denn Gott hat Seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß Er die Welt richte, sondern daß die Welt durch Ihn gerettet werde.

 

18 Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes geglaubt hat.

 

19 Dieses aber ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt, als das Licht; denn ihre Werke waren böse.

 

20 Denn Jeder, der Böses tut, hasset das Licht, und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloß gestellt werden.

 

21 Wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, daß sie in Gott gewirkt sind.

 

22 Darnach kam Jesus und Seine Jünger in das Land Judäa; und daselbst verweilte Er mit ihnen und taufte.

 

23 Aber auch Johannes taufte zu Ainon, nahe bei Salim, weil viele Wasser daselbst waren; - und sie kamen dahin und wurden getauft.

 

24 Denn Johannes war noch nicht in’s Gefängnis geworfen.

(Vers 24 fehlte)

 

25 Da entstand eine Frage von einigen der Jünger Johannis mit einem Juden über die Reinigung.

 

26 Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi! Der jenseits des Jordan bei dir war, dem du Zeugnis gegeben, siehe! Dieser tauft, und Alle kommen zu Ihm. –

 

27 Johannes antwortete und sprach: Es kann ein Mensch sich nichts verschaffen, es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben.

 

28 Ihr selbst gebet mir Zeugnis, daß ich sagte: Ich bin nicht der Christus, sondern daß ich vor Ihm her gesandt bin.

 

29 Der die Braut hat, ist der Bräutigam; aber der Freund des Bräutigams, welcher steht und Ihn hört, ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist denn erfüllt.

 

30 Er muß wachsen; ich aber geringer werden.

 

31 Der von oben kommt, ist über Alles; der von der Erde ist, ist von der Erde, und redet von der Erde; der vom Himmel kommt ist über Alle.

 

32 Und was Er gesehen und gehört hat, dieses bezeugt Er, und Sein Zeugnis nimmt Niemand an.

 

33 Wer Sein Zeugnis angenommen hat, der hat versiegelt, daß Gott wahrhaftig ist.

 

34 Denn welchen Gott gesandt hat, der redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß.

 

35 Der Vater liebt den Sohn, und hat Alles in Seine Hand gegeben.

 

36 Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

 

 

Johannes Kapitel 04

 

1 Als nun der Herr erkannte, daß die Pharisäer gehört hatten, daß Jesus mehr Jünger mache und taufe, als Johannes,

 

2 (wiewohl Jesus selbst nicht taufte, sondern Seine Jünger)

 

3 verließ Er Judäa, und ging von da wiederum nach Galiläa.

 

4 Er mußte aber durch Samaria gehen.

 

5 Er kommt nun in eine Stadt Samariens, genannt Sichar, nahe bei dem Felde, welches Jakob seinem Sohne Joseph gab. –

 

6 Es war aber daselbst ein Brunnen Jakobs. Jesus nun, ermüdet von der Reise, setzte Sich also an den Brunnen nieder. Es war um die sechste Stunde.

 

7 Es kommt ein Weib aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib Mir zu trinken!

 

8 (Denn Seine Jünger waren weggegangen in die Stadt, um Speise zu kaufen.)

 

9 Da spricht das samaritische Weib zu Ihm: Wie bittest Du, der Du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich ein samaritisches Weib bin? - (Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern).

 

10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes känntest, und wer Der ist, der zu dir sagt: "Gib Mir zu trinken," - du würdest Ihn gebeten haben, und Er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. –

 

11 Das Weib spricht zu Ihm: Herr! Du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast Du denn das lebendige Wasser?

 

12 Bist Du größer, als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gab? Und er selbst trank aus demselben, und seine Söhne und sein Vieh. –

 

13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinket, wird wiederum dürsten;

 

14 Jedweder aber, der von dem Wasser trinken wird, welches Ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit, sondern das Wasser, welches Ich ihm geben werde, wird in ihm ein Quell Wassers werden, welches in das ewige Leben quillt. –

 

15 Das Weib spricht zu Ihm: Herr! Gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht hierherkomme, um zu schöpfen.

 

16 Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann, und komme hierher!

 

17 Das Weib antwortete und sprach: Ich habe keinen Mann! Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: ich habe keinen Mann;

 

18 denn fünf Männer hast du gehabt, und den du jetzt hast, der ist nicht dein Mann; dies hast du wahr geredet.

 

19 Das Weib spricht zu Ihm: Herr! ich sehe, daß Du ein Prophet bist.

 

20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, zu Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten soll.

 

21 Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube Mir: es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet.

 

22 Ihr betet an, was ihr nicht wisset; wir beten an, was wir wissen; denn das Heil ist aus den Juden.

 

23 Es kommt aber die Stunde, und ist jetzt, wo die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht auch solche, die Ihn anbeten.

 

24 Gott ist ein Geist, und die Ihn anbeten, müssen Ihn in Geist und Wahrheit anbeten. –

 

25 Das Weib spricht zu Ihm: Ich weiß, daß Messias kommt, (der Christus genannt ist). Wenn Er gekommen ist, wird Er uns Alles kund machen. –

 

26 Jesus spricht zu ihr: Ich bins, der Ich zu dir rede! –

 

27 Und über dem kamen Seine Jünger und verwunderten sich, daß Er mit einem Weibe redete. Dennoch sagte Niemand: Was suchst Du? oder: Was redest Du mit ihr?

 

28 Das Weib aber ließ ihren Wasserkrug stehen und ging weg nach der Stadt und sagt zu den Leuten: (der Doppelpunkt hat gefehlt)

 

29 Kommt, sehet einen Menschen (Mesnchen), der mir Alles gesagt hat, was ich getan habe; ist dieser nicht der Christus?

 

30 Sie gingen zu der Stadt hinaus und kamen zu Ihm.

 

31 In der Zwischenzeit aber baten Ihn die Jünger, sagend: Rabbi, iß! –

 

32 Er aber sagte zu ihnen: Ich habe Speise zu essen, die ihr nicht kennet. –

 

33 Da sprachen die Jünger zu einander: Hat Ihm Jemand zu essen gebracht? –

 

34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist, daß Ich den Willen Dessen tue, der Mich gesandt hat, und Sein Werk vollbringe.

 

35 Saget ihr nicht: Es sind noch vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe! Ich sage euch: Hebet eure Augen auf und schauet die Felder an; denn sie sind schon weiß zur Ernte.

 

36 Und der, welcher erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit beide, der Sämann und der Schnitter, sich zugleich freuen.

 

37 Denn hierin ist der Spruch wahr: Ein Anderer ist´s, der sät, und ein Anderer, der erntet.

 

38 Ich habe euch gesandt, zu ernten, was ihr nicht bearbeitet habt; Andere haben gearbeitet und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten. –

 

39 Aber aus jener Stadt glaubten Viele von den Samaritern, um des Wortes des Weibes willen, an Ihn, welche bezeugte: Er sagte mir Alles, was ich getan habe. –

 

40 Als nun die Samariter zu Ihm kamen, baten sie Ihn, bei ihnen zu bleiben; und Er blieb daselbst zwei Tage.

 

41 Und viel mehr glaubten um Seines Wortes willen.

 

42 Und zu dem Weibe sagten sie: Nicht mehr um deines Redens willen glauben wir, denn wir selbst haben gehört und wissen, daß Dieser ist wahrhaftig der Heiland der Welt, der Christus.

 

43 Nach den zwei Tagen aber ging Er von da weg und begab Sich nach Galiläa.

 

44 Denn Er Selbst, Jesus, bezeugte, daß ein Prophet in dem eigenen Vaterlande keine Ehre hat. –

 

45 Als Er nun nach Galiläa kam, nahmen Ihn die Galiläer auf, da sie Alles gesehen, was Er zu Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn auch sie kamen auf das Fest.

 

46 Jesus kam nun wiederum nach Kana in Galiläa, wo Er das Wasser zu Wein gemacht hatte; und es war ein gewisser königlicher Diener, dessen Sohn war krank in Kapernaum.

 

47 Als dieser hörte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa komme, ging er zu Ihm hin und bat Ihn, daß Er herab komme und seinen Sohn heile; denn er lag im Sterben.

 

48 Da sprach Jesus zu ihm: Es sei denn, daß ihr Zeichen und Wunder sehet, so werdet ihr nicht glauben. –

 

49 Der königliche Diener spricht zu Ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt. –

 

50 Jesus spricht zu Ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt! - Und der Mensch glaubte dem Worte, welches Jesus ihm sagte, und er ging hin.

 

51 Aber schon während er hinging, begegneten ihm seine Knechte, und meldeten ihm, sagend: Dein Knabe lebt! –

 

52 Da erforschte er von ihnen die Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war, und sie sagten zu ihm: Gestern in der siebenten Stunde verließ ihn das Fieber. –

 

53 Da erkannte der Vater, daß es in jener Stunde war, in welcher Jesus zu ihm sagte: Dein Sohn lebt! - und er selbst glaubte, und sein ganzes Haus. –

 

54 Dieses zweite Zeichen tat Jesus wiederum, als Er aus Judäa nach Galiläa gekommen war.

 

 

 

Johannes Kapitel 05

 

1 Nach diesem war ein Fest der Juden; und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.

 

2 Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch den Zunamen hat: Bethesda, welcher fünf Säulenhallen hat.

 

3 In diesen lag eine große Menge der Kranken: Blinde, Lahme, Dürre, auf die Bewegung des Wassers wartend.

 

4 Denn zu Zeiten stieg ein Engel in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, ward gesund, mit welcher Krankheit er irgend behaftet war.

 

5 Es war aber ein gewisser Mensch daselbst, der acht und dreißig Jahre mit einer Krankheit behaftet war.

 

6 Jesus, diesen liegen sehend, und wissend, daß er schon lange Zeit also war, spricht zu ihm: Willst du gesund werden?

 

7 Der Kranke antwortete Ihm: Herr! ich habe keinen Menschen, der mich, wenn das Wasser bewegt ist, in den Teich werfe; während ich aber gehe, steigt ein Anderer vor mir hinab.

 

8 Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett und wandele! –

 

9 Und alsbald war der Mensch gesund; und er hob sein Bett auf und wandelte. Es war aber an jenem Tage Sabbath.

 

10 Da sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbath, es ist dir nicht erlaubt, dein Bett zu tragen.

 

11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sagte zu mir: Nimm dein Bett auf und wandele!

 

12 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir sagte: Nimm dein Bett auf und wandele!

 

13 Der Geheilte aber wußte nicht, wer Er war; denn Jesus war entwichen, weil eine Volksmenge an dem Orte war.

 

14 Darnach findet ihn Jesus im Tempel; und Er sprach zu ihm: Siehe! du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, damit dir nichts Ärgeres widerfahre. –

 

15 Der Mensch ging weg und verkündigte den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe.

 

16 Und um deswillen verfolgten die Juden Jesum und suchten Ihn zu töten, weil Er dies am Sabbath tat. –

 

17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bis jetzt, und Ich wirke. –

 

18 Um deswillen suchten die Juden noch mehr, Ihn zu töten, weil Er nicht allein den Sabbath brach, sondern auch Gott Seinen eigenen Vater nannte, Sich Selbst Gott gleich machend.

 

19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Der Sohn kann nichts von Sich Selbst tun; es sei denn, was Er den Vater tun sieht; denn was Dieser irgend tut, das tut auch der Sohn gleicherweise.

 

20 Denn der Vater hat den Sohn lieb, und Alles zeigt Er Ihm, was Er tut, und Er wird Ihm größere Werke als diese zeigen, auf daß ihr euch verwundert.

 

21 Denn gleichwie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, also macht auch der Sohn lebendig, welche Er will.

 

22 Denn auch der Vater richtet Niemanden, sondern das ganze Gericht hat Er dem Sohne gegeben,

 

23 auf daß Alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der Ihn gesandt hat.

 

24 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubet Dem, der Mich gesandt hat, hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tode in das Leben hinübergegangen.

(Vers 24 fehlte)

 

25 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, daß die Stunde kommt und ist jetzt, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben.

 

26 Denn gleich wie der Vater das Leben in Sich Selbst hat, also hat Er auch dem Sohne gegeben, das Leben in Sich Selbst zu haben.

 

27 Und Er hat Ihm Gewalt gegeben, auch Gericht zu halten, weil Er des Menschen Sohn ist.

 

28 Wundert euch darüber nicht; denn es kommt die Stunde, in welcher Alle, die in den Gräbern sind, Seine Stimme hören werden,

 

29 und es werden hervorkommen, die, welche Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber, welche Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

 

30 Ich kann Nichts von Mir Selbst tun; so wie Ich höre, richte Ich; und Mein Gericht ist gerecht; denn Ich suche nicht Meinen Willen, sondern den Willen Dessen, der Mich gesandt hat.

 

31 Wenn Ich von Mir Selbst zeuge, ist Mein Zeugnis nicht wahr;

 

32 ein Anderer ist es, der von Mir zeugt, und Ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, welches Er von Mir zeugt.

