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Trübsal Die Grosse

TRÜBSAL
die Große

Im Neuen Testament wird die Große Trübsal als Fachbegriff nur einmal erwähnt ( Mt 24,21 ).

 Für diesen Ausdruck steht thlipsis megale . Viele verstehen darunter die Bezeichnung einer speziellen Epoche, die zu der letzten Zeit in der zweiten Hälfte der Trübsal gehört. Einige sehen genau die letzten dreieinhalb Jahre als eigentliche Große Trübsal an. Sie umfasst eine nie zuvor auf Erden erlebte Prüfungszeit. Viele sind der Ansicht, dass sich Jeremia darauf bezieht: »Wehe! Denn groß ist jener Tag, keiner ist wie er, und es ist eine Zeit der Bedrängnis für Jakob« ( 30,7 ). Auch Daniel scheint davon zu reden: »Und es wird eine große Zeit der Bedrängnis (hebräisch "des lauten Schreiens") sein, wie sie noch nie gewesen ist, seitdem irgendeine Nation entstand bis zu jener Zeit« ( 12,1 ). Jesus gebraucht fast die gleichen Worte wie Daniel: »Dann wird große Drangsal sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden« ( Mt 24,21-22 ).

Christus spricht offenbar auch von dieser Zeit, wenn er sagt: »Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage ...« ( 24,29 ). Er beschreibt das Kommen des Messias, des Sohnes des Menschen, in Herrlichkeit. Doch zuvor hat es vielleicht den Anschein, als habe die Große Trübsal mehr mit dem Auftreten des Antichristen zu tun und seinem Versuch, sich selbst zum Gott zu erheben. Walvoord ist der Ansicht, dass damit die furchtbarste Zeit beginnt. Diese fällt mit Offb 13 und dem Zeitpunkt zusammen, da der Antichrist dabei ist, in den Tempel einzudringen und sich als Gott ausrufen zu lassen ( 2Thes 2,4-9 ). Offb 14 beschreibt die Große Trübsal, die Gott über das Tier und die Menschen der Erde hereinbrechen lassen wird, weil sie dem Tier die Treue gehalten haben. Der Antichrist soll »trinken vom Wein des Grimmes Gottes, der unvermischt im Kelch seines [d.h. Gottes] Zornes bereitet ist« ( Offb 14,10 ). Dann schwingt Christus die Sichel, weil die Ernte der Erde gekommen und die Sünde ausgereift ist ( 14,15 ). Somit wird die Welt die Große Trübsal als die große Kelter des Grimmes Gottes erleben ( 14,19 ).

Siehe auch: Trübsal, Referenzen im Alten Testament ; Trübsal, verschiedene Ansichten .

Mal Couch

J. Dwight Pentecost, Bibel und Zukunft (Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 1993); John Walvoord, The Millennial Kingdom (Grand Rapids: Zondervan, 1959).


TRÜBSAL
Referenzen im Alten Testament

Der eschatologische Zeitraum göttlichen Gerichts, welcher der Zeit vorausgeht, in der sich das Volk Israel bekehrt und Gottes Reich auf Erden aufgerichtet wird, ist als Trübsalszeit bekannt. Dieses Geschehen gehört zu Jesu eschatologischer Lehre und wurde häufig von den Aposteln sowie der Gemeinde der Frühzeit thematisiert.

Die Lehre von der Trübsal entwickelte sich aus den schon vorliegenden alttestamentlichen Stellen. Dies wird durch Zitate und Hinweise auf das Alte Testament in den wichtigsten neutestamentlichen Texten zur Eschatologie, der Ölbergrede und dem Buch der Offenbarung, deutlich. Daher sind Bedeutung und Gebrauch der alttestamentlichen Trübsalsbegriffe für ein Verständnis dieser neutestamentlichen Lehre unerlässlich.

Das griechische Wort, das im Neuen Testament weithin als Fachausdruck für die Trübsalszeit gilt, ist thlipsis (Zorn, Drangsal). Dies kann man feststellen, indem man sich den Ersatzbegriff des Lukas, anagke megale (große Not [ Lk 21,23 ]), für das von Matthäus benutzte Wort thlipsis megale (große Drangsal [ Mt 24,21 ]) anschaut.

