V4. Gott will, „dass alle Menschen errettet werden“. Das ist das erste
Ziel, das Gott erreichen möchte (Titus 2,11; 2. Petrus 3,9).
Es gibt niemanden, den Gott nicht retten will.
Gott will unterschiedslos Sünder retten. Alle haben gesündigt, alle
könnten gerettet werden (Röm 3,22b–25; 10,11–13).
Das hat der Mensch dann der seiner Fähigkeit zuzuschrieben dass er ja
oder nein sagen kann.
--
Die Hauptfrage berührt ein überaus weites Gebiet. Den allgemeinen
Begriff von „Wahrheit“ könnte man vielleicht so zusammenfassen:
Übereinstimmung einer Mitteilung oder Darstellung mit der Wirklichkeit.
Das trifft natürlich auch immer zu, wenn im Worte Gottes von „Wahrheit“
gesprochen wird, was ja viele Male der Fall ist im Alten und im Neuen
Testament.
Jedoch ist dieser Begriff nicht erschöpfend, wenn es sich um die
göttliche Wahrheit handelt.
Unter „göttlicher Wahrheit“ verstehen wir die von Gott ausgehende, in
Seinem Worte uns vorgestellte Wahrheit.
Wenn im Worte Gottes von Wahrheit gesprochen wird in Bezug auf den
Menschen, wie z. B. 2. Mos. 18,21: „... Männer der Wahrheit“; Jos.
24,14: „... fürchtet Jehova und dienet Ihm in Vollkommenheit und
Wahrheit“;
Ps. 15,2: „... der Wahrheit redet von Herzen“ usw.;
Röm. 9,1 und 1. Tim. 2,7: „Ich rede die Wahrheit (in Christo), ich lüge
nicht“; Eph. 4,25: „... redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten“,
da wissen wir, daß es sich um Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit Gott
gegenüber und Menschen gegenüber handelt.
Wenn wir aber lesen, daß der Herr Jesus gesagt hat: „Ich bin ... die
Wahrheit“; „Dein Wort ist Wahrheit“ (Joh. 14,6; 17,17) und was sonst
noch im Sinne des von Gott uns in Seinem Worte Gesagten als die
„Wahrheit“ vor uns tritt, dann fühlen wir, daß es sich um mehr als den
eingangs erwähnten allgemeinen Begriff handelt:
um die uns von Gott gegebene Offenbarung und das uns von Ihm gegebene
Licht, in dem wir uns und alles sehen können und sollen, in der
Vergangenheit und in der Gegenwart und auch im Blick auf die Zukunft, ja
sogar die Ewigkeit, wenn auch nicht immer alles dieses in der jeweiligen
Schriftstelle in den Vordergrund tritt.
|
An was alles zu denken ist, wenn wir von der „Wahrheit“ lesen,
wollen wir an Hand verschiedener Schriftstellen etwas zu
erkennen suchen. |
|||||||||
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Die Offenbarung Gottes ist fortschreitend geschehen, und
so auch die der Wahrheit. Er war aber in Seiner Offenbarung von
Anfang an derselbe:
|
Paulius zeigt den Korinthern den Unterschied
zwischen früher und benutzt den Namen des Herrn Jesus als Prüfstein.
Es ist unmöglich, dass der Geist Gottes in der Zusammenkunft der
Heiligen etwas tut, das zur Unehre des Herrn Jesus ist. Die Dämonen
werden alles in ihrer Macht Stehende versuchen, um den Namen des Herrn
Jesus verächtlich zu machen.
Wenn in der CosB (Christen ohne Sonderbekenntnis) jemand
aufsteht und sagt: „Verflucht sei Jesus“, so ist klar, dass
diese Person nicht vom Heiligen Geist geleitet wird, sondern von
Dämonen.
Dämonen wollen nichts lieber, als über den Namen des Herrn Jesus einen
Fluch zu bringen. Das gelingt ihnen zum Beispiel auch, wenn sie Gläubige
dazu bringen können, ein sündiges Leben zu führen.