 

33 Ihr schicktet zu dem Johannes, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben.

 

34 Ich aber nehme nicht Zeugnis von Menschen, sondern dieses sage Ich, auf daß ihr selig werdet.

 

35 Jener war die brennende und scheinende Lampe, ihr aber wolltet gern für eine Zeit in seinem Lichte fröhlich sein.

 

36 Ich aber habe das Zeugnis, das größer ist, als das des Johannes; denn die Werke, welche Mir der Vater gegeben hat, auf daß Ich sie vollbringe, die Werke selbst, welche Ich tue, zeugen von Mir, daß der Vater mich gesandt hat.

 

37 Und der Vater, der Mich gesandt hat, hat Selbst von Mir Zeugnis gegeben; ihr habt weder jemals Seine Stimme gehört, noch Seine Gestalt gesehen;

 

38 auch Sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch; denn Dem, welchen Er gesandt hat, Diesem glaubet ihr nicht.

 

39 Erforschet die Schriften, denn ihr meinet in ihnen das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von Mir zeugen,

 

40 und ihr wollt nicht zu Mir kommen, auf daß ihr das Leben habet.

 

41 Ich nehme nicht Ehre von den Menschen;

 

42 aber Ich kenne euch, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habet.

 

43 Ich bin in dem Namen Meines Vaters gekommen und ihr nehmet Mich nicht auf; wenn ein Anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.

 

44 Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre von einander nehmt, und die Ehre von Gott allein nicht suchet?

 

45 Wähnet nicht, daß Ich euch bei dem Vater verklagen werde; - es ist Einer, der euch verklagt, - Moses, auf welchen ihr eure Hoffnung gesetzt habt.

 

46 Denn wenn ihr Moses glaubtet, so würdet ihr Mir geglaubt haben; denn von Mir hat er geschrieben.

 

47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr Meinen Worten glauben?

 

 

 

Johannes Kapitel 06

 

1 Darnach ging Jesus über den See von Galiläa, den von Tiberias;

 

2 und es folgte Ihm eine große Volksmenge, weil sie Seine Zeichen sahen, welche Er an den Kranken tat.

 

3 Jesus aber ging hinauf auf den Berg, und daselbst saß Er mit Seinen Jüngern.

 

4 Es war aber nahe das Passah, das Fest der Juden.

 

5 Jesus nun, die Augen aufhebend und sehend, daß ein großer Haufe zu Ihm kommt, spricht zu Philippus (Philippo): Woher sollen wir Brote kaufen, auf daß diese essen? –

 

6 Dieses sagte Er aber, ihn versuchend; denn Er Selbst wußte, was Er tun wollte. –

 

7 Philippus antwortete Ihm: Für zweihundert Denare Brote reichen nicht hin für sie, auf daß Jeglicher von ihnen etwas Weniges bekomme.

 

8 Einer von Seinen Jüngern, Andreas, der Bruder Simonis Petri, spricht zu Ihm:

 

9 Es ist ein kleiner Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist dies unter so Viele?

 

10 Jesus aber sprach: Machet, daß die Menschen sich lagern. - Es war aber viel Gras an dem Orte; da lagerten sich die Männer an Zahl bei fünftausend.

 

11 Jesus aber nahm die Brote, und als Er Dank gesagt hatte, teilte Er sie unter die Jünger; die Jünger aber unter die, welche da lagerten. Ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten.

 

12 Als sie aber gesättigt waren, spricht Er zu Seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verloren gehe.

 

13 Sie sammelten sie denn und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe mit Brocken, welche denen übrig blieben, die gegessen hatten.

 

14 Die Leute nun, als sie das Zeichen sahen, welches Jesus tat, sprachen: Dieser ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll! –

 

15 Jesus nun, wissend, daß sie kommen und Ihn mit Gewalt nehmen wollten, damit sie Ihn zum König machten, entwich wiederum auf den Berg, Er Selbst allein.

 

16 Als es aber Abend geworden war, gingen Seine Jünger hinab an den See.

 

17 Und in das Schiff steigend, gingen sie über den See gen Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen.

 

18 Und der See erhob sich, weil ein starker Wind wehte.

 

19 Als sie nun etwa fünfundzwanzig bis dreißig Stadien gerudert waren, sehen sie Jesum auf dem See wandeln und nahe an das Schiff herankommen; - und sie fürchteten sich.

 

20 Er aber spricht zu ihnen: Ich bin´s, fürchtet euch nicht!

 

21 Da wollten sie Ihn in das Schiff nehmen, - und alsbald kam das Schiff an das Land, wohin sie fuhren.

 

22 Am folgenden Tage, als die Volksmenge, die jenseit des See´s stand, sah, daß daselbst kein (ein) anderes Schifflein war, als jenes eine, in welches Seine Jünger gestiegen waren, und daß Jesus nicht mit Seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern daß Seine Jünger allein weggefahren waren; -

 

23 (es kamen aber andere Schifflein aus Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen, nachdem der Herr Dank gesagt hatte;) –

 

24 da nun die Volksmenge sah, daß Jesus nicht da sei, noch Seine Jünger, stiegen sie selbst in die Schiffe und kamen nach Kapernaum, Jesum suchend.

 

25 Und als sie Ihn jenseit des See´s gefunden, sprachen sie zu Ihm: Rabbi! wann bist Du hierher gekommen?

 

26 Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch. Ihr sucht Mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen und gesättigt worden seid.

 

27 Wirket nicht für die Speise, die vergänglich ist, sondern für die Speise, welche in das ewige Leben bleibt, welche der Sohn des Menschen euch geben wird; denn Diesen hat Gott der Vater versiegelt.

 

28 Da sprachen sie zu Ihm: Was sollen wir tun, auf daß wir die Werke Gottes wirken? –

 

29 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, daß ihr an Den glaubet, welchen Er gesandt hat. –

 

30 Da sagten sie zu Ihm: Was tust Du denn für ein Zeichen, auf daß wir sehen und Dir glauben; was wirkest Du?

 

31 Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste; wie geschrieben steht: Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.

 

32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Nicht Moses hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern Mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel.

 

33 Denn das Brot Gottes ist Der, welcher aus dem Himmel hernieder kommt und der Welt das Leben gibt.

 

34 Da sprachen sie zu Ihm: Herr! gib uns allezeit dieses Brot.

 

35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu Mir kommt, wird nicht hungern; und wer an Mich glaubt, wird nicht dürsten.

 

36 Aber ich sage euch, daß ihr Mich gesehen habt und nicht glaubet.

 

37 Alles, was Mir der Vater gibt, wird zu Mir kommen, und Den, der zu Mir kommt, werde Ich nicht hinauswerfen;

 

38 denn Ich bin aus dem Himmel hernieder gekommen, nicht, auf daß Ich Meinen Willen tue, sondern den Willen Dessen, der Mich gesandt hat.

 

39 Dieses aber ist der Wille des Vaters, der Mich gesandt hat, daß Ich von Allem, was Er Mir gegeben hat, nichts davon verlieren soll, sondern, daß Ich es auferwecke an dem letzten Tage.

 

40 Dieses aber ist der Wille Dessen, der Mich gesandt hat, daß Jeder, der den Sohn siehet und glaubet an Ihn, das ewige Leben haben soll; und Ich werde ihn auferwecken an dem letzten Tage.

 

41 Da murrten die Juden über Ihn, weil Er sagte: Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist, -

 

42 und sagten: Ist Dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie sagt denn Dieser: Ich bin aus dem Himmel herniedergekommen? –

 

43 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murret nicht unter einander!

 

44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe; und Ich werde ihn am letzten Tage auferwecken.

 

45 Es steht in den Propheten geschrieben: "Und sie werden Alle von Gott gelehrt sein"; Jeder, der es von dem Vater gehört und gelernet hat, der kommt zu Mir.

 

46 Nicht daß Jemand den Vater gesehen habe, als Der, welcher von Gott ist; Dieser hat den Vater gesehen.

 

47 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Der an mich glaubt, hat das ewige Leben.

 

48 Ich bin das Brot des Lebens!

 

49 Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen und sind gestorben.

 

50 Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herniederkommt, auf daß man davon esse und nicht sterbe.

 

51 Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist. Wenn Jemand von diesem Brote isset, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber auch, welches Ich geben werde, ist Mein Fleisch, welches Ich für das Leben der Welt geben werde. –

 

52 Da stritten die Juden mit einander, sagend: Wie kann Dieser uns das Fleisch zu essen geben? –

 

53 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Es sei denn, ihr esset das Fleisch des Sohnes des Menschen, und trinket Sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch selbst.

 

54 Wer Mein Fleisch isset und Mein Blut trinket, hat das ewige Leben; und Ich werde ihn am letzten Tage auferwecken.

 

55 Denn Mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und Mein Blut ist wahrhaftig Trank;

 

56 wer Mein Fleisch isset und Mein Blut trinket, bleibet in Mir und Ich in Ihm.

 

57 Gleichwie Mich der lebendige Vater gesandt hat und Ich lebe des Vaters wegen; so wird auch, wer Mich isset, leben Meinetwegen.

 

58 Dieses ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Nicht, wie eure Väter das Manna aßen und starben; wer dieses Brot isset, wird leben in Ewigkeit. –

 

59 Dies redete Er, lehrend in der Synagoge zu Kapernaum.

 

60 Viele nun von Seinen Jüngern, die es gehört hatten, sprachen: Diese Rede ist hart; wer kann sie hören?

 

61 Da aber Jesus bei Sich Selbst wußte, daß Seine Jünger hierüber murren, sprach Er zu ihnen: Ärgert euch dies?

 

62 Wenn ihr denn den Sohn des Menschen auffahren sehen werdet, wo er zuvor war? –

 

63 Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts; die Worte, welche Ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.

 

64 Aber es sind Einige unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, welche es seien, die nicht glaubten, und wer es sei, der ihn überliefern würde.

 

65 Und Er sprach: Deswegen sagte Ich zu euch, daß Niemand zu Mir kommen kann, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben. –

 

66 Von da an gingen viele Seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit Ihm.

 

67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen?

 

68 Simon Petrus antwortete Ihm: Herr! Zu Wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens;

 

69 und wir glauben und wissen, daß Du der Christus, der Sohn Gottes bist! –

 

70 Jesus antwortete ihnen: Habe Ich nicht euch, die Zwölfe auserwählt? - und Einer von euch ist ein Teufel.

 

71 Er meinte aber den Judas, Sohn Simons, den Iskariot; denn dieser war es, der Ihn später überlieferte, und war Einer von den Zwölfen.

 

 

 

Johannes  Kapitel 07

 

1 Und darnach wandelte Jesus in Galiläa; denn Er wollte nicht in Judäa wandeln, weil die Juden Ihn zu töten suchten.

 

2 Es war aber das Fest der Juden, die Laubhütten, nahe.

 

3 Da sprachen Seine Brüder zu Ihm: Ziehe von hinnen, und gehe nach Judäa, damit auch Deine Jünger Deine Werke sehen, welche Du tust.

 

4 Denn Niemand tut etwas im Verborgenen und sucht selbst offenbar zu sein. Wenn Du diese Dinge tust, zeige Dich der Welt. –

 

5 Denn auch Seine Brüder glaubten nicht an Ihn. –

 

6 Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist stets bereit.

 

7 Euch kann die Welt nicht hassen, Mich aber hasset sie, weil Ich von ihr zeuge, daß ihre Werke böse sind.

 

8 Gehet ihr hinauf zu diesem Fest. Ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn Meine Zeit ist noch nicht erfüllt. –

 

9 Als Er dieses zu ihnen sagte, blieb Er in Galiläa.

 

10 Wie aber Seine Brüder hingegangen waren, da ging (auf) auch Er hin auf das Fest, nicht offenbarlich, sondern wie im Verborgenen.

 

11 Da suchten Ihn die Juden auf dem Fest und sprachen: Wo ist Jener? –

 

12 Und viel Murrens war über Ihn unter der Volksmenge; die Einen sagten: Er ist gut! - Andere aber sagten: Nein, sondern Er verführt die Volksmenge.

 

13 Doch sprach Niemand öffentlich von Ihm, aus Furcht vor den Juden.

 

14 Als es aber schon in der Mitte des Festes war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte.

 

15 Und die Juden verwunderten sich, sagend: Wie besitzt Dieser Gelehrsamkeit, da Er nicht gelernt hat? –

 

16 Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht Mein, sondern Dessen, der Mich gesandt hat.

 

17 Wenn Jemand will Seinen Willen tun, der wird von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist, oder ob Ich von Mir Selber rede.

 

18 Wer von sich selber redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre Dessen sucht, der Ihn gesandt hat, Dieser ist wahrhaftig und ist keine Ungerechtigkeit in Ihm.

 

19 Hat euch nicht Moses das Gesetz gegeben? - und Keiner von euch tut das Gesetz. Was sucht ihr Mich zu töten?

 

20 Die Volksmenge antwortete und sprach: Du hast einen Teufel; wer sucht Dich zu töten?

 

21 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe Ich getan und Alle verwundert ihr euch.

 

22 Deswegen gab Moses euch die Beschneidung; (nicht als ob sie von Moses her sei, sondern von den Vätern,) und am Sabbath beschneidet ihr einen Menschen.

 

23 Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbath empfängt, damit das Gesetz Mosis nicht gebrochen werde, zürnet ihr Mir, daß Ich den ganzen Menschen am Sabbath gesund gemacht habe?

