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Johannes 20.17 Rühre mich nicht an

 
Elberfelder 1905
Johannes
Joh 20,15 suchst: Mt 28,5; Lu 24,5; Hl 3,2
Joh 20,16 Jesus spricht zu ihr: Maria! Sie wendet sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni! das heißt Lehrer. Maria: Jes 43,1
Rabbuni: Mk 10,51
Joh 20,17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu [meinem] Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott. Brüdern: Mt 28,10; Hebr 2,11; Hebr 2,12
Vater: Joh 14,2-3; Joh 14,28; Röm 8,14-16
Gott: Eph 1,17; Ps 31,15; Jes 41,10; Jer 31,33; Hebr 11,16
Joh 20,18 Maria Magdalene kommt und verkündet den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen, und er dies zu ihr gesagt habe. Mt 28,10

06:01
Maria musste auf den neuen Level gehisst werden, nämlich, dass es jetzt nicht mehr darum geht, den Herrn Jesus im Fleische gesehen und gekannt zu haben, sondern dass ER, der nachdem ER zum Vater aufgefahren sein wird, bei den Erretteten durch den Heiligen Geist im Glauben permanent gegenwärtig ist.​

Din Grund war die den Herrn Jeus veranlasste Ihn nicht zu berühren, Maria zu sagen, das sie lernen musste, sollte, den Herrn Jesus nicht mehr in dem Zustand und in den Lebensbedingungen zu besitzen,
 wie sie Ihn kannte vor Seinem Tode und Seiner Auferstehung.

Er war jetzt nicht mehr diesseits, sondern jenseits des Todes.
Darum konnte der Herr Jesus, obwohl Er in ihrer Mitte war, sagen:
„Als Ich noch bei euch war.“ (Luk. 24,44.)
Maria musste dies lernen, so schmerzlich es für sie sein mochte.
Sie nannte Ihn nicht nur: Rabbuni! das heisst Lehrer, und war auch nicht nur bereit zu lernen,
sondern lernte tatsächlich, wie es aus ihrem Verhalten hervorgeht.
Lernen auch wir so schnell von Ihm, auch dann, wenn wir Seine Anweisungen nicht immer gleich verstehen? Lernen wir, indem wir tun, was Er sagt?

Dass Frauen Ihn in Matth. 28,9 anrühren und der Herr Jesus es ihnen gewährt, ändert daran nichts.
Nur nach Matthäus läßt Er Sich anfassen,
weil der Herr Jesus  uns dort als Messias,
welcher einst leiblich unter Seinem Volke sein wird, vorgestellt ist.
Dies ist auch der Grund, dass uns in
Matthäus keine Himmelfahrt berichtet wird,
weil Er als Messias mit Seinem Volke auf Erden betrachtet wird.
(Vergl. Matth. 28,20b.)
Hier wird uns wieder einmal klar gezeigt, wie wichtig es doch ist, die Hauptlehre eines jeden Buches der Bibel zu verstehen.    (Erster und letzter Vers)
Dies bringt uns zu einem anderen Grunde, warum der Herr Jesus Sich nach dem Johannes-Evangelium nicht anrühren läßt.

Maria sollte in die neue Stellung oder Haushaltung,
die durch Seinen Tod,
Seine Auferstehung und Himmelfahrt eingeleitet wurde, eingeführt werden,

Christus nicht leiblich, sondern im Geiste zu besitzen.
Nicht mehr durch Schauen (d. h. den HErrn sehend) zu wandeln, sondern durch Glauben.
(Vergl. Joh. 20,29b.)
Maria ist im gewissen Sinne die Vertreterin des gläubigen jüdischen Überrestes am Anfang dieses Zeitalters, wie Thomas es ist nach Abschluß desselben.
Sie musste lernen, dass die Segnungen des Christentums in dem auferstandenen und verherrlichten Christus „über“ und „ausserhalb“ der jüdischen Haushaltung zu haben sind,
darum auch die kostbare Botschaft an Seine Brüder durch Maria, welche die unlösbaren Lebensbeziehungen dieses einzigartigen Verhältnisses zu unserem Gott und Vater durch den Herrn Jesum kennzeichnete.

Die zwei wunderbaren Gebete des Apostels Paulus in Eph. Kap. 1 u. 3 sind auf diese Offenbarung gegründet.

Wir haben in Joh. 20 die Berührungspunkte dreier Zeitalter vorgebildet.
 

Vers 11-18: das Zeitalter des Gesetzes mit Maria, der Vertreterin des gläubigen Überrestes,
der in die Haushaltung des Glaubens, der Gnade und des Geistes eingeführt wird.

Vers 19-23:  den
Einschub der GdHdG, charakterisiert durch
Lichte der Gegenwart des
Herrn Jesus  in ihrer Mitte (Vers 19; Kap. 12,36)
und darum gekennzeichnet durch

1.)  Seine Liebe (Kap. 13,1),
2.)
Seinen Frieden (Vers Kap. 12,36)

3.) durch Seine Liebe (Kap. 13,1)
,
4. ) durch Seinen Frieden (Vers 19; Kap. 14,27),
5.) durch Seine Freude (Vers 20; Kap. 15,11),
6.) durch Seinen Geist (Vers 22; Kap. 16,7)
7.)  Seine Heiligkeit (Vers 23; Kap. 17,17; Psalm 93,5).

