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Odet
Oded zur Zeit des Königs Asa von Juda
Der Name des in 2Chr 15 erwähnten Propheten zur Zeit des Königs Asa von Juda
(ca. 911-870 v. Chr., vgl. Finegan, 261) bereitet insofern Probleme,
als er im hebräischen Text in 2Chr 15,1 „Asarja, Sohn Odeds“, in 2Chr 15,8 aber
„Oded, der Prophet“ genannt wird.
Schon älteste Übersetzungen wie die syrische (Peschitta) und einige
griechische Handschriften versuchten diese Schwierigkeit zu bereinigen,
indem sie an der zweiten Stelle „Asarja“ ergänzten; dies übernehmen einige
moderne Übersetzungen wie die Einheitsübersetzung.
Der Prophet richtet eine Botschaft der Bestärkung an König Asa und sein
Volk (2Chr 15,2-7) nach deren kriegerischem Erfolg (2Chr 14,9-15).
Gott werde im Fall der Treue des Volkes ebenfalls treu bleiben (2Chr 15,2); nach
langer Zeit der Gottesferne und Turbulenzen habe sich Gott aufgrund der
Bekehrung
des Volkes wieder finden lassen (2Chr 15,3-6); nun solle man Mut fassen, denn
alle Bemühungen werden belohnt werden (2Chr 15,7).
Die Prophetie ermutigt König Asa, den alleinigen Kult für JHWH im ganzen
Land durchzusetzen, indem er Götzenstatuen vernichten lässt (2Chr 15,8)
Gegen Ende seiner Regierungszeit jedoch geht Asa in militärischer Bedrängnis
einen Pakt mit dem König von
→ Aram ein, woraufhin der Prophet Hanani ihn tadelt (2Chr 16,7-9). Auf
diese Weise nehmen die Prophetengestalten (Asarja, Sohn des)
Oded und Hanani antagonistische Rollen in der Biografie des Königs Asa ein. Oded
lobt dessen Treue am Zenit seiner Karriere und gibt
Aussicht auf stabile Zeiten, während Hanani Asa gegen Ende seines Lebens tadelt
und kriegerische Zeiten ankündigt.
Jeremie
Odet