 

24 Richtet nicht nach der äußern Erscheinung, sondern richtet das gerechte Gericht. –

 

25 Da sprachen Etliche von denen, die aus Jerusalem waren: Ist das nicht Dieser, den sie zu töten suchen?

 

26 Und siehe! Er redet öffentlich, und sie sagen Ihm nichts. Haben denn die Obersten in Wahrheit erkannt, daß Dieser der Christus ist?

 

27 Diesen aber kennen wir, woher Er ist; wann aber der Christus kommen wird, weiß Niemand, woher Er ist.

 

28 Daher rief Jesus, in dem Tempel lehrend und sagend: Ihr kennet Mich und wißt auch, woher Ich bin; und Ich bin nicht von Mir Selbst gekommen, sondern der Mich gesandt hat ist wahrhaftig, und Den kennt ihr nicht.

 

29 Ich kenne Ihn, weil Ich von Ihm bin, und Er Mich gesandt hat. –

 

30 Da suchten sie Ihn zu greifen, und Niemand legte die Hand an Ihn; denn Seine Stunde war noch nicht gekommen. -

 

31 Viele aber aus der Volksmenge glaubten an Ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird Er mehr Zeichen tun, als diese, welche Dieser getan hat?

 

32 Die Pharisäer hörten die Volksmenge also über Ihn murren, und die Pharisäer und die Hohenpriester sandten Diener, auf daß sie Ihn griffen.

 

33 Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit bin Ich bei euch, und gehe hin zu Dem, der Mich gesandt hat.

 

34 Ihr werdet Mich suchen und nicht finden, und wo Ich bin, könnt ihr nicht hinkommen. –

 

35 Da sprachen die Juden bei sich selbst: Wohin will Dieser gehen, daß wir Ihn nicht finden sollen? Will Er in die Zerstreuung der Griechen gehen und die Griechen lehren?

 

36 Was ist das für eine Rede, die Er gesagt: Ihr werdet Mich suchen und nicht finden, - und: Wo Ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen?

 

37 Aber am letzten, dem großen Tage des Festes, stand Jesus und rief, sagend: Wenn Jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke.

 

38 Wer an Mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, von dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. –

 

39 Dieses aber sagte Er von dem Geiste, welchen die an Ihn Glaubenden empfangen sollten; denn der (H) heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

 

40 Viele nun aus der Volksmenge, als sie diese Rede hörten, sagten: Dieser ist wahrhaftig ein Prophet!

 

41 Andere sagten: Dieser ist der Christus! Andere aber sagten: Kommt der Christus denn aus Galiläa?

 

42 Hat nicht die Schrift gesagt: daß der Christus aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, dem Dorfe, wo David war, kommt? –

 

43 Da ward Seinetwegen eine Spaltung in der Volksmenge.

 

44 Etliche aber von ihnen wollten Ihn greifen; aber Keiner legte die Hände an Ihn.

 

45 Da kamen die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr Ihn nicht gebracht?

 

46 Die Diener antworteten: Niemals hat also ein Mensch geredet, wie dieser Mensch. –

 

47 Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ihr auch verführt?

 

48 Hat Jemand von den Obersten an ihn geglaubt oder von den Pharisäern?

 

49 Diese Volksmenge aber, welche das Gesetz nicht kennt, ist verflucht. –

 

50 Spricht Nikodemus zu ihnen, der bei Nacht zu Ihm kam, und Einer von ihnen war:

 

51 Richtet unser Gesetz den Menschen, wenn es nicht zuvor ihn anhört und weiß, was er tut? –

 

52 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch aus Galiläa? Forsche und siehe! aus Galiläa steht kein Prophet auf. –

 

53 Und ein Jeglicher ging nach seinem Hause.

 

 

 

Johannes Kapitel 08

 

1 Jesus aber ging nach dem Ölberg.

 

2 Früh Morgens aber kam Er wieder in den Tempel, und das ganze Volk kam zu Ihm, und Er setzte sich und lehrte sie.

 

3 Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber führen ein Weib zu Ihm, ergriffen im Ehebruch, und stellten sie in die Mitte,

 

4 und sprechen zu Ihm: Lehrer! dieses Weib ist im Ehebruch auf der Tat ergriffen worden.

 

5 In dem Gesetze aber hat Moses uns geboten, daß Solche gesteinigt werden; Du nun, was sagst Du? –

 

6 Dieses aber sagten sie, Ihn versuchend, auf daß sie etwas hätten, um Ihn zu verklagen. - Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

 

7 Als sie aber fortfuhren, Ihn zu fragen, richtete Er Sich auf und sprach zu ihnen. Wer von euch nicht gesündigt hat, der werfe zuerst den Stein auf sie!

 

8 Und wiederum bückte Er Sich nieder und schrieb auf die Erde.

 

9 Sie aber, als sie es hörten, und von dem Gewissen überführt wurden, gingen Einer nach dem Andern einzeln hinaus, anfangend von den Ältesten bis zu den Letzten; und Jesus war allein gelassen, und das Weib in der Mitte stehend.

 

10 Jesus aber richtete Sich auf; und als Er Niemand sah, ausgenommen das Weib, sprach Er zu ihr: Weib! wo sind Jene, deine Verkläger? Hat dich Niemand verurteilt? –

 

11 Sie aber sprach: Niemand, Herr! Jesus aber sprach zu ihr: So verurteile Ich dich auch nicht. Gehe hin und sündige nicht mehr.

 

12 Wiederum nun redete Jesus zu ihnen, sagend: Ich bin das Licht der Welt. Wer Mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. –

 

13 Da sprachen zu Ihm die Pharisäer: Du zeugst von Dir Selbst; Dein Zeugnis ist nicht wahr. –

 

14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Wenn Ich auch von Mir Selbst zeuge, ist Mein Zeugnis wahr; denn Ich weiß, woher Ich gekommen bin, und wohin Ich gehe; ihr aber wisset nicht, woher Ich komme, und wohin Ich gehe.

 

15 Ihr richtet nach dem Fleische; Ich richte Niemanden.

 

16 Wenn ich aber auch richte, ist mein Gericht wahr; denn Ich bin nicht allein, sondern Ich und der Vater, der Mich gesandt hat.

 

17 Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, "daß das Zeugnis von zweien Menschen wahr ist". –

 

18 Ich bin, der von Mir Selbst zeugt; und der Vater, der Mich gesandt hat, gibt Zeugnis von Mir.

 

19 Da sprachen sie zu Ihm: Wo ist Dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder Mich noch Meinen Vater; wenn ihr Mich gekannt hättet, so hättet ihr auch Meinen Vater gekannt.

 

20 Diese Worte redete Jesus in der Schatzkammer, lehrend in dem Tempel; und Niemand griff Ihn, denn Seine Stunde war noch nicht gekommen.

 

21 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe hin und ihr werdet Mich suchen, und werdet in eurer Sünde sterben; wohin Ich gehe, könnt ihr nicht kommen.

 

22 Daher sprachen die Juden: Will Er Sich Selbst töten, daß Er sagt: Wohin Ich gehe, könnt ihr nicht kommen? –

 

23 Und Er sprach zu ihnen: (Ich) Ihr seid von Dem, was unten ist; Ich bin von Dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt; Ich bin nicht von dieser Welt.

 

24 Darum sagte Ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß (ICH BIN) Ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.

 

25 Da sprachen sie zu Ihm: Wer bist Du? - Und Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das, was Ich zu euch rede.

 

26 Vieles habe Ich von euch zu reden und zu richten; aber der Mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und Ich, was Ich von Ihm gehört habe, dies sage Ich zu der Welt. –

 

27 Sie erkannten nicht, daß Er von dem Vater zu ihnen sprach. –

 

28 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen werdet erhöhet haben, dann werdet ihr erkennen, daß (ICH BIN) Ich es bin, und daß Ich von Mir Selbst nichts tue, sondern dies rede, so wie Mich Mein Vater gelehrt hat.

 

29 Und der Mich gesandt hat, der ist mit Mir; der Vater hat Mich nicht allein gelassen, denn Ich tue allezeit, was Ihm wohlgefällig ist. –

 

30 Da Er dies redete, glaubten Viele an Ihn.

 

31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an Ihn glaubten: Wenn ihr in Meinem Worte bleibt, so seid ihr wahrhaft Meine Jünger,

 

32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. –

 

33 Sie antworteten Ihm: Wie sind Abrahams Same, und nie sind wir Jemandes Knechte gewesen; wie sagst Du: Ihr sollt frei werden? –

 

34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht.

 

35 Der Knecht aber bleibet nicht für immer in dem Hause; der Sohn bleibet für immer.

 

36 Wenn denn der Sohn euch frei machen wird, werdet ihr wirklich frei sein.

 

37 Ich weiß, daß ihr Abrahams Same seid; aber ihr suchet Mich zu töten, denn Mein Wort findet nicht Raum in euch.

 

38 Ich rede, was Ich bei Meinem Vater gesehen habe, und ihr tut denn, was ihr bei eurem Vater gesehen habt. –

 

39 Sie antworteten und sprachen zu Ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wäret, würdet ihr wohl die Werke Abrahams tun;

 

40 nun aber suchet ihr Mich zu töten, einen Menschen, der Ich euch die Wahrheit geredet, welche Ich von Gott gehört habe; -

 

41 dies hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters. - Da sprachen sie zu Ihm: Wie sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben Einen Vater, Gott. –

 

42 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr Mich lieben, denn Ich bin aus Gott ausgegangen und gekommen; denn Ich bin auch nicht von Mir Selbst gekommen, sondern Er hat Mich gesandt.

 

43 Warum versteht ihr Meine Sprache nicht? Weil ihr Meine Rede nicht hören könnt.

 

44 Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun; jener war ein Menschenmörder von Anfang, und ist in der Wahrheit nicht bestanden, weil in ihm keine Wahrheit ist. Wenn er die Lüge redet, redet er aus seinem Eigenen; denn er ist Lügner und der Vater desselben.

 

45 Weil Ich aber die Wahrheit sage, glaubet ihr Mir nicht.

 

46 Wer von euch überführt Mich der Sünde? Wenn Ich Wahrheit sage, warum glaubet ihr Mir nicht?

 

47 Der, welcher aus Gott ist, höret die Worte Gottes. Deswegen höret ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. –

 

48 Da antworteten die Juden und sprachen zu Ihm: Sagen wir nicht recht, daß Du ein Samariter bist und einen Teufel hast? –

 

49 Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern Ich ehre Meinen Vater (…) , und ihr entehret Mich.

 

50 (…) Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist Einer, der suchet und richtet.

 

51 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wenn Jemand Mein Wort bewahren wird, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. –

 

52 Da sprachen die Juden zu Ihm: Jetzt erkennen wir, daß Du einen Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und Du sagst: Wenn Einer Mein Wort bewahren wird, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich.

 

53 Bist Du größer, als unser Vater Abraham, der gestorben ist? und die Propheten sind gestorben; was machst Du aus Dir Selbst? –

 

54 Jesus antwortete: Wenn Ich Mich Selbst ehre, ist Meine Ehre nichts; Mein Vater ist es, der Mich ehret, von welchem ihr saget: Er sei euer Gott! –

 

55 und ihr kennet Ihn nicht. Ich aber kenne Ihn, und wenn Ich sagte, daß Ich Ihn nicht kenne, würde Ich euch gleich sein - ein Lügner. Aber Ich kenne Ihn, und Sein Wort bewahre Ich.

 

56 Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er Meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. –

 

57 Da sprachen die Juden zu Ihm: Du hast noch nicht fünfzig Jahre, - und hast Abraham gesehen? –

 

58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Ehe Abraham ward, (ICH BIN) bin Ich. –

 

59 Da hoben sie Steine auf, daß sie auf Ihn würfen. Jesus aber verbarg Sich und ging aus dem Tempel, durch ihre Mitte hindurch gehend, und ging also vorbei.

 

 

 

Johannes Kapitel 09

 

1 Und vorbeigehend, sah Er einen Menschen, blind von Geburt.

 

2 Und Seine Jünger fragten Ihn, sagend: Rabbi! wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist? –

 

3 Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes an ihm offenbar würden.

 

4 Ich muß die Werke Dessen wirken, der Mich gesandt hat, während es Tag ist; - die Nacht kommt, wo Niemand wirken kann.

 

5 So lange Ich in der Welt bin, bin Ich ein Licht der Welt. –

 

6 Als Er dies gesagt, spützte Er auf die Erde, und machte Koth aus dem Speichel, und strich den Koth wie Salbe auf die Augen des Blinden

 

7 und sprach zu ihm: Gehe hin, wasche dich in dem Teich des Siloah, (was verdolmetscht wird: "gesandt"). Er ging nun hin und wusch sich, und kam sehend. –

 

8 Die Nachbarn nun, und die ihn früher sahen, daß er Bettler war, sagten: Ist dieser nicht der, welcher saß und bettelte? –

 

9 Einige sagten: Er ist es! - Andere aber: Er ist ihm ähnlich. - Er sagte: Ich bin es. –

 

10 Da sagten sie zu ihm: Wie sind deine Augen geöffnet worden? –

 

11 Er antwortete und sprach: Ein Mensch, genannt Jesus, machte Koth und strich es wie Salbe auf meine Augen und sprach zu mir: Gehe hin nach dem Teich des Siloah und wasche dich. - Ich aber ging hin und wusch mich, und ich ward sehend. –

 

12 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Er? - Er sagt: Ich weiß es nicht.

