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Die Charismatische Bewegung -

endzeitliche Erweckung

oder endzeitliche Verführung?

 

 

Rudolf Ebertshäuser

 

 

 

 

 

1. Einführung: Die charismatischen Visionen von der Endzeiterweckung

 

 

Die Pfingst- und Charismatische Bewegung versteht sich als eine von Gott gewirkte große endzeitliche Erweckungsbewegung. Entstanden sei diese Erweckungsbewegung durch eine in Joel 3 verheißene Geistesausgießung auf besonders eifrige und geheiligte Christen Anfang des 20. Jahrhunderts. Dabei habe Gott durch die „Geistestaufe“ allen dafür offenen Christen neu die Geistesfülle und die Geistesgaben der Apostelzeit verliehen. Propheten und Apostel standen wieder auf; dieser Bewegung wurde angeblich ein beständiges Reden Gottes in Visionen, Träumen, Prophetenbotschaften und inneren Stimmen gegeben. Wunderzeichen geschahen und geschehen, die den Anspruch erheben, dieselben Wunderzeichen zu sein wie am Anfang der Gemeinde: Sprachenreden, Wunderheilungen, Kraftwirkungen.

 

Bei alledem versteht sich diese Bewegung nur als die Vorhut, den Beginn einer umfassenden, weltweiten Massenerweckung, die Millionen und Abermillionen, ja, nach Auffassung vieler charismatischer Führer letztlich alle Menschen auf der Welt umfassen und ganze Völker zu Christus führen werde: die Ausgießung des Geistes auf „alles Fleisch“. Diese gewaltige Geistesausgießung wird von den Propheten dieser Bewegung seit fast 100 Jahren vorausgesagt und immer wieder neu als bald bevorstehend angekündigt; sie ist das eine große Endzeitereignis, auf das diese ganze Bewegung ausgerichtet ist.

 

Für die allermeisten Anhänger der Pfingst- und Charismatischen Bewegung ist die Endzeit daher eine Zeit der Herrlichkeit und des Triumphes der Gemeinde, eine Zeit, in der die apostolischen Anfänge nicht nur wiederkehren, sondern weit übertroffen werden. Diese Aussicht fasziniert und begeistert viele. Der Charismatiker hat das Gefühl, in einen großartigen Strom des Geisteswirkens hineingetaucht zu sein und teilzuhaben am höchsten und letzten Sieg des Reiches Gottes. Als Beispiel für die pfingstlich-charismatische Prophetie über die Endzeiterweckung wollen wir einige Aussagen führender charismatischer Propheten anführen:

 

„Der Herr hat vielen seiner Propheten offenbart, daß es bald eine große Ausgießung seines Heiligen Geistes geben wird. Diese Erweckung wird gewaltiger sein als alle vorherigen. (...) Eine Vielzahl von Propheten, Lehrern, Pastoren und Apostel, ausgestattet mit dem Geist des Pinhas, wird aufstehen (...) Große Menschenmassen werden dem Herrn zuwandern, und der Zustrom wird an manchen Orten so stark sein, daß auch sehr junge Christen große Gemeinschaften von Gläubigen leiten werden. Arenen und Stadien werden allabendlich überfüllt sein, weil die Gläubigen die Apostel und Lehrer hören wollen. (...)

Gegen Ende des Zeitraumes, den diese Vision umspannt, wird der Leib Christi wie ein großer, mächtiger Strom sein, der sich so frei und ungehindert bewegen wird wie der Wind. An einem Tag werden Treffen in großen Hallen und Stadien stattfinden, am folgenden Tag dann wieder im Stadtpark und in Privathäusern. Große Versammlungen, bei denen die ganze Stadt auf den Beinen ist, werden spontan entstehen. Ungewöhnliche Wunder werden die Regel sein, und solche, die heute noch die Ausnahme sind, werden dann ganz selbstverständlich schon von jungen Gläubigen gewirkt werden. Den Heiligen werden Erscheinungen von Engeln vertraut sein, und manchen wird für längere Zeit die sichtbare Herrlichkeit des Herrn im Gesicht anzusehen sein [!], während die Kraft Gottes in besonderer Weise durch sie wirksam ist. (...)

Diese Ernte wird so groß werden, daß niemand auf den Gedanken kommt, zurückzublicken und sie mit der frühen Christenheit zu messen. Jeder wird sagen, daß sich der Herr den besten Wein zweifellos bis zum Schluß aufgehoben hat. Die frühe Kirche war wie eine Opfergabe der Erstlingsfrüchte, und dies wird in der Tat die Ernte davon sein! Von dem Apostel Paulus sagt man, er habe die Welt auf den Kopf gestellt. Von den Aposteln, die bald gesalbt werden, wird man sagen, sie haben eine auf dem Kopf stehende Welt wieder auf die Beine gebracht. Nationen werden erzittern, wenn ihr Name genannt wird [!!]. (...)

In diesen Tagen werden viele tagtäglich mit Zeichen und Wundern leben. Es wird für sie so 'normal' werden wie das Manna für das Volk Israel in der Wüste. Der Herr wird noch nie dagewesene Wundertaten, die sogar die biblischen Wunder bei weitem [!] überragen werden, für sein Volk vollbringen. Sie werden völlig natürlich erscheinen, weil uns die Gegenwart des Herrn stärker bewußt sein wird als die Wunder, die er vollbringt. In diesen Tagen wird er seinem Volk sehr nahe sein.“

(Rick Joyner, Vision von der großen Ernte; Hervorhebungen RE)

 

Kenneth Copeland, ein anderer bekannter charismatischer Führer, beschreibt die verheißene Endzeiterweckung so:

 

„Gott ist dabei, das große Finale herbeizuführen. Es wird das größte Werk des Geistes Gottes in der Geschichte der Menschheit sein, soweit wir sie kennen. Denkt darüber nach! Wir werden das herrliche Vorrecht haben, nicht nur Zeugen der Bewegung des Geistes Gottes in den letzten Tagen zu sein, sondern wir sind die Gefäße, durch die diese machtvolle Kraft fließen wird! Sie und ich, wir haben das Vorrecht, die Generation des Heiligen Geistes zu sein. Gott hat ein Volk erhoben [!], das das Leben und den Dienst des Heiligen Geistes mehr als irgendjemand vor uns erleben wird (...)

Heute zu leben, bedeutet, in der besten Zeit der ganzen Menschheitsgeschichte zu leben! (...) Diejenigen, die sich völlig Seinem Dienst hingeben in dieser letzten Stunde, werden Gottes Sprachrohr auf Erden sein und die Werkzeuge Seines Geistes und Seiner mächtigen Kraft. (...)

Wir werden Millionen und Abermillionen, ja, Milliarden sehen, die wiedergeboren werden [!]. Das Wort Gottes sagt, daß ganze Nationen in diesen letzten Tagen in das Reich Gottes eingehen werden. (...) Das Fürbittegebet wird den Regen des Geistes Gottes bewirken. Es wird die Menschheit als Ernte in die Familie Gottes hineinbringen. Das geschieht gerade jetzt überall auf der Welt (...)“

(Kenneth Copeland, The Outpouring of the Spirit; Übersetzung und Hervorhebungen RE)

 

 

Für jeden ernsthaften Gläubigen, der seinem Herrn nachfolgen und dienen will, stellt sich hier die Frage: Ist die Pfingst- und Charismatische Bewegung tatsächlich eine von Gott gewirkte Erweckungsbewegung? Dann müßten wir alle uns ihr so schnell wie möglich anschließen, um Gottes Willen zu erfüllen. Oder ist diese Bewegung eine Verführung und nicht von Gott? Dann müßten wir uns klar von ihr abgrenzen, um dem Herrn treu bleiben zu können.

 

Für manche charismatisch beeinflußten Christen ist allein diese Frage schon gefährlich und falsch. Sie fürchten sich vor einem „Kritik- und Prüfgeist“, ja sogar vor der Sünde gegen den Heiligen Geist, wenn sie aufgefordert werden, das Geisteswirken in der Pfingst- und Charismatischen Bewegung zu prüfen.

 

Doch die von Gottes Geist inspirierte Schrift selbst mahnt uns als Gläubige in der letzten Zeit zur Wachsamkeit: „Habt acht, daß euch niemand verführt! (...) Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Ihr aber, habt acht! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt“ (Mk 13,5 u. 22-23).

 

Der Geist Gottes selbst fordert uns ausdrücklich auf, die Geister zu prüfen, ob sie aus Gott sind: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! denn es sind viele falsche Propheten hin-ausgegangen in die Welt“ (1Joh 4,1).

 

Der einzig verläßliche Maßstab zur Prüfung der Echtheit des Geisteswirkens in der Pfingst- und Charismatischen Bewegung kann nur das von Gott inspirierte Wort der Heiligen Schrift sein. In diesem Wort der Wahrheit hat Gott den Seinen Sein Wesen geoffenbart, Seine Ratschlüsse mitgeteilt, Seine Unterweisungen gegeben, die uns in allem leiten sollen.

