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Josua Walvoord Donald K. Campell  Hauptübersicht
 


Josua Kapitel  04 Walvoord


D. Die Aufrichtung von Gedenksteinen

( Jos 4 )

 

Jos 4,1-3

 

Es war wichtig, daß Israel dieses große Wunder niemals vergaß. Damit die Israeliten sich daran erinnern würden, was Gott für sie an diesem historischen Tage vollbracht hatte, ließ er sie 12 Gedenksteine aufrichten. Dieses Denkmal erinnerte an die Überquerung der großen Schar der Israeliten durch das trockene Flußbett des Jordans.

Der Herr befahl Josua, 12 Männer, die vorher ausgewählt worden waren, anzuweisen, 12 Steine aus dem Flußbett zum Ort des Nachtlagers zu tragen.

 

 

Jos 4,4-8

 

Nachdem er die 12 Vertreter der Stämme zusammengerufen hatte, gab er ihnen Anweisungen. Sie sollten bis zur Mitte des Flußbettes zurückkehren, und jeder von ihnen sollte einen Stein mitbringen. Diese Steine würden eine sichtbare Erinnerung ( ein Denkmal ) an Gottes Befreiungswerk (vgl. V. 24 ) und eine gute Möglichkeit für die Israeliten, ihre Jugend zu unterweisen (V. 6-7 ; vgl. V. 21-24 ), sein.

Die Antwort der 12 Männer kam sofort und ohne Einwände. Sie hätten allerdings davor Angst haben können, wieder in den Jordan zu steigen. Immerhin war ungewiß, wie lange er noch trocken bleiben würde. Wie auch immer, die Ängste wurden zur Seite geschoben, und sie gehorchten den Anweisungen Gottes, ohne zu zögern.

 

 

Jos 4,9

 

Josua begleitete diese Männer bei ihrer seltsamen Aufgabe, und während sie große Steine aus dem Flußbett trugen, baute er noch einen anderen Haufen von 12 Steinen im Flußbett selbst auf, um die genaue Stelle zu markieren, an der die Priester mit der Bundeslade gestanden hatten. Dies geschah nebenbei aus Josuas eigener Initiative und drückte den Wunsch aus, eine persönliche Erinnerung an Gottes Treue am Anfang der Eroberung Kanaans zu schaffen.

 

Jos 4,10-18

 

Nun war alles vollbracht, was der HERR ... befohlen hatte . In Anbetracht der Tatsache, daß der Jordan wieder zu fließen beginnen würde, rief man sich Einzelheiten der Überquerung wieder in Erinnerung. (1) Die Priester und die Lade verweilten im Flußbett, während das Volk hinübereilte (V. 10 ; vgl. Jos 3,17 ). (2) Die bewaffneten Männer der transjordanischen Stämme, die nicht von ihren Familien und Habseligkeiten behindert wurden, führten die Überquerung an ( Jos 4,12-13 ). (3) Sobald das Volk hinübergegangen und die besondere Aufgabe der Errichtung der Gedenksteine vollendet worden war, verließen die Priester das Flußbett - sie waren die ersten, die hineingegangen, und die letzten, die hinausgegangen waren - und nahmen wieder ihren Platz an der Spitze des Volkes ein (V. 11,15-17 ). (4) Sofort danach begann der Jordan wieder zu fließen (V. 18 ).

Alle Stämme nahmen an der Überquerung teil, wobei Ruben, Gad und der halbe Stamm Manasse nur repräsentative Heere mitsandten. Der Rest dieser zweieinhalb Stämme verblieb auf der Ostseite, um ihre Häuser und Städte zu beschützen. Die Zahl der Männer über 20 Jahre in diesen Stämmen betrug 136 930 ( 4Mo 26,7.18.34 ). Die 40 000 Krieger ( Jos 4,13 ) machten 29 Prozent der männlichen erwachsenen Bevölkerung aus, d. h. noch nicht einmal jeder dritte erwachsene Mann zog in den Krieg.

Alexander Maclaren schreibt: "Der springende Punkt ist das sofortige Zurückströmen der unruhigen Fluten, als das Hindernis beseitigt war. Wie ein Pferd sich über die Freiheit freut, floß die lohfarbene Flut wieder hinunter, und schon bald schien alles wie vorher zu sein, mit Ausnahme des neuen Felsens, der durch menschliche Hand errichtet worden war und den nun das Wasser umströmte" ( Expositions of Holy Scripture . London: Hodder & Stoughton, 1908, 3,119).

Man muß sich einmal vorstellen, was in den Israeliten vorging, als sie am Flußufer standen und die strömende Flut beobachteten, wie sie ihre Spuren beseitigte, und dann hinübersahen zum gegenseitigen Ufer, wo sie noch an diesem Morgen gestanden hatten. Es gab nun kein Zurück mehr. Ein neues und wunderbares Kapitel ihrer Geschichte hatte begonnen.

 

 

Jos 4,19-20

 

Doch es war nun keine Zeit zum Nachdenken. Josua führte das Volk nach Gilgal , ihrem ersten Lagerort in Kanaan, ungefähr drei Kilometer von Jericho entfernt. Dort wurden die 12 Steine ..., die aus dem Jordan genommen worden waren, aufgerichtet , möglicherweise in einem kleinen Kreis . Der Name Gilgal bedeutet Kreis und bezeichnete möglicherweise ursprünglich einen Steinkreis mit heidnischer Bedeutung. Wenn dem so war, würde der neue Kreis, der an Jahwes grosse Taten erinnern sollte, dazu dienen, dem heidnischen Charakter dieses Ortes entgegenzuwirken.

 

 

Jos 4,21-23

 

Die Aufgabe der Steine war einwandfrei eine pädagogische, nämlich spätere Generationen Israels daran zu erinnern, daß es Gott gewesen war, der sie durch den Jordan geführt hatte (vgl. V. 6-7 ), so wie er auch ihre Väter durch das Rote Meer geführt hatte.

Doch woher sollten die zukünftigen Generationen wissen, was die Steine bedeuteten? Die Antwort war eindeutig. Eltern sollten ihren Kindern Gottes Weg und seine Werke lehren (vgl. 5Mo 6,4-7 ). Ein jüdischer Vater sollte seinen fragenden Sohn nicht zu einem Leviten schicken, damit dieser ihm auf seine Fragen antwortete. Der Vater sollte selbst die Antwort geben.

 

 

Jos 4,24

 

Außerdem hatten die Gedenksteine neben der Aufgabe, als sichtbare Hilfe für die elterliche Unterweisung der Kinder zu dienen, den Zweck, daß alle Völker der Erde wissen sollten, daß die Hand des HERRN mächtig ist . Als die Familien Israels ihre erste Nacht im Land verbrachten, waren ihre Herzen sicherlich voll von Ungewißheit und Angst. Die Berge, die im Westen steil aufragten, waren ein bedrohlicher Anblick. Doch dann sah das Volk auf die 12 Steine, die aus dem Jordan genommen worden waren, und wurde daran erinnert, daß Gott an diesem Tag etwas Großes für sie getan hatte. Sicher konnten sie ihm auch die weiteren Tage anvertrauen.

Josua