 

13 Sie führen ihn, den früheren Blinden, zu den Pharisäern.

 

14 Es war aber Sabbath, als Jesus den Koth machte und seine Augen öffnete.

 

15 Wiederum dann fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden. - Er aber sagte zu ihnen: Er legte Koth auf meine Augen, und ich wusch mich, und ich sehe. –

 

16 Da sprachen Etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn Er hält den Sabbath nicht. - Andere sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? - Und es war Zwiespalt unter ihnen. –

 

17 Wiederum sagen sie zu dem Blinden: Du, was sagst du von Ihm, daß Er deine Augen aufgetan hat? - Er aber sagte: Daß Er ein Prophet ist. –

 

18 Da glaubten die Juden nicht von ihm, daß er blind war und sehend geworden, bis daß sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war.

 

19 Und sie fragten sie, sagend: Ist dieser euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wie ist er denn jetzt sehend? –

 

20 Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, daß dieser unser Sohn ist, und daß er blind geboren ist;

 

21 wie er aber jetzt siehet, wissen wir nicht, oder wer seine Augen geöffnet hat, - wir wissen es nicht. Er ist mündig; fraget ihn, er wird selbst von sich sprechen. –

 

22 Dies sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, daß wenn Jemand Ihn als Christum bekennen würde, er aus der Synagoge gestoßen werden sollte.

 

23. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist mündig, fragt ihn selbst.

 

24 Sie riefen dann zum zweiten Mal den Menschen, der blind war, und sprachen zu ihm: Gib Gott Ehre! wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. –

 

25 Da antwortete er und sprach: Ob Er ein Sünder ist, weiß ich nicht; Eins weiß ich, daß ich blind war, und jetzt sehe. –

 

26 Und sie sprachen abermals zu ihm: Was hat Er dir getan? wie hat Er deine Augen geöffnet? –

 

27 Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht gehört; warum wollt ihr es nochmals hören? wollt ihr auch Seine Jünger werden? –

 

28 Sie schimpften ihn und sprachen: Du bist Jenes Jünger; wir aber sind Mosis Jünger.

 

29 Wir wissen, daß Gott zu Mose geredet hat; von Diesem aber wissen wir nicht, woher Er ist. –

 

30 Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Es ist hierbei doch wunderbar, daß ihr nicht wisset, woher Er ist, und Er hat meine Augen geöffnet.

 

31 Wir wissen aber, daß Gott Sünder nicht höret, sondern wenn Jemand gottesfürchtig ist und Seinen Willen tut, den höret Er.

 

32 Von Ewigkeit her ist es nicht erhört, daß Jemand die Augen eines Blindgebornen geöffnet habe.

 

33 Wenn dieser nicht von Gott wäre, Er könnte nichts tun.

 

34 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren, und du lehrest uns! - Und sie warfen ihn hinaus.

 

35 Jesus hörte, daß sie ihn hinausgeworfen hatten, und da Er ihn fand, sprach Er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? - Er antwortete und sprach:

 

36 Und wer ist es, Herr, auf daß ich an Ihn glaube? –

 

37 Jesus aber sprach zu ihm: Du hast Ihn gesehen, und Der mit dir redet, Der ist es.

 

38 Er aber sprach: Ich glaube, Herr! - und er huldigte Ihm. –

 

39 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf daß die, welche nicht sehen, sehen, und die Sehenden blind werden. –

 

40 Und Etliche von den Pharisäern, die bei Ihm waren, hörten dieses und sprachen zu Ihm: Sind wir denn auch blind? –

 

41 Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wäret, würdet ihr nicht Sünde haben, nun aber sagt ihr: wir sehen! - so bleibt denn eure Sünde.

 

 

 

Johannes Kapitel 10

 

1 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in den Schafhof gehet, sondern anderswoher hinübersteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.

 

2 Wer aber durch die Türe eingeht, ist Hirte der Schafe.

 

3 Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und seine eigenen Schafe rufet er mit Namen und führet sie aus.

 

4 Und wenn er seine eigenen Schafe ausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, denn sie kennen seine Stimme.

 

5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. –

 

6 Dieses Gleichnis sprach Jesus zu ihnen; sie aber wußten nicht, was das war, welches Er zu ihnen redete.

 

7 Wiederum sprach dann Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, daß Ich die Tür der Schafe bin.

 

8 Alle, so Viele ihrer vor Mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten sie nicht.

 

9 Ich bin die Tür; wenn Jemand durch Mich eingeht, der wird errettet werden, und wird ein- und ausgehen, und Weide finden.

 

10 Der Dieb kommt nicht, es sei denn, daß er stehle und schlachte und verderbe. Ich bin gekommen, auf daß sie Leben haben, und daß sie es in Überfluß haben.

 

11 Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.

 

12 Der Mietling aber, und der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen, und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf ergreift sie, und zerstreut die Schafe.

 

13 Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist, und sich um die Schafe nicht kümmert.

 

14 Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen, und bin gekannt von den Meinen,

 

15 wie Mich der Vater kennt und Ich den Vater kenne; und Ich lasse Mein Leben für die Schafe.

 

16 Und Ich habe andere Schafe, welche nicht aus diesem Hofe sind; - auch diese muß Ich bringen, und sie werden Meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein.

 

17 Darum liebt Mich der Vater, weil Ich Mein Leben lasse, auf daß Ich es wiedernehme.

 

18 Niemand nimmt es von Mir, sondern Ich lasse es von Mir Selbst. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dieses Gebot habe Ich von Meinem Vater empfangen. –

 

19 Da ward dieser Worte wegen wiederum ein Zwiespalt unter den Juden.

 

20 Viele aber von ihnen sagten: Er hat einen Teufel und ist unsinnig; - was hört ihr Ihm zu?

 

21Andere sagten: Dies sind nicht Worte eines Besessenen; - kann ein Teufel der Blinden Augen auftun?

 

22 Es war aber zu Jerusalem das Fest der Tempelweihe, und es war Winter.

 

23 Und Jesus wandelte in dem Tempel in der Säulenhalle Salomon´s.

 

24 Da umringten Ihn die Juden und sprachen zu Ihm: Bis wann hältst Du unsere Seele hin? Wenn Du der Christus bist, so sage es uns frei heraus. –

 

25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, welche Ich im Namen meines Vaters tue, diese zeugen von Mir.

 

26 Aber ihr glaubet nicht; denn ihr seid nicht von Meinen Schafen, so wie Ich euch gesagt habe.

 

27 Meine Schafe hören Meine Stimme, und Ich kenne sie, und sie folgen Mir,

 

28 und Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und Niemand wird sie aus Meiner Hand reißen.

 

29 Mein Vater, der sie Mir gegeben hat, ist größer als Alles, und Niemand kann sie aus der Hand Meines Vaters reißen.

 

30 Ich und der Vater sind Eins. –

 

31 Da hoben die Juden wiederum Steine auf, damit sie Ihn steinigten.

 

32 Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe Ich euch von Meinem Vater gezeigt; wegen welches Werkes unter ihnen steinigt ihr Mich? –

 

33 Die Juden antworteten Ihm, sagend: Wegen eines guten Werks steinigen wir Dich nicht, sondern wegen Lästerung, und weil Du, der Du ein Mensch bist, Dich Selbst zu Gott machst. –

 

34 Jesus antwortete ihnen: Ist es nicht in eurem Gesetz geschrieben: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?"

 

35 Wenn Er jene Götter genannt hat, zu welchen das Wort Gottes kam, (und die Schrift kann doch nicht aufgehoben werden,)

 

36 saget ihr zu Dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst! - weil Ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?

 

37 Wenn Ich nicht die Werke Meines Vaters tue, so glaubet Mir nicht;

 

38 wenn Ich sie aber tue, so glaubet den Werken, wenn ihr auch Mir nicht glaubet, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in Mir ist, und Ich in Ihm.

 

39 Da suchten sie wieder Ihn zu greifen, und Er entging ihrer Hand.

 

40 Und Er ging wieder weg jenseit des Jordans nach dem Orte, wo Johannes zuerst taufte, und blieb daselbst.

 

41 Und Viele kamen zu Ihm und sagten: Johannes tat zwar kein Zeichen, Alles aber, was irgend Johannes von Diesem gesagt hat, war wahr.

 

42 Und Viele daselbst glaubten an Ihn.

 

 

 

Johannes Kapitel 11

 

1 Es war aber ein gewisser Mensch krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und Martha, ihrer Schwester.

 

2 (Maria aber war es, die den Herrn mit Salbe salbte, und Seine Füße mit ihren Haaren abtrocknete; deren Bruder, Lazarus, war krank.)

 

3 Da sandten die Schwestern zu Ihm, sagend: Herr, siehe! den Du lieb hast, ist krank. –

 

4 Als es aber Jesus hörte, sprach Er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, auf daß durch dieselbe der Sohn Gottes verherrlicht werde. –

 

5 Jesus aber liebte die Martha und ihre Schwester und Lazarus.

 

6 Als Er nun hörte, daß er krank sei, da blieb Er zwei Tage an dem Orte, wo Er war.

 

7 Darnach sagt Er dann zu den Jüngern: Laßt und wiederum nach Judäa ziehen. –

 

8 Die Jünger sprechen zu Ihm: Rabbi! So eben suchten die Juden Dich zu steinigen, und wiederum gehst Du dahin? –

 

9 Jesus antwortete: Sind nicht zwölf Stunden des Tages? Wenn Jemand am Tage wandelt, stößt er nicht an; denn er sieht das Licht dieser Welt.

 

10 Wenn aber Jemand in der Nacht wandelt, stößt er an; denn das Licht ist nicht in ihm. –

 

11 Dieses sprach Er, und darnach sagt Er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber Ich gehe hin, daß Ich ihn wieder aufwecke. –

 

12 Da sagten Seine Jünger: Herr! wenn er schläft, wird er geheilt werden. –

 

13 Jesus aber redete von seinem Tode; sie aber meinten, Er rede von der Ruhe des Schlafs.

 

14 Darnach nun sagte ihnen Jesus gerade heraus: Lazarus ist gestorben;

 

15 und Ich bin froh um euretwillen, daß Ich nicht da war, auf daß ihr glaubet; - aber laßt uns zu ihm gehen. –

 

16 Da sprach Thomas, genannt Zwilling, zu seinen Mit-Jüngern: Laßt auch uns gehen, auf daß wir mit Ihm sterben!

 

17 Als nun Jesus kam, fand Er ihn, daß er schon vier Tage in der Gruft war.

 

18 Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien weit.

 

19 Und Viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie über ihren Bruder zu trösten.

 

20 Martha nun, als sie hörte, daß Jesus komme, ging Ihm entgegen. Maria aber saß im Hause.

 

21 Da sprach Martha zu Jesu: Herr, wärest Du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben.

 

22 Aber auch jetzt weiß ich, daß, was Du irgendwie von Gott bittest, Gott Dir geben wird. –

 

23 Spricht Jesus zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. –

 

24 Martha spricht zu Ihm: Ich weiß, daß er in der Auferstehung am letzten Tage auferstehen wird. –

 

25 Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an Mich glaubt, wird leben, wenn er auch gestorben ist;

 

26 und Jeder, der lebt und an Mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du dies? –

 

27 Sie spricht zu Ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß Du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt Kommende. –

 

28 Und als sie dies gesagt, ging sie weg und rief heimlich ihre Schwester Maria, sagend: Der Lehrer ist gekommen, und rufet dich. –

 

29 Jene, als sie es gehört, steht schnell auf und geht zu Ihm.

 

30 Jesus war aber noch nicht in das Dorf gekommen, sondern war an dem Orte, wo Martha Ihm begegnete.

 

31 Die Juden nun, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, als sie sahen, daß Maria schnell aufstand und wegging, folgten ihr nach, sagend: Sie geht zur Gruft, um daselbst zu weinen. –

 

32 Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und Ihn sah, fiel sie zu Seinen Füßen, zu Ihm sagend: Herr! Wenn Du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben. –

 

33 Jesus nun, als Er sie weinen sah, und die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, seufzte tief im Geiste und erschütterte Sich Selbst,

 

34 und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sagen zu Ihm: Herr, komm und sieh! –

 

35 Jesus vergoß Tränen.

 

36 Da sprachen die Juden: Siehe! wie liebte Er ihn. –

 

37 Etliche aber von ihnen sagten: Konnte Dieser, der die Augen des Blinden auftat, nicht machen, daß auch Dieser nicht gestorben wäre? –

 

38 Jesus (,) nun, wiederum tief in Sich Selbst seufzend, kommt zu der Gruft. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag darauf.

 

39 Jesus sagt: Nehmt den Stein weg. - Die Schwester des Verstorbenen, Martha, spricht zu Ihm: Herr! er stinkt schon, denn er ist schon vier Tage gestorben. –

 

40 Jesus spricht zu ihr: Habe Ich dir nicht gesagt: Wenn du glauben würdest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen? –

 

41 Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber hob die Augen auf nach oben und sprach: Vater, Ich danke Dir, daß Du Mich erhört hast.