Vers 24-29: Thomas, ein Bild von dem zukünftigen Überrest, der an den Segnungen des Tages der Gnade, dieses gegenwärtigen Zeitalters, nicht teilnimmt, wie auch Thomas nicht teilnahm an den Segnungen der ersten Begegnung am Auferstehungstage.
Hier wird nun das Zeitalter der Wiederherstellung aller Dinge vorgebildet. = 1000JR
(Vergl. Sach. 12,10-14 u. Apgesch. 3,21.)
Um das Gemälde zu vervollständigen, möchte ich noch erwähnen,
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dass uns in Kap. 21,1-14 die Segnungen des Tausendjährigen Reiches vorgebildet werden.

 

Füsse umfassen Rühre mich nicht an Matthäus 28.9; Johannes 20.17

Füsse umfassen Rühre mich nicht an Matthäus 28.9; Johannes 20.17 WdBl / >> Clever↓↓
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Elberfelder 1905
Matthäus
Mt 28,8 Freude: Joh 20,20
Mt 28,9 Als sie aber hingingen, es seinen Jüngern zu verkünden, siehe, da kam Jesus ihnen entgegen und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu, umfaßten seine Füße und huldigten ihm. Füße: 2. Kö 4,27; Lu 24,52
Mt 28,10 Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht; gehet hin, verkündet meinen Brüdern, daß sie hingehen nach Galiläa, und daselbst werden sie mich sehen.
Mt 28,11 Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. etliche: Mt 28,4; Mt 27,65-66
Elberfelder 1905
Johannes
Joh 20,15 suchst: Mt 28,5; Lu 24,5; Hl 3,2
Joh 20,16 Jesus spricht zu ihr: Maria! Sie wendet sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni! das heißt Lehrer. Maria: Jes 43,1
Rabbuni: Mk 10,51
Joh 20,17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott. Brüdern: Mt 28,10; Hebr 2,11; Hebr 2,12
Vater: Joh 14,2-3; Joh 14,28; Röm 8,14-16
Gott: Eph 1,17; Ps 31,15; Jes 41,10; Jer 31,33; Hebr 11,16
Joh 20,18 Maria Magdalene kommt und verkündet den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen, und er dies zu ihr gesagt habe. Mt 28,10
Die Gefühle von »Furcht und großer Freude« waren noch gemischt, aber sie mussten nicht lange auf
größere Freude warten.
Sie sollten den Herrn unmittelbar auf dem Weg zu den Jüngern in Jerusalem sehen,
und damit bevor sie sich alle wie- der in Galiläa trafen (Lk 24,33-48; Joh 20,19-20).
Bevor wir weiterfahren, präsentieren wir eine Schautafel mit allen Erscheinungen des Herrn gegenüber
Einzelnen oder Gruppen;
die fetten Zahlen bezeichnen jeweils die Anzahl der anwesenden Jünger.

Von_Gott auserwählte Zeugen der Auferstehung



Als die Frauen sich aufmachten, erfuhr ihr Gehorsam eine Belohnung, die sie nie erwartet hätten.
Wie bereits gesagt, sollten sie den Herrn sehen, bevor Er sich mit den
Jüngern in Galiläa traf. Wir wissen, dass wir Ihn einst in Herrlichkeit für alle
Ewigkeiten schauen werden; aber es wird der plötzliche Augenblick der Gnade kommen,
an dem wir Ihn bei Seinem Kommen sehen.
Als der Herr die Frauen traf, sagte Er ihnen: »Seid gegrüßt«, chairete.
Das bedeutet wörtlich: Freut euch!, was aber das übliche griechische Grußwort war.
Auch Judas (Mt 26,49) und die Söldner (Mt 27,29) verwendeten es, als die den Herrn grüßten;
und Gabriel grüßte mit die- sem Wort die Jungfrau Maria bei der Geburtsankündigung (Lk 1,28).
Verwunderung, Anbetung, Freude und Demut erfüllte die Herzen dieser Frauen,
als sie »seine Füße umfassten und ihm huldigten«.
»Huldigen«, proskyneo, bedeutet, sich huldigend niederwerfen und anbeten.
Es kommt im Neuen Testament häufig vor, am häufigsten in Matthäus, Johannes und in der Offenbarung.
Satan begehrte diese Huldi- gung (Mt 4,9), und der Drache wird sie empfangen (Offb 13,4.8.12)
sowie sein Bild (Offb 16,2). Johannes wollte sogar dem Engel huldigen (Offb 19,10),
aber ihm wurde sogleich gewehrt.

In Joh 4,21.23.24 lesen wir,
dass der Vater angebetet wird,
während wir in Offb 4,10 lesen,
dass Gott auf dem Thron angebetet wird.
Die Engel beten den Sohn an (Hebr 1,6).
Einzelne beteten in den Evangelien den Herrn an (Mt 8,2; 9,18; 15,25; 20,20; Joh 9,38)
sowie kleinere Gruppen von Männern und Frauen (Mt 2,11; 14,33; 28,9.17; Lk 24,52).
J. N. Darby verwendet statt des Wortes »worship« »to do homage«, Elberf
»huldigen«.
Das Wort »worship«, »anbeten«, ist dort nicht angemessen,
wo einige dem Herrn huldigten, ohne dass sie in Ihm Gott erkannt hatten.
Darby zitiert im Vorwort seiner Übersetzung 1Chr 29,20, wo es in der AV heißt:
»They worshipped the Lord and the king«, was »schlichte Gotteslästerung ist,
wenn man das Wort »worship« (anbeten) im heutigen Sinn versteht«.


