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Rosse _ Pferde in der Bibel


Das Wort Gottes zeigt wie der Verkehr im 1000R geht →↓↓

Elberfelder 1905
Jesaja
Jes 66,20 Und sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen als Opfergabe für Jehova bringen, auf Rossen und auf Wagen und auf Sänften und auf Maultieren und auf Dromedaren, nach meinem heiligen Berge, nach Jerusalem, spricht Jehova, gleichwie die Kinder Israel das Speisopfer in einem reinen Gefäße zum Hause Jehovas bringen.

herbeibr.: Jes 49,12; Jes 49,22; Jes 56,7-8; Jes 60,4-5; Röm 15,16

Gefäß: 4. Mo 7,13-14

Die Menschen außerhalb von Israel werden sich zu ihm wenden und ihm dienen. Der Überrest der gläubigen Israeliten wird als Missionare an die äußersten Enden der Erde reisen,
um den Heiden von der Herrlichkeit Gottes zu berichten.
 Zu diesen Orten und Menschen werden 
Tarsis , vermutlich im Südwesten Spaniens (vgl. Jes 23,1.6.10.14; Jes 60,9 ),
 
Libyen in Nordafrika, Lydien im westlichen Kleinasien, Tubal im nordöstlichen Kleinasien, Griechenland und die entfernten Inseln gehören.
 Diese und andere Völker werden sich bekehren und nach Jerusalem reisen, um dort im Tempel anzubeten (vgl. 
Jes 2,2; Sach 8,23 ).
 Einige von ihnen werden sogar als 
Priester und Leviten auserwählt werden und so zeigen,
daß alle Nationen wirklich durch Israel gesegnet worden sind (vgl. 
1Mo 12,3 ).


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Elberfelder 1905
Hesekiel
Hes 38,4 Und ich werde dich herumlenken und Haken in deine Kinnbacken legen; und ich werde dich herausführen und dein ganzes Heer, Rosse und Reiter, allesamt prächtig gekleidet, eine große Schar mit Schild und Tartsche, welche Schwerter führen allesamt:

heruml.: Hes 39,2

Haken: Hes 29,4; Ps 32,9; Jes 37,29

Hes 38,15 Und du wirst von deinem Orte kommen, vom äußersten Norden her, du und viele Völker mit dir, auf Rossen reitend allesamt, eine große Schar und ein zahlreiches Heer.

Hes 38,6; Hes 39,2; Da 11,40

Hes 39,20 Und ihr sollt euch sättigen an meinem Tische von Rossen und Reitern, von Helden und allerlei Kriegsleuten, spricht der Herr, Jehova.

Sättigt: Hes 39,19

Reitern: Hes 38,4; Ps 76,6-7; Hagg 2,22; Offb 19,18


6. Der Angriff durch Gog wird zurückgeschlagen
( Hes 38-39 )


Israel wurde von seinen Feinden zertreten, aber in der Zukunft wird Gott selbst für die Sicherheit des Volkes sorgen.
Er wird sein Volk verteidigen und die Feinde in fernen Ländern richten (das Gericht über die umliegenden Länder wurde schon erwähnt; Hes 25-32 ).

Einige der Länder, die Hesekiel in Kapitel 38; 39 anführt, wurden bereits als Handelspartner von Tyrus angesprochen. Vgl. dazu die Karte
"Die Welt Jeremias und Hesekiels" in der Einführung zu Jeremia, wo die Lage dieser Orte und Länder eingezeichnet ist, die in Hes 38,2-6 erwähnt werden.

Neben diesen Ortsnamen muß noch ein weiterer eventueller Name angesprochen werden.
Manche Übersetzungen geben das Wort rO?S in Hes 38,2 mit "oberster" wieder.
Andere dagegen nehmen es als Eigenname und schreiben "Rosch". Soll das hebräische Wort, das "Haupt" bedeutet, als Adjektiv angesehen werden ("oberster Fürst") oder als Eigenname ("Rosch")?
Die meisten Gründe scheinen dafür zu sprechen, es als Adjektiv zu nehmen. "Rosch" wird in der Bibel nie als Name eines Volkes benutzt,
während andere Namen gut bezeugt sind (vgl. 1Mo 10,1-7; 1Chr 1,5-7; Hes 27,13-24; 32,26 ). Die einzige Ausnahme könnte Jes 66,19 sein, aber auch hier ist es zweifelhaft, ob "Rosch" ein Eigenname ist.

Sprechen diese Länder von der Sowjetunion? Zunächst einmal muß man die Gegenden identifizieren, über die Hesekiel weissagte, und dann sehen, welche Länder heute in diesen Gegenden liegen.

Hesekiel spricht nicht einfach deshalb von "Rußland", weil das Wort so ähnlich klingt wie rO?S .
Auch sollte man nicht einfach "Meschech" mit Moskau oder "Tubal" mit "Tobolsk" gleichsetzen.
Hesekiel sprach von damals bekannten Gegenden (nicht den heutigen Namen).
Während man sich also vor allzu schnellen dogmatischen Festlegungen hüten muß, sprechen drei Gründe dennoch dafür, daß auch die Sowjetunion zu den Ländern gehört,
 von denen Hesekiel redet:
(1) Einige der Länder, die Hesekiel erwähnte, lagen in dem, was heute Rußland ist.
(2) Die Armeen kommen, so heißt es, "aus dem fernen Norden" ( Hes 38,6.15; Hes 39,2 ).
Dazu gehört vermutlich auch die Landbrücke zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, die heute Teil der Sowjetunion ist.
(3) Hesekiel sprach von einer Koalition verschiedener Völker, von denen viele heute mit der Sowjetunion verbündet oder unter ihrem Einfluß sind.
Dazu gehören der Iran ("Persien"), der Sudan und das nördliche Äthiopien ("Kusch"), Libyen ("Put") und die Türkei ("Meschech", "Tubal", "Gomer" und "Bet-Togarma").
Alle diese Nationen (vgl. Hes 38,2-3.5-6 ) werden sich, vielleicht unter Führung der Sowjetunion, vereinigen, um Israel anzugreifen.

Wann wird sich die Weissagung erfüllen? Kein historisches Ereignis der Vergangenheit kann damit in Übereinstimmung gebracht werden.
Die Erfüllung steht also noch aus. Manche Ausleger glauben, daß dieser Angriff auf Israel mit dem von Gog und Magog gegen Ende der tausendjährigen Herrschaft Christi ( Offb 20,7-9 ) gleichzusetzen sei,
 aber dies ist aus verschiedenen Gründen schwierig:

(1) Die Ergebnisse des Kampfes bei Hesekiel stimmen nicht mit den Ereignissen überein, die auf den Kampf in Offb 20 folgen.
Warum soll man die Toten sieben Monate nach dem Kampf begraben ( Hes 39,12-13 ), wenn das nächste, was geschieht,
 die Auferstehung der gestorbenen Ungläubigen ist ( Offb 20,11-13 )?
Warum sollten die Menschen noch sieben Jahre nach dem Kampf auf der Erde bleiben, um die Waffen zu verbrennen ( Hes 39,9-10 ),
statt sofort in die Ewigkeit einzugehen ( Offb 21,1-4 )?
Die Ereignisse, die nach dem Kampf geschildert werden, sind so stark unterschiedlich,
daß man von zwei verschiedenen Kämpfen ausgehen muß (vgl. die Anmerkungen zu Offb 20,7-9 ). (2) Die Auswirkungen auf die Menschen sind anders.
Bei Hesekiel ist der Kampf das Mittel, durch das Gott Israel zu sich selbst zieht (vgl. Hes 39,7.22-29 ) und durch das er dessen Gefangenschaft beenden wird.
Der Kampf in Offb 20 dagegen geschieht, nachdem Israel tausend Jahre lang treu gegen Gott gewesen ist und seinen Segen erlebt hat.

Wenn der Kampf in Hes 38-39 nicht am Ende des Tausendjährigen Reiches geschieht, könnte er dann am Anfang desselben stehen?
Auch dies erscheint zweifelhaft. Nur Gläubige werden in das Tausendjährige Reich eingehen (vgl. Joh 3,3 ),
Menschen, die ihren Glauben dadurch gezeigt haben, daß sie das auserwählte Volk Gottes beschützen (vgl. die Anmerkungen zu Mt 25,31-46 ).
Zu Beginn des Tausendjährigen Reiches werden alle Kriegswaffen vernichtet ( Mi 4,1-4 ).
Es ist wohl kaum möglich, daß ein Krieg beginnt, wenn die Ungläubigen beseitigt und ihre Waffen vernichtet sind.