 

42 Ich aber wußte, daß Du Mich allezeit erhörst; doch um der Volksmenge willen, die umhersteht, habe Ich es gesagt, auf daß sie glauben, daß Du Mich gesandt hast. –

 

43 Und da Er dieses gesagt hatte, rief Er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! –

 

44 Und der Verstorbene kam heraus, an Füßen und Händen mit Grabtüchern gebunden; und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Jesus spricht zu ihnen: Macht ihn los und laßt ihn gehen.

 

45 Da glaubten viele von den Juden an Ihn, welche zu Maria gekommen waren, und gesehen hatten, was Er tat.

 

46 Etliche aber von ihnen gingen weg zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.

 

47 Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer einen Rat und sprachen(.) : Was tun wir? denn dieser Mensch tut viele Zeichen.

 

48 Wenn wir Ihn also lassen, werden Alle an Ihn glauben, und die Römer werden kommen und sowohl unsern Ort als unser Volk wegnehmen. –

 

49 Ein Gewisser aber aus ihnen, Kajaphas, der jenes Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset gar nichts;

 

50 und ihr überleget auch nicht, daß es uns nützlich ist, daß ein Mensch für das Volk sterbe, und nicht das ganze Volk umkomme. –

 

51 Dieses aber sagte er nicht aus sich selbst, sondern da er jenes Jahr Hoherpriester war, weissagte er, daß Jesus für das Volk sterben sollte;

 

52 und nicht für das Volk allein, sondern auf daß Er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins versammelte.

 

53 Von jenem Tage nun ratschlagten sie miteinander, daß sie Ihn töteten.

 

54 Jesus ging nun nicht mehr frei öffentlich unter den Juden, sondern ging von da weg in die Gegend nahe bei der Wüste in eine Stadt, genannt Ephraim, und verweilte daselbst mit Seinen Jüngern.

 

55 Es war aber das Passah der Juden nahe, und Viele aus dem Lande gingen vor dem Passah nach Jerusalem hinauf, auf daß sie sich reinigten.

 

56 Da suchten sie Jesum und sprachen, im Tempel stehend, untereinander: Was dünket euch, daß Er nicht auf das Fest kommt? –

 

57 Es hatten aber sowohl die Hohenpriester als die Pharisäer Befehl gegeben, daß, wenn Jemand wisse, wo Er sei, er es anzeige, auf daß sie Ihn griffen.

 

 

 

Johannes Kapitel 12

 

1 Jesus nun, als es sechs Tage vor dem Passah war, kam nach Bethanien, wo Lazarus, der Gestorbene, war, den Er aus Toten erweckt hatte.

 

2 Sie machten Ihm nun daselbst ein Abendbrot, und die Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit Ihm zu Tische lagen.

 

3 Da nahm Maria ein Pfund Salbe von unverfälschter, kostbarer Narde, und salbte die Füße Jesu, und trocknete Seine Füße mit ihren Haaren. Das Haus aber ward von dem Geruch der Salbe erfüllt.

 

4 Da spricht einer von Seinen Jüngern, Judas, Sohn Simonis, der Iskariot, derselbe, welcher Ihn überliefern sollte:

 

5 Warum ist diese Salbe nicht für dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben worden? –

 

6 Er sagte dies aber, nicht, weil er für die Armen besorgt war, sondern weil er ein Dieb war und die Kasse hatte, und trug, was hinein gelegt ward. –

 

7 Da sprach Jesus: Laß sie; sie hat es auf den Tag Meines Begräbnisses aufbewahrt.

 

8 Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch; Mich aber habt ihr nicht allezeit.

 

9 Eine große Volksmenge aus den Juden wußte nun, daß Er daselbst sei; und sie kamen nicht bloß um Jesu willen, sondern auf daß sie auch den Lazarus sähen, den Er aus Toten erweckt hatte.

 

10 Die Hohenpriester aber beratschlagten, auf daß sie auch den Lazarus töteten,

 

11 weil Viele von den Juden um seinetwillen hingingen, und an Jesum glaubten.

 

12 Am folgenden Tage, als eine große Volksmenge, die zu dem Fest gekommen war, hörte, daß Jesus nach Jerusalem komme,

 

13 nahmen sie die Zweige der Palmbäume und gingen heraus, Ihm entgegen, und riefen: Hosanna! Gesegnet der Kommende im Namen des Herrn, der König Israels! –

 

14 Jesus aber fand einen jungen Esel, setzte Sich darauf, wie geschrieben steht:

 

15 "Fürchte dich nicht, Tochter Zion! siehe! dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin." –

 

16 Dieses aber verstanden Seine Jünger zuerst nicht. Aber als Jesus verherrlicht war, da erinnerten sie sich, daß dies von Ihm geschrieben war, und daß sie Ihm dies taten.

 

17 Da bezeugte die Volksmenge, die mit Ihm war, daß Er den Lazarus aus dem Grabe gerufen und ihn aus den Toten erweckt habe.

 

18 Deshalb ging Ihm auch die Volksmenge entgegen, weil sie hörten, daß Er dieses Zeichen getan hatte.

 

19 Da sprachen die Pharisäer zu einander: Seht ihr, daß ihr nichts ausrichtet? Siehe! alle Welt ist Ihm nachgegangen.

 

20 Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinauf gegangen waren, auf daß sie auf dem Fest anbeteten.

 

21 Diese nun kamen zu dem Philippus, der von Bethsaida in Galiläa war, und baten ihn, sagend: Herr! wir wollen den Jesus sehen. –

 

22 Philippus kommt und sagt es dem Andreas, und wiederum Andreas und Philippus sagen es Jesu.

 

23 Jesus aber antwortete ihnen, sagend: Die Stunde ist gekommen, daß der Sohn des Menschen soll verherrlicht werden.

 

24 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viele Frucht.

 

25 Wer sein Leben liebt, wird es verlieren; und wer sein Leben in dieser Welt haßt, wird es zum ewigen Leben bewahren.

 

26 Wenn Mir Jemand dient, der folge Mir, und wo Ich bin, da wird auch Mein Diener sein. Wenn mir Jemand dient, ihn wird der Vater ehren.

 

27 Jetzt ist Meine Seele bestürzt; und was soll Ich sagen? Vater! rette Mich aus dieser Stunde! Doch darum bin Ich in diese Stunde gekommen.

 

28 Vater! verherrliche Deinen Namen! - Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe Ihn verherrlicht und will Ihn wiederum verherrlichen. –

 

29 Die Volksmenge nun, welche dabei stand und zuhörte, sagte, daß ein Donnerschlag geschehen wäre. Andere sagten: Ein Engel hat mit Ihm geredet. –

 

30 Jesus antwortete und sprach: Nicht um Meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euretwillen.

 

31 Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt ausgeworfen werden;

 

32 und Ich, wenn Ich von der Erde erhöht bin, werde Alle zu Mir ziehen. –

 

33 (Dieses aber sagte Er, andeutend, welches Todes Er sterben sollte.)

 

34 Das Volk antwortete Ihm: Wir haben aus dem Gesetz gehört, daß der Christus in Ewigkeit bleibe, und wie sagst Du: Der Sohn des Menschen muß erhöht werden? - wer ist dieser Sohn des Menschen? –

 

35 Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch; wandelt, so lange ihr das Licht habt, damit nicht Finsternis euch ergreife. Und wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht.

 

36 So lange ihr das Licht habt, glaubet an das Licht; damit ihr Söhne des Lichts seid. - Dieses redete Jesus, und ging weg, und verbarg sich vor ihnen.

 

37 Wiewohl Er aber so viele Zeichen vor ihnen getan, glaubten sie nicht an Ihn;

 

38 auf daß das Wort Jesaia, des Propheten, erfüllt würde, welches er sprach: "Herr! wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn offenbart worden?" –

 

39 Darum konnten sie nicht glauben, weil wiederum Jesaias gesagt hat:

 

40 "Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, auf daß sie nicht mit den Augen sehen und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und Ich sie heile." –

 

41 Dies sagte Jesaias, als er Seine Herrlichkeit sah und von Ihm redete.

 

42 Dennoch glaubten auch von den Obersten Viele an Ihn. Doch um der Pharisäer willen bekannten sie Ihn nicht, damit sie nicht aus der Synagoge gestoßen werden möchten;

 

43 denn sie liebten die Ehre von Menschen mehr, als die Ehre von Gott.

 

44 Jesus aber rief und sprach: Wer an Mich glaubt, glaubt nicht an Mich, sondern an Den, der Mich gesandt hat.

 

45 Und wer Mich sieht, sieht Den, der Mich gesandt hat.

 

46 Ich bin in die Welt gekommen, ein Licht, auf daß Jeder, der an Mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe;

 

47 und wenn Jemand Meine Worte hört und nicht glaubt, - Ich richte ihn nicht; denn Ich bin nicht gekommen, daß Ich die Welt richte, sondern daß Ich die Welt errette.

 

48 Wer Mich verwirft und nicht Meine Worte annimmt, hat Den, der ihn richtet. Das Wort, welches Ich geredet habe, dasselbe wird ihn am letzten Tage richten.

 

49 Denn Ich habe nicht aus Mir Selber geredet, sondern der Vater, der Mich gesandt hat, Er hat Mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was Ich reden soll;

 

50 und Ich weiß, daß Sein Gebot das ewige Leben ist. Was Ich denn rede, das rede Ich also, wie der Vater Mir gesagt hat.

 

 

 

Johannes Kapitel 13

 

1 Vor dem Fest des Passah aber, als Jesus wußte, daß Seine Stunde gekommen war, daß Er aus dieser Welt zu dem Vater hingehen sollte, - da Er die Seinigen in der Welt geliebt hatte, liebte Er sie bis an das Ende.

 

2 Und während des Abendessens, als der Teufel schon in das Herz des Judas, Sohn Simons des Iskariot, gegeben, daß er Ihn überliefere, -

 

3 steht Jesus, - wissend, daß der Vater Ihm Alles in die Hände gegeben hatte, und daß Er von Gott ausgegangen war, und zu Gott hingehe, -

 

4 von dem Abendessen auf, und legt die Oberkleider ab, und nahm ein Leintuch und umgürtete Sich.

 

5 Darauf gießt Er Wasser in das Waschbecken und fing an, die Füße der Jünger zu waschen und mit dem Leintuch, womit Er umgürtet war, abzutrocknen.

 

6 Da kommt Er zu Simon Petru(s)o, und dieser spricht zu Ihm: Herr! Du wäschest meine Füße? –

 

7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was Ich tue, weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach verstehen. –

 

8 Spricht Petrus zu Ihm: Du sollst in Ewigkeit nicht meine Füße waschen! - Jesus antwortete ihm: Werde Ich dich nicht waschen, so hast du keinen Teil mit Mir. –

 

9 Simon Petrus spricht zu Ihm: Herr, nicht meine Füße allein, sondern beides, die Hände und das Haupt. –

 

10 Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, als sich die Füße zu waschen, sondern ist ganz rein; - und ihr seid rein; aber nicht Alle. –

 

11 Denn er kannte Den, der Ihn überliefern sollte; deswegen sagte Er: Ihr seid nicht Alle rein! –

 

12 Als Er nun ihre Füße gewaschen und Seine Oberkleider genommen hatte, setzte Er Sich wiederum nieder und sprach zu ihnen: Wisset ihr, was Ich euch getan habe?

 

13 Ihr heißt Mich Lehrer und Herr, und ihr saget recht; denn Ich bin es.

 

14 Wenn nun Ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen.

 

15 Denn Ich habe euch ein Beispiel gegeben, auf daß, gleichwie Ich euch getan habe, auch ihr tut.

 

16 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, als sein Herr, noch der Gesandte größer, als der ihn gesandt hat.

 

17 Wenn ihr dieses wisset, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut.

 

18 Ich rede nicht von euch Allen; Ich weiß, welche Ich auserwählt habe. Aber auf daß die Schrift erfüllet werde: "Der mit Mir das Brot isset, hat seine Ferse wider Mich aufgehoben." –

 

19 Schon jetzt sage Ich es euch, ehe es geschieht, auf daß ihr, wenn es geschieht, glaubet, daß (ICH BIN) Ich es bin.

 

20 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer den aufnimmt, den Ich irgend senden werde, der nimmt Mich auf; wer aber Mich aufnimmt, nimmt Den auf, der Mich gesandt hat.

 

21 Als Jesus dieses gesagt hatte, ward Er sehr erschüttert im Geist und zeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Einer von euch wird Mich überliefern.

 

22 Da blickten die Jünger sich einander an, zweifelnd, von wem Er spreche.

 

23 Es war aber einer von Seinen Jüngern, welchen Jesus liebte, der lag in dem Schoße Jesu.

 

24 Diesem nun winket Simon Petrus, damit er forschen möchte, wer es wohl wäre, von welchem Er rede.

 

25 Jener aber, sich an die Brust Jesu lehnend, spricht zu Ihm: Herr! wer ist es? –

 

26 Jesus antwortet: Jener ist es, welchem Ich den Bissen, wenn Ich ihn eingetunkt habe, geben werde. - Und als Er den Bissen eingetunkt, gibt Er ihn dem Judas Iskariot, dem Sohne Simonis.

