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Josua Walvoord Donald K. Campell  Hauptübersicht
 


Josua Kapitel  05 Walvoord



E. Die Heiligung der Israeliten

( 5,1-12 )

 

Unter Josuas Führung und durch einen wundersamen Eingriff überquerten ungefähr 2 Millionen Krieger und Zivilisten den Jordan. In Gilgal wurde schnell ein Brückenkopf errichtet, und aus menschlicher Sicht war es nun höchste Zeit, die Festungen Kanaans zu stürmen. Immerhin war die Moral der Leute in Kanaan angesichts einer alten und zweier neuerer Begebenheiten, die im ganzen Land verbreitet wurden, zusammengebrochen: (a) daß der Gott Israels das Rote (Schilf-) Meer geteilt hatte ( Jos 2,10 ); (b) daß die Israeliten die mächtigen Könige der Amoriter im Transjordanland besiegt hatten ( Jos 2,10 ); (c) daß Jahwe auch die Wasser des Jordans aufgestaut hatte, damit die Israeliten nach Kanaan übersetzen konnten ( Jos 5,1; vgl. Jos 4,24 ).

Mit diesen Neuigkeiten verbreitete sich auch die Angst. Gab es einen besseren Zeitpunkt, um einen vernichtenden Schlag auszuführen? Sicherlich hätten die Militärführer Israels einen sofortigen gemeinsamen Angriff vorgezogen.

Doch dies war nicht Gottes Plan. Er ist niemals in Eile, obwohl es seine Kinder oft sind. Aus Gottes Sicht war Israel noch nicht darauf vorbereitet, auf Kanaans Boden zu kämpfen. Es gab noch etwas zu erledigen, nämlich eine geistliche Angelegenheit. Heiligung muß der Eroberung vorangehen. Bevor Gott Israel zum Sieg führen würde, wollte er sie noch durch drei Erfahrungen führen: (a) die Erneuerung der Beschneidung ( Jos 5,1-9 ); (b) die Feier des Passafestes (V. 10 ); (c) die Aneignung der Früchte des Landes (V. 11-12 ).

 

 

1. Die Erneuerung der Beschneidung

( 5,1-9 )

 

Jos 5,1-3

 

Als die Nationen von panischer Angst ergriffen waren (vgl. Jos 4,24 ), befahl der Herr Josua, die Söhne Israels zu beschneiden . Er gehorchte, obwohl es für ihn als militärischen Führer schwer gewesen sein muß, seine gesamte Armee mitten im feindlichen Gebiet kampfunfähig zu machen.

 

 

Jos 5,4-7

 

Nun wird eine Erklärung für den Vorfall gegeben. Obwohl alle Männer Israels vor dem Auszug aus Ägypten beschnitten worden waren, waren sie in der Wüste wegen ihres Ungehorsams bei Kadesch-Barnea gestorben ( 4Mo 20,1-13; vgl. 4Mo 27,14; 5Mo 32,51 ). Ihre Söhne, die während der Wüstenwanderung geboren worden waren, waren nicht beschnitten worden, was ein weiteres Zeugnis für die geistliche Gleichgültigkeit ihrer Eltern war. Daher mußte diese heilige Handlung an dieser neuen Generation noch vollzogen werden.

 

 

Jos 5,8-9

 

Nachdem alle Männer beschnitten worden waren, erkannte der Herr die Erfüllung der Verpflichtung an und erklärte: Heute habe ich die Schande Ägyptens von euch weggerollt . Da die Israeliten in Ägypten Sklaven gewesen waren, hatten sie auch bis zu ihrem Auszug die Beschneidung nicht praktiziert. Sicherlich hatten die Ägypter die Beschneidung verboten, da sie nur für ihre eigenen Priester und Bürger der höheren Klasse reserviert war. "Die Schande Ägyptens" bezieht sich wahrscheinlich darauf, daß die Ägypter die Israeliten dafür verhöhnten, daß diese das Land Kanaan nicht besaßen.

Ein weiterer Hinweis auf die Wichtigkeit dieser Sache war die neue Bedeutung, die mit dem Namen Gilgal verbunden wurde. Die Bedeutung "Kreis" erinnerte Israel an die Gedenksteine (vgl. Kommentar zu Jos 4,19-20 ), die verwandte Bedeutung "wegrollen" würde dagegen an Israels Gehorsam am selben Ort erinnern.

