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Stiftshütte 2

Die Stiftshütte
0er Ursprung und Zweck der Stiftshütte.

Gott Selbst fasste aus freier Gnade den Entschluss, in der Mitte Seines Volkes Israel zu wohnen.
Seine eigene Liebe zu den Menschenkindern, und besonders zu Seinem Volke Israel, gab Ihm diesen Wunsch und Gedanken ein, kein Mensch noch Engel.
Wir hören Ihn durch Mose, Seinen Mittler, zu Israel sagen:
„R e d e z u den Kindern Israel . . .
sie sollen Mir ein Heiligtum machen, daß Ich in ihrer Mitte wohne". (2. Mose 25, 1—8.)
Wahrlich schon im Blick auf diesen Wunsch und Entschluss des großen Gottes, in der Mitte Seines Volkes zu zelten und zu wohnen, können wir mit dem Apostel ausrufen:
„O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Unausforschlich sind Seine Gerichte und unausspürbar sind Seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist Sein Mitberater gewesen? Oder wer hat Ihm zuvorgegeben und es wird ihm vergolten werden?
— Denn von Ihm und durch Ihn und für Ihn sind alle Dinge; Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen".
Gott hat schon im Paradiese bei dem Menschen, den Er nach Seinem Bilde und zu Seinem Gleichnis geschaffen, gern geweilt, bis die Sünde kam, die es Ihm unmöglich machte, den Menschen in Seiner Nähe zu haben, bei ihm zu weilen oder gar zu wohnen.
Der Mensch wurde aus der Gegenwart Gottes entfernt, und ein Cherub mit flammendem Schwerte wehrte dem Menschen die Rückkehr zu Gott.
Die Menschen richteten die Erde nun für sich wohnlich ein; und ihr Dichten und Trachten war dahin gerichtet, auch ohne Gott in dieser Welt glücklich zu sein.
Gott aber wählte aus der Mitte der irregehenden und abtrünnigen Menschenkinder in Abraham sich ein Volk aus, in dessen Mitte Er zu wohnen und zu wandeln gedachte.
Wir kennen den Bund Gottes mit Abraham, dem Er sich offenbarte als der „Allmächtige" und „der Allerhöchste"; und wir kennen auch Seinen Bund mit Israel durch Seinen Mittler Mose, dem Er sich offenbarte als:
„Jehova", d. i. der Ewige, Unwandelbare.
Und als „Jehova", der unwandelbar treu ist und erfüllt, was Er verheißt, gedachte Er Seines Ratschlusses und Seines Bundes mit Abraham und sandte Mose nach Ägypten, um Israel aus dem Diensthause und Feuerofen zu führen.
Wir wissen aber, wie nur das Blut des Passahlammes, das an die Häuser der Kinder Israel gestrichen werden mußte, die Grundlage der Erlösung werden konnte. Gott führte sie nunmehr mit starker Hand und ausgestrecktem Arm aus dem Lande der Knechtschaft und brachte sie zu Sich Selbst.
Er führte sie durch das Rote Meer wie auf trockenem Lande und ließ die Feinde in den Fluten untergehen. Wir hören sie jenseits des Meeres das Lied der Erlösung singen. Aber ach, „schnell vergaßen sie Seine Taten und warteten nicht auf Seinen Rat; sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde". (Psalm 106, 8—14.) Gott jedoch fuhr fort, Sein Volk auf dem ganzen Wege zu tragen, „wie ein Mann seinen Sohn trägt". (5. Mose 1, 31.)
Ach, all die Langmut und Gnade Jehovas überzeugte das Volk nicht von Seiner Güte! Ja, sie waren so ungehorsam und blind über ihren Herzenszustand, daß sie, anstatt des Bundes eingedenk zu bleiben, den Gott mit ihrem Vater Abraham in Gnaden gemacht hatte, diesen glückseligen Boden verließen und ein anderes Verhältnis mit Gott begehrten. Sie riefen vor Sinai, nachdem Gott sie noch eben erinnert hatte, daß Er sie „auf Adlers Flügeln getragen" und sie in Seine Nähe gebracht hatte:
„Alles was Jehova geredet hat, wollen wir t u n". (...)
Damit stellten sie sich auf den Boden des Gesetzes (2. Mos. 19, 8). Die Folge war, daß Jehova nunmehr im Dunkel des Gewölbes mit Seinem Volke redete, und das Volk nun nicht mehr in der Nähe bleiben konnte, sondern „von ferne" stehen mußte. (Lies 2. Mose 19, 9 und 20, 18. 21.)
Aber ungeachtet all dieses Tuns und der verkehrten Stellung des Volkes hielt Gott auch weiter an dem Wunsch und Vorhaben Seines Herzens fest, einst in der Mitte dieses Volkes zu wohnen. Wir hören Ihn schon bald zu Mose sagen: „Rede zu den Kindern Israel, daß sie Mir ein Hebopfer bringen , . .,
und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, daß Ich in ihrer Mitte wohnen".

Die Stiftshütte
Bezaleel und Oholiab
(2. Mose 31, 1—6; 36, 1—2).
Die Namen Bezaleel und Oholiab sind sicherlich vielen Gläubigen unbekannt, und doch ist es vorteilhaft, von ihrer göttlichen Aufgabe, von ihrem, von Jehova angewiesenen Dienste Kenntnis zu haben.
Wir lesen: „Und Jehova redete zu Mose und sprach: Siehe, ich habe Bezaleel, dem Sohne Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamme Juda, mit Namen berufen und habe ihn mit dem Geiste Gottes erfüllt, in Weisheit und in Verstand in Kenntnis und in jeglichem Worte . . . Und ich, siehe, ich habe ihm Oholiab, den Sohn Achisamaks, vom Stamme Dan beigegeben".
Von Gott Selbst berufen zu sein, ist etwas Großes, etwas, das uns in höchste Bewunderung versetzen müssten. Und du bist berufen, wenn du dich ein Kind Gottes nennen darfst; hast eine Aufgabe, die über die von Bezaleel und Oholiab weit hinausgeht; denn ihre Arbeit erstreckte sich auf ein irdisches Heiligtum, während du einen Dienst in der ewigen Behausung Gottes ausübst. Diese beiden Männer hatten gewiss einen hohen Auftrag, denn sie sollten für das Heiligtum, die Stiftshütte, Künstliches ersinnen, in Gold, Silber und Erz arbeiten; ferner im Schneiden von Steinen zum Einsetzen und im Holzschneiden sich betätigen. Sie hatten die Aufgabe, in jeglichem Werk zu arbeiten.

Was sie herzustellen hatten, wird uns einzeln angeführt (2. Mose 31, 8—11). Es waren Bestandteile, die für den ganzen Opferdienst sich als nötig erwiesen und nicht gemisst werden konnten. Daher ist es auch zu verstehen, daß Männer für eine solche Berufung mit dem Geiste Gottes erfüllt sein mußten, um in Weisheit, in Verstand, in Kenntnis, in jeglichem Werke fähig zu sein, alles zu machen, was Gott Mose geboten hatte.
Betrachten wir nun ihre Aufgabe, so werden wir finden, daß sie wirklich nicht leicht war. Hier standen Arbeiten bevor, die, ganz unterschiedlich, eine besondere Tüchtigkeit voraussetzten.

* Das Zelt der Zusammenkunft bedingte eine ganz andere Herstellungsart wie die der Lade des Zeugnisses und des Deckels sowie der aller Geräte des Zeltes. Der Tisch und alle seine Geräte waren wieder ein anderer Bereich des zu erfüllenden Werkes.
Der reine Leuchter und alle seine Geräte,
der Rauchaltar,
der Brandopferaltar und alle seine Geräte und das Becken und sein Gestell setzten große Kenntnis in der Bearbeitung von Metallen voraus.

Es war noch nicht die Zeit der Maschinen und der Technik. Alles beruhte auf Handleistungen. Das muß wohl in Betracht gezogen werden, um ein Urteil über die Arbeiten dieser Männer abgeben zu können. Der Herstellung der Dienstkleider lag wieder eine andere Herstellungsweise zu Grunde. Dienstkleider, heilige Kleider für Aaron, den Priester, Kleider für seine Söhne, um den Priesterdienst auszuüben. Das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk für das Heiligtum stellte wieder ein anderes Gebiet des großen Werkes dar. Fürwahr, die beiden Künstler hatten hohe Aufgaben zu erfüllen! Die Herstellung mußte nach allem, was Gott Mose geboten hatte, erfolgen.

Dieses geheiligte Werk von Bezaleel und Oholiab, konnte nur unter schärfster Einhaltung der göttlichen Vorschriften, aber auch nur unter Gottes besonderem Segen, in der Weisheit, in Verstand, in Kenntnis und unter der Leitung des Geistes ausgeführt werden. Ja, Jehova Gott, legte einen besonderen Wert auf die Gegenstände des Heiligtums; denn sie waren heilig und hatten hohe, vorbildliche Bedeutung. Sie wiesen alle auf das Opfer Christi hin.

