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Bakth Singh Leben und Werk

BAKHT SINGH - Ein kurzer Überblick über sein Leben und seinen Dienst.

 

Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren   Joh. 12,26

...redet er noch, obgleich er gestorben ist    Hebr. 11,4

 

Am Freitag, den 22 September 2000 kam der Verkehr in der indischen Stadt Hyderabad zum Erliegen. Das Gelände des Gemeindezentrums „Hebron“ und alle Haupt- und Nebenstrassen zwischen Golconda Cross Roads and dem Narayanaguda Friedhof waren ein See von Menschen, die auf ca. eine Viertelmillion geschätzt wurden. Geschäfte und Büros waren geschlossen und der Verkehr wurde umgeleitet.  Die Polizei bemühte sich vergeblich, die Menschenmassen des Leichenzugs in geordnete Bahnen zu lenken.  Der Zug brauchte  ca. drei Stunden, um die Strecke von „Hebron“ zum 3 km entfernten Friedhof zurückzulegen. Dieser Leichenzug war die größte Demonstration für das Evangelium, welche die Stadt jemals erlebt hat. Die Gläubigen bewegten sich singend zentimeterweise vorwärts, indem sie Bibeln und Transparente mit Bibelworten trugen. Es war ein gewaltiges Zeugnis für Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen.

 

Das war kein gewöhnlicher Leichenzug; es war ein Siegeszug zu Ehren Seines demütigen Dieners, welcher Seinem Herrn ca. 70 Jahre lang treu gedient hat. Es schien, als ob der Herr noch durch seinen Tod gewaltig wirkte.  Christus, der Herr wurde geehrt und gepriesen, indem diese gewaltige Zahl von Gläubigen durch ihr Zeugnis und die Verkündigung des Evangeliums die ganze Stadt in Bewegung versetzte. Es war gewaltig, unbeschreiblich. Die Menschen kletterten auf Bäume, befanden sich auf Balkonen und Dächern entlang der 3 km langen Chikkadapalli Road, um einen Blick auf den Sarg mit Bakht Singh zu werfen. Selbst die Kirchengeschichte berichtet kaum von einem derartig gewaltigen Leichenzug.

 

Außergewöhnliche Naturereignisse  vor und nach seinem Ableben zeigten uns, daß dieser Mann von Gott zum Bau Seiner Gemeinde und Seiner ewigen Herrlichkeit gesandt wurde. Ehe Bakht Singh am Sonntag, den 17. September früh morgens um 6.05 Uhr entschlief, gab es in Hyderabad und Umgebung ein Erdbeben mit unge-wöhnlichem und fortgesetztem Donner und Blitzen.  Alle Lichter erloschen und eine Zeitlang lag die Stadt im Dunkeln. Dann am Freitag, den 22. September, als um ½ Zwölf Uhr mittags der Sarg aus „Hebron“ getragen wurde, brach plötzlich die Sonne durch die dunklen Wolken und ein kreisrunder Regenbogen erschien am Himmel mit der Sonne im Mittelpunkt. Die Sonne war umgeben von einem Ring, der wie eine Krone aussah.  Nach Beendigung der Beerdigungsfeier verschwand der Regenbogen in den Wolken.  (Es gelang einem Bruder, von diesem Naturereignis  photographische Aufnahmen zu machen.) Während des Leichenzugs flogen Scharen von Tauben über die Köpfe der Menge.

Es  waren  Menschen aus allen Teilen Indiens und vielen Ländern der Welt gekommen, um ihren geistlichen Vater und dem  auserwählten  Werkzeug  Gottes die letzte Ehre zu erweisen. Über konfessionelle Grenzen hinweg kamen Menschen  verschiedener  Sprachen und  Hautfarben, aus den  Völkern  und  Stämmen  zusammen, um gemeinsam den Herrn für diesen Gottesmann zu preisen, der in Wahrheit eine Gabe Gottes an die weltweite Gemeinde Christi war. Der Leichnam war vom 17. bis 22. September in einem Kältesarg aufgebahrt, und mehr als 600.000 Menschen zogen in diesen Tagen an dem Sarg vorbei, um ihn die letzte Ehre zu erweisen.  Wenn noch Kirchengeschichte geschrieben wird, dann wird man von diesem Zeitabschnitt als der „Ära Bakht Singh“ sprechen.