Denn so werden die Tage der Rache (die Stadtzerstörung durch die Römer 70 n. Chr.) von der eschatologischen Trübsal unterschieden. Die griechische Übersetzung des Alten Testaments, die Septuaginta, gebrauchte thlipsi s, um den hebräischen Begriff sar/sarah (Bedrängnis, Drangsal, Not) wiederzugeben.

Dieser hebräische Ausdruck wurde speziell in Zusammenhängen benutzt, in denen Flüche infolge von Missachtungen mosaischen Bundes angedroht wurden. Er erscheint in den wichtigsten alttestamentlichen Texten, auf die im Neuen Testament angespielt wird (z.B. 5Mo 4,30; Jer 30,7; Dan 12,1 ).

Im Folgenden finden sich Begriffe mit Belegstellen, die den Grundgedanken einer künftigen Trübsal enthalten:

1. Tag des HERRN (Yom YHWH ): Jes 2,12; 13,6.9; Hes 13,5; 30,3; Joe 1,15; 2,1.11; 3,4; 4,14; Am 5,18.20; Ob 1,15; Zeph 1,7.14; Sach 14,1 ; vgl. großer und furchtbarer Tag des HERRN (Yom YHWH hagadol v e hanora´ [Mal 3,23];)

2. Bedrängnis, Drangsal (Sar/sara h): 5Mo 4,30; Zeph 1,15

3. Zeit oder Tag der Bedrängnis (´Et/yom sarah ): Dan 12,1; Zeph 1,15

4. Zeit der Bedrängnis für Jakob (´Et sarah hi´ l e ya´ a co v): Jer 30,7

5. (Geburts-) Wehen (Chi l): Jes 21,3; 26,17-18 ; 66:7; Jer 4,31; Mi 4,10 (vgl. Jer 30,6 )

6. Der Tag des Verderbens (Yom ´edo m): 5Mo 32,35; Ob 1,12-14

7. Zorn (Zaram ): Jes 26,20; Dan 11,36

8. Das befremdende Werk/die seltsame Arbeit [des HERRN] (Ma´asehu za r): Jes 28,21

9. Einherflutende Geißel (Shot shote f): Jes 28,15.18

10. Tag der Rache (Yom naqa m): Jes 34,8; 35,4; 61,2; 63,4

11. Tag des Grimms (Yom ´ e vra h): Zeph 1,15

12. Tag des Grimms des HERRN (Yom ´ e vrat YHW H): Zeph 1,18

13. Tag der Not (Yom m e suqah «): Zeph 1,15

14. Tag des Verwüstens (Yom sho´a h): Zeph 1,15

15. Tag der Verwüstung (Yom m e sho´a h): Zeph 1,15

16. Tag der Finsternis und der Dunkelheit (Yom hoshek u´ a pela h): Joe 2,2; Am 5,18.20; Zeph 1,15

17. Tag des Gewölks und des Wolkendunkels (Yom ´anan u´arape l): Joe 2,2; Zeph 1,15

18. Tag des Horns und des Kampfgeschreis (Yom shofar ut e ru´a h): Zeph 1,16

19. Zornestag des HERRN (Yom ´af YHW H): Zeph 2,2-3

20. [Tag der] Verwüstung, Verderben vom Allmächtigen ([Yom] sod mishadda i): Joe 1,15

21. Das Feuer seines Eifers (´Esh qina´t o): Zeph 1,18

Es werden auch weniger bekannte Ausdrücke benutzt, um diese Periode zu beschreiben - so z.B. als Zeit, da sich Gott aufmacht, um die Erde zu schrecken ( Jes 2,19 ), als Zeit, um sie völlig zu entleeren und zu verheeren ( Jes 24,1.3.6 ), als Zeit, um sie bersten und zerbrechen zu lassen ( Jes 24,19 ), und als Zeit, um die Könige und die Bewohner der Erde wegen ihrer Ungerechtigkeit heimzusuchen ( Jes 24,21; 26,21 ).