Auch die Vorbilder unterstanden der Heiligkeit Jehovas.
Wie lieblich auch die Vorsorge Gottes für den einzelnen Berufenen! Bezaleel wurde mit Namen berufen, aber Gott hatte ihm einen Mann beigegeben zu dem große anstrengende Arbeit erfordernden Werke. Wie gütig ist Er, den wir als Vater kennen! Er trifft stets Für- und Vorsorge für die Seinen, damit sie nie ohne Beistand und Hilfe seien. Wieviele Beispiele der Schrift beweisen das, wieviele auch in unserem Dasein! —
Als Lot als Einwohner Sodoms in die Gefangenschaft des Königs Kedorlaomer geriet, mußte Abraham ihm, trotz seiner Untreue, zu Hilfe kommen. (1. Mose 14).
Als Mose zu Jehova sprach: „Ach, Herr, ich bin kein Mann der Rede", und Einwendungen gegen seinen von Gott erteilten Auftrag erhob, da gab Er ihm Aaron zur Unterstützung bei (2. Mose 4, 10—17).
So hatte Jeremia seinen Baruch,
der Apostel Paulus Silas,
Lukas den geliebten Arzt Timotheus und eine große Anzahl anderer Mitarbeiter. Wie viele Beispiele könnten hier angezogen werden!

Die Ehrentafeln des Wortes bestätigen überall die Treue Gottes. David zählt die Helden auf, die stets zu ihm hielten. Der Apostel gibt im Kolosserbrief die Namen vieler seiner Mitarbeiter bekannt (2. Sam. 23, Kol. 4).

Bist du ein Erlöster des Herrn, ein Jünger Jesu, dann sollst du auch ein Mitarbeiter im Hause Gottes der Versammlung sein. Ein Bruder, der einmal einer Unterredung zweier Brüder zuhörte, vernahm die Worte: „Ja, der ist auch im Werke des Herrn". — Er wandte sich zu dem Sprecher mit dem Hinweis: „Ein trauriger Bruder, der nicht im Werke des Herrn steht!" Also du und ich, wir alle sind mit dem Auftrage versehen, mitzuwirken in der Zielrichtung einen uns von Gott aufgetragenen Dienst zu Seiner Ehre und zur Ehre Seines Sohnes auszuführen. Der Herr reicht uns die Kraft dafür dar; Er sei gepriesen!
Ob Bruder, ob Schwester, ob alt oder jung, ob reich oder arm — jedes Kind Gottes hat einen Dienst zu erfüllen. Daß wir das wohl beachten! Ein treuer Diener und Knecht Jesu Christi darf bald die Krone der Bewährung hinnehmen.

Im Römerbrief heißt es:
„Berufene Jesu Christi" (Rom. 1, 6), im Korintherbriefe: „Berufene Heilige" (1. Kor. 1, 2).
Also jeder einzelne Gläubige in den einzelnen Versammlungen wird als „berufen zu einem Dienst" anerkannt. Das bewirkt Freude in den Herzen aller, die gern zu einem Dienst für den Herrn bereit sind, schließt aber auch eine große Verantwortlichkeit ein. Aber ein für den Herrn schlagendes Herz trägt gerne bei aller Freudigkeit im Dienst die Verantwortlichkeit; denn es ist sich der Hilfe des Herrn bewußt.
Lesen wir weiter 2. Mose 36, 1, so sehen wir, daß nicht nur diese beiden Männer von Jehova berufen waren, nein, alle, die wie sie weisen Herzens waren, welche Er ausgerüstet wie diese, taten nach allem, was Jehova geboten hatte. Alle diese Männer in den Tagen Moses, voller Weisheit und Einsicht, hatten den Befähigungsnachweis von Gott Selbst; derselbe Gott will uns bei Erfüllung unserer Aufgaben in Treue und Hingabe das Zeugnis ausstellen: „Sie taten nach allem, was ich geboten habe". — Er gebe es uns, daß wir durch Einfachheit und Fleiß, durch Weisheit und Besonnenheit den Dienst für Ihn erfüllen!

„Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, um einem jeden
zu vergelten, wie sein Werk sein wird" (Offbg. 22, 2).
Vielerlei war notwendig für die Bezaleel und Oholiab gestellten Aufgaben. Dasselbe ist für jeden Gläubigen in unseren Tagen vorgesehen: Göttliche Auswahl, göttliche Berufung, göttliche Befähigung und göttliche Bestimmung. Und wohl zu beachten: Alles muß nach göttlichen Geboten vollführt werden. Der Mensch ist hier ganz ausgeschaltet, Gott befähigt zu aller Arbeit. Gott ließ es damals nicht zu, daß ein menschlicher Ruf an die Arbeiter für das Werk der Stiftshütte erging.

Er erwählte, berief, befähigte sie, wies ihnen ihre Arbeit an. Grundsätzlich ist das auch dem Herrn allein vorbehalten. Es liegt auch heute nicht in der Macht des Menschen nach eigenem Ermessen, den Dienst und die Arbeit für den Herrn zu tun. Die Berufung ist göttlich. Erfolgt sie durch Menschen, wird über kurz oder lang eine tiefe Beschämung über die menschliche Unfähigkeit eintreten. Es ist selbstverständlich, daß sich auch niemand selbst berufen kann. Alles muß göttlichen Ursprungs sein. Man mag von irgend einer Gemeinschaft oder Benennung ordiniert sein; das ist aber keine göttliche Berufung', wenn Er nicht Seinen Diener beruft. Johannes der Täufer gibt hierzu ein erläuterndes Wort: „Ein Mensch kann nichts empfangen, es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben" (Joh. 3, 24). Sich selbst zu rühmen, ist daher Torheit; ebenso besieht kein Grund, auf einen andern, der zu einem besonderen Dienste berufen ist, missmutig zu sein, weil jede Berufung göttliche Gnadengabe ist.
Bei einem Vergleich unseres Abschnittes 1. Mose 4 ziehen wir eine nützliche Lehre.

Nach 1. Mose 4, 22 waren die Nachkommen Kains mit großer Fähigkeit ausgestattet.
Wohin zielten sie? — Ach? Ihr Bestreben ging dahin, sich auf einer verfluchten Erde, fern der Gegenwart Gottes, ein ihren Wünschen entsprechendes, angenehmes Dasein zu verschaffen. Wie entgegengesetzt waren die Bestrebungen Bezaleels und Oholiab! Durch göttliche Fähigkeiten, berufen von Jehova, vermochten sie das Heiligtum, die Stiftshütte zu verschönern. Die Gegenwart und Herrlichkeit Gottes wurde an ihrem Werke gesehen.

Bevor wir unsere Betrachtung schliessen, wollen wir die so wichtige Frage an uns richten: „Steh, eh da der Berufung Gottes gemäß?" — Der Einwand des Einen oder Andern: „Ich bin nicht berufen cc.er göttlich befähigt oder ausgestattet mit Gaben", ist nicht stichhaltig. Zu einem Dienst irgendwelcher Art, der die Verbesserung einer dem Gericht verfallenen Welt anstrebt, sind wir nicht berufen. Darin bestehen die Aufgaben des gläubigen Pilgers keinesfalls. Aber im Bereiche der Versammlung, der wahren Kirche Gottes, haben wir alle einen Dienst auszuführen. Lesen wir die Briefe der Apostel, und wir werden belehrt, daß wir hier oder dort eine Berufung zur Arbeit der Behausung Gottes im Geiste, in der Versammlung Gottes, haben.
Außer Bezaleel und Oholiab sollte jeder berufen sein, der weisen Herzens war, an dem Werke des Heiligtums zu arbeiten.
Es ist so bemerkenswert, daß in: das Herze dessen, der weisen Herzens war, Gott Weisheit gelegt hatte, daß alles nach Seinem Gebote gemacht wurde. Also zu der natürlichen schönen Veranlagung1 der Männer, die Er Selbst bestimmte, gab E r Seine Weisheit. Wie umsichtig und besonnen müssen sie gewesen sein! Dasselbe trifft in unseren Tagen zu, wenn ein von Natur aufrichtiger Christ mit göttlicher Weisheit ausgestattet wird. Sehen wir das nicht bei Paulus? AH sein Wissen und Können gebraucht er im Dienste seines Herrn und mit welch gesegneten Erfolgen! Wie damals hat Gott die Türen auch heute für alle Erlösten geöffnet, um sie an dem großen Werke des Evangeliums oder am Dienst im Heiligtum, in der wahren Kirche Gottes, teilnehmen zu lassen. Aber es ist wichtig zu sehen, daß alle Berufungen, die wir berührt haben, unter göttlicher Weihe stehen.
Zu unserer Betrachtung gibt Epheser 2, 10 eine besonders treffliche Note: „Denn wir sind Sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, auf das wir in ihnen wandeln sollen". — Gott gibt also beides: Zubereitete Arbeiter und eine zubereitete Arbeit. Er sorgt für alles, was für Sein Werk notwendig ist. So gab Er Mose alle die Anweisungen zur Errichtung der Stiftshütte (2. Mose 25, 40). Er sorgte auch für die erforderlichen Arbeiter dazu, wie groß und wie weise ist Er!

Zuerst ließ Jehova dem Volke Israel die Erlösung zuteil werden, worauf E r Männer beauftragte, wie Mose und Josua, unter deren Führung das Ziel erreicht wurde.
Laßt uns den Spuren Dessen folgen, Der als der wahre Josua unser Führer hienieden ist und dessen Angesicht wir bald schauen werden. Folgen wir Ihm und Seinen Unterweisungen, so sind wir zu jedem guten Werke völlig geschickt (2. Tim. 3, 17).
O hochbeglückte Seele, die es für Freude hält,
Zu tun des Herrn Befehle aufrichtig, unverstellt,
Die sich recht dankbar, kindlich Ihm stets zu dienen freut
Und herzlich und empfindlich den kleinsten Fehl bereut:
Du hängest Herz und Blicke an den geliebten Herrn, In keinem Augenblicke bist du Ihm fremd und fern. Er braucht nicht laut zu mahnen, du folgst Ihm froh und still; Die Liebe weiß zu ahnen, was der Geliebte will.
Wie ist dein Los erfreulich, wie geht es dir so gut! Drum dienest du so treulich dem Herrn mit Glut und Blut; In gut und bösen Tagen, Gemach und Ungemach, In Freuden und in Plagen gehst du Ihm folgsam nach.
Wie flieht die Zeit von hinnen im Dienst des Herrn so schnell, Und eh' wir uns besinnen, sind wir an Ort und Stell Und dringen glaubenskühner ins Vaterland hinein; Es soll ja auch der Diener stets bei dem Herren sein.