 

Was ist der Grund für ein solches Maß an Liebe, Tränen und Wertschätzung für einen einfachen Gottesmann, der vor ca. 70 Jahren als ein unbekannter Wanderprediger in der damaligen englischen Kolonie Indien seinen Dienst begann?  Es gibt viele Gründe dafür; ich möchte lediglich sieben von ihnen erwähnen. Sein Leben und sein Dienst waren ein Beispiel des Lebens und Dienstes des Herrn Jesus Christus und des Apostel Paulus nach dem Grundsatz: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt's allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte. Wer sein Leben liebhat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt haßt, der wird's erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren (Joh. 12,24-26); sowie „ Aber ich achte der keines, ich halte mein Leben auch nicht selbst teuer, auf daß ich vollende meinen Lauf mit Freuden und den Dienst, den  ich empfangen habe von dem HERRN Jesus, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes“ (Apg. 20,24).

 

1)Er war ein Weizenkorn, willig in die Erde zu fallen und zu sterben.

2)Er folgte in den Fußtapfen Seines Meisters.

3)Er liebte den Herrn mehr als sein eigenes Leben.

4)Er achtete sein Leben nicht selbst teuer.

5)Er vollendete seinen Lauf mit Freuden.

6)Er erfüllte den Dienst, den er vom Herrn erhalten hatte.

7)Er bezeugte die Gnade Gottes durch sein vorbildliches Leben.

 

Bruder Bakht Singh war der geistliche Vater von Zehntausenden in Asien und ein Vorbild und eine Inspiration für viele Gläubige in allen Teilen der Welt.  Durch seinen Dienst entstanden einheimische Gemeinden nach neutestamentlichem Vorbild und Muster.  In gewisser Beziehung waren alle in Epheser 4,11 erwähnten Gaben in ihm vorhanden: „Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Dienstes, dadurch der Leib Christi erbaut werde“.  Kein anderer Diener Gottes wurde mehr als er gebraucht, um in Indien viele zu Gott und Seiner Gerechtigkeit zu führen. Er wurde von Gott gebraucht, um in seiner Generation in Indien und vielen Teilen der Welt einen großen geistlichen Einfluß auszuüben.  Auch er war nur ein Mensch mit seinen Fehlern und Schwächen; aber er konnte wie der Apostel Paulus sagen: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten“ (2.Tim. 4,7)

 

Bakht Singh wurde in einer hinduistischen Familie in Punjab (jetzt Teil von Pakistan) geboren und als Sikh erzogen. Nach seinen Abschluß an der Punjab Universität ging er nach England, um dort landwirtschaftlichen Maschinenbau zu studieren. 'Auf wunderbare Weise kam er 1929 zum Glauben an Jesus Christus.  Nach Abschluß seines Studiums kehre er 1933 nach Indien zurück, um dem Ruf Gottes zum Zeugnis unter seinem eigenen Volk zu folgen. Der Herr stellte ihm für seinen Dienst drei Bedingungen:

 

1)Schließe dich keiner Organisation an; diene allen gleichermaßen.

2)Mache keine eigenen Pläne; ich will dich Schritt für Schritt führen und leiten.

3)Laß keinen Menschen deine Bedürfnisse wissen; ich will dich versorgen.


Bakht Singh nahm die Bedingungen an und entschloß sich, im Gebet dem Herrn zu vertrauen, daß Er ihn führen und seine Pläne durch ihn verwirklichen werde. Als er in Bombay ankam, wurde sein Glaube auf eine schwere Probe gestellt. Seine Eltern waren gekommen, um ihn abzuholen. Er berichtete darüber mit seinen eigenen Worten:  „Als ich vom Schiff herunterkam, war das erste, was mein Vater sagte: 'Nur deine Mutter und ich wissen von deiner Bekehrung. Halte sie bitte geheim und bleibe nach außen hin weiterhin ein Sikh um der Ehre der Familie willen.  Du kannst deine Bibel lesen und in die Kirche gehen, aber sage niemanden, daß du ein Christ bist'.  Ich sagte: 'Kann ich leben, ohne zu atmen? Wenn Christen mein Leben ist, wie könnte ich dann ohne Ihn leben?'  Ich sagte ihm, daß ich mein ganzes Leben Christus übergeben habe.  Darauf sagte mein Vater: 'Wenn du die Sache nicht geheim halten kannst, dann kannst du nicht nach Hause kommen'“. So ließen ihn seine Eltern in Bombay und er begann dort zu wirken.  Er hatte den Herrn über seine Eltern und sein eigenes Leben gestellt. Auf diese Weise demonstrierte er wahre Nachfolge und Jüngerschaft.

