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Sohn des Menschen

SOHN DES MENSCHEN

Der Titel »Sohn des Menschen« wird in den Evangelien etwa 80-mal, einmal in der Apostelgeschichte und einmal im Hebräerbrief verwendet. Das Wort »Menschensohn« erscheint zweimal im Buch der Offenbarung. Der neutestamentliche Gebrauch dieser Ausdrücke leitet sich aus dem Alten Testament ab, wo sie etwa 100- mal vorkommen, davon 93-mal im Buch Hesekiel.
Dass sich der Begriff auf Menschen bezieht, wird beispielsweise in Ps 8,5 deutlich:
 »Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst?« Die Hinzufügung der Wörter Sohn des betonen den Rang der Betreffenden, wie die »Söhne des Brautgemachs« ( Mt 9,15 ) sich auf die Freunde des Bräutigams beziehen, während die Wendung Sohn des Feldes einen Ackerbauern meint. Der Ausdruck Sohn des Menschen hebt also in besonderer Weise das Menschsein einer Person hervor.

Dadurch wird also in den Evangelien Jesu wahres Menschsein betont. Hebräer 2,6 zeigt, dass der Sohn, der in Kapitel 1 als Gott geoffenbart wurde und daher größer als die Engel ist, auch wahrer Mensch ist. Als göttlich bevollmächtigter Gebieter über die Erde überragt er die Engel. Dieser Jesus, wahrer Mensch und wahrer Gott, besiegte den Teufel und brach die Macht des Todes, indem er für die Sünden des Volkes Sühnung erwirkte. Nun kann er denen zu Hilfe kommen, die versucht werden ( Hebr 2,14-18 ).

Jesus sah vor allem den Bezug zu dem Propheten Daniel, der eine Vision hat von einem »wie der Sohn eines Menschen«, der mit den Wolken des Himmels kommt, um vor dem Alten an Tagen zu stehen ( Dan 7,13 ). Von dem Alten empfängt der Sohn des Menschen ein ewiges Königtum über alle Völker und Nationen, das er auf der Erde als ewiges und allumfassendes Reich Gottes, das in den alttestamentlichen Schrift so oft verheißen wurde, aufrichtet. Seine Aufgabe ähnelt daher durchaus dem des verheißenen Nachkommen Davids (siehe: Sohn Davids), der ebenfalls das zugesagte ewige Reich einführen wird ( 2Sam 7,12-16 ). Doch es gibt auch Unterschiede zwischen den beiden: Der Nachkomme Davids ist eindeutig ein Mensch, während derjenige, der dem Sohn eines Menschen gleicht, wie ein Mensch ist. Außerdem stammt der Nachkomme Davids aus der Davidslinie auf Erden ab, wohingegen derjenige, der wie ein Menschensohn aussieht, vom Himmel kommt, womit seine übernatürliche Herkunft hervorgehoben wird.

Jesus sprach von sich selbst als dem Sohn des Menschen. Das war fast ein Ersatz für das Pronomen ich. Er sagte zu dem, der ihm nachfolgen wollte: »Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlege« ( Lk 9,58 ). Ohne die Bezeichnung als einen Vergleich zu kenzeichnen, sprach er von sich als demjenigen, der kein eigenes Haus hat, während doch der künftige Herrscher über die Nationen gewiss ein solches besitzen wird. Der potenzielle Jünger wird also nachdrücklich auf die Opfer der Nachfolge hingewiesen. Als die galiläischen Städte Jesus und seine Botschaft verwarfen, sagte er: »Der Sohn des Menschen ist gekommen, der da isst und trinkt, und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!« ( Mt 11,19 ). Als der Sohn des Menschen zum ersten Mal kam, geschah dies unverkennbar in Niedrigkeit und nicht in der Herrlichkeit eines Welteroberers.