 

Alles wirklich göttliche Wirken stimmt mit dem Wort Gottes überein und widerspricht ihm nicht. Alle Geistesoffenbarungen und Geisteswirkungen, die im klaren Widerspruch zu dem von Gottes Geist gegebenen Schriftwort stehen, können nicht aus Gott sein; wir müssen sie als Fälschung zurückweisen.

 

Was sagt also das Wort Gottes über die letzte Zeit vor dem Kommen Jesu Christi, über die „Endzeit“, um diesen vereinfachten Begriff zu gebrauchen? Was sagt sie über Massenerweckungen? Was sagt sie über den Zustand der gläubigen Gemeinde in der letzten Zeit? Stimmen die Aussagen der Schrift mit den Prophetien aus der Pfingst- und Charismatischen Bewegung überein?

 

Wenn ich im folgenden versuche, einige Aussagen der Bibel zu diesem Thema darzustellen, dann kann dies nur sehr knapp und gerafft geschehen. Wer ausführlichere Begründungen sucht, den muß ich auf mein Buch „Die Charismatische Bewegung im Licht der Bibel“ (CLV Bielefeld) verweisen. Hinter der hier gegebenen Darstellung steht ein ausgiebiges Bibelstudium. Und so möchte ich auch alle Leser dieser Schrift ausdrücklich auffordern: Prüfen Sie selbst unter ernstem Gebet anhand der Bibel nach, ob es sich so verhält, wie es auch die Juden in Beröa taten (Apg 17,11)!

 

Niemand soll die hier vertretenen Ansichten einfach so übernehmen. Diese Schrift möchte durch Gottes Gnade ein Posaunenstoß und Weckruf sein, falsche Lehren zu durchschauen und sich ganz und einfältig an der Heiligen Schrift zu orientieren. Das setzt eigenes Forschen in der Bibel und Beschäftigung mit der gesunden Lehre der Heiligen Schrift voraus. Nur wer sich ans Wort hält und im Wort gegründet ist, kann in den Verführungen dieser letzten Zeit bestehen!

 

 

 

2. Die Aussagen der Heiligen Schrift über die Endzeit

 

 

Wir können hier keine ausführliche Darstellung der Aussagen der Bibel zur letzten Zeit geben; jeder Gläubige sollte die entsprechenden Bibelstellen einmal ausführlich nachlesen und bewegen. Aber einige Grundzüge der letzten Zeit sollen hier durch ausgewählte Bibelstellen deutlich gemacht werden:

 

 

a) Die Endzeit ist für die Welt eine Zeit der Ausreifung des Bösen

 

Der Herr Jesus vergleicht die Zeit vor Seiner Wiederkunft als Christus und Richter mit den Tagen Noahs: „Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein“ (Mt 24,37). Wie kennzeichnet die Bibel aber die Tage Noahs? Gab es da Erweckung, Umkehr zu Gott? Die Schrift sagt: „Aber die Erde war verderbt vor Gott und mit Frevel erfüllt. Und Gott sah die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg auf Erden verderbt“ (1Mo 6,11-12). Zu der Zeit gab es keine Erweckung, sondern Bosheit und Verderbnis, auf die Gottes Zorngericht folgte, und das wird in der Endzeit genauso sein.

 

In Lk 17,28-29 vergleicht der Herr die Endzeit mit den Tagen Lots: „an dem Tag aber, als Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle. Gerade so wird es sein an dem Tag, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird.“ In der Zeit vor der Wiederkunft des Herrn bekehren sich keine Massen zu Christus, sondern die Gottlosigkeit wird immer schlimmer, wie in Sodom und Gomorra, so daß nur eine kleine Minderheit aus dem Zorngericht gerettet wird.

 

Diese klare Lehre der Schrift wird auch durch andere Aussagen bestätigt, etwa durch 2. Thessalonicher 2, durch die Offenbarung, die uns zeigt, wie die Massen der Heidenvölker nicht zu Christus kommen, sondern dem Antichristen und dem Satan nachlaufen. Wie kann es denn sein, daß über die Hure Babylon gesagt wird: „und durch deine Zauberei wurden alle Völker verführt“ (Offb 18,23; vgl. 14,8)? Woher sollen denn die unzähligen fanatisierten Heiden kommen, die einmal Jerusalem belagern und den Überrest Israels bedrängen werden, bis das Zorngericht des Messias sie trifft, wenn doch alle Völker durch die endzeitliche Geistesausgießung gläubig werden?

 

Schließlich zeigt ein nüchterner Blick in das Weltgeschehen jedem klar denkenden Gläubigen, wie recht die Bibel mit ihrer Prophetie hat. Die wahre Gemeinde war immer eine herausgerufene Minderheit, die kleine Herde, und wird das auch bleiben, bis der Herr sie von dieser Erde entrückt! Das sahen auch die Brüder, die 1909 in der „Berliner Erklärung“ die widergöttlichen Irrtümer der Pfingstbewegung beim Namen nannten und dabei bekannten: „Wir erwarten nicht ein neues Pfingsten; wir warten auf den wiederkommenden Herrn.“

 

Es ist eine schwerwiegende Irreleitung der Gläubigen, wenn die Prophetie dieser Bewegung ihnen vormacht, eine Erweckung und Geistesausgießung sei die Lösung für die ganze Bosheit und Sündenverderbnis dieser Welt, während der Geist Gottes in der Schrift doch bezeugt, daß Gottes Antwort auf die Endzeitverderbnis der wiederkommende Herr Jesus Christus ist, der zunächst Gericht üben und dann Sein Friedensreich aufrichten wird!

 

 

b) Die Endzeit führt zum Endgericht Gottes, dem „Tag des Herrn“

 

Aufgrund der zunehmenden Gottlosigkeit und antichristlichen Auflehnung der Heidenvölker kommt nämlich als Höhepunkt der Endzeit nicht etwa die Geistesausgießung auf alle Menschen, sondern vielmehr das Zorngericht Gottes über alle Gottlosen.

 

Das schildert uns so ernst und eindringlich der 2. Thessalonicherbrief, wo uns gesagt wird, was geschieht, wenn der erhöhte Herr Jesus Christus mit seiner verherrlichten Gemeinde zusammen zum Gericht kommt: „bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind. Diese werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, von dem Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft (...)“ (2Th 1,7-10).

 

Das Heilszeitalter der Gnade wird in Gottes Zorngericht münden, besonders über jene, die diese Gnade verachtet haben. Das Buch der Offenbarung redet so ernst von den schrecklichen Gerichten, die die gottlose Menschheit überfallen werden, und immer wieder wird von denen, die zu Millionen und Milliarden das Tier anbeten werden, gesagt: „und sie taten nicht Buße“ (Offb 9,21).

 

Diese nüchterne Schilderung der Bibel steht in krassem Widerspruch zu den euphorischen Endzeitprophetien in der Pfingst- und Charismatischen Bewegung, in denen davon die Rede ist, daß sich riesige Massen, ja ganze Nationen angeblich zu Gott bekehren sollen. Die Schrift sagt nicht „Heilung für die Nationen“, sondern verkündigt das nahende Zorngericht über sie!

 

 

c) Die Endzeit ist für die Christenheit

eine Zeit des Verfalls und der Verführung

 

Wie steht es dann aber um die Christenheit in der letzten Zeit? Kann sie auf einen triumphalen Aufschwung hoffen, auf eine Wiederkehr der Zeit der Urgemeinde in noch größerer Herrlichkeit?

 

Das Wort Gottes spricht auch hier eine völlig andere Sprache:

 

„Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie eine äußere Form von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab!“ (2Tim 3,1-5).

 

Und weiter:

 

„Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Begierden Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden“ (2Tim 4,3-4).

 

Hier geht es beidesmal um die Christenheit, nicht um die Welt! So sieht das Gesicht der endzeitlichen Christenheit in ihrer Gesamtheit aus, und die Charismatische Bewegung selbst ist ein ernstes Beispiel für die Wahrheit dieser Worte.

 

Der Herr Jesus selbst hat diese Zeit so gekennzeichnet: „Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt“ - und zwar in der Christenheit, nicht in der Welt! -, „wird die Liebe in vielen erkalten.“ (Mt 24,12).

 

In Matthäus 13 zeigt der Herr prophetisch den Werdegang der Christenheit als der jetzigen Gestalt des Reiches Gottes. Im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen zeigt er, wie der Satan mitten unter die wahren Gläubigen seine täuschend ähnliche Nachahmung pflanzt. Im Gleichnis vom Senfkorn zeigt er das unnatürliche, nicht bestimmungsgemäße Wachstum der Christenheit zu einem großen Baum, in dem die Vögel des Himmels nisten – ein Bild für böse Geister (vgl. Hes 31,6; Dan 4,18 u. Offb 18,2).

 

Im Gleichnis vom Sauerteig wird die Christenheit mit zunächst reinem Mehl verglichen, in das eine Frau heimlich Sauerteig hineinmischt, bis am Ende „das Ganze durchsäuert war“. Sauerteig aber ist in der Schrift überall ein Bild von Sünde und Verderbnis (vgl. 1Kor 5,6-8; Gal 5,9; Mt 16,12).

 

Die Schrift lehrt uns hier und an anderen Stellen (vgl. Offenbarung 3 - Laodicäa!), daß die Christenheit in der letzten Zeit nicht etwa breite Erweckung, Erneuerung und herrliches Größenwachstum zu erwarten hat, sondern in erster Linie Verfall und Untreue, ja Abfall vom Glauben (1Tim 4,1; 2Th 2,3) und Vermischung mit der Welt. Ein nüchterner Blick auf den Zustand der Christenheit heute bestätigt wiederum nur die Wahrheit des echten prophetischen Wortes – und die Unwahrheit der charismatischen Falschprophetien.

 

 

d) In der Endzeit hält nur noch ein kleiner Überrest treu am Herrn

und seinem Wort fest

 

Dort wo das prophetische Wort der Bibel von dem treuen Überrest der Gemeinde spricht, von denen, welche die allgemeine Entwicklung zur Untreue und zum Abfall nicht mitmachen, da spricht sie keinesfalls von neuen Geistesausgießungen, von Propheten, Aposteln und Wunderzeichen, sondern sie kennzeichnet diesen Überrest als eine kleine, schwache Minderheit, die dennoch am Herrn und an seinem inspirierten Wort treu festhält und dem Sog der endzeitlichen Verführung tapfer widersteht: „(...) du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet. (...) Siehe, ich komme bald; halte fest, was du hast, damit [dir] niemand deine Krone nehme!“ (Offb 3,8.11). Auch hier steht das Wort Gottes in klarem Gegensatz zu den schwärmerischen Endzeitvisionen der charismatischen Propheten.

 

 

 

3. Die charismatischen Endzeitlehren verdrehen die Schrift

 

 

Nun führen die Anhänger der Pfingst- und Charismatischen Bewegung ja nicht nur Prophetien zur Begründung für ihre Lehren an. Sie versuchen diese auch durch Bibelzitate zu untermauern. Hier müssen wir nüchtern prüfen: Legen diese Lehrer die angeführten Schriftstellen richtig, d.h. schriftgemäß, in Übereinstimmung mit dem Textzusammenhang und mit dem Gesamtzeugnis der Schrift aus? Oder reißen sie Bibelworte aus dem eigentlich gemeinten Zusammenhang und unterschieben ihnen einen anderen Sinn, wie dies auch die Irrlehrer der „Zeugen Jehovas“ und der Römisch-Katholischen Kirche tun?

 

Gerade an dieser Prüfung mangelt es so vielen Gläubigen in diesen letzten Tagen. Sie sind in ihrem Glaubensleben nicht wirklich im Wort Gottes gegründet; sie sind viel zu wenig mit der Heiligen Schrift vertraut und kennen die gesunde Lehre der Apostel nicht (Apg 2,42), die doch die von Gott gegebene Richtschnur für die Gemeinde wie auch für jeden einzelnen Gläubigen ist.

 

Anstelle eines wirklichen zusammenhängenden Lesens und tieferen Studiums der Bibel findet sich nur zu oft eine bloß bruchstückhafte Kenntnis einzelner „Lieblingsstellen“ oder „Lieblingsbücher“ und ein seelisch-fleischlich geprägter Glaube, der sich viel mehr aus Erfahrungen und Gefühlen nährt als aus dem inspirierten Wort Gottes.

 

Wie steht es mit unserer Haltung zu Gottes Wort? Was uns in dieser letzten Zeit allein durchhelfen kann, ist „das Wort Seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen und ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten“ (Apg 20,32). Dieses Wort gibt uns alle Belehrung, Orientierung und Auferbauung, die wir für unser geistliches Leben brauchen. Es ist die von Gott eingegebene vollkommene Offenbarung, die uns völlig zurüstet für unseren Weg. In diesem Wort der Schrift müssen wir bleiben, dieses Wort müssen wir bewahren und festhalten, wenn wir überwinden wollen (2Tim 3,14-17).

 

Zum unerläßlichen geistlichen Rüstzeug jedes Gläubigen in dieser an Verführungen reichen Endzeit gehört der feste, einfältige Glaube an die göttliche Inspiration und Irrtumslosigkeit jedes einzelnen Wortes der Bibel. Schon hier, am Fundament unseres Glaubens, lassen sich viele Christen heute in die Irre leiten und meinen, die Bibel sei nicht Gottes Wort, sondern sie „enthalte“ nur Gottes Wort, ansonsten aber auch Menschenworte. Damit sind sie vom Herrn und Seinem Wort abgewichen und bereit geworden, die Verführungen der letzten Zeit anzunehmen.

 

Weiterhin ist ein Verständnis der gesunden Lehre nötig, d.h. der Lehre der Apostel in den Briefen des NT, in denen uns die vollständige Offenbarung des erhöhten Christus für Seine Gemeinde gegeben wird und die uns auch den Schlüssel zum Verständnis des AT und der Evangelien geben.

 

Viele ernste Irrtümer sind daraus entstanden, daß diese gesunde Lehre nicht wirklich ergriffen und festgehalten wurde (vgl. 1Tim 1,10; 4,6.13-16; 6,3; 2Tim 1,13-14; 2,15; 4,1-4). Das führte z.B. dazu, daß Aussagen und Verheißungen der Schrift, die auf Israel bezogen waren, auf die Gemeinde gedeutet wurden bzw. Aussagen über den Dienst des Messias und seiner zwölf Apostel unter Seinem Volk Israel verwechselt wurden mit der Berufung der Gläubigen des Gemeindezeitalters usw.

 

Immer wieder werden in den falschen Lehren innerhalb der Christenheit Schriftworte aus ihrem Textzusammenhang gerissen, willkürlich umgedeutet oder so ausgelegt, daß sie in klarem Widerspruch zu anderen Schriftaussagen stehen. Dagegen müssen wir als biblische Auslegungsgrundsätze festhalten:

 

1. Alle Schriftaussagen müssen zunächst nach ihrem wörtlichen Sinn und heilsgeschichtlichen Zusammenhang verstanden werden, wobei die Volloffenbarung des NT und besonders die Lehre der Apostelbriefe uns leiten müssen. Gott meint, was Er sagt! Wenn Er zu Israel redet, dann meint Er Israel, wenn Er zur Gemeinde redet, meint Er die Gemeinde; wenn Er zu den Heiden redet, meint Er die Heiden (vgl. 1Kor 10,32)! Symbolische und übertragene Bedeutungen müssen aus dem Text selbst oder anderen Schriftstellen klar ersichtlich sein und dürfen nicht willkürlich hineingedeutet werden. Einzelne Textstellen müssen immer im größeren Textzusammenhang gedeutet werden.

 

2. Da alle Schrift von Gott durch den Geist eingegeben ist, und der Geist der Wahrheit sich nicht widersprechen kann, dürfen wir nur das als biblische Lehre annehmen, was in Übereinstimmung mit allen Schriftaussagen zu einem bestimmten Thema steht. Wenn eine Lehre durch fünf Bibelzitate scheinbar gestützt wird, aber drei andere klar dagegen sprechen, dann ist die Lehre nicht biblisch, und ich muß sie verwerfen! In jeder Frage müssen zunächst alle Schriftzeugnisse erforscht und in ihrer Aussage bewertet werden. Dabei dürfen wir davon ausgehen, daß der Sinn bestimmter zunächst schwer verständlicher Aussagen oft durch andere Schriftaussagen erhellt wird (Schrift muß durch Schrift ausgelegt werden).

 

Wir wollen uns vor diesem Hintergrund einmal die wichtigste von den Lehrern der Pfingst- und Charismatischen Bewegung herangezogene Schriftstelle genauer ansehen.

 

 

a) Die verdrehte Deutung von Joel 3

und die Verwechslung von Israel und Gemeinde

 

Der zentrale „Beweistext“ dafür, daß die Pfingstbewegung eine göttliche Geistesausgießung war, ist für ihre Anhänger Joel 3,1-5 (in älteren Bibeln Joel 2,28-32). Dort steht geschrieben:

 

„1 Und nach diesem wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Ältesten werden Träume haben, eure Jünglinge werden Gesichte sehen; 2 und auch über die Knechte und über die Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen; 3 und ich werde Zeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut und Feuer und Rauchsäulen; 4 die Sonne soll verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe denn da kommt der große und schreckliche Tag des HERRN. 5 Es soll aber geschehen, daß ein jeder, der den Namen des HERRN anruft, gerettet wird; denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird eine Zuflucht sein, wie der HERR versprochen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.“

 

Dieses Schriftwort wurde ja von Petrus angeführt, als der Geist Gottes zu Pfingsten ausgegossen wurde und die Gemeinde gebildet wurde. Dabei ist jedoch zu beachten, daß Petrus nicht sagt: „Jetzt hat sich erfüllt...“ Er weist die Juden nur darauf hin, daß Gottes Wort eine Ausgießung des Heiligen Geistes vorhersagt.

 

Das Joelwort hat sich zu Pfingsten auch nicht im Vollsinn erfüllt, sonst hätte der Geist auf ganz Israel kommen müssen, und die damit verbundenen Wunderzeichen am Himmel hätten kommen müssen. Zu Pfingsten geschah nur eine Vor- und Teilerfüllung dieser Prophetie. Der Geist wurde auf eine kleine Minderheit christusgläubiger Juden ausgegossen, und aus ihnen wurde die Gemeinde Gottes gebildet, eine neue, von Israel unterschiedene Heilskörperschaft.

