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Josua Walvoord Donald K. Campell  Hauptübersicht
 

Josua Kapitel  20 & 21  Walvoord

 

2. Die Bestimmung von Freistädten

( Jos 20 )

 

Eine der ersten Anordnungen nach der Erklärung der Zehn Gebote beinhaltete die zukünftige Festsetzung von Freistädten ( 2Mo 21,12-13 ). Diese Städte, die als Unterschlupf für unabsichtliche Totschläger dienen sollten, werden in 4Mo 35,6-34 und 5Mo 19,1-13 genauer behandelt. Jos 20 behandelt ihre Festsetzung nach der Eroberung (vgl. ihre Lage auf der Karte "Kanaan zur Zeit der Eroberung" zu Jos 3 ).

Die Tatsache, daß diese Städte in vier Büchern des AT behandelt werden, kennzeichnet ihre Bedeutung. Es liegt nahe, daß Gott Israel damit die Heiligkeit des menschlichen Lebens einprägen wollte. Dem Leben einer Person ein Ende zu setzen, selbst wenn es ungewollt geschieht, ist eine ernste Sache, und die Freistädte betonten dies auf deutliche Art und Weise.

In der alten Welt wurde die Blutrache allgemein praktiziert. Im selben Augenblick, in dem eine Person getötet wurde, nahm ihr nächster Verwandter die Pflicht der Rache auf. Dieser alte Brauch der Blutrache wurde von einer Generation zur nächsten weitergereicht, so daß immer mehr unschuldige Menschen eines gewaltsamen Todes starben. Der Bedarf an Unterschlupf, den diese speziellen Orte in Israel gewähren sollten, liegt auf der Hand.

Jos 20,1-3

 

Im AT wird klar zwischen vorsätzlichem Mord und unbeabsichtigtem Totschlag unterschieden (vgl. 4Mo 35,9-15 mit 4Mo 35,16-21 ). Im Falle von Mord wurde der nächste Angehörige zum Bluträcher , der den Schuldigen tötete. Doch wenn jemand einen anderen unabsichtlich tötete, stand ihm Asyl in einer von sechs Freistädten zur Verfügung. In solch einem Fall mußte die betreffende Person ohne Zögern zum nächsten Zufluchtsort eilen. Nach jüdischer Überlieferung wurden die Straßen, die zu diesen Städten führten, stets sorgfältig gepflegt, und die Kreuzungen waren bestens mit Schildern markiert, auf denen "Zuflucht! Zuflucht!" stand. Entlang der Straße waren auch Läufer stationiert, die die Schutzsuchenden führen sollten.

 

 

Jos 20,4-6

 

Wenn er das Tor einer Freistadt erreicht hatte, mußte der Totschläger (atemlos!) seinen Fall den Ältesten der Stadt vortragen , die das damalige Gericht bildeten (vgl. Hi 29,7; 5Mo 21,19;22,15 ). Darauf wurde ein vorläufiges Urteil gesprochen, um ihm Asyl zu gewähren, bis eine Hauptverhandlung vor der Gemeinde vorgenommen werden konnte. Wenn er vom vorsätzlichen Mord freigesprochen wurde, wurde er zur Freistadt zurückgeleitet, wo er dann wohnte, bis der Hohepriester starb, wonach der Totschläger die Freiheit hatte, in seine Heimat zurückzuziehen. Dies konnte viele Jahre später sein. Ungewollter Totschlag war deshalb eine Sache, die ernsthaft vermieden werden sollte. Viele haben sich darüber Gedanken gemacht, was der Tod des Hohepriesters in Beziehung mit dem Wechsel der Situation für den Totschläger zu bedeuten habe. Die beste Erklärung mag sein, daß der Wechsel der priesterlichen Administration als Verjährungsfrist zur Begrenzung galt und dadurch das Exil des Zufluchtssuchenden in der Freistadt beendete.

 

 

Jos 20,7-9

 

Die sechs festgesetzten Städte lagen zu beiden Seiten des Jordans. Auf der Westseite lagen Kedesch in Galiläa ... in Naftali, Sichem in ... Ephraim und Hebron in ... Juda . Die Städte auf der Ostseite waren Bezer im Süden in Ruben, Ramot in der Gegendvon Gilead im Stamm Gad und Golan in der nördlichen Gegend von Baschan im Stamm Manasse.

Doch warum gibt es im AT keinen einzigen Bericht über einen Fall, in dem diese gnadenvolle Vorkehrung gebraucht wurde? Einige Kritiker behaupten, daß diese Städte nicht Teil des mosaischen Gesetzes waren, sondern daß diese Vorkehrung nach dem Exil getroffen wurde. Doch die nachexilischen Bücher gehen genausowenig auf ihre Benutzung ein, so daß andere Kritiker annahmen, daß sie bis zur Zeit Christi unbenutzt blieben. Angesichts solcher Argumente ist es angebrachter, die Historizität dieser Angaben anzuerkennen und das Schweigen in der Schrift als Hinweis dafür anzusehen, daß die Autoren der Schrift sorgfältig auswählten, was sie niederschrieben. Nachdem die Vorkehrung einmal getroffen war, war es scheinbar nicht notwendig, spezielle Beispiele für ihren Gebrauch aufzuschreiben.

Israels Nutzen von den Zufluchtsstädten erinnert Gläubige an Ps 46,2 : "Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben." Und an Röm 8,1 : "So gibt es nun keine Verdammnis für die, welche in Christus Jesus sind." Der Schreiber des Hebräerbriefes muß wohl an die alttestamentlichen Freistädte gedacht haben, als er schrieb, daß Gläubige einen starken Trost haben, weil sie ihre "Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung." ( Hebr 6,18 ). Aus dieser Sicht scheinen die Freistädte Christus zu versinnbildlichen, zu dem Sünder, die vom rächenden Gesetz verfolgt werden, welches Gericht und Tod fordert, fliehen und Zuflucht suchen können. Paulus' ständiger Ausdruck "in Christus" spricht von der Sicherheit, die jeder Gläubige hat.

 

 

3. Die Festsetzung von Levitenstädten

( 21,1-42 )

 

Jos 21,1-3

 

Der letzte und krönende Akt der Verteilung wird nun beschrieben. Die Fürsten des Stammes Levi schritten nach vorn und erhoben Anspruch auf die Städte, die ihnen von Mose versprochen worden waren (vgl. 4Mo 35,1-8 ). Diese 48 Städte mit Weideland, einschließlich der 6 Freistädte, wurden nun den Leviten zugesprochen.

 

 

Jos 21,4-7

 

Es wird beschrieben, wie die Zuteilung nach drei Hauptfamilienlinien im Stamme Levi vorgenommen wurde, entsprechend den drei Söhnen Levis, Kehat ... Gerschon und Merari (vgl. die Übersicht "Moses Vorfahren seit Abraham" zu 2Mo 6,18 ).

 

 

Jos 21,8-19

 

Zuerst werden 13 Städte für die Kehatiter aufgezählt. Neun lagen in den Stammesgebieten von Juda und Simeon einschließlich von Hebron (eine Freistadt), vier lagen im Stammesgebiet von Benjamin. Diese 13 waren für die Priester, die Nachkommen Aarons.

 

 

Jos 21,20-26

 

Zehn weitere Städte, einschließlich Sichem (einer Freistadt), wurden den anderen Abzweigungen der Kehatiter in Ephraim, Dan und im westlichen Manasse zugeteilt. So lagen also die Priesterstädte letztendlich im Südreich Juda, wo der Tempel in dessen Hauptstadt Jerusalem erbaut werden sollte.

 

 

Jos 21,27-33

 

Die 13 Levitenstädte der Gerschoniter lagen im östlichen Manasse, in Issachar, Asser und Naftali. Zwei Freistädte wurden hierbei einbezogen: Golan in Baschan und Kedesch in Galiläa.

 

 

Jos 21,34-40

 

Die meraritischen Nachkommen Levis erhielten 12 Städte in Sebulon und in den transjordanischen Stämmen Ruben und Gad einschließlich Ramot, einer Freistadt in Gilead. So lagen also 10 der 48 Levitenstädte östlich des Jordans, zwei im halben Stamm Manasse (V. 27 ) und vier jeweils in Ruben (V. 36-37 ) und Gad (V. 38-39 ).

Diese Verstreuung des Stammes Levi unter die anderen Stämme erfüllte Jakobs Fluch über Levi und auch über Simeon ( 1Mo 49,5.7 ) für ihren sinnlosen Mord an den Sichemitern ( 1Mo 34 ). Im Falle der Nachkommen Levis wandelte Gott dies dazu um, ihre Stammesidentität zu bewahren und sie zum Segen für ganz Israel zu machen. Er tat dies, weil die Leviten in einer großen Krise zu Mose standen ( 2Mo 32,26 ) und weil Pinhas (ein Levit und Sohn Eleasars) Gottes gerechten Namen in der Ebene Moab verteidigte ( 4Mo 25 ).

 

 

Jos 21,41-42

 

Doch zum Zeitpunkt der Zuteilung waren viele der levitischen Städte unter kanaanitischer Herrschaft und mußten noch erobert werden. Offenbar waren die Leviten nicht immer erfolgreich, und die anderen Stämme boten ihnen keine Hilfe an. Dies scheint auch die einfachste Erklärung für den Mangel an Übereinstimmung zwischen dieser Aufzählung der Levitenstädte und derjenigen in 1Chr 6,39-66 zu sein.

Die Möglichkeit des Guten in der Zerstreuung der Leviten unter den anderen Stämmen war fast unbegrenzt. Mose sagte bei seiner letzten Segnung der Stämme von Levi: "Sie lehren Jakob deine Rechte und Israel dein Gesetz" ( 5Mo 33,10 ). Die würdevolle Verantwortung und das hohe Privileg der Leviten war es, Israel im Gesetz des Herrn zu unterweisen und die Kenntnis seines Wortes unter dem Volk zu bewahren. Speziell im Norden und Osten hätten die Leviten Barrieren gegen den Götzendienst von Tyrus und Sidon sowie gegen die heidnischen Praktiken der Wüstenstämme bilden sollen.

Jemand hat einmal geschätzt, daß niemand in Israel mehr als 17 km von einer der 48 Levitenstädte entfernt lebte. Das bedeutet, daß jeder Israelit jemanden in der Nähe hatte, der im Gesetz Moses wohlunterrichtet war und der Rat in vielen Problemen im religiösen, familiären und politischen Leben geben konnte. Es war sehr wichtig, daß Israel dem Wort Gottes in allen Lebensbereichen gehorchte, weil sonst ihr Reichtum vergehen und ihre Privilegien verwirkt würden. Die Leviten benutzten ihre Möglichkeiten nicht und erfüllten ihre Sendung nicht. Hätten sie es getan, hätte sich der Götzendienst und dessen korruptiver Einfluß niemals über das Land Israel verbreitet.

 

 

4. Zusammenfassung der Eroberung und der Aufteilung des Landes

( 21,43-45 )

 

Jos 21,43-45

 

Hier endet der lange Abschnitt, der die Festsetzung der Gebiete und Städte beschreibt. Der Historiker schaut auf den Anfang zurück und faßt die Eroberung und Landverteilung mit der Betonung der Treue Gottes zusammen. Gott hatte sein Versprechen gehalten, Israel das Land, Ruhe ringsumher und den Sieg über ihre Feinde zu geben. Tatsächlich löste der Herr jeden Teil seiner Verpflichtung treu ein. Nicht eines seiner Versprechen ... war dahingefallen . Dies bedeutete nicht, daß jedes Stück des Landes im Besitz Israels war, denn Gott selbst hatte Israel gesagt, daß sie das Land stückweise erobern sollten ( 5Mo 7,22 ). Diese abschließende Aussage widerspricht auch nicht den Tragödien, die während der Zeit der Richter geschehen sollten, denn daran würde Israel und nicht Gott Schuld haben. Trotzdem bestritt der Unglaube Israels in keiner Weise die Treue Gottes. Paulus bestätigte diese Tatsache in seinem Wort an Timotheus: "Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen" ( 2Tim 2,13 ).

Einige Theologen bestehen darauf, daß die Aussage in Jos 21,43 bedeutet, daß das Landversprechen im abrahamitischen Bund damals erfüllt war. Doch dies kann nicht stimmen, weil später die Bibel weitere Vorhersagen über die Inbesitznahme des Landes durch Israel nach der Zeit Josuas gibt (z. B. Am 9,14-15 ). Jos 21,43 bezieht sich also auf die Ausdehnung des Landes, wie sie in 4Mo 34 angegeben wird und nicht auf die letztendliche Ausdehnung, die es im messianischen Königreich haben wird ( 1Mo 15,18-21 ). Auch wenn Israel zu dieser Zeit das Land besaß, wurde es ihm später wieder entrissen, obwohl der Abrahambund versprach, daß Israel das Land für immer besitzen würde ( 1Mo 17,8 )

 


 

2. Die Bestimmung von Freistädten

( Jos 20 )

 

Eine der ersten Anordnungen nach der Erklärung der Zehn Gebote beinhaltete die zukünftige Festsetzung von Freistädten ( 2Mo 21,12-13 ). Diese Städte, die als Unterschlupf für unabsichtliche Totschläger dienen sollten, werden in 4Mo 35,6-34 und 5Mo 19,1-13 genauer behandelt. Jos 20 behandelt ihre Festsetzung nach der Eroberung (vgl. ihre Lage auf der Karte "Kanaan zur Zeit der Eroberung" zu Jos 3 ).

Die Tatsache, daß diese Städte in vier Büchern des AT behandelt werden, kennzeichnet ihre Bedeutung. Es liegt nahe, daß Gott Israel damit die Heiligkeit des menschlichen Lebens einprägen wollte. Dem Leben einer Person ein Ende zu setzen, selbst wenn es ungewollt geschieht, ist eine ernste Sache, und die Freistädte betonten dies auf deutliche Art und Weise.

In der alten Welt wurde die Blutrache allgemein praktiziert. Im selben Augenblick, in dem eine Person getötet wurde, nahm ihr nächster Verwandter die Pflicht der Rache auf. Dieser alte Brauch der Blutrache wurde von einer Generation zur nächsten weitergereicht, so daß immer mehr unschuldige Menschen eines gewaltsamen Todes starben. Der Bedarf an Unterschlupf, den diese speziellen Orte in Israel gewähren sollten, liegt auf der Hand.

Jos 20,1-3

 

Im AT wird klar zwischen vorsätzlichem Mord und unbeabsichtigtem Totschlag unterschieden (vgl. 4Mo 35,9-15 mit 4Mo 35,16-21 ). Im Falle von Mord wurde der nächste Angehörige zum Bluträcher , der den Schuldigen tötete. Doch wenn jemand einen anderen unabsichtlich tötete, stand ihm Asyl in einer von sechs Freistädten zur Verfügung. In solch einem Fall mußte die betreffende Person ohne Zögern zum nächsten Zufluchtsort eilen. Nach jüdischer Überlieferung wurden die Straßen, die zu diesen Städten führten, stets sorgfältig gepflegt, und die Kreuzungen waren bestens mit Schildern markiert, auf denen "Zuflucht! Zuflucht!" stand. Entlang der Straße waren auch Läufer stationiert, die die Schutzsuchenden führen sollten.

 

 

Jos 20,4-6

 

Wenn er das Tor einer Freistadt erreicht hatte, mußte der Totschläger (atemlos!) seinen Fall den Ältesten der Stadt vortragen , die das damalige Gericht bildeten (vgl. Hi 29,7; 5Mo 21,19;22,15 ). Darauf wurde ein vorläufiges Urteil gesprochen, um ihm Asyl zu gewähren, bis eine Hauptverhandlung vor der Gemeinde vorgenommen werden konnte. Wenn er vom vorsätzlichen Mord freigesprochen wurde, wurde er zur Freistadt zurückgeleitet, wo er dann wohnte, bis der Hohepriester starb, wonach der Totschläger die Freiheit hatte, in seine Heimat zurückzuziehen. Dies konnte viele Jahre später sein. Ungewollter Totschlag war deshalb eine Sache, die ernsthaft vermieden werden sollte. Viele haben sich darüber Gedanken gemacht, was der Tod des Hohepriesters in Beziehung mit dem Wechsel der Situation für den Totschläger zu bedeuten habe. Die beste Erklärung mag sein, daß der Wechsel der priesterlichen Administration als Verjährungsfrist zur Begrenzung galt und dadurch das Exil des Zufluchtssuchenden in der Freistadt beendete.

 

 

Jos 20,7-9

 

Die sechs festgesetzten Städte lagen zu beiden Seiten des Jordans. Auf der Westseite lagen Kedesch in Galiläa ... in Naftali, Sichem in ... Ephraim und Hebron in ... Juda . Die Städte auf der Ostseite waren Bezer im Süden in Ruben, Ramot in der Gegendvon Gilead im Stamm Gad und Golan in der nördlichen Gegend von Baschan im Stamm Manasse.

Doch warum gibt es im AT keinen einzigen Bericht über einen Fall, in dem diese gnadenvolle Vorkehrung gebraucht wurde? Einige Kritiker behaupten, daß diese Städte nicht Teil des mosaischen Gesetzes waren, sondern daß diese Vorkehrung nach dem Exil getroffen wurde. Doch die nachexilischen Bücher gehen genausowenig auf ihre Benutzung ein, so daß andere Kritiker annahmen, daß sie bis zur Zeit Christi unbenutzt blieben. Angesichts solcher Argumente ist es angebrachter, die Historizität dieser Angaben anzuerkennen und das Schweigen in der Schrift als Hinweis dafür anzusehen, daß die Autoren der Schrift sorgfältig auswählten, was sie niederschrieben. Nachdem die Vorkehrung einmal getroffen war, war es scheinbar nicht notwendig, spezielle Beispiele für ihren Gebrauch aufzuschreiben.

Israels Nutzen von den Zufluchtsstädten erinnert Gläubige an Ps 46,2 : "Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben." Und an Röm 8,1 : "So gibt es nun keine Verdammnis für die, welche in Christus Jesus sind." Der Schreiber des Hebräerbriefes muß wohl an die alttestamentlichen Freistädte gedacht haben, als er schrieb, daß Gläubige einen starken Trost haben, weil sie ihre "Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung." ( Hebr 6,18 ). Aus dieser Sicht scheinen die Freistädte Christus zu versinnbildlichen, zu dem Sünder, die vom rächenden Gesetz verfolgt werden, welches Gericht und Tod fordert, fliehen und Zuflucht suchen können. Paulus' ständiger Ausdruck "in Christus" spricht von der Sicherheit, die jeder Gläubige hat.

 

 

3. Die Festsetzung von Levitenstädten

( 21,1-42 )

 

Jos 21,1-3

 

Der letzte und krönende Akt der Verteilung wird nun beschrieben. Die Fürsten des Stammes Levi schritten nach vorn und erhoben Anspruch auf die Städte, die ihnen von Mose versprochen worden waren (vgl. 4Mo 35,1-8 ). Diese 48 Städte mit Weideland, einschließlich der 6 Freistädte, wurden nun den Leviten zugesprochen.

 

 

Jos 21,4-7

 

Es wird beschrieben, wie die Zuteilung nach drei Hauptfamilienlinien im Stamme Levi vorgenommen wurde, entsprechend den drei Söhnen Levis, Kehat ... Gerschon und Merari (vgl. die Übersicht "Moses Vorfahren seit Abraham" zu 2Mo 6,18 ).

 

 

Jos 21,8-19

 

Zuerst werden 13 Städte für die Kehatiter aufgezählt. Neun lagen in den Stammesgebieten von Juda und Simeon einschließlich von Hebron (eine Freistadt), vier lagen im Stammesgebiet von Benjamin. Diese 13 waren für die Priester, die Nachkommen Aarons.

 

 

Jos 21,20-26

 

Zehn weitere Städte, einschließlich Sichem (einer Freistadt), wurden den anderen Abzweigungen der Kehatiter in Ephraim, Dan und im westlichen Manasse zugeteilt. So lagen also die Priesterstädte letztendlich im Südreich Juda, wo der Tempel in dessen Hauptstadt Jerusalem erbaut werden sollte.

 

 

Jos 21,27-33

 

Die 13 Levitenstädte der Gerschoniter lagen im östlichen Manasse, in Issachar, Asser und Naftali. Zwei Freistädte wurden hierbei einbezogen: Golan in Baschan und Kedesch in Galiläa.

 

 

Jos 21,34-40

 

Die meraritischen Nachkommen Levis erhielten 12 Städte in Sebulon und in den transjordanischen Stämmen Ruben und Gad einschließlich Ramot, einer Freistadt in Gilead. So lagen also 10 der 48 Levitenstädte östlich des Jordans, zwei im halben Stamm Manasse (V. 27 ) und vier jeweils in Ruben (V. 36-37 ) und Gad (V. 38-39 ).

Diese Verstreuung des Stammes Levi unter die anderen Stämme erfüllte Jakobs Fluch über Levi und auch über Simeon ( 1Mo 49,5.7 ) für ihren sinnlosen Mord an den Sichemitern ( 1Mo 34 ). Im Falle der Nachkommen Levis wandelte Gott dies dazu um, ihre Stammesidentität zu bewahren und sie zum Segen für ganz Israel zu machen. Er tat dies, weil die Leviten in einer großen Krise zu Mose standen ( 2Mo 32,26 ) und weil Pinhas (ein Levit und Sohn Eleasars) Gottes gerechten Namen in der Ebene Moab verteidigte ( 4Mo 25 ).

 

 

Jos 21,41-42

 

Doch zum Zeitpunkt der Zuteilung waren viele der levitischen Städte unter kanaanitischer Herrschaft und mußten noch erobert werden. Offenbar waren die Leviten nicht immer erfolgreich, und die anderen Stämme boten ihnen keine Hilfe an. Dies scheint auch die einfachste Erklärung für den Mangel an Übereinstimmung zwischen dieser Aufzählung der Levitenstädte und derjenigen in 1Chr 6,39-66 zu sein.

Die Möglichkeit des Guten in der Zerstreuung der Leviten unter den anderen Stämmen war fast unbegrenzt. Mose sagte bei seiner letzten Segnung der Stämme von Levi: "Sie lehren Jakob deine Rechte und Israel dein Gesetz" ( 5Mo 33,10 ). Die würdevolle Verantwortung und das hohe Privileg der Leviten war es, Israel im Gesetz des Herrn zu unterweisen und die Kenntnis seines Wortes unter dem Volk zu bewahren. Speziell im Norden und Osten hätten die Leviten Barrieren gegen den Götzendienst von Tyrus und Sidon sowie gegen die heidnischen Praktiken der Wüstenstämme bilden sollen.

Jemand hat einmal geschätzt, daß niemand in Israel mehr als 17 km von einer der 48 Levitenstädte entfernt lebte. Das bedeutet, daß jeder Israelit jemanden in der Nähe hatte, der im Gesetz Moses wohlunterrichtet war und der Rat in vielen Problemen im religiösen, familiären und politischen Leben geben konnte. Es war sehr wichtig, daß Israel dem Wort Gottes in allen Lebensbereichen gehorchte, weil sonst ihr Reichtum vergehen und ihre Privilegien verwirkt würden. Die Leviten benutzten ihre Möglichkeiten nicht und erfüllten ihre Sendung nicht. Hätten sie es getan, hätte sich der Götzendienst und dessen korruptiver Einfluß niemals über das Land Israel verbreitet.

 

 

4. Zusammenfassung der Eroberung und der Aufteilung des Landes

( 21,43-45 )

 

Jos 21,43-45

 

Hier endet der lange Abschnitt, der die Festsetzung der Gebiete und Städte beschreibt. Der Historiker schaut auf den Anfang zurück und faßt die Eroberung und Landverteilung mit der Betonung der Treue Gottes zusammen. Gott hatte sein Versprechen gehalten, Israel das Land, Ruhe ringsumher und den Sieg über ihre Feinde zu geben. Tatsächlich löste der Herr jeden Teil seiner Verpflichtung treu ein. Nicht eines seiner Versprechen ... war dahingefallen . Dies bedeutete nicht, daß jedes Stück des Landes im Besitz Israels war, denn Gott selbst hatte Israel gesagt, daß sie das Land stückweise erobern sollten ( 5Mo 7,22 ). Diese abschließende Aussage widerspricht auch nicht den Tragödien, die während der Zeit der Richter geschehen sollten, denn daran würde Israel und nicht Gott Schuld haben. Trotzdem bestritt der Unglaube Israels in keiner Weise die Treue Gottes. Paulus bestätigte diese Tatsache in seinem Wort an Timotheus: "Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen" ( 2Tim 2,13 ).

Einige Theologen bestehen darauf, daß die Aussage in Jos 21,43 bedeutet, daß das Landversprechen im abrahamitischen Bund damals erfüllt war. Doch dies kann nicht stimmen, weil später die Bibel weitere Vorhersagen über die Inbesitznahme des Landes durch Israel nach der Zeit Josuas gibt (z. B. Am 9,14-15 ). Jos 21,43 bezieht sich also auf die Ausdehnung des Landes, wie sie in 4Mo 34 angegeben wird und nicht auf die letztendliche Ausdehnung, die es im messianischen Königreich haben wird ( 1Mo 15,18-21 ). Auch wenn Israel zu dieser Zeit das Land besaß, wurde es ihm später wieder entrissen, obwohl der Abrahambund versprach, daß Israel das Land für immer besitzen würde ( 1Mo 17,8 )