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Geschlechtsregister Widersprüche?
Die meisten Leute lesen die 3 mal vierzehn der obigen Stelle und
anstelle die drei mal vierzehn
zu finden,
versuchen sie eine einzige zweiundvierzig (42) zu finden.
Nun mal ehrlich,
wo spricht das Wort von zweiundvierzig Generationen?
Nirgendwo.
Stattdessen spricht das Wort von drei Gruppen von je vierzehn Generationen.
Welches sind diese Gruppen? Die Antwort der Schrift ist sehr deutlich:



Vorfahren Jesu  Wikipedia

Geschlechtsregister Widersprüche?

Bibelstelle(n): Matthäus 1; Lukas 3

1. EINE ALLGEMEINE ANTWORT

Die beiden Abschnitte Matthäus 1,1–17 und Lukas 3,23–38 enthalten zwei Geschlechtsregister oder Ahnenreihen des Herrn Jesus. Beide bestätigen seine Herkunft aus dem Königshaus Davids, weisen aber große Unterschiede auf, weil sie die Stammbäume von zwei verschiedenen Personen sind: Joseph und Maria.

Das Geschlechtsregister bei Matthäus geht in der Einleitung sowohl auf David, den ersten König nach Gottes Gedanken, als auch auf Abraham, den ersten Empfänger der Verheißungen Gottes,

zurück. In diesem Evangelium wird der Herr Jesus als „Sohn Davids“ aus dem Haus Israel, als der rechtmäßige Messias und König beschrieben. In Ihm wurden sowohl die Verheißungen an Abraham (1. Mose 22,18; Galater 3,16) und die Weissagungen über den Sohn Davids (Jeremia 23,5; Matthäus 22,42) erfüllt.

Alle Nachkommen Davids bis zur Babylonischen Gefangenschaft sind als gekrönte Könige aus dem AT bekannt. Es fehlen aber in dieser Liste die gottlosen Könige Ahasja, Joas, Amazja sowie Joahas und Jojakim. Jekonja, der als letzter König vor der Babylonischen Gefangenschaft genannt wird, ist identisch mit Jojakin (Jeremia 27,20). Die ersten drei waren Nachkommen der gottlosen Königin Athalja. Joahas war ein gottloser König, der nur drei Monate regierte (2. Könige 23,31). Durch die begründeten Auslassungen dieser Namen enthält jede der drei Perioden (Abraham – David, David – Babylonische Gefangenschaft, Babylonische Gefangenschaft – Christus) 14 Generationen.

Diese Zahlen sind geistlich-symbolisch zu verstehen, denn sie beinhalten die Formel 3x7x2, d.h. eine göttliche (3) Vollkommenheit (7) des Zeugnisses (2).

Die Auslassung der genannten Könige ist also kein Fehler von Matthäus, der als Jude natürlich wusste, wie die Könige Judas hießen.

Außerdem hätte ihn jeder einigermaßen schriftkundige Jude berichtigen können. Hier zeigt sich eine Gefahr bei der Übertragung von Denkweisen:
Die Forderung nach generationenmäßiger Vollständigkeit eines Geschlechtsregisters mag in der heutigen westlichen Welt als selbstverständlich erscheinen,
 für einen Juden war das anerkannte Geschlechtsregister als solches wichtig, nicht dessen penible Ausfüllung mit jeder einzelnen Generation.
Das sieht man auch, wenn man die Ahnentafeln in den ersten Kapiteln des ersten Buches der Chronika liest.

Dass es sich hier um den Stammbaum Josephs, des Mannes der Maria handelt, geht aus Matthäus 1,16 hervor, wo es am Schluss der Ahnenreihe heißt:
 „Jakob aber zeugte Joseph, den Mann der Maria, von der Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird.“ Nach dem Gesetz Israels war Jesus der Sohn Josephs.

Insgesamt gilt:

  • Der Vater-Sohn-Begriff überspannt manchmal mehrere Generationen. „Sohn“ bezeichnet in antiken Texten einen männlichen Nachfahren, der nicht unbedingt der leibliche Sohn sein muss.
  • Ebenso hat „Vater“ die Bedeutung als Vorfahre. So wird zum Beispiel Ahasja, der Sohn Jorams (2. Könige 8,24), als „Sohn Josaphats“ bezeichnet. Er war aber sein Enkel. So etwas ist auch aus nichtbiblischen Inschriften bekannt.
  • Auch der Begriff „zeugen“ meint nicht immer einen biologischen Prozess, sondern bezieht sich manchmal auf Abstammungslinien, wobei mehrere Generationen übersprungen werden können.

Das Geschlechtsregister in Lukas 3 stellt den Herrn Jesus in Übereinstimmung mit dem ganzen Charakter dieses Evangeliums als den vollkommenen Sohn des Menschen in seiner Erniedrigung vor. Als solcher ist Er mit dem ganzen Menschengeschlecht bis auf Adam verbunden, aber durch seine Mutter Maria. Deshalb schreibt Lukas auch unter der Leitung des Heiligen Geistes: „Und er, Jesus ... war, wie man meinte, ein Sohn Josephs...“ (Lukas 3,23). Im Unterschied und in Ergänzung zu Matthäus beweist Lukas, dass Maria, die Mutter des Herrn Jesus, aus dem Haus Davids stammt, wenn auch nicht über den Thronfolger Salomo, sondern durch seinen Bruder Nathan (Lukas 3,31; 2. Samuel 5,14; 1. Chronika 3,5).

2. WELCHER SOHN DAVIDS BEFINDET SICH IN DER ABSTAMMUNGSLINIE DES HERRN JESUS?

„Isai aber zeugte David, den König. David aber zeugte Salomo von der, die Urias Frau gewesen war“ (Matthäus 1,6).

„... des Menna, des Mattatha, des Nathan, des David“ (Lukas 3,31).

Wie oben angeführt, beschreibt Matthäus den Stammbaum des Herrn Jesus über seinen rechtlichen Vater Joseph.
Im Lukasevangelium wird dagegen die Stammeslinie über seine leibliche ???? Mutter Maria angeführt.  Maria selbst wurde erst durch Heirat Jüdin  sie ist geboene Levitin .
In dem König David treffen sich beide Linien.
 Deshalb erwähnt Matthäus Salomo als Vorfahre des Herrn Jesus. Lukas dagegen Nathan.
Das ist auch kein Widerspruch zum Alten Testament,
denn dort erfahren wir, dass David mehrere „Söhne in Hebron geboren wurden“ (2. Samuel 3,2–5) und weitere Söhne und Töchter, darunter auch Salomo und Nathan, „in Jerusalem geboren wurden“ (2. Samuel 5,13–16).

3. WER WAR DER VATER VON USSIJA?

„Asa aber zeugte Josaphat, Josaphat aber zeugte Joram, Joram aber zeugte Ussija“ (Matthäus 1,8).

„Und das ganze Volk von Juda nahm Ussija, der sechzehn Jahre alt war, und sie machten ihn zum König an seines Vaters Amazja statt“ (2. Chronika 26,1).

Amazja war der Vater Ussijas. Joram war ein weiter entfernter Vorfahre (vielleicht sein Großvater?).

4. WER WAR DER VATER VON JEKONJA?

„Josia aber zeugte Jekonja“ (Matthäus 1,11).

„Und die Söhne Josias: Der Erstgeborene: Jochanan; der zweite: Jojakim; der dritte: Zedekia; der vierte: Schallum. Und die Söhne Jojakims: dessen Sohn Jekonja, dessen Sohn Zedekia“ (1. Chronika 3,16).

Der Vater Jekonjas hieß Jojakim. Er wird in Matthäus 1 nicht erwähnt. Josia war der Großvater Jekonjas.

5 WAR JEKONJA ODER NERI DER VATER VON SCHEALTIEL?

„Nach der Wegführung nach Babylon aber zeugte Jekonja Schealtiel, Schealtiel aber zeugte Serubbabel“ (Matthäus 1,12).

„des Johanna, des Resa, des Serubbabel, des Schealtiel, des Neri“ (Lukas 3,27).

Es handelt sich hier um zwei verschiedene Personen mit Namen Schealtiel. Interessanterweise nannten beide einen Sohn Serubbabel. Das ist aber in der Antike nicht ungewöhnlich. So nannten sowohl Könige aus Juda wie auch Könige aus Israel ihre Söhne Joram und Ahasja (2. Könige 1,17; 8,16.25.). Auch bei den alten ägyptischen Dynastien findet man Ähnliches1.

6. WIE HIESS DER VATER SERUBBABELS UND WELCHER SEINER SÖHNE WAR EIN VORFAHRE VON JESUS CHRISTUS

„Nach der Wegführung nach Babylon aber zeugte Jekonja Schealtiel, Schealtiel aber zeugte Serubbabel, Serubbabel aber zeugte Abihud, Abihud aber zeugte Eljakim, Eljakim aber zeugte Azor“ (Matthäus 1,12.13).

„... des Johanna, des Resa, des Serubbabel, des Schealtiel, des Neri“ (Lukas 3,27).

„Und die Söhne Jekonjas: Assir; dessen Sohn Schealtiel, und Malkiram und Pedaja und Schenazar, Jekamja, Hoschama und Nebadja. Und die Söhne Pedajas: Serubbabel und Simei. Und die Söhne Serubbabels: Meschullam und Hananja; und Schelomit war ihre Schwester; und Haschuba und Ohel und Berekja und Hasadja, Juschab-Hesed, fünf“ (1. Chronika 3,17–20).

Nach Aussage des Matthäus-Evangeliums war Schealtiel der Vater von Serubbabel, nach 1. Chronika 3 hieß er allerdings Pedaja. Diese Schwierigkeit kann dadurch gelöst werden, dass Schealtiel (hebräisch: „Ich habe von Gott erbeten“) und Pedaja (hebräisch: „Der Herr hat erlöst“) unterschiedliche Namen ein und derselben Person waren. Pedaja besaß demnach den Zweitnamen Schealtiel oder neben seinem eigentlichen Namen noch einen Rufnamen.

Schealtiel in Lukas 3 ist wahrscheinlich eine ganz andere Person als die in Matthäus 1 erwähnte – auch wenn beide einen Sohn mit Namen Serubbabel besaßen. Pedaja-Schealtiel (1. Chronika 3,18 u. Matthäus 1,12) war wohl ein Enkel Jekonjas. Der König Jekonja (auch Jojakin genannt) regierte von 598–597 v. Chr. Sein Enkel lebte dann um ca. 540 v. Chr. Schealtiel (Lukas 3) stammt aus der 21. Generation nach David. David lebte ungefähr 1000 v. Chr. Wenn man pro Generation ungefähr 30 Jahre veranschlagt, lebte Schealtiel um 370 v. Chr. Damit ist offensichtlich, dass hier von ganz verschiedenen Personen – die allerdings den gleichen Namen trugen – die Rede ist.

7. WER WAR DER VATER JOSEPHS?

„Jakob aber zeugte Joseph, den Mann der Maria, von der Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird“ (Matthäus 1,16).

„Und er, Jesus, begann seinen Dienst, ungefähr dreißig Jahre alt, und war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, des Eli“ (Lukas 3,23).

In Matthäus 1,16 wird von der Zeugung Josephs durch Jakob, aber auch von der Tatsache gesprochen, dass Joseph der „Mann der Maria“ war. Wir haben also eindeutig den Stammbaum Josephs vor uns. In Lukas 3,23 heißt es jedoch: „Und er, Jesus ... war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, des Eli“. Im Lukasevangelium liegt demnach nicht der Stammbaum Josephs vor, sondern der der Maria. Erstens verläuft dieser bis zu David völlig anders (wenn beide sich auch bei Serubbabel und Schealtiel „treffen“, s. o.). Zweitens wird ausdrücklich nichts von einer „Zeugung“ Jesu durch Joseph gesagt, was ja völlig falsch gewesen wäre (vgl. Lukas 1,35), sondern das Wort sagt: „... und war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, des Eli“. Ebenso wenig lesen wir etwas von der Zeugung Josephs durch Eli. Im Gegenteil, es heißt sehr zurückhaltend und knapp: „des Eli“. Eli war nicht der Vater Josephs, sondern Marias und damit sein Schwiegervater. Außerdem zeigt der Ausdruck „wie man meinte“, dass es sich lediglich um eine öffentliche Annahme handelte, dass Jesus der leibliche Sohn Josephs sei. In Wirklichkeit war er es nicht.

8. WIE VIELE GENERATIONEN GAB ES ZWISCHEN DEM BABYLONISCHEN EXIL UND JESUS CHRISTUS?

„Abraham(1)2 zeugte Isaak(2); Isaak aber zeugte Jakob(3), Jakob aber zeugte Juda(4) und seine Brüder(4); Juda aber zeugte Perez(5) und Serach(5) von der Tamar; Perez aber zeugte Hezron(6), Hezron aber zeugte Ram(7), Ram aber zeugte Amminadab(8), Amminadab aber zeugte Nachschon(9), Nachschon aber zeugte Salmon(10), Salmon aber zeugte Boas(11) von der Rahab; Boas aber zeugte Obed(12) von der Ruth; Obed aber zeugte Isai(13), Isai aber zeugte David(14), den König. David aber zeugte Salomo(1) von der, die Urias Frau gewesen war; Salomo aber zeugte Rehabeam(2), Rehabeam aber zeugte Abija(3), Abija aber zeugte Asa(4), Asa aber zeugte Josaphat(5), Josaphat aber zeugte Joram(6), Joram aber zeugte Ussija(7), Ussija aber zeugte Jotham(8), Jotham aber zeugte Ahas(9), Ahas aber zeugte Hiskia(10), Hiskia aber zeugte Manasse(11), Manasse aber zeugte Amon(12), Amon aber zeugte Josia(13), Josia aber zeugte Jekonja(14) und seine Brüder(14) zur Zeit der Wegführung nach Babylon. Nach der Wegführung nach Babylon aber zeugte Jekonja(1) Schealtiel(2), Schealtiel aber zeugte Serubbabel(3), Serubbabel aber zeugte Abihud(4), Abihud aber zeugte Eljakim(5), Eljakim aber zeugte Azor(6), Azor aber zeugte Zadok(7), Zadok aber zeugte Achim(8), Achim aber zeugte Elihud(9), Elihud aber zeugte Eleasar(10), Eleasar aber zeugte Matthan(11), Matthan aber zeugte Jakob(12), Jakob aber zeugte Joseph(13), den Mann der Maria, von der Jesus(14) geboren wurde, der Christus genannt wird. So sind nun alle Geschlechter von Abraham bis auf David vierzehn Geschlechter, und von David bis zu der Wegführung nach Babylon vierzehn Geschlechter, und von der Wegführung nach Babylon bis auf den Christus vierzehn Geschlechter“ (Matthäus 1,2–17).

Der Stammbaum, wie er in Matthäus 1 aufgeführt wird, wird nach Vers 17 in drei Epochen mit je 14 Generationen unterteilt. Demnach müsste der Leser im Text 42 Generationen finden.
Das ist aber scheinbar nicht der Fall, denn er kommt nur auf 41 Namen[3].

Die erste Zeitepoche von Abraham bis David führt genau 14 Namen bzw. Generationen auf, die eben mit der Zeit Davids endet.
Auch in der folgenden Zeitspanne, die mit Salomo beginnt, finden sich 14 Generationen.
 Der Epochenwechsel ist in diesem Fall an eine Person gebunden, an den König David. Er darf deswegen auch nur einmal gezählt werden.

Der Wechsel von der zweiten zur dritten Zeitepoche ist aber nicht an eine Person, sondern an ein Ereignis gebunden, nämlich an die babylonische Gefangenschaft.
Genau in dieser Zeit lebte der König Jojakin, wie 2. Könige 24 und 25 berichten.

Im Alter von achtzehn Jahren begann seine Regierung.
Er regierte drei Monate und 10 Tage, in den Jahren 598 und 597 v. Chr., als Jerusalem von Nebukadnezar belagert und Juda in die babylonische Gefangenschaft geführt wurde.
Jojakin selbst wurde nach Babel weggeführt und dort 36 Jahre im Gefängnis gehalten.
Bei Beginn der Regierungszeit Ewil-Merodaks, des Sohnes Nebukadnezars, 562 v. Chr. wurde er aus dem Gefängnis herausgeführt und über andere gefangene Könige erhöht.
 Der Grund dafür war wohl Mitleid, das der babylonische König über den solange im Gefängnis sitzenden Jojakin hatte.
Jojakins Hauptlebensabschnitte bestanden demnach aus 18 Jahren Freiheit vor der babylonischen Gefangenschaft und anschließenden 36 Jahre Gefängnis nach der Wegführung in die babylonische Gefangenschaft.
 Außerdem wurde Jekonja vor der Wegführung geboren,
war bis zur Wegführung kinderlos und zeugte seine Kinder nach der Wegführung.
 Deshalb wird der König Jekonja zweimal aufgeführt, da er vor und in der Gefangenschaft in völlig verschiedenen sozialen Umständen lebte.
 So sind es genau 14 Generationen vor und 14 Generationen nach der babylonischen Gefangenschaft.
Es heißt in Vers 17 eben nicht von David bis auf Jekonja und von Jekonja bis auf Christus,
sondern: von David bis zur Wegführung, und von der Wegführung bis auf Christus.

9. WAR KENAN ODER ARPAKSAD DER VATER VON SCHELACH (SALA)?

„... des Serug, des Reghu, des Peleg, des Heber, des Sala, des Kenan, des Arpaksad, des Sem, des Noah, des Lamech“ (Lukas 3,35.36).

„Und Arpaksad lebte 35 Jahre und zeugte Schelach“ (1. Mose 11,12).

Der Vater von Schelach war Arpaksad. Das bestätigt auch das Alte Testament. Der Name Kenan in Lukas 3,35 kommt in einigen wichtigen Handschriften zum Lukasevangelium nicht vor.
Allerdings findet sich der Name Kain an in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments.
Vielleicht ist er von dort aus in einige neutestamentliche Abschriften gekommen.

An dieser Stelle lernen wir, dass wohl kein Geschlechtsregister vollständig ist.

Ein direkter Verwandtschaftsbezug ist manchmal nicht herstellbar. Es ist nicht das Ziel Gottes, uns eine vollständige Auflistung aller Generationen bis zur Zeit Adams zu geben.

Online seit dem 12.03.2017.

Fußnoten

  • 1In der 12. Dynastie hatte sowohl Amenemhet I und Amenemhet II jeweils einen Sohn mit Namen Senwosret, die ebenfalls auf dem Thron saßen.

    Ähnliches findet sich in der 18. Dynastie mit den Pharaonen Thutmosis III/IV, die jeweils einen Sohn Amenophis nannten. In der
    20. Dynastie hießen mit Ausnahme Sethnacht alle Herrscher Ramses, d. h. die Väter, Söhne, Enkel und Urenkel.
  • 2In Klammern sind die Generationen der entsprechenden Zeitepochen angeführt.
Es gibt eine größere Schwierigkeit bei dem Stammbaum in Lukas: Ist er die Linie von Josephs oder von Marias?
Frauen werden als Erbfolgen niemals direkt angeführt, jedoch wird Christus als
„Same der Frau" (
1. Mo 3,15),
 „geboren von einer Frau" (
Gal 4,4), „der Same Abrahams" (Heb 2,16),
„der Same Davids nach dem Fleisch" (
Rö 1,3; 2. Tim 2,8),
 „die Wurzel Davids" (
Off 22,16) vorgestellt.
Und da der Herr nicht der leibliche Sohn Josephs war, können diese Schriften nur durch seine Mutter erfüllt werden,
die ein direkter Nachkomme von David und Abraham sein musste.
Es ist deshalb besser zu erwägen, dass Lukas die direkte Nachkommenschaft durch Maria zeigt.
In Übereinstimmung mit diesem Gedanken kann gesehen werden, dass Matthäus,
wenn er von der Geburt des Herrn spricht, oft Joseph erwähnt aber seltener Maria,
während Lukas oft Maria erwähnt aber seltener Joseph.

Eine Frage, die die Leser des Neuen Testaments lange Zeit verwirrt hat, betrifft die unterschiedlichen Geschlechtsregister Jesu Christi, die in Matthäus 1 und Lukas 3 wiedergegeben werden. Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass beide Berichte die Abstammung Jesu durch seinen irdischen Vater Josef verfolgen, in welchem Falle wir vor einem offensichtlichen Widerspruch stünden, da Matthäus 1,6 Jakob als Josefs Vater angibt, während Lukas 3,23 uns sagt, dass Eli der Vater Josefs sei. Eine einleuchtende Lösung für diese Schwierigkeit bietet sich, wenn man erkennt, dass Matthäus uns tatsächlich die Abstammung Josefs angibt, Lukas aber die Genealogie Marias verfolgt. Dass Maria in Lukas 3 nicht erwähnt wird, liegt daran, dass sie schon mehrmals als Mutter Jesu genannt worden war.

Die übliche Praxis eines jüdischen Geschlechtsregisters besteht darin, den Vater, Großvater usw. der betreffenden Person anzugeben. Lukas folgt diesem Muster und erwähnt nicht den Namen Marias, wohl aber den des legalen Vaters. Doch Lukas fügt schnell hinzu, dass Josef nicht der wirkliche Vater Jesu ist, da Jesus von einer Jungfrau geboren wurde (Lukas 1,34-35).

Eine wörtliche Übersetzung von Lukas 3,23 würde lauten: »Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten Mal öffentlich auftrat. Man hielt ihn für den Sohn Josefs. Von Eli ...« Dies bedeutet keineswegs, dass Jesus ein Sohn des Eli war, sondern mütterlicherseits ein Nachkomme des Eli. Das Wort Sohn wird hier in weiterem Sinn verwendet.

So verfolgt Lukas die Wurzeln Jesu durch seine Mutter, Maria, die eine Nachfahrin des Eli usw. war. Josefs Name wird gemäß der üblichen Praxis nicht erwähnt, aber er wird eindeutig als angeblicher Vater Jesu dargestellt, und Gott als tatsächlicher Vater.

Der Sinn der beiden Geschlechtsregister ist zu zeigen, dass Jesus in vollem Sinne ein Nachkomme Davids war. Durch seinen Pflegevater, Josef, erbte er - nach dem Gesetz - die königliche Linie, während er durch seine Mutter in Fleisch und Blut ein Nachkomme König Davids war. So besaß Jesus die volle Berechtigung auf den Thron Davids.

Aus „Das kann ich nicht glauben! Antworten auf skeptische Fragen" von Josh McDowell. Christliche Literatur-Verbreitung (CLV), 33661 Bielefeld. Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Frage: "Warum ist Jesu Genealogie in Matthäus und Lukas so unterschiedlich?"

Antwort: 
Der Stammbaum Jesu kommt an zwei Stellen in der Schrift vor: in Matthäus 1 und in Lukas 3,23-38. Matthäus verfolgt den Stammbaum Jesu zurück bis auf Abraham. Lukas verfolgt den Stammbaum Jesu zurück bis auf Adam. Trotzdem sprechen gute Gründe für die Annahme, dass Matthäus und Lukas letztlich ganz unterschiedliche Stammbäume im Auge behalten. Zum Beispiel gibt Matthäus den Vater von Josef als Jakob an (Matthäus 1,16), wobei Lukas den Vater von Josef als Eli (Lukas 3,23) angibt. Matthäus verfolgt die Linie über Davids Sohn Salomo (Matthäus 1,6) und Lukas über Davids Sohn Nathan (Lukas 3,31). Tatsächlich sind den Stammbäumen von David bis Jesus nur zwei Namen gemeinsam: Serubbabel und Schealtiël (Matthäus 1,12; Lukas 3,27).

Manche behaupten, dass diese Unterschiede Beweise für Fehler in der Bibel seien. Die Juden waren jedoch übergenaue Schriftführer,
insbesondere wenn es um Stammbäume ging. Es ist unvorstellbar, dass Matthäus und Lukas zwei ganz unterschiedliche Stammbäume derselben Linie darstellen konnten.
Noch einmal:
Von David bis Jesus sind die Stammbäume völlig unterschiedlich. Sogar der Hinweis auf Serubbabel und Schealtiël ist wahrscheinlich ein Hinweis auf zwei Personen mit dem gleichen Namen. Matthäus stellt den Vater von Schealtiël als Jojachin vor, während Lukas ihn Neri nennt. Es sei normal, dass ein Mann mit dem Namen Schealtiël seinen Sohn Serubbabel nennen würde, falls man die bekannten Menschen mit diesen Namen in Betracht ziehen würde (siehe die Bücher Esra und Nehemia).


Eine weitere Erklärung, die vom Kirchenhistoriker Eusebius vertreten wird, wäre, dass Matthäus die Hauptlinie verfolgt, während Lukas die Existenz der „Schwagerehe“ (Leviratsehe) berücksichtigt. Wenn ein Mann starb, ohne Söhne zu haben, war es Sitte, dass sein Bruder seine Frau heiratet, damit sie einen Sohn bekommen konnte, der den Namen des Verstorbenen weiterführt. Nach der Theorie von Eusebius waren Melchi (Lukas 3,24) und Mattan (Matthäus 1,15) zu unterschiedlichen Zeiten mit derselben Frau verheiratet (in der Tradition lautet ihr Name Esther). Damit wären Eli (Lukas 3,23) und Jakob (Matthäus 1,15) Halbbrüder. Eli verstarb dann ohne einen Sohn, und so heiratete sein (Halb-)Bruder Jakob Elis Witwe, die Josef zur Welt brachte. Damit wäre Josef gesetzmäßig der „Sohn des Eli“ und biologisch der „Sohn des Jakob“. Somit zeichnen Matthäus und Lukas dieselbe Genealogie auf (die von Josef), aber Lukas folgt der gesetzmäßigen Linie, während Matthäus der biologischen folgt.

Heute vertreten die meisten konservativen Bibelgelehrten eine andere Ansicht, nämlich dass Lukas den Stammbaum von Maria wiedergibt, und Matthäus den Stammbaum Josefs. Matthäus verfolgt die Linie Josefs (des gesetzmäßigen Vaters Jesu) über Davids Sohn Salomo, während Lukas die Linie Marias (der Blutsverwandten Jesu) über Davids Sohn Nathan verfolgt. Es gab kein griechisches Wort für „Schwiegersohn” und Josef wäre daher als Elis Sohn bezeichnet worden, da er Elis Tochter Maria heiratete. Über beide Linien ist Jesus ein Nachkomme Davids und daher geeignet, der Messias zu sein. Einen Stammbaum über die mütterliche Linie zu verfolgen, wäre unüblich, aber so war es auch mit der Jungfrauengeburt. Lukas‘ Erklärung dazu ist, dass Jesus der Sohn von Josef war: „und wurde gehalten für einen Sohn Josefs” (Lukas 3,23).
 
Aus Soundwords von Peter Streitenberger 


Matthäus 1,11; Lukas 3,23-38

Mt 1,11: Josia aber zeugte Jekonja und seine Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon.

Lk 3,23: 
Und er, Jesus, begann seinen Dienst, ungefähr dreißig Jahre alt, und war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, des Eli … [Elberfelder 2003]

Zum Geschlechtsregister des Herrn Jesus Christus im Matthäus- und Lukasevangelium unter besonderer Betonung der Problematik in Lukas 3,23

Inhalt

A) Zur Thematik

Über die beiden Geschlechtsregister des Herrn Jesus Christus gab und gibt es kontroverse Lehrmeinungen bis hin zur Behauptung offensichtlicher Widersprüche. Zunächst sollen einige grundsätzliche Anmerkungen in die Problematik einführen und schließlich anhand von Textvergleichen eine Übersetzung geliefert werden, die die aufgeworfenen Probleme ausschließt.

1) Das Geschlechtsregister im Matthäusevangelium

Matthäus 1 zeigt, dass der Herr Jesus Christus, von der rechtlichen Seite her gesehen, seinen Anspruch auf den Königsthron über die Geschlechterreihenfolge der Könige Israels bis auf David herleitet.

Matthäus gibt die Abstammungsreihe von Abraham bis zu Joseph, dem Mann der Maria, wieder.

Jedoch entsteht ein Problem, dadurch dass in dieser Geschlechterfolge ein gewisser Jekonja – bzw. in Kurzform Konja (Mt 1,11) – auftaucht.