Die Stiftshütte
Das eherne Meer.
(2. Mose 30, 17—21.)
Wir lesen:
„Und Jehova redete zu Mose und sprach:
Mache auch ein Becken von Erz (Kupferbronze) und sein Gestell (seinen „F u s s"?) von Erz (Kupferbronze) zum Waschen; und setze es zwischen das Zelt der Zusammenkunft und den Altar und tue Wasser darein.
Und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände und ihre Füße daraus waschen . . . daß sie nicht sterben!" (2. Mose 30, 17—21).

Wenn am Brandopferaltar, das Feuer zur Versöhnung nötig war,*) so am ehernen Meer oder im Waschbecken zur Reinigung das Wasser.
Welch ernste Sprache reden diese doch von Gottes Heiligkeit und unserer Sündenschuld und Unreinheit.
Mögen wir es nie vergessen!
Hören wir zunächst einige Worte über den Bau und den Zweck des Beckens: Es hatte ein „Gestell", andere übersetzen: „einen F u s s". Dieser „Fuss" stand im Wüstensand, hob aber das Becken in die Höhe, zum Himmel hin.
Es stand im Dienste der Priester auf dem Wege zum Heiligtum und am Altar. — Wie lehrreich für uns! Auch wir, so viele wir durch das Opfer des Herrn am Kreuz versöhnt und „gerechtfertigt sind durch Sein B l u t", wir sind von Ihm „gemacht ... zu Priestern Seinem Gott und Vater".
Aber diese Welt, in der wir wandeln und unseren Dienst ausüben, ist eine Wüste und unreine Welt, wenn auch unser Bürgertum und Heim droben im Himmel ist.
Darum bedürfen wir täglich des Wassers und des Waschens am ehernen Meer. — Wenn wir einmal droben sein werden in der Stadt, deren „Straße reines Gold ist, wie durchsichtiges Glas"
(Offenbarung. 21, 21), dann ist jede Befleckung und Verunreinigung unmöglich geworden.
O selige Zukunft, herrliche Hoffnung aller Kinder Gottes! —
*) Nicht nur das Brandopfer wurde, wie der Name sagt, auf dem Altar dargebracht (3. Mose 1), sondern auch Teile des
Speis- und Friedensopfers und
des S ü n d o p f e r s (3. Mose 2, 2; 3, 5; 4, 10).

Sie sind Vorbilder von den verschiedenen Seiten des einen und ewig vollkommenen Opfers unseres Herrn Jesu Christi.

In der Schilderung der Dinge, die droben sind, ist darum von keinem ehernen Waschbecken zur Reinigung mehr die Rede, wohl aber von einem gläsernen Meere. (Offb. 15, 2.) Darin dürfen die Erlösten dann ihre vollkommene Reinheit und Schönheit erkennen zum Preise der Gnade und Herrlichkeit des Herrn. Und doch „wird jeder in uns sehen, Herr, nur Deine Herrlichkeit!"
Das eherne Meer war aus den kristallenen Handspiegeln der Frauen gemacht; diese hatten sie dem Herrn zu diesem Zwecke geschenkt. (2. Mose 38, 8.) Mochte die natürliche Eitelkeit mancher Frau es nicht leicht machen, dieses Opfer zu bringen, aber die Gnade brachte die liebliche Frucht hervor, daß sie ihre Spiegel zu einem Gott wohlgefälligen Dienste der Priester im Heiligtum hergab. — O, daß auch unsere Herzen verzichten möchten auf persönlichen Schmuck, zum Schmucke und zur Verherrlichung des Herrn in Seinem Dienste!
Ach, wie finden wir es aber so ganz anders bei so manchen der teuer erkauften und vielgeliebten Erlösten des Herrn! Sie schmücken sich und ihre Häuser wie die eitlen Weltkinder, die ohne Gott und Hoffnung sind. Sie verstehen gewiss nicht „das Ende alles Fleisches", das wir im Kreuze sehen, und daß „das Ende aller Dinge nahe gekommen ist". Und was wird Gott dazu sagen, und was wird ihr Lohn sein? Der Herr wecke in uns allen die lautere Gesinnung zur Hingabe und Opferfreudigkeit für Ihn und Sein Werk und Sein Volk! Und dies umsomehr, jemehr wir den Tag herannahen sehen.

Welche Gnade, daß der Herr in Seiner Treue bei uns die Fußwaschung täglich übt! Er ist bemüht, unsere Gewissen und Herzen in praktischer Reinheit und Gemeinschaft mit Sich und dem Vater zu erhalten in Wahrheit und Liebe, bis Er kommt.
„Gott ist Licht "; „Gott ist Lieb e". Diese beiden kostbaren Wahrheiten, die uns kurz das Wesen und die Natur Gottes kundtun, finden wir erst im Neuen Testamente. (1. Joh. 1, 5; 4, 8). Aber auch im Alten Bunde schon finden wir die ernste, aber auch herrliche Tatsache, daß Gott Licht und Liebe ist, in Seinem Worte und Tun bezeugt. So auch in der Aufrichtung und Anordnung der Geräte und des Opferdienstes im Heiligtum, zuerst in der Stiftshütte

und später im Tempel. In ihnen finden wir die Schatten oder Vorbilder der Offenbarung Gottes in der Person und im Werke Jesu Christi, Seines Sohnes, zu unserem Heil und zu unserer ewigen Erlösung.
Durch das ein für allemal am Kreuze vergossene Blut Jesu Christi und durch Sein ewig vollgültiges Opfer dort auf Golgatha sind alle, die durch Gottes Gnade zu Ihm, dem Erlöser und Seinem Werke in Buße und Glaube von Herzen ihre Zuflucht nahmen, auf immerdar von ihren Sünden gereinigt, vollkommen gemacht und Gott Selbst nahe gebracht (Heb. 10, 20—22; Eph. 2, 13. 18.) Nie mehr nennt Gott in Seinem Worte die durch Jesum Christum Geretteten noch Sünder; sie dürfen mit dem Apostel sagen: „Christus ist, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben (Rom. 5, 8); Er nennt sie vielmehr jetzt: Auserwählte Gottes, Heilige, Geliebte". (Kol. 3, 12.)

Von dem Kreuze von Golgatha, das die Grundlage unserer vollkommenen Erlösung bildet, ist nun der Altar im Vorhofe, wo die Frage der Sünde zwischen Gott und dem Hereintretenden geordnet wurde, das Vorbild. Nur ist am Kreuze für den Gläubigen unendlich viel mehr geschehen: er ist hier auch ein Priester Gottes geworden. (Offbg. 1, 6.) Als Priester schreitet er nun hin zum Heiligtum, „um geistliche Schlachtopfer — Dank und Anbetung — darzubringen". (1. Petr. 2, 5.) Auf diesem Wege und Dienste aber hat er es mit dem Waschbecken zu tun, dessen vorbildliche Bedeutung wir betrachten wollen.
Der Gläubige ist versöhnt worden mit Gott und hat die Reinigung seiner Sünden gefunden durch das Opfer auf dem Altar und durch das Blut, das dort vergossen wurde. Ein teilweises Vorbild davon wart, der eherne Altar. Bei uns ist die Rettung und Reinigung ein für allemal geschehen am Kreuze. Aus der Seite des Erlösers floß dort Blut und Wasser hervor. Dies bezeugt uns ausdrücklich das Wort Gottes (Joh. 19. 34). Das Blut wird zuerst genannt und dann erst das Wasser. So folgt auch auf den ehernen Altar, wo das Feuer des Gerichts das Opfer verzehrte und das Blut floss, erst das eherne Meer. Dieses war nicht mit Blut, sondern mit Wasser gefüllt. Hier wuschen sich die Priester auf dem Wege zum Heiligtum, und zwar vor und nach dem Dienste, Hände und Füße. Dies geschah also täglich immer wieder neu. Das Wasser aber ist ein Bild vom Worte Gottes. Der Apostel sagt: „Christus hat die Versammlung (Gemeinde) geliebt und Sich Selbst für sie hingegeben, auf daß Er sie heiligte". Dies geschah ein für allemal in Seinem Tod am Kreuze.