Der Heilige Geist dagegen wird alles tun, um Ihn zu ehren und Ihm in der
Versammlung die Herrlichkeit zu geben, deren Er würdig ist. Er wird die
Gläubigen dazu bringen, ihr Leben in vollständigem Gehorsam dem Herrn
Jesus zu übergeben.
Dämonen erkennen den Herrn Jesus nicht als Herrn
an. In den Evangelien findet verschiedene Male eine Konfrontation
zwischen Dämonen und dem Herrn Jesus statt.
Dabei fällt auf, dass sie Ihn nie als „Herrn“ anreden. Wenn der Herr
Jesus jedoch im Friedensreich über das Weltall herrschen wird, werden
sie gezwungen werden, Ihn als Herrn anzuerkennen.
Das kannst du in Philipper 2 lesen, wo mit den „Unterirdischen“ die
Dämonen gemeint sind (Phil 2,9–11).
Auch ungläubige Menschen erkennen Ihn nicht als Herrn an. Sie rechnen
nicht mit seiner Herrschaft, sondern führen ihr eigenes Leben.
In Matthäus 7 liest du sogar von Menschen, die zwar sagen: „Herr, Herr“,
aber in ihrem Leben nicht nach seinem Willen gefragt haben (Mt 7,21).
Dem Namen nach wollen sie zwar Christen sein, aber sie gehen ihren
eigenen Weg.
Wo du das findest, hast du es nicht mit dem Werk des Heiligen Geistes zu
tun, sondern mit dem Werk von Dämonen. Ein Wiedergeborener wird mit
Achtung von Jesus sprechen und Ihn deshalb auch möglichst
„Herr“ Jesus nennen. In seinem Leben wird zu sehen sein, dass es mehr als
ein Lippenbekenntnis ist und dass er der Autorität des Herrn Jesus in
allen Bereichen seines Lebens Rechnung trägt. Wo du das findest,
hast du es nicht mit dem Werk von Dämonen zu tun, sondern mit dem Werk
des Heiligen Geistes.
Der Überrest aus der 70. DJW wird das „ganze
Israel“ bilden, das errettet werden wird.
Die gottlosen, ungläubigen Israeliten werden alle durch das Gericht
umgekommen sein. Was übrig bleibt, ist dann „ganz Israel“.
und sein Ende erreicht hat. >> Römer 11.26 Gott hat es abhauen
müssen (Vers 22), weil es nicht an seiner Güte geblieben ist.
Danach wird Gott sich dem Volk Israel wieder in seiner Liebe zuwenden.
Der Erretter kommt aus Zion, um sein Volk von ihren Feinden, die sie
vernichten wollen, zu befreien. Wie das alles geschehen wird, lesen wir
in vielen Prophezeiungen des Alten Testaments.
Nach der Vernichtung ihrer Feinde wird der Erretter die Gottlosigkeiten
von seinem Volk wegnehmen.
Nicht allein die Kinder Gottes werden
was in Jes 11 und 65 so anschaulich geschildert
Einschränkungen, die der Schöpfung wegen
Schöpfung wird dann in ihrer ganzen
noch nie so gesehen, wie sie eigentlich
der Sünde auferlegt sind, weggetan
Ereignisse des prophetischen Fahrplans.
hier sein Auftrag, die Gewissheit der
künftigen
Die Schöpfung wird nicht mehr in
Gottes wartet, wenn das nicht ihre eigene
Paulus überspringt die bevorstehenden
erwähnt. Als inspirierter Schreiber ist es
üblich mit seiner unübertrefflichen Fähigkeit.
sehnsüchtig auf die Offenbarung der Söhne
Du hast in den vorhergehenden Versen gesehen, dass
die Herrlichkeit des Sohnes als Haupt in zweierlei Hinsicht vorgestellt
wurde:
1. Er ist Haupt über die Schöpfung
2. Er ist Haupt in der Auferstehung
Du bekommst noch mehr Herrlichkeiten zu sehen, die
ebenfalls einerseits mit der alten Schöpfung und andererseits mit der
neuen Schöpfung oder Auferstehung in Verbindung stehen.
Genauso gibt es auch zwei Versöhnungen:
1. die der Schöpfung und
2. die der Heiligen (Gläubigen), die die Gemeinde
bilden (Verse 20–22).
Auch gibt es zwei Dienste, die aus Ihm
hervorkommen:
1. den Dienst des Evangeliums, das in der ganzen
Schöpfung gepredigt wird und
2. den Dienst für die Gemeinde (Verse 23–25) deK
Du hast in den vorhergehenden Versen gesehen, dass
die Herrlichkeit des Sohnes als Haupt in zweierlei Hinsicht vorgestellt
wurde:
1. Er ist Haupt über die Schöpfung
2. Er ist Haupt in der Auferstehung
Du bekommst noch mehr Herrlichkeiten zu sehen, die
ebenfalls einerseits mit der alten Schöpfung und andererseits mit der
neuen Schöpfung oder Auferstehung in Verbindung stehen.
Genauso gibt es auch zwei Versöhnungen:
1. die der Schöpfung und
2. die der Heiligen (Gläubigen), die die Gemeinde
bilden (Verse 20–22).
Auch gibt es zwei Dienste, die aus Ihm
hervorkommen:
1. den Dienst des Evangeliums, das in der ganzen
Schöpfung gepredigt wird und
2. den Dienst für die Gemeinde (Verse 23–25) deK
Es kommt eine Zeit, wo alles, was wir getan haben,
ans Licht kommen wird. Dann geht es nicht nur darum, was wir getan
haben, sondern vor allem auch darum, wie wir es getan haben. Die Motive,
die Überlegungen des Herzens, die uns dazu geführt haben, einen
bestimmten Dienst zu tun, werden dann offenbar werden.
Ist das etwas, wovor wir uns fürchten müssen? Ja –
wenn du auf deine eigene Ehre bedacht bist und wenn es dir wichtig ist,
was andere (Gläubige oder Ungläubige) über deinen Dienst denken. Nicht
aber, wenn es dir um die Ehre Gottes geht und du in dem Dienst für Ihn
treu sein willst.
Paulus betrachtete seinen ganzen Dienst vor dem Hintergrund des Kommens des Herrn. Erst wenn der Herr kommen wird, wird alles ganz klar werden, denn nur Er kann ein fehlerfreies Urteil fällen. Vor dieser Zeit ist jede Beurteilung der Motive, wie jemand Gott dient, nicht am Platz. „Und dann wird einem jeden sein Lob werden von Gott.“ Auf das Lob, das Gott erteilt, kommt es an.
Wir Christen sind nun die Träger des Zeugnisses,
das Gott von sich selbst in dieser Welt geben will. Israel hat beim
Ablegen dieses Zeugnisses versagt und ist deshalb beiseite gesetzt
worden.
Es besteht die Gefahr, dass wir Christen uns des
Platzes rühmen, den Gott uns gegeben hat. Wir glauben dann, besser zu
sein als Israel. Nun, wer nur ein wenig das Zeugnis kennt, das die
Christen in dieser Welt ablegen, wird sich davor hüten, sich zu rühmen.
Denk nur an Nordirland und den Libanon. Hinzu kommt noch, dass uns Gott
in seiner Gnade dieses Zeugnis anstelle von Israel anvertraut hat. Nur
auf diese Weise sind wir Teilhaber der Segnungen geworden, die Gott
seinem Volk geben wollte. Wir, von Natur Heiden, hatten auf nichts ein
Anrecht. Bedenke, dass nicht wir die Wurzel tragen, sondern die Wurzel
uns trägt. (Wenn du vergessen hast, was diese Bildersprache bedeutet, so
lies noch einmal den letzten Abschnitt.)
Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden
und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist , schloß
sich dem himmlischen Chor an und lobte Gott. In diesem Schlußteil des
allgemeinen Lobes sprachen die vier Gestalten ... Amen , und die
vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an .
Die Reprise des in diesen Versen ausgesprochenen
Gedankens findet sich in Vers 57 . Durch die Macht Gottes wird dem
fleischgewordenen Christus alles unterworfen werden (vgl. Phil 3,21 ),
er selbst aber wird Gott untertan sein. Damit findet das Werk des Sohnes
seine Erfüllung in der Herrlichkeit des Vaters (vgl. Joh 17,4-5 ). Das
ist auch die endgültige Bestimmung derGemeinde (vgl. 1Kor 10,31; Eph
1,6.12.14 ). Wenn Gott alles in allem (vgl. Röm 11,36 ) sein wird, wird
die neue Schöpfung vollendet sein, und der auferstandene Christus und
seine Gemeinde werden an dieser Vollendung teilhaben (vgl. Offb 22,1 ).
Johannes fuhr fort: Und ich hörte eine große Stimme
von dem Thron her . Das ist das letzte Mal von insgesamt zwanzig
Erwähnungen der "großen Stimme" im Buch der Offenbarung (das erste Mal
in Offb 5,2 ).
Die letzte Offenbarung vom Himmel machte deutlich,
daß Gott bei den Menschen wohnen wird, daß die Gläubigen sein Volk
bilden werden und er ihr Gott sein wird. Die Christen werden sich für
alle Ewigkeit einer neuen, engen Beziehung zu Gott erfreuen, wie sie in
einer Welt, in der es noch Sünde und Tod gibt, unmöglich ist. In der
neuen Welt wird es kein Leid mehr geben: Gott wird abwischen alle Tränen
von ihren Augen . Tod und Trauer, Schmerz und Weinen werden die Menschen
nicht mehr beschweren, denn das Erste ist vergangen .
Manche Menschen haben sich gefragt, ob es im Himmel
vielleicht eine Zeitlang Leid und Sorgen geben wird und sie dann, mit
der Erschaffung der neuen Welt, abgetan werden. Plausibler ist jedoch
die Deutung, daß der Himmel überhaupt nichts mit der gegenwärtigen Erde
zu tun hat.
Jesu lebenschenkende Macht kann einen Menschen vom Tod auferwecken ( Joh
11,43 ), alle, die in den Gräbern sind ( Joh 5,28-29 ), auferstehen
lassen und einen jeden aus dem geistlichen Tod in das ewige Leben
(V. 24 ) berufen. (Die Worte es kommt die Stunde stehen viermal im
Johannesevangelium: Joh 4,21.23;5,25.28 .)
Seine Hörer sollten sich nicht wundern , daß diejenigen, die glauben,
vom Tode zum Leben hindurchdringen (V. 24 ), denn in der Zukunft werden
alle auf sein Gebot hin auferstehen. Von dieser universalen Auferstehung
ist bereits in Dan 12,1 - 2 die Rede. Andere Textstellen sprechen davon,
daß die Auferstehung zum Leben, "die erste Auferstehung", in Stufen vor
sich gehen wird: die Gemeinde wird entrückt werden, die Heiligen aus der
Zeit der großen Trübsal werden beim zweiten Kommen des Herrn am Ende
dieser Zeit auferstehen. Die Auferstehung derer, die gerichtet werden,
wird dann am Ende des Tausendjährigen Reiches erfolgen ( Offb
20,11-15 ). Joh 5,28-29 ist eine der wenigen Stellen im
Johannesevangelium, die einen ausdrücklich eschatologischen Inhalt
haben.
Die Formulierungen "die Gutes getan haben" und "die aber Böses getan haben" ( ta phaula , "nichtsnutzige Dinge; vgl. Joh 3,20 ) mögen, für sich betrachtet, vielleicht zu der Schlußfolgerung verführen, daß man durch "gute Werke" gerettet oder aufgrund böser Taten verdammt wird, doch wenn man die johanneische Theologie im Zusammenhang betrachtet, verbietet sich ein solcher Gedanke (vgl. Joh 3,17-21;6,28-29 ). Die, die wirklich wiedergeboren sind, leben ein anderes Leben. Sie gehorchen Gott ( Joh 14,15 ), sie verlassen sich auf ihn ( Joh 15,5-7 ), und sie wandeln im Licht ( Joh 8,12; 1Joh 1,7 ). Sie sind gerettet durch das Lamm Gottes, das stellvertretend für sie die Strafe ihrer Sünde auf sich nimmt. Rettung bringt nur der Glaube an Christus. Doch wer den Sohn Gottes verwirft, verfällt dem Gericht ( Joh 3,36 ).
Das Bild des Feuers im Zusammenhang mit der Wiederkunft Christi findet sich auch an anderen Stellen im Neuen Testament ( 2Thes 1,7-8; Offb 18,8 ). Worin der Lohn des Fachmanns besteht, wird nicht im einzelnen angeführt, doch auf jeden Fall gehört das Lob dazu ( 1Kor 4,5 ). Der unfähige Baumeister wird zusehen müssen, wie sein Werk verbrennt, er selbst aber wird gerettet werden wieein brennender Zweig, der aus dem Feuer gerissen wird ( Am 4,11; Jud 1,23 ). Bevor sie in dieser Prüfung offenbar werden, können die oben genannten Materialien zusammen verwendet werden und sogar untrennbar erscheinen (vgl. Mt 13,30 ).
Danach wendet Paulus sich an einen ganz bestimmten Teil der christlichen
Gemeinde in Rom: Euch Heiden aber sage ich. Paulus benutzt in seinen
Briefen häufig Begriffe aus der mündlichen Rede, eine Tatsache, die in
bezug auf die Inspiration des Neuen Testaments bedeutsam ist. Er
bestätigt zunächst seine Sonderstellung als Apostel der Heiden (vgl. Apg
9,15; Gal 1,16; 2,7-8; Eph 3,8 ) und erklärt dann: Ich preise mein Amt .
Dieses Rühmen seines Auftrags unter den Heiden zielt möglicherweise zum
Teil darauf ab, die Eifersucht der Juden zu erregen ( Röm 11,11 ), um
vielleicht einige von ihnen retten zu können (vgl. Röm 9,1-4; Röm
10,1 ). Jeder Jude, der für Christus gewonnen wird, wird zu dem "durch
die Wahl der Gnade berufenen Rest" gehören. Daraufhin erinnert Paulus
seine heidnischen Leser daran, daß die Verwerfung Israels im Plan Gottes
die Versöhnung der Welt bedeutet, denn weil Israel Christus ablehnte,
wird das Evangelium nun den Heiden verkündigt. In der Schrift ist die
Versöhnung ein Werk Gottes, das er im Tod Christi vollbringt. Diese Tat
holt zwar den einzelnen noch nicht tatsächlich in eine Beziehung zu Gott
zurück, ist aber die Grundlage dafür, daß eine solche Beziehung
überhaupt hergestellt werden kann (vgl. 2Kor 5,18-20 ). In Vers 13 -
15 werden also die Wendungen "Reichtum für die Welt" und "Reichtum für
die Heiden" in Röm 11,12 erklärt. (Wenn ein Mensch durch den Glauben zu
Christus kommt, tritt Gottes Werk der Versöhnung für ihn in Kraft; er
geht eine Beziehung zu Gott ein und wird frei von allen geistlichen
Kräften, die dem entgegenstehen.)