Die Frauen berührten den Herrn in der Anbetung; in Lk 24,39 wurden die Jünger
eingeladen, den Leib des Herrn zu berühren, damit sie erkennen konnten,
dass Er nicht ein Geist war; in Joh 20,27 schließlich forderte der Herr Thomas auf,
Ihn zu berühren und, nicht ungläubig zu sein, sondern zu glauben.
In Joh 20,17 sagte der Herr zu Maria Magdalena:
»Rühre mich nicht an«, was ihrem Glauben entsprach, denn sie erkannte Ihn bereits am Wort,
als Er »Maria« sagte.
Der Herr wiederholte den Frauen, was der Engel gesagt hatte:
»Verkündet meinen Brüdern, dass sie hingehen nach Gali-läa, und daselbst werden sie mich sehen.«
Sie sollten Ihn indes schon am Abend dieses gleichen Tages im Obersaal sehen.
Der Herr nennt sie »meine Brüder« und sagt damit, dass sie durch Gottes Gnade zur Familie Gottes gehören.
Er nannte die Jünger andernorts Seine »Diener« in ihrem Verhältnis zu Ihm als Herrn (Joh 12,26; 18,36);
»meine Jünger«
in ihrem Verhältnis zu Ihm als Meister (Joh 15,8); »meine Schafe« in ihrem Verhältnis zu Ihm als Hirten (Joh 10,26.27);
»meine Freunde« in ihrem Verhältnis zu Ihm als Menschen (Joh 15,14); »meine Brüder« in ihrem
Verhältnis zu Ihm als Sohn (Mt 12,48; 28,10; Joh 20,17).
Umgekehrt haben die Seinen das Vorrecht, Ihn als »mein Herr« anzureden wie Elisabeth vor Seiner Geburt (Lk 1,43),
Maria Magdalena am Grab (Joh 20,13);
Thomas im Obersaal (Joh 20,28);
David (Ps 110,1; Mt 22,44; Mk 12,36; Lk 20,42; Apg 2,34) und Paulus (Phil 3,8).
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Johannes 2017_Der Herr spricht.

»Rühre mich nicht an« (haptomai)
ist ein im NT häufig gebrauchtes Wort.
Man hat viel darüber spekuliert, was der Herr gemeint haben kann,
wobei die Erklärungen von Kleinglauben bis zu großem Glauben reichen.
Das Verb kann »
sich klammern an, festhalten« bedeuten, und der Sinn der Aussage des Herrn scheint der zu sein,
dass Maria Ihn nach Seiner Auferstehung 
nur im Glauben erfassen darf, und dass sie nicht versuchen soll,
Seine Gegenwart mit der natürlichen Kraft ihrer Hände zu sichern, was sie in ihrer großen Erleichterung
über diesen Anblick nur zu gern getan hätte.

Er konnte die Absicht und das Verlangen Marias vollkommen erkennen, dass sie ihn gerne genötigt hätte,
nicht mehr zu entschwinden, damit Er bei ihr bliebe wie vor der Kreuzigung.
Das konnte nicht sein, denn Seine Gegenwart im Geiste nach Seiner Himmelfahrt würde ein weit größerer Segen sein;
dann würde es ihr möglich sein, Ihn im Glauben festzuhalten.
Indem Er sagte »noch nicht« widerlegte Er die spätere Theorie,
nach der Er zwischen Seinem Tod und Seiner Auferstehung zu Seinem Vater aufgefahren sei.
Wenn Maria sagte »mein Herr«, dann sagte Er »meine Brüder«. In unseren Erläuterungen zu 13,1 haben wir die Namen aufgelistet,
die Er zur Bezeichnung der Seinen gebrauchte:
»mein Jünger, mein Knecht, meine Schafe, mein Freund, meine Brüder«.
Maria darf nicht stehenbleiben, sondern sie muss die Nachricht Seinen Jüngern überbringen.
Indem Er sie »meine Brüder« nannte, setzte Er sie in Beziehung zu Seinem Vater als dessen Söhne.
Ihr erst vor kurzem geschehenes Versagen minderte die Intensität dieser Beziehung nicht. Wie tief war jene ewige Beziehung
»Mein Vater [...] mein Gott«.
Sie hatte von Ewigkeit her bestanden. Und jetzt, nach der Auferstehung, war diese Beziehung auch das Teil Seiner Jünger.
Man beachte, dass es im Johannesevangelium bisher stets »der Vater« und
»mein Vater« geheißen hatte, aber nie »euer Vater«.

In den ersten drei Evangelien wird öfters
»euer Vater« gebraucht, wo von der göttlichen Vorsehung und Vorsorge gesprochen wird; hier aber spricht »euer Vater«
von geistlicher Zuneigung und Nähe, welche allein auf der Grundlage des Opfers und der Auferstehung des Herrn möglich waren.
Heißt der Vater »euer Gott« und der Herr Jesus in V. 28 »mein Gott«, dann ist damit Seine Gottheit un- missverständlich bezeugt.