 

Nun behaupten viele charismatische Lehrer aufgrund von Joel 3, daß für die Gemeinde dem „Frühregen“ von Pfingsten der „Spätregen“ einer Geistesausgießung in der letzten Zeit folgen müsse, ein „zweites Pfingsten“. Die Frage ist nun: An wem erfüllt sich die Prophetie von Joel in der letzten Zeit? An Israel oder an den Heidenvölkern bzw. der Gemeinde?

 

Zunächst ergibt eine Betrachtung des größeren Textzusammenhangs, daß diese Verheißung sich eindeutig auf das Volk Israel bezieht und nicht auf die Gemeinde. Wer sind „eure Söhne“ und „eure Töchter“? Der Vers zuvor zeigt es eindeutig: Es geht um das am Ende der Zeiten wieder angenommene Volk Israel!

 

Demnach kann sich „alles Fleisch“ gar nicht auf „alle Menschen“ oder auf die Heiden beziehen, wie das die falschen Lehrer der Pfingst- und Charismatischen Bewegung behaupten. Gemeint ist: das ganze Volk Israel, alle Israeliten, ob jung oder alt, ob Magd oder Knecht. Dazu müssen wir wissen, daß das für Israel ja etwas völlig Neues sein wird, denn unter dem Gesetz kam der Heilige Geist nur auf wenige auserwählte Werkzeuge Gottes, in erster Linie Priester, Könige und Propheten. Nun sollte er auf alles Fleisch, d.h. ganz Israel ausgegossen werde – das ist der einzig mögliche, redliche Wortsinn von Joel 3,1.

 

Diese Deutung stimmt völlig überein mit anderen alttestamentlichen Zeugnissen von der endzeitlichen Geistesausgießung auf Israel; vor allem sei hier Hes 39,29 genannt: „Und ich werde mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen, wenn ich meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen habe, spicht der Herr, HERR“ (alte Elberfelder; vgl. auch Jes 32,15; Sach 12,10). Das wird geschehen, wenn der Herr Jesus Christus als Messias zu Israel kommt und es rettet, die Heidenvölker richtet und Sein 1000jähriges Friedensreich aufrichtet. Genau dieser Zeitpunkt ist auch bei Joel gemeint, wie das ganze Buch des Propheten zeigt.

 

Was ist aber mit den Heiden, die sich angeblich als ganze Völker bekehren, bevor der Herr wiederkommt? Sind sie vielleicht doch mit gemeint mit „allem Fleisch“? Die Antwort gibt uns das Kapitel 4 des Joelbuches. Dort heißt es nämlich: „Die Heidenvölker sollen sich aufmachen und in das Tal Josaphat hinaufziehen! Dort will ich zu Gericht sitzen über alle Heidenvölker ringsum. Legt die Sichel an, denn die Ernte ist reif; kommt und tretet, denn die Kelter ist voll; die Kufen fließen über, denn ihre Bosheit ist groß!“ (Joel 4,12-14).

 

Die Heidenvölker werden also in ein massenhaftes Gericht kommen und nicht zu einer Massenerweckung; auf sie gießt Gott bei der Erfüllung von Joel 3 Seinen Zorn aus und nicht etwa Seinen Geist!

 

Wir sehen hier: Die pfingstlerische Deutung von Joel 3 ist eine Verfälschung der Heiligen Schrift. Das, was das Wort Gottes für die Endzeit eindeutig und ausschließlich dem Volk Israel verheißt, wird in irreführender Weise auf die Gemeinde bezogen. Die angebliche weltweite Geistesausgießung auf alles Fleisch ist also eine unbiblische Verfälschung der Wahrheit! Die diesbezüglichen Weissagungen aus der Pfingst- und Charismatischen Bewegung sind damit ebenfalls als Lügenprophetien erwiesen; nicht der HERR hat durch diese Propheten gesprochen, sondern ein falscher Geist. Die heilsgeschichtliche Vertauschung von Israel und der Gemeinde ist übrigens das Kennzeichen vieler Irrlehren, was sich an den 144.000 aus Israel in Offb 7 zeigt, die u.a. von den „Zeugen Jehovas“ auf sich bezogen werden.

 

Die Schrift lehrt in bezug auf die Gemeinde, daß der Heilige Geist zu Pfingsten ein für allemal auf sie ausgegossen wurde und in ihr und bei ihr bleibt bis zur Entrückung (vgl. Joh 14,16-17; Apg 2,33; Tit 3, 5-6). Deshalb kennt die Schrift keine mehrfachen Geistesausgießungen auf die Gemeinde. Mit der schriftwidrigen „Geistesausgießung“ der Pfingstbewegung kann also nicht der wahre Heilige Geist ausgegossen worden sein.

 

 

b) Die Vermischung der Heilszeit der Gemeinde

mit der Heilszeit des Tausendjährigen Reiches

 

Zur Begründung ihrer Lehren und Prophetien, nach denen ganze Völker durch die endzeitliche Erweckung zu Christus kommen sollen, führen die Lehrer der Pfingst- und Charismatischen Bewegung immer wieder Bibelstellen an, die tatsächlich von etwas Ähnlichem reden. So heißt es in Ps 2,8: „Erbitte von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum“.

 

In Jes 2,2-3 heißt es: „Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des HERRN festgegründet stehen an der Spitze der Berge, und er wird erhaben sein über alle Höhen; und alle Heiden werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: ‚Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns belehre über seine Wege und wir auf seinen Pfaden wandeln!’ Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem“. Oder das Wort in Ps 86,9: „Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, o Herr, und deinem Namen Ehre geben.“

 

Wenn wir hier wieder den Text- und Schriftzusammenhang beachten, wird ganz klar: Alle diese Stellen, wo davon die Rede ist, daß ganze Völker zu Christus kommen, handeln von der künftigen Heilszeit des Tausendjährigen Reiches, wenn unser Herr Jesus als der Messias Israels und der König über alle Völker Seine wunderbare Friedensherrschaft angetreten hat! Dann erst, nicht etwa in der jetzigen Heilszeit der Gemeinde, werden sich tatsächlich ganze Völker (bzw. ihr Überrest nach den Gerichten des Tages des HERRN) zu Gott bekehren.

 

Auch hier wieder sehen wir die Spur endzeitlicher Verführung: Alles sieht biblisch aus, aber die Heilszeit der Gemeinde, wo nur eine Minderheit aus den Völkern herausgerufen wird zu Christus, wird vertauscht mit der künftigen Heilszeit des Tausendjährigen Reiches, in der tatsächlich ganze Völker Christus annehmen werden. Das ist eine schwerwiegende Irreführung, von der in Jer 23,36 geschrieben steht: „denn die Last wird für jeden sein eigenes Wort sein; denn ihr verdreht die Worte des lebendigen Gottes (...)“!

 

Die Prüfung anhand der Schrift erweist also das eine große lehrmäßige und visionäre Fundament der Pfingst- und Charismatischen Bewegung als eine Verdrehung der biblischen Wahrheit. Was für Israel verheißen wurde, wird auf die Gemeinde umgedeutet, wobei die Lehre des NT geleugnet wird, daß die Gemeinde den Heiligen Geist seit Pfingsten ein für allemal und bleibend bei sich hat. Eine Bewegung des echten Heiligen Geistes kann jedoch niemals auf einer Verdrehung des inspirierten Wortes gegründet werden!

 

Was ist dann der Zweck dieser unbiblischen Lehre? Es gibt nur eine logische Schlußfolgerung: Damit soll der Ausgießung eines anderen, falschen Geistes Bahn gemacht werden! Die Gläubigen, die den Heiligen Geist ja schon empfangen haben, sollen bereit gemacht werden, sich nach der „Ausgießung“ eines anderen Geistes auszustrecken. Die falschen Wunderzeichen der Endzeit sollen aufgrund von Joel 3 als echt angenommen werden, obgleich nach der Schrift für die Zeit des Endes nur Israel göttliche Wunderzeichen verheißen sind.

 

Ein Blick in die Geschichte der Gemeinde seit der Apostelzeit zeigt uns, daß die Fehldeutung von Joel 3 sich schon mehrfach als betrügerisches Einfallstor für falschprophetische Bewegungen erwiesen hat:

 

1. Montanus (2. Jh.): Montanus, ein ehemaliger Zauberpriester der Kybele, verkündete eine Geistesausgießung nach Joel 3. Er hatte zwei falsche Prophetinnen, die in Zungen redeten; es traten Heilungswunder auf. Trotz offenkundiger Lügenprophetien und Irrlehren hielt sich die Bewegung über Jahrhunderte.

 

2. Irvingianer / Katholisch-apostolische Bewegung (19. Jh.): Auch hier spielte die Erwartung einer „Geistesausgießung“ nach Joel 3 eine wesentliche Rolle. Eine solche kam dann auch mit Zungenreden, Heilungswundern und Falschprophetien. Es wurden 12 Apostel bestimmt, die angeblich die Kirche auf die Wiederkunft des Christus vorzubereiten hatten, die noch zu Lebzeiten der falschen Apostel stattfinden werde. Diese falschprophetische Bewegung mündete letzten Endes in die Sekte der „Neuapostolischen“.