Besser ist es wohl, den Kampf mit Gog und Magog, den Hesekiel beschreibt, in der Zeit der großen Trübsal zu sehen.
Manches deutet darauf hin, daß er innerhalb der ersten dreieinhalb Jahre dieser sieben Jahre beginnen wird.
 Der Angriff wird kommen, wenn Israel in Frieden lebt ( Hes 38,8.11 ).
 Wenn Israels Bund mit dem Antichristen zu Beginn der siebzigsten Jahrwoche Daniels ( Dan 9,27 a) geschlossen wird,
dann wird Israel Frieden haben.
Aber nachdem dieser Bund gebrochen worden ist, etwa gegen Mitte der sieben Jahre,
wird das Volk eine Zeit äußerster Verfolgung erleben ( Dan 9,27 b; Mt 24,15-22 ).
 In dieser Zeit wird es die Toten begraben ( Hes 39,12-13 ) und die Kriegswaffen verbrennen können ( Hes 39,9-10 ).
Der Kampf, den Hesekiel beschrieb, könnte also irgendwann während der ersten dreieinhalb Jahre dieser siebenjährigen Periode-
 vor dem zweiten Kommen Christi stattfinden.
 Vielleicht wird er kurz vor der Mitte dieser sieben Jahre beginnen (vgl. die "Übersicht über Endzeit-Ereignisse, die in der Bibel vorausgesagt werden" in Band VI, vor Mt).

Hesekiel beschreibt einen Kampf, der von den entferntesten Nachbarn Israels geführt wird.
Sie werden ihre Chance sehen, wenn Israel sich unter dem trügerischen Schutz seines Bundes mit dem Antichristen sicher fühlt.
 Zu den Völkern, die diesen Angriff führen, gehören die Sowjetunion, die Türkei, der Iran, der Sudan, Äthiopien und Libyen.
Zunächst beschrieb Hesekiel die Invasion durch Gog und seine Verbündeten ( Hes 38,1-16 ) und dann das Gericht über sie ( Hes 38,17- Hes 39,29 ).

a. Die Invasion durch Gog
( 38,1 - 16 )

Welche Völker unter den verschiedenen Namen angesprochen sind, kann aus dem vorausgehenden Abschnitt unter "6. Der Angriff durch Gog wird zurückgeschlagen ( Hes 38-39 )" entnommen werden.
Gogs Angriff auf Israel wird letztlich von Gott selbst geführt. Der Herr sagte: Ich werde dich herumlenken, Haken in dein Maul legen und dich herausführen mit deinem ganzen Heer -
deinen Pferden, Reitern, einer großen Horde mit Schilden und Schwertern 
. Zu der Frage, ob die Pferde und Waffen wörtlich zu verstehen sind, vgl. die Anmerkungen zu Hes 39,9 .

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Hes 39,1-8

Die angreifenden Armeen werden von Gott völlig vernichtet werden. Gott wird sie gegen die Berge Israels bringen (V. 2 ; vgl. Hes 38,8 ), sie schwächen ( Hes 39,3 ) und niederwerfen auf den Bergen Israels .
 Die einst so mächtige Armee wird zur Speise für Vögel und wilde Tiere .

Gott wird aber auch die Heimatländer der Angreifer bestrafen: Ich werde Feuer schicken auf Magog und auf die, die in Sicherheit in den Küstenländern wohnen .
Das Schicken von Feuer bedeutet Zerstörung und militärische Verwüstung ( 
Hes 30,8.14.16 ; vgl. Hos 8,14; Am 1,4.7.10.14; Hes 2,2.5 ).
Das Volk, das den Angriff ausgeheckt hat, wird selbst vernichtet werden. Die "Küstenländer" sind bereits mehrfach von Hesekiel erwähnt worden (vgl. 
Hes 26,15.18; 27,3.6-7.15.35 ).
Sie beziehen sich auf die entferntesten Gebiete der damaligen Welt. Durch all dies wird Gott Israel zeigen, daß er heilig ist und nicht durch die Sünden Israels gelästert werden darf (vgl. 
Hes 36,22 ). 
Auch die Völker werden sehen, daß er der Heilige in Israel ist 
.

Hes 39,9-11

(2) Die Nachwirkungen des Kampfes
 ( Hes 39,9-20 )

Jene, die kommen werden, um Israel zu berauben ( Hes 38,12 ), werden selbst beraubt werden. Die Israeliten werden die Waffen der gefallenen Soldaten sieben Jahre lang für Feuer benutzen .
Sind die Kriegswaffen - Pferde, Schwerte, Schilder, Bogen, Pfeile, Keulen und Speere ( Hes 38,4-5; 39,9 ) - wörtlich zu verstehen, oder reden sie bildlich von den heutigen Waffen?
Der Text selbst erlaubt beide Auslegungen, aber die gewöhnliche Bedeutung der Worte könnte darauf hinweisen,
daß Hesekiel von tatsächlichen Pferden usw. redet. Es wäre durchaus vorstellbar, daß durch die anderen katastrophalen Ereignisse
der ersten dreieinhalb Jahre der siebzigsten Jahrwoche Daniels ( Mt 24,6-8; Offb 6 ) eine Rückkehr zu den eher primitiven Methoden der Kriegsführung eingetreten sein könnte.

Einschub WF: die Vorbereitung zur 70. DJW bedeutet, dass die heutige  industrialisierte  Welt wie wir diese im Jahr  2021 kennen  zurückgefahren  werden wird auf DInge, die Jeremia Hesekiel usw. gekannte haben.
In der Drangsalszeit gibt es sicher keine Autos Flugzeuge Elektronik mehr.
 

Während der restlichen Zeit der großen Trübsal und bis in das Millenium hinein wird Israel, das diese Waffen verbrennt, keine Bäume fällen müssen. Israel wird jene ausrauben, die es ausgeraubt haben, und die plündern, die es geplündert haben.

Nach dem Kampf wird Israel auch die Toten Gogs begraben. Dies wird geschehen im Tal derer, die nach Osten zum Meer reisen .
 Diese Übersetzung scheint etwas verwirrend, denn das "nach" wurde von den Übersetzern ergänzt, und "östlich" ( qiDmat ) solltebesser mit "im Osten von" wiedergegeben werden (vgl. 1Mo 2,14; 1Sam 13,5 ).
Das Tal, in dem Gogs Heer begraben wird, liegt "östlich von" dem Toten Meer im heutigen Jordanien.
Der Ausdruck "die, die nach Osten reisen" ( hAZOB+rIm ) könnte als Eigenname verstanden werden.
 Es könnte sich auf die "Berge von Abarim" ( hAZXBArIm ), östlich des Toten Meeres, beziehen, durch die Israel ziehen mußte,
als es auf dem Weg in das verheißene Land war (vgl. 4Mo 33,48 ). Wenn dies so ist, dann wird der Ort, an dem Gog begraben wird, in dem Tal von Abarim liegen,
auf der anderen Seite des Toten Meeres, im Land Moab. Aber trotzdem wird er auch in Israel sein, denn dieses Gebiet gehörte zeitweilig zu Israel (vgl. 1Sam 8,2; Ps 60,10 ).

Die Zahl der Leichen wird so groß sein, daß der Weg der Reisenden versperrt wird.
Auch hier könnte "der Weg der Reisenden" mit "Abarim" übersetzt werden.
Das Tal wird überfüllt sein mit den Leichnamen der Soldaten. Der Name des Tales wird verändert in das 
Tal der Horden Gogs .


Gott wird Gog und seine Verbündeten als Werkzeuge in seinem Plan mit Israel benutzen.
Aber dennoch wird der Gedanke, Israel anzugreifen, auch von Gog selbst kommen. Gog wird frei und selbständig seine eigenen, gottlosen Ziele verfolgen. Er "wird einen bösen Plan ersinnen"; 38, 10.


Hes 38,7-9

Dieser Angriff richtet sich gegen Israel, dessen Menschen aus vielen Völkern gesammelt werden und die in Sicherheit wohnen. Gog und seine Verbündeten werden mit massiver Kraft gegen Israel ziehen,
sie werden herannahen wie ein Sturm und wie eine Wolke (vgl. V. 16 ).

Hes 38,10-13

Gogs Vorhaben bei dem Angriff wird sein, das ungeschützte und unvorbereitete Israel, das reich an Vieh und Gütern ist und inmitten des Landes wohnt, zu plündern und zu berauben. Israels geographische,
politische und ökonomische Bedeutung wird erkannt werden. Deshalb wird es zu einem strategisch günstigen Ziel für jede Macht werden, die den Handel zwischen Asien und Afrika kontrollieren möchte.

Hes 38,14-16


Gogs Angriff gegen Israel wird von allen Seiten kommen. Gog wird aus dem fernen Norden kommen . Mit ihm kommen seine Verbündeten aus dem Osten
(Persien = Iran), dem Süden (Kusch = Sudan, Südägypten und Nordäthiopien) und dem Westen (Put = Libyen).
Sie werden gegen Israel ziehen wie eine Wolke (vgl. V. 9 ), die das Land bedeckt .
Diese furchtbare Armee wird alle Hindernisse überrennen, als wäre sie eine Wolke, die den Himmel überzieht.

Der Angriff wird ein weiteres Werkzeug Gottes sein, durch das er sein heiliges Wesen und seine souveräne Macht offenbaren wird. Wenn die Völker gegen Israel ziehen,
werden sie Gott erkennen müssen, denn er wird sich selbst heilig erweisen (vgl. Hes 20,41; 28,22.25; 36,23; 39,27 ). Israel wird durch den furchtbaren Angriff befreit, und Gott wird verherrlicht werden.




Pferde im 1000JR
Elberfelder 1905
Jesaja
Jes 66,20 Und sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen als Opfergabe für Jehova bringen, auf Rossen und auf Wagen und auf Sänften und auf Maultieren und auf Dromedaren, nach meinem heiligen Berge, nach Jerusalem, spricht Jehova, gleichwie die Kinder Israel das Speisopfer in einem reinen Gefäße zum Hause Jehovas bringen.

4. Der Herr erfüllt seine Verheißungen
( Jes 66 )

Dieses Kapitel beschreibt als Höhepunkt des gesamten Buches das Tausendjährige Reich, jene Zeit, auf die die gesamte Geschichte hinzielt und die bereits Abraham verheißen wurde.

a. Der Herr erhebt den Demütigen
( 66,1 - 2 )
Jes 66,1-2

Gott wird gesehen, wie er auf einem Thron sitzt (Vgl. Jes 6,1 ) und die Erde als Fußschemel für seine Füße hat (vgl. Apg 7,49 ). Weil er so majestätisch ist, kann niemand ihm ein Haus bauen , in dem er wohnen könnte ( 1Kö 8,27 ). Er ist ja der Schöpfer. Aber über seiner unbeseelten Schöpfung stehen für ihn die demütigen und zerbrochenen Menschen (vgl. Jes 57,15 ), die seinem Wort gehorchen. Auf die eine oder andere Weise ist dies immer wieder im Buch Jesaja betont worden. Gott möchte, daß seine Menschen der Wahrheit folgen, die er ihnen offenbart hat. Für Israel war dies in erster Linie der mosaische Bund. Jesaja weist die Menschen auf dieses Wort Gottes hin und macht deutlich, daß sie seine Segnungen nur erleben können, wenn sie diesem Wort gehorchen.

b. Der Herr wird richten
( 66,3 - 6 )
Jes 66,3-6

Der seltsame Vergleich in Vers 3 macht deutlich, daß die Opfer und Gaben der Menschen in Israel nichts weiter sind als äußerliche Riten. In ihren Herzen sind die Menschen Mörder, Verdreher von Gottes Speisegesetzen (vgl. Jes 65,4; 3Mo 11,7 ) und Götzendiener. In Wirklichkeit gehen sie ihre eigenen Wege (vgl. Jes 53,6 ), statt die Wege des Herrn. Deshalb wird ein hartes Gericht über sie kommen. (Die letzten sechs Zeilen aus Jes 66,4 sind denen aus Jes 65,12 sehr ähnlich; vgl. die Anmerkungen dort.) Die Menschen in Israel, die vorgeben, den Herrn zu kennen, aber die ihn in Wirklichkeit hassen und gegen Gottes Leute vorgehen, werden durch seine Züchtigung beschämt werden, wenn der Tempel durch die Babylonier zerstört wird.

c. Der Herr schenkt seinem Volk Leben
( 66,7 - 21 )
Jes 66,7-11

Die Rückkehr Israels in sein Land wird so bemerkenswert schnell gehen, daß sie einer Frau gleicht, die einen Sohn gebiert , bevor (V. 7 ) oder sobald (V. 8 ) sie irgendwelche Wehen hat! Gott fängt nicht irgend etwas an und läßt es dann liegen. So sicher, wie sich der Schoß einer Frau zur Befreiung öffnet und sich nicht wieder verschließt, so sicher wird Gott für Jerusalem zu Ende bringen, was er angefangen hat zu tun. Die Menschen Israels werden über Jerusalem fröhlich sein, wie sich ein kleines Kind über die Fürsorge seiner Mutter freut.

Jes 66,12-13

Wie schon mehrfach im Buch Jesaja gesagt, wird der Friede über Jerusalem kommen (vgl. z. B. Jes 48,18; 55,12 ), und die Reichtümer der Völker werden in die Stadt gebracht werden (vgl. Jes 60,5.11; 61,6 ). In Jes66,11-12 wird Jerusalem mit einer Mutter verglichen, in Vers 13 ist es Gott, der wie eine Mutter ihr Kind tröstet .

Jes 66,14-18

Wenn Gott sein Volk im Tausendjährigen Reich nach Jerusalem zurückbringt (V. 10 - 13 ), dann wird es sich freuen und im Land wachsen, denn er wird über seine und dessen Feinde im Gericht wie ein Feuer (vgl. 2Thes 1,7-9 ) und ein Wirbelsturm herabkommen und sie vernichten. Dieses Gericht wird aufgrund ihrer Verdorbenheit gerecht sein: weil sie in Gärten Götzendienst betrieben haben (vgl. Jes 1,29; Jes 65,3 ) und unreine Tiere, wie z. B. Schweine (vgl. Jes 65,4; 66,3; 3Mo 11,7 ) und Ratten (vgl. 3Mo 11,29 ) als Opferzeremonien gegessen haben. Wenn der Messias wiederkommt, wird sein Gericht über alle Völker ergehen (vgl. Sach 14,3; Offb 19,17-18 ), und die Welt wird so seine Herrlichkeit sehen.

Jes 66,19-21

Die Menschen außerhalb von Israel werden sich zu ihm wenden und ihm dienen. Der Überrest der gläubigen Israeliten wird als Missionare an die äußersten Enden der Erde reisen, um den Heiden von der Herrlichkeit Gottes zu berichten.
Zu diesen Orten und Menschen werden Tarsis , vermutlich im Südwesten Spaniens (vgl. Jes 23,1.6.10.14; Jes 60,9 ),
Libyen in Nordafrika,
Lydien im westlichen Kleinasien, 
Tubal 
im nordöstlichen Kleinasien, 
Griechenland 
und die entfernten Inseln gehören. Diese und andere Völker werden sich bekehren und nach Jerusalem reisen, um dort im Tempel anzubeten (vgl. Jes 2,2; Sach 8,23 ).
Einige von ihnen werden sogar als Priester und Leviten auserwählt werden und so zeigen, daß alle Nationen wirklich durch Israel gesegnet worden sind (vgl. 1Mo 12,3 ).

 

d. Der Herr schafft den neuen Himmel und die neue Erde
( 66,22 - 24 )

Jes 66,22-24

Israel wird vor Gott einen ebensolchen Bestand haben wie der neue Himmel und die neue Erde (vgl. die Anmerkungen zu Jes 65,17 ). Alle Menschen (d. h. Menschen aus allen Völkern) werden den Herrn anbeten und sich vor ihm niederbeugen. Wie Jesaja schon mehrfach geschrieben hat, werden diese Gerechten einen großen Gegensatz zu denen darstellen, die von dem Herrn abtrünnig waren ( pASaZ , vgl. die Anmerkungen zu Jes 1,2 ). Sie werden ewige Qualen leiden (vgl. Mk 9,48 ). Diese grausame Wahrheit, mit der das Buch Jesaja schließt, macht noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, daß die Menschen zu dem Herrn, dem einzigen Gott, dem Heiligen Israels, umkehren.



Elberfelder 1905
Micha
Mi 5,9 Und es wird geschehen an jenem Tage, spricht Jehova, da werde ich deine Rosse ausrotten aus deiner Mitte und deine Wagen vernichten.


3. Der Herrscher des Reiches
( 5,1 - 14 )


Im folgenden werden die Geburt des künftigen Herrschers (V. 1 ) und sein Wirken für das Volk (V. 2 - 14 ) beschrieben.



a. Die Geburt des Herrschers
( 5,1 )


Mi 5,1

Der Aufbau dieses Verses weist einige Ähnlichkeit mit Mi 4,8 auf. In beiden Versen wird eine Stadt personifiziert und mit du angeredet; in beiden finden wir die Worte wird kommen bzw. soll kommen ; und in beiden wird in ähnlichen hebräischen Worten von der schließlichen Erlösung Israels gesprochen (in der Übersetzung steht in Mi 4,8 "Herrschaft" und in Mi 5,1 " HERR "). Der "Herr", Christus, würde aus Bethlehem Efrata , einem etwa 7,5 km von Jerusalem entfernt gelegenen Städtchen, hervorgehen. Efrata, auch Efrat genannt ( 1Mo 35,16.19; 48,7 ), war der ältere Name für Bethlehem oder für das umliegende Gebiet. Neben Jesus Christus ( Mt 2,1 ), dem bedeutendsten Sproß aus Davids Stamm, war auch David selbst in Bethlehem geboren ( 1Sam 16,1.18-19; 17,12 ). Die Hohenpriester und Lehrer des Gesetzes bezogen diesen Vers im Buch Micha auf den Messias ( Mt 2,3-6 ). Das verwirrte manche Menschen zur Zeit Jesu ( Joh 7,42 ), der zwar in Bethlehem geboren war, jedoch in Nazareth in Galiläa aufwuchs.

Der Messias-König, der sein Volk erretten würde, würde in einer unbedeutenden kleinen Stadt in Juda geboren werden (sie wird nicht einmal in der Aufzählung der Städte in Jos 15 oder Neh 11 erwähnt). Nach Gottes Willen sollte dieser Eine, der Gott ( mir ) dienen würde, Israels "Herr" sein (vgl. "König über sie sein" in Mi 4,7 ). Christus erfüllte den Willen des Vaters und wird ihn auch in Zukunft erfüllen (vgl. Joh 17,4; Hebr 10,7 ).

Der Ursprung dieses Herrn (sein Ausgang , d. h. sein Schöpfungswerk, seine Selbstoffenbarungen und seine Vorsehung), ist von Anfang und von Ewigkeit her gewesen . Manche Übersetzungen geben die Wendung "von Ewigkeit" mit "immerwährend" wieder; die Übersetzung "von Ewigkeit" ist jedoch vorzuziehen, da es im Hebräischen wörtlich "Tage von unermeßlicher Zeit" heißt. Andere Textstellen (wie z. B. Joh 1,1; Phil 2,6; Kol 1,17; Offb 1,8 ) heben ebenfalls die Ewigkeit Jesu Christi hervor.


b. Das Werk des Retters Israels
( 5,2 - 14 )

Christus, der Herr Israels, wird während des Tausendjährigen Reiches Großes für sein Volk tun:

1. Er wird das Volk wiedervereinen und wiederherstellen.

Mi 5,2

Wie kurz zuvor erwähnt ( Mi 4,9 ), war Israels innerer Schmerz über das Verlassensein wie der physische Schmerz einer Gebärenden. Doch die Zeit wird kommen, da die Wehen ein Ende haben und sie geboren hat . Diese Wendung bezieht sich nicht auf die Geburt Jesu durch Maria, sondern auf Israels Sammlung (vgl. Mi 2,12; 4,6-7 ), die hier einer Geburt gleichgesetzt wird, und bei der der Rest seiner Brüder (die anderen Israeliten; vgl. 5Mo 17,15 ) zu den Söhnen Israel zurückkehren wird. Christus wird einer von ihnen sein.

Mi 5,1-2 faßt, wie Jes 9,5-6 und Jes 61,1-2 ,die zweimalige Ankunft Christi zu einem einzigen Advent zusammen.

2. Er wird für sein Volk sorgen und ihm Sicherheit geben.

Mi 5,3

Der Messias wird seine Herde weiden (vgl. Mi 2,12; 7,14; Sach 10,3 ), d. h. er wird ein solcher Herrscher sein, wie er Israel zur Zeit Michas, in der das Land von irregeleiteten und ausbeuterischen Führern ins Verderben gestürzt wurde, fehlte (vgl. den Kommentar zu Mi 3,1-11 ). Christi sorgende, leitende und schützende Aufgabe wird durch die Kraft des HERRN und um des Herrn willen vollendet werden. Wenn er das Volk leitet, wird es Frieden und Sicherheit finden (vgl. Sach 14,11 ), denn er wird herrlich werden, so weit die Welt ist (vgl. Mal 1,11 a). Da Christus über die ganze Welt herrschen wird ( Ps 72,8; Sach 14,9 ), wird Israels Sicherheit gänzlich unbedroht sein.

3. Der Friedenskönig wird Israels Feinde vernichten ( Mi 5,5-9 ).

Mi 5,4-5

Das ist eine der großen Taten, mit denen der Messias Israel Frieden bringen wird (V. 4 - 14 ). Er wird der Friede für Israel sein , denn er wird die feindlichen Mächte, die das Volk umgeben, niederwerfen. Assur wird zwar in dieser fernen Zukunft nicht mehr als Volk existieren, aber es steht hier für die Völker, die, wie Assyrien zu Michas Zeit, Israel bedrohen und angreifen werden (vgl. Sach 12,9; Sach 14,2-3 ). Das Land Nimrods (vgl. 1Mo 10,8-9; 1Chr 1,10 ) ist ein Synonym für Assyrien (vgl. den Namen Assyrien für Persien bei Esr 6,22 ). Mit Christus als Herrscher werden die Israeliten ihre Widersacher besiegen können. Er wird dem Volk mehr als genug Hirten und Fürsten (zu der Formel sieben ... und acht vgl. den Kommentar zu "drei, ja... vier" in Am 1,3 ) geben. Mögen auch noch so viele Völker Israel im Verlauf seiner Geschichte mit dem Schwert regiert haben, im Tausendjährigen Reich wird sich das Blatt wenden, und Israel wird über seine Widersacher herrschen, weil er, der Messias, es erretten wird (vgl. Sach 14,3 ).

Mi 5,6

Wenn Christus Israels Feinde vernichtet hat, werden die Übriggebliebenen (vgl. Mi 2,12; 4,7; 5,7; 7,18 ) der gläubigen Israeliten unter vielen Völkern einen so wohltuenden Einfluß haben wie Tau und Regen . Da die Regenzeit in Palästina von Oktober bis März dauert, waren die Feldfrüchte in den übrigen sechs Monaten auf den Nachttau angewiesen. Wie Tau und Regen zu ihrer Zeit von Gott geschickt werden ( sie warten nicht auf Menschen ), so wird Gott die Völker zu der von ihm bestimmten Zeit, auf die die Menschen keinen Einfluß haben, erquicken.

Mi 5,7-8

Die Übriggebliebenen (vgl. V. 6 ) des Volkes von Israel werden wie ein Löwe sein. Wie ein wilder Löwe, der über die anderen Tiere herrscht, wird Israel die anderen Völker der Welt beherrschen (vgl. 5Mo 28,13 ). Israels Hand wird siegen gegen alle seine Widersacher, und alle seine Feinde werden ausgerottet werden.

4. Doch der Herrscher wird Israel zugleich auch das Vertrauen in die eigene militärische Stärke nehmen.

Mi 5,9-10

Zur selben Zeit (vgl. Mi 4,6 und den Kommentar zu "In den letzten Tagen" in Mi 4,1 ) wird der Herr die Rosse ausrotten (vgl. Sach 9,10 ) und die Wagen , auf die die Israeliten vertrauten, zunichte machen (vgl. Gottes Verbot in 5Mo 17,16 ,sich auf die Pferde zu verlassen). Städte, in denen Israel Festungen zum Schutz errichtet hat, werden verwüstet werden (vgl. Mi 5,13 ).

5. Der Herrscher wird dem falschen Gottesdienst in Israel ein Ende machen ( Mi 5,11-13 ).

Mi 5,11

Neben der Vernichtung der äußeren Feinde Israels wird der Messias auch jede Spur von Okkultismus und Götzendienst, den "inneren Feinden" des Volkes, austilgen. Das Wort Zauberei ( k+SAPIm , wörtlich "Hexerei") wird im Alten Testament nur an dieser Stelle und in 2Kö 9,22; Jes 47,9.12 und Nah 3,4 benutzt. Das Wort bezeichnet im Hebräischen dieBefragung dämonischer Mächte. Obwohl sie ihnen vom Gesetz verboten waren, zogen diese und ähnliche, im Nahen Osten zur damaligen Zeit sehr verbreitete, Praktiken die Israeliten in ihrer ganzen Geschichte immer wieder in ihren Bann. Auch in der Zeit der Drangsal vor dem Jüngsten Gericht wird es Okkultismus geben (vgl. "Zauberei" in Offb 9,21 ), doch der Herr wird ihn restlos austilgen.

 Mi 5,12-13


Steinmale ( p+sIlIm ) waren Bilder fremder Götter (vgl. pesel , "Bildnis"; in 2Mo 20,4 ). Heilige Steine (oder Säulen) und Ascherabilder (vgl. 1Kö 14,23; 2Kö 17,10; 18,4; 23,14 ) spielten bei der Anbetung männlicher und weiblicher kanaanitischer Götter eine Rolle. Gott hatte den Israeliten ihren Gebrauch untersagt ( 5Mo 16,21-22 ; vgl. 2Mo 34,13 ). Aschera war die kanaanitische Göttin des Meeres und die Gefährtin des Baal. Wenn der Herrscher kommt und jedes Zeichen von Götzendienst aus seinem Volk verbannt (vgl. Sach 13,2 ), werden die Menschen nicht mehr ihrer Hände Werk anbeten (vgl. Hos 14,4 ), sondern sie werden Jahwe verehren, den wahren und lebendigen Schöpfer. Alle Städte (vgl. Mi 5,10 ) jedoch, in denen Israel Götzendienst trieb oder auf seine militärische Stärke baute, werden zerstört werden.

6. Der Herr wird die Völker, die sich ihm widersetzen, richten.

 
Mi 5,14

Alle Nationen, die dem Herrn nicht gehorchen, werden Gottes Grimm und Zorn zu spüren bekommen. Er wird mit eisernem Zepter ( Ps 2,9; Offb 12,5; 19,15 ), d. h. mit Stärke, Strenge und Gerechtigkeit, regieren.

Elberfelder 1905
Haggai
Hagg 2,22 Und ich werde den Thron der Königreiche umstürzen und die Macht der Königreiche der Nationen vernichten; und ich werde die Streitwagen umstürzen und die darauf fahren; und die Rosse und ihre Reiter sollen hinfallen, ein jeder durch das Schwert des anderen.

Königsth.: Hagg 2,7; Da 2,44; Offb 12,5

Ross: Mi 5,9; Sach 9,10

anderen: Ri 7,22; Jes 19,2

IV. Die vierte Botschaft: Die messianische Prophezeiung über Serubbabel
( 2,20 - 23 )
A. Die Überschrift
( 2,20 - 21 a)

Hag 2,20-21 a

Die letzte Botschaft beginnt abermals mit der Nennung des Propheten, des Datums und des Adressaten. Wie in den früheren Botschaften betont Haggai auch hier, daß er lediglich der Bote des Herrn ist, der des HERRN Wort überbringt. Diese Botschaft geschah zu Haggai an demselben Tage wie die dritte Botschaft,

d. h. am 24. Kislew (dem 18. Dezember) 520 v. Chr. Sie war jedoch nur an Serubbabel, den Statthalter von Juda , gerichtet. Wie die Menschen Ermutigung für den Tempelbau nötig hatten, brauchte vielleicht auch Serubbabel Zuspruch bei der Führung dieser anscheinend so unbedeutenden Gruppe von Juden, die in einer kleinen Ecke des riesigen persischen Reiches lebte.

B. Die Verkündigung der zukünftigen Überwindung der heidnischen Königreiche
( 2,21 b - 22 )

Hag 2,21 b

Haggai sollte Serubbabel verkündigen, daß Gott " Himmel und Erde erschüttern " werde. Wie in der zweiten Botschaft (V. 6 - 7 ) ist das Motiv des Erdbebens ein Zeichen für die göttliche Strafe und leitet das Thema von Gottes Gericht über die heidnischen Nationen ein.

Hag 2,22

Serubbabel erfuhr von Haggai, daß Gott " die Throne der Königreiche umstürzen und die mächtigen Königreiche der Heiden vertilgen " werde.
 Das erinnert an die Vernichtung der heidnischen Weltmächte in dem großartigen Bild in Daniel 2.
Dort sollte das weltweite messianische Königreich die heidnischen Königreiche ablösen ( 
Dan 2,34-35.44-45 ).
Das Umwerfen der 
Wagen und das Fallen von Roß und Reiter deuten darauf hin, daß dieser Wechsel in der Weltherrschaft sich nicht nur auf der politischen,
sondern auch auf der militärischen Ebene abspielen wird. In der Verwirrung der großen Schlacht bei Harmagedon ( 
Offb 16,16-18 )
bei der zweiten Wiederkunft des Herrn ( 
Offb 19,11-21 ) werden viele Menschen durch des andern Schwert fallen (vgl. Sach 12,2-9; 14,1-5 ).

C. Die Verkündigung der Wiederherstellung des davidischen Königreichs
( 2,23 )
Hag 2,23

Drei Tatsachen fallen in diesem Vers ins Auge: (a) der Herr wird seine Prophezeiung in der Zukunft, zur selben Zeit (am Tage des Gerichts über die Heiden), erfüllen (vgl. V. 21 - 22 ); (b) der Herr wird Serubbabel wie einen Siegelring halten ; und (c) der Herr hat Serubbabel als Abkömmling der davidischen Linie und damit als Stellvertreter oder Sinnbild des Messias erwählt. Der Titel " mein Knecht " bezeichnet häufig den davidischen König (vgl. die "Lieder vom Gottesknecht" bei Jes 42,1-9; 49,1-13; 50,4-11; 52,13- 53,12 ; und vgl. auch 1Sam 3,18; 1Kö 11,34 ; Hes 34,23-24; 37,24-25 ). Haggais Zeitgenosse Sacharja benutzt den messianischen Titel "Sproß" für Serubbabel ( Sach 3,8; 6,12 ; vgl. Jes 11,1; Jer 23,5-6; 33,14-16 ).

Was dieser Vergleich Serubbabels mit einem "Siegelring" (ein Siegel königlicher Autorität oder persönlichen Besitztums) genau bedeutet, wird klarer an dem Bild in Jer 22,24-25 .Dort sagt Gott, daß er Konja (oder Jojachin, den Großvater Serubbabels), wenn er sein Siegelring wäre, vom Finger ziehen und Nebukadnezar überlassen würde. Möglicherweise wollte Haggai hier sagen, daß Gott den Fluch, den er über Jojachin verhängt hatte, in Serubbabel zurücknahm. Auf alle Fälle bestätigte Serubbabels Stellung in der messianischen Abstammungslinie ( Mt 1,12 ) seine Rolle als Sinnbild des Messias. Da die Worte "zur selben Zeit" auf die noch in der Zukunft liegende Erfüllung im messianischen Zeitalter verweisen, ist die Annahme falsch, daß Serubbabel tatsächlich als der Gesalbte auf Davids Thron in Haggais Zeit herrschen sollte. Ebensowenig sollte die Krönung des Hohepriesters Jeschua ( Sach 3,1-10 ) ein Zeichen seiner Herrschaft über Israel sein. Die Krönung Jeschuas war vielmehr ganz eindeutig ein Symbol für etwas, das erst nochdurch den Messias erfüllt werden muß ( Sach 6,9-15 ). Jeschua verkörperte in Sacharjas Vision sein offizielles Amt als Hoherpriester, nicht eine bestimmte Person. Ebenso war Serubbabel als der "Siegelring" des Herrn ein Stellvertreter des Davidssohnes und sollte nicht selbst, zu seinen Lebzeiten, die Prophezeiung erfüllen, die erst der Messias im Königreich des letzten Sohnes Davids erfüllen wird (vgl. Lk 1,32-33 ). Eine alternative Deutung sieht Serubbabel dagegen neben David als Bevollmächtigter des Herrschers im zukünftigen Tausendjährigen Reich Christi.

Angemessenerweise lauten die letzten Worte in Haggais Buch: " der HERR Zebaoth " (vgl. den Kommentar zu Hag 1,2 ). Der allmächtige Gott des Bundes kann alles, was er durch Haggai versprach, wahrmachen. Der Tempel wird wiedererbaut und mit der Herrlichkeit des Herrn erfüllt werden. Der letzte Sohn Davids wird in Frieden und Gerechtigkeit auf Erden herrschen. Deshalb soll das Volk Gottes jetzt der Aufgabe, zu der Haggai es berief, treu sein.

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Elberfelder 1905            
Sacharja            
Sach 1,8 Ich schaute des Nachts, und siehe, ein Mann, der auf einem roten Rosse ritt; und er hielt zwischen den Myrten, welche im Talgrunde waren, und hinter ihm waren rote, hellrote und weiße Rosse.

schaute: Sach 2,1; Sach 5,1; Sach 6,1; Offb 6,2-8

Nacht: 1. Mo 46,2; Da 2,19

Mann: Sach 1,11; Offb 1,13

Myrten: Sach 1,10-11; Ne 8,15; Jes 55,13


Sach 1,7.8 
(Sach 1,7b.8a)

Die Quelle von Sacharjas Visionen wird mit der Wendung " geschah das Wort des HERRN " (vgl. V. 1 ) ganz klar bezeichnet. Diese prophetische "Formel" leitet stets eine göttliche Offenbarung ein. Die Visionen und teilweisen Deutungen, die der Prophet vor seinem inneren Auge sah, hatten die Bedeutung von Verbalinspirationen, die durch Worte Gottes ergänzt wurden. Die Worte " Ich sah " geben an, wie Sacharja die Offenbarung zuteil wurde. Sie beziehen sich nicht auf einen Traum und sind auch keine bloße literarische Formel. Sacharja war während des ganzen Geschehens wach, wie aus seinen Fragen und Einwürfen hervorgeht.

Sach 1,8 b

Die Vision umfaßt drei Dinge: (a) die Beschreibung dessen, was Sacharja sieht (V. 8 ), (b) die Deutung des Geschauten (V. 9 - 11 ) und (c) die Fürbitte des Engels des Herrn (V. 12 ).

Die vorrangige Konzentration der Vision auf den Mann auf einem roten Pferde legt nahe, daß es sich bei ihm um den Anführer der Reiter handelte. Er hielt auf dem Pferd, als warte er auf den Bericht seiner Kundschafter. In Vers 11 wird er als "der Engel des Herrn" identifiziert. Dieser Bote (vgl. den Kommentar zu V. 11 ) befand sich zwischen den Myrten im Talgrund , möglicherweise im Kidrontal östlich oder südöstlich von Jerusalem, wo es diese duftenden immergrünen Sträucher wahrscheinlich im Überfluß gab. Hinter ihm standen weitere Reiter (die Bericht erstatten sollten; V. 11 ). Wichtig sind jedoch vor allem die Farben der Pferde: es waren 
rote 
(kastanienrot), 
braune 
(rotbraun) und 
weiße 
.
Welche Bewandtnis es mit den Farben hat, wird nicht gesagt; hinzu kommt noch die Schwierigkeit, daß das hebräische Wort, das hier mit "braun" übersetzt ist, im Alten Testament nur an dieser einen Stelle vorkommt, so daß seine Bedeutung also keineswegs gesichert ist.

Sach 6,2 An dem ersten Wagen waren rote Rosse, und an dem zweiten Wagen schwarze Rosse;

Sach 1,8; Offb 6,4-5

         
8. Die Vision der vier Wagen
( 6,1 - 8 )

Die achte Vision bildet den Schluß der Botschaften, die Sacharja in einer einzigen Nacht sieht und die die zukünftige Geschichte Israels andeuten. Sie erinnert an die erste Vision, in der der Herr ebenfalls Pferde über die ganze Erde ausschickte. Die Pferde in der achten Vision sind jedoch vor Wagen gespannt und kommen zwischen zwei kupfernen Bergen hervor. Das von Gott in der ersten Vision beschlossene Gericht über die Heiden wird nun, in der letzten Vision, von Gottes Kriegswagen ausgeführt. Von Reitern oder Wagenlenkern ist nicht die Rede. Bis auf die Worte Gottes in den Versen 7 b - 8 beschränkt sich das Gespräch auf den üblichen Dialog zwischen Sacharja und dem deutenden Engel.

a. Die Beschreibung der Vision
( 6,1 - 3 )
Sach 6,3 und an dem dritten Wagen weiße Rosse, und an dem vierten Wagen scheckige, starke Rosse.

Sach 1,8; Offb 6,2; Offb 6,8

         
Sach 6,1-3

Die Wagen rollen zwischen zwei Bergen hervor, die aus Kupfer bestehen, in der Antike das Gegenstück zu Messing.
Dieses Metall scheint die gerechte Strafe Gottes für die Sünde zu symbolisieren. Da hier im hebräischen Text der bestimmte Artikel ("die zwei Berge") steht, sehen manche Exegeten darin einen Hinweis auf den Berg Zion (vgl. Joe 4,16 ) und den Ölberg ( Sach 14,4 ).
Auch wenn diese These vielleicht durch die Assoziation des Ölbergs mit der Wiederkunft Christi gestützt wird, bleibt es doch zweifelhaft, ob mit den Bergen, die ja aus Kupfer sind, tatsächlich echte Berge gemeint sind.
Die vier Wagen mit den verschiedenfarbigen Pferden stehen für die Universalität des göttlichen Gerichts,
 das sich in alle Himmelsrichtungen erstrecken wird.
 Falls die Farben eine bestimmte Bedeutung haben, ist " rot " vielleicht ein Symbol für Krieg und Blutvergießen,
 " schwarz " für Tod und Hungersnot,
" weiß " für Triumph und Sieg und "
 
scheckig " für Pest und Plagen (vgl. die Kommentare zu Offb 6,1-8 ).
(Zu einer Erörterung des Problems der hebräischen Wörter für die verschiedenen Farben der Pferde an dieser Stelle und in der ersten Vision
vgl. Baldwin, Zechariah , S. 138 - 140.)

Sach 6,6 An welchem die schwarzen Rosse sind, die ziehen aus nach dem Lande des Nordens; und die weißen ziehen aus hinter ihnen her; und die scheckigen ziehen aus nach dem Lande des Südens;

Nordens: Jer 1,13-15; Jer 25,9; Jer 25,12

Südens: Jes 30,6; Da 11,5-6


b. Die Erklärung der Vision
( 6,4 - 8 )
Sach 6,4-7 a

Auf Sacharjas Frage " Wer sind diese? " (vgl. Sach 1,9; 2,2; 4,4.11 ; vgl. auch Sach 5,6 ) erklärt der
Engel die Bedeutung der Pferde und der Wagen.
 Die vier Winde unter dem Himmel können Engel des göttlichen Gerichts oder der Macht Gottes sein, die das Gericht ausführen (vgl. Ps 148,8; Jer 49,36; Dan 7,2; Offb 7,1 ).
Der Titel " Herrscher ( ?XDNn ) aller Lande " bezeichnet die universale Herrschaft des Messias über die ganze Erde im Zeitalter des Tausendjährigen Reiches (vgl. Mi 4,13 ; "Herrscher [ ?XDNn ] der ganzen Welt"). Der Norden bezieht sich auf Babylon.
Wie bereits erwähnt, fielen die Babylonier stets von Norden her in Israel ein.
Der Süden ist selbstverständlich Ägypten.
Statt, wie es bei Luther heißt, " die weißen ziehen nach Westen ",
ist der hebräische Urtext hier vielleicht eher mit "die weißen nach ihnen" zu übersetzen, d. h., sie ziehen
hinter den schwarzen Rossen nach Norden. Wenn man dieser Lesart folgt,
dann sind Norden und Süden die einzigen Himmelsrichtungen, die hier erwähnt werden. Das würde zu Israels geographischer Lage passen.

Sach 6,7.8 (Sach 6,7b.8)

Der Sprecher in diesen Versen ist der Herr, einfach als "Er" eingeführt. " Meinen Geist " bezieht sich wahrscheinlich auf den göttlichen Zorn (vgl. das Nachlassen des göttlichen Zorns in Hes 5,13; 16,42; 24,13 ). Nachdem Gottes Zorn an der Gottlosigkeit, die nach Babylon gebracht wurde, vollstreckt worden ist ( Sach 5,5-11 ; vgl. Offb 18,2.10.21; 19,1-3 ), wird er ruhen. In der ersten Vision war Gott zornig über die Völker, die sich so sicher fühlten ( Sach 1,15 ); in dieser Vision wird er durch ihre gerechte Bestrafung zufriedengestellt.

         
Sach 6,12 So spricht Jehova der Heerscharen und sagt: Siehe, ein Mann, sein Name ist Sproß; und er wird von seiner Stelle aufsprossen und den Tempel Jehovas bauen.

»Spross«: Sach 3,8

Tempel: Mt 16,18; Joh 2,19-22; 2. Kor 6,16; Hebr 3,1-6

 

C. Der symbolische Schlußakt der Visionen
( 6,9 - 15 )

Die acht nächtlichen Visionen enden mit einer göttlichen Weissagung für Sacharja. Gott weist ihn an, in einer symbolischen Handlung den HohenpriesterJeschua zu krönen. Jeschua verkörpert dabei den "Sproß", den Messias, der den zukünftigen Tempel wieder erbauen und als Priester und König herrschen wird.

1. Die symbolische Krönung
( 6,9 - 11 )
Sach 6,9-11

Von des HERRN Wort (diese Formel, die eine direkte prophetische Offenbarung ankündigt, bestätigt das Ende der Visionen) wird Sacharja angewiesen, das Haupt Jeschuas, des Hohenpriesters, mit Kronen aus Silber und Gold zu krönen. Die kostbaren Metalle kommen von einer kleinen, bisher noch nicht eingeführten Abordnung von jüdischen Weggeführten aus Babylon - Heldai (der hebräische Text nennt ihn in V. 14 Helem), 
Tobija 
und Jedaja , die das Silber und Gold wahrscheinlich für den Tempel mitgebracht hatten.
Sie logieren anscheinend bei einem sonst ebenfalls unbekannten Juden - im Haus Josias, des Sohnes Zefanjas (mit dem Spitznamen Hen, was "der Dankbare" bedeutet; V. 14 ). "Kronen" ist auch im Hebräischen Plural, vielleicht ein Pluralis majestatis oder eine Anspielung auf die Machart der Krone, die möglicherweise aus mehreren Teilen oder Schichten bestand (aus zwei kostbaren Metallen).

Die Krönung des Hohenpriesters Jeschua bringt, stärker noch als es die des Statthalters Serubbabel getan hätte ( Hag 1,1.12.14; 2,21 ; vgl. Sach 4,6-10 ), die symbolische Bedeutung dieser Handlung zum Ausdruck. Die Krönung Serubbabels hätte leicht als die Krönung des messianischen Davidssohnes mißverstanden werden können, da Serubbabel, wie der versprochene Messias, ein Nachkomme Davids und ein politischer Führer war.

2. Die Botschaft für den Propheten
( 6,12 - 13 )
Sach 6,12-13

Gott befiehlt Sacharja, Jeschua mitzuteilen, daß er den " Sproß " repräsentiere, der einst den Tempel des Tausendjährigen Reiches erbauen wird.
 In der Krönung wird die übliche Bedeutung des Messias als Priesterkönig deutlich, wie bereits Jahrhunderte zuvor bei Melchisedek ( 1Mo 14,18-20; Ps 110,4 ; vgl. Hebr 7,11-21 ). "Sproß" ist, wie schon gesagt ( Sach 3,8 ), ein messianischer Titel.

Da die Verheißung, die den Wiederaufbau des nachexilischen Tempels in Sacharjas Zeit betraf, an den Statthalter Serubbabel gerichtet war ( Sach 4,9 ), spielte Jeschua dabei offensichtlich keine so besondere Rolle. Die Verheißung, der "Sproß" wird des HERRN Tempel bauen , bezieht sich daher wohl ausschließlich auf das Wirken des Messias bei der Errichtung des künftigen Tempels (vgl. Jes 2,2-4; 56,6-7; Hes 40-46; Mi 4,1-2 ).

Der messianische "Sproß" wird herrlich geschmückt sein; das bezieht sich auf Christus als den Träger der Herrlichkeit Gottes (vgl. Jes 4,2; Joh 1,14 ). Christus wird als Priester ( Hebr 4,15; 5,6; 7,11-21 ) sitzen und herrschen auf seinem Thron ( Jes 9,6; Jer 23,5; Mi 4,3.7; Zeph 3,15; Sach 14,9 ). (Luther folgt hier einer anderen Lesart, die Priester und König als zwei Personen versteht.)

Ein levitischer Priester konnte niemals König werden und auf einem Thron sitzen. Doch Christus wird in sich die Ämter eines Priesters und eines Königs vereinen, wie auch die Aussage " und es wird ein Friede sein zwischen den beiden " (d. h. zwischen dem Amt des Priesters und dem des Königs) anzeigt.

3. Die sichtbare Erinnerung
( 6,14 )
Sach 6,14

Dann befiehlt Gott Sacharja, die Kronen zum Andenken an die bedeutsame und symbolische Krönung Jeschuas der Delegation aus Babylon zu überreichen. Nachdem Jeschua gekrönt ist, sollen die drei die Krone(n) anscheinend zum dauernden Verbleib in den Tempel des Herrn bringen, sobald er fertiggestellt ist.4. Die universale Bedeutung ( Sach 6,15 )

       
Sach 9,10 Und ich werde die Wagen ausrotten aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen wird ausgerottet werden. Und er wird Frieden reden zu den Nationen; und seine Herrschaft wird sein von Meer zu Meer, und vom Strome bis an die Enden der Erde.

Kriegsb.: Ps 46,10; Hos 2,20

Frieden: Ps 72,7; Jes 57,19

Herrschaft: Ps 72,8



2. Die Segnungen des Messias


( 9,9 - 10,12 )
a. Das Kommen des Friedensfürsten
( 9,9 )
Sach 9,9

Die Einwohner Jerusalems werden als Tochter Zion (vgl. Sach 2,14; Jes 1,8 ) und Tochter Jerusalem angesprochen, die stellvertretend für das ganze Volk Israel aufgefordert wird, denkommenden König ohne Furcht, sondern mit Freuden willkommen zu heißen.

 Die Ankündigung " dein König kommt zu dir " bezieht sich auf den langersehnten König und Messias (vgl. Jes 9,5-6; Mi 5,1-4; Lk 1,32-33 ). " Gerechter " ist die Bezeichnung für sein Wesen und für seine Herrschaft (vgl. Ps 45,6-7; Jes 11,1-5; 32,17; Jer 23,5-6; 33,15-16 ).

Die Wendung " ein Helfer " besagt, daß er als Erlöser kommt, als der Eine, der den anderen die Erlösung bringt (vgl. Jes 62,11 ).

Der friedliche Eingang des Messias - er reitet auf einem Esel - erfüllte sich, als Jesus mit Triumph in Jerusalem einzog ( Mt 21,1-5 ).

 In der damaligen Zeit ritt im Nahen Osten ein König, wenn er in Frieden kam, auf einem Esel statt auf einem Streitroß. Christus ritt auf einem Esel, auf einem Füllen (wörtlich: "Sohn") der Eselin .

(Zu der Frage, ob Christus einen oder zwei Esel ritt, vgl. den Kommentar zu Mt 21,2 .) Wie andere alttestamentliche Prophezeiungen sieht auch diese ( Sach 9,9-10 ) zwei Ereignisse zusammen - Ereignisse, die das Neue Testament in das zweimalige Kommen Christi trennt und zwischen denen das noch andauernde Zeitalter der Kirche liegt (vgl. Jes 9,5-6; 61,1-2; Lk 4,18-21 ).

Bei seinem ersten Kommen ritt Christus auf einem Esel und zeigte sich dem Volk Israel, doch die Menschen akzeptierten ihn nicht als König. So wird seine universale Herrschaft ( Sach 9,10 ) errichtet werden, wenn er wiederkommt.

b. Das Königreich des Friedefürsten
( 9,10 - 10,12 )

(1) Der Messias wird den Frieden bringen

Sach 9,10

Gottes Zerstörung der Kriegswerkzeuge -

der Wagen, Rosse und Kriegsbogen
 - bezeichnet das Ende des Krieges im Tausendjährigen Reich (vgl. Jes 2,4; Mi 4,3 ).

Die Friedensherrschaft des kommenden messianischen Königs wird sich 
von einem Meer bis zum andern und vom Strom 
(der Euphrat; vgl. Mi 7,12; Jes 7,20 ) bis an die Enden der Erde erstrecken.

Diese Wendungen sind ein klarer Ausdruck der weltweiten Ausdehnung der messianischen Herrschaft.

Sach 9,11-12

(2) Der Messias wird Israel erlösen ( Sach 9,11-17 )

Gottes Treue gegenüber seinem Bund mit Israel ist die Gewähr, daß er sein Volk aus der Zerstreuung in der ganzen Welt sammeln wird. Die unmittelbaren Adressaten dieser Verse sind wahrscheinlich die jüdischen Exilanten, die sich noch in Babylon aufhalten, doch das Thema der Erfüllung des Bundes deutet darauf hin, daß letztlich von der Sammlung Israels am Ende der Zeiten die Rede ist. Zumindest gründete sich die Zuversicht in Sacharjas Tagen auf diese zukünftige Hoffnung (die Erlösung durch den Messias).

Die Wendung " um des Blutes deines Bundes willen " meint vielleicht die Opferungen des mosaischen Bundes (vgl. 2Mo 24,8 ), kann sich aber auch auf den ursprünglichen Bund mit Abraham zurückbeziehen, der mit einem Blutopfer besiegelt wurde ( 1Mo 15,8-21 ).

Die Grube, in der kein Wasser ist (eine leere Zisterne, die als Verlies benutzt wird), wurde wahrscheinlich ein Bild für den Ort des Exils.

Die " feste Stadt " ist Jerusalem. Die Exilanten in Babylon lagen " auf Hoffnung gefangen ", weil sie Gottes Verheißung besaßen, daß auch sie wieder nach Jerusalem zurückgeführt würden. Gott wird am Ende " zweifach erstatten ", d. h., sein Segen im Tausendjährigen Reich wird alles, was Israel bisher an Segnungen erfuhr, weit übertreffen.


         
Sach 10,5 Und sie werden wie Helden sein, die den Kot der Straßen im Kampfe zertreten; und sie werden kämpfen, denn Jehova ist mit ihnen, und die Reiter auf Rossen werden zu Schanden.

zertreten: Ps 18,43; Mal 3,21

Herr: 5. Mo 20,1; 5. Mo 20,4

Reiter: Jer 51,21

         
Sach 10,1-5

(3) Der Messias wird die falschen Hirten vernichten, wenn er kommt

Die Ermahnung in Vers 1 ist ein Übergang, sie weist die Menschen darauf hin, daß der Ursprung des Segens in der Natur ( Regen und Gewächs auf dem Felde ) der Herr ist, nicht Götzen oder falsche Hirten (V. 2 - 3 ). Aufgrund des Betrugs durch die falschen (anscheinend ausländischen) Propheten und Wahrsager geht das Volk in die Irre wie eine Herde . Daher droht Gott mit seinem Zorn und Gericht über die falschen Hirten und kündigt den Sieg seiner Herde an (vgl. Mi 5,4 ). Die Hilfe für das getäuschte Volk konzentriert sich auf das Kommen des Messias, der in vier Bildern als "Eckstein" (vgl. Jes 28,16 ), "Pflock", "Kriegsbogen" und "Herrscher" beschrieben wird (vgl. 1Mo 49,10; Mi 5,1 ). Luther versteht diese Ausdrücke als Bezeichnung für die Großen des Volkes. Sie heben die Stärke, Beständigkeit, Sieghaftigkeit und Glaubwürdigkeit der messianischen Herrschaft hervor. Der Herr wird nicht selbst kämpfen, doch er wird seinem Volk Kraft geben, daß die Menschen wie Riesen sein werden. Durch seine Gegenwart ( der HERR wird mit ihnen sein ) werden sie siegen.

Sach 10,6-7

(4) Der Messias wird ganz Israel sammeln ( Sach 10,6-12 )

Gott kündigt an, daß er ganz Israel (Josef war der Vater zweier großer Stämme des Nordens, Ephraim und Manasse) stärken und erretten wird. Weil er sich erbarmen wird, wird sein Volk wiederhergestellt und vereinigt (vgl. Hos 2,2 ). Die Sünden des Volkes werden vergeben und vergessen werden - sie sollen sein, wie sie waren, als ich sie nicht verstoßen hatte , und sich der Gemeinschaft mit Gott erfreuen ( ich will sie erhören ). Der Name des nördlichen Stammes Ephraim steht manchmal für das ganze Nordreich (vgl. Hos 10,6; 11,8; 12,1 ). Die Israeliten sollen sich freuen und fröhlich sein über den Herrn, weil Gottes Segen auf ihnen liegt.

Sach 10,8-10

Israel, das jetzt noch über die ganze Welt zerstreut ist, wird gesammelt werden. Gott sagt: "I ch will sie locken. " Das Wort "locken" heißt "herbeipfeifen" (wie bei der Sammlung eines Insektenschwarms; vgl. Jes 7,18 ) oder "flöten" (wie ein Hirte, der mit einer Rohrflöte seine Herde sammelt; vgl. Ri 5,16 ). Die letztere Bedeutung scheint vor dem Hintergrund des Bildes des Hirten und der Schafe im allgemeinen Kontext plausibler ( Sach 9,16; 10,2-3 ; Sach 11,4-16; 13,7 ). Ihre Sammlung bedeutet die Rettung und Mehrung ( Sach 10,8 b; vgl. Hos 2,1 ). Die Menschen, die heimgekehrt sind, werden Gottes gedenken. Gott aber sagt: " Ich will sie zurückbringen. " Ägyptenland und Assyrien stehen für alle Länder, in die Israel zerstreut ist (vgl. Hos 11,1; Sach 10,11 ). Gilead und Libanon bezeichnen wahrscheinlich die nördliche und östliche Grenze des schon Abraham für Israel verheißenen Landes ( 1Mo 15,18 ; vgl. 5Mo 30,3-5 ).

Sach 10,11-12

Wenn er Israel in seinem Land sammeln wird, wird Gott jedes Hindernis, das sich der Wiederherstellung entgegenstellt, beseitigen. Sein Eingreifen wird mit den Bildern der Befreiung aus Ägypten, als Israel durchs Meer auf trockenes Land gebracht wurde, beschrieben. Abermals werden Assyrien und Ägypten stellvertretend für alle Feinde Israels genannt (vgl. V. 10 ).

 Die Prophezeiung schließt mit der Eröffnungsphrase: " Ich will sie stärken ", so daß Israel in seinem Namen wandeln soll (d. h. die Menschen werden Gott durch ihren Gehorsam verherrlichen).

Sach 12,4 An jenem Tage, spricht Jehova, werde ich alle Rosse mit Scheuwerden und ihre Reiter mit Wahnsinn schlagen; und über das Haus Juda werde ich meine Augen offen halten, und alle Rosse der Völker mit Blindheit schlagen.

schlagen: 2. Kö 6,18; Ps 76,6-7

Augen: Sach 9,8

           
Sach 14,15 Und ebenso, gleich dieser Plage, wird die Plage der Rosse, der Maultiere, der Kamele und der Esel und alles Viehes sein, welches in jenen Heerlagern sein wird.

2. Mo 14,23-28; Jos 7,24; Hagg 2,22

           
Sach 14,20 An jenem Tage wird auf den Schellen der Rosse stehen: Heilig dem Jehova. Und die Kochtöpfe im Hause Jehovas werden sein wie die Opferschalen vor dem Altar

Heilig: Sach 8,3; 2. Mo 28,36; 1. Petr 1,15-16