Dazu gibt es ein Gerichtswort in Jeremia:

  • Jer 22,30: So spricht der HERR: Schreibt diesen Mann [Anm.: Jekonja] auf als kinderlos, als einen Mann, dem nichts gelingt in seinen Tagen! Denn von seinen Nachkommen wird es nicht einem gelingen, auf dem Thron Davids zu sitzen und weiterhin über Juda zu herrschen.

Der Stiefvater des Herrn Jesus war jedoch direkter Nachkomme Jekonjas. Das bedeutet somit, dass er und seine Nachkommen vom Anspruch auf den Thron Davids ausgeschlossen sind. Das würde zur Folge haben, dass der Herr Jesus Christus, wenn Joseph sein Vater gewesen wäre, doch vom Königsthron ausgeschlossen gewesen wäre.

2) Das Geschlechtsregister im Lukasevangelium

Die einzige Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, bestand in der Geburt des Messias durch eine Jungfrau aus dem Haus Davids, die nicht von Jekonja abstammte.

Lukas zeigt, warum Jesus Christus den Anspruch auf den Königsthron legitimieren kann. Wie gezeigt, unterliegt Jesus Christus als von einer Jungfrau geboren nicht dem Ausschlusskriterium aufgrund der Abstammung Josephs über Jekonja.

Maria war echte Nachfahrin von David, jedoch ging ihre Abstammungslinie nicht über Jekonja.

B) Zur vermeintlichen Schwierigkeit der Deutung des Geschlechtsregister bei Lukas

Bei Vergleich der beiden Geschlechtsregister von Matthäus und Lukas wurde der Vorwurf erhoben, Joseph könne nicht Sohn des Jakob (nach Matthäus) und gleichzeitig Sohn des Eli (nach Lukas) sein. Angeblich liege hier ein offensichtlicher Widerspruch im Neuen Testament.

Andere wiederum behaupten, das Geschlechtsregister bei Lukas wäre lückenhaft und ließe Namen im Geschlechtsregister aus, um dem Widerspruch zu entgehen.

Matthäus 1,16 schreibt ja eindeutig (Schlachter 2000):

Mt 1,16: Jakob zeugte den Joseph, den Mann der Maria, von welcher Jesus geboren ist, der Christus genannt wird. [Schlachter 2000]

Folgende – dem kritischen Text von Nestle/Aland folgenden – Übersetzungen verschärfen in Lukas 3,23 diese Spannung:

a) Einheitsübersetzung:

Lk 3,23: Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten Mal öffentlich auftrat. Man hielt ihn für den Sohn Josephs. Die Vorfahren Josephs waren: Eli, […]

b) Hoffnung für alle:

Lk 3,23: Jesus begann seine große Aufgabe, als er ungefähr dreißig Jahre alt war. Die Leute kannten ihn als den Sohn Josephs. Josephs Vater war Eli, und dessen Vorfahren waren …

Es gilt somit folgende Frage zu klären: Sind in den Registern in Lukas als auch Matthäus die Vorfahren Josephs aufgelistet, wie die Einheitsübersetzung und Hoffnung für alle übersetzt? Das würde bedeuten, es handelt sich jeweils um das Abstammungsregister von Joseph.

C) Zur Text- und Übersetzungsfrage in Lukas 3,23

Der vorhergehende Vers in Lukas 3,22 muss als direkter Kontext in die Betrachtung einbezogen werden:  

Lk 3,22: Der Heilige Geist stieg in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab, und eine Stimme ertönte aus dem Himmel, die sprach: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen!

Der Mehrheitstext

Καὶ

αὐτὸς ἦν ὁ Ἰησοῦς

ὡσεὶ ἐτῶν τριάκοντα ἀρχόμενος

ὢν ὡς ἐνομίζετο υἱός Ἰωσὴφ

τοῦ Ἠλὶ 

τοῦ Ματθὰτ, τοῦ Λευὶ τοῦ Μελχὶ τοῦ Ἰαννὰ, τοῦ Ἰωσὴφ

Der kritische Text nach Nestle/Aland27:

καὶ

αὐτὸς ἦν Ἰησοῦς ἀρχόμενος

ὡσεὶ ἐτῶν τριάκοντα

ὢν υἱός

ὡςἐνομίζετο Ἰωσὴφ τοῦ Ἠλὶ

τοῦ Μαθθὰτ τοῦ Λευὶ τοῦ Μελχὶ τοῦ Ἰανναὶ τοῦ Ἰωσὴφ



Lukas 3,23:

Für die Wiedergabe des Mehrheitstextes schlage ich folgende Übersetzung vor:

„Und er (selbst), Jesus – seinen Dienst (bzw. Predigt) mit etwa dreißig Jahren beginnend, wobei er für einen Sohn Josephs gehalten wurde – war von Eli, von Mathan, von Levi …“

Etwas flüssiger wiedergegeben:

„Und Jesus selbst – der seinen Dienst mit etwa dreißig Jahren begann und für einen Sohn Josephs gehalten wurde – war von Eli, von Mathan, von Levi …“

Begründung:

  1. Als Hauptsatz wird Καὶ αὐτὸς ἦν ὁ Ἰησοῦς […] τοῦ Ἠλὶ gewertet: „Er – Jesus – selbst war von Eli.“ Das im Mehrheitstext freier schwebende ἦν wird also auf τοῦ Ἠλὶ bezogen.

    Das Wort ἦν würde nach den Vorstellungen der Einheitsübersetzung und der Hoffnung für alle syntaktisch hinter Ἰησοῦς gehören und deute somit eine periphrastische Konjugation bzw. ein Zusammengehören von ἦν und ἀρχόμενος an – etwa im Sinn „er war ein Anfangender“ bzw. „er war anfangend“. Diese Wortstellung macht eine Auflösung wie o.g. unmöglich.

    Von dem genannten Hauptsatz sind die beiden folgenden Nebensätze abhängig:
    ὡσεὶ ἐτῶν τριάκοντα ἀρχόμενος
    und: ὢν ὡς ἐνομίζετο υἱός Ἰωσὴφ

    Jahresangaben beim Menschenalter wie ὡσεὶ ἐτῶν τριάκοντα ἀρχόμενος werden im Lukasevangelium nie mit εἶναι angegeben, sondern frei konstruiert (Lk 2,37; 2,42; 8,42; 13,11; 13,16).

  2. Weiterführungen desselben Gedankens werden im Griechischen nicht mit καὶ, wie in Vers 23, sondern eher mit dem schwächeren δὲ angedeutet. Es ist offensichtlich, dass es zwischen Vers 22 und Vers 23 eine neue Akzentuierung bei Lukas gibt, wobei Jesus Christus im Mittelpunkt steht.

    Dazu kommt verstärkend die Verwendung des Personalpronomens αὐτὸς nach καὶ, das eine besondere Betonung angibt, da ja das Subjekt im Prädikat ἦν bereits vorhanden ist. Der bestimmte Artikel ὁ wird vor Ἰησοῦς von Nestle/Aland ausgelassen, daher ist hier keine Wiedergabe mit „er selbst, Jesus“ möglich.

    Wenn es Lukas also um die – von Vers 22 weiterführende – Feststellung ginge, dass Jesus der Sohn des Wohlgefallens des Vaters auch gleichzeitig der (Stief-)Sohn Josephs sei, wäre folgende Aussage in Vers 23 entsprechender: καὶ ὁ Ἰησοῦς ἦν υἱός Ἰωσὴφ

  3. Der Satzteil ὢν ὡς ἐνομίζετο υἱός Ἰωσὴφ wird als Einschub gesehen. Das Partizip Präsens kann evtl. sogar konzessiv aufgelöst werden: „obwohl“ bzw. „obzwar“ Jesus (von den Leuten) für einen Sohn Josephs gehalten wurde, war er – in Wirklichkeit – von Eli.

    Dass Jesus offensichtlich nicht der Sohn Josephs ist, stellt Lukas mit dem Passus ws enomizeto klar. Er wird lediglich von den Leuten dafür gehalten. Dass der allmächtige Gott der tatsächliche Vater Jesu Christi ist, hat Lukas bereits klargestellt. Die Verwendung des Imperfekt zeigt an, dass die Identifizierung des Herrn als Sohn Josephs nicht punktuell, sondern eine übliche Verwechslung war.

    Die besondere Betonung von αὐτὸς kann den Gegensatz zum Herrn als Sohn Gottes, der nach menschlicher Abstammung von Eli kommt, von den Menschen aber fälschlicher Weise für Josephs Sohn gehalten wurde, ausdrücken: Er – Jesus – war in Wirklichkeit Elis Sohn – obwohl die Leute Ihn üblicherweise für den Sohn Josephs hielten.

  4. Das Partizip ἀρχόμενος bedarf einer dem Kontext entsprechenden Ergänzung – also kann dieses Partizip mit z.B. „seine Predigt, seinen Dienst oder seinen Auftrag beginnend“ umschrieben werden.

  5. Der kritische NA-Text wird zurückgewiesen, da dieser missverständlich Joseph zum Sohn des Eli erklärt und somit Widersprüche aufwirft, die in Gottes Wort nicht vorhanden sein können.

  6. Ein weiterer Hinweis aus dem griechischen Text ist der Sachverhalt, dass bei allen Eigennamen des Geschlechtsregisters der bestimmte Artikel erwähnt wird: τοῦ Ἠλὶ τοῦ Ματθὰτ, τοῦ Λευὶ τοῦ Μελχὶ. Als ein Indiz, dass Joseph nicht in das Geschlechtsregister bei Lukas gehört, fällt das Fehlen des Artikels vor seinem Namen auf. Ebenso findet sich der bestimmte Artikel bei den Eigennamen im Geschlechtsregister bei Matthäus. Zudem ist nur bei Joseph das Wort υἱός erwähnt. Dies verdeutlicht ebenso die Trennung Josephs von dem Geschlechtsregister, dem er offensichtlich nicht angehört. Der Gegensatz kann somit darin gesehen werden, dass die Menschen Jesus für den Sohn Josephs hielten, der de facto doch von Eli abstammte – und da Er nicht Sohn, sondern Enkel des Eli war, wird υἱός nicht im Geschlechtsregister, das mit Eli beginnt, erwähnt. Lukas sagt also nicht aus, dass Jesus Christus der tatsächliche Sohn Elis war, sondern nur, dass Jesus von ihm abstammte.

D) Konsequenzen und Schlussfolgerung

Im Matthäusevangelium wird Joseph – der Stiefvater vom Herrn Jesus Christus – als Sohn des Jakob identifiziert. Der Anspruch des Herrn auf den Königsthron wird nicht beseitigt, obwohl Joseph ein Nachkomme Jekonjas ist, da Jesus von einer Jungfrau geboren wurde.

Im Lukasevangelium handelt es sich um das Geschlechtsregister der Maria, die im Männerstammbaum üblicherweise nicht erwähnt wird – sondern mit dem Vater Marias, nämlich Eli, endet. Seine Abstammung dem Fleische nach hat Jesus Christus über Maria, die eine Nachkommin Elis war. Jesus war somit dem Fleische nach ein Enkel Elis. Dieser wiederum kann sein Geschlecht bis auf Adam nachweisen.

Der Herr Jesus hat also als echter Sohn Davids – ohne Jechonja im Geschlechtsregister – von der natürlichen Abstammung her über Maria und von der rechtlichen Seite her über seinen Stiefvater Joseph Anspruch auf den Thron Davids, den er bei seinem zweiten Kommen antreten wird.

Die Übersetzung nach dem byzantinischen Text macht deutlich, dass es sich im Lukasevangelium definitiv nicht um das Geschlechtsregister von Joseph handeln kann. Zwischen dem Register im Matthäus- und dem im Lukasevangelium bestehen insofern keine Widersprüche in Bezug auf die Vaterschaft des Joseph. Joseph ist der Sohn des Jakob – Eli ist der Vater Marias, der Mutter des Herrn.


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  Kommentar zum Neuen Testament - William McDonald

Bibelstudium: Matthäus 1,1-17

Die Vorfahren Jesu

1 Dieses Buch berichtet die Geschichte von Jesus Christus. Er ist Davids und Abrahams Nachkomme, und das sind seine Vorfahren:2 Abraham - Isaak - Jakob (der Vater Judas und dessen Brüder) 3 Juda - Perez und Serach (Thamar war ihre Mutter) - Hezron 4 Ram - Amminadab - Nachschon 5 Salma - Boas (Sohn der Rahab) - Obed (Sohn der Ruth) - Jesse 6 König David - Salomo (seine Mutter war Urias Frau) 7 Rehabeam - Abia - Asa 8 Josaphat - Joram - Usia 9 Jotham - Ahas - Hiskia 10 Manasse - Amon - Josia 11 Jojachin und seine Brüder (zur Zeit der Verbannung in Babylon) 12 Sealthiel - Serubabel (nach der babylonischen Gefangenschaft) 13 Abiud - Eliakim - Asor 14 Zadok - Achim - Eliud 15 Eleasar - Matthan - Jakob. 16 Jakob war der Vater Josephs. Joseph war der Mann Marias. Sie war die Mutter Jesu Christi, des Sohnes Gottes. 17 Von Abraham bis zu König David sind es also vierzehn Generationen. Auch von David bis zur Verbannung in Babylon sind es vierzehn Generationen, und von dieser Zeit bis zu Christus noch einmal vierzehn.

Übersetzung: Hoffnung für Alle

Kommentar

Zoom
Wenn man das NT oberflächlich liest, dann kann das dazu führen, dass man sich wundert, warum es mit etwas scheinbar so langweiligem wie mit einem Geschlechtsregister beginnt. Man könnte zu dem Schluss kommen, dass man es übergehen sollte, um zu interessanteren Abschnitten zu kommen, weil man meint, dass diese Aufzählung von Namen nur eine geringe Bedeutung hat.

Dennoch ist dieser Stammbaum unverzichtbar. Er legt den Grundstein für alles Folgende. Wenn man nicht zeigen kann, dass Jesus der rechtmässige Nachfahre der Königslinie Davids ist, ist es unmöglich zu beweisen, dass er der Messias-König Israels ist. Matthäus beginnt seinen Bericht genau an der richtigen Stelle - mit dokumentarischen Beweisen, dass Jesus durch seinen Stiefvater Joseph das Recht auf den Thron Davids geerbt hat.