 

3. Pfingstbewegung (20. Jh.): Auch hier war die Erwartung einer „Geistesausgießung“ nach Joel 3 schon vorher lebendig. Schwärmerisches Gebetsringen um ein solches Geisteserlebnis führte schließlich Anfang des 20. Jh. zu Phänomenen wie Zungenreden, Weissagungen, Ekstase und Umfallen, Wunderheilungen und anderen Wunderzeichen.

 

 

 

4. Die Warnungen des prophetischen Wortes vor der endzeitlichen Verführung

 

 

Wir haben vorher festgestellt, daß grundlegende Lehren der Pfingst- und Charismatischen Bewegung auf einer Verfälschung der Heiligen Schrift beruhen und letztlich Verführung sind. Aber wir müssen noch weiter gehen.

 

Die Lehren und Prophetien der Pfingst- und Charismatischen Bewegung lassen nämlich einen Bereich der biblischen Aussagen über die Endzeit weitgehend aus, der letztlich auf diese Bewegung selbst Anwendung findet: die Warnungen über die endzeitliche Verführung in der Christenheit, die in allen Bibelstellen so deutlich hervortreten, die überhaupt von der Endzeit handeln.

 

 

a) Das Auftreten von falschen Propheten

 

Wir haben schon vorher gesehen, daß die erste Antwort des Herrn Jesus auf die Frage seiner Jünger nach den Kennzeichen der Endzeit und Seiner Wiederkunft die Warnung war: „Habt acht, daß euch niemand verführt!“ (Mt 24,4).

 

Die Schrift sagt ganz klar, daß die letzte Zeit vor der Wiederkunft Jesu Christi von einer immer massiver werdenden falschprophetischen Verführung gekennzeichnet sein wird: „Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Ihr aber, habt acht! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt“ (Mk 13,22-23).

 

Falsche Prophetie bedeutet, daß Menschen auftreten im Namen Jesu Christi und behaupten, daß der Herr in Offenbarungen durch sie redet, und das u.a. sogar in der Ich-Form: „Ich bin der Christus!“ (Mt 24,5). Vor diesen falschen Propheten warnt uns der Herr Jesus in den bemerkenswerten Aussagen von Mt 7,15-23:

 

„15 Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind! 16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. 19 Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen.

21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. 22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? 23 Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!“

 

Diese Warnungen des Herrn werden im übrigen NT vielfach bestätigt und ergänzt. 1Joh 4,1 warnt davor, daß viele falsche Propheten am Wirken sind. Der Judasbrief warnt vor gewissenlosen Verführern, die dämonische Mächte lästern und Trennungen verursachen. Der 2. Petrusbrief warnt vor falschen Lehrern, die verderbliche Sekten einführen und die Gläubigen aus Habsucht mit betrügerischen Worten ausbeuten (2Pt 2,1-3).

 

In 1Tim 4,1 werden wir vor dem Wirken von verführerischen Geistern gewarnt und vor Lehren der Dämonen, die von Betrügern in der Gemeinde weiterverbreitet werden. Der 2. Timotheusbrief warnt uns vor Irrlehrern und Verführern, die der Wahrheit mit gefälschten Zeichen und Wundern widerstehen wie einst die Zauberer am Hof des Pharao, Jannes und Jambres (2Tim 3,6-9) und sagt voraus: „Böse Menschen aber und Betrüger werden es immer schlimmer treiben, indem sie verführen und sich verführen lassen“ (2Tim 3,13).

 

 

b) Das Auftreten von falschen Wunderzeichen

 

Ausdrücklich wird für die Endzeit das Auftreten betrügerischer Zeichen und Wunder vorhergesagt, die in der Zeit des Antichristen ihren schrecklichen Höhepunkt haben werden, aber schon vorher auftreten und viele verführen.

 

Wir haben in den Ausagen des Herrn in Mk 13,22 und Mt 7,22 von solchen falschen Wunderzeichen gehört. Der Antichrist selbst wird sich dieser Waffe in perfekter Weise bedienen: „(...) ihn, dessen Kommen aufgrund der Wirkung des Satans erfolgt, unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder und aller Verführung der Ungerechtigkeit bei denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können. Darum wird ihnen Gott eine wirksame Kraft der Verführung senden, so daß sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern Wohlgefallen hatten an der Ungerechtigkeit“ (2Th 2,9-12).

 

Auch in Offb 13,12-15 finden wir die verführerischen Wunderzeichen des Antichristen, der ein Heilungswunder gebraucht, um die Menschen zur Anbetung des Tieres zu verleiten (vgl. auch Offb 16,14; 19,20). Dasselbe Mittel also, das Gott in der Apostelzeit zur Bestätigung Seines inspirierten Schriftwortes gebraucht hat (Mk 16,20; Hebr 2,4), benutzt der Satan in der Endzeit zur Bekräftigung seiner Verführung.

 

Dieser Zusammenhang wird uns auch aus dem alttestamentlichen Vorbild in 5Mo 13,1-6 deutlich:

 

„Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr bewahren, um es zu tun; du sollst nichts zu ihm hinzufügen und nichts von ihm wegnehmen! Wenn in deiner Mitte ein Prophet oder Träumer aufstehen wird und dir ein Zeichen oder Wunder angibt, und das Zeichen oder Wunder trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, und er spricht [nun]: „Laßt uns anderen Göttern nachfolgen – die du nicht gekannt hast -, und laßt uns ihnen dienen!“, so sollst du den Worten eines solchen Propheten oder eines solchen Träumers nicht gehorchen; denn der HERR, euer Gott, prüft euch, um zu erfahren, ob ihr den HERRN, euren Gott, wirklich von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebt. Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhängen. Ein solcher Prophet aber oder ein solcher Träumer soll getötet werden, weil er Abfall gelehrt hat von dem HERRN, eurem Gott, (...) er hat dich abbringen wollen von dem Weg, auf dem zu gehen der HERR, dein Gott, dir geboten hat. So sollst du das Böse aus deiner Mitte ausrotten!“

 

 

c) Das Auftreten einer falschprophetischen Verführungsbewegung

 

Wir müssen also vom prophetischen Wort der Schrift her in der Zeit vor der Wiederkunft Jesu Christi eine einflußreiche falschprophetische Bewegung erwarten, die erstaunliche Wunderzeichen aufweist (Mt 24,24). Ihre Anhänger werden im Namen Jesu Christi weissagen, Dämonen austreiben und viele Wundertaten vollbringen (Mt 7,22). Die falschen Propheten dieser Bewegung werden den Anschein von echten Gläubigen haben, in Wirklichkeit aber werden sie Werkzeuge Satans zur Verführung der Schafe sein (Mt 7,15; 2Kor 11,13-15). Sie werden u.a. durch Habgier und das Streben nach Bereicherung und Wohlstand sowie durch Lästerung des Satans und der Finsternismächte gekennzeichnet (1Tim 6,3-5; 2Pt 2; Jud 4-19). Hinter dieser Bewegung stehen das Wirken verführerischer Geister und Lehren der Dämonen (1Tim 4,1; 1Joh 4,1-3).

 

Wo finden wir heute eine solche Bewegung? Es gibt nur eine mögliche Antwort: Wenn das prophetische Wort der Heiligen Schrift nicht lügt, dann kann es nur die Pfingst- und Charismatische Bewegung sein, auf die diese Kennzeichen voll und ganz zutreffen! Oder meinen wir, diese Warnungen seien umsonst niedergeschrieben worden?

 

In der Pfingst- und Charismatischen Bewegung finden wir auch eine Erfüllung der prophetischen Weissagung vom Auftreten Isebels, der falschen Prophetin in Thyatira, die die Gläubigen zu geistlicher Hurerei verführt, d.h. zur Anbetung von Götzen und Gemeinschaft mit Dämonen (Offb 2,20-23). Ihre Anhänger behaupten, „die Tiefen des Satans erkannt zu haben“ – was in erschreckender Weise auf viele charismatische Irrlehrer zutrifft. Isebel lehrt als Frau (entgegen dem ausdrücklichen Gebot Gottes in 1Tim 2,12) und verführt wahre Gläubige („meine Knechte“). Es gibt in der Pfingst- und Charismatischen Bewegung entgegen dem Wort Gottes eine große Zahl von „geistgesalbten“ Leiterinnen, Lehrerinnen und Prophetinnen. Schon allein diese offene Übertretung der Anweisung in der Schrift erweist den Geist dieser Bewegung als betrügerisch – jedenfalls für die, denen die Gebote der Schrift noch etwas bedeuten.


 

5. Das Gericht der Verführung im Haus Gottes

 

 

Viele Gläubige erschrecken innerlich vor einer solchen Aussicht und können diese scharfe biblische Sicht der Pfingst- und Charismatischen Bewegung nicht annehmen. Sie können nicht glauben, daß mitten in der Gemeinde tatsächlich ein falscher Geist wirken kann und daß echte Gläubige durch raffinierte Verführer getäuscht werden können.

