Neues Testament - Elberfelder 1855

 

Die Apostelgeschichte.

 

Kapitel 1

 

1 Die erste Schrift habe ich verfaßt, o Theophilus, von Allem, was Jesus anfing, beides, zu tun und zu lehren,

2 bis zu dem Tage, daß Er aufgenommen ward, nachdem Er den Aposteln, die Er sich auserwählt, durch den (Heiligen) heiligen Geist Befehl gegeben hatte;

3 welchen Er sich auch nach Seinem Leiden lebendig dargestellt hat in vielen sichern Kennzeichen, - vierzig Tage von ihnen gesehen (worden) („worden“ nicht im Original), und redend über die Dinge des Reiches Gottes.

4 Und als Er mit ihnen versammelt war, befahl Er ihnen, daß sie sich von Jerusalem nicht entfernen sollten, sondern die Verheißung des Vaters erwarten, - welche ihr von Mir gehört habt.

5 Denn Johannes taufte wohl mit Wasser; ihr aber werdet nach nicht vielen Tagen mit dem (Heiligen) heiligen Geiste getauft werden. –

6 Sie nun, als sie zusammen gekommen waren, fragten Ihn, sagend: Herr! stellst Du in dieser Zeit das Reich dem Israel wieder her? –

7 Er aber sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeit oder Zeiten zu wissen, welche der Vater in Seiner eigenen Gewalt gesetzt hat.

8 Aber ihr werdet Kraft empfangen, indem der (Heilige) heilige Geist auf euch kommt; und ihr werdet Mir Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. –

9 Und als Er dieses gesagt hatte, ward Er, indem sie zusahen, aufgehoben, und eine Wolke nahm Ihn vor ihren Augen auf.

10 Und wie sie unverwandt gen Himmel hinschauten, als Er auffuhr, - siehe! da traten zwei Männer in weißem Kleide zu ihnen,

11 welche auch sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, hinauf gen Himmel blickend? Dieser Jesus, der von euch in den Himmel aufgenommen ist, wird also kommen, (wir) wie ihr Ihn gen Himmel habt auffahren sehen.

12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berge, genannt Ölberg, der nahe bei Jerusalem ist, einen Sabbather Weg entfernt.

13 Und als sie hineingekommen waren, stiegen sie auf den Obersaal, wo sie blieben. Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, Sohn Alphäi, und Simon der Eiferer und Judas, Bruder Jakobi.

14 Diese Alle hielten sich einmütig am Gebet und am Flehen mit den Weibern und mit Maria, der Mutter Jesu und mit Seinen Brüdern.

15 Und in diesen Tagen stand Petrus in der Mitte der Jünger auf, und sprach (es war aber die Menge der Namen zusammen an hundert und zwanzig):

16 Männer! Brüder! Diese Schrift mußte erfüllt werden, welche der (Heilige) heilige Geist durch den Mund Davids über Judas, der Denen, die Jesum gegriffen haben, ein Wegweiser geworden ist, zuvor gesagt hat.

17 Denn er war unter uns gezählt, und hat das Los dieses Dienstes empfangen.

18 (Dieser nun hat sich zwar von dem Lohn der Ungerechtigkeit einen Acker erworben, und ist, kopfüber gestürzt, mitten entzwei geborsten, und alle seine Eingeweide sind ausgeschüttet.

19 Und es ist allen Einwohnern zu Jerusalem kund geworden, so daß jener Acker in ihrer eigenen Mundart genannt worden ist: Akeldama, das ist: Blutacker).

20 Denn es steht in dem Buch der Psalmen geschrieben: "Seine Wohnung sei wüste geworden („geworden“ fehlt) und Niemand wohne darin", und: "Sein Aufseher-Amt empfange ein Anderer."

21 Von den Männern denn, die mit uns zusammen gegangen sind in all´ der Zeit, in welcher der Herr Jesus bei uns ein- und ausging,

22 anfangend von der Taufe Johannis bis zu dem Tage, wo Er von uns aufgenommen worden ist, - von Denen muß Einer ein Zeuge Seiner Auferstehung mit uns werden.

23 Und sie stellten zwei dar: Joseph, genannt Barsabas, mit Zunamen "der Gerechte", und Matthias.

24 Und, (Komma fehlt) nachdem sie gebetet, sprachen sie: Du Herr, Herzenskündiger von Allen! zeige uns von diesen beiden den Einen an, welchen Du auserwählt hast,

25 um das Los dieses Dienstes und Apostelamtes zu empfangen, von welchem Judas abgewichen ist, um an seinen Ort zu gehen.

26 Und sie gaben ihre Lose ab, und das Los fiel auf Matthias, und er ward zu den elf Aposteln gezählt.

 

 

Kapitel 2

 

1 Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie Alle einmütig zusammen.

2 Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen, wie eines rauschenden, gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.

3 Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer; (,?) und Es setzte sich auf einen Jeglichen von ihnen.

4 Und sie wurden Alle von dem (Heiligen) heiligen Geiste erfüllt, und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.

5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, von allem Volk derer, die unter dem Himmel sind.

6 Als aber diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und ward bestürzt; denn die hörten sie, ein Jeglicher in seiner eigenen Mundart, reden.

7 Sie erstaunten aber Alle und verwunderten sich, zu einander sagend: Siehe! sind nicht alle Diese, welche reden, Galiläer?

8 Und wie hören wir, Jeglicher in unserer eigenen Mundart, in der wir geboren sind:

9 Parther und Meder, und Elamiter und die Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadocien, Pontus und Asien,

10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und von den Gegenden von Libyen, gegen Kyrene, und die hier verweilenden Römer, Juden und auch Proselyten,

11 Kreter und Araber; wie hören wir sie die großen Taten Gottes in unsern Sprachen reden?

12 Sie kamen aber Alle außer sich und wurden ungewiß, - Einer zum Andern sagend: Was will dies werden?

13 Andere aber sagten spottend: Sie sind voll von süßem Wein.

14 Petrus aber, mit den Elfen aufstehend, erhob seine Stimme und redete feierlich ernst zu ihnen: Jüdische Männer, und ihr Alle, die ihr zu Jerusalem wohnt! Dieses sei euch kund, und nehmt zu Ohren meine Worte!

15 Denn diese sind nicht trunken, wie ihr meint, denn es ist erst die dritte Stunde des Tages;

16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist:

17 "Und es wird in den letzten Tagen geschehen, spricht Gott, Ich werde von Meinem Geist auf alles Fleisch ausgießen, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume träumen;

18 und sogar auf Meine Knechte und auf Meine Mägde werde Ich in jenen Tagen von Meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen.

19 Und Ich werde Wunder geben in dem Himmel oben, und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer und Rauchdampf.

20 Die Sonne wird in Finsternis, und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt.

21 Und es wird sein, Jedweder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden."

22 Männer von Israel, höret diese Worte: Jesus, den Nazaräer, einen Mann, von Gott an euch erwiesen durch mächtige Taten und Wunder und Zeichen, welche Gott durch Ihn in eurer Mitte tat, wie ihr auch selbst wißt, -

23 Diesen, nach dem bestimmten Ratschluß und Vorkenntnis Gottes übergeben, habt ihr genommen und durch gesetzlose Hände angeheftet und umgebracht.

24 Den hat Gott, als Er die Wehen des Todes aufgelöst hatte, auferweckt, wie es denn nicht möglich war, daß Er von demselben behalten würde.

25 Denn David sagt über Ihn: "Ich sah den Herrn allezeit vor Mir; denn Er ist zu Meiner Rechten, daß Ich nicht wanke;

26 deswegen ist Mein Herz freudig gewesen; und Meine Zunge hat frohlockt; ja auch Mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen;

27 denn Du wirst Meine Seele nicht in dem Hades zurücklassen, noch Deinen Frommen hingeben Verwesung zu sehen.

28 Du hast Mir Wege des Lebens kund getan, Du wirst Mich mich mit Freude erfüllen mit Deinem Angesicht."

29 Männer! Brüder! Es sei erlaubt, mit Freimütigkeit von dem Patriarchen David zu euch zu reden, daß er sowohl gestorben als begraben ist, und sein Grab ist bis auf diesen Tag unter uns.

30 Da er nun ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm mit einem Eide geschworen, aus der Frucht seiner Lende, was Fleisch betrifft, den Christus zu erwecken, um Ihn auf Seinen Thron zu setzen,

31 hat er, voraussehend, von der Auferstehung Christi geredet, daß Seine Seele nicht in dem Hades zurückgelassen war, noch Sein Fleisch Verwesung gesehen hat.

32 Diesen Jesum hat Gott auferweckt, wovon wir Alle Zeugen sind.

33 Indem Er daher zur Rechten Gottes erhöht ist und die Verheißung des (Heiligen) heiligen Geistes von dem Vater empfangen hat, hat Er ausgegossen Dieses, was ihr jetzt sehet und höret.

34 Denn nicht David ist in die Himmel aufgefahren, sondern er sagt selbst: "Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze Dich zu Meiner Rechten,

35 bis Ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße lege."

36 Das ganze Haus Israel wisse denn zuverlässig, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuzigt habt, sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat.

37 Als sie aber dies hörten, schnitt es ihnen durch´s Herz, und sie sprachen zu dem Petrus und den andern Aposteln: Was sollen wir tun, Männer, Brüder? –

38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und Jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; und ihr werdet die Gabe des (Heiligen) heiligen Geistes empfangen.

39 Denn euch ist die Verheißung und euren Kindern, und Allen in der Ferne, so Viele der Herr unser Gott herzurufen wird. –

40 Und mit mehreren andern Worten bezeugte und ermahnte er, sagend: Rettet euch von diesem verkehrten Geschlecht. –

41 Die nun bereitwillig sein Wort annahmen, wurden getauft, und wurden an jenem Tage bei drei tausend Seelen hinzugetan.

42 Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel, und in der Gemeinschaft, und in dem Brechen des Brotes, und in den Gebeten. –

43 Es kam aber jede Seele Furcht an; und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.

44 Die Gläubigen Alle aber waren zusammen und hatten Alles gemein.

45 Und sie verkauften die Habe und die Güter, und verteilten sie an Alle, wie Jeder Bedürfnis hatte.

46 Und täglich einmütig im Tempel verharrend, und zu Hause das Brot brechend, nahmen sie Speise mit Frohlocken und Einfalt des Herzens,

47 und lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich zu der Versammlung hinzu, die gerettet werden sollten.

 

 

 

Kapitel 3

 

1 Um die Stunde des Gebets aber, die neunte, gingen Petrus und Johannes zusammen hinauf in den Tempel.

2 Und ein gewisser Mann, der von seiner Mutter Leibe an lahm war, ward getragen, welchen sie täglich an die Pforte des Tempels, die die Schöne heißt, setzten, um von Denen, die in den Tempel eingingen, ein Almosen zu bitten.

3 Dieser, Petrus und Johannes sehend, wie sie in den Tempel eintreten wollten, bat, daß er ein Almosen bekäme.

4 Petrus aber, unverwandt mit Johannes auf ihn hinsehend, sprach: Sieh uns an! –

5 Er aber gab Acht auf sie, in der Erwartung, etwas von ihnen zu bekommen. –

6 Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir: In dem Namen Jesu Christi, des Nazaräers, stehe auf und wandele. –

7 Und er griff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf; und auf der Stelle wurden seine Füße und seine Knöchel fest.

8 Und aufspringend, stand er und wandelte und ging mit ihnen in den Tempel, wandelnd und springend und Gott lobend.

9 Und das ganze Volk sah ihn wandeln und Gott loben;

10 und sie erkannten ihn, daß er Der war, welcher um das Almosen an der "schönen" Pforte des Tempels saß; und sie waren mit Bewunderung und Entsetzen über das erfüllt, was sich mit ihm ereignet hatte.

11 Da er sich aber zu dem Petrus und Johannes hielt, lief das ganze Volk voll Erstaunen zu ihnen in der Säulenhalle zusammen, welche Salomons genannt wird.

12 Petrus aber, es sehend, antwortete dem Volke: Männer von Israel! Was verwundert ihr euch hierüber, oder was sehet ihr unverwandt auf uns, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit ihn wandeln gemacht?

13 Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat Seinen Knecht Jesum verherrlicht, welchen ihr zwar überliefert und Angesichts des Pilatus, als er Ihn loszugeben urteilte, verleugnet habt.

14 Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und gebeten, daß euch ein Mörder geschenkt würde;

15 den Fürsten des Lebens aber habt ihr getötet; welchen Gott aus den Toten auferweckt hat, wovon wir Zeugen sind.

16 Und durch den Glauben an Seinen Namen, hat Sein Name diesen, den ihr sehet und kennet, stark gemacht; und der Glaube, welcher durch Ihn ist, hat ihm vor euch Allen diese vollkommene Gesundheit gegeben.

17 Und jetzt, Brüder! ich weiß, daß ihr in Unwissenheit gehandelt habt, gleichwie auch eure Obersten.

18 Gott aber hat, was Er durch den Mund aller Seiner Propheten zuvor verkündigt hat, daß der Christus leiden sollte, also erfüllt.

19 So tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden, daß Zeiten der Erquickung von dem Angesicht des Herrn kommen möchten,

20 und daß Er euch den zuvor verordneten Jesum Christum senden möchte;

21 welchen freilich der Himmel empfangen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, wovon Gott von je her durch den Mund Seiner heiligen Propheten geredet hat.

22 Moses hat wohl zu den Vätern gesagt: "Einen Propheten wie mich, wird euch der Herr euer Gott aus euren Brüdern erwecken; Ihn sollt ihr hören in Allem, was Er irgend zu euch reden wird.

23 Es wird aber sein: jede Seele, die jenen Propheten nicht hören wird, wird aus dem Volk ausgerottet werden."

24 Aber auch die Propheten alle, von Samuel an und der Reihe nach, so Viele ihrer geredet, haben auch diese Tage verkündigt.

25 Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, welchen Gott unsern Vätern verordnet hat, zu Abraham sagend: "Und in deinem Samen werden alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.

26 Euch zuerst hat Gott, als Er Seinen Knecht erweckte, Ihn gesandt, euch segnend, indem Er euch, einen Jeglichen von euren Bosheiten abwendet.

 

 

 

Kapitel 4

 

1 Während sie aber zu dem Volke redeten, kamen die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadducäer auf sie zu,

2 welche es verdroß, daß sie das Volk lehrten und in Jesu die Auferstehung aus den Toten verkündigten.

3 Und sie legten die Hände an sie, und setzten sie bis auf den Morgen in Gewahrsam; denn es war schon Abend.

4 Viele aber Derer, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer ward bei fünftausend.

5 Es geschah aber des andern Tages, daß ihre Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten zu Jerusalem versammelt waren,

6 und Annas, der Hohepriester, und Kajaphas und Johannes und Alexander, und so Viele ihrer vom hohenpriesterlichen Geschlecht waren;

7 und als sie sie in ihre Mitte gestellt hatten, fragten sie: Durch welche Macht oder durch welchen Namen habt ihr Dies getan? –

8 Da sprach Petrus, erfüllt von dem (Heiligen) heiligen Geiste, zu ihnen: Oberste des Volks und Älteste von Israel!

9 Wenn wir heute über die Wohltat an einem kranken Menschen verhört werden, wodurch dieser geheilt worden ist,

10 so sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund, daß in dem Namen Jesu Christi, des Nazaräers, welchen ihr gekreuzigt habt, welchen Gott aus den Toten auferweckt hat, in Ihm dieser gesund vor euch steht.

11 Dieser ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, für nichts geachtet, der zum Eckstein geworden ist.

12 Und es ist in keinem Andern das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel unter den Menschen gegeben, in welchem wir errettet werden müssen.

13 Als sie aber die Freimütigkeit des Petrus und des Johannes sahen und vernahmen, daß es ungelehrte und unkundige Leute seien, verwunderten sie sich; und sie erkannten sie, daß sie mit dem Jesu waren.

14 Den Menschen aber, der geheilt war, bei ihnen stehen sehend, hatten sie nichts dawider zu sagen.

15 Als sie ihnen aber befohlen hatten, aus dem Synedrium zu gehen, überlegten sie miteinander, sagend:

16 Was sollen wir diesen Menschen tun? Denn daß ein kundbares Zeichen durch sie geschehen, ist Allen, die zu Jerusalem wohnen, offenbar, und wir können es nicht leugnen.

17 Aber auf daß es nicht weiter unter dem Volk ausgebreitet werde, laßt uns sie ernstlich bedrohen, daß sie nicht mehr zu Keinem der Menschen in Diesem Namen reden. –

18 Und als sie sie gerufen hatten, geboten sie ihnen, ganz und gar nicht in dem Namen Jesu zu reden, noch zu lehren.

19 Petrus aber und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Urteilt, ob es vor Gott recht ist, auf euch mehr zu hören, als auf Gott;

20 denn wir können nichts anders, als reden, was wir gesehen und gehört haben.

21 Sie aber fügten noch Drohungen hinzu und entließen sie, nichts findend, wie sie dieselben strafen möchten, um des Volkes willen; denn Alle verherrlichten Gott über Das, was geschehen war.

22 Denn der Mensch war mehr als vierzig Jahre, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war.

23 Als sie aber entlassen waren, kamen sie zu den Ihrigen und verkündigten, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten.

24 Als diese es aber hörten, erhoben sie einmütig die Stimme zu Gott, und sagten(.): Herrscher! Du bist der Gott, der Du den Himmel und die Erde und das Meer und Alles, was darinnen ist, gemacht hast;

25 der Du durch den Mund Davids, Deines Knechtes, gesagt hast: "Warum tobten die Nationen, und trieben Eitles die Völker?

26 Die Könige der Erde standen auf, und die Obersten sammelten sich wider den Herrn und wider Seinen Christus."

27 Denn in dieser Stadt sind in Wahrheit wider Deinen heiligen Knecht Jesum, den Du gesalbt hast, versammelt, - Herodes und Pontius Pilatus, mit den Nationen und den Völkern Israels,

28 um Alles zu tun, was Deine Hand und Dein Ratschluß zuvor bestimmt hat, daß es geschehen solle.

29 Und nun, Herr, siehe an ihre Drohungen, und gib Deinen Knechten, Dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden,

30 indem Du Deine Hand zur Heilung ausstreckst, und daß Zeichen und Wunder durch den Namen Deines heiligen Knechtes Jesu geschehen. –

31 Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden Alle von dem (Heiligen) heiligen Geiste erfüllt, und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.

32 Die Menge aber Derer, die gläubig geworden waren, war Ein Herz und Eine Seele; und auch nicht Einer sagte, daß Etwas von seiner Habe sein eigen wäre, sondern sie hatten alle Dinge gemein.

33 Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesu; und große Gnade war über ihnen Allen.

34 Denn es war auch Keiner dürftig unter ihnen; denn wie Viele unter ihnen Besitzer von Äckern oder Häusern waren, die verkauften und brachten den Preis des Verkauften,

35 und legten es zu den Füßen der Apostel; - und es wurde Jeglichem ausgeteilt, je nachdem er es bedurfte.

36 Joses aber, der von den Aposteln Barnabas zubenannt wurde, (was, verdolmetscht, ist: Sohn des Trostes,) ein Levit, ein Cyprier von Geburt,

37 der einen Acker besaß, verkaufte ihn und brachte das Geld, und legte es zu den Füßen der Apostel.

 

 

Kapitel 5

 

1 Ein gewisser Mann aber, Namens Ananias, mit Sapphira, seinem Weibe, verkaufte ein Gut,

2 und schaffte von dem Kaufpreis bei Seite, - wovon auch sein Weib wußte, - und brachte einen gewissen Teil, und legte es zu den Füßen der Apostel.

3 Petrus aber sprach: Ananias! warum hat Satan dein Herz erfüllt, daß du den (Heiligen) heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Gutes bei Seite geschafft hast?

4 Blieb es nicht, wenn es so blieb, dein? und war es nicht, als es verkauft war, in deiner Gewalt? Warum hast du in deinem Herzen diese Tat vorgenommen? Nicht Menschen, sondern Gott hast du gelogen.

5 Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er hin und hauchte sein Leben aus. Und es kam eine große Furcht auf Alle, welche dies hörten.

6 Die Jünglinge aber standen auf, bereiteten ihn zum Begräbnis, und trugen ihn hinaus und begruben ihn.

7 Es geschah aber, nach Verlauf von etwa drei Stunden, daß auch sein Weib hereintrat, nicht wissend, was geschehen war.

8 Petrus aber antwortete ihr: Sage mir, habt ihr für so viel den Acker hingegeben? - Sie aber sprach: Ja, für so viel. –

9 Petrus aber sprach zu ihr: Was ist es, daß ihr übereingekommen seid, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe! die Füße Derer, die deinen Mann begraben haben, sind an der Tür, und werden auch dich hinaustragen.

10 Sie fiel aber auf der Stelle zu seinen Füßen hin, und hauchte ihr Leben aus. Die Jünglinge aber, hereinkommend, fanden sie tot, und trugen sie fort, und begruben sie bei ihrem Manne. –

11 Und es kam eine große Furcht auf die ganze Versammlung und auf Alle, die dies hörten.

12 Aber durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren Alle einmütig in der Säulenhalle Salomons.

13 Von den Übrigen aber wagte es Keiner, sich ihnen anzuschließen, sondern das Volk erhob sie.

14 Aber immer mehr Gläubige wurden dem Herrn hinzugetan, eine Menge, sowohl Männer als Weiber,

15 so daß sie die Kranken auf die Straßen hinaustrugen, und auf Betten und Lager legten, auf daß, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten einen von ihnen überschatten möchte.

16 Es kam aber auch die Volksmenge der umliegenden Städte nach Jerusalem zusammen, und brachten Kranke, und die von unreinen Geistern geplagt waren; - welche Alle geheilt wurden.

17 Der Hohepriester aber stand auf, und Alle, die zu ihm hielten, - das ist die Sekte der Sadducäer, - und wurden von Eifer erfüllt;

18 und sie legten ihre Hände an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam. –

19 Aber ein Engel des Herrn öffnete des Nachts die Türen des Gefängnisses, und, sie hinausführend, sprach er:

20 Gehet hin und stehet und redet in dem Tempel zu dem Volke alle Worte dieses Lebens! –

21 Als sie es aber gehört hatten, gingen sie des Morgens früh in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber kam herzu, und die mit ihm waren, und sie beriefen das Synedrium und alle Ältesten der Söhne Israels zusammen, und schickten nach dem Gefängnis, daß sie herbeigeführt würden.

22 Als aber die Diener hinkamen, fanden sie sie nicht in dem Gefängnis, und sie kehrten zurück und erzählten,

23 sagend: Wir fanden das Gefängnis zwar mit aller Sicherheit verschlossen und die Wachen draußen vor den Türen stehend, als wir aber aufgemacht hatten, fanden wir Niemand darinnen.

24 Als aber der Priester und der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Worte hörten, waren sie über sie in Verlegenheit, was dies doch werden möchte.

25 Es kam aber einer hinzu, und verkündigte ihnen: Siehe! die Männer, welche ihr in´s Gefängnis gesetzt habt, sind im Tempel stehend und das Volk lehrend.

26 Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und führte sie herbei, nicht mit Gewalt, (denn sie fürchteten das Volk), auf daß sie nicht gesteinigt würden.

27 Sie führten sie aber herbei und stellten sie in das Synedrium; und der Hohepriester befragte sie,

28 sagend: Haben wir euch nicht strenge geboten, in Diesem Namen nicht zu lehren? Und siehe! ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt, und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen. –

29 Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen, als Menschen.

30 Der Gott unserer Väter hat Jesum auferweckt, den ihr ermordet, da ihr Ihn an einem Holze aufgehängt habt.

31 Diesen hat Gott zum Führer und Heiland zu Seiner Rechten erhöht, Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben.

32 Und wir sind Seine Zeugen von diesen Dingen; aber auch der (Heilige) heilige Geist, welchen Gott denen gegeben hat, die Ihm gehorsam sind.

33 Sie aber, als sie es hörten, wurden durchbohrt, und ratschlagten, sie zu töten.

34 Es stand aber in dem Synedrium ein gewisser Pharisäer, Namens Gamaliel, auf, ein Gesetzgelehrter, angesehen beim ganzen Volk, und befahl, die Apostel eine kurze Zeit hinauszutun.

35 Und er sprach zu ihnen. Männer, Israeliten! Sehet euch vor mit diesen Menschen, was ihr tun wollt.

36 Denn vor diesen Tagen stand Theudas auf, sagend: er selbst sei etwas, dem eine Zahl von beinahe vierhundert Männern anhing. Der ist getötet worden, und Alle, so Viele ihm Gehör gaben, sind zerstreut und zunichte geworden.

37 Nach diesem stand Judas, der Galiläer, in den Tagen der Schatzung auf, und machte viel Volks abfällig sich nach; auch er kam um, und Alle, wie Viele ihm Gehör gaben, wurden zerstreut.

38 Und jetzt sage ich euch: Stehet von diesen Menschen ab, und laßt sie; denn ist dieser Ratschluß oder dieses Werk aus Menschen, so wird es zu Grunde gehen;

39 wenn es aber aus Gott ist, so könnt ihr es nicht zu Grunde richten, - auf daß ihr nicht als solche erfunden werdet, die wider Gott streiten.

40 Sie ließen sich aber von ihm überreden; und als sie die Apostel zu sich gerufen und sie geschlagen hatten, geboten sie ihnen, nicht in dem Namen Jesu zu reden, und entließen sie.

41 Sie nun gingen von dem Angesicht des Synedriums, sich freuend, daß sie um des Namens willen Schmach zu leiden gewürdigt worden waren;

42 und jeden Tag hörten sie nicht auf, in dem Tempel und zu Hause zu lehren, und Jesum als den Christus zu verkündigen.

 

 

Kapitel 6

 

1 In diesen Tagen aber, als die Jünger sich vermehrten, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen in dem täglichen Dienst übersehen wurden.

2 Die Zwölfe aber beriefen die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht gut, daß wir das Wort Gottes verlassen und den Tischen dienen.

3 So sehet euch nun, Brüder, nach sieben Männern aus euch um, von gutem Zeugnis, voll des (Heiligen) heiligen Geistes und Weisheit, welche wir zu dieser Angelegenheit anstellen.

4 Wir aber werden im Gebet und im Dienste des Wortes verharren. –

5 Und die Rede gefiel der ganzen Menge; und sie erwählten den Stephanus, einen Mann voll Glaubens und des (Heiligen) heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor (Rikanos?) und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten von Antiochia.

6 Und sie stellten sie vor die Apostel, und als sie gebetet hatten, legten sie ihnen die Hände auf.

7 Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger vermehrte sich in Jerusalem sehr; und eine große Menge der Priester ward dem Glauben gehorsam.

8 Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat große Zeichen und Wunder unter dem Volk.

9 Etliche aber aus der Synagoge, genannt die der Libertiner und Cyrenäer und Alexandriner, und Derer von Cilicien und Asien standen auf und stritten mit Stephanus.

10 Und sie vermochten nicht, der Weisheit und dem Geiste zu widerstehen, mit welchem er redete.

11 Da schoben sie listig Männer vor, welche sagten: Wir haben ihn lästerliche Worte wider Moses und Gott reden hören. –

12 Und sie erregten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten, und überfielen ihn und rissen ihn mit sich fort und führten ihn vor das Synedrium.

13 Und sie stellten falsche Zeugen auf, welche sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Worte wider die heilige Stätte und das Gesetz zu reden;

14 denn wir haben ihn sagen hören, daß Jesus, dieser Nazaräer, diese Stätte zerstören und die Gebräuche verändern werde, welche und Moses überliefert hat.

15 Und Alle, die in dem Synedrium saßen, richteten ihre Augen unverwandt auf ihn, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.

 

 

Kapitel 7

 

1 Der Hohepriester aber sprach: Ist dieses in der Tat also? –

2 Er aber sprach: Männer, Brüder und Väter, höret zu! - Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte,

3 und sprach zu ihm: "Gehe aus aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft, und komm in ein Land, daß Ich dir zeigen werde."

4 Da ging er aus dem Lande der Chaldäer und wohnte in Haran; und von da übersiedelte Er ihn; nachdem sein Vater gestorben war, in dieses Land, welches ihr jetzt bewohnt.

5 Und Er gab ihm kein Erbe darinnen, auch nicht einen Fuß breit; und Er verhieß, daß Er es ihm zum Besitztum geben würde und seinem Samen nach ihm, als er kein Kind hatte.

6 Gott aber sprach also: daß sein Same ein Fremdling in fremdem Lande sein würde, und sie denselben zu Knechten machen und mißhandeln würden vierhundert Jahre.

7 "Und das Volk, welchem sie dienen werden, werde Ich richten, - sprach Gott, - und darnach werden sie ausziehen und Mir an diesem Orte dienen."

8 Und er gab ihm den Bund der Beschneidung, und also zeugte er den Isaak und beschnitt ihn am achten Tage; und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Patriarchen;

9 und die Patriarchen, neidisch auf den Joseph geworden, verkauften ihn nach Ägypten. - Und Gott war mit ihm und

10 errettete ihn aus allen seinen Drangsalen, und gab ihm Gunst und Weisheit vor Pharao, dem Könige von Ägypten, und Er setzte ihn zum Verwalter über Ägypten und sein ganzes Haus.

11 Es kam aber eine Hungersnot über das ganze Land Ägypten und Kanaan, und eine große Drangsal; und unsere Väter fanden keine Speise.

12 Als aber Jakob hörte, daß in Ägypten Getreide sei, sandte er unsere Väter aus zum ersten Male.

13 Und beim zweiten Male wurde Joseph von seinen Brüdern erkannt, und dem Pharao ward das Geschlecht des Joseph offenbar.

14 Joseph aber sandte hin und ließ seinen Vater Jakob und seine ganze Verwandtschaft holen, fünf und siebenzig Seelen.

15 Jakob aber ging hinab nach Ägypten, und starb; er und unsere Väter.

16 Und sie wurden hinüber nach Sichem gebracht und in die Gruft gelegt, welche Abraham um eine Summe Geldes von den Söhnen Hemor´s, des Vaters Sichem´s kaufte.

17 Als aber die Zeit der Verheißung nahte, welche Gott dem Abraham geschworen, wuchs das Volk und vermehrte sich in Ägypten,

18 bis daß ein anderer König aufstand, der den Joseph nicht kannte.

19 Der handelte mit List gegen unser Geschlecht, und mißhandelte unsere Väter und machte, daß ihre Kinder ausgesetzt wurden, damit sie nicht lebendig blieben.

20 Zu dieser Zeit ward Moses geboren, und er war ausnehmend schön. Dieser ward drei Monate in dem Hause des Vaters aufgezogen.

21 Als er aber ausgesetzt war, nahm ihn die Tochter Pharao zu sich und erzog ihn für sich selbst zum Sohne.

22 Und Moses ward in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen; er war aber mächtig in seinen Worten und Werken.

23 Als ihm aber eine Zeit von vierzig Jahren erfüllt war, kam es in seinem Herzen auf, seine Brüder, die Söhne Israels, zu besuchen.

24 Und als er Einen Unrecht leiden sah, verteidigte er ihn, und rächte den Unterdrückten, und erschlug den Ägypter.

25 Er meinte aber, daß seine Brüder verstehen würden, daß Gott ihnen durch seine Hand Rettung gebe; - sie aber verstanden es nicht.

26 Und am folgenden Tage zeigte er sich ihnen, als sie sich stritten, und trieb sie zum Frieden, sagend: Männer! ihr seid Brüder; warum tut ihr einander Unrecht? –

27 Der aber, welcher dem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn weg, sagend: Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gestellt?

28 Willst du mich töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast? –

29 Moses aber entfloh bei diesem Worte, und ward Fremdling im Lande Midiam, wo er zwei Söhne zeugte.

30 Und als vierzig Jahre erfüllt waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai ein Engel des Herrn in einer Feuerflamme eines Busches.

31 Als aber Moses es sah, verwunderte er sich des Gesichts; als er aber hinzutrat, es zu betrachten, geschah eine Stimme des Herrn zu ihm:

32 "Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs." - Moses aber, zitternd geworden, wagte nicht, es zu betrachten.

33 Der Herr aber sprach zu ihm: "Löse die Sandalen von deinen Füßen; denn die Stätte, worauf du stehest, ist heiliges Land."

34 "Sehend habe Ich gesehen die Mißhandlung Meines Volkes in Ägypten, und habe ihr Seufzen gehört, und bin herabgekommen, sie heraus zu reißen; - und nun komm´, Ich werde dich nach Ägypten senden."

35 Diesen Moses, den sie verleugneten, sagend: "Wer hat dich zum Obersten und Richter gestellt?" - diesen hat Gott zum Obersten und Retter gesandt durch die Hand des Engels, der ihm in dem Busche erschien.

36 Dieser führte sie heraus, Wunder und Zeichen tuend im Lande Ägypten, und im roten Meer, und in der Wüste vierzig Jahre.

37 Dieser ist der Moses, der zu den Söhnen Israels sagte: "Einen Propheten wie mich wird euch der Herr Gott aus euren Brüdern erwecken; Ihn sollt ihr hören!"

38 Dieser ist es, der in der Versammlung in der Wüste mit dem Engel, der zu ihm auf dem Berge Sinai redete, und mit unsern Vätern gewesen ist, der die lebendigen Aussprüche empfing, um sie uns zu geben;

39 welchem unsere Väter nicht gehorsam sein wollten, sondern sie stießen ihn von sich, und wandten sich in ihren Herzen nach Ägypten,

40 zu Aaron sagend: "Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn dieser Moses, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, - wir wissen nicht, was aus ihm geworden ist."

41 Und sie machten ein Kalb in jenen Tagen, und brachten ein Schlachtopfer dem Götzenbilde, und ergötzten sich an den Werken ihrer Hände.

42 Gott aber wandte sich und gab sie dahin, dem Heere des Himmels zu dienen, wie in dem Buche der Propheten geschrieben steht: "Habt ihr Mir Schlachtopfer und Opfer dargebracht vierzig Jahre in der Wüste, du Haus Israel?

43 Auch nahmt ihr die Hütte des Moloch auf, und das Gestirn eures Gottes Remphan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, um sie anzubeten; und Ich werde euch jenseits Babylon verpflanzen."

44 Die Hütte des Zeugnisses war unter unsern Vätern, in der Wüste, wie es Der angeordnet hatte, Der zu Mose redete, daß er sie nach dem Muster machen sollte, welches er gesehen hatte,

45 welche auch unsere Väter überkamen und mit Josua einführten in das Besitztum der Nationen, welche Gott vor dem Angesicht unserer Väter ausstieß, bis zu den Tagen Davids,

46 welcher Gnade vor Gott fand, und eine Wohnstätte für den Gott Jakobs zu finden begehrte.

47 Salomo aber baute Ihm ein Haus.

48 Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen von Händen gemacht, wie der Prophet spricht:

49 "Der Himmel ist Mein Thron; die Erde aber der Schemel Meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr Mir bauen, spricht der Herr? Oder welches ist der Ort Meiner Ruhe?

50 Hat nicht Meine Hand alle diese Dinge gemacht?"

51 Halsstarrige und Unbeschnittene an dem Herzen und an den Ohren! (i) Immerdar widerstreitet ihr dem (Heiligen) heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr.

52 Welchen der Propheten habe eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet die, welche zuvor die Ankunft des Gerechten verkündigten, dessen Überlieferer und Mörder ihr jetzt geworden seid;

53 die ihr das Gesetz durch die Verordnung der Engel empfangen und es nicht beobachtet habt!

54 Als sie aber dies hörten, wurden ihre Herzen durchbohrt; und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.

55 Als er aber, voll des (Heiligen) heiligen Geistes, unverwandt gen Himmel schaute, sah er die Herrlichkeit Gottes, und Jesum zur Rechten Gottes stehend,

56 und sprach: Siehe! ich sehe die Himmel geöffnet, und den Sohn des Menschen stehend zur Rechten Gottes.

57 Sie schrieen aber mit großer Stimme, hielten ihre Ohren zu und stürzten einhellig auf ihn los. –

58 Und als sie ihn aus der Stadt hinausgestoßen hatten, steinigten sie ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, mit Namen Saulus.

59 Und sie steinigten den Stephanus, der anrufend sprach: Herr Jesu! nimm meinen Geist auf!

60 Er kniete aber nieder und rief mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu! - Und als er dieses gesagt hatte, entschlief er.

 

 

Kapitel 8

 

1 Saulus aber willigte in seine Tötung mit ein. Es entstand aber an jenem Tage eine große Verfolgung über die Versammlung in Jerusalem, und Alle, ausgenommen die Apostel, wurden in die Gegenden von Judäa und Samaria zerstreut.

2 Gottesfürchtige Männer aber bestatteten zusammen den Stephanus, und stellten eine große Klage über ihn an.

3 Saulus aber, überall in die Häuser gehend, verwüstete die Versammlung, und schleppte heraus, beide, Männer und Weiber, und überlieferte sie in´s Gefängnis.

4 Die nun, welche zerstreut waren, gingen umher und verkündigten das Wort.

5 Philippus aber ging hinab in eine Stadt von Samaria, und predigte ihnen den Christus.

6 Und die Volksmenge achtete einmütig auf das, was von dem Philippus geredet ward, indem sie die Zeichen hörten und sahen, welche er tat.

7 Denn von Vielen, die unreine Geister hatten, fuhren sie aus, mit großer Stimme schreiend; und viele Gichtbrüchige und Lahme wurden geheilt.

8 Und eine große Freude entstand in jener Stadt.

9 Aber ein gewisser Mann, mit Namen Simon, war vorher in der Stadt, welcher Zauberei trieb, und das samaritische Volk außer sich brachte, von sich selbst sagend, daß er etwas Großes wäre.

10 Zu welchem sich Alle, vom Kleinen bis zum Großen, hielten, sagend: Dieser ist die Macht Gottes, genannt die große.

11 Sie hielten sich aber zu ihm, weil er sie lange Zeit mit den Zaubereien außer sich gebracht hatte.

12 Als sie aber dem Philippus glaubten, der ihnen die Dinge des Reiches Gottes und des Namens Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft, sowohl Männer als Weiber.

13 Aber auch Simon selbst glaubte und wurde getauft, und hielt sich bei Philippus; und als er die Zeichen und großen Wunder sah, geriet er außer sich.

14 Als aber die Apostel, die in Jerusalem waren, hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie den Petrus und Johannes zu ihnen,

15 welche, als sie hinab gekommen waren, für sie beteten, daß sie den (Heiligen) heiligen Geist empfangen möchten.

16 (Denn Er war noch nicht auf Einen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein auf den Namen des Herrn Jesu getauft).

17 Da legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den (Heiligen) heiligen Geist.

18 Als aber Simon sah, daß durch das Auflegen der Hände der Apostel der (Heilige) heilige Geist gegeben wurde, bot er ihnen Geld an,

19 sagend: Gebet auch mir diese Gewalt, daß Jedweder, dem ich die Hände auflege, den (Heiligen) heiligen Geist empfange.

20 Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre samt dir in´s Verderben, weil du gemeint hast, daß die Gabe Gottes durch Geld zu erlangen sei!

21 Du hast weder Teil noch Los an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott.

22 Tue denn Buße über diese deine Bosheit, und flehe zu Gott, ob dir etwa der Anschlag deines Herzens vergeben werde;

23 denn ich sehe, daß du in Galle der Bitterkeit und in Banden der Ungerechtigkeit bist.

24 Simon aber antwortete und sprach: Flehet ihr für mich zu dem Herrn, damit nichts von dem, wovon ihr geredet habt, über mich komme. –

25 Da sie nun bezeugt und das Wort des Herrn geredet hatten, kehrten sie nach Jerusalem zurück; und sie brachten die gute Botschaft in viele Dörfer der Samariter.

26 Ein Engel aber des Herrn, sprach zu Philippus, sagend: Stehe auf und gehe gegen Mittag, auf den Weg, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt; dieser ist öde. –

27 Und er stand auf und ging hin. Und siehe! ein äthiopischer Mann, ein Eunuch, ein Gewaltiger der Kandace, der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz war, der nach Jerusalem gekommen war, anzubeten,

28 war auf der Rückkehr, und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaias.

29 Der Geist aber sprach zu dem Philippus: Tritt hinzu und schließe dich an diesen Wagen an. –

30 Philippus aber, hinzulaufend, hörte ihn den Propheten Jesaias lesen und sprach: Verstehst du wohl, was du liesest? –

31 Er aber sprach: Wie könnte ich denn, wenn mich nicht Jemand anleitet? Und er bat den Philippus, daß er (aussteige) aufsteige und bei ihm sitze.

32 Die Stelle aber der Schrift, welche er las, war diese: "Er ward geführt wie ein Schaf zur Schlachtung, und wie ein Lamm, stumm vor seinem Scherer, ebenso tut Er Seinen Mund nicht auf.

33 In Seiner Erniedrigung ist Sein Gericht weggenommen; - wer aber wird Sein Geschlecht beschreiben? Denn Sein Leben wird von der Erde weggenommen." –

34 Der Eunuch antwortete dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von Wem sagt dieses der Prophet? von sich selbst oder von einem Andern? –

35 Philippus aber tat seinen Mund auf, und, anfangend von dieser Schrift, verkündigte er ihm Jesum.

36 Als sie aber auf dem Wege fortzogen, kamen sie an ein Wasser. Und der Eunuch spricht: Siehe da, Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? –

37

38 Und er hieß den Wagen halten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Eunuch, und er taufte ihn.

39 Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Eunuch sah ihn nicht mehr; denn er zog seinen Weg mit Freuden. –

40 Philippus aber ward zu Asdod gefunden; und durchziehend, verkündigte er das Evangelium in allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.

 

 

Kapitel 9

 

1 Saulus aber, noch Drohung und Mord wider die Jünger des Herrn schnaubend, ging zu dem Hohenpriester,

2 und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, daß, wenn er Etliche von "dem Wege", sowohl Männer als Weiber, fände, er sie gebunden nach Jerusalem führe.

3 Als er aber hinzog, geschah es, daß er Damaskus nahte; und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel.

4 Und auf die Erde fallend, hörte er eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul! Saul! was verfolgst du Mich? –

5 Er aber sprach: Wer bist Du, Herr? - Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst...

7 Stehe aber auf und gehe in die Stadt hinein, und es wird dir gesagt werden, was du tun sollst. –

7 Die Männer aber, die mit ihm des Weges zogen, standen sprachlos, wohl die Stimme hörend, aber Niemanden sehend.

8 Saulus aber richtete sich von der Erde auf. Als er aber seine Augen auftat, sah er Niemanden; und ihn bei der Hand leitend, führten sie ihn nach Damaskus.

9 Und er war drei Tage nicht sehend, und er aß weder, noch trank er. –

10 Es war aber ein gewisser Jünger in Damaskus, Namens Ananias; und zu dem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! –

11 Er aber sprach: Siehe, hier bin ich, Herr! - Der Herr aber sprach zu ihm: Stehe auf und gehe zu der Straße, genannt: die Gerade; und frage in dem Hause Juda nach Einem, Namens Saulus, von Tarsus; denn siehe, er betet.

12 Und er hat im Gesicht einen Mann gesehen, Namens Ananias, hereinkommend und ihm die Hand auflegend, daß er wieder sehend werde.

13 Ananias aber antwortete: Herr! Ich habe von Vielen von diesem Manne gehört, wie viel Böses er Deinen Heiligen in Jerusalem getan hat.

14 Und hier hat er Gewalt von den Hohenpriestern, Alle, die Deinen Namen anrufen, zu binden.

15 Der Herr aber sprach zu ihm: Gehe hin, denn ein auserwähltes Gefäß ist Mir Dieser, Meinen Namen vor Nationen und Könige und Söhne Israels zu tragen.

16 Denn Ich werde ihm zeigen, wie Vieles er um Meines Namens willen leiden muß. –

17 Ananias aber ging weg und kam in das Haus; und ihm die Hände auflegend, sprach er: Bruder Saul! Der Herr Jesus, der dir auf dem Wege, den du kamst, erschien, hat mich gesandt, damit du wieder sehend und von dem (Heiligen) heiligen Geiste erfüllt werdest. –

18 Und alsbald fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und auf der Stelle sah er und stand auf und wurde getauft.

19 Und als er Speise genommen hatte, ward er gestärkt. Er war aber etliche Tage bei den Jüngern in Damaskus.

20 Und er predigte alsbald in den Synagogen Jesum, daß Dieser der Sohn Gottes ist. –

21 Alle aber, die es hörten, erstaunten und sagten: Ist dies nicht Derselbe, der in Jerusalem die Anrufer dieses Namens zerstörte, und er ist dazu hierher gekommen, daß er sie gebunden zu den Hohenpriestern führe? –

22 Saulus aber erstarkte mehr und mehr, und brachte die Juden, die zu Damaskus wohnten, in Verwirrung, indem er bewies, daß Dieser der Christus sei. –

23 Als aber viele Tage verflossen waren, beratschlagten die Juden, ihn zu töten.

24 Dem Saulus aber ward ihr Anschlag bekannt; und sie bewachten Tag und Nacht die Tore, daß sie ihn töteten.

25 Die Jünger aber nahmen ihn bei der Nacht und ließen ihn durch die Mauer hinab, indem sie ihn in einem Korbe herunterließen. –

26 Als er aber nach Jerusalem hinkam, versuchte er, sich an die Jünger anzuschließen; und alle fürchteten sich vor ihm, weil sie nicht glaubten, daß er ein Jünger sei.

27 Barnabas aber nahm ihn zu sich, brachte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Wege den Herrn gesehen, und daß Er mit ihm geredet, und wie er in Damaskus freimütig in dem Namen Jesu gesprochen habe. –

28 Und er war in Jerusalem, mit ihnen ein- und ausgehend; und freimütig sprechend in dem Namen des Herrn Jesu,

29 redete er zu den Hellenisten und stritt mit ihnen. Die aber trachteten ihn zu töten.

30 Die Brüder aber, es erkennend, geleiteten ihn nach Cäsarea, und entsandten ihn nach Tarsus.

31 So hatten denn die Versammlungen durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden, wurden erbaut, und, wandelnd in der Furcht des Herrn und in dem Trost des (Heiligen) heiligen Geistes, wurden sie vermehrt.

32 Es geschah aber, daß Petrus, da er allenthalben hindurchzog, auch zu den Heiligen kam, die zu Lydda wohnten.

33 Daselbst aber fand er einen Menschen, Namens Äneas, seit acht Jahren auf dem Bette darniederliegend; der war gichtbrüchig.

34 Und Petrus sprach zu ihm: Äneas! Jesus, der Christus, heilet dich; stehe auf und bette dir selber! - Und alsbald stand er auf.

35 Und es sahen ihn alle, die zu Lydda und Saron wohnten, und bekehrten sich zu dem Herrn.

36 Zu Joppe aber war eine gewisse Jüngerin, Namens Tabitha, (was, verdolmetscht, heißt: Dorkas) (Reh); diese war voll guter Werke und Almosen, die sie tat.

37 Es geschah aber in jenen Tagen, daß sie krank ward und starb. Und als sie dieselbe gewaschen hatten, legten sie sie auf den Obersaal.

38 Da aber Lydda nahe bei Joppe war, und die Jünger gehört hatten, daß Petrus daselbst sei, sandten sie zwei Männer zu ihm, ihn zu bitten, er möge nicht zögern, bis zu ihnen hinabzukommen.

39 Petrus aber stand auf und ging mit ihnen, und als er angekommen war, führten sie ihn auf den Obersaal. Und zu ihm traten all die Witwen, weinend und Röcke und Kleider vorzeigend, welche alle die Dorkas, als sie bei ihnen war, gemacht hatte.

40 Petrus aber trieb Alle hinaus, und niederknieend, betete er. Und er wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabitha, stehe auf! – Sie aber schlug ihre Augen auf; und als sie Petrum (Petrus) sah, setzte sie sich auf.

41 Er aber gab ihr die Hand und richtete sie auf; und rief die Heiligen und Witwen, und stellte sie lebend dar.

42 Es ward aber durch ganz Joppe hin kund; und Viele glaubten an den Herrn.

43 Es geschah aber, daß er viele Tage in Joppe bei einem gewissen Simon, einem Gerber, blieb.

 

 

Kapitel 10

 

1 Es war aber ein Mann zu Cäsarea, Namens Cornelius, ein Hauptmann von der Schar, genannt: die Italische;

2 fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Hause, welcher auch dem Volke viele Almosen gab und immerdar zu Gott betete.

3 Er sah in einem Gesicht, um die neunte Stunde des Tages, offenbarlich einen Engel Gottes zu ihm hereinkommen und zu ihm sagen: Cornelius! –

4 Er aber sah ihn unverwandt an und ward erschrocken und sagte: Was ist, Herr! - Er aber sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind in das Gedächtnis vor Gott hinausgestiegen.

5 Und jetzt schicke Männer nach Joppe und laß Simon, welcher Petrus zubenamt wird, holen;

6 dieser ist zur Herberge bei einem gewissen Simon, einem Gerber, dessen Haus am Meere ist. –

7 Als aber der Engel, der mit ihm redete, weggegangen war, rief er zwei seiner Hausknechte und einen frommen Kriegsknecht von denen, die beständig bei ihm waren.

8 Und als er ihnen Alles erzählt hatte, schickte er sie nach Joppe.

9 An dem folgenden Tage aber, während Jene reisten und sich der Stadt nahten, stieg Petrus um die sechste Stunde auf das Haus, um zu beten.

10 Er ward aber sehr hungrig und wollte essen. Während sie ihm aber bereiteten, kam eine Entzückung über ihn.

11 Und er sieht den Himmel aufgetan, und ein gewisses Gefäß, wie ein großes Leinentuch, auf ihn herniederkommen, an den vier Zipfeln zusammengebunden und auf die Erde herabgelassen,

12 in welchem allerlei vierfüßige Tiere der Erde, und die wilden Tiere, und die kriechenden Tiere, und das Gevögel des Himmels waren.

13 Und eine Stimme geschah zu ihm: Stehe auf, Petrus, schlachte und iß! –

14 Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! Denn niemals habe ich etwas Gemeines oder Unreines gegessen. –

15 Und wiederum geschah eine Stimme zum zweitenmal zu ihm: Was Gott gereinigt hat, mache du nicht gemein! –

16 Dieses aber geschah zu dreien Malen; und wiederum ward das Gefäß in den Himmel hinaufgenommen.

17 Als aber Petrus in sich selbst zweifelhaft war, was doch das Gesicht, welches er gesehen hatte, sein möge, - siehe! da standen die Männer, die von Cornelius gesandt waren, vor der Tür, nachdem sie Simons Haus erfragt hatten.

18 Und als sie gerufen hatten, fragten sie, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus, daselbst zur Herberge sei? –

19 Während aber Petrus über das Gesicht nachsann, sprach zu ihm der Geist: Siehe! drei Männer suchen dich.

20 Stehe aber auf und gehe hinunter, und ziehe mit ihnen, nicht zweifelnd, denn Ich habe sie gesandt. –

21 Petrus aber, zu den Männern hinuntergehend, sprach: Siehe! ich bin es, den ihr suchet. Was ist die Ursache, warum ihr kommt? –

22 Sie aber sprachen: Der Hauptmann Cornelius, ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, und der ein gutes Zeugnis von dem ganzen Volke der Juden hat, ist von einem heiligen Engel göttlich gewiesen worden, dich in sein Haus holen zu lassen, und Worte von dir zu hören. –

23 Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am andern Tage aber machte er sich mit ihnen auf und ging mit ihnen weg; und Etliche der Brüder von Joppe gingen mit ihm;

24 und am folgenden Tage kamen sie nach Cäsarea. Cornelius aber, der seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen hatte, erwartete sie.

25 Wie es aber geschah, daß Petrus hereintrat, ging ihm Cornelius entgegen, fiel zu seinen Füßen und huldigte ihm.

26 Petrus aber hob ihn auf, sagend: Stehe auf! auch ich selbst bin ein Mensch. –

27 Und sich mit ihm unterhaltend, ging er hinein, und findet Viele, die zusammengekommen waren.

28 Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, wie es für einen jüdischen Mann unerlaubt ist, sich einem Fremdling anzuschließen, oder sich zu ihm zu begeben; und mir hat Gott gezeigt, keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen.

29 Deswegen bin ich auch, als ich geholt worden bin, ohne Widerrede gekommen. So frage ich denn: Um welcher Sache willen habt ihr mich holen lassen? –

30 Und Cornelius sprach: Vor vier Tagen fastete ich bis zu dieser Stunde, und um die neunte Stunde betete ich in meinem Hause; und siehe! ein Mann stand vor mir in glänzendem Kleide

31 und spricht: Cornelius! Dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist vor Gott gedacht worden;

32 schicke nun nach Joppe und laß Simon, welcher Petrus zubenamt wird, holen; dieser ist zur Herberge in dem Hause Simons, eines Gerbers, am Meere, der wird, wenn er zu dir gekommen ist, mit dir reden. –

33 Da habe ich denn auf der Stelle zu dir gesandt, und du hast wohlgetan, daß du gekommen bist. Jetzt also sind wir Alle vor Gott gegenwärtig, um Alles zu hören, was dir von Gott befohlen ist.

34 Petrus aber tat den Mund auf und sprach: In Wahrheit begreife ich, daß Gott die Person nicht ansieht,

35 sondern unter jeder Nation, wer Ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirket, der ist Ihm angenehm.

36 Das Wort, welches Er den Söhnen Israels gesandt hat, Frieden verkündigend durch Jesum Christum, (Dieser ist Aller Herr,)

37 kennt ihr - die Sache, welche anfangend von Galiläa durch ganz Judäa hin, nach der Taufe, welche Johannes predigte, geschehen ist,

38 betreffend den Jesus von Nazareth, wie Ihn Gott mit dem (Heiligen) heiligen Geiste und Kraft gesalbt hat, welcher umher ging, wohltuend und Alle heilend, die von dem Teufel überwältigt waren; - denn Gott war mit Ihm.

39 Und wir sind Zeugen alles Dessen, was Er getan hat, sowohl im Lande der Juden, als zu Jerusalem; welchen sie auch getötet haben, indem sie Ihn an ein Holz aufhängten.

40 Diesen hat Gott am dritten Tage auferweckt, und Ihm gegeben, daß Er offenbar würde,

41 nicht dem ganzen Volke, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit Ihm, nachdem Er aus den Toten auferstanden war, gegessen und getrunken haben.

42 Und Er hat uns befohlen, dem Volke zu predigen und zu bezeugen, daß Er Der ist, welcher von Gott zum Richter der Lebendigen und Toten verordnet ist.

43 Diesem geben alle Propheten Zeugnis, daß Jeder, der an Ihn glaubt, durch Seinen Namen Vergebung der Sünden empfangen wird.

44 Als Petrus noch diese Worte redete, fiel der (Heilige) heilige Geist auf Alle, die das Wort hörten.

45 Und die Gläubigen aus der Beschneidung, so Viele ihrer mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich, daß auch auf die aus den Nationen die Gabe des (Heiligen) heiligen Geistes ausgegossen wurde;

46 denn sie hörten sie mit Sprachen reden und Gott erheben. Da antwortete Petrus:

47 Kann auch Jemand das Wasser verwehren, daß diese, welche, gleichwie auch wir, den (Heiligen) heiligen Geist empfangen haben, nicht getauft werden?

48 Und er befahl, daß sie im Namen des Herrn getauft würden. Da baten sie ihn, daß er etliche Tage bleiben möchte.

 

 

Kapitel 11

 

1 Die Apostel aber und die Brüder, welche in Judäa waren, hörten, daß auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten;

2 und, als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, stritten die aus der Beschneidung mit ihm,

3 sagend: Du bist zu Männern eingegangen, die Vorhaut haben, und hast mit ihnen gegessen. –

4 Petrus aber fing an und setzte es ihnen der Reihe nach auseinander, sagend:

5 Ich war in der Stadt Joppe betend, und ich sah in einer Entzückung ein Gesicht: ein gewisses Gefäß, wie ein großes Leintuch, an vier Zipfeln herabgelassen, aus dem Himmel herniederkommend, und es kam bis zu mir.

6 Und es unverwandt anschauend, bemerkte und sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde, und die wilden Tiere, und die kriechenden Tiere, und das Gevögel des Himmels.

7 Ich hörte aber eine Stimme, welche zu mir sagte: Stehe auf, Petrus, schlachte und iß! –

8 Ich aber sagte: Keineswegs, Herr! Denn niemals ist etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen.

9 Eine Stimme aber antwortete mir zum zweiten Mal aus dem Himmel: Was Gott gereinigt hat, mache du nicht gemein! –

10 Dies aber geschah zu dreien Malen; und wiederum ward Alles in den Himmel hinaufgezogen.

11 Und siehe! alsbald standen vor dem Hause, in welchem ich war, drei Männer, die von Cäsarea zu mir gesandt waren.

12 Der Geist aber sprach zu mir, ich solle, ohne zu zweifeln, mit ihnen gehen. Es gingen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir gingen in das Haus des Mannes ein.

13 Und er erzählte uns, wie er den Engel gesehen habe, in seinem Hause stehend und zu ihm sagend: Sende Männer nach Joppe, und laß Simon holen, der den Zunamen Petrus hat,

14 der wird zu dir Worte reden, durch welche du errettet werden wirst und dein ganzes Haus.

15 Als ich aber zu reden begann, fiel der (Heilige) heilige Geist auf sie, wie auch auf uns im Anfang.

16 Ich gedachte aber an das Wort des Herrn, wie Er sagte: Johannes taufte wohl mit Wasser, ihr aber werdet mit dem (Heiligen) heiligen Geiste getauft werden.

17 Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat, wie auch uns, die wir an den Herrn Jesum Christum geglaubt haben; - war denn ich Einer, der Gott wehren konnte? –

18 Als sie aber dies gehört hatten, gaben sie sich zufrieden und verherrlichten Gott, sagend: Dann hat Gott wirklich auch den Nationen die Buße zum Leben gegeben.

19 Die also nun zerstreut waren durch die Trübsal, die wegen Stephanus geschah, zogen durch bis zu Phönicien hin, und Cypern und Antiochia, zu Niemandem das Wort redend, als allein zu den Juden.

20 Es waren aber unter ihnen etliche Männer von Cypern und Cyrene, die, als sie nach Antiochien kamen, zu den Griechen redeten, und ihnen die gute Botschaft von dem Herrn Jesu brachten;

21 und die Hand des Herrn war mit ihnen; und eine große Zahl glaubte und bekehrte sich zu dem Herrn.

22 Es kam aber die Rede von ihnen zu den Ohren der Versammlung, die zu Jerusalem war; und sie entsandten Barnabas, um bis zu Antiochia zu gehen.

23 Als Dieser hinkam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte Alle, mit Herzens-Entschluß bei dem Herrn zu verharren.

24 Denn er war ein guter Mann und voll (Heiligen) heiligen Geistes und Glaubens, und eine zahlreiche Menge ward dem Herrn hinzugetan. –

25 Barnabas aber zog aus nach Tarsus, um Saulum (Saulus) aufzusuchen; und als er ihn gefunden, brachte er ihn nach Antiochia.

26 Es geschah aber, daß sie ein ganzes Jahr in der Versammlung waren und eine zahlreiche Menge lehrten, und daß zuerst in Antiochia die Jünger den Namen "Christen" bekamen.

27 In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochia.

28 Einer aber von ihnen, Namens Agabus, stand auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, welche über den ganzen Erdkreis kommen sollte, welche auch unter dem Kaiser Claudius geschah.

29 Die Jünger aber, je nachdem einer von ihnen begütert war, beschlossen, jeder von ihnen, zum Dienste den Brüdern zu senden, die in Judäa wohnten,

30 welches sie auch taten und es an die Ältesten durch die Hand des Barnabas und Saulus sandten.

 

 

Kapitel 12

 

1 Um jene Zeit aber legte Herodes, der König, Hand an, um Etliche von der Versammlung zu mißhandeln.

2 Er tötete aber den Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwerte;

3 und als er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und griff auch den Petrus, - (es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote) –

4 welchen er, als er ihn gegriffen, in´s Gefängnis setzte, ihn an vier Wachen von je vier Kriegsknechten zur Verwahrung überliefernd, und war willens, ihn nach dem Passah dem Volke vorzuführen.

5 Petrus nun wurde in dem Gefängnis verwahrt; aber von der Versammlung geschah für ihn ein unaufhörliches Gebet zu Gott.

6 Als aber Herodes ihn vorführen sollte, schlief Petrus in jener Nacht mitten zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden an zwei Ketten; und vor der Tür hüteten Wachen das Gefängnis.

7 Und siehe! ein Engel des Herrn stand da, und ein Licht leuchtete in dem Gebäude; und Petrus an die Seite schlagend, weckte er ihn auf, sagend: Stehe schnell auf! - Und seine Ketten fielen ihm von den Händen.

8 Und der Engel sprach zu ihm: Umgürte dich und binde deine Sandalen unter! - Er aber tat also. Und er spricht zu ihm: Wirf dein Oberkleid um und folge mir! –

9 Und hinausgehend, folgte er ihm, und wußte nicht, daß es Wirklichkeit sei, was durch den Engel geschah, sondern meinte, ein Gesicht zu sehen.

10 Sie gingen aber durch die erste Wache und die zweite, und kamen an das eiserne Tor, welches in die Stadt führt, und welches ihnen von selbst geöffnet ward; und sie traten heraus und gingen eine Straße voran. Und alsbald schied der Engel von ihm.

11 Und als Petrus zu sich kam, sprach er: Nun weiß ich in Wahrheit, daß der Herr Seinen Engel gesandt und mich gerettet hat von der Hand Herodis und all´ der Erwartung des Volkes der Juden. –

12 Und als er sich bedachte, kam er in das Haus der Maria, der Mutter Johannis, mit dem Zunamen Markus, wo Viele versammelt waren und beteten.

13 Als er aber an die Türe des Tores klopfte, kam eine Magd herzu, Namens Rhode, um zu horchen.

14 Und als sie die Stimme Petri erkannte, öffnete sie vor Freude das Tor nicht, sondern lief hinein und verkündigte, Petrus stehe vor dem Tore.

15 Sie aber sagten zu ihr: Du bist von Sinnen. - Sie aber beteuerte, daß es also sei. - Sie aber sagten: Es ist sein Engel. –

16 Petrus aber blieb am Klopfen. Als sie aber aufgetan hatten, sahen sie ihn und waren außer sich.

17 Er aber winkte ihnen mit der Hand zu schweigen und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis herausgeführt; und sprach: Verkündiget dies dem Jakobus und den Brüdern. – Und er ging weg und ging an einen andern Ort.

18 Als es aber Tag geworden, war eine nicht geringe Bestürzung unter den Kriegsknechten, was doch mit Petrus geschehen sei.

19 Als aber Herodes ihn suchte und nicht fand, zog er die Hüter zur Untersuchung und ließ sie zum Tode abführen; und von Judäa nach Cäsarea hinabgehend, verweilte er daselbst.

20 Er war aber voll Wut gegen die Tyrer und Sidonier. Einmütig aber kamen diese zu ihm und überredeten den Blastus, den Kämmerer des Königs, und baten um Frieden, weil ihr Land von dem königlichen ernährt wurde.

21 An einem bestimmten Tage aber hielt Herodes, nachdem er königliche Kleider angelegt, und sich auf den Thron gesetzt hatte, eine öffentliche Rede an sie.

22 Das Volk aber rief: Gottes Stimme, und nicht eines Menschen! –

23 Auf der Stelle aber schlug ihn ein Engel des Herrn, darum, daß er nicht Gott die Ehre gegeben hatte. Und er ward von Würmern gefressen und hauchte sein Leben aus.

24 Das Wort Gottes aber wuchs und mehrte sich. –

25 Barnabas aber und Saulus kehrten, nachdem sie den Dienst erfüllt hatten, von Jerusalem zurück und nahmen auch den Johannes, zubenamt Markus, mit.

 

 

Kapitel 13

 

1 Es waren aber in Antiochia in der Versammlung, die dort war, etliche Propheten und Lehrer: Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Lucius von Cyrene, und Manaen, der mit Herodes, dem Vierfürsten, auferzogen war, und Saulus.

2 Als sie aber dem Herrn dienten, und fasteten, sprach der (Heilige) heilige Geist: Sondert Mir nun den Barnabas und den Saulus zu dem Werke aus, wozu Ich sie berufen habe.

3 Da fasteten und beteten sie; und als sie ihnen die Hände aufgelegt hatten, entließen sie sie.

4 Diese nun, ausgesandt von dem (Heiligen) heiligen Geiste, kamen hinab nach Seleucia, und von dort segelten sie ab nach Cypern.

5 Und als sie in Salamis waren, verkündigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden. Sie hatten aber auch den Johannes zum Diener.

6 Als sie aber die ganze Insel bis Paphos durchzogen hatten, fanden sie einen gewissen Magier, einen falschen Propheten, einen Juden mit Namen Bar-Jesus,

7 der bei dem Prokonsul Sergius Paulus, einem verständigen Manne, war. Dieser rief den Barnabas und Saulus, und begehrte, das Wort Gottes zu hören.

8 Elymas aber, der Zauberer, (denn so wird sein Name verdolmetscht), widerstand ihnen, suchend den Prokonsul von dem Glauben abwendig zu machen.

9 Saulus aber, (der auch Paulus heißt), erfüllt von dem (Heiligen) heiligen Geist, und unverwandt auf ihn hinblickend,

10 sprach: O du, voll aller List und aller Bosheit, Sohn des Teufels, Feind aller Gerechtigkeit! willst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verdrehen?

11 Und jetzt siehe! die Hand des Herrn über dich! und du wirst blind sein, die Sonne eine Zeitlang nicht sehend. - Und auf der Stelle fiel auf ihn Dunkel und Finsternis; und umhertappend, suchte er die, welche ihn bei der Hand leiteten.

12 Als aber der Prokonsul sah, was geschehen war, glaubte er, erstaunt über die Lehre des Herrn.

13 Als aber Paulus und seine Begleiter von Paphos abgesegelt waren, kamen sie nach Perge in Pamphylien. Johannes aber sonderte sich von ihnen ab und kehrte nach Jerusalem zurück.

14 Sie aber, von Perge aus durchziehend, kamen nach Antiochia in Pisidien; und als sie am Tage des Sabbaths in die Synagoge gingen, setzten sie sich.

15 Aber nach der Vorlesung des Gesetzes und der Propheten sandten die Vorsteher der Synagoge zu ihnen, sagend: Männer, Brüder! Wenn in euch ein Wort der Ermahnung an das Volk ist, so redet. –

16 Paulus aber stand auf, winkte mit der Hand und sprach: Männer von Israel, und die ihr Gott fürchtet, höret!

17 Der Gott dieses Volkes hat sich unsere Väter auserwählt; und Er hat das Volk erhöht, als es im Lande Ägypten als Fremde wohnte; und mit erhobenem Arm hat Er sie von da ausgeführt.

18 Und an vierzig Jahre lang hat Er sie in der Wüste gepflegt.

19 Und nachdem Er sieben Nationen im Lande Kanaan vertilgt hatte, ließ Er sie deren Land erben.

20 Und darnach, etwa vierhundert und fünfzig Jahre lang, gab Er Richter bis auf Samuel, den Propheten.

21 Und von da an begehrten sie einen König; und Gott gab ihnen den Saul, Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamme Benjamin, vierzig Jahre lang.

22 Und nachdem Er ihn weggetan hatte, erweckte Er ihnen den David zum König, welchem Er auch Zeugnis gab, und sprach: "Ich habe den David, den Sohn Jesse, gefunden, einen Mann nach Meinem Herzen, welcher Meinen ganzen Willen tun wird."

23 Von dessen Samen hat Gott nach Verheißung dem Israel Jesum als Erretter erweckt,

24 nachdem Johannes, Angesichts Seines Eintritts, die Taufe der Buße dem ganzen Volke Israel verkündigt hatte.

25 Als aber Johannes seinen Lauf erfüllte, sprach er: Wer meinet ihr, daß ich bin?... Nicht ich bin es; aber siehe! Er kommt nach mir, dessen Sandalen loszubinden ich nicht würdig bin.

26 Männer, Brüder, Söhne des Geschlechts Abrahams, und die unter euch, welche Gott fürchten! euch ist das Wort dieses Heils gesandt.

27 Denn die, welche zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, Ihn nicht anerkennend, noch die Stimmen der Propheten, welche jeden Sabbath gelesen werden, haben diese dadurch, daß sie Ihn richteten, erfüllt.

28 Und obschon sie keine Ursache des Todes fanden, baten sie den Pilatus, daß er getötet würde.

29 Als sie aber Alles erfüllt hatten, was über Ihn geschrieben ist, nahmen sie Ihn von dem Holze ab und legten Ihn in eine Gruft.

30 Gott aber hat Ihn aus den Toten auferweckt,

31 welcher mehrere Tage lang Denen erschienen ist, die mit Ihm von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, welche Seine Zeugen an das Volk sind.

32 Und wir verkündigen euch die gute Botschaft, die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist,

33 und zwar daß Gott diese uns, ihren Kindern, vollständig erfüllt hat, indem Er Jesum auferweckt hat, wie auch in dem zweiten Psalme geschrieben steht: "Du bist Mein Sohn, heute habe Ich Dich gezeugt." –

34 Daß Er Ihn aber aus den Toten auferweckt hat, um nicht mehr zur Verderbnis zurückzukehren, hat Er also gesagt: "Ich werde euch die treue Gnade Davids geben."

35 Deshalb sagt Er auch an einer andern Stelle. "Du wirst Deinen Frommen nicht hingeben, Verwesung zu sehen." –

36 Denn David freilich, als er zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient, entschlief, und ist zu seinen Vätern beigesetzt, und hat die Verwesung gesehen.

37 Der aber, den Gott auferweckt hat, sah die Verwesung nicht.

38 So sei es euch denn kund, Männer, Brüder! daß durch Diesen euch die Vergebung der Sünden verkündigt wird.

39 Und von Allem, worin ihr in dem Gesetze Mosis nicht gerechtfertigt werden konntet, ist in Diesem jeder Glaubende gerechtfertigt.

40 Sehet denn zu, daß nicht auf euch komme, was in den Propheten gesagt ist:

41 (im Original fehlt ein/das Anführungszeichen) „Sehet, ihr Verächter! und verwundert euch und verschwindet; denn Ich wirke ein Werk in euren Tagen, ein Werk, woran ihr gar nicht glauben werdet, wenn es euch von Jemand verkündigt wird.“

42 Als sie aber hinaus gingen, baten sie, daß ihnen auf den folgenden Sabbath diese Worte geredet würden.

Als aber die Synagoge aus war, folgten viele der Juden und der anbetenden Proselyten dem Paulus und dem Barnabas, welche zu ihnen sprachen und sie beredeten, in der Gnade Gottes zu verharren.

44 An dem folgenden Sabbath versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort Gottes zu hören.

45 Als aber die Juden die Volksmenge sahen, wurden sie voller Neid, und widersprachen Dem, was von Paulo (Paulus) geredet ward, - widersprechend und lästernd.

46 Paulus aber und Barnabas gebrauchten Freimütigkeit und sprachen: Zu euch mußte notwendig das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr es aber von euch stoßet, und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig achtet, siehe! so wenden wir uns zu den Nationen.

47 Denn also hat uns der Herr geboten: "Ich habe Dich zum Licht der Nationen gesetzt, daß Du bis an´s Ende der Erde zum Heile werdest." –

48 Als aber die von den Nationen es hörten, wurden sie froh und verherrlichten das Wort des Herrn; und es glaubten so Viele, als zum ewigen Leben verordnet waren. –

49 Das Wort des Herrn aber wurde durch die ganze Gegend ausgebreitet.

50 Die Juden aber erregten die vornehmen und anbetenden Weiber, und die Ersten der Stadt, und erweckten eine Verfolgung wider den Paulus und Barnabas, und trieben sie von ihren Grenzen fort.

51 Sie aber, als sie den Staub von ihren Füßen wider sie abgeschüttelt hatten, kamen nach Ikonium.

Die Jünger aber waren mit Freude und dem (Heiligen) heiligen Geiste erfüllt.

 

 

Kapitel 14

 

1 Es geschah aber zu Ikonium, daß sie zusammen in die Synagoge der Juden gingen und also redeten, daß sowohl von den Juden als auch von den Griechen eine große Menge glaubte.

2 Die ungläubigen Juden aber reizten und erbitterten die Seelen derer von den Nationen wider die Brüder.

3 Daher verweilten sie lange Zeit, freimütig sprechend in dem Herrn, welcher dem Worte Seiner Gnade Zeugnis gab, und Zeichen und Wunder durch ihre Hände geschehen ließ.

4 Die Menge der Stadt aber war entzweit; und die Einen waren mit den Juden, die Andern aber mit den Aposteln.

5 Als aber ein ungestümer Angriff geschah, sowohl von denen der Nationen, als von den Juden, samt ihren Obersten, um sie zu beschimpfen und zu steinigen,

6 entflohen sie, als sie es inne geworden, in die Städte von Lykaonien: Lystra und Derbe, und die Umgegend,

7 und verkündigten daselbst das Evangelium.

8 Und ein gewisser Mann zu Lystra saß kraftlos an den Füßen, lahm von Mutterleibe an, welcher niemals gewandelt hatte.

9 Dieser hörte Paulum (Paulus) reden; welcher, unverwandt auf ihn hinblickend, und sehend, daß er Glauben habe, geheilt zu werden,

10 mit lauter Stimme sprach: Stehe gerade auf deine Füße! - Und er sprang auf und wandelte.

11 Die Volksmenge aber, als sie sah, was Paulus tat, erhob ihre Stimme, auf lykaonisch sagend: Die Götter sind den Menschen gleich geworden, und sind zu uns herabgekommen. –

12 Und sie nannten den Barnabas Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er besonders das Wort führte:

13 Der Priester aber des Zeus, welcher vor ihrer Stadt war, brachte Stiere und Kränze vor die Tore und wollte mit der Volksmenge opfern.

14 Als aber die Apostel Barnabas und Paulus es hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen hervor unter die Volksmenge, rufend

15 und sagend: Männer! warum tut ihr Dieses? Auch wir sind Menschen von gleichen Empfindungen, wie ihr; und wir verkündigen euch, daß ihr euch von diesen eitlen Dingen zu dem lebendigen Gott bekehren sollt, welcher den Himmel und die Erde und das Meer und Alles was darinnen ist, gemacht hat,

16 der in den vergangenen Geschlechtern alle die Nationen in ihren eigenen Wegen gehen ließ.

17 Wiewohl Er sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem Er Gutes tat, euch vom Himmel Regen und fruchtbare Jahreszeiten gebend und eure Herzen mit Freude und Fröhlichkeit erfüllend. –

18 Und als sie dies sagten, hielten sie die Volksmenge kaum ab, daß sie ihnen nicht opferten.

19 Aus Antiochia und Ikonium kamen aber Juden herbei und überredeten die Volksmenge; und nachdem sie den Paulus gesteinigt hatten, schleiften sie ihn zur Stadt hinaus, meinend, er sei gestorben.

20 Als ihn aber die Jünger umringten, stand er auf und ging in die Stadt hinein; und am folgenden Tage zog er aus mit Barnabas nach Derbe.

21 Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und eine beträchtliche Anzahl Jünger gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonium und Antiochia zurück.

22 Und sie befestigten die Seelen der Jünger, indem sie sie ermahnten, in dem Glauben zu bleiben, und daß wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen.

23 Als sie ihnen aber in jede Versammlung Älteste gewählt hatten, beteten sie mit Fasten und befahlen sie dem Herrn, an welchen sie geglaubt hatten.

24 Und als sie Pisidien durchzogen hatten, kamen sie nach Pamphylien;

25 und sie gingen, als sie zu Perge das Wort geredet hatten, hinab nach Attalia,

26 und segelten von dort ab nach Antiochia, von wo sie der Gnade Gottes befohlen worden waren für das Werk, welches sie erfüllt hatten.

27 Als sie aber angekommen waren, und die Versammlung zusammengerufen hatten, erzählten sie Alles, was Gott mit ihnen getan hatte, und daß Er den Nationen die Türe des Glaubens geöffnet habe.

28 Sie verweilten aber eine nicht geringe Zeit mit den Jüngern.

 

 

Kapitel 15

 

1 Und Etliche kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr nicht beschnitten werdet nach der Weise Mosis, so könnt ihr nicht selig werden:

2 Da es nun für Paulus und Barnabas wider sie einen Streit und nicht geringen Wortwechsel gab, ordneten sie an, daß Paulus und Barnabas und einige Andere von ihnen hinauf nach Jerusalem zu den Aposteln und Ältesten gehen sollten wegen dieser Streitfrage.

3 Da sie nun von der Versammlung das Geleit erhalten hatten, durchzogen sie Phönizien und Samarien, und machten die Bekehrung der Nationen kund; - und machten allen Brüdern große Freude.

4 Als sie aber nach Jerusalem kamen, wurden sie von der Versammlung und den Aposteln und Ältesten empfangen, und verkündigten Alles, was Gott mit ihnen getan hatte.

5 Etliche aber derer von der Sekte der Pharisäer, welche glaubten, traten auf, sagend: Man muß sie beschneiden und gebieten, daß sie das Gesetz Mosis halten.

6 Die Apostel aber und die Ältesten versammelten sich, um diese Angelegenheit zu besehen.

7 Als aber viel Wortwechsel gewesen war, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Männer, Brüder! Ihr wißt, daß Gott vor längerer Zeit unter uns auserwählt hat, daß durch meinen Mund die Nationen das Wort des Evangeliums hören und glauben sollten.

8 Und der Gott, der die Herzen kennt, hat ihnen Zeugnis gegeben, indem Er ihnen den (Heiligen) heiligen Geist gegeben hat, wie auch uns.

9 Und hat keinen Unterschied zwischen uns und ihnen gemacht, da Er durch den Glauben ihre Herzen gereinigt hat.

10 Nun denn, was versuchet ihr Gott, um ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, welches weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?

11 sondern wir glauben, durch die Gnade des Herrn Jesu in derselben Weise, wie auch Jene, selig zu werden. –

12 Die ganze Menge aber schwieg und hörten dem Barnabas und Paulus zu, die erzählten, welche Zeichen und Wunder Gott unter den Nationen durch sie getan habe.

13 Nachdem sie aber geschwiegen hatten, antwortete Jakobus, sagend: Männer, Brüder, höret mich!

14 Simon hat erzählt, wie Gott zuerst die Nationen besucht hat, um aus ihnen ein Volk für Seinen Namen zu nehmen.

15 Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht:

16 "Darnach will Ich zurück kehren, und die verfallene Hütte Davids wieder aufbauen; und ihre Ruinen will Ich wieder bauen, und werde sie wieder aufrichten,

17 damit die Übrigen der Menschen und alle die Nationen, über welche Mein Name angerufen ist, den Herrn aufsuchen," spricht der Herr, der Dieses,

18 von Ewigkeit her bekannt, tut. –

19 Deshalb urteile ich, daß man diejenigen, die von den Nationen zu Gott bekehrt sind, nicht mit Nebendingen beunruhige,

20 sondern ihnen schreibe, daß sie sich von den Verunreinigungen der Götzen, und von der Hurerei, und von dem Erstickten, und von dem Blut enthalten.

21 Denn Moses, jeden Sabbath in den Synagogen vorgelesen, hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn predigen.

22 Da däuchte es den Aposteln und den Ältesten mit der ganzen Versammlung gut, Männer aus sich auszuwählen und sie mit dem Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden: den Judas, mit dem Zunamen Barsabas, und Silas, - Männer, die Führer unter den Brüdern waren.

23 Und sie schrieben und sandten durch ihre Hand Dieses: "Die Apostel und die Ältesten und die Brüder, den Brüdern aus den Nationen, zu Antiochia, und in Syrien und Cilicien ihren Gruß.

24 Dieweil wir gehört haben, daß Etliche, die aus unserer Mitte ausgegangen sind, euch mit Worten beunruhigt haben, indem sie eure Seelen verstörend, sagen: ihr müßtet beschnitten werden, und das Gesetz halten - denen wir keine Befehle gegeben haben -,

25 däuchte es uns einstimmig gut, auserwählte Männer, mit unsern Geliebten, dem Barnabas und Paulus zu euch zu senden, -

26 Männer, die ihr Leben für den Namen unsers Herrn Jesu Christi hingegeben haben.

27 So haben wir denn Judas und Silas gesandt, und die werden auch mündlich dasselbe verkündigen.

28 Denn es hat dem (Heiligen) heiligen Geiste und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen, als nur diese nötigen Stücke:

29 euch von Götzenopfern, und Blut, und Ersticktem, und Hurerei zu enthalten. Wenn ihr euch davor bewahret, tut ihr recht. Lebet wohl!"

30 Diese nun, nachdem sie entlassen waren, kamen nach Antiochia und versammelten die Menge und übergaben den Brief.

31 Sie aber, als sie ihn gelesen, freuten sich über den Trost.

32 Judas aber und Silas, welche auch selbst Propheten waren, ermunterten die Brüder mit vielen Worten und stärkten sie.

33 Als sie sich aber eine Zeitlang aufgehalten hatten, wurden sie mit Frieden von den Brüdern zu denen entlassen, welche sie gesandt hatten.

34 Dem Silas däuchte es aber gut, da zu bleiben.

35 Paulus aber und Barnabas blieben in Antiochia, mit noch vielen Andern das Wort des Herrn lehrend und verkündigend.

36 Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Laß uns denn zurückkehren und die Brüder in jeder Stadt besuchen, in welcher wir das Wort des Herrn verkündigt haben, - wie es ihnen geht.

37 Barnabas aber war gesonnen, den Johannes, genannt Markus, mitzunehmen.

38 Paulus aber hielt es für gut, den nicht mitzunehmen, der sich von ihnen von Pamphylien getrennt hatte, und nicht mit ihnen zum Werke gegangen war.

39 Da kamen sie scharf aneinander, so daß sie sich voneinander trennten, und daß Barnabas den Markus mitnahm und nach Cypern schiffte.

40 Paulus aber nahm den Silas zu sich, und zog aus, der Gnade Gottes von den Brüdern befohlen.

41 Und er durchzog Syrien und Cilicien, und befestigte die Versammlungen.

 

 

Kapitel 16

 

1 Er traf aber in Derbe und Lystra ein. Und siehe! daselbst war ein gewisser Jünger, mit Namen Timotheus, Sohn eines gläubigen jüdischen Weibes, aber von einem griechischen Vater.

2 Der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern zu Lystra und Ikonium.

3 Paulus wollte, daß dieser mit ihm ausgehe, und er nahm und beschnitt ihn um der Juden willen, die in jenen Orten waren; denn sie kannten alle seinen Vater, daß er ein Grieche war.

4 Als sie aber die Städte durchzogen, teilten sie ihnen zur Beobachtung die Beschlüsse mit, die von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem festgesetzt waren.

5 So wurden die Versammlungen im Glauben befestigt, und vermehrten sich täglich an Zahl.

6 Als sie aber Phrygien und die Landschaft von Galatien durchzogen hatten, und von dem (Heiligen) heiligen Geiste verhindert wurden, das Wort in Asien zu reden,

7 kamen sie nach Mysien, und versuchten nach Bithynien zu reisen; und der Geist Jesu erlaubte es ihnen nicht.

8 Sie zogen aber an Mysien vorbei und gingen nach Troas hinab.

9 Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Ein gewisser Mann von Macedonien stand und bat ihn und sprach: Komme herüber nach Macedonien und hilf uns! –

10 Als er aber das Gesicht gesehen hatte, suchten wir alsbald nach Macedonien abzureisen, indem wir schlossen, daß uns der Herr gerufen hatte, ihnen das Evangelium zu verkündigen.

11 Wir fuhren also von Troas ab, und liefen gerade in Samothrace ein, und am folgenden Tage nach Neapolis;

12 und von da nach Philippi, welche die erste Stadt jenes Teiles in Macedonien ist, eine Kolonie. In dieser Stadt aber verweilten wir einige Tage.

13 Und am Tage des Sabbaths gingen wir hinaus vor die Stadt an einen Fluß, wo es gebräuchlich war, das Gebet zu tun. Und wir setzten uns, und redeten mit den Weibern, die da zusammengekommen waren.

14 Und ein gewisses Weib, Namens Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt Thyatira, welche Gott anbetete, hörte zu; und dieser tat der Herr das Herz auf, so daß sie Acht gab auf das, was von Paulus geredet ward.

15 Als sie aber und ihr Haus getauft war, bat sie, sagend: Wenn ihr mich für treu dem Herrn haltet, so kehrt in mein Haus ein und bleibet. Und sie nötigte uns.

16 Es begab sich aber, als wir zum Gebet gingen, daß uns eine gewisse Magd begegnete, welche einen Wahrsagergeist hatte; und diese brachte ihren Herren vielen Gewinn mit ihrem Wahrsagen.

17 Diese folgte dem Paulus und uns nach, und rief, sagend: Diese Menschen sind Knechte des höchsten Gottes, die euch den Weg des Heils verkündigen.

18 Dieses aber tat sie viele Tage. Paulus aber ward ganz betrübt, und wandte sich und sprach zu dem Geiste: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi von ihr auszufahren! - Und er fuhr zu derselben Stunde aus.

19 Als aber ihre Herren sahen, daß die Hoffnung ihres Gewinnes dahin war, griffen sie den Paulus und den Silas, und schleppten sie auf den Markt zu den Vorstehern.

20 Und sie führten sie zu den Hauptleuten und sprachen: Diese Menschen, welche Juden sind, verwirren ganz und gar unsere Stadt;

21 und sie verkündigen Sitten, welche uns nicht erlaubt sind anzunehmen noch zu tun, da wir Römer sind.

22 Und die Volksmenge erhob sich sogleich wider sie, und die Hauptleute rissen ihnen die Kleider ab, und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen.

23 Und als sie ihnen viele Schläge beigebracht hatten, warfen sie sie in´s Gefängnis und befahlen dem Kerkermeister, sie sicher zu bewahren.

24 Als der solchen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und schloß ihre Füße in den Stock.

25 Aber um Mitternacht beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott; es hörten sie aber die Gefangenen.

26 Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, so daß die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und sich auf der Stelle alle Türen öffneten, und Aller Bande gelöst wurden.

27 Der Kerkermeister aber, aus dem Schlaf wach gemacht, und die Türen des Gefängnisses geöffnet sehend, zog das Schwert und wollte sich selbst töten, glaubend, daß die Gefangenen entflohen seien.

28 Paulus aber rief mit lauter Stimme, sagend: Tue dir nichts zu Leide, denn wir sind Alle hier.

29 Er aber forderte Licht und sprang hinein, und zitternd geworden, fiel er vor Paulus und Silas hin.

30 Und als er sie herausgeführt hatte, sprach er: Ihr Herren, was muß ich tun, daß ich selig werde? –

31 Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesum Christum, und du wirst selig werden und dein Haus.

32 Und sie redeten zu ihm und zu Allen, die in seinem Hause waren, das Wort des Herrn.

33 Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab; und er ward getauft, und alle die Seinigen alsbald.

34 Und er führte sie in sein Haus und setzte ihnen einen Tisch vor; und an Gott glaubend, frohlockte er mit seinem ganzen Hause.

35 Als es aber Tag geworden war, sandten die Hauptleute die Rutenträger, sagend: Laß jene Menschen los.

36 Der Kerkermeister aber machte diese Worte dem Paulus kund: Die Hauptleute haben geschickt, daß ihr losgelassen würdet; so gehet denn jetzt weg, und ziehet hin in Frieden! –

37 Paulus aber sprach zu ihnen: Öffentlich haben sie uns, die wir Römer sind, unverurteilt geschlagen, und haben uns in´s Gefängnis geworfen; und jetzt stoßen sie uns heimlich aus? Nicht doch, sondern laß sie selbst kommen und uns herausführen.

38 Die Rutenträger aber meldeten diese Worte den Hauptleuten; und sie fürchteten sich, als sie hörten, daß sie Römer seien.

39 Und sie kamen und redeten ihnen zu, und führten sie heraus und baten sie, daß sie aus der Stadt gingen.

40 Als sie aber aus dem Gefängnis herausgegangen waren, gingen sie zu der Lydia; und als sie die Brüder gesehen hatten, trösteten sie sie und gingen weg.

 

 

Kapitel 17

 

1 Als sie aber durch Amphipolis und Apollonia reisten, kamen sie nach Thessalonich, wo die Synagoge der Juden war.

2 Nach seiner Gewohnheit aber ging Paulus zu ihnen hinein, und redete drei Sabbather nach einander zu ihnen aus den Schriften;

3 und eröffnete und legte ihnen dar, daß der Christus leiden und aus den Toten auferstehen mußte, und daß dieser Jesus, den ich euch verkündige, der Christus ist.

4 Und Etliche aus ihnen glaubten und gesellten sich zu Paulus und Silas; und der anbetenden Griechen eine große Menge, und der vornehmsten Weiber nicht wenige.

5 Die ungläubigen Juden aber, voll Neid, nahmen etliche böse Männer vom Gassenpöbel zu sich, machten einen Volksauflauf und brachten die Stadt in Verwirrung; und sie traten vor das Haus des Jason und trachteten sie unter das Volk zu führen.

6 Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie den Jason und etliche Brüder vor die Obersten der Stadt, rufend: Die, welche den Erdkreis aufgewiegelt haben, diese sind auch hierher gekommen,

7 welche Jason beherbergt hat; und diese Alle handeln wider die Verordnungen des Kaisers, sagend, daß ein anderer König sei, Jesus.

8 Sie beunruhigten aber die Volksmenge und die Obersten des Volks, welche dies hörten.

9 Und als sie Bürgschaft von Jason und von den Übrigen genommen hatten, ließen sie sie gehen.

10 Die Brüder aber sandten alsbald in der Nacht den Paulus und den Silas nach Beröa, welche, als sie angekommen waren, in die Synagoge der Juden gingen.

11 Diese aber waren edler als die zu Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf, indem sie täglich die Schriften untersuchten, ob dies sich also verhielte.

12 Darum glaubten Viele von ihnen, und von den griechischen vornehmen Weibern und Männern nicht wenige.

13 Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, daß auch in Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt würde, kamen sie auch dorthin, und erregten die Volksmenge.

14 Da schickten aber die Brüder alsbald den Paulus weg, um bis zum Meere zu gehen. Silas aber und Timotheus blieben da.

15 Die aber den Paulus hinbrachten, geleiteten ihn bis Athen; und als sie für den Silas und Timotheus den Befehl empfangen hatten, daß sie so bald als möglich zu ihm kommen sollten, reisen sie ab.

16 Während aber Paulus sie in Athen erwartete, ward sein Geist in ihm bewegt, als er sah, daß die Stadt voll von Götzenbildern war.

17 Er redete nun in der Synagoge mit den Juden und mit den Anbetern, und auf dem Markte an jedem Tage mit denen, die gerade da waren.

18 Etliche aber der epikuräischen und stoischen Philosophen griffen ihn an, und Etliche sagten: Was will doch dieser Schwätzer sagen? - Andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein? - weil er ihnen Jesum und die Auferstehung predigte.

19 Und sie faßten ihn an und führten ihn zum Areopag, sagend: Können wir erfahren, was dies für eine neue Lehre ist, wovon du sprichst?

20 Denn du bringst etwas Fremdes vor unsere Ohren; so wollen wir denn wissen, was das sein mag.

21 (Alle Athener aber und die Fremden, die sich da aufhielten, brachten ihre Zeit mit nichts Anderem zu, als etwas Neues zu sagen oder zu hören.)

22 Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Männer, Athener! Ich sehe, daß ihr in jeder Beziehung den Götzen ergeben seid.

23 Denn als ich umherging und die Gegenstände eurer Verehrung betrachtete, fand ich auch einen Altar, auf welchem die Aufschrift war: D e m  u n b e k a n n t e n   G o t t! (Dem unbekannten Gott!) - welchen ihr denn, ohne Ihn zu kennen, anbetet; - Diesen verkündige ich euch.

24 Der Gott, der die Welt gemacht hat, und Alles, was drinnen ist. - Dieser, indem Er der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln mit Händen gemacht,

25 noch wird Er von Menschenhänden bedient, als der Etwas bedürfte, weil Er selbst Allen Leben und Odem und Alles gibt.

26 Und er hat jede Nation der Menschen von  e i n e m  (einem) Blute gemacht, auf daß sie über den ganzen Erdboden wohnen, indem Er die verordneten Zeiten und Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat;

27 daß sie Gott suchen, ob sie vielleicht ihn tastend fühlen und finden möchten, obgleich Er nicht ferne von einem Jeglichen von uns ist.

28 Denn in Ihm leben und bewegen wir uns, und sind wir; wie auch Etliche eurer Dichter gesagt haben: "Denn wir sind auch Sein Geschlecht."

29 Da wir denn Gottes Geschlecht sind, sollen wir nicht meinen, daß die Gottheit dem Golde, oder Silber, oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des Menschen gleich sei.

30 Nachdem denn Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet Er jetzt allenthalben allen Menschen Buße zu tun.

31 Denn Er hat einen Tag festgesetzt, an welchem Er den Erdkreis in Gerechtigkeit durch den Mann richten wird, den Er dazu bestimmt hat, welches zu glauben Er allen Menschen Grund gegeben, als Er Ihn aus den Toten auferweckt hat.

32 Als sie aber von Auferstehung der Toten hörten, spotteten die Einen; Andere aber sagten: Wir wollen dich weiter hierüber hören. –

33 Und so ging Paulus aus ihrer Mitte weg.

34 Etliche Männer aber hielten sich zu ihm und glaubten; - unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, und ein Weib, mit Namen Damaris, und Andere mit ihnen.

 

 

Kapitel 18

 

1 Darnach aber schied Paulus von Athen, und ging nach Corinth.

2 Und als er einen Juden, Namens Aquila, aus Pontus gebürtig, fand, der kürzlich aus Italien gekommen war, und Priscilla, sein Weib, - (weil Claudius befohlen hatte, daß sich alle Juden aus Rom fortbegeben sollten) – ging er zu ihnen;

3 und er bliebt, weil er von gleichem Handwerk war, bei ihnen und arbeitete; denn sie waren Zeltmacher ihres Handwerks.

4 Er redete aber in der Synagoge an jedem Sabbath, und bewegte sowohl Juden als Griechen zum Glauben.

5 Als aber Silas und Timotheus von Macedonien angekommen waren, fühlte sich Paulus durch die Kraft des Wortes gedrungen, und gab den Juden Zeugnis, daß Jesus der Christus sei.

6 Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er seine Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut auf euern Kopf! Ich bin rein; von jetzt an werde ich zu den Nationen gehen. –

7 Und von dannen fortgehend, kam er in das Haus eines gewissen Mannes mit Namen Justus, welcher Gott anbetete; - dessen Wohnung stieß an die Synagoge.

8 Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Hause; und viele der Corinther, die das Evangelium hörten, glaubten und wurden getauft.

9 Der Herr aber sprach in einem Gesicht in der Nacht zu Paulus: "Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht!

10 Denn Ich bin mit dir, und Niemand soll dich angreifen, dir Übels zu tun; denn Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt." –

11 Und er hielt sich ein Jahr und sechs Monate auf, das Wort Gottes unter ihnen lehrend.

12 Als aber Gallion Prokonsul von Achaja war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf und führten ihn vor den Richterstuhl,

13 sagend: Dieser überredet die Menschen, Gott anzubeten gegen das Gesetz.

14 Als aber Paulus den Mund auftun wollte, sagte Gallion zu den Juden: Wenn es wirklich eine Ungerechtigkeit oder eine böse Handlung wäre, o Juden, würde ich euch billigerweise vertragen.

15 Wenn es aber eine Frage von Wort und Namen und Gesetz, welches ihr habt, ist, so seht ihr selbst zu! Denn ich will nicht Richter darüber sein.

16 Und er trieb sie vom Richterstuhle weg.

17 Die Griechen aber alle ergriffen Sosthenes, den Vorsteher der Synagoge, und schlugen ihn vor dem Richterstuhl; und Gallion kümmerte sich nicht um dies Alles.

18 Paulus aber, als er noch viele Tage daselbst geblieben war, nahm Abschied von den Brüdern und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er zu Kenchrea das Haupt geschoren; denn er hatte ein Gelübde.

19 Er kam aber nach Ephesus, und ließ Jene daselbst; er selbst aber ging in die Synagoge und redete mit den Juden.

20 Als sie ihn aber baten, er möchte längere Zeit bei ihnen bleiben, bewilligte er es nicht,

21 sondern nahm Abschied von ihnen, sagend: Ich muß durchaus das zukünftige Fest in Jerusalem halten; ich werde aber, wenn Gott will, zu euch zurückkehren. - Und er fuhr von Ephesus weg;

22 und er kam nach Cäsarea, ging hinauf und grüßte die Versammlung, und zog hinab nach Antiochia.

23 Und als er einige Zeit daselbst zugebracht hatte, reiste er ab, durchzog der Reihe nach die galatische Landschaft und Phrygien, alle die Jünger befestigend.

24 Ein gewisser Jude aber, Namens Apollos, aus Alexandria gebürtig, ein beredter Mann, kam nach Ephesus; und er war mächtig in den Schriften.

25 Dieser war in dem Wege des Herrn unterwiesen; und brünstig im Geist, redete und lehrte er sorgfältig die Sache des Herrn, allein die Taufe Johannis wissend.

26 Und dieser fing an, in der Synagoge freimütig zu sprechen. Als aber Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich, und legten ihm noch genauer den Weg Gottes aus.

27 Als er aber nach Achaja reisen wollte, schrieben die Brüder den Jüngern, sie ermahnend, ihn aufzunehmen; - welcher, als er hinkam, denen, welche durch die Gnade geglaubt hatten, sehr behilflich war, -

28 denn kräftig widerlegte er öffentlich die Juden, durch die Schriften beweisend, daß Jesus der Christus ist. -

 

 

Kapitel 19

 

1 Es geschah aber, während Apollos zu Corinth war, daß Paulus, nachdem er die oberen Gegenden durchzogen hatte, nach Ephesus kam; und er fand daselbst etliche Jünger

2 und sprach zu ihnen: Habt ihr den (Heiligen) heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden? - Sie aber sagten zu ihm: Wie haben nicht einmal gehört, ob der (Heilige) heilige Geist ist. –

3 Und er sprach zu ihnen: Wozu seid ihr denn getauft worden? - Sie aber sagten: Mit der Taufe Johannis. –

4 Paulus aber sprach: Johannes hat mir der Taufe der Buße getauft, dem Volke sagend, daß sie an Den, der nach ihm käme, glauben sollten, das ist an Jesum Christum.

5 Als sie es aber gehört hatten, wurden sie auf den Namen des Herrn Jesu getauft

6 und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der (Heilige) heilige Geist auf sie; und sie redeten in Sprachen und weissagten.

7 Es waren aber der Männer in Allem bei zwölf.

8 Und er ging in die Synagoge und sprach freimütig, und redete drei Monate lang, und legte ihnen die Sache des Reiches Gottes an´s Herz.

9 Als aber Etliche verhärtet waren und nicht glaubten, und vor der Menge von dem Wege übel redeten, begab er sich von ihnen weg, und sonderte die Jünger ab, und redete täglich in der Schule eines gewissen Tyrannus.

10 Dies aber geschah zwei Jahre lang, so daß Alle, die in Asien wohnten, beides, Juden und Griechen das Wort des Herrn hörten.

11 Und nicht gemeine Wunder tat Gott durch die Hände des Paulus,

12 so daß man sogar Schweißtücher oder Schürzen von seinem Leibe auf die Kranken legte, und die Krankheiten von ihnen wichen und die bösen Geister ausfuhren.

13 Etliche aber von den sich herumtreibenden jüdischen Beschwörern unternahmen es, über Diejenigen, welche die bösen Geister hatten, den Namen des Herrn Jesu anzurufen, sagend: (.) Ich beschwöre euch bei dem Jesu, den Paulus predigt! –

14 Es waren aber etliche Söhne eines Juden und Hohenpriesters, Skeva, ihrer Sieben, welche dieses taten.

15 Der böse Geist aber antwortete und sprach: Den Jesus kenne ich, und von dem Paulus weiß ich wohl; - aber ihr, wer seid ihr?

16 Und der Mensch, in welchem der böse Geist war, sprang auf sie und bemeisterte sich ihrer und überwältigte sie, so daß sie nackt und verwundet aus jenem Hause entflohen.

17 Dies aber ward Allen bekannt, beiden, Juden und Griechen, die zu Ephesus wohnten; und Furcht fiel auf sie Alle, und der Name des Herrn Jesu ward erhoben.

18 Viele aber von Denen, die gläubig geworden waren, kamen und bekannten und verkündigten ihre Taten.

19 Manche aber von Denen, welche die vorwitzigen Künste getrieben hatten, trugen die Bücher zusammen und verbrannten sie vor Allen; und sie berechneten den Wert derselben, und fanden ihn zu fünfzigtausend Stück Silber. –

20 Also wuchs mit Macht das Wort des Herrn und machte seine Kraft geltend.

21 Als Dieses aber erfüllt war, setzte sich Paulus, nachdem er Macedonien und Achaja durchzogen hatte, in seinem Geiste vor, nach Jerusalem zu reisen, sagend: Wenn ich daselbst gewesen bin, muß ich auch Rom sehen. –

22 Er sandte aber nach Macedonien zwei von Denen, die ihm dienten, Timotheus und Erastus, und er selbst verweilte eine Zeit lang in Asien. –

23 Es entstand aber um jene Zeit ein nicht geringer Lärm über "den Weg".

24 Denn ein Gewisser, Namens Demetrius, ein Silberschmied, der silberne Tempel der Artemis machte, verschaffte den Künstlern einen nicht geringen Erwerb;

25 welche er, so wie auch die Arbeiter solcher Sachen, versammelte und sprach: Männer! Ihr wißt, daß aus diesem Erwerb unser Wohlstand ist;

26 und ihr seht und hört, daß dieser Paulus nicht allein zu Ephesus, sondern beinahe in ganz Asien eine große Volksmenge überredet und abgewandt hat, sagend: daß dies keine Götter seien, die mit Händen gemacht werden;

27 und nicht allein läuft uns dieses Gewerbe Gefahr, in Verachtung zu kommen, sondern auch der Tempel der großen Göttin Artemis, für nichts geachtet zu werden, und auch ihre Majestät, welche ganz Asien und der Erdkreis anbetet, wird vernichtet werden.

28 Als sie aber dies hörten und voll Wut wurden, schrieen sie, sagend: Groß ist die Artemis der Epheser! –

29 Und die ganze Stadt war voll Verwirrung; und sie stürmten einhellig nach dem Theater, indem sie den Gajus und Aristarchus aus Macedonien, die Reisegefährten Pauli, mit fortrissen.

30 Als aber Paulus unter das Volk gehen wollte, ließen es ihm die Jünger nicht zu.

31 Und etliche der Asiarchen, die seine Freunde waren, sandten zu ihm und baten ihn, sich nicht nach dem Theater zu begeben.

32 Die Einen nun schrieen Dies, die Andern Das; denn die Versammlung war im Wirrwarr, und die Meisten wußten nicht, weshalb sie zusammen gekommen waren.

33 Sie zogen aber Alexander aus der Volksmenge hervor, indem die Juden ihn hervorstießen. Alexander aber winkte mit der Hand, und wollte sich vor dem Volk verantworten.

34 Als sie aber erkannten, daß er ein Jude sei, erhob sich  E i n e  (Eine) Stimme von Allen, die bei zwei Stunden schrieen: Groß die Artemis der Epheser! –

35 Als aber der Stadtschreiber die Volksmenge beruhigt hatte, spricht er: Männer von Ephesus! Wo ist doch ein Mensch, der nicht wisse, daß die Stadt der Epheser eine Tempelpflegerin der großen Artemis und des von Zeus herniedergefallenen Bildes ist?

36 Weil denn dieses unwidersprechlich ist, so solltet ihr beruhigt sein und nichts Übereiltes tun.

37 Denn ihr habt diese Männer hergeführt, die doch weder Tempelräuber noch Lästerer eurer Göttin sind.

38 Wenn denn nun Demetrius und mit ihm die Künstler wider Jemanden eine Sache haben, so werden Gerichtstage gehalten, und es sind Statthalter da; lasset sie sich einander verklagen.

39 Wenn ihr aber wegen anderer Dinge ein Gesuch habt, so wird es in einer gesetzmäßigen Versammlung erledigt werden.

40 Denn wir sind auch in Gefahr wegen heute des Aufruhrs angeklagt zu werden, indem es keine Ursache gibt, weswegen wir uns über diesen Auflauf werden verantworten können. –

41 Und als er das gesagt hatte, löste er die Versammlung auf.

 

 

Kapitel 20

 

1 Nachdem aber der Tumult aufgehört hatte, rief Paulus die Jünger zu sich, und als er sie gegrüßt hatte, ging er fort, um nach Macedonien zu reisen.

2 Als er aber jene Gegenden durchzogen und sie mit vielen Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland.

3 Und nachdem er sich drei Monate aufgehalten hatte und ein Anschlag von den Juden gegen ihn gemacht wurde, als er nach Syrien fahren wollte, ward er des Sinnes durch Macedonien zurückzukehren.

4 Es begleitete ihn aber bis nach Asien Sopater von Beröa, Sohn des Pyrhus; von den Thessalonichern aber Aristarchus und Sekundus und Gajus, und Timotheus von Derbe, und Tychikus und Trophimus aus Asien.

5 Diese gingen voraus und warteten auf uns in Troas.

6 Wir aber segelten nach den Tagen der ungesäuerten Brote von Philippi ab und kamen zu ihnen nach Troas in fünf Tagen, wo wir sieben Tage verweilten.

7 Aber an dem ersten Tage der Woche, als wir versammelt waren, um Brot zu brechen, redete Paulus zu ihnen, indem er vorhatte, am folgenden Tage abzureisen; - und er verzog das Wort bis Mitternacht.

8 Es waren aber viele Fackeln in dem Obersaal, wo wir versammelt waren.

9 Ein gewisser Jüngling aber, Namens Eutychus, saß am Fenster in einen tiefen Schlaf versunken, während Paulus seine Rede in die Länge zog; und von dem Schlaf überwältigt, fiel er vom dritten Stock hinab, und ward tot aufgehoben.

10 Paulus aber ging hinab und fiel auf ihn; und ihn umfassend, sagte er: Machet keinen Lärm, denn seine Seele ist in ihm.

11 Und als er hinaufgestiegen war und das Brot gebrochen und etwas genossen hatte, und lange bis zum Anbruch des Tages gesprochen hatte, reiste er also ab.

12 Sie brachten aber den Knaben lebend und wurden nicht wenig getröstet.

13 Wir aber gingen vor auf das Schiff und fuhren gen Assos, und daselbst sollten wir Paulus aufnehmen; denn so hatte er es angeordnet, da er selbst vorhatte, zu Fuß zu gehen.

14 Als er aber mit uns in Assos zusammentraf, nahmen wir ihn auf und kamen nach Mitylene.

15 Und als wir von da abgesegelt waren, gelangten wir am folgenden Tage Chios gegenüber an; am andern Tage aber kamen wir nach Samos und blieben in Trogyllion und kamen am folgenden Tage nach Milet;

16 denn Paulus hatte beschlossen, an Ephesus vorbeizufahren, damit es ihm nicht geschehe, daß er in Asien die Zeit versäume; denn er eilte, um am Pfingsttage (wenn es ihm möglich wäre), in Jerusalem zu sein.

17 Von Milet aber sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Versammlung dahin rufen.

18 Als sie aber zu ihm hinkamen, sprach er zu ihnen: Ihr wißt, von dem ersten Tage an, seit ich nach Asien gekommen, wie ich die ganze Zeit bei euch gewesen bin, -

19 dem Herrn dienend mit aller Demut und mit Tränen und Versuchungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfahren sind;

20 wie ich nichts vorenthalten habe, von dem was nützlich ist, das ich euch nicht verkündigt und euch gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern;

21 bezeugend beiden, Juden und Griechen, die Buße zu Gott und den Glauben an unsern Herrn Jesum Christum.

22 Und nun siehe! ich, gebunden in meinem Geiste, gehe hin nach Jerusalem, nicht wissend, was mir daselbst begegnen wird,

23 es sei denn, daß der Heilige Geist Stadt für Stadt bezeugt und sagt, daß Bande und Trübsale meiner warten.

24 Aber ich achte nichts, noch halte ich mein Leben für mich selbst teuer, auf daß ich meinen Lauf und den Dienst, welchen ich von dem Herrn Jesu empfangen habe, das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen, mit Freuden vollende.

25 Und nun siehe! Ich weiß, daß ihr Alle, unter welchen ich, das Reich Gottes predigend, umhergegangen bin, nicht mehr mein Angesicht sehen werdet.

26 Deshalb bezeuge ich euch an dem heutigen Tage, daß ich von dem Blute Aller rein bin.

27 Denn ich habe nichts vorenthalten, daß ich euch nicht den ganzen Rat Gottes verkündigt hätte.

28 So habt denn Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der (Heilige) heilige Geist als Aufseher gesetzt hat, die Versammlung Gottes zu hüten, welche Er sich erworben hat durch das Blut Seines Eigenen.

29 Denn ich weiß Dieses, daß nach meinem Abschied verderbliche Wölfe zu euch hereinkommen werden, die der Herde nicht schonen.

30 Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.

31 Deshalb wachet und gedenket, daß ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen Jeglichen von euch mit Tränen zu ermahnen.

32 Und nun befehle ich euch, Brüder, Gott und dem Wort Seiner Gnade, welches mächtig ist (vermag), aufzuerbauen und euch ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.

33 Ich habe Niemandes Silber, oder Gold, oder Kleider begehrt.

34 Ihr selbst wisset, daß meinen Bedürfnissen, und Denen, die bei mir waren, diese Hände gedient haben.

35 Ich habe euch Alles gezeigt, daß ihr, also euch bemühend, euch der Schwachen annehmen und der Worte des Herrn Jesu gedenken sollt, welcher gesagt hat: Geben ist seliger, als nehmen. –

36 Und als er dies gesagt hatte, kniete er nieder, und betete mit ihnen Allen.

37 Es ward aber viel Weinens bei Allen; und sie fielen Paulo (Paulus) um den Hals und küßten ihn viel;

38 am allermeisten betrübt über das Wort, was er gesagt hatte, sie würden sein Angesicht nicht mehr schauen. - Sie geleiteten ihn aber auf das Schiff.

 

 

Kapitel 21

 

1 Als es aber geschah, daß wir, nachdem wir von ihnen getrennt waren, dahin fuhren, kamen wir gerades Weges nach Kos; am folgenden Tage aber nach Rhodus und von da nach Patara.

2 Und als wir ein Schiff fanden, welches nach Phönicien übersetzte, stiegen wir ein und fuhren hin.

3 Als wir aber Cyperns ansichtig wurden und es links liegen ließen, segelten wir nach Syrien und legten zu Tyrus an; denn dorthin hatte das Schiff die Ladung abzuliefern.

4 Und als wir die Jünger gefunden hatten, blieben wir daselbst sieben Tage, und diese sagten dem Paulus durch den Geist, daß er nicht nach Jerusalem hinaufziehen solle.

5 Als es aber geschah, daß wir die Tage vollendet hatten, gingen wir aus und reisten weiter; und sie Alle geleiteten uns mit Weibern und Kindern bis außerhalb der Stadt; und am Ufer niederknieend, beteten wir.

6 Und als wir Abschied voneinander genommen hatten, gingen wir zu Schiffe; Jene aber kehrten nach Hause zurück.

7 Als wir aber die Fahrt von Tyrus vollbracht hatten, gelangten wir nach Ptolemais, und grüßten die Brüder und blieben einen Tag bei ihnen.

8 Am folgenden Tage aber zogen wir aus und kamen nach Cäsarea; und wir gingen in das Haus Philippi, des Evangelisten - (der einer von den Sieben war) - und blieben bei ihm.

9 Dieser aber hatte vier Töchter, Jungfrauen, welche weissagten.

10 Als wir aber mehrere Tage blieben, kam ein gewisser Prophet, Namens Agabus, aus Judäa herab.

11 Und er kam zu uns und nahm den Gürtel des Paulus und band seine Hände und Füße und sprach: Das sagt der (Heilige) heilige Geist: Den Mann, deß (des) dieser Gürtel ist, werden die Juden in Jerusalem also binden und in die Hände der Nationen überliefern. –

12 Als wir aber dieses hörten, baten ihn sowohl wir, als die daselbst Wohnenden, daß er nicht nach Jerusalem hinaufginge.

13 Paulus aber antwortete: Was machet ihr doch, daß ihr weinet und mir das Herz brechet? Denn ich bin nicht allein bereit, gebunden zu werden, sondern auch in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesu zu sterben.

14 Als er sich aber nicht überreden ließ, schwiegen wir und sagten: Der Wille des Herrn geschehe!

15 Nach diesen Tagen aber machten wir unsere Sachen bereit und gingen hinauf nach Jerusalem.

16 Es gingen aber auch etliche von den Jüngern aus Cäsarea mit uns und führten mit sich einen Cyprier, Mnason, einen alten Jünger, bei dem wir herbergen sollten.

17 Als wir aber in Jerusalem angekommen waren, nahmen uns die Brüder freudig auf.

18 Am folgenden Tage aber ging Paulus mit uns zu Jakobus, und alle Ältesten kamen dahin.

19 Und als er sie begrüßt, erzählte er ihnen, Eins nach dem Andern, was Gott unter den Nationen durch seinen Dienst getan habe.

20 Sie aber, als sie es gehört hatten, erhoben den Herrn, und sprachen zu ihm: Bruder! Du siehst, wie viel Tausend Juden es gibt, welche glauben, und Alle sind Eiferer des Gesetzes.

21 Sie sind aber über dich berichtet, daß du alle Juden, die unter den Nationen wohnen, Abfall von Mose lehrest, und sagest, sie sollen die Kinder nicht beschneiden, noch in den Gebräuchen wandeln.

22 Was ist es denn? Auf jeden Fall muß die Menge zusammenkommen; denn sie werden hören, daß du gekommen bist.

23 Tue nun Dieses, was wir dir sagen: Wir haben vier Männer, die haben ein Gelübde auf sich.

24 Diese nimm zu dir und reinige dich mit ihnen und trage die Kosten mit ihnen, daß sie das Haupt scheren lassen; und Alle werden erkennen, daß es nichts ist, wessen sie über dich berichtet sind, sondern daß du selbst auch in der Beobachtung des Gesetzes wandelst.

25 Was aber die Gläubigen von den Nationen betrifft, so haben wir geschrieben und verfügt, daß sie nichts dergleichen halten sollten, es sei denn, daß sie sich von Götzenopfer und Blut und Ersticktem und Hurerei bewahren. –

26 Da nahm Paulus die Männer zu sich; und als er sich am folgenden Tage mit ihnen gereinigt hatte, ging er in den Tempel und verkündigte die Erfüllung der Tage der Reinigung, bis daß für jeden Einzelnen von ihnen das Opfer dargebracht worden wäre.

27 Als aber beinahe die sieben Tage vollendet waren, sahen ihn die Juden aus Asien im Tempel, und brachten die ganze Volksmenge in Aufregung und legten die Hände an ihn,

28 schreiend: Männer von Israel, helfet! Dieser ist der Mensch, der wider das Volk und das Gesetz und diese Stätte Alle allenthalben lehrt; und obendrein hat er auch Griechen in den Tempel hineingebracht und hat diese heilige Stätte verunreinigt.

29 (Denn sie hatten vorher den Trophimus, den Epheser, mit ihm in der Stadt gesehen, von welchem sie meinten, daß Paulus ihn in den Tempel hineingebracht habe.) –

30 Und die ganze Stadt war bewegt, und es entstand ein Zusammenlauf des Volks; und sie griffen Paulus und schleppten ihn aus dem Tempel; und die Türen wurden alsbald geschlossen.

31 Als sie ihn aber zu töten suchten, kam an den Obersten über Tausend, der über die Schar war, die Nachricht, ganz Jerusalem sei in Unordnung.

32 Der nahm auf der Stelle Kriegsknechte und Hauptleute mit, und lief zu ihnen hinab. Als sie aber den Obersten über Tausend und die Kriegsknechte sahen, hörten sie auf, den Paulus zu schlagen.

33 Da nahte der Oberste über Tausend, griff ihn, und befahl, ihn mit zwei Ketten zu binden, und erkundigte sich, wer er denn sei und was er getan habe.

34 Aber unter der Volksmenge riefen die Einen Dies, die Andern Das. Doch als er nichts Gewisses wegen des Tumults erfahren konnte, befahl er, ihn in das Lager zu führen.

35 Als er aber an die Stufen kam, ereignete es sich, daß er von den Kriegsknechten wegen der Gewalt des Volkes getragen wurde.

36 Denn es folgte die Menge des Volks nach, schreiend: Weg mit ihm! –

37 Und als Paulus eben in das Lager hinein gebracht werden sollte, spricht er zu dem Obersten über Tausend: Ist es mir erlaubt, dir etwas zu sagen? - Er aber sprach: Verstehst du griechisch?

38 Bist du nicht der Ägypter, der vor diesen Tagen eine Empörung gemacht und die Viertausend Mann Meuchelmörder in die Wüste hinausgeführt hat? –

39 Paulus aber sprach: Ich bin ein jüdischer Mann aus Tarsus in Cilicien, Bürger einer nicht unberühmten Stadt; ich bitte dich aber, erlaube mir, zu dem Volke zu reden. –

40 Als er es aber erlaubt hatte, stand Paulus auf den Stufen und winkte dem Volke mit der Hand; als aber eine große Stille stattfand, redete er in hebräischer Mundart, sagend:

 

 

Kapitel 22

 

1 Männer, Brüder und Väter, höret jetzt meine Verantwortung an euch! –

2 Als sie aber hörten, daß er sie in der hebräischen Mundart anredete, beobachteten sie desto mehr Stille. Und er spricht:

3 Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsus in Cilicien; aber auferzogen in dieser Stadt zu den Füßen Gamaliels, auf´s genaueste unterwiesen im väterlichen Gesetz, war ich, wie ihr Alle heutiges Tages seid, ein Eiferer um Gott;

4 der ich diesen Weg bis zum Tode verfolgt habe, indem ich beide, Männer und Weiber, band, und in die Gefängnisse überlieferte,

5 wie auch der Hohepriester mir Zeugnis gibt und alle die Ältesten, von welchen ich auch Briefe an die Brüder nahm und nach Damaskus reiste, um auch Diejenigen, die dort wohnten, gebunden nach Jerusalem zu führen, auf daß sie gestraft würden.

6 Es begegnete mir aber, als ich reiste und Damaskus nahte, daß um Mittag plötzlich ein großes Licht aus dem Himmel mich umstrahlte.

7 Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, zu mir sagend: Saul! Saul! was verfolgst du Mich? –

8 Ich aber antwortete: Wer bist Du, Herr? - Und Er sprach zu mir: Ich bin Jesus, der Nazaräer, den du verfolgst. –

9 Die aber mit mir waren, sahen wohl das Licht und wurden voll Furcht; die Stimme aber Des, der mit mir redete, hörten sie nicht.

10 Ich sagte aber: Was soll ich tun, Herr? - Der Herr aber sprach zu mir: Steh´ auf und gehe nach Damaskus; und dort wird über Alles zu dir geredet werden, was dir zu tun verordnet ist.

11 Als ich aber vor der Herrlichkeit des Lichts nicht sehen konnte, wurde ich an der Hand Derer geleitet, die bei mir waren, und kam nach Damaskus. –

12 Ein gewisser Ananias aber, ein frommer Mann nach dem Gesetz, ein gutes Zeugnis von allen daselbst wohnenden Juden habend,

13 kam zu mir; und bei mir stehend, sprach er zu mir: Saul, Bruder, sei sehend! - Und ich blickte ihn zur selbigen Stunde an.

14 Er aber sprach: Der Gott unserer Väter hat dich zuvor verordnet, Seinen Willen zu erkennen, und den Gerechten zu sehen und eine Stimme aus Seinem Munde zu hören.

15 Denn du wirst Ihm an alle Menschen ein Zeuge dessen sein, was du gesehen und gehöret hast.

16 Und nun, was zögerst du? Stehe auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, Seinen Namen anrufend. –

17 Es begegnete mir aber, als ich nach Jerusalem zurückkehrte und in dem Tempel betete, daß ich in Entzückung war,

18 und Ihn sah, zu mir sagend: Eile! und gehe eilend aus Jerusalem; denn sie werden dein Zeugnis von Mir nicht annehmen. –

19 Und ich sprach: Herr! Sie selbst wissen, daß ich die an Dich Glaubenden in´s Gefängnis warf und in den Synagogen schlug;

20 und als das Blut Stephani, Deines Zeugen vergossen ward, da stand auch ich dabei und willigte ein und verwahrte die Kleider Derer, die ihn töteten. –

21 Und er sprach zu mir: Gehe hin; denn Ich werde dich fern zu den Nationen aussenden.

22 Sie hörten ihm aber bis zu diesem Worte zu und erhoben ihre Stimme und sagten: Weg von der Erde mit einem Solchen, denn es geziemt sich nicht, daß er lebe! –

23 Als sie aber schrieen und die Kleider wegschleuderten und Staub in die Luft warfen,

24 befahl der Oberste über Tausend, daß er in das Lager gebracht würde und sagte, man solle ihn mit Geißelhieben ausforschen; damit er erführe, um welcher Ursache willen sie also über ihn schrieen.

25 Als sie ihn aber mit den Riemen ausspannten, sprach Paulus zu dem dabeistehenden Hauptmann: Ist es euch erlaubt, einen Menschen, der Römer ist, und zwar unverurteilt, zu geißeln? –

26 Als es aber der Hauptmann hörte, ging er hin und meldete es dem Obersten über Tausend, sagend: Was hast du vor zu tun? denn dieser Mensch ist ein Römer. –

27 Der Oberste über Tausend aber trat hinzu und sprach zu ihm: Sage mir, bist du ein Römer? - Er aber sagte: Ja. –

28 Und der Oberste über Tausend antwortete: Ich habe für eine große Summe dieses Bürgerrecht erworben. - Paulus aber sagte: Ich aber bin sogar also geboren. –

29 Da standen alsbald Die, welche ihn ausforschen sollten, von ihm ab; auch der Oberste über Tausend fürchtete sich, als er erkannte, daß er ein Römer sei, und weil er ihn gebunden hatte.

30 Am folgenden Tage aber, da er mit Sicherheit wissen wollte, weshalb er von den Juden angeklagt sei, machte er ihn los und befahl, daß die Hohenpriester und ihr ganzes Synedrium zusammenkommen sollten; - und er führte Paulus hinab und stellte ihn vor sie.

 

 

Kapitel 23

 

1 Paulus aber richtete die Augen fest auf das Synedrium, und sprach: Männer, Brüder! Ich habe bis auf diesen Tag mit allem guten Gewissen vor Gott gewandelt. –

2 Der Hohepriester Ananias aber befahl Denen, die bei ihm standen, ihn auf den Mund zu schlagen.

3 Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, getünchte Wand! Und sitzest du da, mich nach dem Gesetz richtend, und, wider das Gesetz handelnd, befiehlst du mich zu schlagen? –

4 Die Dabeistehenden aber sprachen: Schmähest du den Hohenpriester Gottes? –

5 Und Paulus sprach: Ich wußte es nicht, Brüder, daß es der Hohepriester ist; denn es steht geschrieben: "Den Obersten deines Volks sollst du nicht lästern." –

6 Da aber Paulus wußte, daß der eine Teil von den Sadducäern, der andere aber von den Pharisäern war, schrie er in dem Synedrium: Männer, Brüder! (ich) Ich bin ein Pharisäer, eines Pharisäers Sohn; über der Hoffnung und der Auferstehung der Toten werde ich vor Gericht gezogen. –

7 Als er aber Dieses gesagt hatte, entstand ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadducäern, und die Menge geriet in Zwiespalt.

8 Denn die Sadducäer sagen, es gebe keine Auferstehung, noch Engel, noch Geist; die Pharisäer aber bekennen beides.

9 Es entstand aber großes Geschrei und die Schriftgelehrten von der Partei der Pharisäer standen auf und stritten, sagend: Wir finden an diesem Menschen nichts Böses; wenn aber ein Geist oder ein Engel zu ihm geredet hat....

10 Als aber der Streit groß ward, fürchtete der Oberste über Tausend, Paulus möchte von ihnen zerrissen werden, und befahl, daß das Kriegsvolk hinabgehe, ihn aus ihrer Mitte wegreiße und in das Lager führe.

11 In der darauf folgenden Nacht aber stand der Herr bei ihm und sprach: Sei wohlgemut! Denn wie du von Mir in Jerusalem gezeugt hast, so mußt du auch in Rom zeugen. –

12 Als es aber Tag geworden war, rotteten sich die Juden zusammen und verfluchten sich, sagend, daß sie weder essen noch trinken würden, bis sie den Paulus töteten.

13 Es waren aber mehr als Vierzig, die diese Verschwörung gemacht hatten;

14 welche, zu den Hohenpriestern und den Ältesten kommend, sagten: Mit einem Fluch haben wir uns verflucht, nichts zu kosten, bis wir den Paulus töten.

15 Zeiget ihr denn nun mit dem Synedrium dem Obersten über Tausend an, daß er ihn morgen zu euch herabführe, als wolltet ihr seine Sache genauer erkennen; wir aber sind, ehe er nahe kommt, bereit, ihn zu töten. –

16 Als aber der Sohn der Schwester des Paulus von der Nachstellung gehört hatte, kam er hin, und ging in das Lager und berichtete es dem Paulus.

17 Paulus aber rief einen von den Hauptleuten zu sich und sagte: Führe diesen Jüngling zu dem Obersten über Tausend; denn er hat ihm etwas zu melden.

18 Der nun nahm ihn zu sich, und führte ihn zu dem Obersten über Tausend und sagt: Der gefangene Paulus rief mich zu sich und bat mich, diesen Jüngling, der dir etwas zu sagen habe, zu dir zu bringen. –

19 Der Oberste über Tausend aber nahm ihn bei der Hand und zog sich mit ihm besonders zurück und fragte: Was ist es, das du mir zu melden hast? –

20 Er aber sagte: Die Juden sind übereingekommen, dich zu bitten, daß du morgen den Paulus vor das Synedrium hinunter bringest, als ob sie Etwas über ihn genauer erforschen wollten.

21 Du nun gehorche ihnen nicht; denn mehr als vierzig Männer von ihnen stellen ihm nach, die sich verflucht haben, weder zu essen noch zu trinken, bis sie ihn getötet haben; und jetzt sind sie bereit und erwarten die Zusage von dir. –

22 Der Oberste über Tausend nun entließ den Jüngling, ihm befehlend: Sage zu Niemandem, daß du mir Dieses angezeigt hast. –

23 Und als er zwei von den Hauptleuten herzugerufen hatte, sagte er: Machet zweihundert Kriegsleute fertig, daß sie bis Cäsarea ziehen, und siebenzig Reiter und zweihundert Lanzenträger, von der dritten Stunde der Nacht an. –

24 Und die Tiere solle man fertig halten, auf daß sie den Paulus aufsetzten und in Sicherheit zu Felix, dem Landpfleger, brächten.

25 Und er schrieb einen Brief folgenden Inhalts:

26 "Claudius Lysias, dem vortrefflichsten Landpfleger Felix: Gruß!

27 Diesen Mann, der von den Juden gegriffen war und von ihnen getötet werden sollte, habe ich, mit dem Kriegsvolk einschreitend, entrissen, da ich erfuhr, daß er ein Römer sei.

28 Da ich aber die Ursache wissen wollte, weshalb sie ihn anklagten, führte ich ihn vor ihr Synedrium.

29 Da fand ich, daß sie ihn wegen Fragen ihres Gesetzes anklagten; daß aber keine Anklage vorlag, die des Todes oder der Banden wert war.

30 Da mir aber ein Anschlag hinterbracht wurde, den die Juden wider den Mann vorhatten, habe ich auf der Stelle zu Dir gesandt und auch den Verklägern befohlen, Das, was sie wider ihn hätten, bei dir vorzubringen. Lebe wohl!"

31 Die Kriegsknechte nun nahmen, wie ihnen befohlen war, den Paulus, und führten ihn während der Nacht bis Antipatris.

32 Am folgenden Tage aber ließen sie die Reiter mit ihm fortziehen, und kehrten nach dem Lager zurück:

33 Und diese gingen in Cäsarea hinein und übergaben den Brief dem Landpfleger, und stellten ihm auch den Paulus dar.

34 Als er ihn aber gelesen, und gefragt hatte, aus welcher Provinz er sei, und erfahren, daß er aus Cilicien sei,

35 sagte er: Ich werde dich anhören, wenn deine Verkläger auch zugegen sind. - Und er befahl, daß er in dem Prätorium des Herodes verwahrt werde.

 

 

Kapitel 24

 

1 Nach fünf Tagen aber zog der Hohepriester Ananias hinab mit den Ältesten und einem gewissen Redner Tertullus, welche bei dem Landpfleger wider Paulus erschienen.

2 Als er aber gerufen war, begann Tertullus die Anklage, sagend:

3 Daß wir großen Frieden durch dich genießen, und für dieses Volk erfolgreiche Maßregeln durch deine Fürsorge getroffen sind, das nehmen wir allewege und allenthalben, vortrefflichster Felix, mit aller Danksagung an.

4 Damit ich dich aber nicht länger aufhalte, so bitte ich dich, du wollest uns kürzlich nach deiner Billigkeit anhören.

5 Denn wir haben diesen Mann als eine Pest und als Einen befunden, der unter allen Juden, die auf dem Erdkreis wohnen, Aufruhr erregt, und als einen Hauptanführer der Sekte der Nazaräer,

6 der auch den Tempel zu entheiligen versucht hat, welchen wir auch gegriffen haben, und ihn nach unserm Gesetz richten wollten.

7 Lysias aber, der Oberste über Tausend, kam dazwischen, und führte ihn mit großer Gewalt aus unsern Händen weg,

8 und befahl seinen Anklägern, zu dir zu kommen, von welchem du, wenn du selbst untersucht hast, über alles Dieses, weshalb wir ihn verklagen, Gewißheit erhalten kannst. –

9 Und auch die Juden stimmten in die Klage mit ein und sagten, daß Dieses also wäre.

10 Paulus aber, nachdem ihm der Landpfleger zu reden gewinkt hatte, antwortete: Indem ich weiß, daß du seit vielen Jahren Richter über dieses Volk bist, so antworte ich auf das mich Betreffende um so getroster.

11 Denn du kannst erkennen, daß es nicht mehr als zwölf Tage sind, seitdem ich nach Jerusalem hinaufging, anzubeten.

12 Und sie haben mich weder in dem Tempel zu Jemandem redend, noch einen Auflauf der Volksmenge machend, gefunden, weder in den Synagogen, noch in der Stadt;

13 auch können sie Das nicht dartun, worüber sie mich jetzt anklagen.

14 Aber Dies bekenne ich dir, daß ich nach dem Wege, den sie Sekte nennen, also dem Gott meiner Väter diene, Allem glaubend, was nach dem Gesetz ist, und was in den Propheten geschrieben steht;

15 indem ich die Hoffnung zu Gott habe, welche auch selbst Diese annehmen, daß eine Auferstehung der Toten, sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten, sein wird.

16 In Diesem aber übe ich mich, allezeit ein Gewissen ohne Anstoß vor Gott und den Menschen zu haben.

17 Nach vielen Jahren aber kam ich her, Almosen für mein Volk, und Opfer darzubringen.

18 Dabei fanden mich aber einige Juden von Asien, gereinigt im Tempel, weder mit Auflauf noch Tumult,

19 welche hier vor dir sein und Klage führen sollten, wenn sie etwas wider mich hätten.

20 Oder laß Diese hier selbst sagen, welche Ungerechtigkeit sie bei mir gefunden haben, als ich vor dem Synedrium stand,

21 es sei denn wegen dieses einen Ausrufs, den ich, als ich unter ihnen stand, rief: Ich werde heute wegen der Auferstehung der Toten von euch gerichtet. –

22 Felix aber, da er in Betreff "des Weges" genauere Kenntnis hatte, beschied sie auf´s Weitere, sagend: Wenn Lysias, der Oberste über Tausend, herabkommt, so will ich volle Kenntnis von eurer Sache nehmen. –

23 Und er befahl dem Hauptmann, ihn zu verwahren, und ihm Bequemlichkeit zu geben, und Niemandem von den Seinen zu wehren, ihm zu dienen, oder zu ihm zu kommen.

24 Nach etlichen Tagen aber, als Felix nebst Drusilla, seinem Weibe, die eine Jüdin war, kam, ließ er den Paulus holen, und hörte ihn über den Glauben an Christum.

25 Als er aber über Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit, und das kommende Gericht redete, geriet Felix in Furcht und antwortete: Für jetzt gehe nur hin; wenn ich aber gelegene Zeit habe, werde ich dich rufen lassen. –

26 Zugleich hoffte er auch, es würde ihm von dem Paulus Geld gegeben werden, damit er ihn los ließe; deshalb ließ er ihn auch mehrmals vorfordern, und unterhielt sich mit ihm.

27 Als aber zwei Jahre um waren, bekam Felix zum Nachfolger den Porcius Festus; und da Felix sich bei den Juden in Gunst setzen wollte, hinterließ er den Paulus gefangen.

 

 

Kapitel 25

 

1 Als nun Festus in die Provinz gekommen war, ging er nach drei Tagen von Cäsarea nach Jerusalem hinauf.

2 Und die Hohenpriester und die Vornehmsten der Juden erschienen vor ihm wider den Paulus, und baten ihn,

3 und verlangten als eine Gunst wider denselben, daß er ihn nach Jerusalem holen ließe; und bereiteten eine Nachstellung, ihn unterwegs zu töten.

4 Festus nun antwortete, daß Paulus in Cäsarea behalten werde; er selbst aber wolle in Kürze abreisen. –

5 Die denn unter euch können, - sagte er, - mögen mit hinabreisen und, wenn etwas an diesem Manne ist, ihn verklagen. –

6 Nachdem er aber unter ihnen etliche Tage, nicht mehr als acht oder zehn, verweilt hatte, ging er hinab nach Cäsarea; und am folgenden Tage setzte er sich auf den Richterstuhl und befahl, daß Paulus vorgeführt werde.

7 Als er aber angekommen war, stellten sich die Juden, die von Jerusalem herabgekommen waren, umher, und brachten viele und schwere Beschuldigungen wider Paulus vor, die sie nicht zu beweisen vermochten;

8 indem er sich verantwortete: Ich habe weder gegen das Gesetz der Juden, noch gegen den Tempel, noch gegen den Kaiser etwas gesündigt. –

9 Festus aber, der sich bei den Juden in Gunst setzen wollte, antwortete dem Paulus und sagte: Willst du nach Jerusalem hinaufgehen, und dort dieserhalb vor mir gerichtet werden? –

10 Paulus aber sprach: Ich stehe vor dem Richterstuhl des Kaisers, wo ich gerichtet werden muß; den Juden habe ich kein Unrecht getan, wie auch du sehr wohl weißt.

11 Denn wenn ich im Unrecht bin, und etwas Todeswürdiges begangen habe, so weigere ich mich nicht, zu sterben; wenn aber nichts daran ist, wessen diese mich beschuldigen, so kann mich Niemand, ihnen zu Gefallen, hingeben. Ich berufe mich auf den Kaiser. –

12 Da besprach sich Festus mit dem Rat und antwortete: Auf den Kaiser hast du dich berufen, zum Kaiser sollst du gehen.

13 Als aber etliche Tage vorübergegangen waren, kamen der König Agrippas und Bernice nach Cäsarea, den Festus zu begrüßen.

14 Als sie aber daselbst mehrere Tage zubrachten, legte Festus dem Könige die Sache des Paulus vor, sagend: Ein gewisser Mann ist von Felix gefangen zurückgelassen worden,

15 um welches willen die Hohenpriester und die Ältesten der Juden, als ich in Jerusalem war, erschienen und ein Urteil gegen ihn verlangten;

16 welchen ich antwortete, daß es bei Römern nicht Sitte sei, irgend einen Menschen Jemandem zum Verderben hinzugeben, ehe der Angeschuldigte seine Ankläger persönlich vor sich habe, und Gelegenheit bekommen, sich wegen der Anklage zu verantworten.

17 Als sie nun hierher gekommen waren, habe ich keinen Aufschub gemacht; ich setzte mich Tags darauf auf den Richterstuhl und befahl, daß der Mann vorgeführt würde;

18 wider welchen, als die Verkläger auftraten, sie keine Beschuldigung von Dem vorbrachten, was ich vermutete.

19 Sie hatten aber etliche Fragen wider ihn wegen ihres eigentümlichen Gottesdienstes und wegen eines gewissen Jesu, der gestorben war, wovon Paulus sagte, er lebe.

20 Da ich aber ohne Ausweg in Betreff der Frage hierüber war, sagte ich, ob er wohl nach Jerusalem gehen, und daselbst dieserhalb gerichtet werden wolle.

21 Als aber Paulus sich berief, zum Erkenntnis des Augustus aufbehalten zu werden, befahl ich, daß er verwahrt werden sollte, bis ich ihn zum Kaiser senden würde.

22 Agrippas aber sprach zum Festus: Ich möchte selbst auch den Menschen hören. - Er aber sagte: Morgen sollst du ihn hören. –

23 Als nun am folgenden Tage Agrippas und Bernice mit großer Pracht kamen, und als sie in den Verhörsaal eingetreten waren, mit den Obersten über Tausend und den vornehmsten Männern der Stadt, ward Paulus auf Befehl des Festus vorgeführt.

24 Und Festus spricht: König Agrippa, und ihr Männer alle, die ihr mit uns zugegen seid, ihr seht Diesen, um welchen die ganze Menge der Juden, sowohl in Jerusalem, als auch hier, mich angegangen hat, schreiend: er dürfe nicht mehr leben.

25 Ich aber, da ich erkannte, daß er nichts Todeswürdiges begangen, Dieser selbst aber sich auch auf den Augustus berufen hat, habe beschlossen, ihn zu senden;

26 von welchem ich nichts Sicheres dem Herrn zu schreiben habe. Deshalb habe ich ihn auch vor euch geführt, und besonders vor dich, König Agrippa, damit ich, wenn die Untersuchung erfolgt ist, etwas zu schreiben habe. –

27 Denn es scheint mir ungereimt, einen Gefangenen zu senden, und nicht auch die wider ihn vorliegenden Beschuldigungen anzuzeigen.

 

 

Kapitel 26

 

1 Agrippas aber sprach zu Paulus: Es ist dir erlaubt, für dich zu reden. - Da verantwortete sich Paulus, die Hand ausstreckend:

2 Ich schätze mich glücklich, König Agrippa, daß ich wegen alles Dessen, weshalb ich von den Juden angeklagt bin, mich heute vor dir verantworten soll;

3 besonders, weil du von allen Sitten und Fragen, die unter den Juden sind, Kenntnis hast; - deswegen bitte ich dich, mich langmütig anzuhören.

4 Meinen Lebenswandel nun von Jugend auf, wie er von Anfang unter meinem Volk in Jerusalem gewesen ist, kennen alle die Juden;

5 und sie kennen mich von der ersten Zeit her (wenn sie Zeugnis geben wollen), daß ich nach der schärfsten Sekte unseres Gottesdienstes gelebt habe, als Pharisäer.

6 Und nun stehe ich wegen der Hoffnung auf die Verheißung, welche von Gott zu den Vätern geschehen ist, vor Gericht;

7 zu welcher unser zwölfstämmiges Volk, unablässig Nacht und Tag Gott dienend, hinzugelangen hofft, - wegen welcher Hoffnung, König Agrippa, ich von den Juden angeklagt werde.

8 Warum wird es bei euch für etwas Unglaubliches gehalten, wenn Gott Tote erweckt?

9 Ich zwar nun meinte bei mir selbst, dem Namen Jesu, des Nazaräers, Vieles zuwider tun zu müssen,

10 was ich auch zu Jerusalem getan habe. Und viele der Heiligen habe ich in Gefängnisse eingeschlossen, indem ich von den Hohenpriestern die Gewalt empfangen hatte; und wenn sie getötet wurden, gab ich meine Stimme dafür.

11 Und in allen Synagogen sie oftmals strafend, zwang ich sie, zu lästern; und über die Maßen gegen sie rasend, verfolgte ich sie sogar bis in die ausländischen Städte,

12 mit welchem beschäftigt, ich auch mit Gewalt und Auftrag von den Hohenpriestern nach Damaskus reiste.

13 Da, mitten am Tage, sah ich auf dem Wege, o König, vom Himmel hernieder, ein Licht, den Glanz der Sonne übertreffend, welches mich und die mit mir reisten, umstrahlte.

14 Als wir aber Alle zur Erde niedergefallen waren, hörte ich eine Stimme zu mir reden und in hebräischer Mundart sagen: Saul, Saul! was verfolgst du Mich? Hart ist es dir, wider den Stachel auszuschlagen. –

15 Ich aber sprach: Wer bist Du, Herr? - Er aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst.

16 Aber richte dich auf, und stehe auf deinen Füßen; denn dazu bin Ich dir erschienen, dich zu einem Diener und Zeugen zu verordnen, sowohl Dessen, was du gesehen hast, als auch Dessen, worin Ich dir erscheinen werde,

17 dich herausnehmend aus dem Volk und den Nationen, zu welchen Ich dich jetzt sende,

18 ihre Augen aufzutun, daß sie sich von der Finsternis zum Licht, und von der Gewalt Satans zu Gott bekehren, auf daß sie Vergebung der Sünden, und ein Erbe unter den Geheiligten empfangen durch den Glauben an Mich. –

19 Und daher, König Agrippa, ward ich dem himmlischen Gesicht nicht ungehorsam,

20 sondern verkündigte Denen zu Damaskus zuerst, und zu Jerusalem, und in der ganzen Gegend von Judäa, und den Nationen, Buße zu tun, und sich zu Gott zu bekehren, und der Buße würdige Werke zu tun.

21 Dieserhalb haben mich die Juden in dem Tempel gegriffen, und versuchten, mich zu ermorden.

22 Da mir nun der Beistand von Gott zu Teil wurde, so stehe ich da bis zu diesem Tage, und bezeuge beiden, Geringen und Großen, nichts sagend außer Dem, was die Propheten und Moses gesagt haben, daß es geschehen sollte,

23 nämlich daß, wenn der Christus gelitten habe, und der Erste von der Auferstehung der Toten geworden sei, Er dem Volke und den Nationen Licht verkündigen sollte.

24 Da er aber Dieses zur Verantwortung aussprach, sagte Festus mit lauter Stimme: Paulus, du rasest! Die große Gelehrsamkeit bringt dich zur Raserei. –

25 Er aber sagte: Ich rase nicht, vortrefflichster Festus, sondern ich rede Worte der Wahrheit und Besonnenheit.

26 Denn der König hat Kenntnis von diesen Dingen, zu welchem ich auch mit Freimütigkeit rede; denn ich bin überzeugt, daß ihm nichts hiervon verborgen ist; denn Dieses ist nicht in einem Winkel geschehen.

27 Glaubst du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du glaubst. –

28 Agrippas aber sprach zum Paulus: Beinahe überredest du mich, ein Christ zu werden. –

29 Paulus aber sagte. Wollte Gott, daß beinahe und ganz, nicht allein du, sondern auch Alle, die mich heute hören, Solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande.

30 Und der König stand auf, und der Landpfleger und Bernice, und die mit ihnen saßen.

31 Und als sie sich zurückgezogen hatten, redeten sie miteinander, sagend: Dieser Mensch tut nichts, was des Todes oder der Bande würdig ist. –

32 Agrippas aber sagte zu Festus: Dieser Mensch hätte losgelassen werden können, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte.

 

 

Kapitel 27

 

1 Als es aber entschieden war, daß wir nach Italien absegeln sollten, überlieferten sie den Paulus und etliche andere Gefangene einem Hauptmann, Namens Julius, von der Schar des Augustus.

2 Als wir aber in ein Adramytisches Schiff gestiegen waren, und die Orte längs der asiatischen Küste zu befahren vorhatten, fuhren wir hin; und es war mit uns der Macedonier, Aristarchus aus Thessalonich.

3 Und am folgenden Tage liefen wir zu Sidon ein. Und Julius behandelte den Paulus sehr wohlwollend und erlaubte ihm, zu den Freunden zu gehen, um sich versorgen zu lassen.

4 Und von da fuhren wir ab und segelten unter Cypern hin, weil die Winde entgegen waren.

5 Und wir durchsegelten das Meer gegen Cilicien und Pamphylien hin und kamen nach Myra in Lycien;

6 und als der Hauptmann daselbst ein nach Italien segelndes Alexandrinisches Schiff fand, brachte er uns darauf.

7 Da wir aber in vielen Tagen langsam segelten, und kaum gen Knidus gekommen waren, so segelten wir, da uns der Wind nicht zuließ, unter Kreta gegen Salmone hin.

8 Und als wir kaum an ihr vorbei gefahren waren, kamen wir an einen Ort, Namens Schönhafen, in dessen Nähe die Stadt Lasea lag.

9 Da aber eine geraume Zeit verstrichen, und die Fahrt schon unsicher war, weil auch die Fasten schon vorüber waren, ermahnte Paulus,

10 zu ihnen sagend: Ihr Männer, ich sehe, daß die Fahrt mit Ungemach und großem Schaden, nicht bloß der Ladung und des Schiffs, sondern auch unsers Lebens, geschehen wird. –

11 Der Hauptmann aber traute dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr, als Dem, was Paulus sagte.

12 Da aber der Hafen zum Überwintern unpassend war, stimmten die Meisten dafür, von da wegzufahren, ob sie etwa nach Phönix zu gelangen und da zu überwintern vermöchten, einem Hafen von Kreta, welcher gegen Südwest und gegen Nordwest liegt.

13 Als aber ein Südwind sanft wehte, meinten sie ihren Vorsatz erreicht zu haben, lichteten die Anker und fuhren dicht an Kreta vorüber.

14 Aber nicht lange darnach erhob sich wider denselben ein Sturmwind, genannt Euroklydon.

15 Als aber das Schiff mit fortgerissen wurde, und nicht gegen den Wind widerstreben konnte, gaben wir uns preis und trieben dahin.

16 Da wir aber unter einer kleinen Insel, Namens Klauda hinliefen, vermochten wir kaum des Bootes Herr zu werden.

17 Dieses zogen sie herauf und bedienten sich der Hülse und umgürteten das Schiff; und da sie fürchteten, daß sie auf die Syrtis anstoßen möchten, ließen sie das Tauwerk nieder, und trieben also dahin.

18 Indem wir aber sehr vom Sturme litten, machten sie am folgenden Tage einen Auswurf;

19 und wir warfen am dritten Tage mit eigenen Händen das Schiffsgerät fort.

20 Da aber viele Tage lang weder Sonne noch Sterne schienen, und ein nicht geringes Unwetter auf uns lag, so war zuletzt alle Hoffnung unserer Errettung weggenommen.

21 Als man aber lange Zeit ohne Speise geblieben war, da stand Paulus in ihrer Mitte auf uns sprach: O Männer! Freilich hätte man mir gehorchen und nicht von Kreta abfahren und dieses Ungemach und den Schaden nicht ernten sollen.

22 Und nunmehr ermahne ich euch, gutes Mutes zu sein; denn kein Leben von euch wird verloren gehen, sondern allein das Schiff.

23 Denn es stand in dieser Nacht bei mir ein Engel des Gottes, des ich bin, dem ich auch diene,

24 sagend: "Fürchte dich nicht, Paulus! Du mußt vor den Kaiser gestellt werden; und siehe! Gott hat dir Alle geschenkt, die mit dir fahren." –

25 Darum seid gutes Mutes, ihr Männer! Denn ich vertraue Gott, daß es so sein wird, gleichwie mir gesagt worden ist.

26 Wir müssen aber auf eine gewissen Insel geworfen werden. –

27 Als aber die vierzehnte Nacht heran kam, und wir im Adriatischen Meer umhertrieben, meinten gegen Mitternacht die Matrosen, daß sich ihnen ein Land nahe.

28 Und als sie das Senkblei ausgeworfen hatten, fanden sie zwanzig Klafter; als sie aber ein wenig fortgefahren waren und wiederum ausgeworfen hatten, fanden sie fünfzehn Klafter.

29 Und indem sie fürchteten, daß wir auf Klippen geworfen werden möchten, warfen sie vom Hinterteil vier Anker aus und wünschten, daß es Tag würde.

30 Als aber die Matrosen aus dem Schiff zu fliehen versuchten und das Boot unter dem Vorwand, als wollten sie vom Vorderteil Ankertaue ausspannen, in das Meer hinabließen,

31 sprach Paulus zu dem Hauptmann und zu den Kriegsleuten: Wenn diese nicht im Schiff bleiben, könnt ihr nicht gerettet werden. –

32 Da hieben die Kriegsleute die Seile des Bootes ab und ließen es herabfallen.

33 Als es aber Tag werden wollte, ermahnte Paulus Alle, Speise zu nehmen, sagend: Heute ist es der vierzehnte Tag, daß ihr abgewartet habt und ohne Essen geblieben seid, und habt nichts zu euch genommen.

34 Deshalb ermahne ich euch, Speise zu nehmen; denn dies gehört zu eurer Erhaltung; denn Niemandem von euch wird ein Haar des Hauptes umkommen. –

35 Und als er das gesagt und Brot genommen hatte, dankte er Gott vor Allen; und als er es gebrochen, begann er zu essen.

36 Alle aber, gutes Muts geworden, nahmen auch selbst Speise.

37 Wir waren aber in dem Schiff, alle Seelen zusammen, zweihundertsechsundsiebenzig.

38 Als sie sich aber mit Speise gesättigt hatten, erleichterten sie das Schiff, den Weizen in das Meer werfend.

39 Als es aber Tag ward, erkannten sie das Land nicht; aber sie bemerkten einen gewissen Meerbusen, der einen Strand hatte, in welchen sie, wenn sie könnten, das Schiff einzutreiben gesonnen waren.

40 Und als sie die Anker losgemacht hatten, ließen sie sie in das Meer gehen und machten zugleich die Bande der Ruder los; und sie zogen das Schönfahrsegel nach der Windseite auf und hielten auf den Strand hin.

41 Da sie aber an eine Stelle gerieten, wo zwei Strömungen zusammenliefen, ließen sie das Schiff stranden; und das Vorderteil saß fest und blieb unbeweglich; das Hinterteil aber zerschellte von der Gewalt der Wellen.

42 Der Rat der Kriegsleute aber war, daß die Gefangenen getötet würden, damit nicht Jemand fortschwimmen und entfliehen möchte.

43 Der Hauptmann aber, der den Paulus retten wollte, hinderte sie in ihrem Vorhaben und befahl, daß Die, welche schwimmen könnten, sich zuerst herausmachen und an das Land gehen sollten,

44 und die Übrigen teils auf Brettern, teils auf Stücken vom Schiff. Und also geschah es, daß Alle an das Land gerettet wurden.

 

 

Kapitel 28

 

1 Und als sie gerettet waren, da erfuhren sie, daß die Insel Melite heiße. –

2 Die Barbaren aber erzeigten uns eine nicht gewöhnliche Freundlichkeit; denn sie zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle wegen des Regens, der über uns kam, und der Kälte wegen zu sich.

3 Als aber Paulus eine Menge Reiser zusammenraffte und an das Feuer legte, kam eine Otter durch die Hitze heraus und hängte sich an seine Hand.

4 Als aber die Barbaren das Tier an seiner Hand hangen sahen, sagten sie untereinander: Gewiß, dieser Mensch ist ein Mörder, den, obschon er aus dem Meere gerettet ist, Dike nicht leben läßt.

5 Er aber schüttelte das Tier in das Feuer ab, und erlitt nichts Schlimmes.

6 Sie aber erwarteten, er würde aufschwellen, oder plötzlich tot hinfallen. Als sie aber lange warteten und sahen, daß ihm kein Ungemach widerfuhr, änderten sie ihre Meinung und sagten, daß er ein Gott sei.

7 In der Umgebung jenes Ortes aber lag ein Landgut, welches dem Vornehmsten der Insel, Namens Publius, gehörte; der nahm uns auf, und beherbergte uns drei Tage freundlich.

8 Und es geschah, daß der Vater des Publius von Fieberanfällen und der Ruhr darniederlag. Zu dem ging Paulus ein; und als er gebetet hatte, legte er ihm die Hände auf und heilte ihn.

9 Als dies nun geschehen war, kamen auch die Übrigen auf der Insel, die Krankheiten hatten, herzu und wurden geheilt.

10 Sie ehrten uns auch mit vielen Ehren; und als wir abfuhren, luden sie uns auf, was uns nötig war.

11 Nach drei Monaten aber segelten wir in einem Alexandrinischen Schiff ab, welches auf der Insel überwintert hatte, mit dem Abzeichen der Dioskuren.

12 Und als wir in Syrakus gelandet waren, blieben wir drei Tage.

13 Von da fuhren wir herum, und kamen nach Rhegium; und nach einem Tage, da sich ein Südwind erhob, kamen wir den zweiten Tag darauf nach Puteoli.

14 Als wir daselbst Brüder fanden, wurden wir gebeten, sieben Tage bei ihnen zu bleiben; und so kamen wir nach Rom.

15 Und von da aus kamen die Brüder, als sie unsere Umstände gehört hatten, uns bis Forum Appii und Tres-Tabernä entgegen, und Paulus, sie sehend, dankte Gott, und faßte Mut.

16 Als wir aber nach Rom gekommen waren, überlieferte der Hauptmann die Gefangenen dem Oberbefehlshaber. Dem Paulus aber ward erlaubt, mit dem Kriegsknechte, der ihn bewachte, für sich zu bleiben. –

17 Es geschah aber nach drei Tagen, daß er die, welche unter den Juden die Vornehmsten waren, zusammenberief. Als sie sich aber versammelt hatten, sprach er zu ihnen: Männer, Brüder ! Ich, der ich nichts wider das Volk oder die väterlichen Gebräuche getan habe, bin gebunden aus Jerusalem in die Hände der Römer überliefert worden.

18 Und diese, als sie mich untersucht hatten, wollten mich loslassen, weil keine Ursache des Todes an mir war.

19 Als aber die Juden widersprachen, war ich gezwungen, mich auf den Kaiser zu berufen; nicht als hätte ich etwas wider mein Volk anzuklagen.

20 Aus diesem Grunde also habe ich gebeten, euch zu sehen, und mit euch zu reden; denn um der Hoffnung Israels willen bin ich mit dieser Kette gebunden. –

21 Sie aber sagten zu ihm: Wir haben über dich weder Briefe von Judäa empfangen, noch ist Jemand von den Brüdern hergekommen, und hat uns von dir etwas Böses gemeldet oder gesagt.

22 Aber wir wollen gern von dir hören, welche Gesinnung du hast; denn was diese Sekte betrifft, so ist uns bekannt, daß ihr allenthalben widersprochen wird.

23 Als sie ihm aber einen Tag bestimmt hatten, kamen Mehrere zu ihm in das Quartier, welchen er von früh Morgens bis an den Abend das Reich Gottes auslegte und bezeugte, und zu ihnen redete, um sie von der Lehre in Betreff Jesu zu überzeugen, sowohl aus dem Gesetz Mosis, als auch aus den Propheten.

24 Und Einige glaubten dem, was gesagt ward; Andere aber glaubten nicht.

25 Als sie aber unter sich uneins waren, gingen sie auseinander, als Paulus  e i n  (ein) Wort redete: Wohl fein hat der heilige (Heilige) Geist durch Jesaias, den Propheten, zu unsern Vätern geredet,

26 sagend: "Gehe hin zu diesem Volk und sprich: Mit Gehör werdet ihr hören und nicht verstehen; und sehend werdet ihr sehen und nicht wahrnehmen.

27 Denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie zugetan, daß sie nicht mit den Augen sehen und mit den Ohren hören, und nicht mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und Ich sie heile."

28 So sei es euch denn kund, daß den Nationen das Heil Gottes gesandt ist; und  s i e  (sie) werden hören. –

29 Und als er dies gesagt hatte, gingen die Juden weg, und hatten unter sich viel Wortwechsel.

30 Er blieb aber ganze zwei Jahre in seinem eigenen gemieteten Hause, und empfing Alle, die zu ihm hinkamen,

31 predigend das Reich Gottes, und lehrend von dem Herrn Jesu Christo mit aller Freimütigkeit, ungehindert.