Paulus ist überzeugt, daß Israels Straucheln nicht von Dauer ist: Was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten? Diese Frage dient der Erklärung der Wendung "wieviel mehr wird es Reichtum sein, wenn ihre Zahl voll wird" (V. 12 ). Israels "Annahme" Christi steht in Zusammenhang mit der "ersten Auferstehung" ( Offb 20,4-6 ), der Auferstehung des Lebens ( Joh 5,29 ). Dazu wird die Auferstehung der toten Heiligen bei der Entrückung ( 1Thes 4,13-18 ), derjenigen, die in der Zeit der Großen Trübsal den Märtyrertod starben ( Offb 20,4.5 b), und der Gläubigen aus der Zeit des Alten Testaments ( Dan 12,1-2 ) gehören. Bei der zweiten Auferstehung werden dann auch alle bösen Menschen, die gestorben sind, auferweckt und vor dem großen weißen Thron des Gerichts verurteilt werden ( Offb 20,5 a. 12-13 ). Die Lehre, daß die ganze Menschheit in einer einzigen allgemeinen Auferstehung zum Leben erweckt werden wird, setzt sich über die hier genannten Unterscheidungen hinweg.
Warum aber lebt Paulus so (V. 13 )? Weil Christus
so gelebt hat (vgl. Mk 3,21 ). Obwohl Christus göttliche Vorrechte
besaß, wurde er freiwillig ein Mensch und folgte dem Weg des Gehorsams
bis ans Kreuz ( Phil 2,6-8 ), wo er für alle starb (nicht nur für die
Erwählten, wie manche annehmen; vgl. 1Tim 2,6; 1Joh 2,2; Hebr 2,9 ).
Durch den Glauben ist Paulus Jesus in seinem Tod und seiner Auferstehung
gleich geworden ( Röm 6,3-4; Gal 2,20 ) und übt in seinem Leben nun jene
Selbstlosigkeit, die auch der Herr gelebt hat. Die Liebe Christi , die
ihn bekehrt hat, nötigt ihn dazu (vgl. 1Joh 3,16 ).
Später, in der Erörterung des "Amtes der Versöhnung" ( 2Kor 5,18-19 ), entwickelt Paulus die historischen und sachlichen Implikationen der Versöhnung, die Christus erwirkt hat, weiter. In den vorliegenden Versen geht es ihm zunächst um die subjektive Erfahrung der objektiven Heilstat Christi. Alle, die durch den Glauben an den Segnungen des Opfertodes Christi teilhaben (und nun geistlich leben ), sollen auf diese Gnade durch ein selbstloses Leben und die Mitwirkung am "Amt der Versöhnung" antworten. Sie sollen hinfort nicht sich selbst leben, sondern Christus. Daß Paulus so lebt, sollte den Korinthern ein Anlaß sein, sich seiner zu rühmen (V. 12 ).
Die Herrlichkeit, die Christus der Kirche gegeben hat, bezieht sich
wahrscheinlich auf die Herrlichkeit des Kreuzes (vgl. V. 1 - 5 ). Durch
die Erinnerung an Jesu Sühneopfer sollte die Kirche mit den Zielen
Gottes und seinem Heilsplan eins werden. Abermals wird die Einheit der
Christen ( damit sie eins seien ) mit der Einheit zwischen Sohn und
Vater verglichen (wie wir eins sind; vgl. V. 11.21 ). Diese Einheit wird
dadurch erzielt, daß Christus in den Gläubigen wohnt ( ich in ihnen ).
Das Ziel der Einheit der Gläubigen untereinander und mit Gott ist ein doppeltes: (a) die Welt soll an den göttlichen Auftrag des Sohnes glauben ( erkenne, daß du mich gesandt hast ), und (b) die Welt soll die Liebe Gottes zu den Gläubigen erkennen, die ebenso tief und unvergänglich ist wie die Liebe zu seinem Sohn (vgl. V. 26 ).
1Tim 4,9
Die Formel "das ist gewißlich wahr" kann in diesem Fall sowohl als
Bekräftigung der vorangegangenen Aussage verstanden werden (vgl. Tit 3,8
) oder sich auf die folgende Aussage beziehen (vgl. 1Tim 1,15 ). Hier
gilt wahrscheinlich das erste.
1Tim 4,10
Denn dafür , so sagt Paulus, arbeiten und kämpfen wir - nämlich, um in
der in Vers 8 erwähnten Frömmigkeit zu wachsen. Das Wort "kämpfen" ist
die Übersetzung des griechischen agonizometha ("Ich kämpfe
verzweifelt"), ebenfalls ein Terminus aus dem Bereich des Sports. Paulus
praktiziert also offensichtlich selbst, wozu er Timotheus soeben
aufgefordert hat (vgl. Kol 1,29 ). Mit der Wendung "wir haben unsre
Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt" wird das griechische Wort
Elpikamen wiedergegeben, eine Perfektform, die eine Handlung bezeichnet,
deren Folgen noch andauern, also die Fortdauer des Vertrauens, das der
Apostel in Gott setzt, betont. Paulus weiß, daß sein Kampf Sinn hat,
weil seine Hoffnung sich nicht auf sich selbst, irgendeine
Lebensphilosophie, andere Menschen oder eingebildete Götter stützt,
sondern auf den lebendigen Gott, welcher ist der Heiland aller Menschen,
besonders der Gläubigen . Das Wort "lebendig" greift dasselbe Adjektiv
in 1Tim 3,15 auf, während der Titel "Heiland" auf 1Tim 1,1 und 1Tim 2,3
zurückverweist. Erneut hält Paulus fest, daß Gott der Erlöser "aller
Menschen" ist (vgl. 1Tim 2,2.4.6 ), weil er will, daß alle gerettet
werden, und Christus als Lösegeld hingegeben hat ( 1Tim 2,6 ), um diese
Rettung zu erwirken. Dennoch ist Gott in ganz besonderer Weise der
Heiland der Gläubigen, weil nur in ihnen sein Erlösungswunsch Früchte
trägt.
1Tim 4,11
Timotheus, ein noch junger Mann mit wahrscheinlich nicht allzu großem
Selbstbewußtsein, neigte offensichtlich zu Schüchternheit und
Furchtsamkeit (vgl. 1Kor 16,10-11 ). Paulus fordert ihn deswegen zur
Entschiedenheit auf: "Dies gebiete ( parangelle , "bestehe darauf"; vgl.
auch 1Tim 5,7 und 1Tim 6,13 ) und lehre." Mit "dies" meint der Apostel
im allgemeinen die im vorliegenden Kontext gegebenen Anweisungen, doch
hier scheint der Begriff bewußt zweideutig gebraucht (vgl. 1Tim
3,14;4,6.15;5,7.21;6,2.11 ). Paulus spornt Timotheus zu Festigkeit und
Mut in seinem Amt an.
Offb 21,3-4
Johannes fuhr fort: Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her .
Das ist das letzte Mal von insgesamt zwanzig Erwähnungen der "großen
Stimme" im Buch der Offenbarung (das erste Mal in Offb 5,2 ).
Die letzte Offenbarung vom Himmel machte deutlich, daß Gott bei den
Menschen wohnen wird, daß die Gläubigen sein Volk bilden werden und
er ihr Gott sein wird. Die Christen werden sich für alle Ewigkeit einer
neuen, engen Beziehung zu Gott erfreuen, wie sie in einer Welt, in der
es noch Sünde und Tod gibt, unmöglich ist. In der neuen Welt wird es
kein Leid mehr geben: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen .
Tod und Trauer, Schmerz und Weinen werden die Menschen nicht mehr
beschweren, denn das Erste ist vergangen .
Manche Menschen haben sich gefragt, ob es im Himmel vielleicht eine Zeitlang Leid und Sorgen geben wird und sie dann, mit der Erschaffung der neuen Welt, abgetan werden. Plausibler ist jedoch die Deutung, daß der Himmel überhaupt nichts mit der gegenwärtigen Erde zu tun hat.