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Antwort A Handreichungen & Clever
Es gibt verschiedene Gründe, die den HErrn veranlassen, Maria zu sagen, Ihn nicht anzurühren. Ein Hauptgrund ist der, daß sie lernen sollte, den HErrn nicht mehr in dem Zustand und in den Lebensbedingungen zu besitzen, wie sie Ihn kannte vor Seinem Tode und Seiner Auferstehung. Er war jetzt nicht mehr diesseits, sondern jenseits des Todes. Darum konnte der HErr, obwohl Er in ihrer Mitte war, sagen: „Als Ich noch bei euch war.“ (Luk. 24,44.) Maria mußte dies lernen, so schmerzlich es für sie sein mochte. Sie nannte Ihn nicht nur: Rabbuni! das heißt Lehrer, und war auch nicht nur bereit zu lernen, sondern lernte tatsächlich, wie es aus ihrem Verhalten hervorgeht. Lernen auch wir so schnell von Ihm, auch dann, wenn wir Seine Anweisungen nicht immer gleich verstehen? Lernen wir, indem wir tun, was Er sagt?
Daß Frauen Ihn in Matth. 28,9 anrühren und der HErr es ihnen gewährt, ändert nichts an obiger Auffassung. Nur nach Matthäus läßt Er Sich anfassen, weil der HErr uns dort als Messias, welcher einst leiblich unter Seinem Volke sein wird, vorgestellt ist. Dies ist auch der Grund, daß uns in Matthäus keine Himmelfahrt berichtet wird, weil Er als Messias mit Seinem Volke auf Erden betrachtet wird. (Vergl. Matth. 28,20b.) Hier wird uns wieder einmal klar gezeigt, wie wichtig es doch ist, die Hauptlehre eines jeden Buches der Bibel zu verstehen. Dies bringt uns zu einem anderen Grunde, warum der HErr Sich nach dem Johannes-Evangelium nicht anrühren läßt. Maria sollte in die neue Stellung oder Haushaltung, die durch Seinen Tod, Seine Auferstehung und Himmelfahrt eingeleitet wurde, eingeführt werden, Christus nicht leiblich, sondern im Geiste zu besitzen. Nicht mehr durch Schauen (d. h. den HErrn sehend) zu wandeln, sondern durch Glauben. (Vergl. Joh. 20,29b.) Maria ist im gewissen Sinne die Vertreterin des gläubigen jüdischen Überrestes am Anfang dieses Zeitalters, wie Thomas es ist nach Abschluß desselben. Sie mußte lernen, daß die Segnungen des Christentums in dem auferstandenen und verherrlichten Christus „über“ und „außerhalb“ der jüdischen Haushaltung zu haben sind, darum auch die kostbare Botschaft an Seine Brüder durch Maria, welche die unlösbaren Lebensbeziehungen dieses einzigartigen Verhältnisses zu unserem Gott und Vater durch den Herrn Jesum kennzeichnete. Die zwei wunderbaren Gebete des Apostels Paulus in Eph. Kap. 1 u. 3 sind auf diese Offenbarung gegründet.

Wir haben in Joh. 20 die Berührungspunkte dreier Zeitalter vorgebildet. Vers 11-18: das Zeitalter des Gesetzes mit Maria, der Vertreterin des gläubigen Überrestes, der in die Haushaltung des Glaubens, der Gnade und des Geistes eingeführt wird. Vers 19-23: unser gegenwärtiges Zeitalter, charakterisiert durch die Gemeinde mit dem Lichte der Gegenwart des HErrn in ihrer Mitte (Vers 19; Kap. 12,36) und darum gekennzeichnet durch Seine Liebe (Kap. 13,1), durch Seinen Frieden (Vers
Kap. 12,36) und darum gekennzeichnet durch Seine Liebe (Kap. 13,1), durch Seinen Frieden (Vers 19; Kap. 14,27), durch Seine Freude (Vers 20; Kap. 15,11), durch Seinen Geist (Vers 22; Kap. 16,7) und durch Seine Heiligkeit (Vers 23; Kap. 17,17; Psalm 93,5). Vers 24-29: Thomas, ein Bild von dem zukünftigen Überrest, der an den Segnungen des Tages der Gnade, dieses gegenwärtigen Zeitalters, nicht teilnimmt, wie auch Thomas nicht teilnahm an den Segnungen der ersten Begegnung am Auferstehungstage. Hier wird nun das Zeitalter der Wiederherstellung aller Dinge vorgebildet. (Vergl. Sach. 12,10-14 u. Apgesch. 3,21.) Um das Gemälde zu vervollständigen, möchte ich noch erwähnen, daß uns in Kap. 21,1-14 die Segnungen des Tausendjährigen Reiches vorgebildet werden.
K. O. St