 

27 Und nach dem Bissen fuhr dann der Satanas in ihn. Jesus spricht nun zu ihm: Was du tust, tue schnell! –

 

28 Niemand aber von denen, welche zu Tische lagen, verstand, wozu Er ihm dieses sagte.

 

29 Denn Etliche meinten, weil Judas die Kasse hatte, daß Jesus zu ihm sagt: Kaufe, was wir für das Fest bedürfen, oder - daß er den Armen etwas geben sollte.

 

30 Als nun Jener den Bissen genommen, ging er alsbald hinaus. Es war aber Nacht.

 

31 Als er hinaus gegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Sohn der Menschen verherrlicht, und Gott ist in Ihm verherrlicht.

 

32 Wenn Gott in Ihm verherrlicht ist, so wird auch Gott Ihn in Sich (S)selber verherrlichen, und alsbald wir Er Ihn verherrlichen.

 

33 Kinder! noch ein wenig bin Ich bei euch; ihr werdet Mich suchen; und so wie Ich den Juden sagte: Wo Ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen, - so sage Ich jetzt auch euch.

 

34 Ein neues Gebot gebe Ich euch, daß ihr einander liebet, auf daß, gleichwie Ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet.

 

35 Daran werden Alle erkennen, daß ihr Meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. –

 

36 Simon Petrus spricht zu Ihm: Herr, wohin gehst Du? - Jesus antwortete ihm: Wo Ich hingehe, kannst Du Mir jetzt nicht folgen; du wirst Mir aber nachher folgen. –

 

37 Petrus spricht zu Ihm: Herr! warum kann ich Dir jetzt nicht folgen? Mein Leben werde ich für Dich lassen. –

 

38 Jesus antwortete ihm: Du wirst dein Leben für Mich lassen? Wahrlich, wahrlich, Ich sage Dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du Mich dreimal verleugnet hast.

 

 

Johannes Kapitel 14

 

1 Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubet an Gott, glaubet an Mich.

 

2 Im Hause Meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es aber nicht so wäre, so würde Ich es euch gesagt haben. Ich gehe hin für euch eine Stätte zu bereiten.

 

3 Und wenn Ich hingegangen bin und euch eine Stätte bereitet habe, komme Ich wieder und werde euch zu Mir nehmen, auf daß, wo Ich bin, auch ihr seid.

 

4 Und wo Ich hingehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr. –

 

5 Thomas spricht zu Ihm: Herr! wir wissen nicht, wo Du hingehst, und wie können wir den Weg wissen? –

 

6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, es sei denn durch Mich.

 

7 Wenn ihr Mich erkannt hättet, so würdet ihr auch Meinen Vater erkannt haben; und von jetzt an erkennt ihr Ihn und habt Ihn gesehen. –

 

8 Philippus spricht zu Ihm: Herr! zeige uns den Vater und es genügt uns. –

 

9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin Ich bei euch und du hast Mich nicht erkannt, Philipp(us)e? Wer Mich gesehen, der hat den Vater gesehen; und wie, sagst du: Zeige uns den Vater?!

 

10 Glaubst du nicht, daß Ich in dem Vater bin und der Vater in Mir ist? Die Worte, welche Ich zu euch rede, rede Ich nicht aus Mir selber; der Vater aber, welcher in Mir wohnt, Er tut die Werke.

 

11 Glaubet Mir, daß Ich in dem Vater bin, und der Vater in Mir; wenn aber nicht, so glaubet Mir selbst um der Werke willen.

 

12 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Der an Mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die Ich tue, und wird größere, als diese tun, weil Ich zu Meinem Vater gehe.

 

13 Und was immer ihr, in Meinem Namen bitten werdet, das werde Ich tun, auf daß der Vater in dem Sohne verherrlicht werde.

 

14 Wenn ihr etwas in Meinem Namen bitten werdet, Ich werde es tun.

 

15 Wenn ihr Mich liebet, so haltet Meine Gebote;

 

16 und Ich werde den Vater bitten, und Er wird euch einen andern Sachwalter geben, daß Er bei euch bleibe in Ewigkeit,

 

17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie Ihn nicht sieht, noch Ihn kennt. Ihr aber kennt Ihn; denn Er bleibet bei euch und wird in euch sein.

 

18 Ich werde euch nicht als Waisen lassen; Ich komme zu euch:

 

19 Noch ein wenig, und die Welt sieht Mich nicht mehr. Ihr aber sehet Mich; weil Ich lebe, werdet auch ihr leben.

 

20 An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin, und ihr in Mir und Ich in euch.

 

21 Wer Meine Gebote hat und sie hält, Jener ist es, der Mich liebet; wer aber Mich liebet, der wird von Meinem Vater geliebt werden; und Ich werde Ihn lieben und Mich ihm offenbar machen.

 

22 Spricht zu Ihm Judas, nicht der Iskariot: Und was ist es Herr, daß Du Dich uns offenbar machen willst und nicht der Welt? –

 

23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn Jemand Mich liebet, wird er Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.

 

24 Wer Mich nicht liebet, hält Meine Worte nicht, und das Wort, welches ihr höret, ist nicht Mein, sondern des Vaters, der Mich gesandt hat.

 

25 Dies habe Ich zu euch geredet, während Ich bei euch blieb.

 

26 Der Sachwalter aber, der (H)heilige Geist, welchen der Vater in Meinem Namen senden wird, Jener wird euch Alles lehren und wird euch an Alles, was Ich euch gesagt habe, erinnern.

 

27 Frieden lasse Ich euch; Meinen Frieden gebe Ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe Ich euch. Euer Herz sei nicht bestürzt, auch nicht furchtsam.

 

28 Ihr habt gehört, daß Ich euch sagte: Ich gehe hin und komme zu euch. Wenn ihr Mich liebtet, so hättet ihr euch gefreut, daß Ich zum Vater gehe; denn Mein Vater ist größer, als Ich.

 

29 Und jetzt habe Ich es euch gesagt, ehe es geschieht, auf daß ihr, wenn es geschieht, glaubt.

 

30 Ich werde nicht mehr Vieles mit euch reden; denn der Fürst der Welt kommt und hat nichts in Mir,

 

31 sondern auf daß die Welt erkenne, daß Ich den Vater liebe, und daß Ich also tue, wie Mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hier gehen.

 

 

Johannes Kapitel 15

 

1 Ich bin der wahre Weinstock, und Mein Vater ist der Ackersmann.

 

2 Jede Rebe in Mir, welche nicht Frucht bringt, die nimmt Er weg; und jede, welche Frucht bringt, die reinigt Er, damit sie mehr Frucht bringe.

 

3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, welches Ich zu euch geredet habe.

 

4 Bleibet in Mir und Ich in euch. Gleichwie die Rebe nicht von sich selber Frucht bringen kann, sie bleibe denn in dem Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in Mir.

 

5 Ich bin der Weinstock; ihr die Reben. Wer in Mir bleibet und Ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer Mir könnt ihr nichts tun.

 

6 Wenn Jemand nicht in Mir bleibet, der wird hinausgeworfen, wie die Rebe, und verdorrt, und man sammelt dieselben und wirft sie in das Feuer und sie verbrennen.

 

7 Wenn ihr in Mir bleibet und Meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt und es wird euch geschehen.

 

8 Hierin wird Mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet, und ihr werdet Mir Jünger sein.

 

9 Gleichwie mich der Vater geliebt hat, habe auch Ich euch geliebt; bleibet in Meiner Liebe.

 

10 Wenn ihr Meine Gebote haltet, werdet ihr in Meiner Liebe bleiben, gleichwie Ich die Gebote Meines Vaters gehalten habe, und in Seiner Liebe bleibe.

 

11 Dies habe Ich zu euch gesagt, auf daß Meine Freude in euch bleibe, und eure Freude erfüllt werde.

 

12 Dieses ist Mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie Ich euch geliebt habe.

 

13 Größere Liebe hat Niemand, als diese, daß Jemand sein Leben für seine Freunde läßt.

 

14 Ihr seid Meine Freunde, wenn ihr Alles tut, was Ich euch gebiete.

 

15 Nicht mehr nenne Ich euch Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut, sondern Ich habe Euch Freunde genannt, weil Ich Alles, was Ich von Meinem Vater gehört, euch kund gemacht habe.

 

16 Ihr habt nicht Mich auserwählt, sondern Ich habe euch auserwählt, und euch gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht traget, und eure Frucht bleibe, auf daß, was ihr auch immer den Vater in Meinem Namen bitten werdet, Er euch gebe.

 

17 Dies gebiete Ich euch, daß ihr einander liebet.

 

18 Wenn euch die Welt hasset, so wisset ihr, daß sie Mich vor euch gehaßt hat.

 

19 Wenn ihr von der Welt wäret, so würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern Ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen hasset euch die Welt.

 

20 Erinnert euch des Wortes, welches Ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, als sein Herr. Wenn sie Mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie Mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.

 

21 Aber dies Alles werden sie euch um Meines Namens willen tun, weil sie Den nicht kennen, der Mich gesandt hat.

 

22 Wenn Ich nicht gekommen wäre, und nicht zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde. (…folgender Satz fehlt:) Jetzt aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.

 

23 Wer Mich hasset, hasset auch Meinen Vater.

 

24 Wenn Ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, welche kein Anderer getan hat, hätten sie nicht Sünde. Jetzt aber haben sie beide, Mich und Meinen Vater, gesehen und gehaßt.

 

25 Aber auf daß das Wort erfüllt würde, was in ihrem Gesetz geschrieben steht: "Sie haben Mich ohne Ursache gehaßt". –

 

26 Wenn aber der Sachwalter gekommen ist, welchen Ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgehet, Er wird von Mir zeugen.

 

27 Aber auch ihr zeugt, weil ihr von Anfang an bei Mir seid.

 

 

Johannes Kapitel 16

 

1 Dieses habe Ich zu euch geredet, auf daß ihr euch nicht ärgert.

 

2 Sie werden euch von der Synagoge ausschließen. Es kommt aber die Stunde, daß Jeder, der euch tötet, meinen wird, daß er Gott einen Dienst darbringe.

 

3 Und dieses werden sie tun, weil sie weder den Vater, noch Mich erkannt haben.

 

4 Dieses aber habe Ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Stunde gekommen, ihr daran gedenket, daß Ich es euch gesagt habe. Dies habe Ich euch aber von Anfang nicht gesagt, weil Ich bei euch war.

 

5 Jetzt aber gehe Ich zu Dem hin, der Mich gesandt hat, und Niemand von euch fragt Mich: Wohin gehst Du? –

 

6 Aber weil ich dieses zu euch geredet habe, hat die Traurigkeit euer Herz erfüllt.

 

7 Doch Ich sage euch die Wahrheit: es ist euch nützlich, daß Ich hingehe. Denn wenn ich nicht hingehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen. Wenn Ich aber hingehe, werde Ich Ihn zu euch senden.

 

8 Und wenn Er kommt, wird Er die Welt von der Sünde und von der Gerechtigkeit und von dem Gericht überführen.

 

9 Von der Sünde, - weil sie nicht an Mich glauben; -

 

10 von der Gerechtigkeit, - weil Ich zu Meinem Vater gehe, und ihr Mich nicht mehr sehet,

 

11 von dem Gericht, - weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

 

12 Noch Vieles habe Ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.

 

13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen sein wird, wird Er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn Er wird nicht aus Sich Selber reden, sondern Alles, was Er immer hören wird, wird Er reden, und das Kommende wird Er euch verkündigen.

 

14 Er wird Mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird Er empfangen und euch verkündigen.

 

15 Alles, was der Vater hat, ist Mein; deswegen sagte Ich, daß Er es von dem Meinen empfängt und euch verkündigen wird.

 

16 Noch ein wenig, und ihr schauet Mich nicht; und wiederum ein wenig, und ihr werdet Mich sehen, weil Ich zum Vater hingehe. –

 

17 Da sprachen Etliche von Seinen Jüngern untereinander: Was ist Dieses, was Er uns sagt: "Noch ein wenig, und ihr schauet Mich nicht, und wiederum ein wenig, und ihr werdet Mich sehen," - und: "weil Ich zum Vater gehe?" –

 

18 Da sagten sie: Was ist Dieses, was Er sagt: "Noch ein wenig?" Wir wissen nicht, was Er sagt. –

 

19 Da vernahm Jesus, daß sie Ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Deswegen forschet ihr miteinander, daß Ich sagte: "Noch ein wenig, und ihr schauet Mich nicht, und wiederum ein wenig, und ihr werdet Mich sehen?"

 

20 Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, daß ihr weinen und wehklagen werdet; die Welt aber wird frohlocken; ihr werdet traurig sein, aber eure Traurigkeit wird zur Freude werden.

 

21 Das Weib, wenn sie gebiert, hat Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn aber das Kind geboren ist, so denkt sie nicht mehr an die Trübsal, um der Freude willen, daß ein Mensch zur Welt geboren ist.

 

22 Ihr habet denn auch jetzt Traurigkeit; aber Ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird frohlocken, und Niemand wird eure Freude von euch nehmen.

 

23 Und an jenem Tage werdet ihr Mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Alles, was ihr irgend in meinem Namen von dem Vater bitten werdet, wird Er euch geben.

 

24 Bis jetzt habt ihr nichts in Meinem Namen gebeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, auf daß eure Freude völlig sei.

