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Josua Kapitel 04 Walvoord
D. Die Aufrichtung von Gedenksteinen
( Jos 4 )
Jos 4,1-3
Es war wichtig, daß Israel dieses große Wunder niemals vergaß. Damit die
Israeliten sich daran erinnern würden, was Gott für sie an diesem historischen
Tage vollbracht hatte, ließ er sie 12 Gedenksteine aufrichten. Dieses Denkmal
erinnerte an die Überquerung der großen Schar der Israeliten durch das trockene
Flußbett des Jordans.
Der Herr befahl Josua, 12 Männer, die vorher ausgewählt worden waren,
anzuweisen, 12 Steine aus dem Flußbett zum Ort des Nachtlagers zu tragen.
Jos 4,4-8
Nachdem er die 12 Vertreter der Stämme zusammengerufen hatte, gab er ihnen
Anweisungen. Sie sollten bis zur Mitte des Flußbettes zurückkehren, und jeder
von ihnen sollte einen Stein mitbringen. Diese Steine würden eine sichtbare
Erinnerung ( ein Denkmal ) an Gottes Befreiungswerk (vgl. V. 24 ) und eine gute
Möglichkeit für die Israeliten, ihre Jugend zu unterweisen (V. 6-7 ; vgl.
V. 21-24 ), sein.
Die Antwort der 12 Männer kam sofort und ohne Einwände. Sie hätten allerdings
davor Angst haben können, wieder in den Jordan zu steigen. Immerhin war ungewiß,
wie lange er noch trocken bleiben würde. Wie auch immer, die Ängste wurden zur
Seite geschoben, und sie gehorchten den Anweisungen Gottes, ohne zu zögern.
Jos 4,9
Josua begleitete diese Männer bei ihrer seltsamen Aufgabe, und während sie große
Steine aus dem Flußbett trugen, baute er noch einen anderen Haufen von 12
Steinen im Flußbett selbst auf, um die genaue Stelle zu markieren, an der die
Priester mit der Bundeslade gestanden hatten. Dies geschah nebenbei aus Josuas
eigener Initiative und drückte den Wunsch aus, eine persönliche Erinnerung an
Gottes Treue am Anfang der Eroberung Kanaans zu schaffen.
Jos 4,10-18
Nun war alles vollbracht, was der HERR ... befohlen hatte . In Anbetracht der
Tatsache, daß der Jordan wieder zu fließen beginnen würde, rief man sich
Einzelheiten der Überquerung wieder in Erinnerung. (1) Die Priester und die Lade
verweilten im Flußbett, während das Volk hinübereilte (V. 10 ; vgl. Jos 3,17 ).
(2) Die bewaffneten Männer der transjordanischen Stämme, die nicht von ihren
Familien und Habseligkeiten behindert wurden, führten die Überquerung an ( Jos
4,12-13 ). (3) Sobald das Volk hinübergegangen und die besondere Aufgabe der
Errichtung der Gedenksteine vollendet worden war, verließen die Priester das
Flußbett - sie waren die ersten, die hineingegangen, und die letzten, die
hinausgegangen waren - und nahmen wieder ihren Platz an der Spitze des Volkes
ein (V. 11,15-17 ). (4) Sofort danach begann der Jordan wieder zu fließen
(V. 18 ).
Alle Stämme nahmen an der Überquerung teil, wobei Ruben, Gad und der halbe Stamm
Manasse nur repräsentative Heere mitsandten. Der Rest dieser zweieinhalb Stämme
verblieb auf der Ostseite, um ihre Häuser und Städte zu beschützen. Die Zahl der
Männer über 20 Jahre in diesen Stämmen betrug 136 930 ( 4Mo 26,7.18.34 ). Die 40
000 Krieger ( Jos 4,13 ) machten 29 Prozent der männlichen erwachsenen
Bevölkerung aus, d. h. noch nicht einmal jeder dritte erwachsene Mann zog in den
Krieg.
Alexander Maclaren schreibt: "Der springende Punkt ist das sofortige
Zurückströmen der unruhigen Fluten, als das Hindernis beseitigt war. Wie ein
Pferd sich über die Freiheit freut, floß die lohfarbene Flut wieder hinunter,
und schon bald schien alles wie vorher zu sein, mit Ausnahme des neuen Felsens,
der durch menschliche Hand errichtet worden war und den nun das Wasser
umströmte" ( Expositions of Holy Scripture . London: Hodder & Stoughton, 1908,
3,119).
Man muß sich einmal vorstellen, was in den Israeliten vorging, als sie am
Flußufer standen und die strömende Flut beobachteten, wie sie ihre Spuren
beseitigte, und dann hinübersahen zum gegenseitigen Ufer, wo sie noch an diesem
Morgen gestanden hatten. Es gab nun kein Zurück mehr. Ein neues und wunderbares
Kapitel ihrer Geschichte hatte begonnen.
Jos 4,19-20
Doch es war nun keine Zeit zum Nachdenken. Josua führte das Volk nach Gilgal ,
ihrem ersten Lagerort in Kanaan, ungefähr drei Kilometer von Jericho entfernt.
Dort wurden die 12 Steine ..., die aus dem Jordan genommen worden waren,
aufgerichtet , möglicherweise in einem kleinen Kreis . Der Name Gilgal bedeutet
Kreis und bezeichnete möglicherweise ursprünglich einen Steinkreis mit
heidnischer Bedeutung. Wenn dem so war, würde der neue Kreis, der an Jahwes
grosse Taten erinnern sollte, dazu dienen, dem heidnischen Charakter dieses
Ortes entgegenzuwirken.
Jos 4,21-23
Die Aufgabe der Steine war einwandfrei eine pädagogische, nämlich spätere
Generationen Israels daran zu erinnern, daß es Gott gewesen war, der sie durch
den Jordan geführt hatte (vgl. V. 6-7 ), so wie er auch ihre Väter durch das
Rote Meer geführt hatte.
Doch woher sollten die zukünftigen Generationen wissen, was die Steine
bedeuteten? Die Antwort war eindeutig. Eltern sollten ihren Kindern Gottes Weg
und seine Werke lehren (vgl. 5Mo 6,4-7 ). Ein jüdischer Vater sollte seinen
fragenden Sohn nicht zu einem Leviten schicken, damit dieser ihm auf seine
Fragen antwortete. Der Vater sollte selbst die Antwort geben.
Jos 4,24
Außerdem hatten die Gedenksteine neben der Aufgabe, als sichtbare Hilfe für die
elterliche Unterweisung der Kinder zu dienen, den Zweck, daß alle Völker der
Erde wissen sollten, daß die Hand des HERRN mächtig ist . Als die Familien
Israels ihre erste Nacht im Land verbrachten, waren ihre Herzen sicherlich voll
von Ungewißheit und Angst. Die Berge, die im Westen steil aufragten, waren ein
bedrohlicher Anblick. Doch dann sah das Volk auf die 12 Steine, die aus dem
Jordan genommen worden waren, und wurde daran erinnert, daß Gott an diesem Tag
etwas Großes für sie getan hatte. Sicher konnten sie ihm auch die weiteren Tage
anvertrauen.
Josua