 

 

a) Die Verführung in der Gemeinde laut 2. Korinther 11

 

Doch hierzu gibt uns das Wort Gottes ein ernstes Zeugnis, das alle diejenigen nachdenklich machen sollte, die so denken und die Warnungen vor Verführung in der Christenheit als übertrieben abtun. Es handelt sich um das Wort des Apostels Paulus in 2Kor 11,1-4:

 

„1 Möchtet ihr mich doch ein wenig in [meiner] Torheit ertragen! Doch ihr ertragt mich ja schon. 2 Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau dem Christus zuzuführen. 3 Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus. 4 Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen.“

 

Hier zeigt das Wort Gottes, daß die Gemeinde in Korinth, als sie die falschen Überapostel aufgenommen hatte, von denen Paulus in V. 13-15 mehr sagt, in gefährlicher Weise verführt worden war.

 

Diese falschen Apostel verkündigten in Korinth einen anderen, gefälschten Jesus, der nicht mit dem in der Bibel geoffenbarten Herrn Jesus Christus identisch war. Sie verleiteten auch die Korinther, einen anderen, betrügerischen Geist zu empfangen, den sie bei ihrer Wiedergeburt nicht empfangen hatten. Und sie verkündigten ein anderes Evangelium, das nicht das in der Schrift geoffenbarte Evangelium war. Und die Korinther, die ja unmündig und fleischlich waren, erkannten die Verführung nicht! Im Gegenteil, sie fanden die Betrüger und Falschapostel faszinierender und „vollmächtiger“ als den echten Apostel Paulus (vgl. V. 5-6). Sind wir besser als die Korinther damals?

 

Nein, auch wir müssen achtgeben, daß wir nicht durch die endzeitlichen Verführungen getäuscht und verzaubert werden (Gal 3,1). In dem oben angeführten Schriftwort wird uns das Geheimnis der falschprophetischen Verführung enthüllt, der Grund, weshalb sie oft so schwer erkennbar und schillernd ist. Die Verführer reden sehr viel von „Jesus“ – aber sie meinen einen anderen Jesus als den biblischen Herrn Jesus Christus. Die Verführer verleiten die Gläubigen dazu, einen Geist zu empfangen – aber es ist nicht der wahre Heilige Geist, sondern ein anderer, irreführender Geist. Die Verführer predigen das Evangelium – aber es ist ein anderes Evangelium als das biblische, ein gefälschtes, verdrehtes Evangelium. Sie haben Eifer und „Vollmacht“, sie können bezwingend reden und strahlen eine faszinierende Überfrömmigkeit aus – aber sie sind nicht echt; durch sie wirkt der Satan, verkleidet als Engel des Lichts.

 

Wir sehen hier auch die eigentliche Gefahr der in einem besonders heiligen, überfrommen Gewand einhergehenden Verführung Satans: Er verstellt sich als Engel des Lichts, um die Gläubigen zu faszinieren und von ihrem wahren Herrn Jesus Christus abzulenken! Sein Ziel ist es, Gläubige von der Einfalt gegenüber Christus wegzubringen. Der Herr Jesus und Sein Wort soll ihnen nicht mehr alles sein; andere Stimmen, andere Botschaften, ja, ein anderer Jesus soll ihr Herz betören.

 

 

b) Das geweissagte Gericht im Haus Gottes

 

Das oben Gesagte ist eine ernste, aufrüttelnde, zur Buße und Wachsamkeit mahnende Botschaft. Für viele oberflächliche, in der Schrift nicht gegründete Gläubige ist sie eine harte Rede, die sie nicht annehmen wollen. Aber die Schrift sagt ganz klar, daß es auch ein Gericht des heiligen Gottes an seinem eigenen Haus gibt, dort, wo Sein Wort verworfen und Seine Wahrheit verlassen wird: „Denn die Zeit ist da, daß das Gericht beginnt beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, wie wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht glauben? Und wenn der Gerechte nur mit Not gerettet wird, wo wird sich der Gottlose und Sünder wiederfinden?“ (1Pt 4,17-18).

 

Die Ausgießung des falschen Geistes der Pfingstbewegung war ein Gericht Gottes über die Untreue und den Glaubensabfall in seiner Gemeinde. Es ist kein Zufall, daß dieser betrügerische Geist zuerst auf Anhänger der extremen Heiligungsbewegung fiel, die die schlimme Irrlehre vertraten, ein Christ könne durch eine einmalige Heiligungserfahrung zur völligen Sündlosigkeit und einem „reinen Herzen“ gelangen. Sie fielen damit unter das Urteil von 1Joh 1,8 u. 10: „Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. (...) Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns“.

 

Der Geist dieser Bewegung war von Anfang an ein Geist der Lüge und der Verführung, und er verführt diejenigen, welche die Liebe zur Wahrheit des Wortes Gottes an wichtigen Punkten nicht annehmen. Das starke Wachstum und der unwiderstehliche Einbruch dieses Geistes in die Reihen der „Evangelikalen“ in den zurückliegenden Jahren ist ein Gericht über deren Untreue und Abweichung vom Wort Gottes.

 

So hatte Gott auch auf Israel zur Zeit seiner tiefsten Untreue und seines Abfalls einen verführerischen Geist ausgegossen, wie Jes 29,9-11 bezeugt: „Stutzt und staunt, laßt euch verblenden und erblindet! Sie sind trunken, aber nicht vom Wein; sie schwanken, aber nicht vom starken Getränk, sondern weil der HERR über euch einen Geist tiefen Schlafes [od. der Bewußtlosigkeit] ausgegossen und eure Augen, die Propheten, verschlossen, und eure Häupter, die Seher, verhüllt hat. Darum ist alle Offenbarung für euch geworden wie die Worte eines versiegelten Buches. Wenn man dieses einem gibt, der lesen kann, und zu ihm sagt: Lies das! so antwortet er: Ich kann nicht, weil es versiegelt ist!“

 

In denselben geistlichen Zusammenhang gehört 2Chr 18,22, wo es von dem König Ahab heißt: „Und nun siehe, der HERR hat einen Geist der Lüge in den Mund dieser deiner Propheten gelegt; und der HERR hat Unheil über dich geredet.“ In einer anderen Stelle wird geschildert, wie Gott zum Gericht über Ägypten einen betrügerischen Geist ausgießt: „Der HERR hat einen Taumelgeist unter sie [die weisen Räte des Pharao] ausgegossen, so daß sie Ägypten in all seinem Tun irreführen, wie ein Trunkener herumtaumelt in seinem Erbrochenen“ (Jes 19,14).

 

 

c) Die verderblichen Auswirkungen des falschen Geistes

in der Pfingst- und Charismatischen Bewegung

 

Es ist erschreckend, den Bezug dieser Gerichtsworte zu den üblen Szenen des sogenannten „Toronto-Segens“ zu erkennen. Charismatiker, die den Namen Jesu Christi bekennen, taumeln und fallen bewußtlos nieder unter der Wirkung des charismatischen Irrgeistes. Sie zittern und hüpfen umher wie die Besessenen; sie wälzen sich lachend am Boden und können nicht aufhören; sie liegen unzüchtig entblößt da; sie stoßen Tierlaute aus und kriechen wie Schlangen auf dem Boden umher.

 

All dies geschieht im Namen des Herrn der Herrlichkeit, den sie fortwährend lästern und entehren. Was ist dies anderes als Gericht? Und dies ist nicht etwa eine neue Entwicklung; solche Szenen haben das Wirken jenes falschen Geistes schon von den Anfängen in Azusa Street und Kassel her begleitet, wie Befürworter dieser Dinge zu recht betonen. Man wird an das Wort in Jes 28,7-13 erinnert:

 

„Aber auch diese taumeln vom Wein und schwanken vom Rauschtrank; Priester und Prophet sind vom Rauschtrank berauscht, vom Wein benebelt, sie taumeln vom Rauschtrank; sie sehen nicht mehr klar, urteilen unsicher. (...) Wem soll er Erkenntnis beibringen, wem die Botschaft erläutern? Denen, die von der Milch entwöhnt, von den Brüsten abgesetzt sind? Weil sie sagen: ‘Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig’, so wird auch Er zu diesem Volk mit stammelnden Lippen und in fremder Sprache reden, er, der zu ihnen gesagt hatte: ‘Das ist die Ruhe! Erquickt den Müden! Und das ist die Erquickung’, aber sie wollten nicht hören. Und so soll auch ihnen das Wort des HERRN werden: ‘Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig’, - damit sie hingehen und rückwärts hinstürzen, zerbrochen und verstrickt und gefangen werden.“

 

Wie weit hat der verführerische Geist die Anhänger dieser Bewegung schon trunken gemacht und ihr Urteilsvermögen benebelt, wenn diese erschreckenden Auswüchse als Wirkungen des Heiligen Geistes ausgegeben werden – eben jenes Geistes, der nach dem Zeugnis der Schrift ein Geist der Zucht und Besonnenheit ist (2Tim 1,7), d.h. ein Geist, der beim Gläubigen bewußte Selbstkontrolle, Nüchternheit, Anstand, Zucht und gesunden Verstand bewirkt. Eine der Früchte des Geistes nach Gal 5,22 ist die Selbstbeherrschung, d.h. ein züchtige, bewußte Lenkung der Persönlichkeit durch den Geist Gottes. „Die Geister (od. Geisteswirkungen) der Propheten sind den Propheten untertan“, heißt es in 1Kor 14,32.

