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Doketismus.
Die Doketisten leiten ihren Namen vom griechischen
Begriff:
[dokeö] ab,
was »scheinen« oder »erscheinen«
bedeutet.
Diese Gruppe nahm die gegen ber den Adoptianern genau entgegengesetzte Extremstellung ein
und betonte
nachdrücklich die Gottheit Christi bei gleichzeitiger Verwerfung seines wahrhaftigen Menschseins.
Für die Doketisten war die materielle
Existenz schon an sich
böse - eine von Plato vertretene Auffassung.
Deshalb sei es für den reinen und heiligen Sohn Gottes unmöglich gewesen, sündiges Fleisch anzunehmen.
Sie meinten,
der Sohn Gottes sei auf der Erde als Illusion erschienen, als eine Art
Theophanie.
Jesus habe keinen wirklichen menschlichen Leib gehabt und nicht
leiden oder ei-
nes wirklichen Todes sterben können. Valentinus (Blütezeit ca. 136-ca. 165
n.Chr.)
wurde eine führende Persönlichkeit in dieser häretischen Bewegung. Irenäus von
Lyon (ca. 135-ca. 202 n. Chr.) bekämpfte Valentinus und verfasste ein
fünfbändiges
Werk gegen die Irrtümer der Doketisten {Adversus haereses, dt.
Entlarvung und Wi-
derlegung der sogenannten Erkenntnis). Marcion (o. »Markion«, ca. 85-ca.
160 n. Chr.)
war ein weiteres Mitglied der doketistischen Sekte, und Tertullian (ca. 160-ca.
220
n. Chr.) ergriff die Feder, um Marcions Lehren zu bekämpfen (207-208 n. Chr.).
Der
Kirchenvater Ignatius (ca. 50-ca. 110 n.Chr.),
Bischof von Antiochien,
betonte mit
Nachdruck die Verwendung von »wirklich« und »wahrhaftig« als Beschreibungen
der göttlichen und der menschlichen Natur Christi im Unterschied und Gegensatz
zum Gebrauch von »scheinbar« bei den Doketisten, wenn sich diese auf Christi
Menschsein bezogen.