Bibelstunde\Skype Forum Mal_316 bbkr.ch/ Lehre Studyb Jahresbibel Untersch Mt Ev RKK Berean C. 5P Calvinismus
Int.  Google  Evangelium Bibeln Hauptordner Halleluja Tenach Protestanti  Skript Römerbrief Protest Errettung WDBL
StudyBible HebrInterliear Greekinterlinear Strongs D. Verf.r Bibletools Charismatik Antichrist Hebräerb Gedanken Offenb Numerical Bible
Bibelversionen  Polyglot RNBiblisches Bibeln Impr Lehre Calvinismus AV n 1. Petrus STEM Handr Bibelbücher
Bible Hub Syngrammata Singet Fakten zur Bibel  YT CSV- B Richten Youtube Offenbarung Segnung Synopsis BEGRIFFSERKLÄRUNG
Unterscheidungen Halleluja Bündnisse Unterscheidungen Wiederkunft Bündnis Lee Robert Fakten AV Errettung 11  


Römerbrief  2

RÖMERBRIEF
Eschatologie

Der Apostel Paulus schrieb den Römerbrief um das Jahr 57 n. Chr. vermutlich in Korinth an die Christen in Rom.

Unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Kapitel 5-8 und 9-11 in den Brief passen, haben eine Vielzahl von Annahmen über Gegenstand und Thema hervorgerufen.

Der Gegenstand des Briefes ist die Rechtfertigung durch den Glauben. Das Thema ist unkompliziert: Das Heil ist sowohl für die Juden als auch für die Nationen; es kommt durch den Glauben an Jesus Christus und nicht durch das mosaische Gesetz oder durch irgendwelche Werke. Der Römerbrief ist voll von Beschreibungen der persönlichen Zukunftshoffnungen der Gläubigen. Gewisse Passagen sind jedoch bemerkenswert eschatologisch im Hinblick auf künftige geschichtliche Ereignisse, die geschehen werden und auf den Plan Gottes, durch den sie zur Ausführung kommen.

Diese Passagen sind
 Röm 3,1-4; die Kapitel 9-11 , Röm 13,11 und möglicherweise 16,25-27 (14,24-26 der Mehrheitstexte).


RÖMERBRIEF
Eschatologie

Röm 3,1-4

Die eschatologische Bedeutung der Textstelle Röm 3,1-4 bleibt im Allgemeinen unerkannt, aber sie ist sehr wichtig für den Prämillennialismus.
 Der Text lautet: »Was ist nun der Vorzug des Juden oder was der Nutzen der Beschneidung?
Viel in jeder Hinsicht. Denn zuerst sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden. Was denn? Wenn einige untreu waren, wird etwa ihre Untreue die Treue Gottes aufheben? Das sei ferne! Vielmehr sei es so: Gott [ist] wahrhaftig, jeder Mensch aber Lügner, wie geschrieben steht: »Damit du gerechtfertigt werdest in deinen Worten und den Sieg davonträgst, wenn man mit dir rechtet.«

Die Frage im ersten Vers -
»Was ist der Vorzug des Juden oder was der Nutzen der Beschneidung?« - erwächst aus Paulus` Argumentation im vorangegangenen Kapitel.

 Da sagt er, dass sowohl Juden als auch Heiden ohne Ansehen der Person nach ihren Taten gerichtet werden.

 Besonders betont er, dass der einzelne Jude trotz des mosaischen Gesetzes keinen Vorteil gegenüber den Nationen haben wird, die kein Gesetz haben.

 Das Alte Testament zeigt Israel als Gottes auserwähltes Volk und als Empfänger der Bündnisse, Verheißungen und Segnungen.

Deshalb ruft die Aussage, Juden hätten keinen persönlichen Vorteil hinsichtlich Heil und Verdammnis die Frage hervor, was denn dann der Vorteil der Juden sei.

 Die Frage betrifft nicht bloß gläubige Juden, sondern alle Juden im Gegensatz zu den Nationen, das heißt, sie betrifft die Juden als ethnische Gruppe, als das Volk Israel.

Das ist im Wesentlichen die gleiche Frage, die im hauptsächlich eschatologischen Teil des Briefes in den Kapiteln 9-11 diskutiert wird. Ebenso bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich die Frage auch auf einen existenziellen Vorteil zu der Zeit bezieht, zu der Paulus den Brief schrieb - einen Vorteil der Juden, den die Nationen während dieses Gemeindezeitalters nicht haben.

Allerdings zeigt die Frage auch, dass dieser Vorteil zuvor für alle Juden - im Gegensatz zu den Heiden - bestand, die vor der Gemeinde lebten. Dieser Gegensatz besteht jetzt, da es die Gemeinde gibt, immer noch. Es ist ein Vorzug, der weder den Nationen noch der Gemeinde zugute kommt, den aber ausschließlich alle Juden haben, einfach weil sie Juden sind, wenn auch vielleicht ungläubig. Der Apostel Paulus erwidert, ihnen (Plural) seien die Aussprüche Gottes anvertraut worden - was nun, wenn einige (Teile des Ganzen) nicht geglaubt haben? So zeigt er, dass sich dieser Text auf ganz Israel bezieht, auf Israel als Nation. Der Unglaube, auf den hier Bezug genommen wird ist derselbe, auf den im ganzen Brief hingewiesen wird: Israels Weigerung, seinem eigenen Messias Glauben zu schenken.

Der Vorteil besteht nach Paulus` Feststellung in der Tatsache, dass Israel Gottes Aussprüche, logia, anvertraut waren. Logia ist nicht das Wort logos (Wort) oder graphe (Schrift). Es bezeichnet vielmehr die Worte einer Gottheit und könnte sich auf einen Teil oder auf alle Aussprüche Gottes beziehen. Es kann nicht die Verheißung des Evangeliums, der Gemeinde oder des Heils bedeuten, da diese den Heiden und der Gemeinde ebenso wie Israel gegeben sind.
Es kann sich nicht auf das mosaische Bündnis oder auf das Gesetz beziehen, da Kapitel 2 soeben gezeigt hat, dass der Jude nicht nur keinen Vorteil hinsichtlich des Heils hat, sondern dass auch der Besitz des Gesetzes dem Juden keinen Vorteil bringt. In Wirklichkeit stellen Römer- und Galaterbrief das Gesetz eher als einen Nachteil als einen Vorteil für denjenigen dar, der darunter steht. Auch die verbreitetste Ansicht, es beziehe sich auf das Alte Testament als ein Ganzes, ist nicht annehmbar. Das Verb anvertraut scheint zu beinhalten, dass Israel die Heiligen Schriften als einem Treuhänder gegeben wurden, aber dieses Wort wird im Neuen Testament an mehreren Stellen in dem gleichen Sinn wie hier gebraucht. Diese Verwendung bedeutet, jemanden zu verpflichten oder ihm etwas anzuvertrauen, um den jeweiligen Zweck zu erfüllen und nicht bloß, um jemanden zu einem Verwalter zu machen. Darüber hinaus ist die Gemeinde ebenso sehr, wenn nicht noch mehr ein Treuhänder des Alten und des Neuen Testaments, was dann wieder einen besondern diesbezüglichen Vorzug Israels ausschließt. Diese Sichtweise passt außerdem nicht zu den Aussagen der Verse 3.4

Diese Verse zeigen, dass Israels Vorteil nicht bloß im Besitz der logia besteht, sondern in der Treue Gottes gegenüber dem, was er in den logia gesagt hat.
Die Verbindung mit Vers 3 zeigt, dass der Vorzug in der Tatsache begründet ist, dass Gott seine Aussprüche, log a, treu erfüllen wird, ungeachtet des Unglaubens Israels gegenüber seinem Messias.

 Vers 4 macht deutlich,
 dass Gottes Treue sich in der Tatsache zeigt, dass er nicht lügt und nicht lügen wird. So zeigt die gedankliche Struktur der Textpassage, dass der Vorteil Israels hinsichtlich der logia nicht in deren Besitz besteht, sondern darin, dass Gott tun wird, was er Israel im Gegensatz zu anderen Nationen einmal zugesagt hat.

 Das wird durch die in Vers 3 erhobene Frage bestätigt. Sie deutet an, jemand könnte denken, dass Gott seine logia aufgrund des Unglaubens Israels und der Zurückweisung seines Messias verwerfen werde. Nur die nationalen Verheißungen Isdraels passen zu Vers 3.4 , wenn sie in diesem Zusammenhang gebraucht werden. Paulus sagt ausdrücklich, wenn Gott seine Verheißungen an Israel nicht hielte, dann würde ihn das zu einem Lügner machen.

Ungeachtet dieser Feststellung des Paulus und ungeachtet der Tatsache, dass es allem widerspricht, was wir von Gottes Wesen wissen, ist dies die Ansicht der Amillennialisten. Das erklärt auch, warum so viele Kommentatoren die offensichtliche Tatsache zu umgehen versuchen, dass die logia insbesondere die Verheißungen an Israel betreffen und nicht das Alte Testament als ein Ganzes. Diese Verse lehren, dass Gott seine Verheißungen für das Volk Israel nicht rückgängig machen wird - ungeachtet der Verwerfung Christi durch dieses Volk. Selbst wenn jemand nicht zustimmt, dass sich diese Passage besonders auf die Verheißungen bezieht, lehrt dieser Text immer noch, dass Gott treu sein und nicht lügen wird, besonders hinsichtlich Israel. Außerdem zeigt der Text, dass Israels Zurückweisung seines Messias Gott nicht veranlassen wird, dem untreu zu werden, was er in seinem Wort gesagt hat. Das schließt die Verheißungen an das Volk Israel mit ein. Obwohl jetzt das Gemeindezeitalter in Kraft ist, ist Israel immer noch Israel im Unterschied zu den Nationen und zur Gemeinde und hat eine nationale Zukunft, wie sie in der Bibel prophezeit ist. Die Perspektive dieser Textstelle ist eindeutig prämillennialistisch und widerspricht ebenso eindeutig dem Amillennialismus. Die Gemeinde und Israel sind als zu unterscheidende, gegenwärtig bestehende Einteiten zu betrachten. Beide haben gegenwärtig unterschiedliche Beziehungen zu Gott. Israel und die Gemeinde sind jetzt und in der Zukunft zu unterscheiden. Folglich lehrt die Textpassage auch eine Unterscheidung gemäß der Lehre von den Heilszeiten.


RÖMERBRIEF
Eschatologie

Röm 9-11

Dieser eschatologische Textabschnitt ist ein Hauptteil des Briefes.

Er beantwortet die gleiche grundlegende Frage, die in Kapitel 3,1 erhoben wurde.
Die Antwort auf diesen Vers, dass Gott seinen Verheißungen gegenüber Israel treu bleiben wird, ist auch die Antwort, die die Argumentation der Kapitel 9-11 bietet.

Paulus eröffnet seine Auseinandersetzung, indem er von seiner Traurigkeit über Israel spricht.
 Er hat Schmerzen wegen eines Volkes, das verloren ist, obwohl es so zahlreiche Segnungen und Verheißungen hat, denn es hat verweigert, dem Evangelium zu glauben.

Hier erhebt sich natürlich die Frage:
Wenn Gott Israel die Bündnisse und die Verheißungen gegeben hat, was ist geschehen, dass die Nation als Ganzes verloren ist?

Vers 6 gibt uns die Antwort:
 Das Wort Gottes ist nicht hinfällig geworden.

 Nicht alle in Israel sind Israel. Das heißt, nicht alle einzelnen Israeliten sind Israel in dem Sinne von Kindern Gottes, die die Segnungen und Verheißungen empfangen.

 Das soll nicht heißen, dass Nationen oder die Gemeinde in »Israel« einbezogen seien.
 Es besagt vielmehr genau das Gegenteil:
Nicht ganz Israel, sondern nur ein Teil davon ist Israel.

 Paulus erweitert nicht den Begriff Israel , um andere mit hineinzunehmen.

Er grenzt ihn vielmehr ein, um nur jene einzubeziehen, die glauben.

Diese Eingrenzung wird deutlich durch seine nächsten beiden Illustrationen, in denen er zunächst Isaak und Ismael anführt
 und dann Jakob und Esau.

 In beiden Fällen steht nur einer in der Verheißungslinie.

Die Verse 14-27 zeigen, dass Gott die Freiheit hat zu erretten, wie es ihm gefällt.
Er hat die Freiheit, auf der Grundlage von Barmherzigkeit und Gnade zu erretten, und ist nicht verpflichtet, es aufgrund von Werken (das Gesetz) zu tun.

Die Feststellung in Vers 24 , dass Gott nicht nur aus den Juden, sondern auch aus den Nationen Menschen herausgerufen hat, setzt nicht voraus, dass die Verheißungen Israels von Israel weggenommen und in einer geistlichen Form der Gemeinde gegeben worden wären.

Der begriff Israel wird gar nicht verwendet. Es wird hier lediglich festgestellt, dass Menschen aus den Nationen ebenso wie Juden als für die Herrlichkeit bestimmte Gefäße der Gnade berufen wurden.

 Da steht nichts hinsichtlich Israels nationaler Verheißungen. Wenn sich diese Stelle auf die Verheißungen Israels beziehen würde,
 dann würde sie darauf hinweisen, dass die Nationen an Israels nationaler Verheißung eines messianischen Reiches Anteil hätten.

Paulus beendet Kapitel 9
 mit der Feststellung, dass die Nationen Rechtfertigung durch Glauben erlangt haben.
Israel ist jedoch, anstatt Rechtfertigung zu erlangen, durch seinen Unglauben gegenüber Jesus Christus gestrauchelt ( 9,30-33 ).

 Kapitel 10
arbeitet heraus, dass Israel von Gott alles zur Rettung Notwendige erhalten hat: die Verkündigung der Evangeliumsbotschaft. Aber es hat den Glauben verweigert und ist deshalb verloren.

In Kapitel 11,1-10 beantwortet Paulus die Frage aus
 Vers 1 damit, dass Israel nicht völlig verworfen ist, da einige, er selbst eingeschlossen, gerettet sind.

Er sagt, dass Gott einen eher auf Gnade als auf Werke gegründeten Überrest hat.

In Vers 7 wird die gegenwärtige Situation Israels zusammengefasst.
Der Überrest erlangt Rechtfertigung aus Glauben, nicht aber Israel als Ganzes (die »Übrigen«), dem Verstockung widerfahren ist.

 Insoweit hat Paulus gezeigt, dass Israels gegenwärtiger Zustand Verlorenheit ist ( 9,1-5.30-33; 10,1-3.16-21; 11,1-10 ).

 Das weitere Kapitel 11 beschreibt, wie diese Situation in Gottes allumfassenden Plan passt. Indem er die Frage aus Kapitel 11,11 beantwortet,

umreißt Paulus
 Gottes Plan mit der Welt und mit Israel.

Durch Israels Verfehlung (die gegenwärtige Situation) hat Gott das Heil zu den Nationen gebracht.

 Dies ist allerdings dazu geschehen, um Israel zur Eifersucht zu reizen (vgl. 10,19 ). Diese Eifersucht soll sie dann zum Heil führen. Das ist nicht das Endziel, aber wenn Israel wiederhergestellt sein wird (seine »Vollzahl«, Vers 12 ), wird dies zu noch größeren Segnungen für die ganze Welt führen. Gottes Ziel mit Israel besteht darin, dass es ein Zeugnis ist, ein Instrument, um die Welt zu erreichen. In diesem Textabschnitt kann mit dem Begriff Israel nur das ganze Volk Israel gemeint sein, da der Plan Gottes kaum darin besteht, dass ein strauchelnder Jude einen einzelnen Heiden erreicht. Vielmehr soll ein Heide den Juden zur Eifersucht reizen und dieser einzelne Jude soll, einmal erneuert, weitere Heiden zu Gott führen. Israels aktueller Zustand wird in Begriffen seiner Verfehlung beschrieben:

Verlust (Vers 12 ),
bedürftig des Heils (Vers 14 ),
Verwerfung (Vers 15 ),
gefallen (Vers 22 ),
Feinde (Vers 28 )
und Ungehorsam (Vers 30 ).

Gleichzeitig wird im Hinblick auf die Nationen von Heil gesprochen (Vers 11 ),

vom Reichtum der Welt und vom Reichtum der Nationen (Vers 12 )
und von der Versöhnung der Welt (Vers 15 ).
 Das beschreibt die Gegenwart. Paulus bezieht sich jedoch auch auf eine Zeit, die er Israels Vollzahl nennt (Vers 12 ).

Diese Zeit wird der Welt größere Reichtümer bringen als die gegenwärtige. Diese Zeit wird auch als Israels Annahme beschrieben (Vers 15 ),
eine Zeit, in der Israel eingepropft wird (Vers 23 ),
 eine Zeit, in der ganz Israel errettet werden wird (Vers 26 ).

Gemäß der Heiligen Schrift, die Paulus als Beweis anführt, wird dies geschehen, wenn der Erlöser, der Messias, kommt und das Volk bekehrt.

 Daher spricht Paulus von zwei verschiedenen Zeitperioden für Israel:

die gegenwärtige der Verlorenheit und eine davon zu unterscheidende, künftige Periode der Vollzahl,

die der Erde Segen bringen wird.

Die Beschreibung der Zukunft kann sich nur auf das Tausendjährige Reich beziehen.
 Es wird ausdrücklich gesagt,
dass die gegenwärtige Verstockung von Israel weggenommen und ganz Israel (die Nation als ganzes) errettet werden wird (Vers 25 f).
 Das steht in völligem Gegensatz zur Beschreibung des gegenwärtigen Zustands.

Die Schlussverse bestätigen das.

In Vers 28 wird Israel in seinem aktuellen Zustand als Feinde, Auserwählte und Geliebte beschrieben.

 Obwohl Feind, ist Israel aus dem Blickwinkel Gottes immer noch erwählt und geliebt.

Das kann nicht die Beschreibung einer Nation sein, der Gott wegen ihrer Vergehen seine Verheißungen genommen und einer anderen (der Gemeinde) gegeben hat. Israel ist nicht um seiner selbst willen geliebt, sondern um der Patriarchen willen, denn Gottes Geschenke und Berufungen reuen ihn nicht. Israel wird von Gott geliebt, weil der den Vätern sichere Verheißungen gegeben hat.

Deshalb hat es überhaupt nichts mit der Generation Israels zur Lebenszeit des Messias zu tun, ob er seine Versprechen halten wird oder nicht. Sie werden gehalten, weil Gott den Patriarchen diese Verheißungen gab. Daher kann die Tatsache, dass Israel seinen Messias verwarf, nicht Versprechen annulieren, die viele Jahre zuvor Abraham, Isaak und Jakob gegeben wurden (Vers 28 ).

Gott wird auch auf keinen Fall von seinen Versprechen zurücktreten, da ihn das zu einem Lügner machen würde ( 3,1-4 ).

Schließlich erklärt Paulus, dass Israels jetziger Ungehorsam dem früheren der Nationen gleich ist, die jetzt ein Gegenstand der Gnade Gottes sind (Verse 30-32 ).

Die Perspektive dieser Textstelle ist deutlich prämillennialistisch.

Darüber hinaus tritt sie deutlich der amillennialistischen Vorstellung entgegen,

 Gott habe Israel seine nationalen Verheißungen genommen und erfülle sie nun in der Gemeinde,
 sodass es ein künftiges Reich, wie es im Alten Testament prophezeit wurde, für Israel nicht geben werde. In dieser Textpassage werden Israel und die Nationen in Gegenwart und Zukunft stets als voneinander unterschieden betrachtet.

Daher entspricht die Perspektive dieser Passage ebenso wie Röm 3,1-4 eindeutig der Lehre von den Heilszeiten.


RÖMERBRIEF
Eschatologie

Röm 13,11

Dieser Vers weist auf ein eschatologisches Ereignis hin: auf die künftige Errettung der Gläubigen. Indem er sagt, dass unsere Errettung jetzt näher ist als zu dem Zeitpunkt, da wir gläubig wurden, ermahnt Paulus die Gläubigen, stets im Bewusstsein zu leben, dass uns jeder Tag dieser Errettung näher bringt. Das passt gut zu einer bevorstehenden, plötzlichen Entrückung, die als Motivation dazu dienen kann, immer in Erwartung des Herrn zu sein.


RÖMERBRIEF
Eschatologie

Röm 16,25-27 (Mehrheitstext: 14,24-26)

Diese Verse beziehen sich nicht auf ein eschatologisches Ereignis und sind so nicht notwendigerweise Teil dieser Diskussion. Sie zeigen aber, dass der gegenwärtige Zeitlauf in der Hauptsache eine Zeit der Nationen ist. Sie erklären auch, dass die Wahrheiten der Gemeinde im Alten Testament verschwiegen waren und erst jetzt, im Zeitalter des Neuen Testaments, offenbar wurden. So präsentieren sie eine Perspektive gemäß der Heilszeitenlehre: Im Alten Testament gab es keine Gemeinde, und die Gegenwart ist vorrangig auf die Nationen ausgerichtet und nicht auf Israel.

Die im Römerbrief offenbarte Eschatologie ist zweifellos prämillennialistisch und heilszeitlich orientiert. Sie passt am besten zu einer bevorstehenden plötzlichen Entrückung.

Siehe auch: Israelogie, Lehre der ; Juden, Rückkehr der .

Thomas R. Edgar

C. E. B. Cranfield: The Epistle to the Romans (Edinburgh: T&T Clark, 1975); James D. G. Dunn: World Biblical Commentar y, Bd. 38, (Dallas: Word Books, 1988); Joseph A. Fitzmeyer: Romans in: The Anchor Bible (New York: Doubleday, 1992); S. Lewis Johnson: Studies in Romans, Part VII: The Jews and the Oracles of God in: Bib Sa c, 130 (1973); Douglas Moo: The Wycliffe Exegetical Commentary, Romans 1-8 (Chicago: Moody Press, 1991).

DER BRIEF DES PAULUS AN DIE RÖMER
Verfasser: Gott
Schreiber  Paulus

Thema: Das Evangelium Gottes
Datum der Niederschrift: ca. 56 n. Chr. DER BRIEF AN DIE RÖMER wurde von Korinth aus geschrieben,
 während des dritten Besuches des Paulus in dieser Stadt (2. Kor. 13, 1; vgl. Ap. 20, 2).

Mit Recht steht der Brief an erster Stelle unter den Briefen, weil er die vollständigste Auslegung der zentralen Wahrheiten des Christentums im N.T. enthält.
(Chronologisch wäre der Jakobus  Brief zuerst.)

Der Brief entstand durch die Absicht des Paulus, die römischen Christen zu besuchen und durch seinen Wunsch, ihnen die großen Lehren der Gnade, die ihm geoffenbart worden waren, mitzuteilen.
Das Thema des Briefes ist «Das Evangelium Gottes» (1, 1).
 Das ist die weitmöglichste Erfassung des Ganzen der Wahrheit der Erlösung.
Dieses Evangelium bezieht sich auf die ganze Welt, denn «es gibt kein Ansehen der Personen» (2, 11) bei Ihm, der «der Gott der Juden» ist und auch «der Gott der Heiden» (3, 29).
Darum wurde die ganze Menschheit vor Ihm schuldig erfunden (3, 19. 23) und es wird eine Rechtfertigung enthüllt, die für die Not aller Menschen genügt, und die allein durch den Glauben empfangen werden kann (3, 28). Der Römerbrief zeigt die Bereitstellung der Gnade Gottes, durch die Er Sünder auf Grund des versöhnenden Werkes Seines gerechten Sohnes gerecht erklären kann. Da nach wird das Wesen des neuen Lebens dargestellt, das alle, die gerechtfertigt wurden, durch die Kraft des Heiligen Geistes erfahren können.
Dann enthüllt dieser Brief die souveräne Weisheit und Gnade Gottes, der Seinen Willen auch durch die Untreue Israels erfüllt. Der Brief schließt damit, daß er auf alle Gläubigen die Verpflichtung legt, Empfänger «der Barmherzigkeit Gottes» (12, I) zu sein und ein Leben der Hingabe und des Dienstes zu führen.
Der Schlüssel des Buches liegt in dem Ausdruck «die Gerechtigkeit Gottes» (1, 17; 3, 21. 22).

 Der Brief kann folgendermaßen eingeteilt werden: Einleitung und Thema, 1, 1-17.

I. Alle Welt vor Gott schuldig, 1, 18-3, 20.
II. Die Rechtfertigung durch den Glauben an Christus, 3, 21-5, 21.
III. Die Heiligung durch die Vereinigung mit Christus in Seinem Tod und in Seiner Auferstehung, 6-8.
IV. Das Problem des jüdischen Unglaubens, 9-11.
V. Christliches Leben und christlicher Dienst zur Ehre Got tes, 12, 1-15, 13. Schluß: Die Auswirkung der christlichen Liebe 15, 14-16, 27.