Diese Begriffe für die Trübsal bezeichnen als solche nicht unbedingt eschatologische Sachverhalte der Trübsal. Wenn es um die Endzeit geht, wird dies durch zeitliche Bezugswörter deutlich, die sowohl Ereignisse in unbestimmt ferner als auch in naher Zukunft bezeichnen können. In einigen Fällen - wie bei dem Ausdruck Tag des Herrn - gestattet die prophetische Rede eine unmittelbare Anwendung (z.B. auf Zerstörungen durch Assyrien oder Babylon) bzw. eine Anwendung auf ein Ereignis in fernerer Zukunft oder in der Endzeit (Trübsal und Tausendjähriges Reich).
Die als Trübsal vorausgesagte künftige Zeit wird auch durch die hebräische Wendung b e ´ah a rit hayyamim (das Ende der Tage) angezeigt. Dass diese Formulierung mit eschatologischen Sachverhalten zusammenhängt, wird insbesondere in den alttestamentlichen Prophetenbüchern (z.B. Jes 2,2; Jer 23,20; 48,47; 49,39 ; Hesl 38,16 ; Hos 3,5; Mi 4,1 ) und im Danielbuch deutlich ( 2,28; 10,14 ; vgl. 8,19.23; 12,8 im Blick auf ähnliche Wendungen).

Sie ist jedoch keineswegs darauf beschränkt und kommt bereits im Pentateuch vor (z.B. 1Mo 49,1; 4Mo 24,14; 5Mo 4,29-31 ). Wenn wir den Gebrauch des Ausdrucks Ende der Tage im Alten Testament untersuchen, finden wir heraus, dass er im allgemeinen Sinn (»künftige Tage«; vgl. 1Mo 49,1; 4Mo 24,14; 5Mo 31,29 ) verwendet wird, aber noch häufiger eine bestimmte zukünftige Zeitspanne meint. Diese kann in naher (historisch fassbarer), aber auch in ferner Zukunft liegen. Sie kann sich vom Standpunkt des Autors aus in unmittelbarer Zukunft erfüllen oder aber sich über einen langen Zeitraum bis ins messianische Zeitalter hinein erstrecken. Anders dagegen der hebräische Ausdruck ´et qetz (Endzeit):

Er unterscheidet sich vom Begriff Ende der Tage . Obwohl beides eschatologische Ausdrücke sind, bezieht sich allein ´et qetz ausschließlich auf die letzte eschatologische Zeit, bzw. auf das letzte eschatologische Geschehen. An drei Stellen ( Kla 4,18; Hes 7,2-3.6; Am 8,2 ) wird qetz (Ende) mit eindeutig eschatologischer Absicht im Kontext des Tages des Herrn gebraucht. In Dan 8,19; 9,26; 11,27.45; 12,6.13 bezieht sich der Begriff auf das Ende des Zeitalters. Die aus zwei Wörtern bestehende Konstruktion ´et qet z, die nur im Danielbuch vorkommt (und auch hier nur in der zweiten Hälfte), hat streng eschatologische Bezüge (vgl. Dan 8,17; 11,35.40; 12,4.9 ). Diese hier 11-mal erscheinende Wendung dient der Kennzeichnung einer speziellen eschatologischen Zeit (vgl. Dan 9,21.25; 11,6.13.14. 24; 12,11 ). Insbesondere in Dan 12,1-2 nimmt sie den Charakter eines apokalyptischen Fachausdrucks (terminus technicus ) an, der die letzte Zeit als Höhepunkt des göttlichen Heilsplans bezeichnet, wobei alle Ereignisse dieser Zeit inbegriffen sind.

Das Wesen der Trübsal wird durch die charakteristischen Begriffe offenbart, die wir uns als Beschreibungen dieser Zeit angesehen haben. Eine kurze Auflistung solcher Ausdrücke vermittelt ein klares Bild davon, wie schwer diese Zeit ist: Grimm ( Zeph 1,15.18 ), Verwünschung bzw. Zorn ( Jes 26,20-21; 34,1-3 ), Bedrängnis, Not ( Jer 30,7; Zeph 1,14-15; Dan 12,1 ), Verwüstung ( Joe 1,15 ), Finsternis ( Joe 2,2; Am 5,18; Zeph 1,14-18 ), Vernichtung bzw. Verwüsten ( Dan 9,27; Zeph 1,14-15 ), Feuer, Verzehrung ( Zeph 1,18; Jes 24,6 ), Heimsuchung ( Jes 24,21 ), einherflutende Geißel ( Jes 28,15.18 ) und Rache ( Jes 34,8; 35,4; 61,2 ). Die Häufung solcher Begriffe in Zusammenhang mit dem göttlichen Gericht ist außergewöhnlich.

Das hat dazu geführt, dass man sie als besondere Betonung verstand und sie auf die eschatologische Ebene hob. Das Außergewöhnliche der Trübsal wird durch solche Wendungen bestimmt wie »groß ist jener Tag, keiner ist wie er« ( Jer 30,7 ) oder »wie sie noch nie gewesen ist, seitdem irgendeine Nation entstand bis zu jener Zeit« ( Dan 12,1 ). Diese Ausdrücke betonen die Einzigartigkeit dieses speziellen Gerichts. Die damit einhergehenden Wirkungen, die solche Gerichte sowohl auf Gott als auch auf Israel haben, bestätigen wiederum die Tatsache, dass dies eine in Israels Geschichte beispiellose Zeit ist. Jesus verstand ihren eschatologischen Charakter. Daher beschrieb er die Trübsal der Endzeit mit Worten, die sich an Dan 12,1 orientieren: »... wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird« ( Mt 24,21; Mk 13,19 ).

Das Wesen der Trübsal wird auch durch den Gebrauch einer Redewendung verdeutlicht, die von großem Leid und banger Erwartung spricht. Speziell die Erfahrung des endzeitlichen Gerichts in der Trübsal wird durch die Mühsal der Geburt (hebräisch kayyoleda h) dargestellt: »einer Gebärenden gleich« ( Jer 30,5-6 ). Der eschatologische Tag des HERRN wird oft auch mit dem Ausdruck Wehen verbunden (vgl. Jes 13,8; 21,3; 66,7-8; Jer 22,23; 48,41; Hos 13,13; Zeph 1,14-18; Mi 4,9-10; 5,2 ). Auch das Neue Testament gebraucht dieses Bild (vgl. 1Thes 5,2-3 ). Der hebräische Ausdruck ist von der Wortwurzel chil abgeleitet, deren Grundbedeutung »in Wehen liegend« ist. Daraus ergibt sich der Gedanke an »Furcht« und »Zittern«. Das Gericht in der ersten Hälfte der Trübsal ist durch den »Anfang der Wehen« gekennzeichnet ( Mt 24,8 ), während das Gericht in der zweiten Hälfte sein volles Ausmaß erreicht, so dass diese Phase als »Große Bedrängnis« bezeichnet wird ( Mt 24,21 ). So wie eine Frau die gesamte Zeit der Wehen durchstehen muss, bevor sie gebiert, wird Israel die ganze siebenjährige Trübsalszeit durchleben müssen. Auch die zeitlichen Grenzen dieser Trübsalsperiode werden durch diese Redewendung veranschaulicht, denn so wie sich im natürlichen Bereich die Aussicht auf Entbindung verstärkt, wenn die Wehen aufhören, rückt mit dem Ende der Trübsal die Wiederkunft (V. 30-31 ) immer näher, die »gleich nach« dem Ende der Trübsal stattfindet (V. 29 ).

Eine alttestamentliche Stelle, die sich eindeutig auf die Trübsal bezieht, ist Jer 30,7 . Der Hinweis auf »Jakob« gilt Israel als Gemeinwesen im nationalen Sinn. Daher bezieht sich die Notzeit auf eine Periode beispielloser nationaler Bedrängnis. Von welcher Zeit der Bedrängnis sprach Jeremia? Einige Gelehrte behaupten, das hebräische Wort ´et , das der zeitlichen Kennzeichnung dient (und seine Wiedergabe in der LXX mit chronos ), weise auf eine spezielle künftige Zeit und nicht auf eine ferne Zukunft hin.

 Legt man die Stelle wörtlich aus, konnte keine dieser Trübsalsaspekte in diesen historischen Zeiträumen in Erfüllung gehen, sondern nur im künftigen eschatologischen Kontext (die letzten Tage der Trübsal und die Zeit unmittelbar danach; vgl. Mt 24,29 ff./ Mk 13,24 ff.).

Der wichtigste Trübsalstext ist Daniels Prophetie von der siebzigsten Woche ( Dan 9,27 ). Er wird von Jesus in der Ölbergrede angeführt ( Mt 24,15; Mk 13,14 ), und Paulus weist in seiner Abhandlung vom Tag des Herrn darauf hin ( 2Thes 2,4 ). Diese Stelle beschreibt im Einzelnen die Ereignisse der siebenjährigen Trübsalszeit und nennt in einzigartiger Weise den Beginn, die Mitte und das Ende der Trübsal.

Der Beginn wird als die Zeit bezeichnet, da Israel einen Vertrag schließt - und zwar mit einer Person, die als »Fürst« (hebräisch nagi d, »Führer«) bekannt ist. Sein Kommen wurde vorausgesagt, wobei sein Volk (d.h. die Heiden [Römer]) den [zweiten] Tempel zerstörten (V. 26 ). Daniels Prophetie schildert die gesamte siebzigste Woche als Zeit des Zorns (vgl. Dan 12,7 ). Verbannung wird als Strafe für Übertretung, Sünde und Ungerechtigkeit verstanden, wobei der göttliche Zorn gegen Israel bis zum Ende bestehen bleibt - zu einer Zeit, da die ewige Gerechtigkeit eingeführt werden und der Messias den Tempel weihen kann (V. 24 ). Daniels Besorgnisse um seine Stadt und sein Volk werden sich erst zerstreuen, wenn die siebzigste Woche beendet ist und ihre Ereignisse, Täuschungen und Tempelschändung, vorüber sind ( Dan 9,27; 12,1 ).

Außerdem verstand Daniel, dass die Verwüstung, zu der es von der Mitte der siebzigsten Woche an kommen wird, mit dem Vertrag zusammenhängt, der am Anfang dieser Zeit stand. Der Vertrag mit dem Antichristen ( Dan 9,27; Offb 11,1 ) und das Aufhören der Opferordnung wegen des Gräuels der Verwüstung ( Dan 9,27; Offb 11,2 ) kennzeichnen den Beginn und die Mitte der Trübsal. Daher wählte unser Herr diesen Text aus, um die künftige jüdische Generation nachdrücklich darauf hinzuweisen, dass sie sich von Beginn der Geburtswehen an bereits in der eschatologischen Trübsal befinden ( Mt 24,15; Mk 13,14 ; vgl. 2Thes 2,4 ). Die Prophetie von den siebzig Wochen lässt auch erkennen, dass man Trübsalsbegriffe ausschließlich in Zusammenhang mit dem jüdischen Volk sehen muss.

Die Wendung »dein Volk«, d.h. Daniels Volk (V. 24 ), betont diese Ausschließlichkeit. Das Gericht ist der Höhepunkt der Züchtigung für das Volk Israel und auch das Gericht an Israels heidnischen Unterdrückern. Im Rahmen der Trübsal stehen die Elemente des Gerichts, der Buße und des Segens immer in Beziehung zum Land Israel (vgl. Offb 11,8 mit Dan 9,27 ). Somit ist die Anwendung der Trübsalsbegriffe auf eine Zeit begrenzt, da Israel als Volk im Land wohnt, bzw. auf ein Volk, das dort lebt.

Alle alttestamentlichen Hinweise auf die Trübsal haben gemeinsam, dass ihre Erfüllung immer in der Endzeit liegt. Die Reichweite des Gerichts wird in den meisten Texten als beispiellos beschrieben. Dass Rettung (im körperlichen Sinn) erforderlich ist, zeigt, wie schlimm dieses Geschehen ist. In jedem Text gibt es Hinweise auf Götzendienst in irgendeiner Form, entweder falsche Propheten oder es geht speziell um den Antichristen und den Gräuel der Verwüstung. Jeder dieser Texte enthält entweder einen Hinweis auf den Tempel oder eine Verheißung der theokratischen Wiederherstellung.

Nach dem Alten Testament wird die Trübsal mindestens fünf Ziele erreichen.

1. Die Trübsal wird die verordnete Zeit der nationalen Verhärtung Israels beenden, die eine Strafe für die Ablehnung des messianischen Heilsplans umfasste, der durch die Teilrückkehr aus dem Exil nicht aufgehoben wurde und der in der Verwerfung Jesu durch das Volk gipfelte ( Jes 6,9-13; 24,1-6 ; vgl. Joh 12,37-41; Röm 11,7-10 ).

2. Sie wird eine messianisch ausgerichtete Erweckung unter dem jüdischen Volk, das über die ganze Welt zerstreut ist, hervorrufen ( 5Mo 4,27-30 ; vgl. Offb 7,1-4; Mt 24,14 ).

3. Die Trübsal wird das jüdische Volk davon überzeugen, dass es den Messias braucht, um als Volk geistlich erneuert zu werden ( Dan 12,5-7; Jer 31,31-34; Hes 20,34-38; 36,25-27; 37,1-14; Sach 12,9-13,2; Jes 59,20- 21 ). Dies wird zu einer gewaltigen Rückkehr von Juden ins Land Israel führen ( Sach 8,7-8; Hes 36,24; 37,21 ).

4. Sie wird die Zeit der Nationen beenden und die Rettung des jüdischen Volkes aus heidnischer Herrschaft herbeiführen ( Jes 24,21-23; 59,16-20 ; vgl. Mt 24,29-31; Mk 13,24-27; Röm 11,25 ).

5. Die Trübsal wird die Erde von den Gottlosen reinigen, damit das messianische Reich in Gerechtigkeit aufgerichtet werden kann ( Jes 13,9; 24,19-20; Hes 37,23; Sach 13,2; 14,9; Jes 11,9 ). Dadurch, dass die göttlichen Gerichte während der gesamten Trübsal entfesselt werden, finden zahllose Ungläubige auf gewaltsame Weise den Tod ( Offb 6-18 ). Diese Gerichte gipfeln in der Schlacht von Harmagedon unter dem Messiaskönig ( Offb 19 ) und darin, dass er sowohl widerspenstige Juden als auch heidnische Unterdrücker am Ende der Trübsal beseitigt ( Hes 20,33-38; Mt 25,31-46 ).

Siehe auch: Trübsal, die Große ; Trübsal, verschiedene Ansichten .

J. Randall Price

Gleason L. Archer und R. Laird Harris, Theological Wordbook of the Old Testamen t, (Chicago: Moody Press, 1979); Tommy Ice und Timothy Demy, The Truth About the Tribulation (Eugene, Oreg.: Harvest House, 1995), 8-12; J. Dwight Pentecost, Bibel und Zukunf t, (Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 1993), 249-270; J. Randall Price, »Old Testament Tribulation Terms« in: Wenn die Posaune erschall t, Hg. Thomas Ice and Timothy Demy (Schweiz, Pfäffikon: Vertag Mitternachtsruf, 2000), 63-92.


TRÜBSAL
verschiedene Ansichten

Die Erfüllung der im Neuen Testament angesprochenen Trübsalszeit wird in den verschiedenen Auslegungsrichtungen unterschiedlichen Zeiten zugeordnet. Die von C.H. Dodd ins Leben gerufene Schule der »erfüllten Eschatologie« behauptet, dass Jesus »in der großen Trübsal litt und starb.« Ihre Vertreter legen jeden Hinweis auf die Trübsal als Ereignis während des irdischen Lebens - und insbesondere während der Passion - Jesu aus. Wie die eschatologische Erwartung der Trübsal in Christi Leiden erfüllt sei, so habe die eschatologische Errettung (die allgemeine Auferstehung) mit Christi Auferstehung begonnen. Nach der Auslegung der reformierten Schule (Amillennialisten und Postmillennialisten) findet die Trübsal unmittelbar vor dem Ende unseres Zeitalters statt, das ihrer Ansicht nach dem Tausendjährigen Reich entspricht. Die Trübsal sei die Zeit, während der Satan losgelassen wird, um auszugehen und die Nationen zu verführen ( Offb 20,7-9 ). Dies geschehe zeitgleich mit der in der Ölbergrede vorausgesagten Trübsal ( Mt 24,14.21 ) und dem Abfall, der als Ereignis der »späteren Zeiten« erwähnt wird ( 1Tim 4,1-3 ; siehe: Daniels siebzig Wochen, Amillennialistische Auslegung der siebzig Wochen). Die allegorische Schule (A.d.Ü. offenbar mit der idealistischen Ansicht bzw. Schule identisch, die unter den Stichwort »Eschatologie, Theologie und Ansichten der Eschatologie« erwähnt wird; vgl. dort) sieht die Trübsal als Bild an. Die Trübsal und das Tausendjährige Reich (einschließlich des neuen Himmels und der neuen Erde) sollen den Tod und die Auferstehung eines Christen durch die Taufe symbolisieren. Andere Theologen, die mehr kirchengeschichtlich denken, ordnen die Trübsal dem Erfahrungsbereich der Kirche vergangener Zeiten zu - gewöhnlich den römischen Verfolgungen unter Nero, Caligula oder Domitian. Es gibt allerdings fast genauso viele zugeordnete Ereignisse wie Theologen, die solche Entsprechungen suchen. Nach anderer Auffassung gingen die siebzig Wochen Daniels mit Ereignissen bis zum Jahre 70 n. Chr. in Erfüllung, wobei die Geschehnisse der siebzigsten Woche mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch die Römer Wirklichkeit wurden. Noch radikalere Theologen dieser Richtung behaupten, dass die Wiederkunft ebenfalls zu diesem Zeitpunkt geschah, als die Römer den Juden das Gericht brachten.