 

Mit dem Verlangen, dem Ruf Gottes im damals noch ungeteilten Indien zu folgen, ging er durch vielerlei Prüfungen, doch der Herr trug ihn hindurch. Nachdem er einige Jahre als Wanderevangelist in Karachi und anderen Teilen Punjabs gewirkt hatte, schenkte der Herr durch seinen Dienst in Martinpur (jetzt in Pakistan) und an anderen Orten eine mächtig Erweckung.  Er sprach 1937 auf der „Sialkot Convention“, die hauptsächlich von der Presbyterianischen Kirche und anderen Denominationen organisiert wurde.  Er sprach über Lukas 24,5: „Was sucht ihr den Lebendigen unter den Toten?“  Seine Verkündigung elektrisierte die Zuhörer, Geistliche und Laien zugleich.  Der britische Kirchenhistoriker Dr. J. Edwin Orr, schrieb über ihn. „Bruder Bakht Singh steht den bedeutenden Evangelisten des Westen in nichts nach.  Er ist gewandt wie Finney, geradeheraus wie Moody. Er ist ein erstklassiger Bibellehrer an der Seite von Campbell Morgan oder Graham Scroggie.”

 

Bald war Bakht Singh unter den protestantischen Christen in ganz Indien bekannt. Die Nachricht von seinem ungewöhnlichen Leben und Dienst verbreitete sich durch Missionsberichte und Rundbrief in alle Welt.  Zu der Zeit war er der am meisten gesuchte Evangelist in Indien. Allein in einem Monat erhielt er mehr als 400 Einladungen.  1938 ging er nach Madras und wirkte auch in Kerala und in anderen Teilen Südindiens. Zehntausende bekehrten sich zu Christus. In Madras kam die ganze Stadt in Bewegung. Bis zu 12.000 Zuhörer kamen zu seiner Verkündigung. Kranke wurde geheilt, wenn Bakht Singh für sie betete, und selbst taubstumme konnten wieder hören und sprechen.

 

Dave Hunt schrieb: „Immer wenn die Gemeinde - der Leib Christi - durch Zeiten geistlicher Dürre geht, erweckt der Herr als Haupt Seiner Gemeinde auserwählte Werkzeuge, um geistliches Leben zurückzubringen“.  Ein solches auserwähltes Werkzeug war Bakht Singh. Obwohl viele sich durch seine Verkündigung bekehrten, wurden sie in den lauen Kirchen und Gemeinden nicht weitergeführt. Mit Fasten und Beten suchte er den Willen des Herrn, um dieses Problem zu lösen. Der Herr führte ihn und einige seiner Mitarbeiter, eine ganze Nacht im Gebet zu verbringen, um Gottes Plan und Willen für den künftigen Dienst zu erfahren. Der Herr  zeigte ihm und seinen Mitarbeitern, daß sie Gemeinden nach neu-testamentlichem Muster auf der Grundlage von Apg. 2,42  bilden sollten. Es wurden ihnen folgende Grundsätze hinsichtliche der Gemeine des Herrn klar, die im Wort Gottes geoffenbart sind und in allen Ländern ohne Kompromiß gelten:

 

                1)  Die Fülle Christi darzustellen (Eph. 1,22.23)

                2)  Die Einheit aller Gläubigen darzustellen  (Eph 2,14-19)

                3)  Seine Weisheit zu offenbaren (Eph. 3,9-11)

                4)  Seine Herrlichkeit zu offenbaren (Eph. 3,21).

 

        Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet  (Apg. 2,42)

 

Die erste Gemeinde wurde am 12. Juli 1941 in Madras gegründet.  Danach folgten Gemeindegründungen in vielen Teilen Indiens, Pakistans, Sri Lankas und  Australiens. Bakht Singh kann mit Recht der Vater der einheimischen Gemeinden Indiens genannt werden.

 

Am 25. September 1950 verlagerte sich des Zentrum des Wirkens nach Hyderabad, wo ihnen der Herr ein Gemeindezentrum schenkte. Das Werk des Herrn nahm weiter zu, und zwischen 1950 und 1970  erlebte Indien durch den Dienst von Bakht Singh und seinen Mitarbeitern das schnellste Gemeindewachstum in diesem Lande. Die Gemeinden wuchsen sowohl an Zahl als auch an geistlicher Qualität.

 

Dienste im Ausland

 

1946 reiste Bakht Singh zum ersten Mal zu Diensten nach Europa, USA und Kanada. Der Herr gebrauchte ihn besonders bei den „ Inter Varsity“ Studentenkonferenzen in Toronto. Einer der Teilnehmer war Jim Elliott, der zusammen mit 4 anderen amerikanischen Missionaren in Ecuador von den Auca Indianern ermordet wurde. Weitere Dienste führten Bakht Singh in verschiedene Länder Asiens und Afrikas.

 

In 1969/70 sprach Bakht Singh auf Einladung von Dr. Bob Finley von der "International Students Inc." auf der Missionskonferenz in Washington, D.C., um heimkehrenden christlichen Studenten und Akademikern die Bedeutung von neutestamentlichen Gemeinde-grundsätzen zu zeigen, wie sie bereits in Indien praktiziert wurden. In diesen Jahren reiste und diente er ausgiebig in verschiedenen Teilen der USA und Kanadas. So kam er auch nach Syracuse und ermutigte uns, auf den Grundsätzen von Apg. 2,42 als örtliche Gemeinde uns zu versammeln.  So wurde 1970 die International Assembly gegründet, die noch heute besteht. 1974 nahm er am Kongress für Weltevangelisation in Lausanne teil und bereiste verschiedene Länder Europas einschließlich Deutschland, Frankreich, Holland, die Schweiz und Großbritannien. Von 1974 bis 1983  führten wir jedes Jahr mit ihm und seinen Mitarbeitern Konferenzen in Syracuse durch. In Frankreich wurden seit 1977 ebenfalls derartige Konferenzen durchgeführt, an denen Gläubige aus vielen Ländern Europas und des Nahen Osten teilnahmen.

 

So gebrauchte Gott Bakht Singh als ein auserwähltes Werkzeug, um in allen Teilen der Welt das geistliche Leben vieler Menschen zu bereichern und zu fördern.  Er verkündigte Christus und die Vision der neutestamentlichen Gemeinde.  Viele fragten ihn nach dem Geheimnis seines geistlichen Lebens.  Hier sind einige der wichtigsten Punkte:

 

                1)  Seine völlige Abhängigkeit von dem lebendigen Gott.

 

                2)  Er akzeptierte die Bibel als das Wort Gottes und ermutigte die Gläubigen, ein eigene Bibel zu besitzen und im völligen Gehorsam gegenüber dem geoffenbarten Wort Gottes zu leben.
Seine tiefe Erkenntnis des Wortes Gottes und ein "photographisches Gedächtnis" waren sagenhaft.
Robert Finley, der Präsident der "Christian Aid Mission" sagte einmal:
 "Noch nie habe ich einen Menschen getroffen, der eine größere Erkenntnis und ein tieferes Verständnis der Bibel hatte als Bakht Singh.
 
Alle unsere Prediger und Bibellehrer im Westen erscheinen  vor diesem Gottesmann wir Kinder."

 

1965 traf er in England Dr. Martyn Lloyd-Jones, den bekannten Bibelausleger, und Rev. Keith Samuel, einem der Redner der "Keswick Convention". Sie sprachen mehrere Stunden lang mit Bakht Singh und stellten ihm viele biblische Fragen.  Seine Antworten versetzten diese Männer in Staunen. Als  Martyn Lloyd-Jones Bakht Singh fragte, woher er diese tiefe Erkenntnis und Einsicht in das Wort Gottes habe, antwortete er: "einfach durch das Lesen und Nachsinnen über Gottes Wort auf meinen Knien". 

Bis zu seiner Krankheit las er oftmals stundenlang das Wort Gottes auf Knien.  So offenbarte ihm der Geist Gottes die Wunder in Seinem Gesetz.

 
                   3)  Er suchte in allem den Willen Gottes und war bereit ihn zu tun, koste es was es wolle.

                   4)  Er hatte eine brennende Liebe zu Gott und zu den Seelen der Menschen.

5) Er betonte die Notwendigkeit wahrer Anbetung und ermutigte Brüder und Schwestern, den Herrn im Geist und in der Wahrheit anzubeten.

6)  Er förderte die Gemeinschaft unter den Geschwistern durch Liebesmahle.

7)  Von großer Wichtigkeit war die Einführung der  "Holy Convocations"  (Glaubenskonferenzen).  Die erste fand im Dezember 1941 in Madras statt und dauerte 19 Tage.

 

Norman Grubb, der damalige der Director von WEC (World Evangelization Crusade), sagte über diese Konferenzen: "Für uns aus dem Westen sind diese jährlichen Zusammenkünfte der eindrucksvollste Teil des Dienstes von Bakht Singh. ... Alljährlich kommen Tausenden von Menschen zusammen und werden untergebracht und verköstigt, ohne daß jemals über Geld gesprochen wird.  Hier ist jemand, der die Treue Gottes zu erproben wagt."

 

                8)  Die Einführung neutestamentlicher Grund-sätze in die Gemeinden.  Nachdem Norman Grubb 1950 Hyderabad besucht hatte, sagte er:  "Nach meiner Erfahrung kommen diese Gemeinden mit ihren neutestamentlichen Grundsätzen der urchristlichen Gemeinde und am nächsten und sind ein Muster für die Gründung und das Wachstum der Gemeinden auf allen Missionsfeldern."

 

                9)  Ein Leben im Glauben.  Bakht Singh war ein Mann des Glaubens.  Während seines ganzen Lebens vertraute er dem Herr, für alle seine Bedürfnisse zu sorgen. Der Herr ehrte seinen Glauben und  erfüllte nicht nur alle seine Bedürfnisse, sondern gebrauchte ihn auch zur Ermutigung des Volkes Gottes, dem Herrn für alle Bedürfnisse zu vertrauen.

 

                10)  Zeugnisprozessionen für Christus.  Bei allen evangelistischen Veranstaltungen wurden viele Freiver-sammlungen in allen Teilen der Stadt durchgeführt. Der längste Zeugnismarsch  fand jedoch bei seiner Beerdigung statt, als Hunderttausende seinem Sarg folgten. Selbst in seinem Tod folgten ihm seine Werke nach.

 

                11)  Sein Gebetsleben.  Bakht Singh war ein Mann des Gebets.  Er verbrachte Stunden auf seinen Knien, um Klarheit über den Willen Gottes hinsichtlich seines Dienstes zu erfahren.  Deshalb segnete ihn der Herr über alles menschliche Verstehen.

 

Wir alle sind dadurch, daß wir ihn gekannt haben und von ihm gelehrt worden sind, innerlich reicher geworden. Möge das Werk, welches durch Seinen Diener und die ersten Mitarbeiter wie Fred Flack, Raymond Golsworthy, John Carter, Dorairaj, Rajamani und andere nicht nur weiterhin Bestand haben, sondern auch bis zum Tag unseres Herrn Jesus Christus wachsen und gedeihen.  Und mögen wir uns vermehrt dem Herrn hingeben, um des Gelernte und Erfahrene zu verwirklichen, so daß in aller Welt Gemeinden nach neutestamentlichen Grundsätzen entstehen zur Erbauung Seiner Gemeinde und zu seiner ewigen Herrlichkeit.

 

(Übersetzt und bearbeitet nach einem Bericht von Dr. T.E. Koshy)

 

Einige Beobachtungen zu der Christenverfolgung in Indien

 

„Accept Christ, reject Pope“ sagte der Chef der RSS (Rastiya Sayam Sewak - National Volenteer Force) Mr. K.S. Sudersham, einem Zeitungsbericht im „Statesman“ vom 9. Okt. 2000 zufolge.  Er riet den Christen, einheimische Kirchen zu gründen, anstatt von ausländischen Weisungen abhängig zu sein. Da die indische Kirche vornehmlich römisch-katholisch sei, unterstehe sie mitsamt den Missionsgesellschaften einer fremdstaatlichen Macht, die sich im Gegensatz zu den nationalen Interessen Indiens befindet. Der römisch-katholischen Kirche wird vorgeworfen, einen bedeutenden wirtschaftlichen und politischen Einfluß auszuüben. Der Vizepräsident der BJP sagte: „Wir brauchen hier keine ausländischen Missionare. Indische Christen können ungehindert die Botschaft von Jesus Christus  verkünden. Den ausländischen Missionaren wird ein Mißbrauch religiöser Aktivitäten vorgeworfen. Offiziell besteht seit 1952 ein Einreiseverbot für ausländische Missionare. 

 

Obwohl von allen einheimischen unabhängigen Gemeinden bisher kein einziger zu Schaden gekommen ist, sind die Geschwister auch bereit, um das Evangeliums willen zu leiden. Sie haben keine politischen Ambitionen, die hauptsächlich in dem Staat Orissa der Grund für die Verfolgung ausländischer Missionswerke sind. Viele Stammesangehörige haben dort aus rein materiellen Gründen die christliche „Religion“ angenommen, wobei sie keine Lebensveränderung erfahren haben und weiterhin mit ihrer Stammesreligion in Ahnenkult und Magie verbunden bleiben. Mitunter werden sie in die Stammeskämpfe politischer Gruppierungen hineingezogen.

 

Die meisten Zwischenfälle ereigneten sich mit gemeinen Verbrechern.  So war der vermutete Mörder von Graham Staines und seinen Kindern der wegen vieler Delikte gesuchte Terrorist und Strassenräuber Dara Singh. Es sind zur Zeit gegen ihn 12 Gerichtsverfahren (auch wegen weitere Morde) anhängig, während die 'Mordsache Staines' noch immer in der Phase der Ermittlungen ist. Als Hauptangeklagter leugnet er eine Verwicklung in diesen Mord; aber gleichzeitig sagte er, daß er dieses Geschehen nicht bedauere. Und er fügt hinzu, daß er weiterhin gegen Zwangsbekehrungen von Hindus durch christliche Missionare kämpfen werde.

 

Eine Zeitung berichtete von einem Überfall auf eine Missionsschule, wobei auch  gewöhnliche Verbrecher am Werk waren, denen es nur um Geld ging.  Hier kann man nicht von einer Verfolgung des christlichen Glaubens sprechen. Diese Verbrecher wissen auch, daß bei den einheimischen Gemeinden in der Regel nichts zu holen ist, während sie bei den Missionen nicht zu Unrecht ausländisches Geld vermuten. Natürlich sind Schulen und Krankenhäuser an sich eine gute Sache und es ist nicht verkehrt, den Menschen auch in irdischen Nöten zu helfen und etwas für die Bildung zu tun. Das ist jedoch keine geistliche Arbeit im biblischen Sinne, denn Paulus und seine Mitarbeiter haben in diesen Dingen keinen Auftrag gesehen. Da ja seit 1952 die Einreise von Missionaren nach Indien offiziell untersagt ist, dienen diese humanitären Institutionen den Kirchen aus Vorwand für ihre Missionstätigkeit, was deutlicher gesagt Proselytenmacherei ist. Die derart „geköderten“ Menschen sind oftmals nur rein äußerlich Anhänger der christlichen Religion geworden und können ebenso schnell wieder in ihre alte Religion zurückkehren.

 

Man sollte erkennen, daß die Zeit der westlichen Missionare in Indien und Nepal vorbei ist. Indien braucht nicht des westliche dekadente Christentum.  Die Christen im Westen könnten ganz im Gegenteil viel von den indischen Gläubigen lernen. Was im Westen oftmals nur reine Theorie ist besitzen diese Gläubigen lebensmäßig.  Sie brauchen keine modernen, unbiblischen und von Menschen erdachten Methoden. Ich frage mich oft:  Wie konnte nur Paulus und seine Mitarbeiter ohne die heute als unerläßlich angesehene Expertenausbildung verbunden mit großem finanziellen Aufwand die ganze damalige Welt mit dem Evangelium erfüllen?  Liegt es vielleicht doch an den Menschen und nicht an den Methoden?

 

Werner Tietze