 

Alle Zwanghaftigkeit ist ebenso wie Bewußtlosigkeit und Trunkenheit das sichere Anzeichen eines dämonischen Geistes (vgl 1Kor 12,2; 2Tim 2,26). Die Wirkung des Geistes bewirkt dagegen Wachheit und Nüchternheit, Anstand und Zucht zur Verherrlichung Gottes (vgl. Eph 5,18; 1Th 5,6-7; 1Tim 2,9; Tit 1,8; 2,2; 2,5; 2,6; 2,12).

 

Ekstase und „Trunkenheit im Geist“ gehören wie die Mystik mit ihren falschen inneren Offenbarungen zum Gift der Hure Babylon, zur heidnischen Falschreligion. Wer sich diesen falschgeistigen Ekstasen ergibt, bezahlt einen hohen Preis. Nicht selten sind Depressionen und Lästergedanken, geistige und seelische Zerrüttung, Verlust der Heilsgewißheit und Schaden für Familie und Beruf aufgrund falscher Visionen und „Führungen“ die Folge der manipulierten Höhenflüge.

 

Besonders im Bereich der Charismatik haben immer mehr heidnisch-okkulte Lehren um sich gegriffen, die den biblischen Glauben verleugnen und ihn durch eine christlich getarnte Magie ersetzen. Hierzu gehören die Lehren Yonggi Chos über die „vierte Dimension“, über die angebliche „Macht der Worte“ des Menschen, der nur das bekennen muß, was er haben will, um es dann zu empfangen.

 

Auch Irrlehrer wie Kenneth Hagin mit seinem „Gesetz des Glaubens“ und die einflußreiche „Wort des Glaubens“-Bewegung sowie Robert Schuller und andere, die New-Age-Prinzipien des „positiven Denkens“ lehren, lehren und betreiben nichts anderes als christlich verhüllte Zauberei. Die „Visualisierung“, d.h. eine bewußte Bildvorstellung, die angeblich Realitäten hervorbringen oder verändern kann, ist eine uralte schamanisch-okkulte Technik, die von falschen Lehrern in der Charismatischen Bewegung heute vielfach propagiert wird.

 

 

d) Die charismatische Verführung in ihrem endzeitlichen Zusammenhang

 

Von der endzeitlichen Perspektive der Schrift her ist die Pfingst- und Charismatische Bewegung mit ihren falschen Prophetien und falschen Wunderzeichen eine raffinierte Irreführung, die von dem von Gott eingegebenen Wort der Heiligen Schrift ablenken soll und dazu beiträgt, den vorhergesagten kräftigen Irrtümern des Antichristen den Weg zu bereiten.

 

Ihren Anhängern wird eingeredet, daß die mit Wunderzeichen bekräftigten Prophetenbotschaften wahre Worte Gottes seien. Damit werden sie vorbereitet für die wirksame Kraft der Verführung des Antichristen und seines falschen Propheten, der ebenfalls falsche Wunderzeichen gebrauchen wird, um die Menschen zu blenden und sich als Gottes auserwähltes Werkzeug hinzustellen (2Th 2,9-12; Offb 13).

 

Die Charismatiker werden systematisch darauf ausgerichtet, auf die Stimme ihrer Propheten als auf das echte Reden Gottes zu hören. Auch wenn, um die vielen offenkundig nicht eingetroffenen Prophetien zu erklären, ein gewisses Maß an menschlichem Irrtum eingeräumt wird, werden die Botschaften dennoch als Reden Gottes hingestellt.

 

Nach der Bibel aber war jede echte prophetische Offenbarung vollkommenes Reden Gottes ohne menschliche Beimischung, und jeder Prophet, dessen Botschaft nicht eintraf, war als falscher Prophet entlarvt (vgl. 5Mo 18,22). Von den Propheten der Pfingst- und Charismatischen Bewegung gilt das Wort des echten Propheten Jeremia: „Lügen prophezeien diese Propheten in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt, ihnen nichts befohlen und nicht zu ihnen geredet; Lügengesichte und Wahrsagerei, Hirngespinste und Einbildungen ihres eigenen Herzens verkünden sie euch.“ (Jer 14,14).

 

Das Gefährliche an dieser falschprophetischen Bewegung ist, daß sie eine zweite Offenbarungsquelle neben der Bibel einführt, die in Wirklichkeit über der Bibel steht. Durch diese Ablenkung von der Heiligen Schrift als alleiniger Richtschnur öffnet sich der Satan einen Kanal, um seine falschen Lehren und irreführenden Botschaften in die Christenheit einzuschleusen und die Menschen von Gottes Wahrheit wegzulocken.

 

Dabei kommen durchaus übernatürliche Erkenntnisse vor (etwa über verborgene Sünden oder persönliche Erlebnisse), die auf Wahrsagerei und Hellseherei beruhen und die Menschen beeindrucken und irreführen sollen. Selbstverständlich klingt vieles biblisch und wird Wahrheit unter die Lüge gemischt, um das Ganze annehmbar zu machen. Aber das Unbiblische und Verführerische ist ja schon, daß man überhaupt auf die falschen Propheten hört, statt sich allein an das durch die wahren Propheten geoffenbarte Schriftwort zu halten!

 

Im Licht der biblischen Endzeitprophetie müssen wir nüchtern erkennen, daß diese falschprophetische Bewegung eine große Gefahr für die gläubige Gemeinde darstellt. Unter dem Schein einer höheren Frömmigkeit und größeren Vollmacht werden Christen weggelockt vom Wort Gottes und dem wahren Herrn und Erlöser Jesus Christus, und sie werden unter den Einfluß eines anderen Jesus und eines anderen Geistes gebracht, der unbiblische Lehren und Botschaften ausstreut.

 

Letztlich wird durch diese Bewegung das Fundament des biblischen Glaubens und der reformatorischen Lehre untergraben, nämlich die Gründung allein auf die Schrift. Indem diese Bewegung neben der Schrift noch die Autorität prophetischer Neuoffenbarungen und zunehmend offener auch die Autorität von neuen Aposteln aufrichtet, führt sie ihre Anhänger weg von der Reformation und letztlich hin zu römisch-katholischen Positionen. Die römisch-katholische Kirche erkennt ja neben der Bibel (die sie in Wahrheit verleugnet) u.a. die Autorität der Päpste als angebliche Nachfolger der Apostel und auch prophetische Neuoffenbarungen (wie etwa die Botschaften von Lourdes oder Fatima) an.

 

Vor dem Hintergrund der biblischen Offenbarung, daß am Ende die Namenschristenheit einmal zu einer großen Welteinheitskirche unter römischer Vorherrschaft zusammengeschlossen sein wird, nämlich der Hure Babylon (Offb 17 u. 18), müssen wir ganz nüchtern warnen: Letztlich führt der falsche Geist der Pfingst- und Charismatischen Bewegung seine Anhänger hin nach Babylon, in die Ökumene, die Vereinigung aller scheinbar christlichen Kirchen!

 

Schon heute sind nach katholischen Angaben die Mehrheit aller Charismatiker Katholiken. Die katholisch-charismatische Erneuerungsbewegung steht unter der persönlichen Schutzherrschaft des Papstes; in ihr sind Bischöfe und Kardinäle, Jesuiten und Priester tätig. Diese angeblich „wiedergeborenen, geistgetauften Christen“ sind loyale Katholiken und befürworten die unbiblische „Eucharistie“ ebenso wie die Heiligen- und Marienverehrung ihrer Kirche.

 

Der falsche Geist und seine falschen Wunderzeichen vereinen evangelisch und katholisch geprägte Charismatiker und machen unter mystischem Vorzeichen alle Lehrunterschiede und biblischen Abgrenzungen bedeutungslos. So kommt es, daß John Wimber bei Katharina von Siena oder Lourdes von göttlichen Wundern redet; „evangelikale“ Pfingstler umarmen Jesuiten, die theologisch die Bibelkritik vertreten, als „Brüder in Christus“, und katholische Charismatiker haben zunehmend Einfluß bei Kongressen und Aktivitäten.

 

Evangelikale Charismatiker tun Buße über die „Verletzung der Einheit des Leibes Christi“ und rufen nach „Heilung der Zerrissenheit“. Der theologisch liberale ökumenische Weltkirchenrat begrüßt die Charismatische Bewegung als wirksames Bindeglied zwischen den Konfessionen und arbeitet mit ihr zusammen, und führende Vertreter der Pfingstbewegung sind seit Jahren im „Dialog“ mit der römischen Kirche.

 

Schon das muß dem noch wachen Gläubigen zeigen: Der Geist dieser Bewegung kann niemals der Heilige Geist Gottes sein, der in der Reformation ungezählte Gläubige aus den Fängen der katholischen Kirche herausgeführt und von ihren Irrlehren befreit hatte.