 

25 Dieses habe Ich in Gleichnissen zu euch geredet; es kommt die Stunde, wo Ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen von dem Vater verkündigen werde.

 

26 An jenem Tage werdet ihr in Meinem Namen bitten, und Ich sage euch nicht, daß Ich den Vater für euch bitten werde.

 

27 Denn der Vater Selbst liebt euch, weil ihr Mich geliebt und geglaubt habt, daß Ich von Gott ausgegangen bin.

 

28 Ich ging von dem Vater aus und bin in die Welt gekommen; wiederum verlasse Ich die Welt und gehe zum Vater.

 

29 Seine Jünger sprachen zu Ihm: Siehe! jetzt sprichst Du offen und redest kein Gleichnis;

 

30 jetzt wissen wir, daß Du Alles weißt und nicht nötig hast, daß Dich Jemand frage; - darum glauben wir, daß Du von Gott ausgegangen bist. –

 

31 Jesus antwortete ihnen: Glaubet ihr jetzt?

 

32 Siehe! es kommt die Stunde und ist jetzt gekommen, daß ihr werdet zerstreut sein ein Jeglicher in das Seinige, und Mich allein lassen werdet; - und Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei Mir.

 

33 Dieses habe Ich zu euch geredet, auf daß ihr in Mir Frieden habet; in der Welt habt ihr Trübsal; aber seid gutes Mutes! Ich habe die Welt überwunden.

 

 

Johannes Kapitel 17

 

1 Dieses redete Jesus, und hob Seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater! die Stunde ist gekommen; verherrliche Deinen Sohn, auf daß auch Dein Sohn Dich verherrliche!

 

2 Gleichwie Du Ihm Gewalt über alles Fleisch gegeben hast, auf daß Alles, was Du Ihm gegeben, - Er ihnen das ewige Leben gebe.

 

3 Dieses aber ist das ewige Leben, daß sie Dich, den allein wahren Gott, und Den, welchen Du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen.

 

4 Ich habe Dich auf der Erde verherrlicht; das Werk habe Ich vollbracht, welches Du Mir gegeben hast, daß Ich es tun sollte.

 

5 Und jetzt verherrliche Du Mich, Vater, bei Dir Selbst mit der Herrlichkeit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt war.

 

6 Ich habe Deinen Namen den Menschen geoffenbart, welche Du Mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren Dein und Du hast sie Mir gegeben, und sie haben Dein Wort bewahrt.

 

7 Jetzt haben sie erkannt, daß alle Dinge, welche Du Mir gegeben hast, von Dir sind.

 

8 Denn die Worte, welche Du Mir gegeben, habe Ich ihnen gegeben; und sie haben empfangen und wahrhaftig erkannt, daß Ich von Dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, daß Du Mich gesandt hast.

 

9 Ich bitte für sie; nicht bitte Ich für die Welt, sondern für sie, die Du Mir gegeben hast, weil sie Dein sind,

 

10 (und Alles das Meinige ist Dein, und das Deinige Mein), und Ich bin in ihnen verherrlicht.

 

11 Und Ich bin nicht mehr in der Welt; und diese sind in der Welt, und Ich komme zu Dir. Heiliger Vater! bewahre sie in Deinem Namen, in welchem Du sie Mir gegeben hast, auf daß sie Eins seien, gleichwie Wir.

 

12 Als Ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte Ich sie in Deinem Namen. Die Du Mir gegeben hast, habe Ich behütet, und Keiner von ihnen ist verloren, es sei denn der Sohn des Verderbens, auf daß die Schrift erfüllet werde.

 

13 Jetzt aber komme Ich zu Dir, und rede dieses in der Welt, damit sie Meine Freude völlig in sich haben.

 

14 Ich habe ihnen Dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehaßt, denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie Ich nicht von der Welt bin.

 

15 Ich bitte nicht, daß Du sie von der Welt wegnehmest, sondern daß Du sie vor dem Bösen bewahrest.

 

16 Sie sind nicht von der Welt, gleichwie Ich nicht von der Welt bin.

 

17 Heilige sie durch Deine Wahrheit; Dein Wort ist Wahrheit.

 

18 Gleichwie Du Mich in die Welt gesandt hast, habe auch Ich sie in die Welt gesandt,

 

19 und Ich heilige Mich Selbst für sie, auf daß auch sie Geheiligte seien in Wahrheit.

 

20 Aber nicht für diese allein bitte Ich, sondern auch für die, durch ihr Wort an Mich Glaubenden,

 

21 auf daß Alle Eins seien, gleichwie Du, Vater, in Mir, und Ich in Dir, auf daß auch sie in Uns Eins seien, auf daß die Welt glaube, daß Du Mich gesandt hast.

 

22 Und Ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, welche Du Mir gegeben hast, auf daß sie Eins seien, gleichwie wir Eins sind.

 

23 Ich in Ihnen und Du in Mir, auf daß sie in Eins vollendet seien, und auf daß die Welt erkenne, daß Du Mich gesandt und sie geliebt hast, gleichwie Du Mich geliebt hast.

 

24 Vater! Ich will, daß die Du Mir gegeben hast, auch (bei) mit Mir seien, wo Ich bin, auf daß sie Meine Herrlichkeit schauen, welche Du Mir gegeben hast; denn Du hast Mich geliebet vor Grundlegung der Welt.

 

25 Gerechter Vater! und die Welt hat Dich nicht erkannt; - Ich aber habe Dich erkannt, und Diese haben erkannt, daß Du Mich gesandt hast.

 

26 Und Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde kundtun, auf daß die Liebe, womit Du Mich geliebet hast, sei in ihnen und Ich in ihnen.

 

 

Johannes Kapitel 18

1 Als Jesus dieses geredet hatte, ging Er mit Seinen Jüngern jenseit des Baches Kedron hinaus, wo ein Garten war, in welchen Er hineinging und Seine Jünger.

 

2 Aber auch Judas, Sein Überlieferer, kannte den Ort, weil Jesus daselbst Sich oft mit Seinen Jüngern versammelte.

 

3 Da nimmt Judas die Schar und Diener von den Hohenpriestern und Pharisäern und kommt dahin mit Leuchten, Fackeln und Waffen.

 

4 Jesus nun, Alles wissend, was über Ihn kommen würde, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? –

 

5 Sie antworteten Ihm: Jesum, den Nazaräer! - Spricht Jesus zu ihnen: (ICH BIN) „Ich bin es!“ - Aber auch Judas, der Ihn überlieferte, stand bei ihnen. –

 

6 Als Er nun zu ihnen sagte: ICH BIN „Ich bin es!" traten sie zurück und fielen zu Boden.

 

7 Da fragte Er sie wiederum: Wen suchet ihr? - Sie aber sprachen: Jesum, den Nazaräer. –

 

8 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß (ICH BIN) Ich es bin; wenn ihr denn Mich suchet, so lasset Diese gehen;

 

9 auf daß das Wort erfüllet würde, welches Er sagte: "Die Du Mir gegeben hast, - von ihnen habe Ich Keinen verloren." –

 

10 Simon Petrus nun, welcher ein Schwert hatte, zog es aus und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb sein rechtes Ohr ab. Der Name aber des Knechts war Malchus.

 

11 Da sprach Jesus zu Petr(us)o: Stecke das Schwert in die Scheide! Den Kelch, welchen Mir der Vater gegeben, soll Ich den nicht trinken?

 

12 Da nahmen die Schar, und der Hauptmann über Tausend, und die Amts-Diener der Juden Jesum, und banden Ihn.

 

13 Und sie führten Ihn zuerst zu Annas, denn er war Schwiegervater des Kajaphas, welcher jenes Jahr Hoherpriester war.

 

14 Kajaphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte, es sei nützlich, daß Ein Mensch für das Volk umkomme. –

 

15 Simon Petrus aber folgte Jesu nach und der andere Jünger. Dieser Jünger aber war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu in den Hof des Hohenpriesters hinein.

 

16 Petrus aber stand an dem Tor draußen. Da ging der andere Jünger, welcher dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und sprach mit der Türhüterin und führte Petrus hinein.

 

17 Da spricht die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist du auch Einer von den Jüngern Dieses Menschen? Er sagt: Ich bin es nicht.

 

18 Es standen aber die Knechte und die Diener, welche ein Kohlenfeuer angemacht hatten, weil es kalt war, und wärmten sich; Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich.

 

19 Da fragte der Hohepriester Jesum über Seine Jünger und über Seine Lehre.

 

20 Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; Ich habe stets in der Synagoge und im Tempel, wo alle Juden zusammen kommen, gelehrt; und nichts habe Ich im Verborgenen geredet;

 

21 was fragst du Mich? Frage Die, welche gehört haben, was Ich zu ihnen geredet; siehe! Diese wissen, was Ich gesagt habe. –

 

22 Als Er aber dieses gesagt hatte, gab einer der Diener, der dabei stand, Jesu einen Backenstreich, sagend: Antwortest Du also dem Hohenpriester? –

 

23 Jesus antwortete ihm: Habe Ich übel geredet, gib Zeugnis von dem Übel; wenn aber recht, was schlägst du Mich? –

 

24 Annas sandte Ihn gebunden zu Kajaphas, dem Hohenpriester.

 

25 Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm: Bist du auch von Seinen Jüngern? - Er leugnete und sprach: Ich bin es nicht. –

 

26 Spricht einer von den Knechten des Hohenpriesters, der ein Verwandter Dessen war, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht in dem Garten bei Ihm? –

 

27 Da leugnete Petrus wiederum, - und alsbald krähte der Hahn.

 

28 Da führen sie Jesum von Kajaphas in das Prätorium; - es war aber früh morgens. Und sie selbst gingen nicht in das Prätorium hinein, damit sie sich nicht verunreinigten, sondern daß sie das Passah essen möchten. –

 

29 Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und sprach: Welche Anklage bringt ihr wider diesen Menschen? –

 

30 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wenn Dieser nicht ein Übeltäter wäre, so würden wir Ihn dir nicht überliefert haben. –

 

31 Da sprach Pilatus zu ihnen: Nehmt ihr Ihn und richtet Ihn nach eurem Gesetz. - Da sprachen die Juden zu ihm: Es ist uns nicht erlaubt, Jemanden zu töten. –

 

32 Auf daß das Wort Jesu erfüllt würde, welches Er sprach, anzeigend, welches Todes Er sterben sollte. –

 

33 Da ging Pilatus wiederum in das Prätorium, und rief Jesum und sprach zu Ihm: Bist Du der König der Juden? –

 

34 Jesus antwortete ihm: Sagst du dieses aus dir selber, oder haben Andere dir von Mir gesagt? –

 

35 Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben Dich mir überliefert; - was hast Du getan? –

 

36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn Mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten Meine Diener gekämpft, auf daß Ich den Juden nicht überliefert würde; jetzt aber ist Mein Reich nicht von hier. –

 

37 Da sprach Pilatus zu Ihm: Bist Du also nicht ein König? - Jesus antwortete: Du sagst es, daß Ich ein König bin; Ich bin hierzu geboren und hierzu in die Welt gekommen, auf daß Ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört Meine Stimme. –

 

38 Pilatus spricht zu Ihm: Was ist Wahrheit? - Und als er dies gesagt, ging er wiederum zu den Juden hinaus und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an Ihm;

 

39 ihr habt aber eine Gewohnheit, daß ich euch Einen an dem Passah losgebe. Wollt ihr nun, daß ich euch den König der Juden losgebe?

 

40 Da riefen wiederum Alle, sagend: Nicht Diesen, sondern den Barabbas! - Barabbas aber war ein Räuber.

 

 

 

Johannes Kapitel 19

 

1 Da nahm nun Pilatus Jesum und geißelte Ihn.

 

2 Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf Sein Haupt, und warfen Ihm ein Purpurkleid um

 

3 und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden! - und sie gaben Ihm Backenstreiche.

 

4 Da ging Pilatus wieder hinaus und spricht zu ihnen: Siehe! ich führe Ihn euch heraus, damit ihr wisset, daß ich keine Schuld an Ihm finde, -

 

5 (da ging Jesus hinaus, tragend die Dornenkrone und das Purpurkleid) - und er spricht zu ihnen: Siehe! der Mensch! –

 

6 Als Ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, riefen sie, sagend: Kreuzige, kreuzige Ihn! - Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr Ihn hin und kreuzigt Ihn; denn ich finde keine Schuld an Ihm. –

 

7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetz muß Er sterben, weil Er Sich Selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.

 

8 Als nun Pilatus diese Worte hörte, fürchtete er sich noch mehr,

 

9 und er ging wieder in das Prätorium und spricht zu Jesu: Wo bist Du her? - Jesus aber gab ihm keine Antwort.

 

10 Spricht nun Pilatus zu Ihm: Redest Du nicht mit mir? Weißt Du nicht, daß ich Gewalt habe, Dich zu kreuzigen, und Gewalt habe, Dich loszugeben? –

 

11 Jesus antwortete: Du hättest keine Gewalt wider Mich, wenn sie dir nicht von Oben gegeben wäre; deswegen hat der, welcher Mich dir überliefert hat, größere Sünde. –

 

12 Von da an suchte Pilatus, Ihn loszugeben. Die Juden aber riefen, sagend: Wenn du Diesen losgibst, bist du des Kaisers Freund nicht. Jeder, der sich selber zum König macht, spricht wider den Kaiser.