Dann sagt der Apostel weiter, indem er von der täglichen Mühewaltung und dem fortgesetzten Dienste des Herrn spricht, wie in der Heiligung der Gemeinde: „Er reinigt sie durch die1 Waschung mit Wasser durch das Wort". (Eph. 5, 26.) Diese fortgesetzte Reinigung durch das Wasser ist teilweile vorgebildet durch die Bedeutung des ehernen Meeres. Wir sagen „teilweise"; denn es gibt auch eine Reinigung durch Wasser, die, wie die Versöhnung1 am Kreuze, nur eine einmalige ist. Es ist dies die Wiedergeburt durch Gottes Wort und den Heiligen Geist. (Vgl. Titus 3, 5 mit Joh. 3, 3. 7 und 1. Petri 1, 22. 23!) Hieran denkt der Herr Jesus, wenn Er beim Abschied von Seinen Jüngern, als Er ihnen die Füße wusch, sagt: „W er gebadet ist, hat nicht nötig, sich zu waschen, ausgenommen die Füße, sondern ist ganz rein". (Joh. 13, 10.) Von diesem Bad der Wiedergeburt des Herzens in der Mitteilung eines neuen Lebens oder der göttlichen Natur ist das eherne Meer allerdings kein Vorbild. Ein solches ist das Bad oder die Waschung der Priester am Tage ihrer Weihe. (2. Mose 40, 12.)
Wenden wir uns nun kurz zur Fußwaschung selbst, wie sie uns vorgestellt wird im Ev. Joh. 13. Dort lesen wir vom Herrn: „Da Er die Seinigen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte Er sie bis ans Ende". Wie kostbar doch! Er liebte die Jünger und uns nicht nur bis an das Kreuz, wo Er Sein Blut für uns vergoss, sondern über das: Kreuz hinaus, bis ans Ende, oder, wie es auch übersetzt werden kann, „bis an das Ziel". Das Ziel der Erlösten aber ist das himmlische Vaterhaus. Dorthin ging der Herr. Und gerade beim Vater übt Er jetzt unausgesetzt den gesegneten Dienst der Fußwaschung aus, wie uns das in den Worten angedeutet ist: „Jesus wußte, daß ... Er aus dieser Welt zum Vater hingehen sollte, . . . und daß der Vater Ihm alles in die Hände gegeben". (V. 1 und 3.)

Es handelt sich bei der Fußwaschung also nicht um unsere Errettung, sondern um unsere Gemeinschaft in praktischer Heiligkeit mit dem Vater und dem Sohne oder um die Herstellung unserer Gemeinschaft mit dem Vater und Sohne, wenn wir irgend gefehlt haben.
Petrus zwar sah, wie auch heute leider noch so viele Christen, in der Fußwaschung nur einen Beweis von der tiefen Erniedrigung des Herrn, weshalb er auch ausrief: „Du sollst nimmermehr meine Füße waschen!" Ach, er wußte nicht, daß der Herr Sich um seinetwillen noch weit tiefer erniedrigen mußte: „bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze". Und der Herr antwortete ihm:
"Wenn Ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil mit Mir!"
O, daß doch auch wir alle, alle Kinder Gottes, allezeit den Ernst dieser Worte beherzigten! O. daß wir doch nie dem Herrn widerstrebten, wenn Er uns die Füße waschen will. Wir können kein Teil mit Jesu haben — auch wenn wir durch die Erlösung und Wiedergeburt Teil an Ihm haben — wenn unsere Füße durch die Sünde verunreinigt sind, wenn also unsere Herzen oder Gewissen mit ungerichteten Sünden vorangehen. Es fehlt uns dann der Friede und die Freude des Heiligen Geistes. Es fehlt das glückselige Teil, mit Jesu am Vaterherzen Gottes zu ruhen. Wohl liebt Er uns allezeit innig, aber Er kann uns n i e auf Kosten Seiner Heiligkeit Seine und Seines Vaters Liebe zu genießen geben.

Darum ist Er in Liebe tätig, unseren praktischen Zustand mit dieser Seiner und Seines Vaters Heiligkeit in Übereinstimmung zu bringen. Er verwendet sich demgemäß für uns als unser treuer Sachwalter beim Vater. Die Frucht Seiner Fürbitte ist dann die Wirksamkeit Seines Geistes durch das Wort Gottes auf unsere Herzen und Gewissen, um uns zur Erkenntnis und zum Bewusstsein unserer Schuld zu bringen. So führt Er uns zum Selbstgericht und zum aufrichtigen Bekenntnis, damit aber schließlich auch zur Herstellung und zurück in den Genuß Seines kostbaren Friedens. —
Das eherne Meer, stand also innerhalb des Vorhofes zwischen dem Altar und dem Eingang zum Heiligtum. Es ruhte, mit reinem Wasser gefüllt, auf einem Gestell oder „Fuß (2. Mos. 30, 18). Der „Fuß" selbst stand bezeichnenderweise im Wüstensande und hob das Becken mit. seinem Inhalte in die Höhe zum Himmel hin, als wollte es beide miteinander verbinden.

Dort, im Himmel, ist jetzt für den Erdenpilger Jesus Christus, der zuvor auf dem Kreuze, auf dem Brandopferaltar, unsere Schuld durch Sein Blut gesühnt hat, als unser getreuer Sachwalter. Und wie einst am ehernen Meer die Hände und Füße der Priester, die bei dem Dienst und im Wandel durch Schmutz verunreinigt werden konnten, immer wieder gewaschen werden mußten, damit sie, gemäß der Heiligkeit Gottes, würdiglich dienen und wandeln konnten, so tritt jetzt während unseres ganzen Dienstes und Wandels Jesus beim Vater für uns ein. Er bringt uns durch Seine Fürbitte droben und durch die Wirksamkeit Seines Geistes und Wortes hienieden zum Bewußtsein, wo irgend wir im Dienst oder Wandel gefehlt haben. Alsdann folgt unsererseits Selbstgericht, darauf aber auch die Herstellung und Erneuerung des Genusses der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohne. Friede und Freude im Heiligen Geiste sind nun neu des Herzens Teil, wie sie es nach Gottes, unseres Vaters Willen, allezeit sein sollten.
Der Altar, wo das Blut zur Sühnung der Sündenschuld vergossen wurde, bezeugt, wie wahr das ernste Wort ist: „Ohne Blutvergießen ist keine Vergebung". (Hebr. 9, 22.) Und das eherne Meer bezeugt die andere, ebenso ernste kostbare Wahrheit: „Heiligkeit geziemt Deinem Hause, Jehova, immer und e w i g 1 i c h". (Ps. 93, 5.) Es weist uns also hin auf die Forderung Gottes: „Seid heilig, denn ich bin heilig!" und auf die Bitte des Herrn an Seinen Vater: „Heilige sie durch die Wahrheit; Dein Wort ist Wahrheit". (1. Petr. 1, 16; Joh. 17, 17.)
Die Versöhnung und die Wiedergeburt sind nicht alles, was Gott für uns begehrt. Er sucht bei Seinen Erlösten auch Heiligkeit und Gemeinschaft mit Ihm, dem Vater und dem Sohne. Wandelt ein Kind Gottes nicht in dieser glückseligen Gemeinschaft, indem es Sein Wort und das Gebet vernachlässigt, vielleicht gar verunreinigt ist und in ungerichteten Sünden, die es nicht bekennen will, vorangeht, so fehlt ihm die Würdigkeit und Tüchtigkeit, Gott zu dienen und Ihn anzubeten im Geist und in der Wahrheit. Wehe dem Gläubigen, der ohne Selbstgericht und Fußwaschung seinen Weg geh't, während er wissen muß, daß geschrieben steht: „Dies ist Gottes Wille, eure Heiligkeit" (1. Thess. 4, 3), Gott muß ihm widerstehen. Unsere tägliche gläubige Erfahrung, unser beständiges Vorrecht muß, gemäß unserer Berufung und Stellung, der tägliche Wandel im Lichte Gottes sein, indem wir flehen:
„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg1 der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Wege — dem Wege der) Ewigkeit!" (Ps. 139, 23. 24.)
https://bbkr.ch/Singet.../Freude%20im%20Herrn%20Scans/85.jpg
https://bbkr.ch/.../85%20Erforsche%20mich%20o%20Gott.wav


Wenn Er dir dann zeigt, daß ein Weg der Mühsal bei dir ist, eine Verunreinigung irgend welcher Art, so gehe, teurer Mitpilger, nicht einen Schritt weiter, sondern bekenne Ihm alsbald was vorliegt, und halte Ihm die Füße hin zur Reinigung und zur Herstellung auf dem Wege des treuen Dienstes und der glückseligen Anbetung.

Kehre wieder, irre Seele'!
Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung
deinem Fehle,
Balsam für den Sündenschmerz.
Sieh' auf Den, der voll Erbarmen
Dir mit ausgestreckten Armen
Winket von. dem Kreuzesstamme!
Kehre wieder, fürchte nicht,
Daß der Gnäd'ge dich verdamme,
Dem Sein Herz vor Liebe bricht.
Kehre wieder, neues Leben,
Trink in Seiner Liebeshuld!
Bei dem Herrn ist viel Vergeben,
Große Langmut und Geduld.
Faß' ein Herz zu Seinem Herzen,
Er hat Trost für alle Schmerzen,
Er kann alle Wunden heilen,
Macht von allen Flecken rein.
Darum kehre ohne Weilen
Zu Ihm, um und bei Ihm, ein!
Kehre wieder, endlich kehre
In der Liebe Heimat ein,
In der Fülle aus der Leere,
In das Wesen aus dem Schein,
Aus der Lüge in die Wahrheit,
Aus dem Dunkel in die Klarheit,
Aus dem Tode in das Leben,
Aus der Welt ins Himmelreich.
Doch, was Gott dir heut will geben,
Nimm auch heute, kehre gleich!

Die Stiftshütte
Das Zelt der Zusammenkunft
(2. Mose 26, 15 und folgende, und 36, 20 und folgende.)
Nachdem wir uns über die beiden Geräte im Vorhofe, den Brandopferaltar und das eherne Meer, unterhalten haben, betrachten wir nunmehr das eigentliche Heiligtum.

Auch das eigentliche Heiligtum, das mit dem Allerheiligsten, in dem die „Wohnung Gottes" war, ein Ganzes bildete, hatte, wie auch der Vorhof, die Form eines länglichen Rechtecks.
Drei Wände dieses Rechtecks waren aus senkrecht stehenden Brettern oder Bohlen gebildet.

Auf den beiden Längsseiten waren je 20 solcher Bohlen, auf der Breitseite im Westen nur 6, mit noch 2 Eckbohlen.
Die Bohlen waren alle ineinander gefügt und durch mehrere lange querlaufende „Riegel" miteinander verbunden.

Die Ostseite der Stiftshütte blieb offen.
Hier war der Eingang, der aber durch einen Vorhang von blauem und rotem Purpur und Karmesin und gezwirntem Byssus, in Buntwirkerarbeit, verhängt war.
Für diesen Vorhang waren 5 Säulen bestimmt, aus Akazienholz mit Gold überzogen.
Auch alle Bohlen = (Bretter) waren von innen und außen mit Goldblech überzogen; ebenso waren die „Riegel", die die Bohlen zusammenhielten, mit Goldblech belegt.
Aber die „Behälter", in welchen diese „Riegel" lagen, waren nicht etwa mit Goldblech überzogen, sondern aus Gold selbst gemacht. Jede der senkrechten Bohlen oder Bretter ruhte auf zwei Füßen von Silber.
Die sämtlichen Bohlen oder Bretter bildeten miteinander also einen rechteckigen, länglichen, von innen und aussen mit Gold überzogenen Kasten, der ohne Boden und Deckel war. Indessen stand dieser Kasten, wie oben angedeutet, auf silbernen Füßen oder Sockeln, von denen, wie gesagt, je zwei unter einer Bohle waren.
Diese Füße allerdings ruhten in dem Sand der Wüste.

Der Deckel oder die Decke dieses, mit Gold überzogenen Kastens mit silbernen Füßen, wurde von 4 übereinanderliegenden Teppichen gebildet, die über diesem ausgebreitet lagen.

Der innerste oder unterste der Teppiche, der unmittelbar auf dem Kasten lag, war von besonderer Bedeutung. Er war aus feinem weißen Byssus und blauem und rotem Scharlach gewebt und mit Cherubimfiguren durchgewirkt. Zuweilen nennt die Bibel diesen Teppich selbst „die Wohnung Jehovas".
Das Heiligtum maß 30 Ellen in der Länge, war aber im Inneren nur 10 Ellen breit; und die Höhe betrug gleichfalls nur 10 Ellen.

Ein Vorhang von blauem und rotem Purpur und Karmesin und gezwirntem Byssus in Kunstweberarbeit, mit Cherubim, trennte das „Heiligtum" in zwei Teile.
Der hintere Teil war nur 10 Ellen lang; und da das Heiligtum im Innern 10 Ellen breit, auch 10 Ellen hoch war, so hatte dieser Raum, der „das Allerheiligste" genannt wurde, die Gestalt eines Kubus oder Würfels, war also gleich lang, wie breit und hoch. Hier stand nur die Bundeslade, während im vorderen Teil des Heiligtums, im sogenannten „Heiligen", drei Geräte standen: der goldene Räucheraltar, der Schaubrotetisch und der siebenarmige oder goldene Leuchter.



Die Stiftshütte
Der Brandopferaltar
(2. Mose 27, 1—8; 30, 17—21.)
Der Brandopferaltar und das eherne Meer, waren die einzigen Geräte, die im Vorhof standen.
Sie unterschieden sich von den Geräten des Heiligtums zunächst darin, daß sie dem ganzen Volke sichtbar waren, während die Geräte des eigentlichen Heiligtums nur von den Priestern gesehen wurden.
Ferner waren sie von „Erz", d. h. von Kupfer oder Bronze*), während die Geräte des Heiligtums von Gold waren.**)

Das Kupfer ist wie wir schon früher sagten, ein Sinnbild von Gottes Gericht über die Sünde, Gold aber ein Sinnbild von Gottes Eigener Gerechtigkeit und Seiner himmlischen Herrlichkeit. Also draussen, außerhalb des Heiligtums, handelt Gott mit der Sünde und Unreinheit im gerechten Gericht, aber drinnen, innerhalb des Heiligtums, offenbart sich Gott den Seinigen in Seiner vollkommenen Heiligkeit und göttlichen Herrlichkeit und hat innige Gemeinschaft mit ihnen.

Vielleicht kann man kurz sagen, die Geräte im V o r h o f zeigen uns vorbildlich Christus, wie Er hienieden war, und was Er für uns auf Erden vollbracht hat;

die Geräte im Heiligtum aber sind Abbilder von den himmlischen Dingen, von Christo Selbst, wie Er als der Auferstandene zur Rechten Gottes verherrlicht thront und dort für die Erlösten jetzt tätig ist.


Begleiten wir nun im Geiste den Israeliten, wie er durch den weiten Eingang, von draußen kommend, in den Vorhof eintritt. Das erste Gerät, das sich hier ihm entgegenstellt, ist der Brandopferaltar, der ihm den Weg vertritt zum Heiligtum.

Auf ihm brannte ein Feuer, das Tag und Nacht nicht erlöschen durfte (3. Mose 2. 5. 6). Hier mußte durch e i n Opfer die Frage der Sünde zwischen dem Eintretenden und Gott geordnet werden. Es war die Stätte, da die Schuld gesühnt und Gottes gerechtes Urteil und Gericht über die Sünde vollzogen, und Er somit verherrlicht wurde.

•) Der Altar, auch „Brandopferaltar" genannt (2. Mose 38, 1), war von Akazienholz und Kupfer (Bronze).
**) oder auch z. T. von Akazienholz und Gold.

Es litt hier in dem Opfer vorbildlich „der Gerechte für die Ungerechten", wie es von Jesu Christo heißt, daß Er es getan, „um uns zu Gott zu führen". (1. Petr. 3, 18.)

Gott thronte aber, bildlich geredet, ganz am entgegengesetzten Orte des Vorhofs, nämlich im Allerheiligsten.
Der Altar und der Thron konnten nicht weiter von einander getrennt sein, als dies im Vorhof der Fall war.
Der Altar, ein Bild vom Kreuz, war ganz im Osten, „am Eingang des Zeltes" (3. Mose 4, 7);
das Allerheiligste aber, wo Gott wohnte und thronte über den Cherubim der Bundeslade, ein Bild des Thrones Gottes! in dem dritten Himmel, war ganz im Westen des Vorhofs.
Und „so weit der Osten vom Westen ist, hat Er von uns entfernt unsere Übertretungen". (Psalm 103, 12.) Uns selbst aber hat Gott durch das Blut am Kreuze Seinem Thron und Herzen ganz nahe gebracht; näher hätte es nicht geschehen können. Das stets brennende Feuer auf dem Altar, das nie erlöschen durfte, war ein beständiges Zeugnis für Gottes unbeugsame Gerechtigkeit gegenüber der Sünde.
Und solange Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit währt,
solange wird Er über die Sünde zürnen und wird Sein Gericht über das Böse währen, wie geschrieben steht von dem Gericht Gottes, daß „das Feuer nicht erlischt". "(Mark. 9, 48.)
Die Seitenflächen des Altars waren quadratförmig: er war so breit wie tief.
Gott zeigte damit an, daß das Kreuz nach allen Seiten, also allen Sündern, woher sie auch kommen, Genugtuung bereite und ihrer Schuld und ihren Bedürfnissen entspreche.
„Da ist kein Unterschied, alle haben gesündigt" (Rom. 3, 22. 23); aber es ist auch
„kein Unterschied" darin, daß „jeder, der den Namen des Herrn (um Gnade) anruft (wer er auch sei, und woher er auch komme), errettet wird". (Rom. 10, 12.)
Ferner stand der Altar auf der Erde; „nicht auf Stufen" stieg man zu ihm „hinauf". (2. Mose 20, 26.) Das Kind konnte ebenso gut wie der Erwachsene zu ihm gelangen. So ist es der* Fall bei dem Kreuze von Golgatha, welches das Gegenbild oder die Erfüllung jenes Altar ist. Jeder Sünder, groß oder klein, kann leicht und frei zu ihm kommen zu seinem Heil.
Weiter war der Altar von Akazienholz, überzogen mit Kupfer.
Das Holz, ein Bild von der menschlichen Natur unseres Herrn, hätte nicht bestehen können im Feuer, welches das Holz verzehrte.

Das Kupfer dagegen vermochte das Feuer des Gerichts zu erdulden und wurde darin nicht verzehrt; es weist hin auf den Herrn Jesum, welcher nicht nur der Sohn des Menschen war und „des Weibes Same", sondern auch der Sohn Gottes, der als „der Gerechte für die Ungerechten litt" und das gerechte Gericht Gottes im Tode für uns erduldete.
So war es denn „nicht möglich, daß Er von demselben behalten wurde". (Apg. 2, 24.) Ja,
Jesus Christus, unser „Erlöser", ist aus den Toten auferstanden, ist „unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden". (Rom. 4, 24. 25.)


Wie zutreffend sind die Vorbilder, die Gott uns auch gerade in der Stiftshütte von Seinem Sohne, unserem Erlöser, und von Seinem Opfer gegeben hat! Menschen hätten sicher nicht daran gedacht, den Altar, auf dem doch, das Feuer nie erlöschen durfte
(3. Mose 6, 2. 6.), aus Holz; zu machen.

Irgend ein Metall hätte nach ihrem Urteil dabei, allein in Frage kommen können. Anders dachte Gott. Sein Sohn, das ewige Wort, mußte Mensch werden, auf die Erde herniederkommen, um für die Menschen, die von Gott abgefallen waren, der Retter zu werden.

Auf Erden und im Fleische war gesündigt worden; auf Erden und im Fleische mußte daher gelitten und die Sünde verurteilt werden. Und vielleicht, weil die verbotene Frucht von einem Baum genommen wurde, mußte der Retter auch an einem Baume oder Holze erhöht werden und die Strafe tragen und dort ein Fluch werden für uns, wie Er auch um die Stirne eine Krone von Dornen trug, die Zeichen des Fluches der Erde. So stand auch geschrieben: „Ein Fluch Gottes ist ein Gehängter". (5. Mose 21, 23.) Jedenfalls ist „Jesus wegen des Leidens des Todes erniedrigt worden ..., d. h. Mensch geworden, um sterben zu können und um „durch Gottes Gnade für alles den. Tod zu schmecken".

>
Hebr 2,9: Wir sehen aber Jesum, der ein wenig unter die Engel wegen des Leidens des Todes erniedrigt war, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, – so daß er durch Gottes Gnade für alles den Tod schmeckte.
Sterbend, am Holze erhöht, konnte Er allein „die Strafe tragen", den Tod erdulden, welcher der Sold der Sünde ist, nur so auch ein Fluch für uns werden. (Gal. 3, 13.)
Sollte aber der Tod des Mittlers den Mittler nicht im Tode behalten und sühnende Kraft haben vor Gott als der Tod des „Lammes Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt" (Joh. 1, 29.),
so mußte Er, der Mittler zwischen Gott und Menschen,
als: →
„ein Kind uns geboren,
als ein Sohn uns gegeben werden",
dessen Name ist:
„Wunderbarer, Berater, starker Gott".
(Jes. 9, 6 u. 7, 14; Matth. 1, 23.)
Ja, „der Mann", der als der „Hirte" für die Herde sterben sollte,
über den „das Schwert" Gottes kommen sollte,
der mußte „Sein Genosse" sein:
„Gott geoffenbart im Fleische"
(Sach. 13, 7; 1. Tim. 3, 16).
Nur so konnte unser Retter und Erlöser dem „Tode den Stachel" und „dem die Macht nehmen, der die Macht des Todes hat: dem Teufe 1".

Nur so konnte Er auch „eine ewige Erlösung" zustande bringen und „durch e i n Opfer auf immerdar vollkommen machen, die geheiligt werden" (Hebr. 2, 14; 9, 12; 10, 14).
Nur so konnte Er ferner in Seinem Tode „die Fürstentümer und Gewalten, völlig entwaffnen', und in Seiner Auferstehung sie öffentlich zur Schau stellen und über sie einen Triumph halten". (Kol. 2, 15.)
Darum also, um die Gottheit und die göttliche Kraft unseres Erlösers in Seinem Leben und Tode uns vor Augen zu stellen, wurde der Altar im Vorhofe nicht nur von Holz gemacht, sondern auch mit Kupfer überzogen, dem Sinnbilde, wie wir früher schon zeigten, der göttlichen Gerechtigkeit in ihrer Ausübung und im Gericht über die Sünde.
O, teure Miterlöste, lasset uns Gott anbeten! Wie groß und herrlich ist unser Erlöser, der Sohn Gottes und der Sohn des Menschen zugleich! Wie groß und vollkommen darum auch unsere Erlösung durch Ihn und in Ihm!
Und wie wunderbar auch, Er ist zugleich in Seinem Tode am Kreuze unser Altar, unser Opfer und unser Priester, der „Sich Selbst für uns hingegeben hat — im ewigen Geiste ohne Flecken als Darbietung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch". (Hebr. 9, 14; Eph. 5, 2.)
Auf die Hörner des Altars wurde, bei Darbringung des Opfers, von dessen Blut vom Priester mit seinem Finger etwas Blut gebracht, während das übrige Blut ganz an den Fuß des Altars gegossen wurde. (3. Mose 4, 25.) So wurde gleichsam durch die vier Hörner, deren eins der Sünder, der vor dem wohlverdienten Gerichte floh, zu seiner Rettung ergreifen durfte
(vergl. 1. Kön. 1, 50—53.), nach allen vier Richtungen der Welt sühnende Kraft des Blutes Christi vorbildlich angeboten.

Und heute ruft nach vollendeter Erlösung der Erlöser Selbst in die Welt hinein: „Wendet euch zu Mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde!" (Jes. 45, 22.) Woher, aus welcher Richtung und Nation der Sünder auch zu Ihm eilt, er ist willkommen und findet eine völlige Erlösung und völlige Annahme. Er ruft: „W e r zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen!" (Joh. 6, 37.)
Inmitten des Altars war ein Gitter gleich einem Netzwerk aus Kupfer. Es hatte dieselbe Höhe wie der Sühnmittel: ein und eine halbe Elle. Wir hören Vieles über die Gnade Gottes, sehr wenig aber von Seiner Gerechtigkeit; aber die Gnade Gottes und Seine Gerechtigkeit haben die gleichen Maße und Seine Heiligen können sagen:
„Von Güte und Recht will ich singen" (Psalm 101, 1).
Auf dieses Netzwerk wurde das Brandopfer gelegt und dort wurde es von den Flammen verzehrt. Die Asche fiel durch das Netzwerk und wurde danach von dem Priester weggetragen. Wie lebendig all dies auf das Kreuz Christi hinweist Am frühen Morgen hätten wir den Priester gesehen, wie er mit seinem lebenden Opfer zu dem Altar ging. Er ging durch das Tor und stand neben der brennenden Flamme. Am Altar wurde das Opfer geschlachtet und seine Haut abgezogen. Seine verschiedenen Teile, in die es zerlegt wurde, lagen nun ausgebreitet auf dem kupfernen Netzwerk und von dort stieg es empor als ein süßer Geruch zu Jehova.
Einige Stunden später hätte man einen Mann in reinen leinenen Kleidern vom Altar kommen sehen, mit einer kupfernen Pfanne in seiner Hand, gefüllt mit der Asche.
Das Opfer war dargebracht und angenommen worden, und die kostbare Asche wurde an einem reinen Ort außerhalb des Lagers aufbewahrt.
Wir erinnern uns daran, was geschrieben steht über den Tag, an welchem das Lamm Gottes am Kreuze außerhalb der Tore Jerusalems geopfert wurde. Es war ein arbeitsreicher Tag und die Stadt war schon frühe in Bewegung, denn der folgende Tag des Sabbaths war groß. Schon am frühen Morgen hielten die Hohenpriester Rat und die Volksmengen versammelten sich: Später wurde das Lamm Gottes begleitet von dem unterdrückten Schluchzen derjenigen, die

Ihn liebten und der Wut Seiner Feinde, still entlang der Straße Jerusalems hin zum Kreuze geführt, beladen mit dem Holz zum Brandopfer, wie im Vorbild Isaak einst auf den Berg Morija (1. Mose 22, 6). Gebunden an die Hörner des Altars durch die Bande der Liebe, starb Er willig. Das Feuer des gerechten Gerichts Gottes über die Sünde verzehrte das Opfer. O, wie kostbar in den Augen Gottes war die leblose Gestalt, die an diesem Holze hing. Wie unaussprechlich teuer war die wertvolle Asche dieses Brandopfers. Keiner rauhen Menschenhand wurde gestattet, eines der Gebeine des Heiligen Gotteslammes zu berühren, oder zu brechen. Als die Schatten des Abends sich niedersenkten, kamen Josef von Arimathia und Nicodemus, wahre Jünger, aber Verborgene. Sie konnten die Ansprüche der Gerechtigkeit nicht länger umgehen, und so legten sie, als sie sich mit dem toten Christus einsmachten und Anspruch auf Seinen kostbaren Leib erhoben, gleichsam ihre leinenen Kleider an. Er war ihnen der Christus Gottes; doch in dieser Welt hatte Er den Platz des Todes, und sie trugen gleichsam die Asche in ein reines leinenes Tuch gewickelt hinaus an einen reinen Ort. Sie legten Ihn in ein reines neues Grab, wo kein verderbtes Fleisch von Menschen je gelegen hat.
Nichts kennzeichnet den Platz Christi in Beziehung zu dieser Welt deutlicher als die Tatsache Seines Begräbnisses. Er entschwand den Blicken der Welt völlig und wird nicht wiedererscheinen, als bis Seine Feinde zum Schemel Seiner Füße gemacht werden. Meinst Du nicht auch, daß die Herzen dieser Beiden mit Ihm von allem hienieden hinausgingen? Der Hoherat — die Versammlung der religiösen Führer — hatte Ihn zum Tode verurteilt; sie jedoch machten sich mit Ihm eins. Keiner konnte daran denken, daß einer von ihnen je wieder seinen Sitz in dem Hohenrate einnahm! Sie kamen in wahrer priesterlicher Eigenart heraus. Der einzige ,,reine Ort" hienieden ist der Platz der Einsmachung mit dem Tode und Begräbnis Christi. Wenn wir mit der Annahme des Brandopfers einsgemacht sein und die „ganze Nacht" den Wohlgeruch vor Gott unterhalten wollen, so erfordert dies auch, daß wir uns mit der „Asche" und dem „reinen Orte" außerhalb des Lagers einsmachen:
„Dies ist das Gesetz des Brandopfers" (3. Mos. 6, 2). das Opfer Christi war angenommen worden und der Gott der Auferstehung trat in das in Felsen gehauene Grab ein und weckte Ihn aus den Toten auf. Das ist das Evangelium der Errettung für den Sünder. Das ist der mächtige Hebel, der Ihn aus der schrecklichen Grube des Verderbens aufweckte und Ihn unter die Fürsten setzte. Jesus starb; Er wurde begraben; Gott weckte Ihn aus den Toten auf. Herrliche Botschaft! Gesegnete Nachricht:
„Es ist vollbracht", das große Werk das schwere. Gott ist gerecht, Ihm ward nun Seine Ehre Durch Seinen Sohn, der laut verkündet hat: „Es ist vollbracht"!
https://bbkr.ch/.../Geitliche%20Lieder%20by.../013_001.jpg


Wohlgeruch und Lieblichkeiten
stiegen auf vom Kreuzaltar,
Wo das Lamm im tiefsten Leiden,
bis zum Tod gehorsam war.

Nach des Vaters Wohlgefallen
gab der Sohn Sich willig dar.

Auf dem Holz ist Er verschieden,
hat für Sünd und Schuld gebüßt;
Doch Gerechtigkeit und Frieden
haben sich am Kreuz geküßt,
Und als ew'ger Hoherpriester
ward er froh von Gott begrüßt.

Gott den Heil'gen und Gerechten,
hat geehrt der eig'ne Sohn,
so ward Ihm gesagt: zur Rechten
Sich zu setzen auf den Thron;
Ja, der Vater hat gegeben
Alles Ihm zum Lohn.

Gott und Vater, wir besingen
Deinen wunderbaren Rat;
Jesu wir Anbetung .bringen
Für die größte Liebestat;
Lob und Dank und Ruhm gebühren
Ihm, der Dich verherrlicht hat.





















Die Stiftshütte
Der Schaubrotetisch.
(2. Mose 25, 23—30; 3. Mose 24, 5—9.)
Bei der Aufzählung der Geräte des Heiligtums folgt die Heilige Schrift einer göttlichen Ordnung.
Auf die Bundeslade mit dem Sühnemittel und den Cherubim folgt der Schaubrotetisch.

Die Bundeslade war der Thron Gottes, „des Herrschers der ganzen Erde", der „Gott im Himmel und auf Erden" ist.

Sie stand als einziges Gerät im Allerheiligsten, in dem eigentlichen Wohnorte Gottes.
Der Vorhang aber verbarg die Bundeslade.
Gott war drinnen und das Volk draußen.

Gott wollte aber nicht verborgen bleiben. Er zeigte darum den Priestern im Schaubrotetisch, der nicht hinter, sondern vor dem Vorhang stand, daß Er mit den Menschenkindern in Verbindung treten, mit ihnen Gemeinschaft haben und von ihnen genossen werden wolle.
Der Schaubrotetisch war, wie die Bundeslade, aus Akazienholz und mit reinem gediegenen Golde überzogen.
Das Holz und das Gold wiesen auf die Menschheit und die Gottheit Christi hin.
Auf dem Tische selbst, der wiederholt! der „reine Tisch" genannt wird, (3. Mose 24, 6; 2. Chron. 13, 11) lagen zwölf Brotkuchen in zwei Schichten, sechs in einer Schicht. Sie waren von je zwei Zehntel Feinmehl bereitet, und auf jeder Schicht lag „reiner Weihrauch".

Die Schaubrote wurden auch ferner „Brote der Gegenwart" oder „des Angesichts" (2. Mose 25, 30) genannt, weil sie „beständig" in Gottes Gegenwart oder vor Gottes Angesicht lagen.

Das „Feinmehl" ist ein bekanntes Bild von der reinen, sünd- und fleckenlosen Menschheit des Herrn Jesu,
der „reine Weihrauch" ferner von der Vortrefflichkeit und Kostbarkeit, in der der Herr sich hier Gott weihte und für Ihn hingab.

So zeigt uns" denn der reine Tisch im Heiligtum mit den zwölf Broten den Herrn Jesus, wie Er in dem Wert und der Vollkommenheit Seiner reinen Menschheit beständig vor Gott war und ist, der aus dem Himmel herabkam, um uns das Leben zu geben. So sagt der Herr Selbst von Sich: „Ich! bin das Brot des Lebens . . .

Dies ist das Brot, das vom Himmel herniederkommt, auf daß man davon esse und nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herniedergekommen ist; wenn jemand von diesem Brot ißt, so wird er leben in Ewigkeit".
(Joh. 6.48—51.)

Gott blickte allezeit auf den reinen Tisch mit den Schaubroten mit Wohlgefallen. Sie lagen dort Tag und Nacht im Heiligtum in dem hellen Lichte des goldenen Leuchters, der in der Nähe des Schaubrotetisches stand und diesen mit seinen sieben Flammen bestrahlte.

Zugleich war der Tisch mit den Broten von Feinmehl die Stätte, da die Priester ihre Speise fanden.

Die zwölf Brote bildeten ein Ganzes; sie werden zusammen „d a s Brot" genannt. (3 Mose 24, 7.) Und es wird von ihm gesagt: „Es soll Aaron und seinen Söhnen gehören, und sie sollen es essen an heiligem Orte; denn als ein Hochheiliges von den Feueropfern Jehovas soll es ihnen gehören: eine ewige Satzung". (V. 9.) „Sabbathtag für Sabbathtag soll er es beständig vor Jehova zurichten".

Also sieben Tage lag „das Brot" auf dem Tische. Dann diente es der priesterlichen Familie zur Speise und wurde durch zwölf neue Schaubrote ersetzt. „Der reine Weihrauch" aber, der auf den Broten lag, wurde als ein Opferteil an Stelle der zwölf Schaubrote zum Wohlgeruch auf dem Altar vor Gott verbrannt.

So wurde im Vorbilde gezeigt, wie auch Gott Seinen Anteil hat an der Vortrefflichkeit des Herrn, der als der vollkommene Mensch hienieden war, um der Welt das Leben zu geben, nun aber als der Auferstandene droben im Heiligtume Gottes weilt.
Die Zahl der Tage, die das Brot auf dem „reinen Tische" lag, ehe es vom Priester gegessen wurde, war sieben.
Dies ist die Zahl der Vollkommenheit, in der Gott und die priesterliche Familie zugleich Christus genießt, sich an Ihm weidet und erfreut. Kein Engel kann ermessen, was Christus, der Sohn Gottes, als der vollkommene Mensch für das Herz Gottes und der Gläubigen ist.
Der Gläubige singt glücklichen Herzens im Liede:

„Jesus-Name! Lebenssonne,
Du des Vaters ew'ge Freud';
Bist auch meine Lust und Wonne,
Jetzt und bis in Ewigkeit".

Die Zahl zwölf dagegen,
die in der Anzahl der Brote ihren Ausdruck findet, spricht in der Heiligen Schrift von der Verwaltung Gottes unter den Menschen und durch die Menschen, die an dem Dienste Gottes und an Seinem Genüsse in Christo teilnehmen. So war die Zahl der Stämme Israels und der Apostel des Lammes bekanntlich zwölf.

Die Gläubigen sind gewürdigt und berufen, an dem. Genüsse und am Dienste Christi teilzunehmen und anderen den unaussprechlichen Reichtum Christi zu verkündigen,

Glückselig die Herzen, die in diesem Genüsse und Dienste stehen! Ach, wie wachsam sollten wir sein, den Heiligen Geist nicht zu betrüben, um stets in inniger Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohne zu stehen! Mit weit mehr Freude im Herrn und in größerer Kraft des Geistes würden wir alsdann Gottes Verwalter sein in Treue und Segen.
Ehe wir den Schaubrotetisch verlassen und zu dem zweiten Gerät des inneren Heiligtums übergehen, dem siebenarmigen Leuchter, möchten wir noch zu dem ersteren einige Bemerkungen machen, die von dessen herrlicher Bedeutung weiter Zeugnis geben.
Der Schaubrotetisch hatte „ringsum einen Kranz von Gold".*) Dieser war nicht nur eine krönende Zierde des Tisches, sondern auch gleichsam ein Schutz für die Schaubrote, um sie auf dem Tische zu erhalten, namentlich bei der Wüstenwanderung. Welche Gnade für uns, daß der Herr uns nicht' nur Leben von Gott gebracht und uns in Seine Nähe gebracht hat und unsere Speise ist, sondern uns auch in dieser Nähe erhält und bewahrt; Dies tat er schon, als Er noch' auf Erden wandelte, und das tut Er auch heute! in der Herrlichkeit droben. Wie die Schaubrote umgeben waren von dem goldenen Kranze, so sind auch wir umringt, eingeschlossen von Seiner ewigen göttlichen Liebe, die in Allmacht und Treue uns schützt, einer Liebe, die weder Anfang noch Ende hat.
Wie wir schon hörten, waren die Schaubrote „d a s Brot", das die Priester am „heiligen Orte" aßen. Sie

==
*) „Kranz" sollte es heißen, wie wir oben sagten, nicht „Leiste".

