Johannes 12.33 - 50
Thema: Der Wendepunkt – der Sohn des Menschen auf dem Weg zur Verherrlichung durch den Tod
Zeitpunkt: wenige Tage vor dem Passah (Joh 12,1.12)
Ort: Jerusalem, Laubhütten- und Tempelkontext liegen noch gedanklich nahe
Bedeutung: Der öffentliche Dienst des Herrn Jesus geht zu Ende → Übergang zur Passion
Griechen = Heiden, keine Proselyten, aber gottesfürchtig
Ihre Anfrage:
„Wir möchten Jesus sehen“
→ Zeichen: Die Stunde, dass
der Sohn des Menschen verherrlicht werde, ist gekommen (V. 23)
👉 Heilsgeschichtlich:
Israel als Ganzes lehnt ab – der Blick öffnet sich auf die
Völker
Grundsatz des göttlichen Weges:
Sterben → Frucht
Tod → Leben für viele
Christus spricht erstmals offen von der Notwendigkeit seines Todes
Nicht nur Opfer, sondern Prinzip des Reiches Gottes
„Jetzt ist meine Seele bestürzt“ → wirkliche Menschheit
Aber: „Vater, verherrliche deinen Namen“
Stimme aus dem Himmel →
Bestätigung des Kreuzeswegs
(vergleichbar mit Taufe & Verklärung)
„Jetzt ist das Gericht dieser Welt“
„Der Fürst dieser Welt wird hinausgeworfen werden“
„Ich werde alle zu mir ziehen“ → nicht automatisch alle retten, sondern:
universale Einladung
zentripetale Kraft des Kreuzes
➡️
Zusammenfassung 12,20–32
Der Tod des Herrn ist:
notwendig
gottverherrlichend
weltgerichtend
heilsgeschichtlich öffnend
anziehend für Juden und Heiden
Thema: Letzter öffentlicher Ruf – Licht oder Finsternis
V. 33–36 – Der Tod des Sohnes des Menschen und der Aufruf zum Licht
V. 37–43 – Der Unglaube Israels und die Erfüllung der Schrift
V. 44–50 – Jesu abschließende öffentliche Zeugenaussage
👉 Wichtig:
Dies ist die letzte öffentliche Rede
Jesu im Johannesevangelium
(ab Kapitel 13: nur noch die Seinen)
„Dies aber sagte er, andeutend, welches Todes er sterben sollte.“
gr. thanatos – hier konkret: Kreuzestod
Johannes betont:
nicht nur dass Jesus stirbt
sondern wie er stirbt (Erhöhung am Kreuz)
➡️ Kreuz = Schande nach Menschenmaßstab
➡️ Kreuz = Verherrlichung
nach Gottes Maßstab
Sie zitieren sinngemäß:
Psalm 110
Daniel 7
Jesaja 9
Erwartung: ewig bleibender Messias
❗ Problem:
Sie wollen Herrlichkeit ohne Kreuz
Sie trennen Sohn des Menschen von Leiden
„Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch…“
gr. phōs
bei Johannes:
Offenbarung Gottes
Leben
Wahrheit
Jesus selbst ist das Licht (Joh 1,4–9; 8,12)
gr. skotia
geistliche Blindheit
Unwissen über Gottes Weg
moralische Entfremdung
👉 Ernst des Augenblicks:
Licht ist zeitlich gegenwärtig
Entscheidung ist dringlich
„Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht“
„Obwohl er so viele Zeichen vor ihnen getan hatte…“
Zeichen = offenbare Beweise
Unglaube = verantwortliche Ablehnung
„Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?“
Leidender Knecht
verachtet, verworfen
trägt Sünden
➡️ Johannes sieht:
Kreuzigung = Erfüllung, nicht Scheitern
Verstockung Israels
Gericht durch Verblendung
❗ Wichtig (V. 41):
„Dies sagte Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah“
👉 Jesaja 6 = Vision der
Herrlichkeit Jehovas
👉 Johannes identifiziert diese Herrlichkeit mit
Christus
➡️ Starker Christusbeweis
Viele glaubten innerlich
bekannten es nicht öffentlich
Grund:
„Sie liebten die Ehre der Menschen mehr als die Ehre Gottes“
➡️ Glaube ohne Bekenntnis bleibt fruchtlos
„Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.“
Jesus = vollkommene Offenbarung des Vaters
Ihn sehen = den Vater sehen
Jetzt: Retter
Später: Richter
Das Wort Jesu:
rettet den Glaubenden
richtet den Verwerfenden
Jesus redet nicht aus sich selbst
Auftrag des Vaters:
Gebot = ewiges Leben
➡️ Seine Worte sind:
verbindlich
lebensentscheidend
ewig gültig
Johannes 12,33–50 zeigt:
den angekündigten Kreuzestod
den Ernst der Entscheidung
das Licht im Begriff zu verschwinden
den Unglauben Israels als Schrift-Erfüllung
den letzten öffentlichen Gnadenruf Christi
👉 Danach:
kein öffentlicher Appell mehr
nur noch Unterweisung der Seinen
dann das Kreuz
Thema: „Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch“
Ziel
der Stunde:
Den Ernst der letzten öffentlichen Worte Jesu erfassen und die Entscheidung
zwischen Licht und Finsternis
verstehen – persönlich und heilsgeschichtlich.
Griechen wollen Jesus sehen → heilsgeschichtlicher Wendepunkt
Weizenkorn: Tod → Frucht
Verherrlichung Gottes durch das Kreuz
Gericht der Welt, Niederlage Satans
„Ich werde alle zu mir ziehen“
👉
Übergang:
Der Tod ist angekündigt – nun folgt der
letzte öffentliche Ruf Jesu.
Leitfrage zum Einstieg:
Warum ist das Kreuz für viele ein Ärgernis – damals wie heute?
(5 Minuten)
Beobachtungen:
„welches Todes er sterben sollte“ → Kreuzestod
Volk erwartet einen bleibenden Messias
Spannung: Herrlichkeit ohne Leiden
Gedanken für die Runde:
Warum passt der leidende Messias nicht in menschliche Erwartungen?
Wo erwarten auch wir Sieg ohne Weg des Kreuzes?
(8–10 Minuten)
Licht – Offenbarung, Wahrheit, Leben (Christus selbst)
Finsternis – Blindheit, Unverständnis, Verlorenheit
Zentrale Aussagen:
Das Licht ist nur noch kurze Zeit da
Wer nicht glaubt, wird von der Finsternis überrascht
Glaube macht zu „Söhnen des Lichts“
Fragen zur Anwendung:
Was bedeutet es praktisch, „im Licht zu wandeln“?
Wie zeigt sich Finsternis heute – auch im religiösen Bereich?
(8–10 Minuten)
Jesaja 53,1 – Unglaube trotz Verkündigung
Jesaja 6,9–10 – Verstockung als Gericht
Wichtiger Vers:
„Jesaja sah seine Herrlichkeit und redete von ihm“
👉 Christus = der Herr der Herrlichkeit aus Jesaja 6
Lehrpunkt:
Unglaube überrascht Gott nicht
Ablehnung Christi erfüllt die Schrift
Gericht ist Folge anhaltender Ablehnung
(5 Minuten)
Problem:
Glaube ohne Bekenntnis
Angst vor Ausschluss
Liebe zur Ehre der Menschen
Gesprächsimpuls:
Wo kann Menschenfurcht unseren Glauben hemmen?
Warum ist öffentliches Bekenntnis so entscheidend?
(7–8 Minuten)
Kernaussagen Jesu:
Wer Jesus sieht, sieht den Vater
Er kam, um zu retten – nicht zu richten
Sein Wort entscheidet über ewiges Leben oder Gericht
Schlusspunkt:
„Sein Gebot ist ewiges Leben“
Das Kreuz ist Gottes Weg zur Herrlichkeit
Das Licht fordert Entscheidung
Unglaube ist verantwortliche Ablehnung
Jesu Wort bleibt Maßstab – jetzt und künftig
Abschlussfrage (still oder offen):
Wandeln wir im Licht, das wir erkannt haben?
Möglicher Gebetsfokus:
Dank für das Licht Christi
Bitte um Freimütigkeit im Bekenntnis
Bewahrung vor Menschenfurcht