 

13 Als Pilatus nun dies Wort hörte, führte er Jesum hinaus, und setzte sich auf den Richtstuhl an einen Ort, genannt Steinpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha. –

 

14 Es war aber Rüsttag des Passah und um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Siehe! euer König! –

 

15 Sie aber riefen: Weg, weg mit Ihm! Kreuzige Ihn! - Pilatus spricht zu ihnen: Euern König soll ich kreuzigen? - Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als den Kaiser. –

 

16 Da überlieferte er Ihn ihnen, auf daß Er gekreuzigt würde. Sie aber nahmen Jesum hin und führten Ihn weg.

 

17 Und Sein Kreuz tragend, ging Er hinaus nach der Stätte, genannt Schädelstätte, die auf hebräisch heißt: Golgatha,

 

18 wo sie Ihn kreuzigten, und mit Ihm zwei Andere, auf dieser und auf jener Seite; in der Mitte aber Jesum.

 

19 Pilatus schrieb aber auch einen Titel und setzte ihn auf das Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus, der Nazaräer, der König der Juden. –

 

20 Diesen Titel nun lasen viele von den Juden; denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt; und es war geschrieben auf Hebräisch, Griechisch, Römisch. –

 

21 Da sagten die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern daß Jener gesagt hat: Ich bin König der Juden! –

 

22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben, habe ich geschrieben. –

 

23 Die Kriegsknechte nun, als sie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen Seine Kleider (und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknechte ein Teil) und den Leibrock. Es war aber der Leibrock ohne Naht, von oben an ganz gewebt.

 

24 Da sprachen sie unter einander: Laßt uns ihn nicht zerteilen, sondern um ihn losen, wessen er sein wird. Auf daß die Schrift erfüllt würde, welche spricht: "Sie haben Meine Kleider unter sich verteilt, und um Meinen Rock haben sie das Los geworfen." - Dies haben nun die Kriegsknechte getan.

 

25 Es standen aber bei dem Kreuze Jesu Seine Mutter und die Schwester Seiner Mutter, Maria, des Kleopas Weib, und Maria Magdalena.

 

26 Als nun Jesus die Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, welchen Er liebte, spricht Er zu Seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn! –

 

27 Sodann spricht Er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! - Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. –

 

28 Darnach spricht Jesus, wissend, daß Alles bereits vollbracht war, auf daß die Schrift vollendet würde: Mich dürstet! –

 

29 Es stand nun ein Gefäß voll Essig daselbst. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, und legten ihn um einen Ysop, und brachten ihn an Seinen Mund.

 

30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach Er: Es ist vollbracht! Und Er neigte das Haupt und übergab den Geist.

 

31 Die Juden nun, damit die Leiber nicht am Sabbath am Kreuze blieben, weil es Rüsttag war, (denn der Tag jenes Sabbaths war groß), baten den Pilatus, daß ihre Beine gebrochen, und daß sie weggenommen werden möchten.

 

32 Da kamen die Kriegsknechte, und brachen die Beine des Ersten, und des Andern, der mit Ihm gekreuzigt worden war.

 

33 Als sie aber, zu Jesu kommend, sahen, daß Er schon gestorben war, zerbrachen sie Seine Beine nicht,

 

34 sondern einer der Kriegsknechte durchbohrte mit einem Speer Seine Seite; und alsbald kam Blut und Wasser hervor.

 

35 Und der, welcher es gesehen hat, hat es bezeugt; und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, daß Er sagt, was wahr ist, auf daß auch ihr glaubet.

 

36 Denn dieses geschah, auf daß die Schrift erfüllt würde: "Kein Bein von Ihm wird gebrochen werden."

 

37 Und wiederum sagt eine andere Schrift: "Sie werden Den anschauen, in welchen sie gestochen haben."

 

38 Darnach aber bat Joseph von Arimathia, welcher ein Jünger Jesu war, aber aus Furcht vor den Juden ein verborgener, den Pilatus, daß er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Er kam denn und nahm den Leib Jesu weg.

 

39 Es kam aber auch Nikodemus, - welcher zuerst bei Nacht zu Jesu gekommen war, - bringend eine Mischung von Myrrhen und Aloe, bei hundert Pfund.

 

40 Sie nahmen nun den Leib Jesu, (…folgender Teilsatz bis zum Komma fehlte) wickelten ihn in Leintücher mit den Spezereien, wie es bei den Juden Sitte ist, zu begraben.

 

41 Es war aber an dem Orte, wo Er gekreuzigt wurde, ein Garten, und in dem Garten eine neue Gruft, in welche noch nie Jemand gelegt worden war.

 

42 Dorthin denn, wegen des Rüsttages der Juden, weil das Grab nahe war, legten sie Jesum.

 

 

Johannes Kapitel 20

 

1 An dem ersten Wochentage aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft, uns sieht, daß der Stein von der Gruft weggenommen ist.

 

2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, welchen Jesus liebte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie Ihn hingelegt haben.

 

3 Da ging Petrus hinaus, und der andere Jünger, und sie gingen zu der Gruft.

 

4 Die Beiden aber liefen zusammen, und der andere Jünger lief vor, schneller als Petrus, und kam zuerst zu der Gruft.

 

5 Und sich vornüberbückend, sieht er die Leintücher liegen; jedoch ging er nicht hinein.

 

6 Da kommt Simon Petrus, ihm nachfolgend, und ging in die Gruft hinein und sieht die Leintücher liegen,

 

7 und das Schweißtuch, welches um Sein Haupt war, nicht bei den Leintüchern liegen, sondern eingewickelt besonders an einem Orte.

 

8 Da ging nun auch der andere Jünger hinein, der zuerst zu der Gruft kam, und sah und glaubte.

 

9 Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß Er aus den Toten auferstehen mußte.

 

10 Da gingen die Jünger wieder weg nach Hause.

 

11 Maria aber stand bei der Gruft und weinte draußen. Als sie nun weinte, bückte sie sich vornüber in die Gruft.

 

12 Und sie sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, Einen zu dem Haupte und Einen zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.

 

13 Und Jene sagen zu ihr: Weib, warum weinest du? - Sie spricht zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen haben, und ich nicht weiß, wo sie Ihn hingelegt haben. –

 

14 Als sie dieses gesagt hatte, wandte sie sich zurück und sieht Jesum stehen; und sie wußte nicht, daß es Jesus sei.

 

15 Spricht Jesus zu ihr: Weib, warum weinest du? Wen suchest du? - Sie, meinend, es sei der Gärtner, spricht zu Ihm: Herr, hast du Ihn weggetragen, so sage mir, wo du Ihn hingelegt hast, und ich werde Ihn wegholen. –

 

16 Jesus spricht zu ihr: Maria! - Sie wendet sich um und spricht zu Ihm: Rabbuni! das heißt: Lehrer! –

 

17 Jesus spricht zu ihr: Rühre Mich nicht an; denn Ich bin noch nicht aufgefahren zu Meinem Vater. Gehe aber zu Meinen Brüdern hin, und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu Meinem Vater und eurem Vater, zu Meinem Gott und eurem Gott! –

 

18 Maria Magdalena kommt und verkündigt den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen, und daß Er dies zu ihr gesagt habe.

 

19 Als es nun Abend war an jenem Tage, dem ersten der Woche, und die Türen verschlossen waren, wo die Jünger versammelt waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und stand in der Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch! –

 

20 Und als Er dieses gesagt hatte, zeigte Er ihnen Seine Hände und Seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.

 

21 Da sprach wiederum Jesus zu ihnen: Friede euch! Gleichwie Mich der Vater gesandt hat, sende Ich auch euch. –

 

22 Und als Er dieses gesagt hatte, hauchte Er sie an und spricht zu ihnen: Empfanget den (H)heiligen Geist.

 

23 Welchen ihr irgend die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben, und welchen ihr irgend sie behaltet, sind sie behalten. –

 

24 Thomas aber, Einer von den Zwölfen, genannt Zwilling, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

 

25 Da sagten die andern Jünger zu ihm. Wir haben den Herrn gesehen! - Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, ich sehe in Seinen Händen die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in Seine Seite, werde ich nicht glauben. –

 

26 Und nach acht Tagen waren Seine Jünger wiederum drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und stand in der Mitte und sprach: Friede euch! –

 

27 Dann spricht Er zu Thomas: Reiche deinen Finger her, und besiehe Meine Hände, und reiche deine Hand und lege sie in Meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. –

 

28 Thomas antwortete und sprach zu Ihm: Mein Herr und mein Gott! –

 

29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du Mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig Die, welche nicht gesehen, und geglaubt haben!

 

30 Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor Seinen Jüngern getan, welche nicht in diesem Buche geschrieben sind.

 

31 Diese aber sind geschrieben, auf daß ihr glaubet, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und daß ihr glaubend das Leben habet in Seinem Namen.

 

 

Johannes Kapitel 21

 

1 Darnach offenbarte Sich Jesus wiederum den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte Sich aber also:

 

2 Es waren Simon Petrus und Thomas, genannt Zwilling, und Nathanael, der aus Kana von Galiläa, und die Söhne Zebedäi, und andere zwei von Seinen Jüngern zusammen. –

 

3 Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe hin fischen. - Sie sprechen zu ihm: Auch wir gehen mit dir. - Sie gingen weg und stiegen alsbald in das Schiff, und in jener Nacht fingen sie nichts.

 

4 Als es aber schon frühmorgens geworden war, stand Jesus am Ufer. Doch wußten die Jünger nicht, daß es Jesus sei.

 

5 Da spricht Jesus zu ihnen: Kindlein, habt ihr etwas zu essen? - Sie antworteten Ihm: Nein. –

 

6 Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz auf die rechte Seite des Schiffes aus, und ihr werdet finden. - Da warfen sie aus, und konnten es vor der Menge der Fische nicht mehr ziehen. –

 

7 Da sagt jener Jünger, welchen Jesus liebte, zu dem Petrus: Es ist der Herr! - Simon Petrus denn, als er hörte, daß es der Herr sei, umgürtete sich mit dem Oberkleide, - denn er war nackend, - und warf sich in den See.

 

8 Die andern Jünger aber kamen in dem Schifflein, - (denn sie waren nicht weit von dem Lande, sondern bei zweihundert Ellen), - das Netz mit den Fischen nachziehend. –

 

9 Als sie nun ans Land ausstiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer liegen und Fisch darauf, und Brot. –

 

10 Spricht Jesus zu ihnen: Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. –

 

11 Simon Petrus ging hinauf und zog das Netz voll großer Fische, - hundert drei und fünfzig, - auf das Land; und wiewohl ihrer soviel waren, zerriß das Netz nicht. –

 

12 Jesus spricht zu ihnen: Kommt her, frühstückt! - Keiner aber von den Jüngern wagte Ihn zu fragen: Wer bist Du? denn sie wußten, daß es der Herr sei.

 

13 Jesus kommt nun und nimmt das Brot und gibt ihnen, und gleicherweise Fisch. –

 

14 Dieses ist schon das dritte Mal, daß sich Jesus Seinen Jüngern offenbarte, nachdem Er aus den Toten auferweckt war.

 

15 Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du Mich mehr, als diese? - Er spricht zu Ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich lieb habe. - Spricht Er zu ihm: Weide Meine Lämmlein. –

 

16 Wiederum spricht Er zum zweitenmal zu ihm: Simon Jona, liebst du Mich? - Er spricht zu Ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich lieb habe. – Spricht Er zu ihm: Hüte Meine Schafe. –

 

17 Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Jona! Hast du Mich lieb? - Petrus ward traurig, daß Er zum drittenmal zu ihm sagte: "Hast du Mich lieb", - und sprach zu Ihm: Herr, Du weißt Alles; Du erkennest, daß ich Dich lieb habe. - Jesus spricht zu ihm: Weide Meine Schafe!

 

18 Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein Anderer wird dich gürten und hinbringen, wo du nicht hin willst. –

 

19 Dieses aber sagte Er, andeutend, mit welchem Tode er Gott verherrlichen sollte. - Und als Er dieses gesagt, spricht Er zu ihm: Folge Mir nach! –

 

20 Petrus aber wandte sich um und sieht den Jünger nachfolgen, welchen Jesus liebte, welcher sich auch bei dem Mahle an Seine Brust lehnte und sagte: "Herr, wer ist es, der Dich überliefert." –

 

21 Als diesen Petrus sah, spricht er zu Jesu: Herr! was aber Dieser? –

 

22 Jesus spricht zu ihm: Wenn Ich will, daß er bleibe, bis Ich komme, was geht es dich an! Du folge Mir nach! -

 

23 Da ging dieses Wort unter die Brüder aus: Jener Jünger stirbt nicht. - Und Jesus sagte nicht zu ihm, daß er nicht sterbe, sondern: "Wenn Ich will, daß er bleibe, bis Ich komme, was geht es dich an!"

 

24 Dieser ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt, und der dieses geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist.

 

25 Es gibt aber auch viele andere Dinge, welche Jesus getan hat; und wenn sie, jedes einzeln geschrieben würden, so würde, dünkt mich, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen.