Lukas

 

Das Evangelium Lucä.

 

Kapitel 1.

 

1 Indem es Viele unternommen haben, eine Erzählung von den Dingen, welche unter uns völlig geglaubt sind, ordentlich zu verfassen,

2 sowie es uns die überliefert haben, welche von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind;

3 schien es auch mir gut, der ich von Anfang an Allem genau gefolgt bin, es dir, vortrefflicher Theophilus, ordentlich zu schreiben,

damit du die Zuverlässigkeit der Sachen, worin du unterrichtet bist, erkennest.

5 Es war in den Tagen Herodis, des Königs von Judäa, ein gewisser Priester, Namens Zacharias, aus der Ordnung Abiä, und sein Weib aus den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth.

6 Beide aber waren gerecht vor Gott, untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn wandelnd.

7 Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und  Beide in ihren Tagen weit vorgerückt waren.

8 Es geschah aber, als er in der Reihe seiner Ordnung den priesterlichen Dienst vor Gott erfüllte, traf ihn,

9  nach der Gewohnheit des Priestertums, das Los, in den Tempel des Herrn hineinzugehen, um zu räuchern.

10 Und die ganze Menge des Volks war draußen betend zur Stunde des Räucherns.

11 Und es erschien ihm ein Engel des Herrn, zur rechten Seite des Räucheraltars stehend.

12 Und Zacharias, ihn sehend, ward bestürzt, und Furcht überfiel ihn.

13 Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Flehen ist erhört, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen "Johannes" nennen.

14 Und du wirst Freude und Wonne haben, und Viele werden sich über seine Geburt freuen.

15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; weder Wein noch starkes Getränk wird er trinken, und schon von Mutterleibe an mit dem Heiligen Geiste erfüllt werden.

16 Und Viele der Söhne Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren.

17 Und derselbe wird in dem Geist und der Kraft Eliä vor Ihm hergehen, die Herzen der Väter zu den Kindern und Ungehorsame zur Weisheit der Gerechten zu bekehren, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.
(Nach zur 1 – Verweis auf Fussnote)
18 Und Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich dies wissen? denn ich bin alt und mein Weib Elisabeth ist in ihren Tagen vorgerückt.

19 Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt, zu dir zu reden, und dir diese gute Botschaft zu verkündigen.

20 Und siehe, du wirst schweigend sein und nicht sprechen können, bis zu dem Tage, da dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, welche zu ihrer Zeit werden erfüllt werden.

21 Und das Volk wartete auf den Zacharias, und sie verwunderten sich darüber, daß er im Tempel verzog.

22 Als er aber hinauskam, konnte er nicht mit ihnen reden, und sie erkannten, daß er in dem Tempel ein Gesicht gesehen hatte. Und er winkte ihnen und blieb stumm.

23 Und es geschah, als die Tage seines Dienstes erfüllt waren, ging er weg nach seinem Hause.

24 Nach diesen Tagen aber ward Elisabeth, sein Weib schwanger, und verbarg sich fünf Monate, sagend:

25 Also hat der Herr mir in den Tagen getan, da Er mich angesehen, meine Schmach unter den Menschen wegzunehmen.

26 Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt von Galiläa, Namens Nazareth,

27 zu einer Jungfrau, verlobt einem Manne, Namens Joseph, aus dem Hause Davids; und der Name der Jungfrau war Maria.

28 Und der Engel trat zu ihr hinein, und sprach: Sei gegrüßt, Begnadigte! der Herr mit dir! Gesegnet bist du unter den Weibern!

29 Sie aber, als sie hinsah, ward über sein Wort bestürzt und überlegte, was dies für ein Gruß sei.

30 Und der Engel sagte zu ihr: Fürchte dich nicht Maria! denn du hast Gnade bei Gott gefunden;

31 und siehe! du wirst im Leibe empfangen und einen Sohn gebären, und sollst Seinen Namen "Jesus" heißen.

32 Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und der Herr Gott wird Ihm den Thron Seines Vaters David geben;

33 und Er wird über das Haus Jakobs in die Zeitalter herrschen, und Seines Reiches wird kein Ende sein. -

34 Maria aber sagte zu dem Engel: Wie wird dieses sein, da ich keinen Mann kenne?

35 Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, was geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.
(Nach was 1 Einige fügen hinzu: von dir)

36 Und siehe! Elisabeth, deine Verwandte, ist auch mit einem Sohne in ihrem Alter schwanger, und dies ist der sechste Monat bei ihr, welche die Unfruchtbare genannt war;

37 denn bei Gott wird kein Ding unmöglich sein.

38 Maria aber sprach: Siehe, die Magd des Herrn! Es geschehe mir nach deinem Worte. - Und der Engel ging von ihr.

39 Maria aber machte sich in diesen Tagen auf und ging in Eile nach dem Gebirge in eine Stadt Juda,

40 und ging hinein in das Haus Zacharias, und begrüßte die Elisabeth.

41 Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe; und Elisabeth ward mit dem Heiligen Geist erfüllt,

42 und rief aus mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Weibern! und gesegnet die Frucht deines Leibes!

43 Und woher mir dies, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt.

44 Denn siehe, wie die Stimme deines Grußes in meine Ohren drang, hüpfte vor Freuden das Kind in meinem Leibe.

45 Und glückselig die, welche geglaubt hat! Denn es wird zur Erfüllung kommen, was ihr vom Herrn geredet worden ist.

46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn;

47 und mein Geist hat frohlockt in Gott, meinem Heilande;

48 denn Er hat auf die Niedrigkeit Seiner Magd hingeblickt; denn siehe! von nun an sprechen mich alle Geschlechter glückselig.

49 Denn große Dinge hat der Allmächtige an mir getan, und Sein Name ist heilig,

50 und Seine Barmherzigkeit ist von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche Ihn fürchten.

51 Er hat mit Seinem Arm Gewalt getan; Er hat die Hochmütigen in der Gesinnung ihres Herzens zerstreut.

52 Mächtige hat Er von den Thronen gestoßen, und hat Niedrige erhöht.

53 Hungernde hat Er mit Gütern erfüllt, und Reiche hat Er leer weggeschickt.

54 Er hat Sich Israels als Seines Knechts angenommen, damit Er der Barmherzigkeit eingedenk sei
55 (wie Er zu unsern Vätern geredet hat) gegen Abraham und seinen Samen bis in Ewigkeit. -

56 Und Maria blieb ungefähr drei Monate bei ihr, und kehrte nach ihrem Hause zurück.

57 Für Elisabeth aber ward die Zeit erfüllt, daß sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn.

58 Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, daß der Herr Seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht, und sie freuten sich mit ihr.

59 Und es geschah am achten Tage, daß sie kamen, das Knäblein zu beschneiden; und sie nannten ihn nach dem Namen seines Vaters, Zacharias.

60 Und seine Mutter antwortete und sprach: Nicht also, sondern er soll Johannes heißen.

61 Und sie sprachen zu ihr: In deiner Verwandtschaft ist Keiner, der mit diesem Namen genannt ist.

62 Sie winkten aber seinem Vater, wie er wolle, daß er genannt werde.

63 Und er forderte ein Schreibtäfelchen und schrieb, sagend: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich Alle.

64 Alsbald aber ward sein Mund aufgetan und seine Zunge, und er redete und lobte Gott.

65 Und es kam Furcht über Alle, die um sie her wohnten; und auf dem ganzen Gebirge von Judäa wurde durchgehends über alle diese Dinge gesprochen.

66 Und Alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen, sagend: Was wird doch aus diesem Kinde werden? - Und die Hand des Herrn war mit ihm.

67 Und Zacharias, sein Vater, ward mit dem Heiligen Geiste erfüllt; und er weissagte, sagend:

68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels; denn Er hat besucht, - und Seinem Volke eine Erlösung geschafft;

69 und hat für uns ein Horn des Heils, in dem Hause Davids, seines Knechts, aufgerichtet;

70 (gleichwie Er durch den Mund Seiner heiligen Propheten, die von Alters her waren, geredet hat);

71 Heil von unsern Feinden und von der Hand Aller, die uns hassen;

72 um Barmherzigkeit gegen unsere Väter zu vollbringen, und Seines heiligen Bundes zu gedenken,

73 den Eid, den Er Abraham, unserm Vater geschworen, um uns zu geben,

74 daß wir ohne Furcht, gerettet aus der Hand unserer Feinde, Ihm dienen sollen,

75 in Frömmigkeit und Gerechtigkeit vor Ihm alle unsere Tage. -
(nach Tage 1 Einige lesen: alle Tage unseres Lebens)

76 Und du Knäblein wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden, denn du wirst vor dem Angesichte des Herrn vorangehen, Seine Wege zu bereiten,

77 um Seinem Volke Erkenntnis des Heils zu geben in Vergebung ihrer Sünden,

78 durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, in welcher uns der Aufgang aus der Höhe besucht hat,

79 um denen zu leuchten, welche in Finsternis und in Schatten des Todes sitzen, um unsere Füße auf den Weg des Friedens zu richten.

80 Das Knäblein aber wuchs und ward gestärkt im Geist, und war in den Wüsteneien, bis zu dem Tage seiner Offenbarung an Israel.

 

Kapitel 2.

 

1 Es geschah aber in jenen Tagen, daß eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben.

2 Die Einschreibung selbst fand erst statt, als Cyrenius Landpfleger über Syrien war.

3 Und Alle gingen hin, um eingeschrieben zu werden, ein Jeglicher in seine eigene Stadt.

4 Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und dem Geschlechte Davids war,

5 um mit Maria, seinem angetrauten Weibe, welche schwanger war, eingeschrieben zu werden.

6 Und es geschah, als sie da waren, wurden ihre Tage erfüllt, daß sie gebären sollte.

7 Und sie gebar ihren erstgebornen Sohn, und wickelte Ihn in Windeln und legte Ihn in die Krippe nieder, weil in der Herberge kein Raum für sie war.

8 Und es waren Hirten in derselbigen Gegend unter freiem Himmel, und hielten Nachtwache über ihre Herde.

9 Und siehe! ein Engel des Herrn stand bei ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht.

10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! denn siehe! ich verkündige euch große Freude, welche für das ganze Volk sein wird;

11 denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher Christus, der Herr ist.

12 Und dieses sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kindlein in Windeln gewickelt finden, in einer Krippe liegend.

13 Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, Gott lobend und sagend:

14 Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf der Erde, an den Menschen Wohlgefallen.

15 Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel fuhren, daß die Hirten unter einander sagten. Laßt uns denn hingehen bis gen Bethlehem, und diese Sache sehen, welche geschehen ist, welche der Herr uns kund getan hat.

16 Und sie kamen eilend und fanden die Maria und den Joseph, und das Kindlein in der Krippe liegend.

17 Und als sie es gesehen, machten sie überall das Wort bekannt, was zu ihnen über dieses Kindlein geredet war.

18 Und Alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was zu ihnen von den Hirten gesagt ward.

19 Maria aber bewahrte alle diese Worte, sie in ihrem Herzen erwägend.

20 Und die Hirten kehrten wieder um, Gott verherrlichend und lobend über Alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es zu ihnen geredet worden war.

21 Und als acht Tage erfüllt waren, daß man Ihn beschneiden sollte, wurde auch Sein Name "Jesus" genannt, der von dem Engel genannt war, ehe Er im Leibe empfangen worden war.

22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetzt Mosis erfüllt waren, brachten sie Ihn hinauf nach Jerusalem, um Ihn dem Herrn darzustellen,

23 (gleichwie in dem Gesetz des Herrn geschrieben steht: "Jedes Männliche, das zuerst die Mutter bricht, soll dem Herrn heilig heißen";

24 und ein Opfer zu geben, nach dem, was im Gesetz des Herrn gesagt ist: ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben.

25 Und siehe! es war ein Mensch in Jerusalem mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig, auf den Trost Israels wartend; und der Heilige Geist war auf ihm.

26 Und ihm war von dem Heiligen Geiste ein göttlicher Ausspruch geworden: er solle den Tod nicht sehen, bevor er den Christ des Herrn gesehen habe.

27 Und er kam durch den Geist in den Tempel. Und als die Eltern das Knäblein Jesu hineinbrachten, um für Ihn nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun,

28 nahm auch er Ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:

29 Nun entlässest Du, o Herr, nach Deinem Worte, Deinen Diener in Frieden;
30 denn meine Augen haben Dein Heil gesehen,

31 welches Du vor dem Angesicht aller Völker bereitet hast:

32 ein Licht zur Offenbarung der Nationen und zur Herrlichkeit Deines Volkes Israel.

33 Und Joseph und Seine Mutter verwunderten sich über das, was von Ihm geredet ward.

34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, Seiner Mutter: Siehe! Dieser liegt zum Fall und Auferstehen Vieler in Israel und als ein widersprochenes Zeichen,
(Nach ein 1 Buchstäblich: zu einem)

35 (und auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen), daß bei Vielen die Gedanken der Herzen offenbart werden.


36 Und es war eine Prophetin Hanna, Tochter Phanuels, aus dem Stamme Aser. Diese war in ihren Tagen sehr vorgerückt, und hatte mit einem Manne sieben Jahre von ihrer Jungfrauschaft an gelebt,

37 und sie war eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die nicht von dem Tempel wich, Nacht und Tag mit Fasten und Gebet dienend.

38 Und diese trat zu derselben Stunde herzu, lobte den Herrn und redete von Ihm zu Allen, die in Jerusalem auf Erlösung warteten.

39 Und als sie Alles vollendet hatten, das nach dem Gesetz des Herrn zu tun war, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück.

40 Das Knäblein aber wuchs und ward stark am Geiste, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf Ihm.
(Nach Gnade 1 Gunst)

41 Und Seine Eltern gingen jährlich nach Jerusalem auf das Fest des Passah.

42 Und als Er zwölf Jahre alt war, und sie nach der Gewohnheit des Festes nach Jerusalem hinaufgingen,

43 und sie die Tage vollendet hatten, blieb, als sie zurückkehrten, der Knabe Jesus in Jerusalem zurück; und Joseph und Seine Mutter wußten es nicht.

44 Da sie aber meinten, Er sei unter der Reisegesellschaft, kamen sie eine Tagereise weit und suchten Ihn unter den Verwandten und Bekannten auf.

45 Und als sie Ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten Ihn.

46 Und es geschah nach drei Tagen, fanden sie Ihn im Tempel, in der Mitte der Lehrer sitzend, sowohl ihnen zuhörend, als sie fragend.

47 Und alle, die Ihn hörten, erstaunten über Sein Verständnis und Seine Antworten.

48 Und als sie Ihn sahen, wurde sie bestürzt, und Seine Mutter sprach zu Ihm: Kind, warum hast Du uns also getan? Siehe! Dein Vater und ich haben Dich mit Schmerzen gesucht.
49 Und Er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr Mich gesucht habt? Wußtet ihr nicht, daß Ich in Dem, was Meines Vaters ist, sein muß?

50 Und sie verstanden das Wort nicht, was Er zu ihnen redete.

51 Und Er ging mit ihnen und kam nach Nazareth; und er war ihnen untertänig. Und Seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen.

52 Und Jesus nahm zu an Weisheit, und an Größe und Gunst bei Gott und den Menschen.

 

Kapitel 3.

 

1 Im fünfzehnten Jahre aber der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa, und Herodes, Vierfürst von Galiläa, und sein Bruder Philippus, Vierfürst von Ituräa und der Gegend Trachonitis, und Lysanias, Vierfürst von Abilene war,

2 unter dem Hohenpriester Hannas und Kajaphas, - geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohne des Zacharias, in der Wüste.
(Nach dem 1 Einige lesen: den Hohenpriestern)

3 Und er kam in die ganze Umgegend des Jordans, predigend die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden;

4 wie in dem Buche der Worte Jesaia, des Propheten, geschrieben steht, sagend: "Stimme des Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet richtig Seine Steige!

5 Jedes Tal wird angefüllt werden, und jeder Berg und Hügel wird geniedrigt werden, und das Krumme wird zum geraden Wege und die höckerichten zu ebenen Wegen werden;

6 und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen."  (Jesja 40,3-5)

7 Da sagte er zu der Volksmenge, welche hinausging, um von ihm getauft zu werden: Otternbrut! wer hat euch angezeigt, dem kommenden Zorn zu entfliehen?

8 Bringet denn der Buße würdige Früchte, und beginnt nicht bei euch selbst zu sagen: Wir haben den Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken.

9 Schon ist aber auch die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum denn, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und in das Feuer geworfen.

10 Und die Volksmenge fragte ihn, sagend: Was sollen wir denn tun?

11 Und er antwortete und sagte zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, teile Dem mit, der keinen hat; und wer Speise hat, tue desgleichen.

12 Es kamen aber auch Zöllner, um getauft zu werden, und sprachen zu ihm: Lehrer! Was sollen wir tun?
13 Und er sprach zu ihnen: Fordert nichts mehr, als was euch bestimmt ist.

14 Es fragten ihn aber auch Kriegsleute, sagend: Und wir, was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tuet Niemandem Gewalt, und klaget Niemanden ohne Ursache an, und begnügt euch mit eurem Solde. -
(Nach Kriegsleute 2 Oder: die im Kriegsdienste waren)

15 Und als das Volk in Erwartung war, und Alle in ihren Herzen über Johannes gedachten, ob er nicht vielleicht der Christus sei,

16 antwortete Johannes Allen, sagend: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber Der, welcher stärker ist als ich, dem ich nicht würdig bin, die Riemen Seiner Sandalen aufzubinden; Er wird euch mit dem Heiligen Geiste und mit Feuer taufen.

17 Und Seine Wurfschaufel ist in Seiner Hand, und Er wird Seine Tenne ganz und gar reinigen, und den Weizen auf Seinen Speicher sammeln, die Spreu aber mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.

18 Und vieles Andere nun predigte er dem Volke ermahnend.
(nach dem Volke 1 = Einige fügen hinzu: die gute Botschaft)

19 Herodes aber, der Vierfürst, weil er von ihm gestraft ward, wegen Herodias, des Weibes seines Bruders und wegen alles Bösen, welches Herodes getan hatte,
(Nach Bruders 2 Einige lesen: Philippi)

20 fügte Allem auch das hinzu, daß er den Johannes ins Gefängnis einschloß.

21 Es geschah aber, da das ganze Volk getauft wurde, und auch Jesus getauft war und betete, daß der Himmel aufgetan wurde,

22 und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt, gleichwie eine Taube, auf Ihn hernieder stieg, und eine Stimme aus dem Himmel geschah, sagend: Du bist Mein geliebter Sohn, an welchem Ich Wohlgefallen gefunden habe.

23 Und Er Selbst, Jesus, begann ungefähr dreißig Jahre alt zu werden, und war, wie man glaubte, Sohn des Joseph, Sohnes des Eli,

24 Sohnes des Mathat, Sohnes des Levi, Sohnes des Melchi, Sohnes des Janna, Sohnes des Joseph,

25 Sohnes des Mattathias, Sohnes des Amos, Sohnes des Nahum, Sohnes des Esli, Sohnes des Naggai,

26 Sohnes des Maath, Sohnes des Mattathias, Sohnes des Semei, Sohnes des Joseph, Sohnes des Juda,

27 Sohnes des Joannas, Sohnes des Resa, Sohnes des Zorobabel, Sohnes des Salathiel, Sohnes des Neri,

28 Sohnes des Melchi, Sohnes des Addi, Sohnes des Kosam, Sohnes des Elmodam, Sohnes des Er,

29 Sohnes des Jose, Sohnes des Elieser, Sohnes des Jorim, Sohnes des Matthat, Sohnes des Levi,

30 Sohnes des Simeon, Sohnes des Juda, Sohnes des Joseph, Sohnes des Jonan, Sohnes des Eljakim,

31 Sohnes des Melea, Sohnes des Mainan, Sohnes des Mattatha, Sohnes des Nathan, Sohnes des David,

32 Sohnes des Jesse, Sohnes des Obed, Sohnes des Boas, Sohnes des Salmon, Sohnes des Nahasson,

33 Sohnes des Aminadab, Sohnes des Aram, Sohnes des Esrom, Sohnes des Phares, Sohnes des Juda,

34 Sohnes des Jakob, Sohnes des Isaak, Sohnes des Abraham, Sohnes des Tharah,
Sohnes des Nachor,

35 Sohnes des Seruch, Sohnes des Ragau, Sohnes des Phalek, Sohnes des Eber, Sohnes des Salah,

36 Sohnes des Kainan, Sohnes des Arphaxad, Sohnes des Sem, Sohnes des Noah, Sohnes des Lamech,

37 Sohnes des Methusalah, Sohnes des Enoch, Sohnes des Jared, Sohnes des Malaleel, Sohnes des Kainan,

38 Sohnes des Enos, Sohnes des Seth, Sohnes des Adam, Sohnes Gottes.

 

Kapitel 4.

 

1 Jesus aber, voll des Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück, und ward vom Geiste in die Wüste geführt,

2 und ward vierzig Tage vom Teufel versucht. Und Er aß in jenen Tagen nichts, und als sie vollendet waren, hungerte Ihn hernach.

3 Und der Teufel sprach zu ihm: Wenn Du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Steine, daß er Brot werde.

4 Und Jesus antwortete ihm, sagend: Es steht geschrieben: Nicht durch Brot allein soll der Mensch leben, sondern durch jegliches Wort Gottes. (5 Mose 8,3)

5 Und der Teufel führte Ihn auf einen hohen Berg und zeigte Ihm in einem Augenblicke alle Reiche der Welt.

6 Und der Teufel sprach zu Ihm: Ich werde Dir alle diese Gewalt und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben, und wem immer ich will, gebe ich sie.

7 Wenn Du denn vor mir anbeten wirst, wird es Alles Dein sein.

8 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Gehe hinter Mich, Satanas!
Es steht geschrieben: "Du sollst den Herrn, deinen Gott anbeten und Ihm allein dienen!"

9 Und er führte Ihn nach Jerusalem und stellte Ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu Ihm: Wenn Du der Sohn Gottes bist, wirf Dich selbst von hier hinunter!

10 Denn es steht geschrieben: "Er wird Seinen Engeln befehlen über Dir, daß sie Dich bewahren,

11 und sie werden Dich auf den Händen tragen, daß Du Deinen Fuß nicht an einen Stein stößest."

12 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott nicht versuchen."

13 Und als der Teufel jede Versuchung vollendet, wich er für eine Zeit von Ihm.

14 Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück; und das Gerücht von Ihm ging durch die ganze Umgegend aus.

15 Und Er lehrte in ihren Synagogen, geehrt von Allen.

16 Und Er kam nach Nazareth, wo Er erzogen war, und ging nach Seiner Gewohnheit am Tage des Sabbaths in die Synagoge, und stand auf, um vorzulesen.

17 Und Ihm ward die Rolle des Propheten Jesaias gereicht, und indem Er die Rolle aufwickelte, fand Er die Stelle, wo geschrieben stand:

18 "Der Geist des Herrn ist auf mir, deswegen hat Er mich gesalbt, den Armen das Evangelium zu verkündigen; Er hat mich gesandt, die zerknirschten Herzens sind, zu heilen;

19 den Gefangenen die Befreiung zu verkündigen, und den Blinden das Gesicht; die Zerschlagenen in Freiheit wegzuschicken; das angenehme Jahr des Herrn zu verkündigen."

20 Und als Er die Rolle zugewickelt und dem Diener zurückgegeben, setzte Er Sich; und Aller Augen in der Synagoge waren auf Ihn gerichtet.

21 Er fing aber an zu ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt.

22 Und Alle gaben Ihm Zeugnis und verwunderten sich über die Worte der Gnade, die von Seinem Munde ausgingen, und sprachen: Ist Dieser nicht der Sohn Josephs?

23 Und Er sprach zu ihnen: Ihr werdet ohne Zweifel dieses Gleichnis zu Mir sagen: Arzt, heile Dich selbst! Alles, wovon wir gehört, daß es in Kapernaum geschehen, tue auch hier in Deinem Lande.

24 Er aber sagte: Wahrlich, Ich sage euch, daß kein Prophet in seinem Lande angenehm ist.

25 In Wahrheit aber sage Ich euch: Viele Witwen waren in den Tagen Elias´ in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen, so daß in dem ganzen Lande eine große Hungersnot ward;

26 und zu Keiner von ihnen ward Elias gesandt, als allein nach Sarepta-Sidonis, zu einem Weibe, die Witwe war.

27 Und viele Aussätzige waren zur Zeit Elisa, des Propheten in Israel, und Keiner von ihnen ward gereinigt, als allein Naeman der Syrer. -

28 Und Alle in der Synagoge wurden von Wut erfüllt, als sie dieses hörten.

29 Und sie standen auf und stießen Ihn zur Stadt hinaus, und führten Ihn bis an den Rand des Berges, an welchem ihre Stadt erbaut war, um Ihn hinabzustürzen.

30 Er aber, durch ihre Mitte hingehend, ging hinweg.

31 Und Er kam nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie am Sabbath.

32 Und sie erstaunten sehr über Seine Lehre; denn Sein Wort war mit Gewalt.

33 Und in der Synagoge war ein Mensch, der den Geist eines unreinen Teufels hatte, und er schrie auf mit großer Stimme,

34 sagend: Laß ab! was haben wir miteinander, Jesu, Nazarener! Bist Du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne Dich, wer Du bist, der Heilige Gottes.

35 Und Jesus bedrohte ihn, sagend: Verstumme, und fahre aus von ihm! Und als der Teufel ihn mitten unter sie geworfen, fuhr er von ihm aus, ohne ihn zu beschädigen.

36 Und Staunen kam über Alle, und sie redeten untereinander, sagend: Was ist dies für ein Wort, daß Er mit Gewalt und Kraft den unreinen Geistern gebietet, und sie ausfahren?

37 Und das Gerücht von Ihm ging in jeden Ort der Umgegend aus.

38 Und Er stand auf und ging aus der Synagoge, und kam in das Haus Simons. Die Schwiegermutter des Simon aber war von einem starken Fieber befallen, und sie baten Ihn für sie.

39 Und Er stand über ihr, bedrohte das Fieber, und es verließ sie; sie aber stand alsbald auf und diente ihnen.

40 Als aber die Sonne unterging, brachten Alle, welche Leidende an verschiedenen Krankheiten hatten, dieselben zu Ihm hin; Er aber legte einem Jeglichen von ihnen die Hände auf und heilte sie.

41 Und auch Teufel fuhren von Vielen aus, rufend und sagend: Du bist der Christus, der Sohn Gottes! Und Er bedrohte sie und ließ sie nicht reden, weil sie wußten, daß Er der Christus war.

42 Als es aber Tag geworden, ging Er aus und begab sich an einen wüsten Ort; und die Volksmenge suchte Ihn, und kam bis zu Ihm; und sie hielten Ihn auf, daß Er nicht von ihnen ginge.

43 Er aber sprach zu ihnen: Ich muß auch den andern Städten die gute Botschaft vom Reiche Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt.

44 Und Er predigte in den Synagogen von Galiläa.

 

Kapitel 5.

 

1 Und es geschah, als die Menge Ihn drängte, um das Wort Gottes zu hören, daß Er an dem See Genezareth stand.

2 Und Er sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren aus denselben getreten und wuschen ihre Netze ab.

3 Er aber stieg in eins der Schiffe, welches dem Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande abzufahren; und Sich niedersetzend, lehrte Er das Volk aus dem Schiffe.

4 Als Er aber zu reden aufhörte, sprach Er zu Simon: Fahre auf die Tiefe, und lasset eure Netze zu einem Fang hinab.

5 Und Simon antwortete und sprach zu Ihm: Meister, wir haben uns die ganze Nacht gemüht und nichts gefangen, aber auf Dein Wort will ich das Netz hinablassen.

6 Und als sie dieses getan hatten, umschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz riß.

7 Und sie winkten ihre Genossen in dem andern Schiffe, daß sie kämen, ihnen zu helfen; und sie kamen und füllten beide Schiffe, daß sie sanken.

8 Als aber Simon Petrus es sah, fiel er zu den Knieen Jesu hin, sagend: Gehe hinaus von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!

9 Denn Erstaunen hatte ihn erfaßt, und Alle, die bei ihm waren, über den Fang der Fische, den sie getan hatten.

10 Desgleichen aber auch den Jakobus und den Johannes, Söhne des Zebedäus, welche Genossen von Simon waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, von jetzt an wirst du Menschen fangen.

11 Und die Schiffe an das Land zurückbringend, und Alles verlassend, folgten sie Ihm nach.

12 Und es geschah, als Er in einer der Städte war, siehe! da war ein Mann voll Aussatzes; und als er Jesum sah, fiel er auf sein Angesicht und bat Ihn, sagend: Herr, wenn Du willst, so kannst Du mich reinigen.

13 Und Er streckte die Hand aus, rührte ihn an, sagend: Ich will; sei gereinigt! Und alsbald wich der Aussatz von ihm.

14 Und Er befahl ihm, es Niemandem zu sagen, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester, und opfere für deine Reinigung, wie Moses geboten hat, ihnen zu einem Zeugnis.

15 Aber die Rede über Ihn ging um so mehr aus; und eine große Volksmenge versammelte sich, Ihn zu hören und durch Ihn von ihren Krankheiten geheilt zu werden.

16 Er aber hielt Sich in den Wüsteneien zurück und betete.
17 Und es geschah an einem der Tage, daß Er lehrte; und es saßen daselbst Pharisäer und Gesetzlehrer, welche aus jedem Dorfe in Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war da, um sie zu heilen.

18 Und siehe! Männer brachten auf einem Bette einen Menschen, der gichtbrüchig war, und sie suchten ihn hineinzubringen und vor Ihn zu legen.

19 Und nicht findend, wie sie ihn durch die Menge hineinbrächten, stiegen sie auf das Haus und ließen ihn mit dem Bettlein durch die Dachziegel in die Mitte vor Jesu hernieder.

20 Und als Er ihren Glauben sah, sprach Er zu ihm: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben!

21 Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu überlegen, sagend: Wer ist dieser, der Lästerungen redet? Wer kann die Sünden vergeben, als nur Gott allein?

22 Jesus aber, ihre Gedanken kennend, antwortete und sprach zu ihnen: Warum überleget ihr in euren Herzen?

23 Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Stehe auf und wandele?

24 Damit ihr aber wisset, daß der Sohn des Menschen Gewalt hat auf der Erde Sünden zu vergeben, (sprach Er zu dem Gichtbrüchigen): Ich sage dir, stehe auf, und nimm dein Bettlein und gehe nach deinem Hause!

25 Und sogleich stand er vor ihnen auf, hob auf, worauf er gelegen, und ging, Gott verherrlichend, weg nach seinem Hause.

26 Und Staunen ergriff sie Alle, und sie verherrlichten Gott, und wurden mit Furcht erfüllt, sagend: Wir haben heute Außerordentliches gesehen!

27 Und nach diesem ging Er weg, und Er sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zollhause sitzen, und sagte zu ihm: Folge Mir nach!

28 Und Alles verlassend, stand er auf und folgte Ihm nach.

29 Und Levi machte Ihm ein großes Mahl in seinem Hause; und da war eine große Menge Zöllner und Anderer, die mit ihnen zu Tische lagen.

30 Und die Schriftgelehrten und Pharisäer murrten gegen Seine Jünger, sagend: Warum esset und trinket ihr mit den Zöllnern und Sündern?

31 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.

32 Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.

33 Sie aber sprachen zu Ihm: Warum fasten die Jünger Johannis oft und beten, desgleichen auch die der Pharisäer; die Deinigen aber essen und trinken?

34 Er aber sprach zu ihnen: Könnt ihr die Söhne des Brautgemachs zum Fasten treiben, während der Bräutigam bei ihnen ist?

35 Es werden aber Tage kommen, wann auch der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird, dann, in jenen Tagen werden sie fasten.

36 Er sprach aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand flickt einen Flicklappen von einem neuen Kleide auf ein altes Kleid; sonst macht sowohl das neue einen Riß, als auch der Flicklappen von dem neuen für das alte nicht paßt.

37 Und Niemand faßt jungen Wein in alte Schläuche; sonst wird der junge Wein die Schläuche zerreißen, und er selbst wird verschüttet werden und die Schläuche werden verderben.

38 Sondern jungen Wein muß man in neue Schläuche fassen, und Beide werden zusammen erhalten.

39 Und Niemand, wenn er alten getrunken hat, will alsbald jungen; denn er spricht: der alte ist besser.

 

Kapitel 6.

 

1 Und es geschah am zweit-ersten Sabbath, daß Er durch die Saaten hindurch ging; und Seine Jünger pflückten die Ähren ab und aßen sie, mit den Händen sie zerreibend.

2 Einige aber der Pharisäer sprachen zu ihnen: Warum tut ihr, was auf den Sabbath zu tun nicht erlaubt ist?

3 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr auch dieses nicht gelesen, was David tat, als ihn und die, welche mit ihm waren, hungerte?

4 Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß, und auch denen gab, die mit ihm waren? welche zu essen doch nicht erlaubt ist, als nur den Priestern.

5 Und Er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch des Sabbaths.

6 Und es geschah auch an einem andern Sabbath, daß Er in die Synagoge ging und lehrte. Und es war daselbst ein Mesnch, dessen rechte Hand verdorrt war.

7 Die Schriftgelehrten und Pharisäer aber lauerten auf Ihn, ob Er an dem Sabbath heilen würde, damit sie eine Beschuldigung wider Ihn fänden.

8 Er aber wußte ihre Gedanken, und sprach zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Stehe auf, und stelle dich in die Mitte. Er aber stand auf und stellte sich hin.

9 Jesus sprach nun zu ihnen: Ich will euch fragen: Was ist an den Sabbathen erlaubt? Gutes zu tun oder Böses zu tun? das Leben zu retten oder zu verderben?

10 Und Er sah sie Alle umher an und sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus! Und er tat also; und seine Hand ward wieder hergestellt, wie die andere.

11 Sie aber wurden vor Wut ganz unsinnig, und besprachen sich unter einander, was sie mit Jesu tun sollten.

12 Und es geschah in diesen Tagen, daß Er auf den Berg hinausging, um zu beten; und Er verharrte die Nacht im Gebet zu Gott.

13 Und als es Tag ward, rief Er Seine Jünger zu Sich, und Er erwählte aus ihnen Zwölfe, die Er auch Apostel nannte:

14 Simon, den Er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder; Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,

15 Matthäus und Thomas, Jakobus, Sohn des Alphäus und Simon, genannt Zelotes,

16 Judas, den Bruder Jakobi und Judas, den Iskariot, welcher auch der Verräter ward.

17 Und als Er mit ihnen hinabgegangen war, trat Er auf einen ebenen Platz, und die Menge Seiner Jünger und eine große Menge des Volkes von ganz Judäa und Jerusalem und von der Seeküste von Tyrus und Sidon, welche kamen, Ihn zu hören, und von ihren Krankheiten geheilt zu werden,

18 und die von unreinen Geistern geplagt wurden; und sie wurden geheilt.

19 Und die ganze Volksmenge suchte Ihn anzurühren; denn es ging Kraft von Ihm aus und heilte Alle.

20 Und Er hob Seine Augen auf zu Seinen Jüngern und sprach: Glückselig ihr Armen, denn euer ist das Reich Gottes!

21 Glückselig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden! Glückselig, die ihr jetzt weinet, denn ihr werdet lachen!

22 Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen werden, und wenn sie euch absondern und schmähen, und euren Namen als böse verwerfen werden, um des Sohnes des Menschen willen!

23 Freuet euch an demselben Tage, und hüpfet; denn siehe! euer Lohn ist groß im Himmel; denn desgleichen taten ihre Väter den Propheten.

24 Aber wehe euch Reichen; denn ihr habt euren Trost dahin!

25 Wehe euch, die ihr voll seid; denn ihr werdet hungern! Wehe euch, die ihr jetzt lachet; denn ihr werdet trauern und weinen!

26 Wehe euch, wenn alle Menschen gut von euch reden! denn dergleichen taten ihre Väter den falschen Propheten.

27 Aber euch sage Ich, die ihr höret: Liebet eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen;

28 segnet, die euch fluchen; betet für die, welche euch beleidigen.

29 Dem, der dich auf den Backen schlägt, biete auch den andern; und dem, der dir den Mantel nimmt, dem wehre auch den Rock nicht.

30 Jedem, der dich bittet, gib; und von dem, der dir das Deinige nimmt, fordere es nicht zurück.

31 Und wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun, tut auch ihr ihnen desgleichen.

32 Und wenn ihr die liebt, welche euch lieben, was für Dank ist es euch? denn auch die Sünder lieben die, welche sie lieben.

33 Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für Dank ist es euch? denn auch die Sünder tun dasselbe.

34 Und wenn ihr denen leihet, wovon ihr wieder zu empfangen hofft, was für Dank ist es euch? denn auch die Sünder leihen Sündern, um das Gleiche wieder zu empfangen.

35 Doch liebet eure Feinde, und tut Gutes und leihet, nichts wieder hoffend, und es wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn Er ist gütig über die Undankbaren und Bösen.

36 Seid also barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist;

37 und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet werden; verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden; lasset los, und ihr werdet losgelassen werden;

38 gebet, und es wird euch gegeben werden; ein gutes, gedrücktes, gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit demselben Maß, damit ihr messet, wird euch wieder gemessen werden.

39 Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen: Kann ein Blinder einen Blinden leiten? Werden sie nicht beide in die Grube fallen?

40 Ein Schüler ist nicht über seinen Lehrer; Jeder aber, der vollkommen ist, wird wie sein Lehrer sein.

41 Warum siehst du aber den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist, den Balken aber, der in deinem eigenen Auge ist, bemerkst du nicht?

42  Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen. Bruder! laß mich den Splitter, der in deinem Auge ist, auswerfen, und selbst siehst du den Balken in deinem Auge nicht? Heuchler! wirf zuerst den Balken aus deinem Auge, dann wirst du gut sehen, um den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist, herauszuwerfen.

43 Denn es ist kein guter Baum, der faule Frucht, noch ein fauler Baum, der gute Frucht bringt;

44 denn ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt; denn von Dornen liest man nicht Feigen, noch liest man Trauben von einem Brombeerstrauch.

45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn aus der Fülle des Herzens spricht sein Mund.

46 Warum nennt ihr Mich aber: Herr, Herr! und tut nicht, was Ich sage?

47 Jeder, der zu Mir kommt, und Meine Worte hört und sie tut, - Ich werde euch zeigen, wem er gleich ist.
48 Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute, welcher grub und vertiefte, und das Fundament auf den Felsen legte. Als aber eine Wasserflut kam, schlug der Strom gegen jenes Haus und konnte es nicht erschüttern, denn es war auf den Felsen gegründet.

49 Der aber gehört und nicht getan hat, der ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf die Erde ohne Fundament baute; gegen welches der Strom anschlug, und alsbald fiel es, und der Riß jenes Hauses war groß.

 

Kapitel 7.

 

1 Nachdem Er aber alle Seine Worte vor den Ohren des Volks vollendet hatte, ging Er in Kapernaum hinein.

2 Und der Knecht eines gewissen Hauptmanns, der ihm wert war, war krank und lag im Sterben.

3 Und als er von Jesu hörte, sandte er Älteste der Juden zu Ihm, Ihn bittend, daß Er käme, und seinen Knecht gesund mache.

4 Da sie aber zu Jesu kamen, baten sie Ihn dringend, sagend: Er ist würdig, daß Du ihm dies gewährst;

5 denn er hat unser Volk lieb, und die Synagoge hat er uns erbaut.

6 Und Jesus ging mit ihnen hin. Als Er aber nicht ferne von dem Hause war, sandte der Hauptmann schon Freunde zu Ihm, zu Ihm sagend: Herr, bemühe Dich nicht; denn ich bin nicht würdig, daß Du unter mein Dach kommst!

7 Deshalb habe ich mich selbst auch nicht würdig geachtet, zu Dir zu kommen; aber sprich ein Wort, und mein Knecht wird genesen.

8 Denn auch ich bin ein Mensch, unter Gewalt gestellt, und habe Kriegsleute unter mir; und sage zu diesem. Gehe! - und er geht; und zu einem Andern: Komm! und er kommt; und zu meinem Knecht: Tue das! und er tut´s.

9 Als aber Jesus dieses hörte, staunte Er über ihn, und Er wandte sich zu der Volksmenge, die Ihm folgte, und sprach: Ich sage euch, selbst in Israel habe Ich solchen Glauben nicht gefunden;

10 und die, welche gesandt waren, kehrten in das Haus zurück, und fanden den kranken Knecht gesund.

11 Und es geschah am folgenden Tage, daß Er in eine Stadt, genannt Nain, ging, und viele Seiner Jünger und eine große Volksmenge gingen mit Ihm.

12 Als Er aber nahe an das Tor der Stadt kam, siehe! da ward ein Gestorbener herausgetragen, der eingeborne Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und eine zahlreiche Volksmenge aus der Stadt war bei ihr.

13 Und der Herr, sie sehend, ward innerlich bewegt über sie und sprach zu ihr: Weine nicht!

14 Und Er trat hinzu und rührte die Bahre an, (die Träger aber standen still), und sprach: Jüngling, Ich sage dir, stehe auf!

15 Und der Tote setzte sich auf und fing an zu reden; und Er gab ihn seiner Mutter.

16 Alle aber ergriff Furcht, und sie verherrlichten Gott, sagend: Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden, und Gott hat Sein Volk besucht!

17 Und diese Rede über Ihn ging aus in ganz Judäa und in der ganzen Umgegend.

18 Und dem Johannes verkündigten seine Jünger alle diese Dinge.

19 Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich, und schickte sie zu Jesu, sagend: Bist Du der Kommende, oder sollen wir eines Andern warten?

20 Als aber die Männer zu Ihm gekommen waren, sagten sie: Johannes der Täufer hat uns zu Dir geschickt, sagend: Bist Du der Kommende, oder sollen wir eines Andern warten?

21 In derselben Stunde aber heilte Er Viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern, und vielen Blinden gab Er das Gesicht.

22 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündigt dem Johannes das, was ihr gesehen und gehört habt, daß Blinde sehen, Lahme wandeln, Aussätzige gereinigt werden, Taube hören, Tote auferstehen, Armen das Evangelium verkündigt wird,

23 und glückselig ist Jedweder, der sich nicht an Mir ärgert.

24 Als aber die Boten des Johannes weggegangen waren, fing Er an, zu der Volksmenge über Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste, zu sehen? Ein Rohr, vom Winde hin und her bewegt?

25 Was aber seid ihr hinausgegangen, zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe! die in herrlicher Kleidung und in Üppigkeit sind, sind an den königlichen Höfen.

26 Was aber seid ihr hinausgegangen, zu sehen? Einen Propheten? Ja, sage Ich euch, auch viel mehr als ein Prophet.

27 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: "Siehe! Ich sende Meinen Boten vor Deinem Angesichte her, welcher Deinen Weg vor Dir bereiten wird";  (Mal. 3,1)

28 denn Ich sage euch: Unter denen, die von Weibern geboren sind, ist kein größerer Prophet, als Johannes der Täufer; aber der Kleinste im Reiche Gottes ist größer als er.

29 (Und das ganze Volk, welches zuhörte, und die Zöllner rechtfertigten Gott, indem sie mit der Taufe Johannis getauft worden waren.

30 Die Pharisäer aber und die Gesetzgelehrten machten den Ratschluß Gottes gegen sich selbst wirkungslos, indem sie nicht von ihm getauft worden waren.)

31 Wem soll Ich denn die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? und wem sind sie gleich?

32 Sie sind Kindlein gleich, die auf dem Markte sitzen und einander zurufen und sagen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.

33 Denn Johannes der Täufer ist gekommen, weder Brot essend noch Wein trinkend, und ihr sagt: Er hat einen Teufel.

34 Der Sohn des Menschen ist gekommen, essend und trinkend, und ihr sagt: Siehe! ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder;

35 und die Weisheit ist gerechtfertigt von allen ihren Kindern.

36 Es bat Ihn aber einer der Pharisäer, daß Er mit ihm äße; und Er ging in das Haus des Pharisäers, und legte Sich zu Tische;

37 und siehe! ein Weib in der Stadt, welche eine Sünderin war, wissend, daß Er in dem Hause des Pharisäers zu Tische liege, brachte eine Alabasterflasche mit Salbe;

38 und hinten zu Seinen Füßen stehend und weinend, fing sie an, Seine Füße mit Tränen zu benetzen; und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, und küßte Seine Füße viel, und salbte sie mit der Salbe.

39 Als aber der Pharisäer, der Ihn eingeladen hatte, es sah, sprach er bei sich selbst, sagend: Dieser, wenn Er ein Prophet wäre, hätte gewußt, wer und welcherlei Art das Weib ist, welche Ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. -

40 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, Ich habe dir etwas zu sagen. - Er aber spricht: Lehrer, sage an. -

41 Ein gewisser Gläubiger hatte zwei Schuldner; der eine war fünfhundert Denare schuldig, der andere aber fünfzig.

42 Da sie aber nicht zu bezahlen hatten, schenkte er es beiden. Wer nun von ihnen, sage, wird ihn am Meisten lieben? -

43 Simon antwortete aber und sprach: Ich denke, der, dem er das Meiste geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt.

44 Und Er wandte Sich zu dem Weibe, und sprach zu Simon: Siehst du dieses Weib? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast Mir nicht Wasser auf Meine Füße gegeben; sie aber hat mit Tränen Meine Füße benetzt, und hat sie mit ihren Haaren getrocknet.

45 Du hast Mir keinen Kuß gegeben; diese aber, seitdem ich hereingetreten bin, hat nicht abgelassen, Meine Füße zu küssen.

46 Du hast Mein Haupt mit Öl nicht gesalbt; diese aber hat mit Salbe Meine Füße gesalbt.

47 Deshalb, sage Ich dir, ihre vielen Sünden sind vergeben; denn sie hat viel geliebt. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. -

48 Er aber sprach zu ihr: Deine Sünden sind vergeben! -

49 Und die Tischgenossen fingen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist Dieser, der auch Sünden vergibt? -

50 Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dich errettet; gehe hin in Frieden.

 

Kapitel 8.

 

1 Und es geschah darnach, daß Er die einzelnen Städte und Dörfer durchzog, predigend und verkündigend das Evangelium vom Reiche Gottes; und die Zwölfe mit Ihm.

2 Und gewisse Weiber, welche von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von welcher sieben Teufel ausgefahren waren,

3 und Johanna, das Weib Chusa´s, des Verwalters Herodis, und Susanna, und viele Andere, welche Ihm mit ihrer Habe dienten. -

4 Da sich aber eine große Volksmenge versammelt hatte, und die, welche aus jeder der Städte zu Ihm gekommen waren, sprach Er durch ein Gleichnis:

5 Der Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Und als er säte, fiel ein Teil neben den Weg, und ward zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.

6 Und Anderes fiel auf den Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.

7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und da die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es.

8 Und Anderes fiel auf die gute Erde, und ging auf und brachte hundertfältige Frucht. - Dieses sagend, rief Er aus: Wer Ohren hat zu hören, - höre! -

9 Seine Jünger aber fragten Ihn, sagend: Was mag dieses Gleichnis sein? -

10 Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen; den Übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen, und hörend nicht verstehen.

11 Dies aber ist das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes.

12 Die aber neben dem Wege, sind die, welche hören: dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen weg, damit sie nicht glauben und errettet werden.

13 Die aber auf dem Felsen, sind die, welche, wenn sie hören, das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben nicht Wurzel; sie glauben für eine Zeit, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab.

14 Was aber unter die Dornen fiel, sind diese, welche gehört haben, und hingehen, und durch die Sorgen und den Reichtum und die Wollüste des Lebens erstickt werden, und bringen keine reife Frucht.

15 Das aber in der guten Erde, sind diese, welche in einem wackern und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört, aufbewahren und mit Ausdauer Frucht tragen. -

16 Niemand aber, der eine Lampe angezündet hat, bedeckt sie mit einem Gefäß, oder stellt sie unter ein Bett, sondern er stellt sie auf das Lampengestell, damit die, welche hereintreten, das Licht sehen.

17 Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar, noch versteckt, was nicht kund werden wird, und in das Offenbare komme.

18 Sehet nun zu, wie ihr höret; denn Jedweder, der hat, dem wird gegeben werden; und Jedweder, der nicht hat, von dem wird selbst das, was er zu haben scheint, weggenommen werden.

19 Es kamen aber Seine Mutter und Seine Brüder zu Ihm; und sie konnten wegen der Menge nicht zu Ihm kommen.

20 Und es wurde Ihm von Einigen gemeldet, welche sagten: Deine Mutter und Deine Brüder stehen draußen, und wollen Dich sehen. -

21 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und Meine Brüder sind diese, welche das Wort Gottes hören und es tun.

22 Und es geschah an einem der Tage, daß Er in ein Schiff stieg und Seine Jünger. Und Er sprach zu ihnen: Laßt uns nach dem jenseitigen Ufer des See´s übersetzen. -

23 Und sie stießen vom Lande. Und während sie schifften, schlief Er ein. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und sie wurden mit Wasser gefüllt und waren in Gefahr.

24 Und sie traten hinzu und weckten Ihn auf, sagend: Meister! Meister! Wir kommen um! - Er aber stand auf, bedrohte den Wind und das Wogen des Meeres; und sie hörten auf, und es ward eine Stille.

25 Er aber sprach zu ihnen: Wo ist euer Glauben? - Erschrocken aber erstaunten sie, und sagten unter einander: Wer ist denn Dieser, daß Er auch den Winden und dem Wasser gebietet, und sie Ihm gehorchen?

26 Und sie landeten in der Gegend der Gadarener, welche Galiläa gegenüber ist.

27 Als Er aber auf das Land ausstieg, kam Ihm ein gewisser Mann aus der Stadt entgegen, welcher seit langer Zeit Teufel hatte, keine Kleider anzog, und nicht in einem Hause, sondern in den Gräbern wohnte.

28 Als er aber Jesum sah, schrie er auf und fiel vor Ihm nieder und sprach mit großer Stimme: Was haben wir mit einander, Jesu, Du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte Dich, daß du mich nicht quälest! -

29 Denn Er hatte dem unreinen Geiste geboten, er solle von dem Menschen ausfahren; denn öfters hatte er ihn ergriffen. Und er war verwahrt, gebunden mit Ketten und Fußfesseln; und er zerbrach die Bande und ward getrieben von dem Teufel in die Wüsteneien.

30 Jesus fragte ihn aber, sagend: Welches ist dein Name? - Er aber sprach: Legion. - Denn viele Teufel waren in ihn gefahren.
31 Und er bat Ihn, er möge ihnen nicht gebieten, in den Abgrund hinzufahren. -

32 Es war aber daselbst eine Herde von vielen Schweinen, welche auf dem Berge weideten. Und sie baten Ihn, Er möge ihnen erlauben, in jene zu fahren. Und Er erlaubte es ihnen. -

33 Die Teufel aber fuhren von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine; und es stürzte sich die Herde den Abhang hinab in den See und erstickte.

34 Als aber die, welche sie weideten, sahen, was geschehen war, flohen sie; und hingehend, verkündigten sie es in der Stadt und auf dem Lande.

35 Sie kamen aber hinaus, zu sehen, was geschehen war; und kamen zu Jesu und fanden den Menschen, von dem die Teufel ausgefahren waren, angekleidet und vernünftig, zu den Füßen Jesu sitzend; - und sie fürchteten sich.

36 Die aber, welche es gesehen hatten, erzählten ihnen auch, wie der Besessene geheilt worden.

37 Und die ganze Menge der Umgegend der Gadarener bat Ihn, von ihnen wegzugehen; denn sie waren von einer großen Furcht ergriffen. Er aber schiffte sich ein und kehrte wieder zurück. -

38 Der Mann aber, von dem die Teufel ausgetrieben waren, flehte Ihn, daß er bei Ihm sein dürfe. Jesus aber entließ ihn, sagend:

39 Kehre in dein Haus zurück und erzähle, welch´ große Dinge Gott an dir getan hat! - Und er ging weg und verkündigte es durch die ganze Stadt, welch´ große Dinge ihm Jesus getan hatte. -

40 Es geschah aber, als Jesus zurückkehrte, nahm Ihn das Volk auf; denn Alle erwarteten Ihn.

41 Und siehe! es kam ein Mann, Namens Jairus; und er war Vorsteher der Synagoge; und er fiel zu den Füßen Jesu, und bat Ihn, in sein Haus zu kommen.

42 Denn er hatte eine eingeborne Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Indem Er aber hinging, drängte Ihn die Volksmenge. -

43 Und ein Weib, welche seit zwölf Jahren einen Blutfluß hatte, und ihren ganzen Lebensunterhalt an die Ärzte verwandt hatte, und von Niemand geheilt werden konnte,

44 trat von hinten herzu und rührte den Zipfel Seines Kleides an; und alsbald stand der Fluß ihre Blutes. -

45 Und Jesus sprach: Wer ist es, der Mich angerührt hat? Und als Alle leugneten, sprach Petrus und die mit ihm waren: Meister! Die Menge drängt und drückt Dich, und Du sagst, wer ist es, der Mich angerührt hat? -

46 Jesus aber sprach: Es hat Mich Jemand angerührt, denn ich weiß, daß Kraft von Mir ausgegangen ist. -

47 Das Weib aber, als sie sah, daß sie nicht verborgen blieb, kam zitternd; und vor Ihm niederfallend, verkündigte sie Ihm vor dem ganzen Volke, um welcher Ursache willen sie Ihn angerührt habe, und wie sie alsbald genesen sei. -

48 Er aber sprach zu ihr: Sei gutes Mutes, Tochter! Dein Glaube hat dich geheilt; gehe hin in Frieden! -

49 Als Er noch redete, kommt Einer von dem Vorsteher der Synagoge, zu ihm sagend: Deine Tochter ist gestorben, bemühe den Lehrer nicht. -

50 Als es aber Jesus hörte, antwortete Er ihm, sagend: Fürchte dich nicht; glaube nur, und sie wird gerettet werden! -

51 Als Er aber in das Haus trat, erlaubte Er Niemandem, herein zu kommen, als nur dem Petrus und Johannes und Jakobus, und dem Vater des Kindes, und der Mutter.

52 Alle aber weinten und wehklagten über sie. - Er aber sprach. Weinet nicht! sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft. -

53 Und sie verlachten Ihn, denn sie wußten, daß sie tot war.

54 Er aber trieb sie Alle hinaus, ergriff ihre Hand und rief, sagend: Kind, stehe auf! -

55 Und es kehrte ihr Geist zurück, und sie stand alsbald auf, und Er befahl, ihr zu essen zu geben.

56 Und ihre Eltern entsetzten sich. Er gebot ihnen aber, Niemandem zu sagen, was geschehen war.

 

Kapitel 9.

 

1 Und Er rief Seine zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Gewalt über alle Teufel, und Krankheiten zu heilen,

2 und sandte sie, das Reich Gottes zu predigen, und die Kranken gesund zu machen.

3 Und Er sprach zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg; weder Stab, noch Beutel, noch Brot, noch Geld; noch soll Jemand zwei Röcke haben.

4 Und in jedwedes Haus, in welches ihr eingehet, - bleibet daselbst und gehet von da aus. -

5 Und wie Viele euch nicht aufnehmen werden, von jener Stadt gehet aus, und schüttelt auch den Staub von euren Füßen, zu einem Zeugnis wider sie. -

6 Und sie gingen aus und durchzogen die Dörfer nach einander, das Evangelium verkündigend, und überall heilend.

7 Es hörte aber Herodes, der Vierfürst, Alles, was durch Ihn getan war, und war verlegen, weil von Etlichen gesagt war, daß Johannes aus den Toten auferstanden,

8 von Etlichen aber, daß Elias erschienen, von andern aber, daß Einer von den alten Propheten auferstanden sei.

9 Und Herodes sprach: Johannes habe ich enthauptet; wer ist aber Dieser, von welchem ich solche Dinge höre? - Und er suchte Ihn zu sehen.

10 Und als die Apostel zurückkehrten, erzählten sie Ihm Alles, was sie getan hatten; und Er nahm sie zu Sich und entwich besonders in einen wüsten Ort einer Stadt Namens Bethsaida.

11 Aber die Volksmenge wußte es und folgte Ihm nach, und Er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reiche Gottes, und die, welche der Heilung bedurften, machte Er gesund.
12 Der Tag aber begann sich zu neigen, und die Zwölfe hinzutretend, sprachen zu Ihm: Entlaß die Volksmenge, damit sie in die Dörfer und Felder rings umher hingehe, um Herberge und Speise zu finden; denn hier sind wir an einem wüsten Orte. -

13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! - Sie aber sprachen: Wir haben nicht mehr, als fünf Brote und zwei Fische; es sei denn, daß wir hingehen und für dieses ganze Volk Speise kaufen sollen.

14 Denn es waren bei fünf Tausend Männer. - Er sprach aber zu Seinen Jüngern: Laßt sie sich reihenweise zu je fünfzig niederlagern. -

15 Und sie taten also, und ließen Alle sich lagern.

16 Und Er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf gen Himmel, segnete sie und brach und gab sie den Jüngern, um sie der Volksmenge vorzulegen.

17 Und sie aßen und wurden alle gesättigt; und es wurde aufgehoben, was ihnen an Brocken übrig geblieben war, - zwölf Körbe.

18 Und es geschah, als Er allein betete, waren die Jünger bei Ihm; und Er fragte sie, sagend: Wer sagt die Volksmenge, daß ich sei? -

19 Sie aber antworteten und sprachen: Johannes der Täufer; Andere aber: Elias; Andere aber, daß Einer von den alten Propheten auferstanden sei. -

20 Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, daß Ich sei? - Petrus aber antwortete und sprach: Der Christus Gottes! -

21 Er aber bedrohete sie und gebot ihnen, daß sie dieses Niemandem sagten.

22 Und Er sprach: Der Sohn des Menschen muß Vieles leiden, und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen, und getötet werden, und am dritten Tage auferstehen.

23 Er sprach aber zu Allen: Wenn Einer hinter Mir hergehen will, der verleugne sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf und folge Mir nach.

24 Denn Jedweder, der sein Leben retten will, wird es verlieren; Jedweder aber, der sein Leben um Meinetwillen verlieren wird, dieser wird es erretten.

25 Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, sich selbst aber verlöre oder einbüßte?

26 Denn Jedweder, der sich Meiner und Meiner Worte schämt, dessen wird sich der Sohn des Menschen schämen, wenn Er in Seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel kommt.

27 Ich sage euch aber in Wahrheit: Es gibt Etliche unter denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.

28 Es geschah aber bei acht Tagen nach diesen Worten, daß Er den Petrus und Johannes und Jakobus mit Sich nahm, und auf den Berg ging, um zu beten.

29 Und es wurde, während Er betete, die Gestalt Seines Angesichts anders, und Seine Kleidung ward weiß und strahlend.

30 Und siehe! zwei Männer redeten mit Ihm, welche Moses und Elias waren.

31 Diese erschienen in Herrlichkeit und besprachen Seinen Ausgang, den Er in Jerusalem erfüllen sollte.

32 Petrus aber, und die, welche mit ihm waren, waren beschwert von Schlaf. Als sie aber aufgewacht waren, sahen sie Seine Herrlichkeit, und die zwei Männer, die bei Ihm standen.

33 Und es geschah, als sie von Ihm schieden, sprach Petrus zu Jesu: Meister! Es ist gut, daß wir hier sind; und laß uns drei Hütten machen, Dir eine, und dem Moses eine, und dem Elias eine, - nicht wissend, was er sage.

34 Als er aber dieses sagte, entstand eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als jene in die Wolke eintraten.

35 Und es geschah eine Stimme aus der Wolke, sagend: Dieser ist mein geliebter Sohn, Ihn höret! -

36 Und als die Stimme geschah, wurde Jesus allein gefunden. Und sie schwiegen und erzählten in jenen Tagen Niemandem etwas davon, was sie gesehen hatten.

37 Es geschah aber an dem Tage darnach, als sie von dem Berge gestiegen, kam Ihm eine große Volksmenge entgegen.

38 Und siehe! ein Mann aus der Volksmenge rief laut, sagend: Lehrer! ich bitte Dich; blicke auf meinen Sohn hin; denn er ist mein eingeborner.

39 Und siehe! ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er und reißt ihn, so daß er schäumt; und mit Mühe weicht er, ihn aufreibend, von ihm.

40 Und ich bat Deine Jünger, daß sie ihn austrieben, und sie konnten es nicht. -

41 Jesus aber antwortete und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bringe deinen Sohn hierher! -

42 Während er aber noch hinzutrat, riß ihn der Teufel und zerrte ihn. Jesus aber bedräuete den unreinen Geist, und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater zurück.

43 Sie erstaunten aber Alle sehr über die herrliche Größe Gottes. Während sich aber Alle über Alles, was Jesus tat, verwunderten, sprach Er zu Seinen Jüngern:
44 Fasset diese Worte in eure Ohren; denn der Sohn des Menschen soll in die Hände der Menschen überliefert werden. -

45 Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verhüllt, daß sie es nicht vernahmen; und sie fürchteten sich, Ihn wegen dieses Wortes zu fragen.

46 Es entstand aber unter ihnen eine Streitrede, nämlich: wer wohl der Größte unter ihnen sei? -

47 Jesus aber, als Er den Gedanken ihres Herzens sah, nahm ein Kind, und stellte es neben Sich,

48 und sprach zu ihnen: Jedweder, der dieses Kind in Meinem Namen aufnehmen wird, er nimmt Mich auf; und Jedweder, der Mich aufnehmen wird, er nimmt Den auf, der Mich gesandt hat. Denn wer unter euch Allen der Kleinste ist, der wird groß sein. -

49 Johannes aber antwortete und sprach: Meister! wir sahen Einen, der auf Deinen Namen Teufel austrieb, und wir wehrten ihm, weil er uns nicht nachfolgt. -

50 Und Jesus sprach zu ihm: Wehret nicht; denn wer nicht wieder euch ist, der ist für euch.

51 Es geschah aber, als sich die Tage Seiner Aufnehmung erfüllten, daß Er Sein Angesicht feststellte, gen Jerusalem zu gehen.

52 Und Er sandte Boten vor Seinem Angesicht her, und sie gingen hin und kamen nach einem Dorf der Samaritaner, um für Ihn zuzubereiten.

53 Und sie nahmen Ihn nicht auf, weil Sein Angesicht auf Jerusalem gerichtet war.

54 Als aber Seine Jünger, Jakobus und Johannes, es sahen, sprachen sie: Herr! willst Du, daß wir sagen, daß Feuer vom Himmel herabfalle und sie verderbe, wie auch Elias tat? -
 
55 Er aber wandte sich um, strafte sie und sprach: Ihr wisset nicht, wes Geistes ihr seid. -

56 Und sie gingen nach einem andern Dorfe.

57 Es geschah aber, während sie auf dem Wege gingen, sprach Einer zu ihm: Ich werde Dir nachfolgen, wo Du auch hingehst, Herr! -

58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Löcher, und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo Er Sein Haupt hinlege. -

59 Er aber sprach zu einem Andern: Folge Mir nach! - Der aber sprach: Herr, erlaube mir, daß ich zuerst hingehe, meinen Vater zu begraben. -

60 Jesus aber sprach zu ihm: Laß die Toten ihre eigenen Toten begraben. Du aber, gehe hin, verkündige das Reich Gottes!

61 Es sprach aber auch ein Anderer: Ich werde Dir nachfolgen, Herr! Zuerst aber erlaube mir, daß ich von denen, die in meinem Hause sind, Abschied nehme. -

62 Jesus aber sprach zu ihm: Keiner, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist zum Reich Gottes geschickt.

 

Kapitel 10.

 

1 Darnach aber bestellte der Herr auch andere Siebenzig und sandte sie, je zwei und zwei vor Seinem Angesicht her in jede Stadt und in jeden Ort, wo Er Selbst hinkommen würde.

2 Er sprach dann zu ihnen: Die Ernte ist freilich groß; der Arbeiter aber sind wenige; so bittet nun den Herrn der Ernte, daß Er Arbeiter in Seine Ernte aussende.

3 Gehet hin, siehe Ich sende euch wie Schafe inmitten der Wölfe.

4 Traget keine Börse, noch Tasche, noch Sandalen, und grüßet Niemanden unterwegs.

5 In jedem Hause, in welches ihr hineingeht, da sagt zuerst: Friede diesem Hause!

6 Und wenn daselbst ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren.

7 In demselben Hause aber bleibet, essend und trinkend, was sie haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Gehet nicht von Haus zu Haus.

8 Und in jedweder Stadt, in welche ihr hineingehet und sie euch aufnehmen, - esset daselbst, was euch vorgesetzt wird,

9 und heilet die Kranken darin, und sprechet zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.

10 In jedweder Stadt, in welche ihr aber hineingehet, und sie euch nicht aufnehmen, - gehet heraus auf ihre Straßen und sprechet:

11 Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt anhängt, schütteln wir gegen euch ab. Doch dieses wisset, daß das Reich Gottes nahe zu euch gekommen ist.

12 Ich sage euch aber, daß es Sodom an jenem Tage erträglicher sein wird, als jener Stadt.

13 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen wären, die unter euch geschehen sind, längst hätten sie, in Sack und Asche sitzend, Buße getan.

14 Jedoch Tyrus und Sidon wird es im Gericht erträglicher sein, als euch.

15 Und du Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht bist, bis zum Hades wirst du hinuntergestürzt werden! -

16 Der, welcher euch höret, höret Mich; und der, welcher euch verwirft, verwirft Den, der Mich gesandt hat.

17 Die Siebenzig aber kehrten mit Freuden zurück, sagend; Herr! auch die Teufel sind uns in Deinem Namen untertan! -

18 Er aber sprach zu ihnen: Ich schaute den Satanas wie einen Blitz vom Himmel fallen.

19 Siehe! Ich gebe euch die Gewalt, auf Schlangen und Skorpionen zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie beschädigen.

20 Doch darin freuet euch nicht, daß euch die Geister unterworfen sind; freuet euch aber, daß eure Namen in den Himmeln geschrieben stehen. -

21 In dieser Stunde frohlockte Jesus im Geiste und sprach. Ich preise Dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß Du diese Dinge den Weisen und Verständigen verborgen hast, und hast sie Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so war es wohlgefällig vor Dir.

22 Alle Dinge sind mir von Meinem Vater übergeben worden, und Niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater; - und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem immer der Sohn Ihn offenbaren will. -

23 Und Er wandte Sich zu den Jüngern besonders und sprach: Glückselig die Augen, welche sehen, was ihr sehet.

24 Denn Ich sage euch, daß viele Propheten und Könige haben sehen wollen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört.

25 Und siehe! ein gewisser Gesetzgelehrter stand auf, Ihn versuchend und sagend: Lehrer! was muß ich getan haben, daß ich das ewige Leben ererbe? -

26 Er aber sprach zu ihm: Was steht in dem Gesetz geschrieben? wie liesest du? -

27 Er aber antwortete und sprach: "Du sollst lieben den Herrn deinen Gott von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und von deiner ganzen Kraft und von deinem ganzen Verstande, und deinen Nächsten, wie dich selbst." -

28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue dieses, und du wirst leben. -

29 Er aber, sich selbst rechtfertigen wollend, sprach zu Jesu: Und wer ist mein Nächster? -

30 Und Jesus erwiderte und sagte: Ein gewisser Mensch ging hinab von Jerusalem nach Jericho, und fiel unter Räuber; welche, als sie ihn ausgezogen und ihm Schläge beigebracht hatten, weggingen, und ihn halbtot liegen ließen.

31 Zufällig aber ging ein gewisser Priester desselben Weges hinab; und er sah ihn und ging vorüber.

32 Desgleichen aber auch ein Levit, da er an den Ort hingelangte, kam und sah ihn und ging vorüber.

33 Aber ein gewisser Samariter, kam auf seiner Reise nach ihm, und als er ihn sah, ward er innerlich bewegt;

34 und er trat hinzu, und verband seine Wunden, und goß Öl und Wein hinein, und er setzte ihn auf sein eigenes Tier, und führte ihn in eine Herberge und verpflegte ihn.

35 Und am Morgen, als er fortreiste, nahm er zwei Denare und gab sie dem Gastwirt und sprach zu ihm: Verpflege ihn; und was du noch irgendwie verwenden wirst, werde ich dir, wenn ich zurückkomme, bezahlen.
36 Welcher nun von diesen Dreien dünkt dich der Nächste desjenigen gewesen zu sein, der unter die Räuber gefallen war? -

37 Er aber sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. - Da sprach Jesus zu ihm: Gehe hin und tue desgleichen!

38 Es geschah aber, während sie gingen, daß Er in ein Dorf kam; und ein gewisses Weib, Namens Martha, nahm Ihn in ihr Haus auf.

39 Und diese hatte eine Schwester Maria, welche auch, sitzend zu den Füßen Jesu, Sein Wort hörte.

40 Martha aber war sehr beschäftigt mit vielem Dienen; und sie trat hinzu und sprach: Herr! kümmert es Dich nicht, daß mich meine Schwester allein dienen läßt? Sage ihr denn, daß sie mir helfe. -

41 Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha! Martha! Du sorgst und beunruhigst dich um viele Dinge;

42 Eins aber ist not! Maria aber hat sich das gute Teil erwählt, welches nicht von ihr weggenommen werden wird. -

 

Kapitel 11.

 

1 Und es geschah, als Er an einem gewissen Orte betete, daß, als Er aufgehört hatte, Einer Seiner Jünger zu Ihm sprach: Herr, lehre und beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. -

2 Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, sprechet: Unser Vater in den Himmeln! Geheiligt sei Dein Name; Dein Reich komme; Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf der Erde;

3 gib uns für heute unser tägliches Brot;

4 und vergib und unsere Sünden, denn auch wir vergeben Jedem, der uns schuldig ist; und führe und nicht in Versuchung.

5 Und Er sprach zu ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben, und um Mitternacht zu ihm kommen und zu ihm sagen: Freund! leihe mir drei Brote;

6 denn mein Freund ist zu mir von der Reise eingekehrt, und ich habe nicht, was ich ihm vorsetzen soll.

7 Und Jener würde von innen antworten und sagen: Mache mir keine Mühe! die Türe ist schon geschlossen und meine Kinder sind mit mir zu Bette; ich kann nicht aufstehen und dir geben.

8 Ich sage euch, auch wenn er nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.
9 Und Ich sage euch: Bittet! und es wird euch gegeben werden; suchet! und ihr werdet finden; klopfet an! und es wird euch aufgetan werden.

10 Den jeder Bittende empfängt; und der Suchende findet; und dem Anklopfenden wird aufgetan werden.

11 Welcher Vater aber ist unter euch, den der Sohn um Brot bittet, der ihm einen Stein geben wird?

12 oder auch um einen Fisch, der ihm anstatt des Fisches eine Schlange geben wird? oder auch wenn er ihn um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion geben wird?

13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisset; wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel ist, denen den Heiligen Geist geben, die Ihn bitten.

14 Und Er trieb einen Teufel aus, und derselbe war stumm. Es geschah aber, als der Teufel ausgetrieben war, redete der Stumme, und die Volksmenge verwunderte sich.

15 Einige aber von ihnen sagten: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel.

16 Andere aber forderten, versuchend, von Ihm ein Zeichen aus dem Himmel.

17 Er aber, ihre Gedanken wissend, sprach zu ihnen: Jedes Reich, entzweit wider sich selbst, wird verwüstet; und Haus wider Haus entzweit, fällt.

18 Wenn aber auch der Satanas wider sich selbst entzweit ist, wie wird sein Reich bestehen? - denn ihr sagt, daß Ich durch Beelzebub die Teufel austreibe.

19 Wenn aber Ich durch Beelzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben sie eure Söhne aus? Deshalb werden sie eure Richter sein.

20 Wenn Ich aber durch den Finger Gottes die Teufel austreibe, so ist dann wirklich das Reich Gottes zu euch hingekommen.

21 Wenn aber ein Starker, bewaffnet, seinen Hof bewahrt, so ist seine Habe in Frieden.

22 Wenn aber Einer, der stärker als er ist, über ihn kommt, und ihn besiegt, nimmt er seine ganze Waffenrüstung, auf die er vertraute, weg; und seine Beute teilt er aus.

23 Wer nicht mit Mir ist, der ist wider Mich; und wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut.

24 Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er dürre Örter und suchet Ruhe; und sie nicht findend, spricht er: Ich will in mein Haus, von wo ich ausgegangen bin, zurückkehren;

25 und kommend, findet er es ausgekehrt und geschmückt.

26 Dann geht er hin, und nimmt sieben andere Geister, böser, als er selbst, zu sich; und sie gehen hinein und wohnen daselbst; - und das Letzte jenes Menschen wird schlimmer, als das Erste. -

27 Es geschah aber, während Er dieses sagte, erhob ein gewisses Weib aus der Volksmenge ihre Stimme und sprach zu Ihm: Glückselig der Leib, der Dich getragen hat, und die Brüste, die Du gesogen hast. -

28 Er aber sprach: Ja vielmehr glückselig die, welche das Wort Gottes hören und dasselbe bewahren. -

29 Als aber die Volksmenge sich dicht zusammen drängte, fing Er an zu sagen: Dieses Geschlecht ist böse; es sucht ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, als nur das Zeichen Jona, des Propheten.

30 Denn gleichwie Jonas den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem Geschlechte werden.

31 Die Königin des Südens wird im Gericht mit den Männern dieses Geschlechts aufstehen und sie verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde, die Weisheit Salomo´s zu hören; und siehe! mehr als Salomo ist hier!

32 Die Männer von Ninive werden im Gericht mit diesem Geschlecht aufstehen und es verdammen; denn auf die Predigt Jona taten sie Buße; - und siehe! mehr als Jonas ist hier! -

33 Niemand aber, der eine Lampe angezündet, setzt sie in das Verborgene, noch unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, damit die Hineinkommenden den Schein sehen.

34 Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn dein Auge einfältig ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.

35 Siehe nun zu, daß das Licht, das in dir ist, nicht Finsternis sei.

36 Wenn nun dein ganzer Leib licht ist, und keinen finstern Teil hat, so wird er ganz licht sein, wie wenn die Lampe mit dem Scheine dich erleuchtete.

37 Während Er aber redete, bat Ihn ein gewisser Pharisäer, Er möge bei ihm essen. Er ging aber hinein und legte Sich zu Tische.

38 Der Pharisäer aber verwunderte sich, als er sah, daß Er Sich nicht erst vor dem Essen gewaschen hatte.

39 Aber der Herr sprach zu ihm: Nun, ihr Pharisäer, reiniget das Äußere des Bechers und der Schüssel; euer Inneres aber ist voller Raub und Bosheit.

40 Toren! Hat Der, der das Äußere gemacht, nicht auch das Innere gemacht?

41 Gebet aber nach Vermögen Almosen; und siehe! Alles ist euch rein.

42 Aber wehe euch, den Pharisäern! denn ihr verzehntet Krausemünze und Raute und alles Kraut, und übergeht das rechte Gericht, und die Liebe Gottes. Dieses sollte man tun, und Jenes nicht lassen.

43 Wehe euch, den Pharisäern! denn ihr liebet die ersten Sitze in den Synagogen, und die Grüße auf den Märkten.

44 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr seid wie Gräber, die nicht offenbar sind; und die Menschen, die darüber wandeln, wissen es nicht. -
45 Aber Einer der Gesetzgelehrten spricht zu Ihm: Lehrer, indem Du Dieses sagst, schmähest Du auch uns.

46 Er aber sprach: Auch euch, den Gesetzgelehrten, wehe! denn ihr belastet die Menschen mit schwer zu tragenden Lasten; und rühret selbst nicht mit einem eurer Finger die Lasten an. -

47 Wehe euch! denn ihr bauet die Grabmäler der Propheten; eure Väter aber haben sie getötet.

48 Nun gebt ihr Zeugnis, daß ihr an den Werken eurer Väter Wohlgefallen habt; denn sie haben sie getötet; ihr aber bauet deren Grabmäler.

49 Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und von ihnen werden sie Etliche töten und verfolgen;

50 damit das Blut all der Propheten, welches vergossen ist seit Grundlegung der Welt, von diesem Geschlecht gefordert werde,

51 von dem Blute Abels bis zu dem Blute Zachariä, welcher zwischen dem Altar und dem Hause umkam. Ja, Ich sage euch, es wird von diesem Geschlecht gefordert werden.

52 Wehe euch, den Gesetzgelehrten! denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die Hineingehenden habt ihr gehindert.

53 Als Er aber dieses zu ihnen sagte, fingen die Schriftgelehrten und Pharisäer an, hart auf Ihn einzudringen und Ihn über Mehreres auszufragen;

54 und sie lauerten auf Ihn, etwas aus Seinem Munde zu erjagen suchend, damit sie Ihn beschuldigen könnten.

 

Kapitel 12.

 

1 Als unterdessen eine Volksmenge von vielen Tausenden zusammen gekommen war, so daß sie sich unter einander traten, fing Er an zuerst zu Seinen Jüngern zu sagen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher Heuchelei ist!

2 Es ist aber nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und nichts verborgen, was nicht gekannt werden wird.

3 Deswegen, soviel ihr in der Finsternis gesprochen haben werdet, wird im Lichte gehört werden; und was ihr in das Ohr in den Kammern gesprochen haben werdet, das wird auf den Dächern ausgerufen werden.

4 Ich aber sage euch, Meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor Denen, die den Leib töten und darnach nichts mehr zu tun haben.

5 Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet Den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle hineinzuwerfen; ja, Ich sage euch, Den fürchtet.
6 Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Pfennige gekauft? - Und nicht ein Einziger von ihnen ist vor Gott vergessen.

7 Ja, selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. So fürchtet euch nun nicht; ihr seid vorzüglicher, als viele Sperlinge.

8 Ich sage euch aber: Jedweder, der Mich vor den Menschen bekennen wird, den wird auch der Sohn des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen.

9 Wer aber Mich vor den Menschen verleugnet haben wird, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden.

10 Und Jeder, der ein Wort wider den Sohn des Menschen sagen wird, es wird ihm vergeben werden; dem aber, der wider den Heiligen Geist lästert, wird es nicht vergeben werden.

11 Wenn sie euch aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und Gewalten führen, sorget nicht, wie oder was ihr antworten, oder was ihr sagen sollt;

12 denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.

13 Ein Gewisser aber aus der Volksmenge sprach zu Ihm: Lehrer! Sage meinem Bruder, daß er das Erbe mit mir teile.

14 Er aber sagte zu ihm: Mensch! wer hat Mich zu einem Richter oder Teiler über euch gesetzt?

15 Er sprach aber zu ihnen: Sehet zu, und hütet euch vor der Habsucht; denn nicht darin, daß Jemand Überfluß hat, besteht sein Leben von seiner Habe.

16 Er sprach aber ein Gleichnis zu ihnen, sagend: Das Land eines reichen Menschen trug viel ein.

17 Und er dachte bei sich selbst, sagend: Was soll ich tun? denn ich habe nicht, wo ich meine Früchte aufspeichere.

18 Und er sprach: Dies will ich tun: ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen, und darin all mein Gewächs und meine Güter zusammen bringen,

19 und ich will zu meiner Seele sagen: Seele! Du hast viele Güter auf viele Jahre daliegen; ruhe aus, iß, trink, ergötze dich! -

20 Gott aber sprach zu ihm: Narr! in dieser Nacht wird deine Seele von dir gefordert werden; - was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? -

21 Also ist der, der für sich Schätze sammelt, und ist nicht reich in Bezug auf Gott. -

22 Er aber sprach zu Seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt.

23 Das Leben ist mehr, als die Nahrung, und der Leib mehr, als die Kleidung.

24 Betrachtet die Raben, daß sie nicht säen, noch ernten, welche weder Vorratskammer noch Scheune haben; und Gott ernährt sie; um wie viel vorzüglicher seid ihr als die Vögel. 25 Wer aber von euch kann mit seinen Sorgen eine Elle seiner Größe hinzusetzen?

26 Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr für das Übrige?

27 Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen; sie bemühen sich nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet war, wie dieser eine.

28 Wenn aber Gott das Gras auf dem Felde, was heute ist und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wie viel mehr euch, Kleingläubige!

29 Auch ihr, fraget nicht darnach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe,

30 denn darnach fragen alle Nationen der Welt. Euer Vater aber weiß, daß ihr diese Dinge bedürft.

31 Trachtet aber nach dem Reich Gottes, und alle diese Dinge werden euch zugegeben werden.

32 Fürchte dich nicht, kleine Herde! denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben.

33 Verkauft, was ihr besitzt, und gebt Almosen; macht euch Säckel, die nicht veralten; einen Schatz, unvergänglich, in den Himmeln, wo kein Dieb nahet und keine Motte verderbet.

34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

35 Es seien eure Lenden umgürtet und eure Lampen brennend.

36 Und ihr, seid gleich den Menschen, die ihren Herrn erwarten, wenn er irgend von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn Er kommt und anklopft, sie Ihm alsbald aufmachen.

37 Glückselig jene Knechte, welche der Herr, wenn Er kommt, wachend finden wird. Wahrlich, Ich sage euch: Er wird sich umgürten und sie sich zu Tische legen lassen, und wird hinzutreten und sie bedienen.

38 Und wenn Er in der zweiten Wache kommt, und in der dritten Wache kommt, und findet sie also; - glückselig sind jene Knechte.

39 Das aber wisset, wenn der Hausherr gewußt hätte, um welche Stunde der Dieb kommen würde, so hätte er gewacht und nicht erlaubt, sein Haus zu durchgraben.

40 Also seid auch ihr bereit; denn in der Stunde, wo ihr es nicht denket, kommt der Sohn des Menschen.

41 Petrus aber sprach zu Ihm: Herr! Sagst Du dies Gleichnis zu uns, oder auch zu Allen?

42 Der Herr aber sprach: Wer ist nun der treue und weise Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, um die zugemessene Speise zur rechten Zeit zu geben?

43 Glückselig jener Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, also tuend finden wird.
44 Wahrlich, Ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Habe setzen.

45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verzögert zu kommen! - und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,

46 so wird der Herr jenes Knechts an einem Tage kommen, wo er ihn nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn in zwei Stücke zerteilen, und ihm seinen Teil mit den Untreuen setzen.

47 Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn gewußt und sich nicht bereitet, noch nach seinem Willen getan hat, wird viel geschlagen werden.

48 Wer ihn aber nicht gewußt, aber getan hat, was der Schläge wert ist, wird wenig geschlagen werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist, bei dem wird viel gesucht werden; und dem man viel vertrauet hat, von dem wird man desto mehr fordern.

49 Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und was will ich, wenn es schon angezündet ist!

50 Ich habe aber eine Taufe, womit Ich getauft werden muß, und wie bin Ich beengt, bis sie vollbracht ist!

51 Denkt ihr, daß Ich hergekommen bin, Frieden auf der Erde zu geben? - Nein, sage Ich euch, sondern Trennung.

52 Denn es werden von jetzt an Fünf in Einem Hause entzweit sein; Drei gegen Zwei und Zwei gegen Drei.

53 Es wird der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider den Vater; die Mutter wider die Tochter, und die Tochter wider die Mutter; die Schwiegermutter wider ihre Schwiegertochter, und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter entzweit sein.

54 Er sprach aber auch zu der Volksmenge: Wenn ihr die Wolke von Westen aufsteigen seht, so sagt ihr alsbald: Ein Regenguß kommt! und es geschieht also.

55 Und wenn ihr den Südwind wehen sehet, so sagt ihr: Es wird Hitze sein! und es geschieht.

56 Heuchler! das Angesicht der Erde und des Himmels wißt ihr zu beurteilen; wie aber beurteilt ihr diese Zeit nicht?

57 Warum aber richtet ihr auch von selber nicht, was gerecht ist?

58 Denn wenn du mit deiner Gegenpartei vor die Obrigkeit gehst, so gib Dir auf dem Wege Mühe, von ihr los zu kommen, damit sie dich nicht etwa zu dem Richter hinziehe, und der Richter dich dem Gerichtsdiener überliefere, und der Gerichtsdiener dich in das Gefängnis werfe.

59 Ich sage dir: du wirst von da nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller zurück erstattet hast.

 

Kapitel 13.

1 Zu derselben Zeit waren aber Einige anwesend, die Ihm von den Galiläern erzählten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.

2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr Sünder gewesen seien, als alle Galiläer, daß sie Solches erlitten?

3 Nein, sage Ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, wo werdet ihr Alle auf dieselbe Weise umkommen.

4 Oder jene Achtzehn, auch welche der Turm in Siloam fiel und sie tötete; - meinet ihr, daß sie mehr schuldig gewesen seien, als alle Menschen, die zu Jerusalem wohnen?

5 Nein, sage Ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr Alle in gleicher Weise umkommen. -

6 Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte Jemand einen Feigenbaum in seinem Weinberg gepflanzt, und er kam und suchte Frucht an ihm, und fand keine.

7 Er aber sprach zu dem Weingärtner: Siehe! drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum, und finde sie nicht; haue ihn ab! weshalb macht er auch noch das Land unnütz?

8 Er aber antwortete und spricht zu ihm: Herr, laß ihn auch dieses Jahr noch, bis ich um ihn gegraben und gedüngt habe;

9 und wenn er dann Frucht bringt, gut; wenn aber nicht, so magst du ihn hernach abhauen.

10 Er lehrte aber am Sabbath in einer der Synagogen.

11 Und siehe! es war ein Weib, die hatte einen Geist der Schwachheit, achtzehn Jahre; und sie war zusammen gekrümmt, und konnte sich ganz und gar nicht aufrichten.

12 Als aber Jesus sie sah, rief Er ihr zu und sprach zu ihr: Weib, du bist losgebunden von deiner Schwachheit!

13 Und Er legte ihr die Hände auf, und alsbald ward sie gerade, und verherrlichte Gott. -

14 Der Vorsteher der Synagoge aber, unwillig, daß Jesus am Sabbath heilte, antwortete und spricht zu der Volksmenge: Sechs Tage sind, an denen man arbeiten soll; an diesen kommt und laßt euch heilen, und nicht am Tage des Sabbaths. -

15 Der Herr aber antwortete ihm uns sprach: Heuchler! macht nicht ein Jeder von euch am Sabbath seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los, und führt ihn weg, und tränkt ihn?

16 Diese aber, die eine Tochter Abrahams ist, und welche der Satan gebunden hat, siehe! achtzehn Jahre; - sie sollte von diesem Bande am Tage des Sabbaths nicht los gemacht werden?

17 Und als er dieses sagte, waren alle seine Widersacher beschämt, und die ganze Volksmenge freute sich über alle die herrlichen Dinge, die durch Ihn geschahen. -

18 Er aber sprach: Wem ist das Reich Gottes gleich, und womit soll Ich es vergleichen?

19 Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm und in seinen Garten warf; und es wuchs, und ward zu einem großen Baume, und die Vögel des Himmels wohnten unter seinen Zweigen. -

20 Und wiederum sprach Er: Womit soll Ich das Reich Gottes vergleichen?

21 Es ist Sauerteig gleich, den ein Weib nahm, und ihn unter drei Scheffel Mehl verbarg, bis Alles gesäuert war.

22 Und Er ging nacheinander durch die Städte und Dörfer, lehrend und reisend nach Jerusalem.

23 Es sprach aber Jemand zu Ihm: Herr! sind Derer wenig, die errettet werden sollen? -

24 Er aber sprach zu ihnen: Ringet ihr darnach, daß ihr durch die enge Pforte eingehet; denn Viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen, und werden nicht können.

25 Von da an, wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, und ihr anfangen werdet, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen, sagend: Herr! Herr! mache uns auf! - wird Er antworten und zu euch sagen:

26 Ich kenne euch nicht, wo ihr her seid. - Alsdann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, und auf unsern Straßen hast Du gelehrt. -

27 Und Er wird sagen: Ich sage euch, Ich kenne euch nicht, wo ihr her seid; weichet von Mir all´ ihr Wirker der Ungerechtigkeit! -

28 Da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und die Propheten alle im Reiche Gottes sehen werdet, euch aber draußen hinausgestoßen.

29 Und sie werden von Aufgang und Niedergang, und vom Norden und vom Süden kommen, und im Reiche Gottes zu Tische liegen.

30 Und siehe! es sind Letzte, welche Erste sein werden, und sind Erste, welche Letzte sein werden.

31 An demselben Tage traten Einige der Pharisäer herzu, zu Ihm sagend: Gehe fort und ziehe von dannen, denn Herodes will Dich töten. -

32 Und Er sprach zu ihnen: Gehet hin und saget diesem Fuchs: Siehe! Ich treibe Teufel aus, und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tage bin Ich vollkommen gemacht.

33 Aber Ich muß heute und morgen und an dem folgenden Tage wandeln; denn es geht nicht an, daß ein Prophet außerhalb Jerusalem umkomme.

34 Jerusalem! Jerusalem! die du tötest die Propheten, und steinigst, die zu dir gesandt sind; wie oft habe Ich deine Kinder, wie eine Henne ihre eigene Brut unter die Flügel, versammeln wollen; und ihr habt nicht gewollt! -

35 Siehe! euer Haus wird euch verlassen. Ich sage euch aber, ihr werdet Mich nicht sehen, bis daß die Zeit komme, wann ihr sagen werdet: Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!

 

Kapitel 14.

1 Und es geschah, daß Er am Sabbath in das Haus eines der Obersten der Pharisäer kam, um Brot zu essen, - und sie lauerten auf Ihn.

2 Und siehe! ein gewisser wassersüchtiger Mensch war vor Ihm.

3 Und Jesus antwortete und sprach zu den Gesetzgelehrten und Pharisäern, sagend: Ist es erlaubt, am Sabbath zu heilen?

4 Sie aber schwiegen. Und Er nahm und heilte ihn und entließ ihn.

5 Und Er antwortete ihnen und sprach: Wer ist unter euch, dessen Ochse und Esel in den Brunnen fällt, und der ihn nicht alsbald am Tage des Sabbaths herauszieht? -

6 Und sie vermochten nicht, Ihm darauf zu entgegnen.

7 Er aber sprach zu den Eingeladenen ein Gleichnis, indem Er bemerkte, wie sie die ersten Sitze auswählten, zu ihnen sagend.

8 Wenn du von Jemandem zur Hochzeit geladen wirst, setze dich nicht auf den ersten Sitz, daß nicht etwa Einer, der mehr geehrt ist, als du, von ihm geladen sei,

9 und Der, welcher dich und ihn geladen hat, komme und zu dir sage: Gib Diesem den Platz! - und dann wirst du anfangen, mit Schande den letzten Platz einzunehmen.

10 Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich auf den letzten Platz, damit, wenn Der kommt, der dich geladen hat, er zu dir sage: Freund rücke höher hinauf! - Dann wirst du Ehre haben vor Denen, die mit dir zu Tische liegen.

11 Denn Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und der sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. -

12 Er sprach aber auch zu Dem, der Ihn geladen hatte: Wenn du ein Frühstück oder ein Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn, damit nicht auch sie dich wieder laden, und dir Vergeltung geschehe;

13 sondern wenn du eine Mahlzeit machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde.

14 Und glückselig wirst du sein, weil sie nicht haben, dir zu vergelten; denn es wird dir in der Auferstehung der Gerechten vergolten werden.

15 Als aber einer der Tischgäste dies hörte, sprach er zu Ihm: Glückselig, wer Brot isset im Reiche Gottes! -

16 Er aber sprach zu ihm: Ein gewisser Mensch machte ein großes Abendmahl und lud Viele.

17 Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Abendmahls, um den Geladenen zu sagen: Kommt! denn schon ist Alles bereit! -

18 Und sie fingen Alle ohne Ausnahme an, sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß notwendig ausgehen und ihn sehen; ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. -

19 Und ein Anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe hin, sie zu versuchen; ich bitte dich, halte mich für entschuldigt.

20 Und ein Anderer sprach: Ich habe ein Weib geheiratet, und deshalb kann ich nicht kommen. -

21 Und als jener Knecht zurückgekehrt war, meldete er dies seinem Herrn. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Gehe eilend hinaus auf die Gassen und Straßen der Stadt, und bringe hier herein die Armen und Krüppel und Lahme und Blinde.

22 Und der Knecht sprach: Herr! es ist geschehen, wie du befohlen hast; und es ist noch Raum da. -

23 Und es sprach der Herr zu dem Knechte: Gehe hinaus an die Wege und Zäune, und nötige sie, herein zu kommen, damit mein Haus voll werde.

24 Denn ich sage euch: Von jenen Männern, die geladen waren, soll Keiner mein Mahl schmecken.

25 Es ging aber eine große Volksmenge mit Ihm, und Er wandte Sich und sprach zu ihnen:

26 Wenn Jemand zu Mir kommt und hasset nicht seinen eigenen Vater und Mutter und Weib und Kinder und Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, der kann nicht Mein Jünger sein.

27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht Mein Jünger sein.

28 Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht erst nieder und berechnet die Kosten, ob er das Nötige habe, um zu vollenden,

29 auf daß nicht, wenn er den Grund gelegt hat, und nicht zu vollenden vermag, Alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten, sagend:

30 Dieser Mensch hat angefangen zu bauen, und vermochte nicht zu vollenden? -

31 Oder welcher König, der auszieht, sich mit einem andern Könige in Krieg einzulassen, setzt sich nicht erst hin und ratschlagt, ob er im Stande ist, Dem mit Zehntausend entgegen zu treten, der mit Zwanzigtausend wider ihn kommt?

32 Wenn aber nicht, so sendet er, wenn Jener noch ferne ist, eine Gesandtschaft und bittet um die Bedingungen des Friedens.

33 Also denn ein Jeder unter euch: Wer nicht Allem entsagt, was er hat, kann nicht Mein Jünger sein.

34 Das Salz ist gut; wenn aber das Salz dumm wird, womit soll es gewürzt werden?
35 Weder für das Land, noch für den Dünger ist es tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, höre! -

 

Kapitel 15.

 

1 Und es nahten zu Ihm alle die Zöllner und Sünder, Ihn zu hören.

2 Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten, sagend: Dieser nimmt die Sünder auf und isset mit ihnen. -

3 Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis, sagend:

4 Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat, und eins von ihnen verloren hat, läßt nicht die neun und neuzig in der Wüste und geht dem verlornen nach, bis er es findet?

5 Und wenn er es gefunden hat, legt er es mit Freuden auf seine Schultern;

6 und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen, zu ihnen sagend: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. -

7 Ich sage euch: Also wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr, als über neun und neunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

8 Oder welches Weib, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, eine Lampe an, und kehrt das Haus aus, und sucht sorgfältig, bis sie sie findet?

9 Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen, sagend: Freuet euch mit mir; denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte.
- ACHTUNG! Nicht habe wie bei VERA

10 Also, sage Ich euch, ist Freude vor den Engel Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

11 Er sprach aber: Ein gewisser Mensch hatte zwei Söhne.

12 Und der Jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater! gib mir das Teil des Vermögens, das mir zukommt! - Und er teilte ihnen die Habe.

13 Und nicht viel Tage darnach, brachte der jüngere Sohn Alles zusammen, und reiste weg in ein fernes Land, und vergeudete daselbst sein Vermögen, indem er ausschweifend lebte.

14 Als er aber Alles verzehrt hatte, ward eine gewaltige Hungersnot in jenem Lande; und er selbst fing an, Mangel zu leiden.

15 Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes; und der schickte ihn auf seine Äcker, die Schweine zu hüten.

16 Und er begehrte seinen Bauch von den Träbern zu füllen, welche die Schweine aßen; und Niemand gab ihm.

17 Er aber kam zu sich selbst und sprach. Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Überfluß an Brot; ich aber komme hier vor Hunger um.

18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen, und zu ihm sagen: Vater! ich habe gesündigt wider den Himmel und vor dir,

19 ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen; mache mich wie einen deiner Tagelöhner. -

20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. - Als er aber noch von ferne war, sah ihn sein Vater, und ward innerlich bewegt, und lief hin und fiel ihm um seinen Hals, und küßte ihn viel. -

21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater! ich habe gesündigt wider den Himmel und vor dir, und bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen.

22 Der Vater aber sprach zu seinen Knechten: Bringet das vornehmste Kleid her und zieht es ihm an, und gebt einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße;

23 und bringet das gemästete Kalb her und schlachtet es; und laßt uns essen und fröhlich sein;

24 denn dieser, mein Sohn, war tot und ist wieder lebendig geworden, und war verloren und ist gefunden. - Und sie fingen an fröhlich zu sein. -

25 Es war aber sein älterer Sohn auf dem Felde; und als er kam und sich dem Hause nahte, hörte er die Musik und den Reigen.

26 Und er rief einen der Knechte zu sich und erkundigte sich, was das wäre.

27 Der aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wieder erhalten hat.

28 Er aber ward zornig, und wollte nicht hinein gehen. - Sein Vater nun ging hinaus und bat ihn. -

29 Er aber antwortete und sprach zu dem Vater: Siehe! so viele Jahre diene ich dir; und niemals habe ich dein Gebot übertreten; und mir hast du niemals ein Böcklein gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.

30 Als aber dieser, dein Sohn, gekommen ist, der dein Vermögen mit Huren verschlungen hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.

31 Er aber sprach zu ihm: Kind! du bist allezeit bei mir, und all´ das Meinige ist dein.

32 Es ziemte sich aber, fröhlich zu sein und sich zu freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot, und ist wieder lebendig geworden; und er war verloren, und ist gefunden.

 

Kapiel 16.

1 Er sprach aber auch zu Seinen Jüngern: Es war ein gewisser reicher Mann, welcher einen Verwalter hatte, und dieser war bei ihm angeschuldigt, daß er sein Vermögen verschwende.

2 Und er rief ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich dieses von dir? Lege Rechnung ab von deiner Verwaltung, denn du wirst nicht mehr Verwalter sein können.

3 Der Verwalter aber sprach bei sich: Was soll ich tun? denn mein Herr nimmt mir die Verwaltung ab. Graben kann ich nicht; zu betteln schäme ich mich.

4 Ich weiß, was ich tun werde, auf daß, wenn ich von der Verwaltung abgesetzt bin, sie mich in ihre Häuser aufnehmen.

5 Und er rief einen jeglichen der Schuldner seines Herrn zu sich und sprach zu dem Ersten. Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?

6 Der aber sprach: Hundert Bath Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief, und setze dich flugs hin und schreibe fünfzig.

7 Darauf sprach er zu einem Andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der aber sprach: Hundert Kor Weizen. - Und er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und schreibe achtzig.

8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieses Zeitlaufs sind in Bezug auf ihr Geschlecht klüger, als die Kinder des Lichts. -

9 Und ich sage euch. Machet euch Freunde von dem ungerechten Mammon, damit ihr, wenn es mit euch zu Ende ist, aufgenommen werdet in die ewigen Hütten.

10 Wer im Geringsten treu ist, ist auch in Vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in Vielem ungerecht.

11 Wenn ihr denn in dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen?

12 Und wenn ihr in dem Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eurige geben?

13 Kein Hausknecht kann zweien Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen, und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen, und den andern gering achten; ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen.

14 Dieses Alles aber hörten auch die Pharisäer, welche geldgierig waren; und sie spotteten über Ihn.

15 Und Er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; Gott aber kennt eure Herzen; denn was unter den Menschen hoch ist, ist ein Greuel vor Gott.

16 Das Gesetz und die Propheten waren bis auf Johannes. Von da an wird das Reich Gottes verkündigt, und Jeder tut ihm Gewalt an.

17 Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß von dem Gesetz ein Strichlein wegfalle.

18 Jeder, der sein Weib entläßt und heiratet eine andere, bricht die Ehe; und Jeder, der die von einem Manne Entlassene heiratet, bricht die Ehe.

19 Es war aber ein gewisser reicher Mann, und er war gekleidet in Purpur und Leinwand, und frohlockte alle Tage in Prunk.

20 Es war aber ein gewisser Armer, mit Namen Lazarus, der voller Geschwüre an dessen Pforte lag.

21 Und er begehrte sich von den Brosamen zu sättigen, die von dem Tische des Reichen fielen. Aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre. -

22 Es geschah aber, daß der Arme starb; und er ward hingetragen von den Engeln in Abrahams Schoß. - Es starb aber auch der Reiche und ward begraben.

23 Und in dem Hades seine Augen aufschlagend, als er in den Qualen war, sieht er den Abraham von Weitem, und Lazarus in seinem Schoß.

24 Und er rief und sprach. Vater Abraham! erbarme dich meiner, und schicke Lazarus, daß er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme.

25 Abraham aber sprach: Kind! gedenke, daß du dein Gutes in deinem Leben empfangen hast, und Lazarus desgleichen das Böse; nun aber wird er getröstet, du aber leidest Pein.

26 Und zu dem Allen ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, so daß die, welche von hier zu euch hinüber gehen wollen, es nicht vermögen, noch auch die, welche von dort zu uns herüber kommen wollen.

27 Er aber sprach: Ich bitte dich denn, Vater! daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest;

28 denn ich habe fünf Brüder, damit er ihnen ernstlich bezeuge, auf daß sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen. -

29 Abraham spricht zu ihm: Sie haben Moses und die Propheten; laß sie Die hören.

30 Er aber sprach: Nicht doch, Vater Abraham, sondern wenn Einer von den Toten zu ihnen hingeht, werden sie Buße tun. -

31 Er aber sprach zu ihm: Wenn sie Moses und die Propheten nicht hören, werden sie auch, wenn Einer aus den Toten aufersteht, nicht überzeugt werden.

 

Kapitel 17.


1 Er sprach aber zu den Jüngern: Es ist unmöglich, daß nicht Ärgernisse kommen; wehe aber Dem, durch welchen sie kommen!

2 Es wäre ihm nützlicher, wenn ein Mühlstein an seinen Hals getan, und er in das Meer geworfen würde, als daß er einen dieser Kleinen ärgere.

3 Gebt Acht auf euch selbst. Wenn aber dein Bruder an dir sündigt, so verweise es ihm, und wenn er Buße tut, so vergib es ihm.

4 Und wenn er sieben Mal des Tages an dir sündigt, und sieben Mal des Tages zu dir umkehrt, sagend: Ich bereue es, so sollst du es ihm vergeben. -

5 Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Vermehre uns den Glauben!

6 Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet, wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem wilden Feigenbaum sagen: Sei entwurzelt und in das Meer gepflanzt! und er würde euch gehorchen.

7 Wer aber von euch, der einen Knecht hat, pflügend oder weidend, wird wohl, wenn derselbe vom Felde zurückkommt, sofort zu ihm sagen: Gehe hin und setze dich zu Tische?

8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Richte zu, was ich zu Abend essen soll; und gürte dich und diene mir, bis ich esse und trinke, und darnach sollst du essen und trinken?

9 Dankt er auch jenem Knechte, weil er getan hat, was er ihm befohlen hat? Ich meine es nicht. -

10 So auch ihr, wenn ihr Alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte, denn wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

11 Und es geschah, als Er nach Jerusalem reiste, daß Er mitten durch Samaria und Galiläa ging.

12 Und als Er in ein gewisses Dorf trat, begegneten Ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne.

13 Und sie erhoben ihre Stimme, sagend: Jesu, Meister, erbarme Dich unser!

14 Und als Er sie sah, sprach Er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, indem sie hingingen, wurden sie gereinigt. -

15 Einer aber von ihnen, als er sah, daß er geheilt war, kehrte um, mit lauter Stimme Gott verherrlichend.

16 Und er fiel nieder auf sein Angesicht zu Seinen Füßen, Ihm dankend; - und er war ein Samariter.

17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die Zehn gereinigt worden? Wo sind aber die Neun?

18 Sind Keine gefunden, welche zurückkehren, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremdling? -

19 Und Er sprach zu ihm: Stehe auf und gehe hin! dein Glaube hat dich gerettet.

20 Und als Er von den Pharisäern befragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete Er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, daß es sich beobachten läßt.

21 Sie werden nicht sagen: Siehe hier! oder Siehe dort! Denn siehe! das Reich Gottes ist unter euch.

22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, wo ihr begehren werdet, einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet nicht sehen.

23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe hier, oder siehe dort! - gehet nicht hin, und folget auch nicht nach.

24 Denn wie der Blitz, welcher blitzend leuchtet von einem Ende unter dem Himmel bis zum andern Ende unter dem Himmel, also wird auch der Sohn des Menschen an Seinem Tage sein.

25 Zuvor aber muß Er Vieles leiden und von diesem Geschlecht verworfen werden.

26 Und gleichwie es in den Tagen Noahs geschah, also wird es auch in den Tagen des Sohnes des Menschen sein: -

27 sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet, bis zu dem Tage, wo Noah in die Arche hineinging, und die Sündfluth kam und sie Alle umbrachte.

28 Desgleichen auch, wie es in den Tagen Lot´s geschah; sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten.

29 An demselben Tage aber, wo Lot aus Sodom herausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie Alle um.

30 Demgemäß wird es an dem Tage sein, wo der Sohn des Menschen offenbart wird.

31 An jenem Tage, wer auf dem Hause sein wird und sein Gerät im Hause hat, der steige nicht herunter, um es zu holen; und wer auf dem Felde sein wird, der kehre desgleichen nicht um zu dem, was hinter ihm ist.

32 Erinnert euch an Lot´s Weib! -

33 Jedweder, der sein Leben zu retten suchen wird, der wird es verlieren; und Jedweder, der es verlieren wird, der wird es erhalten.

34 Ich sage euch: In jener Nacht werden Zwei auf einem Bette sein; Einer wird genommen, der Andere gelassen werden.

35 Zwei werden zusammen mahlen; die Eine wird genommen, und die Andere gelassen werden.

36 Zwei werden auf dem Felde sein; der Eine wird genommen, und der Andere gelassen werden. -

37 Und sie antworten und sagen zu Ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da werden die Adler versammelt werden. -

 

Kapitel 18.

 

1 Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen, wie man jederzeit beten und nicht nachlassen sollte,

2 sagend: Es war ein gewisser Richter in einer Stadt, welcher Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.

3 Es war aber eine Witwe in jener Stadt; und sie kam zu ihm, sagend: Schaffe mir Recht von meinem Widersacher!

4 Und eine Zeitlang wollte er nicht. Darnach aber sprach er bei sich selbst: Obgleich ich auch Gott nicht fürchte, und mich vor keinem Menschen scheue,

5 will ich doch, weil diese Witwe mir Mühe macht, ihr Recht verschaffen, damit sie nicht unaufhörlich komme und mich quäle.

6 Der Herr aber sprach: Höret, was der ungerechte Richter sagt!

7 Gott aber, wird Er nicht das Recht Seiner Auserwählten, welche Tag und Nacht zu Ihm rufen, ausführen, wenn Er in Betreff ihrer auch langsam ist?

8 Ich sage euch, daß Er ihr Recht schnell ausführen wird. - Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn Er nun kommt, den Glauben auf Erden finden? -

9 Er sprach aber auch zu Etlichen, welche auf sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und welche die Übrigen verachteten, dieses Gleichnis:

10 Zwei Menschen gingen in den Tempel zu beten, der Eine ein Pharisäer, und der Andere ein Zöllner.

11 Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke Dir, daß ich nicht bin, wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner!

12 Ich faste zwei Mal in der Woche; ich verzehnte alle Dinge, welche ich besitze. -

13 Und der Zöllner von ferne stehend, wollte sogar die Augen nicht aufheben gen Himmel. Er schlug aber an seine Brust, sagend: O Gott, begnadige mich, den Sünder! -

14 Ich sage euch: Dieser ging mehr gerechtfertigt hinab in sein Haus, als Jener; denn Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden .

15 Sie brachten aber auch die Kindlein zu Ihm, daß Er sie anrühren möchte.

16 Da es aber die Jünger sahen, bedrohten sie dieselben. Jesus aber rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu Mir kommen, und wehret ihnen nicht; denn Solcher ist das Reich Gottes.

17 Wahrlich, Ich sage euch: Jedweder, der das Reich Gottes nicht als ein Kind empfängt, wird nicht in dasselbe eingehen.

18 Und es fragte Ihn ein gewisser Oberster, sagend: Guter Lehrer, was muß ich getan haben, damit ich das ewige Leben ererbe?

19 Jesus aber sprach zu ihm: Was heißest du Mich gut? Niemand ist gut, als nur Einer, - Gott.

20 Du kennst die Gebote: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis geben; ehre deinen Vater und deine Mutter." -

21 Er aber sprach: Alles dieses habe ich von meiner Jugend an beobachtet. -

22 Als aber Jesus dieses hörte, sprach Er zu ihm: Noch Eins fehlt dir: Alles, was du irgendwie hast, verkaufe und gibt es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge Mir nach.

23 Als er aber dieses hörte, ward er sehr traurig; denn er war sehr reich. -

24 Als aber Jesus sah, daß er sehr traurig geworden, sprach Er: Wie schwerlich werden Die, welche Güter haben, in das Reich Gottes eingehen!

25 Denn es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr eingehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes eingehe. -

26 Es sprachen aber, die es hörten: Wer kann dann errettet werden?

27 Er aber sprach: Die Dinge, welche bei Menschen unmöglich sind, sind bei Gott möglich. -

28 Petrus aber sprach: Siehe! wir haben Alles verlassen und sind Dir nachgefolgt.

29 Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, Ich sage euch. Es ist Niemand, der Haus, oder Eltern, oder Brüder, oder Weib, oder Kinder, um des Reiches Gottes willen verlassen hat,

30 der nicht Vielfältiges in dieser Zeit, und ewiges Leben in dem kommenden Zeitalter empfangen wird.

31 Er nahm aber die Zwölfe zu Sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wir Alles vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des Menschen geschrieben ist;

32 denn Er wird den Nationen überliefert werden, und wird verspottet und geschmäht und verspeiet werden.

33 Und wenn sie Ihn gegeißelt haben, werden sie ihn töten, und am dritten Tage wird Er auferstehen. -

34 Und sie verstanden nichts davon; und es war dieses Wort vor ihnen verborgen, und sie wußten nicht, was gesagt wurde.

35 Es geschah aber, als Er Jericho nahte, daß ein gewisser Blinder am Wege saß und bettelte.

36 Als er aber eine Volksmenge vorbeigehen hörte, erkundigte er sich, was dieses wäre.

37 Sie verkündigten ihm aber, daß Jesus, der Nazaräer, vorbei gehe. -

38 Und er rief, sagend: Jesu, Sohn Davids! erbarme Dich meiner!
39 Und die, welche vorbei gingen, bedrohten ihn, daß er schweigen solle. Er aber rief noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme Dich meiner!

40 Jesus aber stand still und befahl, daß er zu Ihm gebracht würde. Als er aber nahte, fragte Er ihn,

41 sagend: Was willst du, daß Ich dir tun soll? Er aber sprach: Herr! daß ich sehen möge!

42 Und Jesus sprach zu ihm: Werde sehend! Dein Glaube hat dich geheilt! Und alsbald sah er und folgte Ihm nach, Gott verherrlichend. Und das ganze Volk, welches zusah, gab Gott Lob.

 

Kapitel 19.


1 Und Er trat in Jericho ein, und ging hindurch. -

2 Und siehe! ein Mann, mit Namen Zachäus genannt, - und derselbe war ein Ober-Zöllner, und war reich.

3 Und er suchte Jesum zu sehen, wer Er wäre, und er vermochte es nicht vor der Volksmenge; denn er war klein von Person.

4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeer-Feigenbaum, damit er Ihn sehen möge; denn Er sollte jenes Weges vorbeikommen. -

5 Und als Jesus an den Ort kam, sah Er hinauf und erblickte ihn, und sprach zu ihm: Zachäus! steige eilend hernieder; denn heute muß Ich in deinem Hause bleiben.

6 Und er stieg eilend hernieder und nahm Ihn mit Freuden auf.

7 Und Alle, als sie es sahen, murrten, sagend: Er ist zu einem sündigen Manne eingekehrt, um Gast zu sein.

8 Zachäus aber stand und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr! die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich Jemanden fälschlich angeklagt habe, so erstatte ich es vierfältig.

9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal auch er ein Sohn Abrahams ist.

10 Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist. -

11 Als sie aber dieses hörten, fügte Er hinzu und sagte ein Gleichnis, weil Er nahe bei Jerusalem war, und weil sie meinten, das Reich Gottes sollte sogleich erscheinen.

12 Er sagte nun: Ein gewisser Edelmann ging hin in ein fernes Land, um ein Reich für sich zu empfangen, und wieder zu kommen.

13 Er berief aber zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Pfunde und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich komme.
14 Seine Bürger aber haßten ihn und schickten einen Gesandten hinter ihm her, sagend: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche! -

15 Und es geschah, als er, nachdem er das Reich empfangen hatte, zurückkam, daß er sagte, daß diese Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, zu ihm gerufen werden sollten, damit er wüßte, was Jeder erhandelt hätte. -

16 Und der Erste kam, sagend: Herr! Dein Pfund hat zehn Pfunde dazu gewonnen. -

17 Und er sprach zu ihm: Wohl, guter Knecht! Weil du im Geringsten treu gewesen bist, so sei gewalthabend über zehn Städte. -

18 Und es kam der Zweite, sagend: Herr! Dein Pfund hat fünf Pfunde gemacht.

19 Und er sprach auch zu diesem: Und du, sei über fünf Städte! -

20 Und ein Anderer kam, sagend: Herr, siehe! dein Pfund, welches ich in einem Schweißtuche verwahrt hielt;

21 denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mann bist; du nimmst, was du nicht hingelegt, und du erntest, was du nicht gesät hast.

22 Er aber spricht zu ihm: Aus deinem Munde werde ich dich richten, du böser Knecht! Du wußtest, daß ich ein strenger Mann bin, nehmend, was ich nicht hingelegt, und erntend, was ich nicht gesät habe,

23 und warum hast du mein Geld nicht in die Wechselbank gegeben, und kommend, hätte ich es mit Zinsen wieder gefordert. -

24 Und zu denen, die dabei standen, sprach er: Nehmt das Pfund von ihm, und gebt es dem, der die zehn Pfunde hat.

25 (Und sie sprachen zu ihm: Herr! er hat zehn Pfunde!) -

26 Denn Ich sage euch: Jedem, der hat, wird gegeben werden; von Dem aber, der nicht hat, von Dem wird auch das, was er hat, weggenommen werden.

27 Doch Jene, meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.

28 Und als Er dieses gesagt hatte, zog Er voran, und ging hinauf nach Jerusalem.

29 Und es geschah, als Er gen Bethphage und Bethanien kam, an den Berg, welcher Ölberg heißt, sandte Er zwei Seiner Jünger,

30 sprechend: Gehet hin in das Dorf gegenüber; und wenn ihr hinein kommt, werdet ihr daselbst ein Füllen angebunden finden, auf welchem niemals ein Mensch gesessen hat; - bindet es los und bringet es her!

31 Und wenn euch Jemand fragt: Warum bindet ihr es los? so sollt ihr also zu ihm sagen. Der Herr bedarf sein! -

32 Und die, welche ausgesandt waren, gingen weg, und fanden es, wie Er ihnen gesagt hatte.
33 Indem sie aber das Füllen losbanden, sprachen dessen Herren zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los?

34 Sie aber sprachen: Der Herr bedarf sein. -

35 Und sie brachten es zu Jesu hin, und warfen ihre Kleider auf das Füllen, und setzten Jesum darauf.

36 Als Er aber hinzog, breiteten sie ihre Kleider unter auf den Weg.

37 Als Er aber nahte, und schon da war, wo man den Ölberg hinabgeht, fing die ganze Menge Seiner Jünger an, mit lauter Stimme freudig Gott zu loben über all´ die Wunderwerke, die sie gesehen hatten,

38 sagend: "Gesegnet der König, der da kommt im Namen des Herrn!" Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe! -

39 Und einige der Pharisäer aus der Volksmenge sprachen zu Ihm: Lehrer! verweise es Deinen Jüngern! -

40 Und Er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch: Wenn diese schweigen würden, so würden sofort die Steine schreien. -

41 Und als Er nahe kam und die Stadt sah, weinte Er über sie,

42 sagend: Wenn auch du erkannt hättest, und selbst an diesem deinem Tage, was zu deinem Frieden gehört! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen;

43 denn es werden Tage über dich kommen, daß deine Feinde einen Wall um dich aufschütten, und dich umzingeln und von allen Seiten einengen werden.

44 Und sie werden dich und deine Kinder in dir auf den Boden werfen, und sie werden in dir nicht einen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht die Zeit deiner Heimsuchung erkannt hast.

45 Und Er ging in den Tempel hinein und fing an auszutreiben, die darin kauften und verkauften,

46 zu ihnen sagend: Es steht geschrieben. "Mein Haus ist ein Bethaus," "ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht."

47 Und Er lehrte täglich im Tempel; die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten und die Vornehmsten des Volkes suchten Ihn umzubringen.

48 Und sie fanden nicht, was sie tun sollten; denn das ganze Volk hing Ihm an, Ihn hörend.

 

Kapitel 20.

 

1 Und es geschah an einem jener Tage, als Er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte, daß die Hohenpriester und Schriftgelehrten mit den Ältesten dazu kamen

2 und zu Ihm sprachen, sagend: Sage uns, in welchem Recht tust Du Dieses? oder wer ist es, der Dir dieses Recht gegeben hat? -

3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch ein Wort fragen: und sagt Mir:

4 Die Taufe Johannis, war sie vom Himmel oder von Menschen?

5 Sie aber überlegten bei sich selbst, sprechend: Wenn wir sagen: Vom Himmel, - so wird Er sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?

6 Wenn wir aber sagen: Von Menschen, - so wird das ganze Volk uns steinigen; denn es ist überzeugt, daß Johannes ein Prophet ist.

7 Und sie antworteten, daß sie nicht wüßten, woher. -

8 Und Jesus sprach zu ihnen: So sage Ich euch auch nicht, in welchem Recht Ich Dieses tue.

9 Er fing aber an, zu dem Volke dieses Gleichnis zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg, und tat ihn an Ackerbauer aus, und reiste außer Landes lange Zeit.

10 Und zu seiner Zeit sandte er einen Knecht zu den Ackerbauern, auf daß sie ihm von der Frucht des Weinbergs gäben. Die Ackerbauer aber schlugen ihn und schickten ihn leer weg.

11 Und wiederum sandte er einen andern Knecht. Diesen aber schlugen sie auch, und behandelten ihn verächtlich, und schickten ihn leer fort.

12 Und wiederum schickte er einen dritten. Sie aber verwundeten auch diesen, und stießen ihn hinaus. -

13 Der Herr des Weinbergs aber sprach: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden, vielleicht, wenn sie diesen sehen, werden sie sich scheuen. -

14 Als ihn aber die Ackerbauer sahen, überlegten sie bei sich selbst, sagend: Dieser ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, damit das Erbe unser werde!

15 Und sie warfen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird ihnen nun der Herr des Weinbergs tun?

16 Er wird kommen und diese Ackerbauer umbringen, und er wird den Weinberg Andern geben. -

17 Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn das, was geschrieben steht: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden."

18  Jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden; Jeden aber, auf welchen er fallen wird, den wird er zermalmen! -

19 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten zu derselben Stunde die Hände an Ihn zu legen, und sie fürchteten sich vor dem Volke; denn sie sahen ein, daß Er dies Gleichnis auf sie gesagt hatte.

20 Und sie beobachteten Ihn und sandten Auflaurer aus, welche sich verstellten, als ob sie gerecht wären, damit sie Ihn in Seiner Rede fingen, um Ihn der Obrigkeit und Gewalt des Landpflegers zu überliefern.

21 Und sie fragten Ihn, sagend: Lehrer! wir wissen, daß Du recht redest und lehrest, und die Personen nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes nach der Wahrheit lehrest.

22 Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben, oder nicht? -

23 Er aber, ihre Arglist wahrnehmend, sprach zu ihnen: Was versucht ihr Mich?

24 Zeigt Mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift hat er? Sie aber antworteten und sprachen: Des Kaisers.

25 Er aber sprach zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. -

26 Und sie vermochten nicht, Ihn in Seiner Rede vor dem Volk zu fassen; und sich verwundernd über Seine Antwort, schwiegen sie.

27 Es traten aber Etliche der Sadducäer hinzu, welche widersprechen, daß es eine Auferstehung gebe, und fragten Ihn,

28 sagend: Lehrer! Moses hat uns geschrieben, daß, wenn Jemandes Bruder stirbt, der ein Weib hat, und dieser kinderlos stirbt, sein Bruder das Weib nehmen und seinem Bruder Samen erwecken soll.

29 Es waren nun sieben Brüder; und der erste nahm ein Weib und starb kinderlos.

30 Und der zweite nahm das Weib; - auch dieser starb kinderlos.

31 Und der dritte nahm sie, desgleichen aber auch die Sieben; - sie hinterließen keine Kinder und starben.

32 Am letzten aber von Allen starb auch das Weib.

33 In der Auferstehung nun, wessen Weib von ihnen ist sie? Denn die Sieben haben sie zum Weibe gehabt.

34 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Kinder dieses Zeitlaufs heiraten und werden verheiratet.

35 Die aber für würdig gehalten sein werden, jenes Zeitlaufs und der Auferstehung aus den Toten teilhaftig zu sein, werden weder heiraten, noch verheiratet werden.

36 Denn sie können auch nicht mehr sterben; denn sie sind Engeln gleich, und sind Söhne Gottes, weil sie Söhne der Auferstehung sind.

37 Daß aber die Toten auferstehen, hat auch Moses angedeutet, "in dem Busch", als er den Herrn "den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs" nennt.

38 Er aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen; denn für Ihn sind Alle lebend. -

39 Einige aber der Schriftgelehrten antworteten und sprachen: Lehrer ! Du hast wohl gesprochen. -

40 Sie wagten aber nicht mehr, Ihn etwas zu fragen.

41 Er sprach aber zu ihnen. Wie sagen sie, daß der Christus der Sohn Davids ist?

42 Und er selbst, David, sagt im Buch der Psalmen: "Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze Dich zu Meiner Rechten,

43 bis Ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße lege."

44 David also nennt Ihn "Herr", und wie ist Er sein Sohn?

45 Während aber das ganze Volk zuhörte, sprach Er zu Seinen Jüngern:

46 Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die sich darin gefallen, in langen Gewändern umher zu gehen, und Grüße auf den Märkten, und die ersten Sitze in den Synagogen, und die ersten Plätze bei den Gastmählern lieben,

47 welche die Häuser der Witwen verschlingen, und zum Schein lange Gebete halten. Diese werden ein schwereres Gericht empfangen.

 

Kapitel 21.

 

1 Und aufstehend sah Er die Reichen, ihre Gaben in den Schatzkasten werfend.

2 Er sah aber auch eine gewisse arme Witwe, welche zwei Pfennige daselbst einwarf.

3 Und Er sprach: Wahrlich, Ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr, als Alle eingeworfen;

4 denn diese Alle haben aus ihrem Überfluß zu den Gaben Gottes eingeworfen; diese aber hat aus ihrem Mangel den ganzen Lebensunterhalt, welchen sie hatte, eingeworfen. -

5 Und als Einige von dem Tempel sagten, daß er mit schönen Steinen und Weihgeschenken geschmückt sei, sprach Er:

6 Diese Dinge, die ihr sehet, - es werden Tage kommen, in welchem kein Stein auf dem andern gelassen wird, welcher nicht abgebrochen werden wird.

7 Sie fragten Ihn aber, sagend: Lehrer! wann wird dies denn geschehen, und was ist das Zeichen, wann dieses geschehen soll? -

8 Er aber sprach: Sehet zu, daß ihr nicht verführt werdet; denn Viele werden unter Meinem Namen kommen, sagend: Ich bin es! und: Die Zeit ist nahe gekommen! Gehet ihnen nicht nach.

9 Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen hören werdet, so seid nicht bestürzt; denn dies muß zuvor geschehen; aber das Ende ist nicht alsbald da.

10 Dann sprach Er zu ihnen: Es wird sich Nation wider Nation, und Königreich wider Königreich erheben;

11 und große Erdbeben werden in verschiedenen Orten sein, und Hungersnot und Seuchen; auch Schreckenerregendes und große Zeichen werden vom Himmel geschehen.

12 Vor diesem Allen aber werden sie ihre Hände an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an Synagogen und Gefängnisse überliefern; und ihr werdet vor Könige und Landpfleger um Meines Namens willen geführt werden.

13 Es wird euch aber zu einem Zeugnis ausschlagen.

14 Nehmt es dann in eure Herzen, vorher nicht zu sorgen, euch zu verantworten;

15 denn Ich werde euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Widersacher nicht werden widersprechen noch widerstehen können.

16 Ihr werdet aber sogar von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden überliefert werden, und sie werden Etliche von euch töten;

17 und ihr werdet von Allen um Meines Namens willen gehaßt sein;

18 aber es soll kein Haar von eurem Haupte umkommen.

19 Fasset eure Seelen durch euer Ausharren.

20 Wenn ihr aber Jerusalem von Heerscharen umzingelt sehen werdet, dann wisset, daß ihre Verwüstung nahe gekommen ist; -

21 daß alsdann, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen, und die in seiner Mitte sind, daraus entweichen; und die in den Ländern, nicht daselbst hinein gehen.

22 Denn dieses sind Tage der Rache, daß Alles, was geschrieben steht, erfüllt werde.

23 Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen; denn große Not wird in dem Lande sein, und Zorn über dieses Volk;

24 und sie werden durch die Schärfe des Schwertes fallen, und unter alle Völker gefangen geführt werden; und Jerusalem wird von den Nationen zertreten werden, bis daß die Zeiten der Nationen erfüllt werden.

25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf der Erde Bedrängnis der Völker in Ratlosigkeit, bei brausendem Meer und Wasserwogen; -

26 die Menschen verschmachtend vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden; -

27 und dann werden sie sehen den Sohn des Menschen, in einer Wolke kommend mit Macht und großer Herrlichkeit.

28 Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, so richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Erlösung naht sich. -

29 Und Er sprach ein Gleichnis zu ihnen: Sehet den Feigenbaum und alle Bäume!

30 Wenn sie schon ausschlagen, so wisset ihr, es sehend, von selbst, daß der Sommer schon nahe ist.

31 So auch ihr, wenn ihr sehet, daß diese Dinge geschehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist.

32 Wahrlich, Ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß Alles geschehen ist.

33 Der Himmel und die Erde werden vergehen; Meine Worte aber werden nicht vergehen.

34 Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen beschwert werden, und jener Tag plötzlich über euch hereinbreche.

35 Denn wie ein Fallstrick wird er über Alle kommen, die auf dem Boden des ganzen Landes ansässig sind.

36 Wachet nun, zu jeder Zeit betend, auf daß ihr würdig gehalten werdet, allem Diesem, was geschehen soll, zu entgehen, und vor dem Sohne des Menschen zu stehen.

37 Er lehrte aber des Tages in dem Tempel, und des Nachts ging Er hinaus und übernachtete auf dem Berge, welcher der Ölberg genannt wird.

38 Und das ganze Volk kam morgens früh zu Ihm in den Tempel, Ihn zu hören.

 

Kapitel 22.

1 Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, Passah genannt.

2 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie Ihn umbrächten; denn sie fürchteten das Volk.

3 Aber der Satanas fuhr in Judas, mit dem Zunamen, der Iskariot, welcher aus der Zahl der Zwölfe war.

4 Und er ging hin und besprach sich mit den Hohenpriestern und Hauptleuten, wie er ihnen Denselben überliefere.

5 Und sie freuten sich und kamen überein, ihm Geld zu geben.

6 Und er versprach es, und suchte eine Gelegenheit, um ihnen Denselben ohne Volksauflauf zu überliefern.

7 Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an welchem das Passah geschlachtet werden mußte.
8 Und Er sandte den Petrus und Johannes, sagend: Gehet hin und bereitet uns das Passah, auf daß wir essen.

9 Sie aber sprachen zu Ihm: Wo willst Du, daß wir es bereiten?

10 Er aber sprach zu ihnen: Siehe! wenn ihr in die Stadt hineintretet, wird euch ein Mensch begegnen, einen Wasserkrug tragend; folgt ihm in das Haus, wo er hinein geht.

11 Und ihr sollt dem Hausherrn sagen: Der Lehrer sagt dir: Wo ist das Gastzimmer, wo Ich mit meinen Jüngern das Passah essen werde?

12 Und Jener wird euch einen großen, mit Polstern belegten Obersaal zeigen; dort bereitet. -

13 Als sie aber weggingen, fanden sie es, wie Er ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passah.

14 Und als die Stunde gekommen war, legte Er Sich zu Tische, und die zwölf Apostel mit Ihm.

15 Und Er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe Ich Mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe daß Ich leide.

16 Denn Ich sage euch, daß Ich nicht mehr davon essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reiche Gottes.

17 Und Er nahm den Kelch und dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch.

18 Denn Ich sage euch: Ich werde nicht von dem Gewächs des Weinstocks trinken, bis daß das Reich Gottes komme.

19 Und Er nahm Brot und dankte und brach und gab es ihnen, sagend: Dies ist Mein Leib, für euch gegeben; dieses tut zu Meinem Gedächtnis!

20 Desgleichen auch der Kelch, nachdem sie gegessen hatten, sagend: Dieser Kelch ist der neue Bund in Meinem Blut, für euch vergossen.

21 Doch siehe! die Hand Dessen, der Mich überliefert, ist mit Mir am Tische.

22 Und der Sohn des Menschen geht dahin, wie es beschlossen ist; doch wehe jenem Menschen, durch den Er überliefert wird!

23 Und sie fingen an, sich untereinander zu befragen, wer es wohl unter ihnen sein möchte, der dies tun sollte.

24 Es ward aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größten zu halten sei.

25 Er aber sprach zu ihnen: Die Könige der Nationen herrschen über sie, und ihre Gewalthaber werden Wohltäter genannt.

26 Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch sei wie der Jüngere, und der Oberste wie der Dienende.

27 Denn wer ist größer, der, welcher zu Tische liegt, oder der Dienende? Ist es nicht der, welcher zu Tische liegt? Ich aber bin in eurer Mitte als der Dienende.

28 Ihr aber seid es, die in Meinen Versuchungen mit Mir ausgeharrt haben;

29 und Ich verordne euch ein Reich, gleichwie es Mir Mein Vater verordnet hat,

30 damit ihr esset und trinket an Meinem Tische in Meinem Reich, und auf Thronen sitzet, richtend die zwölf Stämme Israels.

31 Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe! der Satanas hat eurer begehrt, euch zu sichten, wie den Weizen.

32 Ich aber habe für dich gebetet, auf daß dein Glaube nicht aufhöre; und bist du einst zurückgekehrt, so stärke deine Brüder! -

33 Er aber sprach zu ihm: Herr! Mit Dir bin ich bereit, auch in Gefängnis und Tod zu gehen!

34 Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, daß du Mich kennest.

35 Und Er sprach zu ihnen: Wann Ich euch ohne Börse und Tasche und Sandalen sandte, - mangelte euch etwas? Sie aber sagten: Nichts.

36 Da sprach Er zu ihnen: Aber jetzt, wer eine Börse hat, der nehme sie, und desgleichen eine Tasche; und wer nicht hat, verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert.

37 Denn Ich sage euch: Auch noch Dieses, was geschrieben steht, muß an Mir erfüllt werden: "Und Er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden." Denn auch die Dinge, Mich betreffend, haben eine Vollendung.

38 Sie aber sprachen: Herr! siehe, hier sind zwei Schwerter! Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug!

39 Und Er ging hinaus, und begab Sich der Gewohnheit nach an den Ölberg; Ihm folgten aber auch Seine Jünger.

40 Und als Er an den Ort gekommen war, sprach Er zu ihnen: Betet, daß ihr nicht in Versuchung hineingehet! -

41 Und Er hatte Sich ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen zurückgezogen, und niederknieend betete Er,

42 sagend: Vater! Wenn Du diesen Kelch von Mir vorüberführen willst, - doch nicht Mein Wille, sondern der Deine geschehe! -

43 Es erschien Ihm aber ein Engel vom Himmel, Ihn stärkend;

44 und als Er in ringendem Kampfe war, betete Er heftiger. Es ward aber Sein Schweiß wie Tropfen Bluts, welche auf die Erde herabfielen.

45 Und Er stand auf vom Gebet, kam zu Seinen Jüngern und fand sie vor Traurigkeit eingeschlafen.

46 Und Er sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, daß ihr nicht in Versuchung hineingehet.

47 Als Er aber noch redete, siehe! eine Volksmenge; - und der, welcher Judas genannt war, Einer der Zwölfe, ging vor ihnen her und nahte sich Jesu, Ihn zu küssen.

48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas! Überlieferst du den Sohn des Menschen mit einem Kuß? -

49 Als aber die, welche um Ihn waren, sahen, was es werden würde, sprachen sie zu Ihm: Herr! sollen wir mit dem Schwerte schlagen? -

50 Und Einer aus ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.

51 Jesus aber antwortete und sprach: Laß es so weit sein! Und Er rührte sein Ohr an und heilte ihn.

52 Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und Ältesten, die wider Ihn kamen: Seid ihr ausgezogen wie zu einem Räuber mit Schwertern und Stöcken?

53  Als Ich täglich unter euch in dem Tempel war, habt ihr die Hände nicht gegen mich ausgestreckt. Aber dies ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis.

54 Sie nahmen Ihn aber und führten Ihn, und brachten Ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne.

55 Als sie aber mitten in dem Hofe ein Feuer angezündet und sich zusammen gesetzt hatten, setzte sich Petrus in ihre Mitte.

56 Und eine Magd sah ihn bei dem Feuer sitzen, und sie heftete ihr Auge auf ihn, sagend: Auch Dieser war mit Ihm!

57 Er aber verleugnete Ihn, sagend: Weib! Ich kenne Ihn nicht!

58 Und kurz darauf sah ihn ein Anderer und sprach. Auch du bist von ihnen! Petrus aber sprach: Mensch, ich bin es nicht!

59 Und etwa nach Verlauf einer Stunde behauptete es ein Anderer, sagend: In Wahrheit, auch Dieser war mit Ihm, denn auch er ist ein Galiläer!

60 Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst! - Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn. -

61 Und der Herr, Sich umwendend, blickte Petrus an; und es gedachte Petrus an das Wort des Herrn, wie Er zu ihm sagte: Bevor der Hahn kräht, wirst du Mich dreimal verleugnen.

62 Und Petrus ging von da hinaus und weinte bitterlich.

63 Und die Männer, die Jesum festhielten, verspotteten und schlugen Ihn.

64 Und als sie Ihn bedeckt hatten, schlugen sie Ihn in´s Angesicht, und fragten Ihn, sagend: Weissage, wer ist es, der Dich schlug? -
65 Und viele andere Dinge sagten sie lästernd gegen Ihn.

66 Und als es Tag ward, versammelten sich die Ältesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führten ihn in ihr Synedrium,

67 sagend: Wenn Du der Christus bist, sag´ es uns! Er aber sprach zu ihnen:

68 Wenn Ich es euch sage, so werdet ihr nicht glauben; wenn Ich aber auch fragen werde, so werdet ihr Mir nicht antworten oder Mich loslassen.

69 Von jetzt an wird der Sohn des Menschen zur Rechten der Kraft Gottes sitzen! -

70 Sie sprachen aber Alle: Bist Du denn der Sohn Gottes? - Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt es, daß ICH BIN! -

71 Sie aber sprachen: Was haben wir noch Zeugnisse nötig? denn wir selbst haben es aus Seinem Munde gehört.

 

Kapitel 23.

1 Und die ganze Menge von ihnen stand auf, und sie führten Ihn hin zu Pilatus.

2 Sie fingen aber an, Ihn zu beschuldigen, sagend: Wir haben Diesen gefunden, daß Er das Volk verführt, und dem Kaiser die Steuer zu geben wehrt, sagend: daß Er selbst Christus, ein König, sei. -

3 Pilatus aber fragte Ihn, sagend: Du bist der König der Juden? - Er aber antwortete zu ihm und sprach: Du sagst es! -

4 Pilatus aber sprach zu den Hohenpriestern und der Volksmenge: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. -

5 Sie aber drangen stärken an, sagend: Er erregt das Volk, lehrend durch ganz Judäa, anfangend von Galiläa bis hierher. -

6 Als aber Pilatus von Galiläa hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei. -

7 Und als er erfahren, daß Er aus dem Gebiet des Herodes sei, sandte Er Ihn zu Herodes, der auch selbst in diesen Tagen in Jerusalem war. -

8 Und als Herodes Jesum sah, freute er sich sehr; denn seit langer Zeit wünschte er Ihn zu sehen, weil er Vieles von Ihm gehört hatte; und er hoffte, irgend ein Zeichen zu sehen, was durch Ihn geschehen würde. -

9 Und er befragte Ihn mit vielen Worten. - Er aber antwortete ihm nichts.

10 Die Hohenpriester und Schriftgelehrten standen aber auf und beschuldigten Ihn heftig.

11 Aber Herodes mit seinen Kriegsleuten behandelte Ihn verächtlich und verspottete Ihn, warf Ihm ein glänzendes Gewand um, und sandte Ihn zu Pilatus zurück.

12 Pilatus und Herodes wurden aber an demselben Tage Freunde mit einander; denn früher waren sie in Feindschaft gegen einander.

13 Als Pilatus aber die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen gerufen hatte,

14 sprach er zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als Einen, der das Volk abwendig macht; und siehe! ich habe Ihn in eurer Gegenwart verhört, und ich habe keine Schuld an diesem Menschen gefunden in Betreff dessen, worüber ihr Ihn anklagt;

15 Herodes aber auch nicht, denn ich habe euch zu ihm hingeschickt, und siehe! nichts Todeswürdiges ist von Ihm getan.

16 So will ich Ihn den züchtigen und loslassen. -

17 Er aber mußte ihnen notwendig auf dem Feste Einen losgeben.

18 Die ganze Menge aber schrie zusammen, sagend: Hinweg mit Diesem! Laß uns aber den Barabbas los! -

19 Der war um eines Aufruhrs, der in der Stadt geschehen war, und um eines Mordes willen ins Gefängnis geworfen.

20 Pilatus rief ihnen nun wiederum zu, indem er Jesum loslassen wollte. -

21 Sie aber schrieen entgegen, sagend: Kreuzige, kreuzige Ihn! -

22 Er aber sprach zum dritten Male zu ihnen: Was hat Dieser denn Böses getan? Ich habe nichts, was des Todes wert ist, an Ihm gefunden; ich werde ihn denn züchtigen und loslassen. -

23 Sie aber lagen ihm an mit großem Geschrei, fordernd, daß Er gekreuzigt würde. - Und ihr und der Hohenpriester Geschrei behielt die Oberhand.

24 Und Pilatus urteilte, daß ihre Forderung geschehe. -

25 Er ließ ihnen aber den los, der um Aufruhrs und Mordes willen ins Gefängnis geworfen war, welchen sie forderten, - Jesum aber übergab er ihrem Willen.

26 Und als sie Ihn wegführten, ergriffen sie einen gewissen Simon von Cyrene, der vom Felde kam, und legten das Kreuz auf ihn, um es hinter Jesu her zu tragen.

27 Es folgte Ihm aber eine große Menge Volkes nach, und Weiber, welche Ihn auch beklagten und bejammerten.

28 Jesus aber, Sich zu ihnen wendend, sprach: Töchter Jerusalems, weinet nicht über Mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder!

29 Denn siehe! es kommen Tage, an welchem sie sagen werden: Glückselig die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäugt haben!

30 Dann werden sie anheben, zu den Bergen zu sagen. Fallet über uns! und zu den Hügeln: Bedeckt uns! -

31 Denn wenn sie dieses an dem grünen Baum tun, was soll es an dem dürren werden? – 32 Es wurden aber auch zwei Andere hingeführt, Missetäter, um mit Ihm hingerichtet zu werden.

33 Und als sie an die Stätte gelangten, genannt Schädelstätte, kreuzigten sie Ihn und die Missetäter daselbst, den Einen zur Rechten, den Andern zur Linken. -

34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. - Sie verteilten aber Seine Kleider, und warfen das Los;

35 und das Volk stand und sah ihnen zu. Mit ihnen höhnten aber auch die Obersten, sagend: Andere hat Er gerettet; Er rette sich selbst, wenn Dieser der Christus ist; der Auserwählte Gottes!

36 Aber auch die Kriegsknechte verspotteten Ihn, herzutretend und Ihm Essig reichend

37 und sagend: Wenn Du der König der Juden bist, rette Dich selbst! -

38 Es war aber auch eine Aufschrift über Ihn geschrieben, in griechischen, und römischen, und hebräischen Buchstaben. Dieser ist der König der Juden!

39 Einer aber der gehängten Missetäter verlästerte ihn, sagend: Wenn Du der Christus bist, so rette Dich selbst und uns! -

40 Der Andere aber antwortete und strafte ihn, sagend: Auch du fürchtest Gott nicht, da du doch in demselben Gerichte bist?

41 Und wir zwar mit Recht; denn wir empfangen was unsere Taten wert sind; Dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. -

42 Und er sprach zu Jesu: Gedenke meiner, Herr, wenn Du in Deinem Reiche kommst! -

43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, Ich sage dir: Heute wirst du mit Mir im Paradiese sein.

44 Es war aber um die sechste Stunde; und es ward eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.

45 Und die Sonne ward verfinstert, und der Vorhang des Tempels ward mitten entzwei gerissen.

46 Und Jesus, rufend mit großer Stimme, sprach. Vater, in Deine Hände will Ich Meinen Geist übergeben. - Und als Er dieses gesagt hatte, hauchte Er Sein Leben aus.

47 Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, verherrlichte er Gott, sagend: Wirklich, dieser Mensch war gerecht! -

48 Und die ganze Volksmenge, welche zu diesem Schauspiel zusammengekommen war, als sie sahen, was geschehen war, schlugen an ihre Brust und kehrten zurück. -

49 Aber alle Seine Bekannten standen von ferne, und Weiber, welche Ihm von Galiläa nachgefolgt waren, und sahen dem zu.

50 Und siehe! ein Mann, mit Namen Joseph, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann -
51 (dieser hatte nicht in ihren Rat und in ihre Tat eingewilligt) - von Arimathia, einer Stadt der Juden, welcher auch selbst wartete auf das Reich Gottes;

52 dieser ging zu Pilatus hin, und bat um den Leib Jesu.

53 Und als er ihn abgenommen hatte, wickelte er ihn in Leinwand und legte ihn in eine in Felsen gehauene Gruft, in welcher noch nie Jemand gelegt war.

54 Und es war Rüsttag und die Dämmerung des Sabbaths.

55 Es folgten aber auch die Weiber nach, welche mit Ihm aus Galiläa gekommen waren; sie besahen die Gruft und wie Sein Leib gelegt war.

56 Als sie aber zurückgekehrt waren, bereiteten sie Spezereien und Salben; und den Sabbath über ruhten sie nach dem Gebot.

 

Кapitel 24.

1 An dem ersten Wochentage aber in der Frühe kamen sie zu der Gruft, und brachten die Spezereien, die sie bereitet hatten, - und Einige mit ihnen.

2 Sie fanden aber den Stein von der Gruft abgewälzt.

3 Und als sie hineintraten, fanden sie den Leib des Herrn Jesu nicht.

4 Und es geschah, als sie darüber ganz verlegen waren, - und siehe! - zwei Männer in strahlenden Kleidern standen bei ihnen.

5 Als sie aber erschreckt wurden und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen jene zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen unter den Toten.

6 Er ist nicht hier, sondern Er ist auferweckt. Gedenket, wie Er zu euch geredet, als Er noch in Galiläa war,

7 sagend: "Der Sohn des Menschen muß in sündiger Menschen Hände überliefert und gekreuzigt werden, und am dritten Tage auferstehen.

8 Und sie gedachten an Seine Worte;

9 und sie kehrten von der Gruft zurück, und berichteten dies Alles den Elfen und den übrigen Allen.

10 Es waren aber die Maria Magdalena und Johanna und Maria, die Mutter Jakobi und die übrigen Weiber mit ihnen, welche dies den Aposteln sagten.

11 Und ihre Reden schienen vor ihnen wie Märchen, und sie glaubten ihnen nicht.

12 Petrus aber stand auf und lief zu der Gruft; und als er sich hineingebückt, sieht er die Leinen allein liegen, und er ging weg, sich bei sich selbst über Das verwundernd, was da geschehen war.

13 Und siehe! zwei von ihnen gingen an demselben Tage nach einem Dorfe, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt liegt, welches Emmaus heißt.

14 Und sie unterhielten sich zusammen über alles Dieses, welches sich zugetragen hatte.

15 Und es geschah, als sie sich unterhielten und sich einander befragten, daß Jesus selbst nahte und mit ihnen ging.

16 Ihre Augen aber wurden gehalten, Ihn nicht zu erkennen.

17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr, wandelnd, mit einander wechselt, und seid niedergeschlagen? -

18 Einer aber, mit Namen Kleophas, antwortete und sprach zu Ihm: Weilest Du als Fremdling allein in Jerusalem, daß Du die Dinge nicht weißt, welche in diesen Tagen in ihr geschehen sind? -

19 Und Er sprach zu ihnen: Welche? - Sie aber sprachen zu Ihm: Die von Jesu, dem Nazaräer, welcher ein Prophet war, mächtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk;

20 und daß Ihn unsere Hohenpriester und Obersten zum Urteil des Todes überlieferten und Ihn kreuzigten.

21 Wir aber hofften, daß Er Der sei, der Israel erlösen sollte. Doch auch bei alle dem ist es heute der dritte Tag, seit diese Dinge geschehen sind.

22 Aber auch einige Weiber der Unseren haben uns außer uns gebracht, welche am frühen Morgen zur Gruft gewesen sind;

23 und als sie Seinen Leib nicht fanden, kamen sie, sagend: daß sie ein Gesicht von Engeln gesehen hätten, welche sagen, daß Er lebe.

24 Und Einige der Unseren gingen nach der Gruft und fanden es so, wie es auch die Weiber gesagt hatten; Ihn aber fanden sie nicht. -

25 Und Er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen und von Herzen träge, zu glauben an Alles, was die Propheten geredet haben!

26 Mußte nicht der Christus dieses leiden, und in Seine Herrlichkeit eingehen?

27 Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte Er ihnen in allen den Schriften das, was Ihn betraf. -

28 Und sie nahten dem Dorfe, wohin sie gingen; und Er stellte Sich, als wollte Er weiter gehen.

29 Und sie nötigten Ihn, sagend: Bleibe bei uns; denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich geneigt. Und Er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. -

30 Und es geschah, als Er mit ihnen zu Tische lag, nahm Er Brot und segnete; und brechend reichte Er es ihnen.

31 Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten Ihn; aber Er ward ihnen unsichtbar.
32 Und sie sprachen zu einander: War unser Herz nicht brennend in uns, als Er auf dem Wege zu uns redete, und als Er uns die Schriften auftat? -

33 Und sie standen zur selbigen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und fanden die Elfe versammelt und die, welche mit ihnen waren,

34 sagend: Der Herr ist wirklich auferstanden und dem Simon erschienen! -

35 Und sie erzählten, was auf dem Wege geschehen war, und wie Er von ihnen an dem Brechen des Brotes erkannt worden sei.

36 Als sie aber dieses redeten, stand Jesus selbst in ihrer Mitte, und spricht zu ihnen: Friede euch! -

37 Sie aber waren erschreckt und in Furcht gesetzt, und meinten, sie sähen einen Geist. -

38 Und Er sprach zu ihnen: Was seid ihr bestürzt, und warum steigen in euren Herzen Gedanken auf?

39 Sehet Meine Hände und Meine Füße, daß Ich es selbst bin; betastet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß Ich habe. -

40 Und als Er dieses sagte, zeigte Er ihnen die Hände und Füße.

41 Da sie aber noch vor Freude nicht glaubten und sich verwunderten, sprach Er zu ihnen: Habt ihr hier etwas Eßbares? -

42 Sie aber reichten Ihm ein Stück gebratenen Fisch und von einer Honigscheibe.

43 Und Er nahm und aß vor ihnen.

44 Und Er sprach zu ihnen: Dies sind die Worte, die Ich zu euch geredet habe, als Ich noch bei euch war; "daß Alles, was von Mir im Gesetze Mosis und in den Propheten und Psalmen geschrieben steht, erfüllt werden muß." -

45 Da eröffnete Er ihnen das Verständnis, daß sie die Schriften verstanden.

46 Und Er sprach zu ihnen: Also steht geschrieben, und also mußte der Christus leiden und am dritten Tage aus den Toten auferstehen,

47 und in Seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden an alle die Nationen verkündigt werden, anfangend von Jerusalem.

48 Ihr aber seid Zeugen hiervon;

49 und siehe! Ich sende die Verheißung Meines Vaters auf euch. Ihr aber verbleibet in der Stadt Jerusalem, bis ihr mit Kraft aus der Höhe angetan werdet.

50 Er führte sie aber hinaus bis gen Bethanien, und hob Seine Hände auf und segnete sie.

51 Und es geschah, indem Er sie segnete, schied Er von ihnen, und ward hinaufgetragen in den Himmel.

52 Und sie huldigten Ihm, und kehrten mit großer Freude nach Jerusalem zurück.

53 Und sie waren alle Tage im Tempel, Gott lobend und preisend.