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Anmerkung des Schriftleiters von Teil I Handreichungen CLEVER
Paulus sagt 2. Kor. 5,16: „Daher kennen wir von nun an niemanden nach dem Fleische; wenn wir aber auch Christum nach dem Fleische gekannt haben, so kennen wir Ihn doch jetzt nicht mehr also.“ Dieses „Jetzt nicht mehr“ mußte Maria lernen - und wie gern lernte sie von ihrem „Rabbuni“, ihrem Meister! Ist Er auch der unsere? Ungeteilten Herzens hing sie am HErrn, darum lernte sie bereitwillig und - wurde gebraucht in Seinem Dienst! Welche Lektion für uns!
„Jetzt nicht mehr“ ein irdisches Verwandtschaftsverhältnis, Maria, jetzt ein höheres, ein neuer Stand des HErrn, und darum ein neuer Stand der Seinen und ihrer Beziehungen zu Ihm! Der Weg zum Vater, zu unserem Vater, weil Er Sein Vater, zu unserem Gott, weil Er Sein Gott, wird erschlossen, wir werden „zu Gott gebracht“, zu „Söhnen“ gemacht! Welch neuartiges, herrliches Verhältnis, nicht zu vergleichen mit den irdischen Segnungen Israels, so kostbar diese auch waren in ihrem Rahmen, ehe das Neue kam, das „vor den Zeitaltern verborgen war, in Christo aber kundgemacht“ ist. Und dies neue Verhältnis begann mit Seiner Auffahrt! Jetzt gibt's ein neues Anrühren Seiner Person, nicht mehr im Fleische, sondern im Geiste, eine neue Gemeinschaft mit Ihm, nicht mehr mittels irdischer Vermittlung, durch die Hände, sondern mittels geistiger, aber darum nicht weniger innigen, sondern viel innigerer, weil ewiger, unvergänglicher Verbindung - nämlich vermittels des Geistes Seines Sohnes, den Gott in unser Herz gegeben hat (Gal. 4,6). Nun ist „unsere Gemeinschaft mit dem Vater und Seinem Sohne“ (1. Joh. 1,4). Das mußte der Maria, so innig sie ihren Meister, der ihr ein und alles war, auch liebte, noch verborgen sein, und blieb ihr auch bei dem Worte „Rühre Mich nicht an“ zunächst noch verborgen - aber am Pfingsttage, da hat sie jene Worte verstanden, da erfuhr sie die Bedeutung und Erfüllung. Und wir, denen jene Worte mit gesagt sind, gleichsam als Zeichen, von dem Joh. 20,31 gilt, wir genießen gleichfalls diese neuartigen Gemeinschafts- und Verwandtschaftsbeziehungen, in die Er uns nach Seiner Auffahrt gebracht hat, wenn anders wir Christi Geist haben, und „wer Christi Geist nicht hat, ist nicht Sein“ (Röm. 8,9).
Warum aber haben so viele Gläubige so wenig Erfahrung davon? Warum leben so viele ein Gesetzesleben ohne Freude, ohne Kraft? Viele wegen mangelhafter, gesetzlicher Belehrung; viele aber auch, weil sie nicht „durch den Geist wandeln“ (Gal. 5,25), d. h. in praktischer Verbindung mit dem HErrn und im Glaubensgehorsam gegen Ihn und Sein Wort stehen und bleiben, den Geist fortgesetzt betrüben und nicht immer in Selbstgericht und Bekennen vor Ihm nach 1. Joh. 1,9 zur Wiederherstellung gelangen. Wie ernst ist das!
Der HErr lasse auch uns allen obige kostbare Antwort und diese Bemerkungen in Gnaden dazu
dienen, uns in die Wahrheit hineinzuführen; Er mache aus uns „Täter Seines Wortes“ (Jak. 1,22) und lehre uns wandeln im täglichen Genusse der Segnungen des gegenwärtigen Zeitalters, „damit unsere Freude völlig sei“!
*
Und das Wort ward Fleisch und zeltete unter uns, - und wir haben Seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater - voller Gnade und Wahrheit ... Aus Seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade.“ Joh. 1,14.16.
Ermuntert einander!
1. Thess. 5,11. Neues und Altes. Matth. 13,52.

