Lied 141

Gedanken und biblische Bezüge zum Anbetungslied


Strophe 1

„Heiliger Gott und Vater, vor dich wir jetzt treten“

Die Anrede verbindet Gottes Heiligkeit und seine Vaterschaft – eine typisch neutestamentliche Offenbarung:

Die Gläubigen dürfen in der Anbetung nahe vor Gott treten, wie es im AT keinem Menschen möglich war.
Hebr 10,19: „Da wir nun Brüder durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum…


„und durch Christus dich anbeten.“

Christus ist der einzig mögliche Zugang:

Anbetung ist immer durch Christus, in Christus, in der Kraft des Geistes, an den Vater gerichtet.


„Du hast aus den Sündern uns für dich erkoren“

Eine Anspielung an die Auserwählung:

Dass Gott „aus Sündern“ Menschen erwählt, ist Ausdruck reiner Gnade.


„durch den Geist uns neu geboren.“

Die neue Geburt ist das grundlegende Werk des Geistes:

Hier ist die trinitarische Anbetung sichtbar:
Vater erwählt – Sohn öffnet den Weg – Geist wirkt die neue Geburt.


„Ehre dir für und für“

„Für und für“ = für immer, unabänderlich.

Anbetung ist zeitlos; sie wird in Ewigkeit weitergehen.


„dir wird Lob gesungen bald vor vieler Zunge.“

Ein Blick auf die kommenden Herrlichkeiten – besonders die Vielvölkeranbetung vor dem Thron:

Die Gemeinde schaut im Lied voraus auf das baldige gemeinsame, weltumspannende Lob.


Strophe 2

„Du bist hoch zu loben“

Gott ist „erhaben“ (Ps 97,9) und „würdig, gepriesen zu werden“ (Ps 18,4).


„jetzt schon soll erschallen Ruhm von deinen Heiligen allen“

Schon jetzt, in der Zeit der Schwachheit, ist das Lob der Gläubigen gefordert:

Die Heiligen stimmen heute bereits in das Lob ein, das einmal vollkommen sein wird.


„in dem Sohn erhoben“

Alles Lob des Vaters ist gebunden an den Sohn:

Wir sind „in Christus“ in die Stellung vor dem Vater erhoben worden.


„zu des Throns Höhe rufen wir in heiliger Nähe“

Die Gläubigen haben Zugang bis zum Thron Gottes:

Unsere Nähe ist „heilig“, nicht natürlich; sie ist geschenkte Stellung, nicht menschliche Erfahrung.


„Herrlichkeit dir allzeit, Preis sei deinem Namen!“

Das entspricht vielen Doxologien des NT:

Gottes Name ist Ausdruck seines Wesens; ihn zu ehren heißt, ihn in seinem ganzen Offenbarungscharakter zu verherrlichen.


„Heil, o Gott, dir, Amen.“

Eine schöne Zusammenfassung:

Das „Amen“ ist die bekräftigende Zustimmung des Glaubens.


Zusammenfassung

Dieses Lied ist eine tiefe, trinitarische Anbetung:

Es führt von der Auserwählung über die Wiedergeburt hin zur himmlischen Anbetung, die schon jetzt beginnt, aber in der kommenden Herrlichkeit vollkommen sein wird.

Zentrale Themen: