Liebe Geschwister,

es ist mir nach Jahren in der Gruppierung, die Darby gegründet hat, ein Anliegen, einiges zu sagen. Vieles ist dort sehr gut: Prophetie, das nahe Kommen des Herrn, Trennung von der Welt. Nur sind auch andere dunkle und falsche Dinge im System eingeschlossen. Der Gründer Darby war leider Calvinist, der nicht daran glaubte, dass das Heil für alle offen steht. Wer jedoch genau das glaubt, wird in der AV/den Exklusiven an den Rand gedrängt, gemieden, nicht gegrüßt, auch die mit ihm in Kontakt sind. Ein Bruder, den ich gut kenne und schätze, hat etwas gegen die falsche Erwählungslehre geschrieben, darauf kam es zu Aktionen hinter seinem Rücken, die ich nicht näher nennen will. Verleumdung bzw. Mobbing würde man dazu sagen.

Der Anspruch, dass der Herr Jesus nur in der Gruppe Darbys in der Mitte ist, hat bei mir und ich vermute auch bei anderen zu Hochmut geführt. Man schaut Geschwister aus den Benennungen mitleidig an, da sie den falschen Platz einnehmen, da nur in der Darby Gruppierung der Herr Jesus per System zu sein hat. Wir sind die einzigen, ist hingegen ein Hinweis auf Hochmut und keine Zeichen von Demut. Daher wird auch der Kontakt zu Ausscheidern abgebrochen, Freundschaften beendet etc. "damit man zur Einsicht kommt", dass man den einzig richtigen Platz am Tisch des Herrn wieder einnehmen sollte.

Die Probleme muss man beim Gründer Darby und auch Kelly suchen. Neben den prima Dingen sind dies die Kindertaufe Darbys. Gibt m.E. keine Zusammenkünfte auf biblischer Basis, wo so jemand zum Brotbrechen aufgenommen wird. In der AV sind jedoch sogar die Führer Kindertäufer (CB, MS). Wird als marginales Nebenthema bezeichnet, was es aber nicht ist.

Vor längerer Zeit wurde auf Betreiben von führenden Brüdern (W. Briem) die Lehre der Schrift der Einmütigkeit aufgegeben, sodass, wie geschehen, Personen gegen den Einspruch älterer Brüder zugelassen werden. D.h. eine Gruppe lässt zu, nicht, wie die Schrift sagt, alle, die das Brot brechen. Gegen eine Zulassung zu sein, bedeutet, Anfeindung, Mobbing, Stress und gemieden und geschnitten werden. Auch der Ausschluss von Wolfgang B. war nicht nach den Grundsätzen der Schrift, nämlich einmütig. Einige weitere Ausschlüsse und Aufnahmen könnte man aufzählen, die deutlich machen, dass sogar die Aufnahme in die Ortsgruppe anders als die Schrift es lehrt, vorgenommen wird. Man kann über WJO denken was man will, aber auch er und die übrigen, die mit ihm gingen, wurden nur von einem Teil der Ortsgruppe in D. Helger ausgeschlossen, der Rest, der gegen einen Ausschluss war, konnte gehen. D.h. der wichtige Grundsatz der Schrift ist nicht mehr vorhanden, ggf. war das früher noch gegeben, das müssen andere wissen.

Die Lehre, dass nur in der Gruppe-Darby der Herr allein sei, wird darauf basiert, dass ein weltweiter Verbund da ist. Das sei die Einheit des Leibes Christi. Ob und wo der Herr in der Mitte ist, kann man nicht per Systemzwang bewirkten, insbesondere, wenn falsche Lehren, wie der Calvinismus im System eingeschlossen sind, zudem Zulassungen zum Tisch der Herrn nach unbiblischen Methoden erfolgen, also gar nicht erfolgen, da die Schrift von Einmütigkeit reden, nicht von einer Zulassung einer klerikalen Gruppe.
Durch die weltweite Verzweigung hat sich leider auch die Auffassung Br. Darbys verbreitet, dass Gott nicht will, dass alle Menschen gerettet werden, sie hätten keinen freien Willen und die einen werden (ob sie wollen oder nicht gerettet, es gäbe angeblich keinen Widerstand der zum Heil erwählten gegen den Geist Gottes - vgl. aber Lukas 7.30 und viele andere Stellen). Dann kommen laut Kalvin/Darby/Kelly bedauernswerte Menschen auf die Welt, die nicht erwählt sind, und die vom Heil ausgeschlossen seien. Evangelisation ist also nur die Erwählten aufstöbern, die würden aber ohnehin auch so gerettet, da es nicht geht, dass sie, da erwählt, nicht gerettet werden. Eine schauderhafte Lehre Darbys, die durch seine Gruppe weltweit verbreitet wird, bis heute. Da ist Gott zum Monster und Ungeheuer macht, der Menschen vom Heil ausschließt, dann aber die Meinung ist, dass der Herr nur hier und sonst nirgends ist, bleibt nur der Selbstanspruch stehen. Ist in jeder Gruppierung mit totalitärem Anspruch, Zeugen Jehovas (wobei da kaum Christen sind), Katholizismus etc. Weltweite Verbünde sind auch da zu finden, das sagt per se nichts aus, ob es so nach Gottes Wort läuft, dass Gott sich an die Gruppe Darbys allein gebunden hat und alle dorthin gehen müssten, um ihren Platz am Tisch des Herrn einzunehmen. Man hörte es gerne und wenn man es immer wieder mantraartig hört, glaubt man es. Aber dann müsste es aber auch nach Gottes Wort laufen und ob ein Gott, der alle Menschen liebt und niemand vom Heil ausgeschlossen hat, wie in der AV gedacht, gerade nur dort allein ist, wo er so falsch dargestellt wird, nicht nur damals von Darby, Kelly, die Sache zieht sich durch bis heute. Ein Buch von HJH über die Opfer ist praktisch unlesbar, da es Gott so schauderhaft darstellt. WJO, CB, MS, GS konnten/können nicht anders als das nachschreiben, falls nicht, könnte man gehen.

Es ist mir eine Anliegen allen, die Angst haben, die Gruppe zu verlassen, weil nur da der Herr allein sei, Mut zu machen, das einfach in Frage zu stellen. Ersparen kann ich aber keinem Aussteiger, wie in allen totalitären Gruppen, das Mobbing, die Ausgrenzung und den Abbruch von Freundschaften (die dann eben nur aufgrund der Gruppenzugehörigkeit waren, also gar keine sind). Davor haben viele Angst und bleiben im System gefangen, weil sie dann niemand mehr haben. Dann werden Kompromisse mit der Wahrheit gemacht, denn "wo soll man sonst hingehen". Da muss man durch und dann kann man wieder frei atmen. Ich lasse es für mich offen, wo und wo nicht der Herr in der Mitte ist, allerdings rede ich von dem Herrn, der will, dass alle Menschen gerettet werden, nicht nur bestimmte und die meisten nicht. Ob dieser Herr gerade da ist, wo das gar nicht von ihm geglaubt wird, lasse ich ebenfalls offen. Wenn zu viel Psychoterror ausgeübt wird, sollte man jedoch bald das Weite suchen, ich kenne nicht nur einen, der krank wurde, dann wieder gesund, als er weg war. Wir reden von körperlichen Symptomen, dann spätestens müsste man der Gesundheit wegen gehen.

Beim CLV gibt es eine Schrift (zum freien Download), dass die AV Gründer und Epigonen Calvinisten sind, daraus einige Zitate:

Erstens war John Nelson Darby, ein leidenschaftlicher Calvinist, kritisch gegenüber Moodys Arminianismus und skeptisch angesichts der Evangelisationskampagne
in Schottland – er bezweifelte, dass die Arbeit dauerhafte Ergebnisse zeitigen würde. Darby ist in der theologischen Fachwelt wahrscheinlich am ehesten

für seine Entwicklung des Dispensationalismus bekannt. Weniger bekannt ist allerdings die Grundlage, auf der sein dispensationales
System ruhte, nämlich der Calvinismus. George Marsden konnte sagen: »Darby selbst war ein unnachgiebiger Calvinist. Seine Auslegung
der Bibel und der Geschichte ruhte fest auf der massiven Säule der göttlichen Souveränität, und er maß den Fähigkeiten des
Menschen so wenig Bedeutung wie möglich bei.«


"In Darbys Augen leugneten die Befürworter des freien Willens die Notwendigkeit der Gnade bei der Bekehrung.
»Das Johannesevangelium ist durch und durch das, was die Leute als ›calvinistisch‹ bezeichnen« [»John’s Gospel is thoroughly what men call
Calvinistic«]. Darby, CW, Bd. 26, S. 249 (1871).W. G. Turner berichtet in seiner Biografie über Darby von folgendem
Disput, den dieser mit dem amerikanischen Evangelisten D. L. Moody in Chicago hatte:
Mr Darby war von Mr Moody eingeladen worden, eine Reihe von Bibelvorträgen in der Farwell Hall zu halten. Diese wurden
von vielen besucht, die das Wort Gottes liebten, kamen aber leider zu einem abrupten Ende, als die beiden über die Frage der
Willensfreiheit aneinandergerieten. Mr Darby vertrat in dieser Hinsicht eine Überzeugung, die Mr Moody als extremen Calvinismus
ansah, und erklärte, der Wille des Menschen sei so verderbt, dass er nicht einmal imstande sei, sich erretten lassen zu
»wollen« … Mr Moody bestand darauf, dass der Mensch als verantwortliche Person von Gott aufgerufen würde, sich zu ihm zu
wenden, und verdammt würde, wenn er dies nicht tue … die Auseinandersetzung wurde eines Tages so hitzig, dass Mr Darby
plötzlich seine Bibel schloss und sich weigerte fortzufahren.

Mark R. Stevenson
Die Brüder und
die Lehren der Gnade
Wie stand die Brüderbewegung des
19. Jahrhunderts zur calvinistischen Heilslehre?
Christliche Literatur-Verbreitung e. V.
Ravensberger Bleiche 6 · 33649 Bielefeld
THE DOCTRINES OF GRACE IN AN UNEXPECTED PLACE
Calvinistic Soteriology in Nineteenth-Century Brethren Thought
Copyright © 2017 by Mark R. Stevenson
Published by Pickwick Publications