-*-*-

Rühre mich nicht an

Frage 11
Warum darf Thomas in Joh. 20,27 den HErrn anrühren, während Maria es nach V. 17 nicht darf? Der HErr war doch inzwischen nicht aufgefahren? - Hatte der Herr Jesus in der Zwischenzeit zwischen diesen beiden Erscheinungen Verkehr mit dem Vater oder ging Er bei Seiner Himmelfahrt zum ersten Male wieder in die himmlischen Örter ein?
Antwort A
Zum ersten Teil der Frage, das Anrühren des Herrn Jesus nach Seiner Auferstehung betreffend, finden wir eine schöne, klare Belehrung im 7. Bd. der „G. H.“ (1920), S. 36-39. Für solche aber, die nicht die Möglichkeit haben, nachzuschlagen, möchten wir kurz einige Worte dazu bemerken.
In Joh. 20 werden uns in den verschiedenen Personen Gläubige verschiedener Zeiten in ihrem Zustande und Verhalten gegenüber dem Herrn Jesus vorgebildet. In Maria Magdalena (V. 11 bis 18) sehen wir den gläubigen Überrest aus Israel, der zur Zeit des Todes des Herrn Jesus da war und in die neue Ordnung der Dinge überging und den Anfang der Versammlung oder Gemeinde bildete und in dieser aufging. Diese Gläubigen hatten aus den prophetischen Schriften über den Messias eine Vorstellung, die sich auf Seine Gegenwart in irdischer Leiblichkeit beschränkte, in der man Ihn anrühren konnte, und mußten deshalb erst dahin belehrt werden, daß sie Ihn, nachdem Er gestorben und auferstanden war, nicht mehr und nicht wieder so besitzen konnten wie vor Seinem Tode, sondern in einem ganz anderen, neuen Zustande und Verhältnis. Deshalb sagt Er der Maria Magdalena: „Rühre Mich nicht an!“ Die weiteren, den Grund dieses Verbotes erklärenden Worte des HErrn: „denn Ich bin noch nicht aufgefahren zu Meinem Vater“ zeigen aber, daß es sich keineswegs
hierbei um die Aufhebung der durch die Propheten gegebenen, noch unerfüllten Verheißungen handelte, sondern nur um eine durch Seine Verwerfung bedingte Hinausschiebung - daß Er erst auffahren müsse zu Seinem Vater, ehe Er jene Verheißungen erfüllen könne, wie auch Petrus in Apg. 3 dem Volke sagte: „... welchen freilich der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von welchen Gott durch den Mund Seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat“. (V. 21.) Wir wissen ja, was mit dieser wunderbaren Tatsache Seines Auffahrens zum Vater und Seines Dortseins alles verbunden ist; wir wissen aber auch, daß Er, wenn die Zeit gekommen sein wird, auch Sein Wort inbezug auf Sein irdisches Volk Israel einlösen und dazu wieder auf diese Erde kommen wird. Dann werden sie Ihm als ihrem Messias huldigen und Ihn gleichsam „anrühren“. Letzteres finden wir in Thomas vorgebildet. (V. 24-29.) Dazwischen liegt die jetzige Zeit der Versammlung oder Gemeinde, die wir in V. 19-23 finden. -
Was den zweiten Teil der Frage betrifft, so wird der beste Weg zur Klarheit der sein, daß wir einmal untersuchen, was das Wort Gottes uns über den Herrn Jesus von Seinem Tode am Kreuze bis zu Seiner Himmelfahrt sagt.
Über die letzten Augenblicke des Herrn Jesus und Seinen Tod lesen wir in Luk. 23,46: „Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in Deine Hände übergebe Ich Meinen Geist! Und als er dies gesagt hatte, verschied Er“, und in Joh. 19,30: „Als nun Jesus den Essig genomen hatte, sprach Er: Es ist vollbracht! und Er neigte das Haupt und übergab den Geist“. Diese Worte zeigen, daß der Geist des Herrn Jesus1 bei Seinem Tode am Kreuze zum Vater ging, während Sein Leib am Kreuze zurückblieb und dann abgenommen und ins Grab gelegt wurde. Daß der Geist aus dem am Kreuze hängenden Leibe weg sofort zum Vater ging und nicht erst an den Ort der Abgeschiedenen, um diesen zu predigen, wie manche auf Grund von 1. Petr. 3,19 irrtümlich annehmen - s. hierzu 1. Bd. (1913), S. 167ff., Antwort Bund C-, zeigen uns die Worte des Herrn Jesus an den Räuber am Kreuze in Luk. 23,43 mit überwältigender Klarheit: „Wahrlich, Ich sage dir: Heute wirst du mit Mir im Paradiese sein“. Nicht im „Gefängnis“, wo die ungläubig Abgeschiedenen sind, sondern im Paradiese!
1 Hier handelt es sich nicht um den „Geist Jesu“ nach Apg. 16,7 oder „Christi Geist“ nach Röm. 8,9b, welches immer der Heilige Geist ist, sondern um Seinen menschlichen Geist, denn derHerr Jesus war wirklich Mensch, und der Mensch besteht aus Geist, Seele und Leib (1. Thess. 5,23). Das Wort redet auch ausdrücklich von dem Leibe, der Seele und dem Geiste des Herrn Jesus (s. Joh. 2,21; 12,27; 13,21 u. a. m.).