 

Der wahre Heilige Geist gab den Gläubigen damals Kraft, für die biblisch-evangelischen Lehren zu sterben – die verführten Urenkel dieser Generation suchen heute die mystische „Einheit“ mit der römischen Kirche und haben alle biblischen Grundsätze über Bord geworfen. Sie sind vom Wort der Wahrheit gewichen, das ihnen allein Kraft und Bewahrung gegenüber der Endzeitverführung geben könnte. Sie sind, ohne es zu wissen, auf dem Weg nach Babylon. Dazu trägt der irreführende Einfluß der Pfingst- und Charismatischen Bewegung ganz entscheidend bei.

 

 

 

6. Die biblische Alternative: Treue zum Herrn und zu seinem Wort in der letzten Zeit

 

 

Die ernsten Wahrheiten über die endzeitliche Verführung mögen manche Gläubige bedrücken, ja sogar ängstigen, vor allem, wenn man sieht, in welchem Ausmaß dieser endzeitliche Sauerteig schon um sich gegriffen hat – auch in Gemeinden, die sich als „evangelikal“ und „bibeltreu“ bezeichnen.

 

Aber wir dürfen wissen und im Glauben festhalten: Unser Herr und Erlöser Jesus Christus hat die Macht, alle diejenigen, die sich aufrichtig an Ihm und Seinem Wort festhalten, vor den endzeitlichen Verführungsmächten zu bewahren. Auch wenn die Christenheit als Ganzes immer offenkundiger auf dem Weg zur Hure Babylon ist und viele vom Strudel der endzeitlichen Verführungen mitgerissen werden – Gott bewahrt sich ein treues Zeugnis in der Gemeinde, einen Überrest von treuen Gläubigen. Er tut dies um Seiner Gnade willen und zur Ehre Seines Namens – nicht weil diese Gläubigen besser wären als andere.

 

So gewiß Gottes Wort denen das Gericht und die Verführung ankündigt, die von Seinem Wort und von dem Herrn Jesus Christus abweichen, so gewiß verheißt es denen Bewahrung und Gnade, Kraft und Überwinden, die an dem Herrn und Seinem Wort treu und einfältig festhalten.

 

Das ist das Wichtigste in dieser schweren Zeit: daß wir unbedingt und von ganzem Herzen im Glauben festhalten an unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn des lebendigen Gottes, der für uns am Kreuz starb und dann auferstand. Er hat uns ganz aus Gnade errettet, die wir verderbt, verfinstert und verloren waren, dem Zorngericht Gottes ausgeliefert. Sein vollkommenes Sühnopfer ist der Felsengrund unseres Heils. Christus allein! Die Gnade allein! Der Glaube allein! Die Schrift allein! – diese in der Reformation wieder ans Licht gebrachten biblischen Grundsätze leiten den treuen Überrest.

 

Als der Apostel Paulus den Ältesten von Ephesus in prophetischer Schau enthüllt, daß nach seinem Abschied räuberische Wölfe zu ihnen kommen und die Herde verstören werden, da ermahnt er sie zur Wachsamkeit und gibt ihnen eine tröstliche Verheißung mit: „Und nun meine Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen und ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten“ (Apg 20,32). Wenn wir uns von Herzen an dieses kostbare Offenbarungswort halten, dann wird es uns vor der endzeitlichen Verführung sicher bewahren und uns stärken auf dem Glaubensweg, der vor uns liegt.

 

Das ist der erste Grundsatz des Wortes Gottes für den Weg des treuen Überrests der Gemeinde: das ernstliche Festhalten am Wort Gottes, dem inspirierten Offenbarungswort der Heiligen Schrift, durch das Gott uns Licht und Belehrung gibt. So folgt direkt auf die Ankündigung von Verführern in der Gemeinde das Wort an Timotheus in 2Tim 3, 14-17: „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewißheit geworden ist“ – nämlich in der Lehre der Schrift! Paulus ermahnt Timotheus: „Halte dich an das Muster der gesunden Worte (od. Lehren), die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!“ (2Tim 1,13-14). So sagt auch der erhöhte Herr zu der Gemeinde von Philadelphia, die ein prophetisches Vorbild des treuen Überrests in der Endzeit ist: „du hast (...) mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet“ (Offb 3,8).

 

Der Herr hat sich zu allen Zeiten des Abfalls und der Verderbnis im Volk Gottes einen treuen Überrest bewahrt, die 7 000, die die Knie nicht vor Baal gebeugt haben. Das sind diejenigen, die in ihrer persönlichen Herzensbeziehung zum Herrn sich nicht verführen lassen und festhalten an der „Einfalt gegenüber Christus“ (2Kor 11,3). Sie wissen, daß die Liebe zum Herrn und das gehorsame Bewahren seines Wortes zusammengehören: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!“ (Joh 14,15). Im 1. und besonders im 2. Timotheusbrief, in denen Paulus viel von der kommenden Verderbnis und Verführung im Haus Gottes enthüllt, finden sich auch wunderbare Ermutigungen für die, die dem Herrn treu bleiben wollen:

 

„Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen! und: Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit! In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und die einen zur Ehre, die anderen zur Unehre. Wenn nun jemand sich von solchen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und dem Hausherrn nützlich, zu jedem guten Werk zubereitet. So fliehe nun die Begierden der Jugend, jage aber der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden nach zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen.“ (2Tim 2,19-22)

 

Für diesen treuen Überrest gilt als zweiter Grundsatz, wie wir hier hören, die Absonderung, die klare Trennung von Irrlehren und falschen Lehrern, von dem Sauerteig der Verführung. Denn dieser Sauerteig durchsäuert sonst den ganzen Teig, wie wir in Galater 5,9 lesen. Die klare Abgrenzung von der endzeitlichen Verführung, sei es in charismatischer oder anderer Spielart, ist deshalb ein Überlebensgebot für den treuen Überrest der Gemeinde. Was Irrlehrer oder falsche Propheten betrifft, so lesen wir immer wieder: „Meidet sie!“ „Von solchen halte dich fern!“ „Von solchen wende dich ab!“ (Röm 16,17-18; 1Tim 6,5; 2Tim 3,5).

 

Auch auf die charismatische Endzeitverführung trifft das für den treuen Überrest so bedeutsame Wort aus 2Kor 6,14-7,1 zu:

 

„Seid nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: „Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an; und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Weil wir nun diese Verheißung haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!“

 

 

Wenn wir nach diesen biblischen Grundsätzen mit unserem Herrn wandeln, dann wird Er uns bewahren und an Sein Ziel bringen mitten in den Verführungen und Verderbnissen dieser letzten Zeit. Ihm sei die Ehre und die Anbetung dafür!

 

Ich möchte schließen mit den Worten des erhöhten und verherrlichten Herrn aus Offb 3,7-13 an die Gemeinde von Philadelphia:

 

„7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat; der öffnet, so daß niemand zuschließt, und zuschließt, so daß niemand öffnet:

8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet.

9 Siehe, ich gebe, daß solche aus der Synagoge des Satans, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen, siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, daß ich dich geliebt habe.

10 Weil du das Wort vom standhaften Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen.

11 Siehe, ich komme bald; halte fest, was du hast, damit [dir] niemand deine Krone nehme!

12 Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich will auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das vom Himmel herabkommt von meinem Gott aus, und meinen neuen Namen.

13 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“

 

 

 


 

Literaturhinweise:

 

 

Wolfgang Bühne, Spiel mit dem Feuer (CLV)

 

Rudolf Ebertshäuser, Die Charismatische Bewegung im Licht der Bibel (CLV)

 

Flugfeuer fremden Geistes (GV)

 

Rudi Holzhauer, Verführungsprinzipien (IABC)

 

Rudi Holzhauer, Daß Euch niemand verführe (EG)

 

Richard Ising, Kräftige Irrtümer (LGD)

 

 

 

Verlage / Bezugsquellen:

 

CLV                  Christliche Literaturverbreitung Bielefeld

EG                   Verlag u. Schriftenmission der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland, Wuppertal

GV                   Gnadauer Verlag Denkendorf

LGD                 Lutherischer Gemeinschaftsdienst Berlin

IABC                Verlag IABC Wuppertal

 

 

 

Folgende aufklärende Broschüren von Rudolf Ebertshäuser

können beim Esra-Schriftendienst bestellt werden:

 

 

Der „Toronto-Segen“ – ein Wirken des Heiligen Geistes? [7 S. A4]

 

Der Weg treuer Christusnachfolge und die charismatische Irreführung

[15 S. A4; Vortrag; behandelt das Wesen der charismatischen Verführung anhand von 2Kor 11,1-4 und den Weg des treuen Überrests in der Endzeit]

 

Der charismatische „Lobpreis“ – Fremdes Feuer im Heiligtum Gottes

[24 S. A4; über die geistliche Beurteilung charismatischer Lieder]

 

Bücherliste auferbauender Literatur für suchende und ehemalige Charismatiker

[3 S. A4; Hinweise fürs Bibelstudium, Glaubensleben, Verführung, charismatische Lehrfragen]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Postfach 19 10, D-71209 Leonberg

3. Auflage August 2002

Schriftzitate sind in der Regel der revidierten Schlachter-Bibel entnommen