Und in Vers 25 heißt es richtiger: „Und mache ihm eine Leiste, eine Hand breit, ringsum, und mache einen Kranz von Gold an seine Leiste ringsum". — Diese „Leiste", die also auch einen Kranz hatte wie die Tischplatte selbst, verband wohl die vier Beine oder Fü0e des Tisches zur Stärkung und zur Zierde desselben miteinander. Der Schaubrotetisch mit den Schaubroten und dem doppelten Kranze war ein Bild von Christo, der als der vollkommene Mensch, zu uns von Gott herniederkam, um der Welt das Leben zu geben, (Joh. 6, 33) und hienieden wie droben unsere Speise ist.
==
waren in Gemeinschaft mit Gott; Seine Speise war ihre Speise. Am gleichen heiligen Orte stand, wie wir später hören werden, der goldene Altar. An diesem waren die Priester Anbeter. Sie brachten Gott den Wohlgeruch des Weihrauchs dar. Am Schaubrotetisch aber empfingen sie, waren also hier nicht in erster Linie Bringende, sondern Empfangende. Wie kostbar, daß Gott beides, was wir bringen und was wir empfangen, in Christo von uns hinnimmt und in Christo uns darreicht.
Dies erfahren wir allezeit, insonderheit auch am „Tische des Herrn", wo wir durch Christus Gott, dem Vater, die Opfer des Lobes darbringen, aber auch in besonderer Weise in Gemeinschaft mit dem Vater und untereinander „den Trost der Liebe" und „die Gemeinschaft des Geistes und die innerlichen Gefühle und Erbarmungen", die in Christo sind (Phil. 2, 1), genießen dürfen. Wie wichtig, daß wir uns aber hierbei auch wieder an die Reinheit und Heiligkeit erinnern lassen, die sich für uns allezeit geziemt, vor allem aber auch gerade am „Tische des Herrn". Der Schaubrotetisch wurde genannt „der reine Tisch", wie wir hörten.
Das Brot wurde „heilig" genannt und stand „an heiligem Orte", umringt von einem „heiligen Priestertum", die gesalbt waren mit dem „heiligen öle" und gekleidet in „heilige Kleider". Fürwahr, „Heiligkeit geziemt Deinem Hause immer und ewiglich!"
(Ps. 93, 5.)

Dir, der Köstlichkeiten Quelle,
Die der Bann des Lebens beut,
Dir entspricht so ganz die Fülle
Jenes Land's der Herrlichkeit.
Ew'ger Ratschluß hat ersehen
Dich zur Himmelsspeise schon,
Frisch und immer neu geerntet,
Frucht des Lebens, —
welch ein Lohn!
Reich geartet, edlen Duftes
Bietet Deine Frucht sich dar —
Jede Kostbarkeit entfaltet,
Herr, in Dir sich immerdar!
Durch den Geist von oben schmecken
Einer Liebe Früchte wir,
Die vollkommen, ohne Ende
 Dir sei ewig Preis dafür!

Die Stiftshütte

Der goldene Räucheraltar.
(2. Mose 30, 1—10.)
Der goldene Altar oder Räucheraltar ist das letzte Gerät der Stiftshütte, das wir zu betrachten haben.
Er stand im Inneren des Heiligtums, dicht vor dem Vorhang, ja, er wurde sogar zum Allerheiligsten gerechnet, wenn er auch nicht in demselben stand, sondern allein die Bundeslade.*)
Wir lesen nämlich:
„Auch den ganzen Altar, der zum Sprachorte gehörte, überzog er mit Gold". (1. Kön. 6, 22.)
Der „Sprachort" war aber bekanntlich das Allerheiligste.**) Bezeichnend für den hohen Wert und die besondere Stellung des Räucheraltars ist der Umstand, daß überall, wo von ihm die Rede ist, genau angegeben wird, wo sein bevorzugter Platz war.
(2. Mose 30, 6; 40, 26.)
So wird auch von ihm allein- nicht, also vom goldenen Leuchter, auch nicht vom Schaubrotetisch -gesagt:
Hochheilig ist er dem Jehova" (2. Mose 30, 10).
Der „goldene Altar", wie er auch kurz genannt wird (4. Mose 4, 11), bildet in mancher Hinsicht einen gewissen Gegensatz zu dem ehernen Altar.

Dieser, mit Kupfer überzogen, stand, als erstes aller Geräte, draußen im Vorhofe;
der Räucheraltar, mit Gold überzogen, im Heiligtum,
gleichsam zum Allerheiligsten gehörend.
Der erste hatte zu tun mit der Sühnung der Sünde.
Darum war hier tägliches Blutvergießen.

Der letzte Altar dagegen war die Stätte einer täglichen Darbietung wohlriechenden Räucherwerks.
Der kupferne Altar zeigt uns somit Christum am Kreuze für den Sünder; der goldene Altar aber Christum als den großen Hohenpriester, wie Er sich fürbittend für die Erlösten verwendet.
Wie der kupferne Altar war auch der goldene von Akazienholz, das ein Bild von der Menschheit des Herrn Jesu ist. In dieser hat Er die Wüste durchschritten und hat in ihr Erfahrungen gesammelt, die Ihn nun befähigen, den Seinigen, die Seine Nachfolger hienieden sind, von der Herrlichkeit aus, hohenpriesterlich zu helfen.
==
•) So muß es auch in Hebr. 9, 4 nicht „das goldene Rauchfaß" heißen, sondern jedenfalls: „der goldene Räucheraltar"
(vgl. die Fußnote in der neuesten Auflage der Elberfelder Übersetzung!)
**) Vgl. z. B. 2. Mose 25, 22; 4. Mose 7, 89; 1. Kön. 6, 16 folg.
==

Er wendet uns „Mitgefühl" und „Barmherzigkeit" zu und tut Fürbitte für uns. (Hebr. 2, 17; 4, 15; 7, 25.)
..Auch vermag Er den Müden aufzurichten durch ein Wort".
Er war ja Selbst einst hienieden und ließ Sich als Mensch von Gott täglich neu durch Sein Wort leiten und führen. (Jes. 50, 4. 5.)

Ferner hat der Herr kraft Seiner göttlichen Natur, wovon das Gold auf dem Räucheraltar ein Bild ist, hienieden allezeit Gott verherrlicht.
Wie „Morgen für Morgen" und ebenso am Schluß eines jeden Tages, „zwischen den Abenden", das Räucherwerk auf dem goldenen Altar angezündet wurde, auch des Nachts seinen Duft verbreitete, so war Christus für Gott ein beständiger Wohlgeruch; und Er bleibt es in alle Ewigkeit! Das Räucherwerk bestand aus vier Stoffen: aus drei wohlriechenden Gewürzen:
Stakte, Räuchermuschel und Galban, und aus reinem Weihrauch.

Diese vier Substanzen deuteten wohl hin auf die verschiedenen Würden des Herrn, wie sie in den vier Evangelien uns gleichmäßig schön gezeigt werden.
In Matthäus sehen wir den Herrn als König,
in Markus als Knecht,
in Lukas als Sohn des Menschen (diese Würden haben dann ihr Vorbild in den drei wohlriechenden Gewürzen) und
in Johannes als den Sohn des Vaters, also als den „reinen Weihrauch".

Indem die vier Stoffe aber „zu gleichen Teilen" im Räucherwerk verwandt werden mußten, zeigt uns der Geist Gottes, daß keine Eigenschaft Jesu in ihrer Herrlichkeit und Schönheit auf Kosten der anderen ausgebildet war.

So groß wie Seine Sanftmut war auch Seine Tatkraft, so groß wie Seine Güte war auch Seine Heiligkeit.

Alles kam in Ihm in voller Harmonie zur Ehre Gottes und zum Segen Seines Werkes zum Ausdruck. Indem aber kein bestimmtes Maß vorgeschrieben war für das Räucherwerk, zeigt uns Gott, daß die Vortrefflichkeit und Tugenden Christi, die für Gott ein Wohlgeruch sind und waren, unermeßlich sind, ohne Grenzen.

Heute stehen die Gläubigen als die Erlösten des Herrn im Werte Seiner Person und Seines Werkes wohlannehmlich vor Gott, getragen durch die Kraft Seiner Fürbitte und preisen Gott als Anbeter im Heiligen Geiste.
So lesen wir:
„Durch Ihn nun lasset uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen". (Hebr. 13, 15.)

Bei der Anbetung sollen die Erlösten aber stets eingedenk bleiben, daß sie nur auf Grund des Blutes Christi für Zeit und Ewigkeit Gott nahe gebracht sind.
Darum mußten die vier goldenen Hörner des goldenen Altars am großen Versöhnungstage immer wieder neu mit dem Blut des Sühnopfers bestrichen werden, auch mußte Blut vor den Altar selbst gesprengt werden. (3. Mose 16, 18. 19.)

Auch durfte das Räucherwerk nur angezündet werden durch Feuer vom Brandopferaltar, auf welchem die Frage der Sünde geordnet wurde. Sonst war es verbotenes „fremdes Feuer". (3. Mose 10, 1; 16, 12.)

Ja, jedes Opfer, jede Anbetung, die Gott wohlgefällig sein soll, muß zur Grundlage das Opfer von Golgatha haben, Christum Selbst zum Inhalte und den Heiligen Geist zur Quelle.
So ist der goldene Räucheraltar, der durch einen „Kranz" (nicht Leiste) von Gold" gekrönt war, der Ort und Ausdruck der Anbetung, die Gott suchte, als Er sagte:
„Sie sollen Mir ein Heiligtum machen, daß Ich in ihrer! Mitte wohne". (2. Mose 25, 8.)
Er stand „dem Sühndeckel (der Bundeslade) gegenüber"
(2. Mose 30, 6).
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Die Bundeslade aber selbst war das Sinnbild der Gegenwart Gottes in Christo, in welchem Er für Zeit und Ewigkeit in der Mitte der Seinigen wohnt und wohnen wird!