Das ist doch wahrlich ein Unterschied. Im Paradiese sind nicht die „Geister, welche einst ungehorsam waren“ (oder: „nicht glaubten“), denn das Paradies ist die Herrlichkeit beim Vater, der Platz und der Zustand, den die Erlösten bei Ihm haben, wenn sie aus diesem Leben scheiden, biszum „Tage der Erlösung“ (Eph. 4,30), d. h. bis Er die Seinen von dieser Erde wegnimmt und in das Vaterhaus einführt, wo Er ihnen die Stätte bereitet hat. Dort war Sein Geist, während Sein Leib im Grabe lag, bis zu Seiner Auferstehung, bei welcher Sein Geist wieder mit Seinem Leibe - der hierbei durch die göttliche Macht in einen geistigen Leib verwandelt wurde - vereinigt wurde. Letzteres ist keine Vermutung oder bloße Schlußfolgerung, sondern Gottes Wort stellt Ihn uns so vor unser Auge nach Seiner Auferstehung. Es berichtet uns, daß Er auferstanden und das Grab leer war, daß Er den Seinen erschien, ihnen Seine Hände und Füße und Seine Seite zeigte, mit ihnen redete und vor ihnen aß, um ihnen zu zeigen, daß sie nicht einen Geist vor sich sahen, sondern daß Er es Selbst war und daß Er Sich „in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt hat, indem Er vierzig Tage hindurch von ihnen gesehen wurde und über die Dinge redete, welche das Reich Gottes betreffen“ (Matth. 28; Mark. 16; Luk. 24; Joh. 20 und 21; Apg. 1,1-8; 10,40.41). Dann ging Er als Mensch, im Auferstehungsleibe, in die Herrlichkeit ein (Mark. 16,19; Luk. 24,51; Apg. 1,9), wie Er den Seinen angekündigt hatte.
1 Hier handelt es sich nicht um den „Geist Jesu“ nach Apg. 16,7 oder „Christi Geist“ nach Röm. 8,9b, welches immer der Heilige Geist ist, sondern um Seinen menschlichen Geist, denn derHerr Jesus war wirklich Mensch, und der Mensch besteht aus Geist, Seele und Leib (1. Thess. 5,23). Das Wort redet auch ausdrücklich von dem Leibe, der Seele und dem Geiste des Herrn Jesus (s. Joh. 2,21; 12,27; 13,21 u. a. m.).
Es ist wunderbar, in Verbindung mit dem Obengesagten zu sehen, daß der HErr als Mensch Selbst in allem uns voranging und wir alles mit Ihm teilen: Als Er aus diesem Leben schied, ging Sein Geist dorthin, wo Er als der verherrlichte Mensch jetzt weilt, während und solange Sein Leib im Grabe lag, und genau so ist es mit allen Erlösten, die aus diesem Leben geschieden sind und scheiden, mit dem Räuber am Kreuze anfangend: auch sie haben in der Zwischenzeit ihren Platz dort bei Ihm (Luk. 23,43; 2. Kor. 5,8; Phil. 1,23); Er wurde „aus den Toten auferweckt durch die Herrlichkeit des Vaters“ (Röm. 6,4) - ist auferstanden -, und ebenso werden alle entschlafenen Heiligen auferweckt werden - auferstehen -, wenn Er kommen wird (1. Kor. 15, besonders V. 23 und 42-55; 1. Thess. 4,13-16), und die Lebenden werden im gleichen Augenblick und durch dieselbe Macht verwandelt werden (Joh. 11,26; 1. Kor. 15,51.52; Phil. 3,21); und Er ging ein in die Herrlichkeit und ist dort „verherrlicht“, und
ebenso werden wir einst verherrlicht dort eingehen und dort sein (Joh. 14,3; 17,24; 2. Kor. 5,1-4; Phil. 3,20.21; 1. Thess. 4,17). Welche Liebe und Gnade! Gepriesen sei Er dafür. -
Welchen Verkehr Er als der Auferstandene in der Zwischenzeit bis zu Seiner Himmelfahrt mit dem Vater hatte, darüber sagt das Wort nichts, und deshalb können auch wir nichts darüber sagen. Daß Er Gemeinschaft mit dem Vater hatte, bedarf ja keiner Erwähnung; aber daß ein Verkehr mit dem Vater in dem Sinne anzunehmen wäre, daß Er vor Seiner Himmelfahrt, die Er vor den Augen der Seinen antrat (Apg. 1,9), mit Seinem Auferstehungsleib bereits in die himmlischen Örter eingegangen sei, Er also einmal dort und wieder einmal hier auf der Erde gewesen sei, dazu gibt uns das Wort Gottes keinerlei Anlaß und Recht, denn es spricht von dem auferstandenen HErrn in der Zeit bis zu Seiner Aufnahme immer nur als noch hier auf der Erde befindlich, wie wir aus schon aufgeführten Stellen sehen (s. bes.
Apg. 1,3), und von dem Eingehen des auferstandenen HErrn in die Herrlichkeit immer nur als einem einmaligen Vorgang, der den Abschluß Seines Hierseins nach Seiner Auferstehung bildete, wie ebenfalls die dazu bereits angegebenen Schriftstellen zeigen. Er ging dabei zum ersten Male in die Herrlichkeit ein und „setzte sich zur Rechten Gottes“ (Mark. 16,19). Diesen Platz wird Er erst aufgeben, wenn der langersehnte Augenblick gekommen sein wird, wo Er den Seinen entgegenkommen wird, um sie heimzuholen in das Vaterhaus. Dann wird Er aufstehen und „herniederkommen vom Himmel“, um den Seinen zu begegnen in der Luft (1. Thess. 4,17) und dann alles auszuführen, was auf die Entrückung folgt.
Th. K.
Antwort B
Ohne obige kostbare und an sich keineswegs ergänzungsbedürftige Antwort Erweitern zu wollen, scheint es mir doch nötig, den Schwierigkeiten des Fragenden von einigen anderen Gesichtspunkten
aus zu begegnen.