Dieser Stammbaum zeichnet die rechtmässige Abstammung Jesu als König von Israel auf; der Stammbaum im Lukasevangelium zeigt die direkte Abstammung als Sohn Davids. Das Mat-thäus-Evangelium verfolgt die königliche Linie von David über seinen Sohn und Thronfolger Salomo; Lukas verfolgt die Blutsverwandschaft von David über einen anderen Sohn, Nathan. Dieser Stammbaum schliesst mit Joseph, dessen Adoptivsohn Jesus war; der Stammbaum in Lukas 3 listet wahrscheinlich die Vorfahren Marias auf, deren leiblicher Sohn er war.

Ein Jahrtausend früher hatte Gott mit David eine Vereinbarung getroffen, die von David aus an keine Bedingung gebunden war. In ihr versprach Gott ihm ein Königreich, das für immer Bestand haben würde und ausserdem eine ununterbrochene Abstammungslinie der Herrscher (Ps 89,4.36.37). Dieser Bund ist nun in Christus erfüllt: Er ist der rechtmässige Thronerbe durch Joseph und der wirkliche Same durch Maria. Weil er für immer lebt, wird auch sein Reich für immer bestehen und er wird für immer als Sohn Davids leben, der grösser ist als sein Vorbild. Jesus vereinigte in seiner Person die beiden einzigen Möglichkeiten, auf den Thron Israels Anspruch zu erheben (die rechtmässige und die abstammungsmässige); weil er noch immer lebt, kann es keinen geben, der ihm dieses Recht streitig machen kann.

1,1-16 Die Eingangsformel "Buch des Geschlechts Jesu Christi, des Sohnes Abrahams" ist ähnlich dem Ausdruck in

1. Mose 5,1: "Das ist das Buch derGeschlechterfolge Adams." Genesis führt den ersten Adam ein, Matthäus den zweiten Adam. Der erste Adam war das Haupt der ersten oder materiellen Schöpfung. Christus, der zweite Adam, ist das Haupt der neuen oder geistlichen Schöpfung.

Das Thema dieses Evangeliums ist "Jesus Christus". Der Name Jesus zeigt ihn als Jahwe-Retter1), sein Titel "Christus" ("Der Gesalbte") weist ihn als den lang erwarteten Messias Israels aus. Der Titel "Sohn Davids" ist mit der Rolle des Messias und des Königs im AT eng verbunden. Der Titel "Sohn Abrahams" zeigt unseren Herrn als den Einen, der die endgültige Erfüllung des Versprechens an den Stammvater des hebräischen Volkes ist.

Der Stammbaum ist in drei historische Abschnitte gegliedert,
von Abraham bis Jesse,
von David bis Josia und
von Jojachin bis Joseph.

 Der erste Teil führt bis zu David,
 der zweite behandelt die Königszeit
 und der dritte hält die königliche Abstammungslinie vom Beginn des Exils (nach 586 v. Chr.) bis Jesus fest.

Es gibt viele interessante Einzelheiten in dieser Liste. Zum Beispiel werden in diesem Abschnitt vier Frauen erwähnt: Thamar, Rahab, Ruth und Bathsesba, (die Frau des Uria). Weil Frauen nur selten in den Stammbäumen im Osten erwähnt werden, ist es umso erstaunlicher, dass diese Frauen hier erwähnt sind, insbesondere, weil zwei von ihnen Huren waren (Thamar und Rahab), eine war eine Ehebrecherin (Bathseba) und zwei waren heidnischer Abstammung (Rahab und Ruth). Dass sie hier aufgeführt werden, ist eine Andeutung, dass das Kommen Christi den Sündern die Errettung, den Heiden die Gnade bringen würde, und dass in Christus alle Rassen- und Geschlechterschranken niedergerissen werden.

Interessant ist auch die Erwähnung des Königsnamens Jojachin. In Jeremia 22,30 spricht Gott einen Fluch über diesen Mann aus:

"So spricht der HERR: Schreibt diesen Mann auf als kinderlos, als einen Mann, dem nichts gelingt in seinen Tagen! Denn von seinen Nachkommen wird es nicht einem gelingen, auf dem Thron Davids zu sitzen und weiterhin über Juda zu herrschen."

Wenn Jesus wirklich der leibliche Sohn Josephs gewesen wäre, dann wäre er unter diesen Fluch gekommen. Doch musste er der rechtmässige Sohn Josephs werden, damit der das Anrecht auf den Thron Davids erben konnte. Das Problem wurde durch das Wunder der Jungfrauengeburt gelöst: Jesus war durch Joseph der rechtmässige Thronerbe. Er war leiblicher Sohn Davids durch Maria. Der Fluch über Jojachin traf nicht Maria oder ihre Kinder, da sie nicht von ihm abstammte.

1,17 Matthäus lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass es in den drei Teilen des Stammbaumes jeweils vierzehn Generationen gibt. Dennoch wissen wir aus dem AT, dass hier einige Namen in der Liste fehlen. Zum Beispiel regierten zwischen Joram und Usia (V. 8) Ahasja, Joas und Amazja als Könige (s. 2. Kön 8-14, 2. Chron 21-25).

Die Stammbäume von Matthäus und Lukas scheinen sich in zwei Namen zu überschneiden: Schealtiel und Serubbabel (Matth 1,12; Lk 3,27).
Es ist seltsam, dass Josephs und Marias Linien sich in diesen Männern vermischen und sich dann wieder trennen sollten.
Es wird noch schwieriger, wenn wir sehen, dass in beiden Evangelien Serubbabel ein Sohn Schealtiels ist,
während er in 1. Chronika 3,19 als Sohn des Pedajas aufgelistet wird.

Eine dritte Schwierigkeit ist, dass Matthäus 27 Generationen von
 David bis Jesus aufzählt,
während es bei Lukas 42 sind.
 Auch wenn die Evangelisten verschiedene Stammbäume auflisten, scheint es dennoch seltsam, dass wir einen solchen Unterschied in der Generationenzahl haben.

Welche Haltung sollte jemand, der die Bibel studiert, solchen Schwierigkeiten und Diskrepanzen gegenüber einnehmen? Erstens ist unsere Grundannahme, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist. Deshalb kann es keine Fehler enthalten. Zweitens ist es unendlich, da es die Unendlichkeit Gottes widerspiegelt. Wir können die fundamentalen Wahrheiten des Wortes Gottes verstehen, aber wir können niemals alles begreifen, was es enthält. So führt uns unser Ansatz zu dem Schluss, dass das Problem mit diesen Schwierigkeiten eher mit unserem mangelnden Wissen als mit einer Fehlbarkeit der Bibel zu tun hat. Biblische Probleme sollten uns herausfordern, nach Antworten zu forschen. "Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, die Ehre der Könige aber, eine Sache zu erforschen" (Spr 25,2).

Sorgfältige Studien von Historikern und Ausgrabungen von Archäologen haben nicht zeigen können, dass die Behauptungen der Bibel falsch sind. Was uns schwierig und widersprüchlich erscheinen mag, hat alles eine Erklärung, und diese Erklärungen sind voll von geistlicher Bedeutung und geistlichem Lohn.


Quelle: Kommentar zum Neuen Testament - William McDonald

https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=2548&jumped_id=939Der Stammbaum des Herrn Jesus wird in Matthäus 1 und Lukas 3 beschrieben. Entsprechend dem unverkennbaren Charakter von Matthäus, in welchem Christus als Messias und Sohn Davids dargestellt wird, beginnt der Stammbaum mit Abraham, während er in Lukas, wo Christus als Sohn des Menschen gezeigt wird, die Aufzählung bis auf „ein Sohn ... des Adam, des Gottes" zurückgeht. Beide Aufzählungen sind von Abraham bis David gleich, dann weichen sie voneinander ab, bis sie zu Salathiel und Serubbabel kommen, deren Namen in beiden Aufzählungen vorkommen; danach weichen sie wieder voneinander ab. Die Aufzählung in Lukas ist umfangreicher, und enthält von David bis Joseph 41 Namen, während in Matthäus nur 26 Namen vorkommen. Einige Namen wurden in Matthäus ausgelassen, und dies ermöglicht es den Stammbaum in drei Teile zu jeweils 14 Generationen einzuteilen. Josia wird als der Sohn Jorams genannt, aber nach 1. Chronika 3,11.12 (wo anstatt Josia Asarja gelesen wird, ebenso in 2. Kön 14,21), ist zu erkennen, dass drei Könige ausgelassen wurden: Ahasja, Joas und Amazja. Solche Auslassungen können auch in den Stammbäumen im A.T. gefunden werden. In 2. Chronika 22,9 wird Ahasja der Sohn von Josaphat genannt, obwohl er sein Enkel war; und beim Vergleichen der Stammbäume von 1. Chronika 6,3-15 mit Esra 7,1-5 werden sieben Namen gefunden die im letzteren ausgelassen werden.

Es ist beachtenswert das in Matthäus das Wort „zeugen" benutzt wird, während es in Lukas unbestimmter ist. Jesus war „angeblich" oder „erwiesenermaßen" der Sohn von Joseph und von Joseph heißt es, dass er „des Eli" war, ohne dass das Wort „zeugen" verwendet wird. Außerdem ist noch zu bemerken, dass nach dem jüdischen Gesetz bei einem kinderlos verstorbenen Mann sein Bruder ihm durch die Witwe Nachkommen zeugen sollte. Ein geborener Sohn wurde dann als der rechtmäßige Sohn des Verstorbenen anerkannt, während er eigentlich der direkte Sohn des Bruders war. Die Aufzählung in Matthäus ist eindeutig die königliche Linie; zwischen David und Salathiel werden zwölf Könige genannt, welche alle bei Lukas weggelassen werden. Da es die königliche Linie ist, muss es auch die direkte sein.

Es gibt eine größere Schwierigkeit bei dem Stammbaum in Lukas: Ist er die Linie von Josephs oder von Marias? Frauen werden als Erbfolgen niemals direkt angeführt, jedoch wird Christus als „Same der Frau" (1. Mo 3,15), „geboren von einer Frau" (Gal 4,4), „der Same Abrahams" (Heb 2,16), „der Same Davids nach dem Fleisch" (Rö 1,3; 2. Tim 2,8), „die Wurzel Davids" (Off 22,16) vorgestellt. Und da der Herr nicht der leibliche Sohn Josephs war, können diese Schriften nur durch seine Mutter erfüllt werden, die ein direkter Nachkomme von David und Abraham sein musste. Es ist deshalb besser zu erwägen, dass Lukas die direkte Nachkommenschaft durch Maria zeigt. In Übereinstimmung mit diesem Gedanken kann gesehen werden, dass Matthäus, wenn er von der Geburt des Herrn spricht, oft Joseph erwähnt aber seltener Maria, während Lukas oft Maria erwähnt aber seltener Joseph.

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https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=qa&answer_id=1
Im Geschlechtsregister in Matthäus stammt Joseph von der königlichen Linie Davids ab, obwohl er nicht der leibliche Vater Jesu ist. Und warum ist die Linie Marias nicht genannt?

Bibelstelle(n): Matthäus 1,16

Wenn auch Joseph nicht Jesu Vater war, galt er doch bei den Juden als solcher, wie aus bekannten Stellen hervorgeht. Darum ist im Evangelium Matthäus der Stammbaum Josephs nachgewiesen, damit Jesu Anwartschaft auf Davids Thronfolge auch vor dem menschlichen Gesetz voll legitimiert sei. Maria stammte von einer königlichen Nebenlinie, der eines Bruders Salomos, ab; ihr Stammbaum findet sich in Lukas 3, 33-38. Es gehören hier zum Verständnis zwei wichtige Umstände. Einmal hören wir in Jeremia 22, 24-30, dass die königliche Erbfolge mit Jekonja1, dem letzten Spross derselben auf dem Thron, um der Abtrünnigkeit willen, abgeschnitten sei; daher lief der Stammbaum aus einer Nebenlinie weiter, um die Erbfolge fortsetzen zu können. Ferner wurde in der Angelegenheit der Töchter Zelophchads (4. Mose 27 und 36) von Gott bestimmt, dass mangels Söhnen den Töchtern das volle Erbteil des Vaters mit allen Rechten gehöre; diese müssten aber nahe Verwandte des Vaters heiraten und ihre Männer im Geschlecht ihrer Frauen aufgehen, damit das Erbteil dem bisherigen Geschlecht erhalten bleibe. So war es nun im Falle Marias; sie war eine solche Erbtochter; denn wenn ein Bruder Marias dagewesen wäre, wäre Joseph nicht im Geschlechtsregister genannt. So aber trat er in das Geschlecht Marias ein und wird deshalb hier genannt, und dadurch ist Jesu Anwartschaft doppelt festgestellt.

C. I. Scofield

' (3, 23) Die Geschlechtsregister unseres Herrn, die in Mt. 1. 1-17 und Lk. 3. 23-38 gegeben werden,
haben Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten.

Wenn das Geschlechtsregister in Lukas
auch bis Adam zurückgeht und dasjenige in Matthäus nur bis Abraham,
so sind sie doch in den Generationen zwischen Abraham und David in völliger Übereinstimmung.
Bei dem Sohn Davids beginnt der große Unterschied, denn Lukas verfolgt die Vorfahren unseres Herrn von David an durch Nathan,
während Matthäus die königliche Linie durch Salomo zieht.
Die Namen Sealthiel, Serubabel und auch Matthat (Matthan in Mt.)
kommen in beiden vor, aber dann sind die Listen ganz verschieden.

Tatsächlich wird in dem einen Geschlechtsregister Jakob als Josephs Vater genannt,
und in dem andern wird Eli als solcher bezeichnet.
Zwei Ansichten wurden von gläubigen und wissenschaftlichen Auslegern vertreten. Manche glauben,
daß beide die Geschlechtsregister des Joseph sind,
daß das eine in Matthäus die gesetzlichen Nachkommen Davids bezeichnet,
um das Anrecht unseres Herrn an Davids Thron hervorzuheben,
während Lukas die besondere Linie gibt, zu der Joseph tatsächlich gehörte.
Die zweite Linie wird dann als Nebenlinie bezeichnet und wird rechtskräftig für die königliche Aufgabe,
falls die gesetzliche Linie dazu unfähig ist oder ausgelöscht wurde.
Eine einfachere Erklärung, und aller Wahrscheinlichkeit nach die einzig richtige, weist darauf hin, daß jeder Mensch
zwei (Geschlechtslinien hat — eine durch seinen Vater und eine andere durch seine Mutter —
so würde also Matthäus das Geschlechtsregister Josephs geben
(des Pflegevaters oder des gesetzlichen Vaters des Herrn, nicht seines wirklichen Vaters),
während Lukas das Geschlechtsregister Marias wiedergibt.
Diese Ansicht wird durch linguistische und historische Beweise erhärtet und sie wird von vielen
Bibelgelehrten vertreten.
Dazu kann man sich berufen auf
4. Mose 27, 1-11 und 36, 1—12, um in der Schrift einen ähnlichen Fall heranzuziehen,
der die Einsetzung von Josephs Namen in Lk. 3, 23 rechtfertigt.

Zu gleicher Zeit wird dadurch das Gericht, von dem in Jer. 22, 28-30 die Rede ist, ausgeschaltet
(siehe Mt. 1, 11, Fußnote).


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Eine Frage, die die Leser des Neuen Testaments lange Zeit verwirrt hat, betrifft die unterschiedlichen Geschlechtsregister Jesu Christi, die in Matthäus 1 und Lukas 3 wiedergegeben werden. Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass beide Berichte die Abstammung Jesu durch seinen irdischen Vater Josef verfolgen, in welchem Falle wir vor einem offensichtlichen Widerspruch stünden, da Matthäus 1,6 Jakob als Josefs Vater angibt, während Lukas 3,23 uns sagt, dass Eli der Vater Josefs sei. Eine einleuchtende Lösung für diese Schwierigkeit bietet sich, wenn man erkennt, dass Matthäus uns tatsächlich die Abstammung Josefs angibt, Lukas aber die Genealogie Marias verfolgt. Dass Maria in Lukas 3 nicht erwähnt wird, liegt daran, dass sie schon mehrmals als Mutter Jesu genannt worden war.

Die übliche Praxis eines jüdischen Geschlechtsregisters besteht darin, den Vater, Großvater usw. der betreffenden Person anzugeben. Lukas folgt diesem Muster und erwähnt nicht den Namen Marias, wohl aber den des legalen Vaters. Doch Lukas fügt schnell hinzu, dass Josef nicht der wirkliche Vater Jesu ist, da Jesus von einer Jungfrau geboren wurde (Lukas 1,34-35).

Eine wörtliche Übersetzung von Lukas 3,23 würde lauten: »Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten Mal öffentlich auftrat. Man hielt ihn für den Sohn Josefs. Von Eli ...« Dies bedeutet keineswegs, dass Jesus ein Sohn des Eli war, sondern mütterlicherseits ein Nachkomme des Eli. Das Wort Sohn wird hier in weiterem Sinn verwendet.

So verfolgt Lukas die Wurzeln Jesu durch seine Mutter, Maria, die eine Nachfahrin des Eli usw. war. Josefs Name wird gemäß der üblichen Praxis nicht erwähnt, aber er wird eindeutig als angeblicher Vater Jesu dargestellt, und Gott als tatsächlicher Vater.

Der Sinn der beiden Geschlechtsregister ist zu zeigen, dass Jesus in vollem Sinne ein Nachkomme Davids war. Durch seinen Pflegevater, Josef, erbte er - nach dem Gesetz - die königliche Linie, während er durch seine Mutter in Fleisch und Blut ein Nachkomme König Davids war. So besaß Jesus die volle Berechtigung auf den Thron Davids.

Aus „Das kann ich nicht glauben! Antworten auf skeptische Fragen" von Josh McDowell. Christliche Literatur-Verbreitung (CLV), 33661 Bielefeld.

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>>>https://haltefest.ch/1560-ein-koenigliches-geschlechtsregister-mit-5-frauen

Ein königliches Geschlechtsregister – mit 5 Frauen

Matthäus 1,1-17
 
Jahrgang: 2006 - Seite: 129
Verfasser: Manuel Seibel

Das Nachdenken über das Geschlechtsregister unseres Erlösers, das wir in Matthäus 1,1-17 finden, führt immer wieder zu Bewunderung. Welche Personen hat Gott, der HERR, ausgewählt, um Vorfahren des Menschen Jesus Christus zu sein? Schon die männlichen Vorfahren waren Personen, die zum Teil ein sündiges und trauriges Leben geführt haben. Wenn wir aber zu den erwähnten Frauen kommen, besonders zu den vier in den Versen 3-6 genannten, staunen wir wirklich. Wie konnte der Herr der Herren sich mit solchen Frauen verbinden? Und warum nennt Gott die Namen der weiblichen Vorfahren seines Messias, was in den damaligen Geschlechtsverzeichnissen ungewöhnlich war?

Alles deutet darauf hin, dass der Heilige Geist mit diesen Frauen Gedanken verbindet, die es wert sind, erforscht zu werden. Einerseits wollen wir dabei vorsichtig sein, da keine einzige direkte Erklärung gegeben wird. Anderseits ist allein die Tatsache ihrer Erwähnung eine Aufforderung an uns, darüber nachzudenken.

Gott leitet das erste der vier Evangelien mit drei Namen bzw. Titeln seines Sohnes ein. Es ist ein Buch des Geschlechts von Jesus Christus. Dagegen wird der Bericht von Markus «Evangelium Jesu Christi» genannt – also eine Botschaft über und von Jesus Christus. Lukas spricht von einem «Bericht» über das Leben Jesu. Johannes beginnt sein Evangelium ganz unvermittelt, indem er auf eine Zeit zurückgreift, die sich unseren Vorstellungen entzieht und nach unseren Massstäben nicht einmal Zeit genannt werden kann.

Matthäus will uns in seinem Buch das «Geschlecht Jesu Christi» darlegen. Damit wird die Wichtigkeit der Vorfahren und der Hauptperson selbst betont. Darüber hinaus verbinden wir mit dem Ausdruck «Geschlecht» aber auch die Geburt und das Leben dieser Person. Sogar an Nachkommen können wir denken. So ist es sicher nicht von ungefähr, dass gerade dieses Evangelium damit endet, dass es eigentlich gar nicht endet – es geht in der Vollendung der Zeitalter auf. Auch dann wirkt diese herrliche Person fort.

Wer ist diese herrliche Person?

Christus wird in Matthäus 1,1 wie folgt genannt:

  • Jesus Christus – der Mensch, der hier auf der Erde der wahre Messias ist; denn Christus (= der Gesalbte) ist die griechische Übersetzung des hebräischen Wortes Messias. Matthäus schreibt über den von Gott gesandten und gesalbten König Israels, der auch einmal der von diesem Volk und von allen Völkern anerkannte Gesalbte sein wird.
  • Sohn Davids – der rechtmässige Erbe des Königsthrones Davids. Er wird dieses Erbe antreten, wenn Er wiederum in den Erdkreis eintreten wird (Heb 1,6). Es gab viele Könige in Israel, aber nur Einer ist der wahre König über Israel.
  • Sohn Abrahams – der Erbe der Verheissungen, die weit über Israel hinausgehen und die sowohl mit den Sternen des Himmels als auch mit dem Sand des Meeres verglichen werden. Er ist der Erbe aller Verheissungen, seien sie himmlischer oder irdischer Natur. Er besitzt sie sowieso als der ewige Sohn Gottes – sie sind Ihm aber als dem Sohn des Menschen versprochen. Als solcher wird Er sie in Besitz nehmen und verwirklichen, denn Ihm ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben.

Der würdige König – ein würdiges Ahnengeschlecht?

Eine solch gewaltige Person muss Vorfahren haben, die der Würde dieser Person entsprechen – mögen wir denken. Und wenn wir dann dieses Geschlechtsregister von 3 mal 14 genannten Generationen genauer anschauen – dann sind wir schockiert. Es wimmelt nicht nur von Sündern – denn alle Menschen sind von Natur aus Sünder. Diese Liste enthält auch manche besonders schlimme Gestalten – denken wir an Rehabeam, den götzendienerischen Sohn Salomos, oder an Manasse, der Gott bis zum Äussersten gereizt hat, oder an seinen ebenso schlimmen Sohn Amon, oder an Jekonja usw.

Wenn man dann feststellt, dass es Gott gefallen hat, eine Reihe von Frauen in dieses Geschlechtsregister aufzunehmen, erwartet man umso mehr, dass sie einen hellen Glanz auf Christus werfen. Und das tun sie auch – aber in einer anderen Weise, als man zunächst annimmt. Welche Frauen werden genannt? Tamar, die Schwiegertochter Judas; Rahab, die Hure aus Jericho; Ruth, die Moabiterin; die Frau Urias, also Bathseba; Maria, die Frau von Joseph.

Wenn wir diese Frauen und ihre Lebensumstände im Alten Testament anschauen – Maria als unmittelbare Mutter Jesu nimmt unter ihnen zweifellos eine Sonderstellung ein –, sind wir erneut erstaunt. Es sind nicht die Heldinnen, die man erwarten könnte – Sara, Rebekka, vielleicht noch Lea. Nein, es sind Frauen, die sicher kein Zeitgenosse des Herrn oder auch kein König vor Ihm für nennenswert gehalten hätte. Sollten wir da nicht lernen, die Sicht und Einsicht unseres Herrn zu teilen?

Die Frauen im Geschlechtsregister – Personen der Verachtung

Wer waren diese vier Frauen, die im Rahmen der ersten 14 Geschlechter genannt werden, wenn wir Bathseba, die den Übergang zur zweiten Gruppe einleitet, mit zum ersten Teil rechnen?

  • Drei von ihnen waren Nicht-Israelitinnen – Tamar, Rahab, Ruth. Keine von ihnen hatte ursprünglich ein Anrecht auf die Verheissungen Israels, geschweige denn die Möglichkeit, in der Linie des Messias aufzutauchen.
    Tamar war vermutlich wie ihre Schwiegermutter eine Kanaaniterin, Rahab ebenfalls. Ruth war Moabiterin. Von Bathseba wissen wir die Volksherkunft nicht genau. Ihr Grossvater war wohl Ahitophel, der Giloniter (Gilo – heutiges Kurbet Jala – liegt auf dem Gebirge Juda, rund 10 km nördlich von Hebron; Jos 15,51), denn Bathseba war die Tochter Eliams, des Sohnes Ahitophels, des Giloniters (2. Sam 11,3; 23,34). Aber Bathsebas Mann, Uria, war ursprünglich kein Israelit, sondern ein Hethiter.
  • Drei von ihnen waren nicht Sünder wie alle Menschen, sondern hätten aufgrund ihrer Hurerei nach den Vorschriften Gottes eigentlich zum Tod verurteilt werden müssen: Tamar – denn ihr Kind war das direkte Ergebnis ihrer Hurerei; Rahab – deren früheres Leben aus der Prostitution bestand, auch wenn sie damals noch nicht zum Volk Gottes gehörte; Bathseba – die durch Hurerei mit David in die Königsfamilie kam.
  • Zwei von ihnen kamen direkt durch ihre Sünde in die Königslinie des Herrn: Tamar und Bathseba.
  • Bei zweien von ihnen waren die männlichen Vorfahren des Herrn die eigentlichen Schuldigen vor Gott: Juda und David. Sie suchten die schnelle Befriedigung sexueller Begierden auf Kosten des Gehorsams gegenüber Gottes Wort – in ihrem Fall durch Hurerei.
  • Zwei der vier Frauen waren nicht die ersten (und alleinigen) Ehefrauen ihrer Männer: Tamar war überhaupt nicht mit Juda verheiratet; Bathseba war vermutlich die achte Frau von David.
  • Bei drei von ihnen standen die Nachkommen gar nicht an erster Stelle in der «Thronfolge». Vor Tamars Sohn Perez wäre eigentlich Schela, der dritte Sohn Judas, in den Genuss des Erstgeburtsrechts gekommen. Ruths Sohn Obed hätte eigentlich ihrem ersten Mann Machlon oder sogar dessen Vater Elimelech zugerechnet werden müssen. Bathsebas Sohn Salomo war vermutlich der zehnte, auf jeden Fall nicht der erste Sohn Davids. Nur die souveräne Wahl Gottes führte sie ins Geschlechtsregister des Herrn Jesus.
  • Bei drei der vier Frauen können wir annehmen, dass sie deutlich jünger waren als die Väter ihrer Kinder: Tamar war die Schwiegertochter Judas; Ruth dürfte deutlich jünger als der wohlhabende Boas gewesen sein (Rt 3,10). Bathseba war die Enkeltochter Ahitophels, der wohl kaum zwei Generationen älter als David war. Somit wären diese Frauen normalerweise nicht in den Genuss gekommen, die Hauptlinie der Nachkommen «zu bestimmen».
  • Maria unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von den anderen vier Frauen. Sie selbst entsprosste aus dem Stamm Juda und aus der Linie Davids, aber nicht aus der königlichen (Lk 3,31). Sie war keine Hure, im Gegenteil: Als das Kind Jesus durch den Heiligen Geist in ihr gezeugt wurde, war sie eine Jungfrau, wenn auch mit Joseph verlobt. Sie war in dieser Hinsicht ein auserwähltes Gefäss, dass sie den Retter der Welt gebären durfte, denn auch sie war wie jeder Mensch eine Sünderin.

Immer noch bleibt die Frage offen: Warum bestimmte der Herr, dass diese fünf Frauen nicht nur Teil seiner Abstammungslinie würden, sondern als solche auch in Matthäus 1 namentlich genannt werden sollten? In den Augen der Juden waren es keine Frauen, die besondere Ehre auf den Namen des Messias brachten. Doch wir Menschen irren uns leicht im Urteil, wenn wir nicht die moralische Herrlichkeit des Herrn selbst vor unseren Herzen haben.

Die Herrlichkeit Christi erstrahlt

Die Herrlichkeit des Messias erstrahlte bei seinem ersten Kommen nicht in majestätischem Glanz. Es war vielmehr eine verborgene, moralische Schönheit, die der Glaube in Ihm erblickt. Johannes spricht davon, dass das ewige Wort Fleisch wurde (Joh 1,1.14). Matthäus nennt Jesus, den Sohn der Maria, «Emmanuel», d.h. Gott mit uns (Mt 1,21-23).

Gott wurde Mensch – das allein ist ein Akt unbegreiflicher Barmherzigkeit. Doch Gott wurde nicht Mensch, um unter den Besten der Menschen ein prachtvolles Leben zu führen. Er kam zu den Armen. War nicht auch Maria eine solche Arme? «Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße» (Lk 5,31.32).

Der ewige Sohn hat sich so sehr erniedrigt, dass Er sich mit den Kranken, den Sündern, den Verlorenen eins machte. Das lernen wir bereits in den ersten Versen des Berichts über «sein Geschlecht». Er war keiner von ihnen, sondern rein, heilig, vollkommen. Er wurde nicht zu einem Sünder. Das ist unmöglich! Aber Er erniedrigte sich so sehr, dass Er Mensch wurde, in seinem Leben die Schwachheiten und Krankheiten der Menschen auf sich nahm und am Kreuz unsere Sünden trug (Mt 8,17; 1. Pet 2,24). Welche Gnade!

Von uns Menschen kann sich keiner in dieser Weise erniedrigen. Wir alle sind nichts als Sünder gewesen. Aber Der, der weit über uns erhaben ist und keine Spur unseres erbärmlichen Daseins hätte auf sich nehmen müssen, ist in unsere Lebensumstände eingetreten. Das macht seine moralische Würde so unantastbar gross und huldvoll – Ihn aber zugleich sichtbar, anschaubar und betastbar (1. Joh 1,1).

Darüber hinaus erstrahlt in diesen fünf Frauen die ganze Gnade und Barmherzigkeit Dessen, der nicht nur König, sondern auch Erretter ist (Mt 1,21). Das Leben dieser Frauen erzählt eine Geschichte davon, was Errettung wirklich bedeutet. Nur durch sein Heil sind sie fähig geworden, Teil «seiner Geschichte» zu werden. Jede einzelne Biographie ist gewissermassen eine der leuchtenden Farben des Regenbogens, der vom Gericht und der Gnade im Werk Christi zeugt.

Strahlen der Gnade in den Biographien Gottes

Die vier ersten Frauen zeigen uns besonders die rettende Gnade Gottes im Leben von Menschen. Wenn diese Vorfahren des Herrn seine Barmherzigkeit erfuhren, werden die Geschlechter nach Ihm nicht die gleiche souveräne Gnade erleben dürfen? Die Geschichte dieser Frauen erinnert an unsere eigene Geschichte und an die Huld Gottes, die uns im Herrn Jesus geschenkt wurde.

Tamar

In ihr sehen wir das Bild ungeschminkter Sünde, d.h. sündiger Taten. Sie sündigte und hatte vorher diese Tat in ihrem Herzen vorgenommen. Ihr Schwiegervater, der Vater ihrer Zwillinge, war noch schuldiger. Er hatte ihr das ihr zustehende Recht einer Ehe mit seinem dritten Sohn versagt. Als er dann Tamar, die sich als Hure verkleidet und verhüllt hatte, sah und sie nicht erkannte, gab er sich einfach seinen Begierden hin. Schon seine Ehe mit der Tochter des kanaanitischen Mannes Schua war nicht nach den Gedanken Gottes gewesen. Sünde über Sünde! Diese führt zum Tod (Röm 6,23), in das ewige Gericht Gottes. Das wird deutlich aus dem angekündigten Gericht der Verbrennung (1. Mo 38,24), was dann allerdings nicht vollzogen wurde.

Gibt es keine Hoffnung für eine solche Sünderin? Doch! Wenn sie in Verbindung mit dem Gesalbten des HERRN kommt. Dafür hat Gott gesorgt – im Bild durch dieses Geschlechtsregister. Im Gegensatz zum Tod als Lohn der Sünde ist die Gnadengabe Gottes ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn (Röm 6,23). So wird Tamar das Leben geschenkt. Nun ist sie in der Lage, Frucht für Gott zu bringen (Rt 4,12).

Rahab

In ihr haben wir das Bild der sündigen Natur des Menschen. Sie hatte sich nicht nur einmal der Hurerei hingegeben, nein, das war ihr Leben und sozusagen Teil ihrer Natur geworden. Sie war als eine solche Person bekannt. Deshalb lesen wir immer wieder von Rahab, der Hure.

Gibt es keine Hoffnung für so jemand? Doch! Der Glaube, den Gott in einem Menschen bewirken will, führt den Sünder dazu, Gott zu erkennen, Ihn ernst zu nehmen und zu erkennen, dass Er ein Volk auf der Erde hat und es nur in Verbindung mit der Zugehörigkeit zu diesem Volk neues Leben gibt (Heb 11,6.31). Unter dem Volk Gottes begann für Rahab ein vollkommen neues Leben, ein Leben, das Werke des Glaubens zeigte (Jak 2,25).

Ruth

Sie zeigt uns das Bild einer Fremden, einer Feindin Gottes (Kol 1,21; Eph 2,12.17). Sie war eine Moabiterin, und die Moabiter waren die Feinde des Volkes Gottes und Feinde Gottes selbst. Das war die Herkunft dieser Frau. Sie hatte kein Anrecht auf irgendwelche Verheissungen Israels. Selbst das zehnte Geschlecht ihrer Nachkommen konnte nicht in die Versammlung Gottes kommen (5. Mo 23,4). Nehemia macht sogar deutlich, dass dies bedeutet, als Moabiter ewig von den Segnungen des Volkes Gottes ausgeschlossen zu sein (Neh 13,1).

Ist die Sache also hoffnungslos? Nein! Es gibt bei Gott Versöhnung, die durch die Gnade – die unverdiente Gunst Gottes – kommt, und die ein Mensch im Glauben annehmen muss (Eph 2,16; 2,8). Bei Ruth war dieser Glaube vorhanden, denn sie sagte zu Noomi: «Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.» Und doch war es diese unverdiente Gnade Gottes durch den Mann Boas, die aus der Fremden die geliebte Ehefrau Ruth machte, die die Urgrossmutter Davids wurde. Das Gesetz war unfähig zu helfen, und David wäre nie auf den Thron in Israel gekommen. Die Gnade aber war imstande, Unmögliches möglich zu machen. Dazu war neben der Gnade auch die Lösung, die Erlösung nötig (Rt 4,7-12; Eph 1,7). Ruth hat sie erfahren!

Bathseba

In dieser Frau sehen wir ein mehrfaches Bild. Zunächst fällt auf, dass in Matthäus 1,6 ihr Name nicht genannt wird. Manche Ausleger haben darauf hingewiesen, dass die Sünde von David mit Bathseba in Gottes Augen so abscheulich war, dass Bathseba hier nur als die, «die Urias Frau gewesen war», genannt werden kann.[1]

Ein anderer Gedanke scheint jedoch auch von Bedeutung zu sein. Das Augenmerk soll nicht so sehr auf Bathseba, sondern auf ihren Liebhaber und späteren Ehemann David gerichtet werden. Das in dieser Linie vielleicht grösste moralische Vorbild auf den Herrn Jesus – gerade den verworfenen Messias – wird hier durch eine gravierende Sünde befleckt. Der moralisch erhabenste König und Vorfahre des Herrn ist in gewisser Hinsicht ein schlimmerer König als alle anderen nach ihm. Vor diesem Hintergrund erstrahlt der wahre Sohn Davids, der dessen Wurzel und Geschlecht zugleich ist, in einem besonders hellen Licht.

Zusammen mit David stellt uns Bathseba den Menschen in seiner Schuld vor Gott dar, denn beide waren des Ehebruchs, der Hurerei und David zudem des anschliessenden Mordes schuldig.

Und wie sieht die Hoffnung für solche Personen aus? Es gibt das Bekenntnis der Schuld in Verbindung mit Buße, und dann Vergebung. Das sehen wir in 2. Samuel 12,13. Zugleich finden wir dort den Gedanken der Stellvertretung, denn der unschuldige Sohn Bathsebas, dessen Name uns interessanterweise nicht genannt wird, musste stellvertretend für David (und Bathseba) sterben.

Bathseba und David stellen auch Gläubige vor. Leider ist es so, dass auch solche, die eine Verbindung zu Gott haben, noch sündigen können. Doch auch für sie, die die Vergebung im Blick auf die Ewigkeit erfahren haben, gibt es in Bezug auf die gestörte Beziehung zwischen ihnen und ihrem Gott und Vater Vergebung (1. Joh 2,1.2; 1,9).

Schliesslich lernen wir aus der Begebenheit von David mit Bathseba: Aus dem Tod kommt Leben hervor. Das erste Baby – entsprungen aus der Sünde des Ehebruchs und der Hurerei – musste sterben. Dann konnte das Leben der Nachkommenschaft in Salomo hervorkommen. Auf uns bezogen gilt: Aus dem Tod des Herrn entsprang Leben für Gott (1. Joh 5,6-12).

Maria

Es bleibt noch Maria, die eine Sonderstellung einnimmt. Als Mensch gehörte sie zu den Sündern, wie alle übrigen auch. Doch hier ist sie das Bild einer Begnadeten (Lk 1,28), die durch die souveräne Wahl der Gnade Gottes zum Gefäss ausersehen wurde, das unseren Heiland zur Welt bringen durfte.

Dies alles – diese vielen Veränderungen in und an den Menschen – sind letztlich nichts anderes als Strahlen der Herrlichkeit unseres Herrn. Er selbst ist es, der diese Veränderungen in den erwähnten Frauen hervorgerufen hat. Ist Er es nicht, der Menschen mit sich in Verbindung bringt? Ist es nicht seine Person, die Glauben bewirkt und neues Leben schenkt? Wer ist der Erlöser und die Erscheinung der Gnade hier auf der Erde? Wer schenkt Leben aus dem Tod und Vergebung der Schuld? Wer ist der Versöhner? Ist es nicht Gott – hier als Sohn vor uns –, der auserwählt hat? Alles dient nur zu seinem Preis!

Die Anwendung auf uns

Es liegt auf der Hand, dass wir die Belehrungen, die wir aus den Geschichten dieser fünf Frauen ziehen können, auch auf uns anwenden dürfen. Jeder Mensch ist von Natur ein Sünder. Wir haben gesündigt, haben gegen Gott gehandelt und besitzen eine sündige Natur. Die meisten von uns gehörten zudem zu den Nationen und waren jeder Verheissung Israels entfremdet. Als Ungläubige – ob aus den Nationen oder aus den Juden – waren wir alle Feinde Gottes. Niemand ist unschuldig vor dem heiligen Gott.

Uns aber hat Gott im Herrn Jesus durch seine Gnade Vergebung, Erlösung, neues Leben, Leben aus dem Tod, Versöhnung, Gnade und die Energie sowie Werke des Glaubens geschenkt. In Ihm sind wir Auserwählte Gottes. Selbst wenn wir als Glaubende sündigen, ist Er es, der uns die Vergebung unserer Sünden für diese Erde schenkt.

Er allein ist der Urheber von allem. Er hat diese Segnungen bewirkt. Nur in Ihm sind wir die Gegenstände der auserwählenden Gnade Gottes. Wie gross macht das unseren Retter, der unser Herr und Meister ist! Seine Geschichte ist nicht nur ein Geschlechtsregister der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart. Als Kinder Gottes sind wir sozusagen der Same von Jesus Christus, die Frucht seiner Person und seines Werkes.

Das alles – so scheint es – wird in diesen wenigen Versen in Matthäus 1 vorgeschattet. Diese fünf Frauen stehen wirklich nicht zufällig im Geschlechtsregister von Jesus Christus. Sie erzählen uns etwas von seiner Herrlichkeit, aber auch von unserer Vergangenheit und von den Segnungen, die wir durch Ihn geschenkt bekommen haben.

[1] Könnte es nicht sogar sein, dass Gott die Ehre ihres Mannes hervorhebt, der für seine Frau und wegen ihrer Sünde gestorben ist? Weist dies nicht auf das hin, was Christus getan hat? Von seiner Hingabe und Treue her wäre Uria sogar besser geeignet gewesen, Vorfahre des Herrn zu werden, als es David in diesem Punkt sein konnte. Gott ehrt diesen Mann, indem Er ihn als einzigen, der nicht zu den Vorfahren des Messias gehört, in dessen Geschlechtsregister aufnimmt.








Die zwei Stammbäume von Jesus Christ



Die Stammbäume von Jesus Christus werden in Matthäus 1:1-17 und in Lukas 3:23-38 beschrieben. Wir sollten uns nicht darüber wundern,
dass wir zwei Stammbäume haben.
Jeder hat zwei Stammbäume: einen vom Vater und einen von der Mutter.
Nun ist der Vater Jesu Gott und so konnte er keinen Stammbaum von seinem natürlichen Vater haben.
Jedoch war sein rechtlicher Status in der Gesellschaft abhängig von dem Mann, von dem die Gesellschaft annahm, dass er sein Vater wäre, d.h. Josef.
Deshalb berichtet das Wort Gottes von zwei Stammbäumen.
 In Bezug auf diese zwei Stammbäume ergaben sich zwei angenommene Probleme.
Das erste Problem bezieht sich darauf, dass während es im Stammbaum von Matthäus (Matthäus 1:16) heißt:

"Jakob aber zeugte Josef, den Mann Marias,"
d.h. dass Josef ein Sohn Jakobs war, in dem betreffenden Stammbaum von Lukas heißt:

Lukas 3:23
"Und er selbst, Jesus, war ungefähr dreißig Jahre alt, als er auftrat, und war, wie man meinte, ein Sohn des Josef, des Eli, des Mattat, …"
Das Problem liegt normalerweise hier, da man diesen Stammbaum als den von Josef annahm. Aber dieser Stammbaum ist nicht der von Josef,
sondern der von JESUS. Jesus, der von der Gesellschaft als Sohn Josef’s galt, war der Sohn von Heli, der der Sohn von Mattat war, etc.
Er war nicht der Sohn von Heli über Josef, da gemäß Matthäus der Vater von Josef nicht Heli sondern Jakob war.
Durch wen war deshalb Jesus der Sohn von Heli? Die Antwort ist durch Maria natürlich1.

Darüber hinaus war noch ein anderer Umstand Grund für Kontroversen, nämlich die Zählung der Generationen in den Versen 17 von Matthäus 1, wo wir lesen:

Matthäus 1:17
"So sind nun alle Geschlechter von Abraham bis auf David vierzehn Geschlechter und von David bis zur Wegführung nach Babylon vierzehn Geschlechter
und von der Wegführung nach Babylon bis auf den Christus vierzehn Geschlechter."

Die meisten Leute lesen die 3 mal vierzehn der obigen Stelle und anstelle die drei mal vierzehn zu finden, versuchen sie eine einzige zweiundvierzig (42) zu finden.
Nun mal ehrlich, wo spricht das Wort von zweiundvierzig Generationen?
Nirgendwo. Stattdessen spricht das Wort von drei Gruppen von je vierzehn Generationen. Welches sind diese Gruppen? Die Antwort der Schrift ist sehr deutlich:

Die erste Gruppe geht von Abraham bis David. In der Tat:
"von Abraham bis auf David vierzehn Geschlechter"

Abraham, Isaak, Jakob, Judas, Perez, Hezron, Ram, Amminadab, Nachschon, Salmon, Boas, Obed, Isai, David.
Die zweite Gruppe ist die von David bis zur Wegführung nach Babylon. Viele machen den Fehler, dass sie anfangen, von Salomon an zu zählen,
trotz der Tatsache, dass das Wort „VON DAVID“ sagt. Wenn wir der Begrenzung der Schrift folgen, so haben wir:

"von David bis zur Wegführung nach Babylon vierzehn Geschlechter"

"David, Salomon, Rehabeam, Abija, Asa, Joschafat, Joram, Usija, Jotam, Ahas, Hiskia, Manasse, Amon, Josia"
Das ist die königliche Gruppe von vierzehn Generationen, da alle in dieser Gruppe Könige waren. Die Gruppe beginnt mit David und endet mit Josia,
dem letzten echten König des Königreiches.

Zu der dritten Gruppe wird uns gesagt, dass sie von der Wegführung nach Babylon bis zu Christus geht. In der Tat:
"von der Wegführung nach Babylon bis auf den Christus vierzehn Geschlechter"

Jojachin4, Schealtiël, Serubbabel, Abihud, Eljakim, Asor, Zadok, Achim, Eliud, Eleasar, Mattan, Jakob, Josef, Jesus.
Es ist deshalb sehr deutlich, wenn das Wort von drei Gruppen von vierzehn Generationen spricht, dann meint es das auch so.
Wenn wir nun zweiundvierzig Generationen suchen, dann suchen wir nach etwas, was das Wort so nicht sagt, und damit werden wir Probleme haben.


Fußnoten

1. Die Tatsache, dass wir anstelle von Maria’s Namen den von Josef haben, muss nicht befremdend wirken.
Wie ein Blick auf die vielen Stammbäume in der Bibel sagt, kann bestätigt werden, dass ein Frauenname äußerst selten vorkommt.
Das gilt genauso für die Stammbäume in Matthäus und Lukas, in denen keine Frau vorkommt. Der Grund dafür liegt wohl in den orientalischen Gebräuchen der Länder und Zeiten in der Bibel.

2. Trotz der Tatsache, dass Jojachin zweimal genannt wird, einmal in Matthäus 1:11, wo uns gesagt wird, dass er und seine Brüder gezeugt wurden
“UM die Zeit der Wegführung nach Babylon”, und einmal einen Vers später in Matthäus 1:12, wo gesagt wird "
NACH der Wegführung nach Babylon aber zeugte Jojachin Schealtiël...", darf er nur in einen der beiden Gruppen gezählt werden,
die als Begrenzung die Wegführung nach Babylon haben. Der Grund dafür ist, dass die Begrenzung
(im Gegensatz zu David im Falle der ersten und zweiten Gruppe) nicht Jojachin sondern die Wegführung nach Babylon ist und deshalb muss Jojachin
nur in eine der beiden Seiten von dieser Grenze gezählt werden. Die Gruppe, zu der Jojachin gehört, ist die Dritte, da andernfalls die zweite Gruppe fünfzehn,
während die erste nur dreizehn Generationen hätte, was nicht dem Wort entspricht.

 

Das Geheimnis liegt offen vor uns und doch sieht es keiner? Warum hat es niemand bis zum heutigen Tag entdeckt?  Weil wir durch die Art der Erzählung sofort Schlussfolgerungen ziehen, die uns davon abhalten, die Sache genauer zu untersuchen. Das gilt nicht nur für das Geheimnis aus Matthäus 1, das passiert uns an vielen anderen Stellen der Bibel auch.
Für uns, die Autoren, war es zuvor kein Geheimnis, doch uns fehlten die entsprechenden Schriftstellen, um zu belegen, dass das, was wir erkennen durften, auch zutreffend ist. Viele unserer Leser werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Da redet jemand über eine Sache und man weiß sofort, dass es richtig ist. Man kann zwar keine stichhaltigen Argumente vorbringen, die sich auf die Bibel stützen und doch ist man sich seiner Sache sicher. Es vergeht eine Zeit, ob Tage, Wochen, Monate oder Jahre, doch eines Tages, beim Lesen und Studieren der Bibel, kommt einem die Erleuchtung. Und so ergeht es uns, die Autoren, wieder und wieder.

Doch nun zum Geheimnis. In Matthäus 1, 17 wird uns erklärt, wie wir die Namen gruppieren müssen, denn Matthäus schreibt:

    • So sind nun alle Geschlechter von Abraham bis auf David vierzehn Geschlechter
    • und von David bis zur Wegführung nach Babylon vierzehn Geschlechter,
    • und von der Wegführung nach Babylon bis auf den Christus vierzehn Geschlechter.

Die drei 14-ergruppen werden in der folgenden Tabelle dargestellt.



Simson Projekt  14 Geschlechter

Geheimnis in der Genealogie des Matthäusevangeliums - Kapitel 1

Simson Projekt

Das Geheimnis liegt offen vor uns und doch sieht es keiner? Warum hat es niemand bis zum heutigen Tag entdeckt?  Weil wir durch die Art der Erzählung sofort Schlussfolgerungen ziehen, die uns davon abhalten, die Sache genauer zu untersuchen. Das gilt nicht nur für das Geheimnis aus Matthäus 1, das passiert uns an vielen anderen Stellen der Bibel auch.
Für uns, die Autoren, war es zuvor kein Geheimnis, doch uns fehlten die entsprechenden Schriftstellen, um zu belegen, dass das, was wir erkennen durften, auch zutreffend ist. Viele unserer Leser werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Da redet jemand über eine Sache und man weiß sofort, dass es richtig ist. Man kann zwar keine stichhaltigen Argumente vorbringen, die sich auf die Bibel stützen und doch ist man sich seiner Sache sicher. Es vergeht eine Zeit, ob Tage, Wochen, Monate oder Jahre, doch eines Tages, beim Lesen und Studieren der Bibel, kommt einem die Erleuchtung. Und so ergeht es uns, die Autoren, wieder und wieder.

Doch nun zum Geheimnis. In Matthäus 1, 17 wird uns erklärt, wie wir die Namen gruppieren müssen, denn Matthäus schreibt:

    • So sind nun alle Geschlechter von Abraham bis auf David vierzehn Geschlechter
    • und von David bis zur Wegführung nach Babylon vierzehn Geschlechter,
    • und von der Wegführung nach Babylon bis auf den Christus vierzehn Geschlechter.

Die drei 14-ergruppen werden in der folgenden Tabelle dargestellt.

1 Abraham
2 Isaak
3 Jakob
4 Juda
5 Phares
6 Esrom
7 Aram
8 Aminadab
9 Nahasson
10 Salmon
11 Boas
12 Obed
13 Isai
14 David


1 Salomon
2 Rohoam
3 Abia
4 Asa ¹
5 Josaphat
6 Joram
7 Osia
8 Joatham
9 Achas
10 Ezekia
11 Manasse
12 Amon ²
13 Josia
14 Jechonia


1 Salathiel
2 Zorobabel
3 Abiud
4 Eliakim
5 Asor
6 Zadok
7 Achim
8 Eliud
9 Eleaser
10 Matthan
11 Jakob
12 Joseph
13 Jesus
14


¹  Im Nestle Aland Text steht Asaph.
²  Im Nestle Aland Text steht Amos. Wenn wir die Lösung gefunden haben, werden wir unser Forschungsergebnis umgehend veröffentlichen.
Der Nestle Aland Text ist gut und das ist durchaus positiv gemeint. Durch die zwei Textvarianten, dem Textus receptus und dem wissenschaftlichen Nestle-Aland-Text, können wir im Bibelstudium immer den originalen Text rekonstruieren, das ist zwar nicht immer einfach, doch die Mühe lohnt sich. Wir müssen auf Grund unserer bisherigen Forschungen sagen, der Textus receptus liegt bisher immer richtig, deshalb korrigieren wir an geeigneter Stelle unsere Bibelzitate, die wir in der Regel der unrevidierten Elberfelder von 1905 entnehmen.

Wie sich unschwer aus der obigen Tabelle erkennen lässt, werden zwei Spalten vollständig ausgefüllt, doch die dritte Spalte endet vorzeitig in der dreizehnten Zeile mit dem Eintrag des Namens Jesus. Haben wir uns verzählt? Das könnte uns durchaus schon mal passieren, aber keine Sorge, wir haben die Namen so oft gezählt, dass wir zu keinem anderen Ergebnis kamen als zur der Zahl 41. Hat sich vielleicht der Evangelist Matthäus vertan? Auch das können wir getrost ausschließen, denn wir glauben an die Unfehlbarkeit des Wortes Gottes und so zählen wir auch im griechischen Grundtext nur 41 Namen.

Das Argument, dass David zweimal genannt wird und deshalb auch zweimal gezählt werden müsse, muss schon auf Grund der klaren Aussage in Vers 17 verworfen werden, denn dort heißt es ausdrücklich: von David bis zur Wegführung nach Babylon 14 Geschlechter, d.h., von David ausgehend muss mit dem nächsten Nachkommen die Zählung wieder mit 1 beginnen.  Siehe obige Tabelle.

Fangen wir an, das Rätsel zu lösen. Matthäus beginnt sein Evangelium mit den Statement: Buch des Geschlechts Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Bereits im ersten Vers wird uns der Schlüssel an die Hand gegeben, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, vorausgesetzt, man erkennt, dass es sich um ein Geheimnis handelt. Der Evangelist führt im ersten Vers drei Namen an, Jesus Christus, David und Abraham, die er mit dem Ausdruck, "des Sohnes", ..., "des Sohnes", verbindet. Nun war Jesus kein direkter Sohn Davids, nicht im eigentlichen Sinne, sondern ein bald 1000 Jahre später geborener Nachkomme. Das gleiche gilt aus der Sicht des Königs David zum Stammvater Abraham, denn auch er war kein direkter Sohn. Es werden im ersten Vers viele Generationen übersprungen und dem Leser kurz und knapp mitgeteilt, das Jesus ein Sohn Davids ist und ein Sohn Abrahams. Ähnliche Auslassungen könnten wir auch in den Aufzählungen der Verse 2 bis 16 vermuten. Und wenn dem so ist, dann hat uns das Geschlechtsregister noch eine ganze Menge zu erzählen.

Nun dürfte den meisten Lesern bekannt sein, dass Josef, der Mann der Maria, nicht der leibliche Vater von Jesus war, sondern mittels Adoption machte Joseph den Sohn der Maria, Jesus, zu seinem Erstgeborenen. Der juristische Rechtsakt wird für die Lösung des Rätsels noch bedeutsam werden.

Halten wir die zwei Dinge im Gedächtnis:

1. Davids und Abrahams Vaterschaft in Bezug auf Jesus.
2. Die Adoption Jesus durch den Verlobten seiner Mutter.     

Kommen wir zu der Gruppierung der drei mal 14 gleich 42 Generationen. Dazu müssen wir allerdings ein wenig ausholen, weil wir die Frauen, die in der Genealogie Jesu genannt werden, unbedingt mit ins Boot holen müssen, ansonsten blieben unsere Erklärungen bruchstückhaft.  

Sehen wir uns die Geschichte der ersten Frau an, die im Geschlechtsregister genannt wird. Es handelt sich um die Kanaaniterin Tamar. Von ihr wird erzählt, dass Juda sie nahm, um sie seinem ältesten Sohn Gher zur Frau zu geben. Gher heiratete Tamar, war aber in den Augen Gottes böse. Und so lesen wir von ihm, dass der Herr in tötete. Nun musste der zweite Sohn, Onan genannt, die Schwagerehe mit Tamar eingehen, um dem toten Bruder einen erbberechtigten Sohn zu zeugen. Onan weigert sich und lässt wiederholt den Samen auf die Erde fallen. Daraufhin tötete der Herr auch ihn. Nun gab es da noch einen dritten Sohn, diesmal aber wollte Juda nicht. Tamar wartet lange und so wurde sie des Wartens müde. Sie legte die Kleider ihrer Witwenschaft ab und verschleierte sich und ging nach Ayin, das auf dem Wege nach Timnath liegt. Tamar hatte nähmlich gehört, dass Juda nach Timnath wollte. Die Rechnung ging für Tamar auf. Juda sieht sie bei Ayin verschleiert und hält sie für eine Hure, doch menschliche Schlussfolgerungen können soch manche bösen Unterstellungen in sich tragen und zudem unerwartete Überraschungen nach sich ziehen.

Bevor Juda zu ihr ins Zelt darf, muss er ein Pfand hinterlassen.

Nach dem Stell-dich-ein zieht Juda weiter nach Timnath und Tamar zieht sich um. Wer die rethorische Figur der Spiegelung kennt, wird dennoch aus dem Staunen nicht rauskommen. Tamar "spielt" hier eine doppelte Doppelrolle. Die Stichworte sind Witwe, Hure, Kleider und die Verschleierung. Tamars erste Doppelrolle ist die der wahren Braut und der Hure, wie sie in Offenbarung 17 bis 19 geschildert werden. Die zweite Doppelrolle wird durch die Zwillinge, die sie zur Welt bringt, erzählt. Tamar, ihr Name bedeutet Palme. Der Baum steht für die Ruhe und den Frieden, den Gott durch das Opfer des Sohnes bewirkt hat.

Während Juda sie für eine Hure hält, ist Tamar tatsächlich eine Witwe im Wartestand. Was im Zelt geschieht, wird nicht erzählt, doch jeder meint, er weiß es oder glaubt es zu ahnen. Nun denn,  nach einiger Zeit kommt Hira, der Freund Judas, nach Ayin, um das Pfand auszulösen. Weil er die Frau nicht findet, fragt er bei den Bewohnern der Gegend nach der vermeintlichen „Buhlerin“. Die Leute des Dorfes antworten ihm: Hier gibt es keine Buhlerin und war auch nie eine. Das ist es, was die Leute von außen sehen. Auch sie erkennen nicht, wer die wahre Kirche, das heißt, wer die wahre Braut ist und wer die Widersacherin. Wenn die Geschichte bis hierher uns heute etwas zu sagen hat, dann wenigstens dies eine: Die wahre Braut kann erst am Ende erkannt werden, dann, wenn Gott mit der Posaune eines Erzengels posaunt und der Herr herniederkommt, uns entgegen in den Wolken.

Die Hure wird dann immer noch von sich sagen: Witwe bin ich nicht und Traurigkeit werde ich nicht sehen.
Die Braut aber darf sich freuen auf die Schwangerschaft und wissen, der Bräutigam ist auf ihrer Seite.

Das Geheimnis der zweiten Doppelrolle ist die Rolle einer Witwe. (1.Könige 17, ab Vers 9 und 2.Könige 4) und wird in Erweiterung durch die Zwillinge, die sie zur Welt bringt, erzählt. Der Name Tamar bedeutet Palme, die als Baum ein Symbol für den Frieden steht, den Gott gemacht hat, auf Grund des Opfer seines Sohnes. Und so wird nicht nur die Braut des Lammes ihren Frieden im Jesus finden, auch die Kinder der Tamar. Perez und Serach spielen die Szene von Esau und Jakob in etwa nach. Nur der Karmesinfaden, der spielt bei den Söhnen Jakobs noch keine Rolle. Interessant dürfte sein, dass die nächste Frau, die im Geschlechtsregister genannt wird, Rahab ist, die ebenfalls durch den Karmesinfaden von den anderen erkannt werden konnte.

Die zweite Frau in der Doppelrolle der sehr verschiedenen Witwen, die in Tamar gesehen werden kann, deutet auf die Frau aus Offenbarung 18, 7: Wieviel sie sich verherrlicht und Üppigkeit getrieben hat, so viel Qual und Trauer gebet ihr. Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich sitze als Königin, und Witwe bin ich nicht, und Traurigkeit werde ich nicht sehen. Das ist die Hure, die selbst von den Bewohnern Ayins nicht als solche erkannt werden konnte, weil das Geheimnis Babylon erst am Ende enthüllt wird.

Jetzt müssen wir den Karmesinfaden ein wenig erklären, bevor wir uns die zweite Frau aus dem Stammbaum Jesus ansehen. Karmesin ist rot, aber ein besonderes Rot. Es hat die Farbe des arteriellen Blutes des Menschen und deutet vordergründig darauf, dass Perez und Serach Brüder sind, aber der Drängler Perez lässt dies unbeachtet und gebärdet sich rücksichtlos. In 2.Mose 25 werden die Baumaterialien für das transportable Heiligtum aufgezählt. Wir haben festgestellt, dass die Materialien der Reihenfolge nach sich den Lehrbriefen des Apostels Paulus zuordnen lassen. Dazu siehe das Skript „Struktur der Bibel“. Als sechstes Material wird das Karmesin genannt, es muss von der Systematik her dem Brief an die Philipper zugeordnet werden. Wer das Geheimnis des Phi (den 21. Buchstaben des griechsichen Alphabets) kennenlernen will, lese das Skript: Die Torah des  Messias - Kapitel 5

Dass wir geschichtlich in der Zeit zwischen Philadelphia und Laodicäa angekommen sind, dürfte den meisten Christen bekannt sein. Genau in dieser Zeit spielt sich aus prophetischer Sicht die Geschichte nochmals ab und wird auch durch den Freund Hira, dem Adullamiter angedeutet, denn Adullam bedeutet "Gerechtigkeit des Volkes". Hiras Herkunftsname findet seine neutestamentliche Entsprechung im Namen der siebten Gemeinde und die heißt bekanntlich Laodicäa – Volksgerechtigkeit.

Tamar bringt Zwillinge zur Welt, doch nur einer von ihnen kann das Erstgeburtsrecht erhalten. Die Helferin, die der Tamar zur Seite steht, ist eine erfahrene Hebamme und so wickelt sie um die Hand des ersten einen Karmesinfaden. Perez drängelt sich vor und wird zuerst entbunden, anschließend kommt der eigentliche Erstgeborene heraus und der erhält den Namen Serach. Das es bereits bei der Geburt ein Gerangel um das Erstgeburtsrecht gibt, deutet ebenfalls auf unsere Zeit. Doch es kann nur einen Erstgeborenen geben und das ist Serach. An vielen Stellen des Alten Testaments wird es bereits erzählt. Serach ist ein Synonym für Jakob aber besonders für Ephraim, denn Gott sagt in Jeremia 31, 9: Mit Weinen kommen sie, und unter Flehen leite ich sie; ich führe sie zu Wasserbächen auf einem ebenen Weg, auf dem sie nicht straucheln werden. Denn ich bin Israel zum Vater geworden, und Ephraim ist mein Erstgeborener.

Und so werden die Erstgeborenen, das ist Ephraim, eines Tages Rahab und ihre Familie vor dem Gericht retten. Gleichsam wie ein Pfand dient der Karmesinfaden als Erkennungszeichen und ist von Seiten Rahabs ein Bekenntnis zu dem Gott Israels, der sie von den anderen Bewohnern Jerichos unterscheiden wird. Bereits weiter oben haben wir erklärt, dass das Rot des Karmesins die Farbe des arteriellen Blutes darstellt und damit die Verwandtschaft zwischen Rahab und Serach andeuten soll. Hira, der Freund Judas, auch er ist auf eine gewisse Weise mit der Tamar blutsverwandt, denn auf der bildlichen und geistlichen Ebene bilden Juda, Hira, Rahab und Serach eine Familie. Sie sind aus dem gleichen geistlichen Samen geboren worden, aus dem Samen des Messias. Wir können auch sagen, dass sie aus Gott geboren sind; und wir können auch sagen, sie sind aus dem Geist Gottes geboren.

Wenn wir den oben zitierten Vers aus Jeremia 31, 9 aufmerksam lesen, dann wird zwischen Israel und Ephraim unterschieden. Der Erstgeborene ist bereits beim Vater und Israel kommt etwas später mit Weinen und Flehen zu Gott. Erst dann wird ihnen der Herr zum Vater werden. Das wird durch den ersten Vers deutlicher, denn es heißt: "In jener Zeit, spricht Jahwe, werde ich der Gott aller Geschlechter Israels sein, und sie werden mein Volk sein." Nun eine kurze Zwischenfrage: Wie viel Geschlechter gab es in Israel? In der Regel hört man die Zahl 12. Stimmt das auch? Es ist richtig, dass Jakobb 12 Söhne hatte, aber die zwei Söhne Josefs, die Jakob adoptiert hatte, werden in der Regel vergessen, doch wir müssen auch sie zu den Geschlechtern Israels zählen oder nicht? Mit Manasse und Ephraim zählen wir dann 14 Geschlechter, die dem Jakob zugerechnet werden müssen. Diese 14 bilden das ganze Israel.

Wer ist nun Ruth, die dritte Frau im Stammbaum des Christus? Es folgt nun eine Erklärung über eines der beiden Endezeichen, wie sie im hebräischen Text zu lesen sind, denn in unregelmäßigen Abständen steht am Ende eines Verses eines von zwei hebräischen Buchstaben, entweder das Samech - ס - oder das Pey - פ -. Wir fragten uns, was haben diese Zeichen zu bedeuten? Unsere Studien lieferten uns folgende Erkenntnis: Als Marker dienen Samech und Pey dem Bibelleser der korrekten Zuordnung, d.h., auf welche von zwei Gruppen muss der Vers gedeutet werden. Die beiden Buchstaben sind keine Pausenzeichen, wie es noch der jüdische Gelehrte Maimonides erklärte.

Das Pey in Ruth par excellence

Im Buch Ruth gibt es nur einen einzigen Marker und das ist das Pey -פ-

Dazu lesen wir den Abschnit, ab Kapitel 4, 11:
Und alles Volk, das im Tore war, und die Ältesten sprachen: Wir sind Zeugen! Jahwe mache das Weib, das in dein Haus kommt, wie Rahel und wie Lea, die beide das Haus Israel erbaut haben; und werde mächtig in Ephrata und stifte einen Namen in Bethlehem! Und von dem Samen, den Jahwe dir von diesem jungen Weibe geben wird, werde dein Haus wie das Haus des Perez, welchen Tamar dem Juda geboren hat!

Und Boas nahm Ruth, und sie wurde seine Frau, und er ging zu ihr ein; und Jahwe verlieh ihr Schwangerschaft und sie gebar einen Sohn.

Und die Weiber sprachen zu Noomi: Gepriesen sei Jahwe, der es dir heute nicht hat fehlen lassen an einem Löser! Und sein Name werde gerühmt in Israel! Und er wird dir ein Erquicker der Seele sein und ein Versorger deines Alters! Denn deine Schwiegertochter, die dich liebt, sie, die dir besser ist als sieben Söhne.

Und Noomi nahm das Kind und legte es auf ihren Schoß und wurde seine Wärterin.

Und die Nachbarinnen gaben ihm dem Namen, indem sie sprachen: Ein Sohn ist der Noomi geboren! Und sie gaben ihm den Namen Obed. Er ist der Vater Isais, des Vaters Davids. פ

Und dies sind die Geschlechter des Perez: Perez zeugte Hezron, und Hezron zeugte Ram, und Ram zeugte Aminadab, und Aminadab zeugte Nachschon, und  Nachschon zeugte Salma, und Salmon zeugte Boas, und Boas zeugte Obed, Obed zeugte Isai, und Isai zeugte David.

Es folgt der Text auf Hebräisch. Auch wenn man die hebräische Sprache nicht lesen kann, so erkennt dennoch jeder den Marker am Ende des Verses 17 (in Fettdruck).


ויאמרו כל העם אשר בשער והזקנים עדים יתן יהוה את האשה הבאה אל ביתך כרחל וכלאה אשר בנו שתיהם את בית ישראל ועשה חיל באפרתה וקרא שם בבית לחם׃

ויהי ביתך כבית פרץ אשר ילדה תמר ליהודה מן הזרע אשר יתן יהוה לך מן הנערה הזאת׃ויקח בעז את רות ותהי לו לאשה ויבא אליה ויתן יהוה לה הריון ותלד בן׃

ותאמרנה הנשים אל נעמי ברוך יהוה אשר לא השבית לך גאל היום ויקרא שמו בישראל׃

והיה לך למשיב נפש ולכלכל את שיבתך כי כלתך אשר אהבתך ילדתו אשר היא טובה לך משבעה בנים׃

ותקח נעמי את הילד ותשתהו בחיקה ותהי לו לאמנת׃ותקראנה לו השכנות שם לאמר ילד בן לנעמי

ות פראנה שמו אובד הוא אבי ישי אבי דוד:  פ

׃ואלה תולדות פרץ פרץ הוליד את חצרון׃

וחצרון הוליד את רם ורם הוליד את עמינדב׃ועמינדב הוליד את נחשון ונחשון הוליד את שלמה׃ושלמון הוליד את בעז ובעז הוליד את עובד׃ועבד הוליד את ישי וישי הוליד את דוד׃


In Vers 11 wünschen die Ältesten und alles Volk: dein Haus werde wie das Haus des Perez.

In Vers 17 geben die Mitbewohner dem Sohn seinen Namen: Obed. Am Ende des Verses steht im hebräischen Text das Pey. Im darauffolgenden Vers wird dann das Geschlechtsregister des Perez genannt.

Der Marker Pey wird von den Nennungen des Namens Perez geradezu eingerahmt. Es wird betont, dass der Sohn von Ruth und Boas ein Nachkomme des Perez ist, und deshalb das פ am Ende des Verses.

Wenn Ruth heilgeschichtlich die Gemeinde darstellt, dann heiratet sie nach der Nacht, die sie mit Boaz auf der Tenne (dem Gericht) verbracht hat. Die Nacht deutet auf die Drangsal Jakobs. Das Kind, dass nach der Hochzeit zur Welt kommt, wird Obed genannt und bedeutet „dienen“ und leitet sich von der Wurzel awad ab, mit den Bedeutungen: arbeiten, dienen, bewirtschaften – ackern (wie ein Bauer), versklaven bzw. unterjochen (Ob aktiv oder passiv? Wir meinen aktiv, denn dann wird Israel mit dem Messias Jesus über die Welt herrschen.)

Obed steht daher für die Juden zu Beginn des 1000-jährigen Reiches. Dies wird auch durch das Geschlechtsregister angedeutet. Boas ist der siebte von Perez aus und die sieben steht für das siebte Jahrtausend also den 1000 Jahren des Friedensreiches. Es werden noch zwei weitere Generationen genannt, deshalb sehen wir uns auch ihre Namen genauer an. Isai bedeutet: erhalten, übrigbleiben, und deutet auf den Überrest. Der Name David bedeutet Geliebter, aber er kann auch für Onkel stehen. David und Onkel werden im hebräischen mit den gleichen Konsonanten geschrieben und das sieht dann so aus: דוד. Lots Onkel war Abraham und nun wissen wir, was die Kinder Lots sind. Es sind die Großneffen und Großnichten Abrahams, die im 1000-jährigen Reich von Messias geliebt werden, gleich so, wie ein Onkel die Kinder seines Bruders liebt. (Siehe dazu auch Esther und Mordokai im Buch Esther).

Weitere Details über die zwei Endmarker im Skript Pey und Samech
 
Die vierte Frau wird im Evangelium nach Matthäus namentlich nicht genannt, aber wir lesen von ihr unter anderem in 2. Samuel 11, 3 und 12, 34. Ihr Name lautet Bathseba, die ehemalige Frau des Uria. Es folgen jetzt einige Begriffserklärungen und anschließend die prophetische Deutung: Der Name des Mannes, Uria, schreibt sich auf Hebräisch so: אוריה. Er setzt sich aus zwei Begriffen zusammen. 1. Flamme und 2. Jah ( eine Kurzform für den Namen Jahwe, dem Ewig-Seienden).

Bathseba bedeutet Tochter des Eides. Bat wird mit Tochter übersetzt und Schaba mit Schwur. Gott hat gewschworen und wird es nicht zurücknehmen, er wird den Überrest, für den Bathseba steht, retten und in das Königreich des Messias führen. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass der Überrest Israels seine Schuld bekennt, so wie David seine Sünde bekannt hatte.

Die vier Frauen und deren tiefere Bedeutungen