Doch warum war die Beschneidung so wichtig? Die Antwort der Bibel ist eindeutig. Stephanus erklärte in seiner kraftvollen Rede vor dem Sanhedrin, daß Gott Abraham den Bund der Beschneidung gegeben hatte ( Apg 7,8 ). Die Beschneidung war demnach kein gewöhnlicher religiöser Ritus; sie war im Abrahamsbund verwurzelt, einem Vertrag, der das ewige Fortbestehen von Abrahams Samen und dessen Anspruch auf das Land garantieren sollte ( 1Mo 17,7-8 ). In diesem Zusammenhang übernahm Gott die Beschneidung als "Zeichen" oder Symbol des Vertrages ( 1Mo 17,11 ). Gott gebot Abraham, daß jeder männliche Bewohner seines Hauses sowie jeder seiner männlichen Nachkommen beschnitten werden sollte, und Abraham gehorchte sofort ( 1Mo 17,23-27 ).

Doch warum hatte Gott die Beschneidung als das Symbol seines Bundes mit Abraham und dessen Samen gewählt? Warum nicht ein anderes Zeichen oder Werk? Der Akt der Beschneidung selbst symbolisierte die völlige Abstandnahme von den weitverbreiteten Sünden des Fleisches: Ehebruch, außerehelicher Geschlechtsverkehr und Sodomie. Außerdem hatte diese Handlung eine geistliche Bedeutung nicht nur in bezug auf das sexuelle Verhalten, sondern im Hinblick auf alle Lebensbereiche. "So beschneidet nun eure Herzen und seid hinfort nicht halsstarrig" ( 5Mo 10,16; vgl. 5Mo 30,6; Jer 4,4; Röm 2,28-29 ).

Israel sollte also verstehen, daß die Beschneidung nicht nur einfach eine Beschneidung des Fleisches war, sondern auch ihr Leben heilig sein sollte. Darum sagte Gott in Gilgal etwa so: "Bevor ich eure Kriege in Kanaan führe, müßt ihr dieses Zeichen des Bundes an eurem Fleisch haben". Josua verstand die Wichtigkeit dieser göttlichen Forderung und leitete alle Männer zu unverzüglichem Gehorsam an.

Paulus betont, daß ein Christ in Christus beschnitten worden ist ( Kol 2,11 ). Diese Beschneidung ist geistlich, nicht körperlich, und berührt kein äußerliches Organ, sondern unser inneres Wesen, das Herz. Diese Beschneidung findet zum Zeitpunkt der Erlösung statt, wenn der Heilige Geist einen Gläubigen zu Christus führt. In dem Augenblick wird unsere sündige Natur gerichtet ( Kol 2,13 ). Ein Christ sollte sich dieser Tatsache bewußt sein ( Röm 6,1-2 ), obgleich seine fleischliche Natur während dieses Lebens ein Teil von ihm bleibt. Er sollte seine fleischliche Natur als einen gerichteten und verurteilten (obgleich noch nicht hingerichteten) Feind ansehen.

 

 

2. Die Feier des Passafestes

( 5,10 )

 

Jos 5,10

 

Israel, das bei Gilgal lagerte, feierte nun das Passafest . Ohne Beschneidung wären sie nicht berechtigt gewesen, an diesem wichtigen Ereignis teilzunehmen ( 2Mo 12,43-44.48 ). Interessanterweise erreichte die Nation die andere Seite des Jordan gerade zum richtigen Zeitpunkt, um das Passafest zu feiern, das am 14. Tag des ersten Monats stattfand ( 2Mo 12,2.6 ). Gottes Zeitplanung ist stets sehr exakt!

Dies war erst das dritte Passafest, das die Nation erlebte. Das erste war in Ägypten in der Nacht vor ihrer Befreiung aus der Knechtschaft und Unterdrückung gefeiert worden ( 2Mo 12,1-28 ). Das zweite fand am Berg Sinai statt, kurz bevor das Volk sein Lager abbrach und nach Kanaan zog ( 4Mo 9,1-5 ).

Anscheinend war das Passafest während der Wüstenwanderung nicht gefeiert worden, doch nun wurde in Gilgal in Kanaan die Feierlichkeit wieder aufgenommen. Die gerade erst erfolgte Überquerung des Jordans war der Überquerung des Roten (Schilf-)Meeres so ähnlich, daß bei denen, die in Ägypten gewesen waren (Personen, die zur Zeit des Auszuges unter 20 waren, gehörten nicht zu den von Kanaan Ausgeschlossenen), lebendige Erinnerungen wieder aufkamen. Sicherlich wird sich so mancher Israelit daran erinnert haben, wie sein Vater ein Lamm geschlachtet und dessen Blut an die Türpfosten und die obere Schwelle des Hauses gesprenkelt hatte. In Kanaan konnten sie sich nun an die schrecklichen Todesschreie der ägyptischen Erstgeborenen erinnern. Dann kam die Aufregung des Aufbruches um Mitternacht, die schreckliche Angst bei der Verfolgung durch die Ägypter und das Erschauern bei dem Marsch zwischen den Wassermauern, um Ägypten zu entkommen.

Nun durchlebten sie es wieder. Als die Lämmer geschlachtet worden waren, wurde ihnen zugesichert, daß der Überquerung des Jordans die Niederlage der Kanaaniter ebenso folgen würde, wie der Überquerung des Roten Meeres die Vernichtung der Ägypter gefolgt war. Also würde die Erinnerung an die Vergangenheit eine ausgezeichnete Vorbereitung für die zukünftige Prüfung sein.

 

 

3. Die Aneignung der Früchte des Landes

( 5,11-12 )

 

Jos 5,11

 

Am Morgen, nachdem Israel das Passamahl gehalten hatte und nun für den Kampf bereit war, aß das Volk einige der Früchte des Landes . Da sie gezeigt hatten, daß sie gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes sein wollten, ist es wahrscheinlich, daß sie zuerst ein Schwingopfer in Form eines Scheffels Getreide darbrachten, wie es in 3Mo 23,10-14 vorgeschrieben ist. Danach aß das Volk freimütig von den Feldfrüchten, einschließlich ungesäuerter Kuchen und geröstetem Getreide. Geröstete Getreideähren werden im Mittleren Osten immer noch als Delikatesse angesehen und anstelle von Brot gegessen.

Gott hatte versprochen, Israel in ein Land der Fülle zu bringen, "ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin es Ölbäume und Honig gibt" ( 5Mo 8,8 ). Nun hatten sie endlich die Frucht des Landes gekostet und wußten, daß es der Vorgeschmack auf den weiteren Segen war, der noch kommen würde.

 

 

Jos 5,12

 

Am nächsten Tag hörte das Manna auf . 40 Jahre lang hatte es nicht aufgehört (vgl. 2Mo 16,4-5 ), doch nun hörte es so plötzlich auf, wie es begonnen hatte, was bewies, daß seine Herkunft nicht zufällig, sondern eine besondere Vorsehung gewesen war.

Es ist bemerkenswert, daß Gott das Manna nicht aufhören ließ, als Israel es verabscheute ( 4Mo 11,6 ), ja selbst dann nicht, als sich die ungläubige Generation von Kadesch-Barnea zurückwandte und in die endlose Wüste zog. Zumindest wegen ihrer Kinder gab er ihnen das Manna solange, bis diese aufgewachsen waren und das verheißene Land betreten konnten. Erst dann hörte Gott damit auf, dies Wunder zu vollbringen, da ja nun natürliche Speise vorhanden war.

 

 

II. Die Eroberung Kanaans

( 5,13-12,24 )

 

A. Einführung: Der göttliche Feldherr

( 5,13-15 )

 

Gott hatte die Israeliten gerade durch drei Erfahrungen geführt: den Akt der Beschneidung, die Feier des Passa und das Essen der landwirtschaftlichen Produkte Kanaans. All dies diente zur Stärkung Israels. Nun folgte eine Erfahrung, die Josua allein betraf. Auch sie war von großer Bedeutung und würde bald dem Volk mitgeteilt werden.

Jos 5,13

 

Es schien offensichtlich zu sein, daß der nächste Schritt die Eroberung Jerichos sein würde. Doch da Josua noch keinen göttlichen Befehl erhalten hatte, wie vor der Überquerung des Jordans, ging er daran, die scheinbar uneinnehmbare Stadt zu erkunden. War Josua etwa bestürzt, als er die sicheren Mauern Jerichos zu Gesicht bekam? Die Späher hatten bei Kadesch-Barnea berichtet, daß die Städte Kanaans "groß und bis an den Himmel ummauert sind" ( 5Mo 1,28 ). Trotz Josuas langjähriger militärischer Erfahrung hatte er noch nie einen Angriff auf eine befestigte Stadt angeführt, die für eine lange Belagerung ausgerüstet war. Tatsächlich war Jericho von allen befestigten Städten in Palästina die uneinnehmbarste. Dann gab es noch das Problem der Bewaffnung. Israels Heer hatte keine Belagerungsmaschinen, keine Rammböcke, keine Katapulte und keine beweglichen Türme. Ihre einzigen Waffen waren Schleudern, Pfeile und Speere, die gegen die Mauern Jerichos wie Strohhalme waren. Josua wußte, daß die Schlacht von Jericho gewonnen werden mußte, weil die Truppen Israels nun, da sie den Jordan überquert hatten, keinen Ort mehr hatten, an den sie sich zurückziehen konnten. Außerdem konnten sie die Stadt nicht umgehen, weil sie sonst ihre Frauen, Kinder, Güter und ihr Vieh in Gilgal der sicheren Vernichtung ausliefern würden.

Mitten in diese schwerwiegenden Überlegungen wurde Josua von etwas, das in seinen Gesichtskreis trat, aufgeschreckt. Er hob seine Augen und sah einen Krieger, der sein Schwert schliff. Instinktiv rief er den Unbekannten an, indem er ihn fragte "Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?" Wenn er ein Freund, also ein Israelit, gewesen war, befand er sich außerhalb des Lagers und hätte eine Erklärung abgeben müssen, ganz besonders deshalb, weil Josua noch niemandem den Befehl gegeben hatte, sein Schwert zu ziehen! War der Fremde ein Feind, war Josua zum Kampf bereit!

 

 

Jos 5,14

 

Die Antwort war überraschend und zugleich aufschlußreich. Etwas geschah, das Josua davon überzeugte, daß dies kein sterblicher Krieger war. Genau wie bei Abraham unter der Eiche im Hain Mamre, bei Jakob in Pnuel, bei Mose am brennenden Dornbusch und bei den zwei Emmausjüngern geschah eine Offenbarung, und Josua wußte, daß er sich in der Gegenwart Gottes befand. Es scheint klar zu sein, daß Josua tatsächlich mit dem Engel des Herrn sprach, einer Erscheinung des Herrn Jesus Christus in alttestamentlicher Zeit (vgl. Jos 6,2 ).

Der Befehlshaber der Armee des HERRN stand mit gezücktem Schwert da , wodurch er andeutete, daß er mit und für Israel kämpfen würde. Doch das Schwert zeigt auch, daß Gottes lange Verzögerung des Gerichts nun ein Ende hatte und daß die Summe der Schandtaten der Amoriter nun voll war (vgl. 1Mo 15,16 ). Die Israeliten sollten das Werkzeug sein, mit dem die Strafe des Gerichts nun vollbracht werden sollte.

Was für eine Art militärischer Streitkraft führte dieser göttliche Feldherr an? Das "Heer des Herrn" war sicherlich nicht nur auf die Streitmacht Israels begrenzt, obwohl diese darin enthalten war. Genauer gesagt bezog sich dies auf die Schar der Engel, derselben "Armee" des Himmels, die später Dotan umkreiste, als Elisa und sein Diener vom aramäischen Heer bedrängt wurden ( 2Kö 6,8-17 ). Im Garten Gethsemane bezog sich Jesus auf diese himmlische Streitmacht, als er bei seiner Festnahme sagte, daß 12 Legionen Engel bereit wären, ihn zu verteidigen ( Mt 26,53 ). In Hebr 1,14 werden sie als "dienende Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen" beschrieben. Obwohl sie unsichtbar sind, dienen und sorgen sie in Zeiten der Not für die Kinder Gottes.

Josua, der diesen himmlischen Besucher mit gezücktem Schwert erkannte, fiel auf sein Angesicht und betete ihn an, wobei er sagte: "Was sagt mein Herr seinem Knecht?"

 

 

Jos 5,15

 

Die Antwort des Herrn an Josua war kurz, aber dringlich. Ziehe deine Sandalen aus, denn der Ort, an dem du stehst, ist heilig . Die Anwesenheit des heiligen Gottes heiligte diesen Platz in einem fremden und geschändeten Land (vgl. den ähnlichen Befehl an Mose, 2Mo 3,5 ).

Dies war eine höchst wichtige Erfahrung für Josua. Er hatte eine Schlacht zwischen zwei feindlichen Armeen, der israelischen und der kanaanitischen, erwartet. Er dachte, daß dies seine Schlacht sei und er der befehlshabende General sein werde. Doch nun traf er auf den göttlichen Feldherrn und erkannte, daß die Schlacht dem Herrn gehörte. Der oberste General der Armee des Herrn war nicht gekommen, um nur ein unbeteiligter Zuschauer oder ein Verbündeter zu sein. Er hatte alles selbst in der Hand und würde bald seine Pläne ausführen, indem er die Festung Jericho eroberte.

Wie beruhigend war dies alles für Josua. Er brauchte die schwere Bürde und Verantwortung der Leitung nicht allein tragen. Dadurch, daß er seine Sandalen auszog, erkannte er an, daß die Schlacht und auch die gesamte Eroberung Kanaans Gottes Kampf war und daß er nur Gottes Diener war.