Wenn der HErr zu Maria sagt: „Rühre Mich nicht an, denn Ich bin noch nicht aufgefahren zu Meinem Vater“, während Er acht Tage später zu Thomas sagt: „Lege ... deine Hände in Meine Seite“ - also mit anderen Worten „rühre Mich an“, so schlußfolgert anscheinend der Frager, daß dem „Denn“ des ersten Satzes zufolge der HErr innerhalb der acht Tage etwas wie Aufgefahrensein erlebt haben könnte. Da aber Jesu Himmelfahrt tatsächlich erst später geschah, so entstand offenbar für ihn die Frage, ob der HErr in jenen acht Tagen einen besonderen Verkehr mit dem Vater gehabt habe, also schon vor der eigentlichen Himmelfahrt in die himmlischen Örter eingegangen gewesen sei, so daß das Berühren des HErrn durch Thomas gemäß des „Denn“ des ersten Satzes gerechtfertigt gewesen sei. Menschlich angesehen hat der Fragende scheinbar recht mit solcher Schlußfolgerung. Aber die menschlichen Verstandesschlüsse werden den göttlichen Gedanken nie gerecht!
Was der HErr der Maria, die Ihn mit „Lehrer“ anredet und als solchen anerkennt, zur Belehrung sagen konnte, damit sie fähig würde, die göttlichen, himmlischen Verwandtschaftsbeziehungen den Seinen mitzuteilen, das konnte Er acht Tage später nicht einem Thomas sagen, der noch nicht eingegangen war in die Verwandtschaft, da er an jenem „ersten Tage in der Woche“ nicht dabei war, als die himmlischen Verwandtschaftsbeziehungen den Jüngern erschlossen wurden. Thomas konnte somit auch nicht so glauben wie die anderen - und darin ist er, wie in Antwort A und in Frg. 4, Jahrb. 7, worauf obige Antwort hinweist, klar gesagt ist, ja ein Vorbild von dem zukünftigen jüdischen Überrest, der erst glauben wird, wenn er schaut.1 Der HErr aber läßt Sich in Seiner unfaßbaren Gnade auch zu einem Thomas herab, und wenn Thomas schon nicht lernen kann, was Maria, die Liebende, die in ihrer hingebenden Liebe dem geliebten Meister huldigen wollte, sozusagen spielend lernte von ihrem Lehrer und was sie den Jüngern mitteilen durfte (und ja auch mitteilte nach V. 18), so darf er doch den HErrn so berühren, wie er es als Beweis für dessen Auferstehung gewünscht hatte. Daß der HErr inzwischen etwas dem Aufgefahrensein ähnliches erlebt haben müßte oder - als der auferstandene zweite Mensch - schon in die himmlischen Örter eingegangen gewesen sein müßte,
1 Vgl. zu Thomas noch Frage 2 des vorlieg. Jahrbuches und Jahrb. 8, Seite 151!
darf nach den vielfachen klaren Aussagen der Schrift über Seine Himmelfahrt auch nicht einmal andeutungs- oder frageweise angenommen werden, es ist aber auch gar keine Nötigung für solche Frage vorhanden, wenn man bedenkt, wem (und wann und unter welchen Umständen) Er jenes „Rühre Mich nicht an“ sagte und wem dagegen (und wann usw.) das „Lege deine Hand in Meine Seite!“
1 Vgl. zu Thomas noch Frage 2 des vorlieg. Jahrbuches und Jahrb. 8, Seite 151!
Es ist auch noch zu beachten, daß die Schrift kein Wort von einer Bitte oder einem hier in diesem Zusammenhang ausgeführten Versuch der Maria, Ihn anzurühren, enthält, während Thomas ausdrücklich gewünscht hatte, seine Hande in Jesu Seite legen zu können, um Ihn als Auferstandenen anzuerkennen. Der HErr begegnet jedem der Seinen, wo er ist. Jeder bekommt die seiner Stellung und seinem Zustand angemessene Belehrung: Maria eine sehr tiefe, uns in ihrem Vollsinne mangels Parallelen in der Schrift hienieden kaum völlig verständliche, Thomas eine einfachere, leichter verständliche, deren Wirkung aber nicht minder bedeutsam ist, wie das kostbare Bekenntnis des Thomas zeigt. Marias vielleicht geheimes Sehnen, dem der HErr durch Sein Verbot begegnet, entsprang aus vollkommenem Glauben (der durch solch Verbot in nichts erschüttert werden konnte), Thomas' offen ausgesprochener Wunsch dagegen aus unverhohlenem Zweifel (der durch Nichtgewähren seines ihm berechtigt scheinenden Begehrens nur noch tiefer geworden wäre). Mit anderen Worten: das Anrühren, das der Maria verwehrt, und das Anrühren, das dem Thomas gewahrt ward (daß er es ausgeführt habe, ist nach dem Wortlaut der Stelle übrigens auch nicht unbedingt sicher!) - diese beiden Arten von Anrühren haben gar keine Ähnlichkeit miteinander - darum hat die mit „denn“ eingeleitete Begründung des Verbots an Maria auch keine Beziehung auf die Szene des HErrn mit Thomas. Jenes Verbot der Maria gegenüber vertiefte die inneren Beziehungen zwischen dem Auferstandenen und uns, den Seinen, während durch die dem Thomas gegebene Erlaubnis oder Gewährung seines Begehrens, Ihn zu betasten (vgl. Matth. 28,9!), die irdischen sichtbaren Verbindungen zwischen dem Auferstandenen und der Klasse der Seinen, die der sichtbaren Zeichen zum Glaubenkönnen bedurfte (Israel, vergl. Joh. 4,48, also im Joh.-Evang.!), im Blick auf die spätere Zukunft neu angeknüpft wurden.
„Wie köstlich sind mir Deine Gedanken, o Gott! Wie gewaltig sind ihre Summen!“ (Ps. 139,17.)
F. K.