Bei anderen Gelegenheiten benutzte Jesus die Bezeichnung »Sohn des Menschen«, um die Vollmacht seiner Ansprüche und Aussagen hervorzuhebe n: z.B. in Lk 19,10 , um seine Rettungsmacht zu betonen: »Denn der Sohn des Menschen ist gekommen zu suchen und zu erretten, was verloren ist,« oder um seine künftige Auferstehung als Zeichen vorzustellen: »Denn wie Jiona en Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem Geschlecht sein« ( Lk 11,30 ), oder um von seinem künftigen Gericht in Herrlichkeit zu reden: »Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Sohn des Menschen sich schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel« ( Lk 9,26 ). Nachdem Jesus seine Macht über Krankheiten bewiesen hatte, beanspruchte er für sich die Vollmacht zur Sündenvergebung - ein nur Gott zustehendes Vorrecht: »Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben ... Dann sagt er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett auf, und geh in dein Haus« ( Mt 9,6 )! Als man ihn zurechtwies, weil er seinen Jüngern gestattete, am Sabbat Ähren abzupflücken, erwiderte er: »Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats« ( Mt 12,8 ). Zu anderen Stellen, die seine Vollmacht als Sohn des Menschen unterstreichen, gehören Mt 12,32; 13,37; 16,13; Mk 2,28; Lk 6,5.22; 22,48 .

Häufig nannte Jesus sich den Sohn des Menschen, um auf den Ablauf der Ereignisse bei seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung hinzudeuten. Nachdem Petrus als Sprecher des Jüngerkreises bekannt hatte, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes, ist, sagte dieser ihnen, dass »er nach Jerusalem hingehen ... und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse« ( Mt 16,21 ). Die anderen synoptischen Evangelien verwenden ebenfalls den Titel »Sohn des Menschen« bei diesen Ereignissen.

 In Mk 8,31 heißt es: »Und er fing an, sie zu lehren, dass der Sohn des Menschen vieles leiden und verworfen werden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und dass er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse« (vgl. Lk 9,22 ). Schon zuvor im Johannesevangelium wies Jesus im Gespräch mit Nikodemus auf seine Leiden hin, wobei er den Titel »Sohn des Menschen« benutzte: »Wie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden« ( Joh 3,14 ). Als die Frauen ihn später bei seiner Auferstehung im Grab suchten, erinnerten die Engel sie daran: »Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Er ist nicht hier, sondern ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war, indem er sagte: Der Sohn des Menschen muss in die Hände sündiger Menschen überliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen« ( Lk 24,5-7 ). In Mk 9,31 und Lk 22,22 finden sich ähnliche Aussagen.

Einige Texte in diesem Zusammenhang weisen besonders auf den Verrat hin: »Der Sohn des Menschen wird überliefert werden in der Menschen Hände« ( Mt 17,22 ). »So schlaft denn fort und ruht aus! Siehe, die Stunde ist nahe gekommen, und der Sohn des Menschen wird in Sünderhände überliefert« ( Mt 26,45 ; siehe auch Mt 26,24; Mk 14,21.41; Lk 22,22 ). Andere Stellen betonen mehr sein Leide n: »Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden« ( Mt 17,12 ). »Elia kommt zwar zuerst und stellt alle Dinge wieder her. Und wie steht über den Sohn des Menschen geschrieben? Dass er viele leiden und verachtet werden soll« ( Mk 9,12 ; vgl. Lk 9,44 ).

Am wichtigsten sind die Stellen, wo Jesus den Ausdruck »Sohn des Menschen« in Verbindung mit seiner Kreuzigung und seinem Tod gebraucht: »Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen« ( Mt 20,18 ; vgl. Mk 10,33 ). Das Johannesevangelium sieht die Zeit der Verherrlichung gekommen, als der Herr seinem Kreuz entgegensah: »Jesus ... antwortet ihnen und spricht: Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde ... Als er (d.h. Judas) nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm« ( Joh 12,23; 13,31 ; vgl. 12,34 ).

Die Kreuzigung und der Tod des Sohnes des Menschen gewinnen dadurch ihre herrliche Bedeutung, dass durch sie die Erlösung seines Volkes ermöglicht wurde: »Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele« ( Mk 10,45 ). »Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, Menschenseelen zu verderben, sondern zu retten« ( Lk 9,56 ). »Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist« ( Lk 19,10 ).

Das Johannesevangelium hebt hervor, dass die Einheit mit dem Sohn des Menschen zum ewiges Leben führt: »Wirket nicht für die Speise, die vergeht, sondern für die Speise, die da bleibt ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird! Denn diesen hat der Vater, Gott, beglaubigt ... Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst« ( Joh 6,27.53 ). Ein Grund dafür, dass der Herr häufig auf den Verrat, das Leiden und den Tod des Sohnes des Menschen Bezug nimmt, besteht darin, dass in Dan 9,26 die Ausrottung des Messias prophezeit wird, und zwar nur zwei Kapitel, nachdem er als einer vorgestellt wurde, der wie der Sohn eines Menschen kommt ( Dan 7,13 ). Die Kreuzigung musste also vor der Erhöhung stattfinden.

Daniels Vision vom Sohn des Menschen, der auf die Erde kommt, um zu richten und das ewige Reich einzuführen, muss man zweifellos als das Wesentliche der Christusbotschaft sehen. Somit ist es absolut notwendig, dass der Sohn des Menschen nach seiner Kreuzigung und seinem Tod auferweckt wird und in den Himmel auffährt, damit er von dort aus als der Verherrlichte wiederkommen kann. Folglich verweisen einige Stellen über den Sohn des Menschen besonders auf seine Auferstehung aus den Tote n: Nachdem mehrere galiläische Städte ihn verworfen hatten, antwortete Jesus auf die Zeichenforderung der Schriftgelehrten und Pharisäer : »Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein« ( Mt 12,40 ). Nachdem die Jünger seine Verklärung miterlebt hatten, sagte er ihnen: »Sagt niemandem die Erscheinung weiter, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist« ( Mt 17,9 ; vgl. Mk 9,9 ). Auch Apostel Johannes bezeugte dies: »Wenn ihr nun den Sohn des Menschen dahin auffahren seht, wo er vorher war?« ( Joh 6,62 ; vgl. 8,28 ).

Zwar lehrte Jesus häufig, dass der Sohn des Menschen verraten werden, sterben und auferstehen würde, aber noch mehr und noch nachdrücklicher darüber, dass der Sohn des Menschen in Herrlichkeit kommen würde, um zu richten und zu herrsche n. Einige Aussprüche weisen ebenfalls - wenn auch in unterschiedlichen Zusammenhängen - auf das Kommen des Sohnes des Menschen hin: »Ich sage euch, dass er ihr Recht ohne Verzug ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?« ( Lk 18,8 ). »Denn wie der Blitz ausfährt von Osten und bis nach Westen leuchtet, so wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein« ( Mt 24,27 ). »Deshalb seid auch ihr bereit! Denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen« ( Mt 24,44 ; vgl. Lk 12,40 ).

Andere Stellen betonen das Gericht, dass der Sohn des Menschen bei seinem Kommen vollstrecken wird: »Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist« ( Joh 5,27 ). »Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun« ( Mt 13,41 ). »Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen, und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit« ( Mt 24,30 ). »Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet« ( Mt 25,31-32 ). »Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Sohn des Menschen sich schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und in der des Vaters und der heiligen Engel« ( Lk 9,26 ; vgl. 21,26 ).

Der letzte Komplex von Stellen, die der Herrn Jesus über das Kommen des Sohnes des Menschen anführt, zeigt die herrliche Regierung im Reich des Sohnes des Mensche n. Als seine erwählten Zwölf vor ihm waren, sagte Jesus zu ihnen: »Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten« ( Mt 19,28 ). In der Parallelstelle im Lukasevangelium sagte Jesus: »Und ich verordne euch, wie mein Vater mir verordnet hat, ein Reich, dass ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meinem Reich und auf Thronen sitzt, die zwölf Stämme Israels zu richten« ( Lk 22,29-30 ).

Jesus hat eindeutig verheißen, dass an seinem künftigen Reich das Volk Israel und auch seine Jünger teilhaben. Sie werden mit ihm herrschen und sogar mit ihm an seinem Tisch essen. Dies entspricht genau demjenigen Reich, das im Alten Testament verheißen wird - ein irdisches Reich im wörtlichen Sinn. So wie der Herr von den Einzelheiten seiner Vollmacht, seines Verrats, seines Todes und seiner Auferstehung sprach und diese dann erfüllte, werden mit Sicherheit auch die Details seiner kommenden Wiederkunft, des Gerichts und des Reiches in Erfüllung gehen - und zwar Punkt für Punkt, so wie er es gesagt hat.

John H. Mulholland

O. Cullmann, The Christology of the New Testament (London: SCM Press, 1959); Seyoon Kim, The Son of Man as the Son of God (Grand Rapids: Eerdmans, 1985); D. E. Aune, »Son of Man« in ISBE (Grand Rapids: Eerdmans, 1988); C. Colpe, »Son of Man« in TDNT (Grand Rapids: Eerdmans, 1972).