Obwohl Prämillennialisten darin übereinstimmen, dass die Trübsal zukünftig ist, gehen ihre Meinungen über die Dauer und über die künftigen Heiligen auseinander (Wer sind sie? Wann sind sie in der Trübsal?). Über die Dauer der Trübsal werden verschiedene Zeitangaben angenommen: dreieinhalb, etwas über dreieinhalb bzw. sieben Jahre. Diese Unterschiede haben teilweise damit zu tun, wie unterschiedlich schwer das Gericht während dieser Zeit auf den Menschen lastet. Wenn man nur die schwereren Zorngerichte Gottes (Posaunen- und Zornschalen-Gerichte) berücksichtigt, umfasst die Trübsal lediglich diese Zeit. Damit geht der Gedanke von der Entrückung während der Trübsal einher, der Entrückung der Gläubigen vor dem Zorn Gottes. Wenn man jedoch die ersten sechs Siegelgerichte zu Beginn der siebzigsten Woche Daniels als Ausdruck des göttlichen Zorns betrachtet, dauert die Trübsal die gesamte Zeit, d.h. sieben Jahre. Damit findet die Entrückung vor diesen sieben Jahren statt (Vorentrückung). Zwar nehmen die Vertreter der Nachentrückung allgemein auch an, dass die Trübsal sieben Jahre umfasst, aber die Länge ist für sie nicht so wichtig, weil sie meinen, dass die Gläubigen vor Gottes Zorn geschützt werden, wann immer er ausgegossen wird. Diese Unterschiede ergeben sich daraus, ob man die Auffassung von den Heilszeiten annimmt oder ablehnt. Die Vorentrückungslehre - nur sie geht von der Lehre der Heilszeiten aus - sieht in den Personen, die in der Ölbergrede angesprochen werden, ausschließlich Israel, und nicht die Gemeinde. Die (aus Juden und Heiden bestehende) Gemeinde wird weggenommen, bevor die siebzigste Woche mit der Unterzeichnung des Vertrags mit dem Antichristen beginnt ( Dan 9,27 ). Daher sind die Heiligen der Trübsal Juden, die zum Messias zurückgebracht werden, und Nichtjuden, die sich dieser Form des messianischen Judentums anschließen.

Somit ist der deutliche Unterschied zwischen den Gläubigen im jetzigen Zeitalter und denen während der Trübsal der, dass dann die Wiederherstellung Israels der Kristallisationspunkt der göttlichen Erwählung ist. Für Gegner der Heilszeiten, Vertreter der Entrückung während der Trübsal, Befürworter der Entrückung vor dem Zorn Gottes und Vertreter der Nachentrückung geht die Gemeinde durch die Trübsal. Für die Befürworter der Entrückung während der Trübsal durchlebt die Gemeinde die erste Hälfte der siebzigsten Woche, wird aber vor dem Beginn der großen Trübsal weggenommen. Nach der Lehre von der Entrückung vor dem Zorn Gottes befindet sich die Gemeinde ebenfalls in der ersten Hälfte der Trübsal, wobei diese nicht als siebzigste Woche gilt. Diese beginnt nach dieser Ansicht erst, nachdem der Tempel geschändet ist und der Zorn Gottes immer stärker über die Erde hereinbricht. Somit ordnet man die Gemeinde jenseits der Mitte der sieben Jahre in deren zweite Hälfte ein, während sie erst unmittelbar vor dem Herabkommen des Zorns weggenommen wird. Für Vertreter der Nachentrückung bleibt die Gemeinde bis zum Ende der siebzigsten Woche auf Erden, wobei ihre Wegnahme mit dem Zeitpunkt der Wiederkunft Christi verbunden ist.

Siehe auch: Trübsal, Referenzen im Alten Testament ; Trübsal, die Große .

J. Randall Price

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