Fragen und Antworten

00014 Feigenbaum verflucht (Matth. 21,18ff. u. Mark.11,13ff.)

Q.: Jeremie Kambila
Warum verfluchte der Herr Jesus den Feigenbaum?  Jeremie Kambila
Im Herrn Jesus Christus
Hans Peter Wepf
1. Mose 15.6
Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.

Antwort
Lieber Jeremie

Israel ist ein Bild vom Feigenbaum
Hos 9,10

Ich fand Israel wie Trauben in der Wüste; wie eine Frühfrucht am Feigenbaum, in seinem ersten Trieb, ersah ich eure Väter. Sie aber gingen nach Baal-Peor und weihten sich der Schande, und sie wurden Gräuel wie ihr Buhle.

Israel hatte keine Frucht.

Lukas 13,6 Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen Feigenbaum, der in seinem Weinberg gepflanzt war; und er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine. 7 Er sprach aber zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine; haue ihn ab, wozu macht er auch das Land unnütz?

Auch Feigenblätter können die Sünde nicht bedecken, siehe Adam und Eva.



Weinstock und Feigenbaum
Elberfelder 1905 Hebräisch / Griechisch
Jeremia
Jeremia 8,13 Wegraffen werde ich sie, spricht Jehova. Keine Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum, und das Blatt ist verwelkt: So will ich ihnen solche bestellen, die sie verheeren werden. Jer 8,13 אָסֹף אֲסִיפֵם נְאֻם־יְהֹוָה אֵין עֲנָבִים בַּגֶּפֶן וְאֵין תְּאֵנִים בַּתְּאֵנָה וְהֶעָלֶה נָבֵל וָאֶתֵּן לָהֶם יַעַבְרוּם׃
Welche Bedeutung haben im Worte Gottes der Weinstock und der Feigenbaum?

Weinstock und Feigenbaum sind alttestamentliche Schattenbilder von Israel, dem irdischen Volke Gottes.
Jehovas Absicht mit den Menschen war von jeher, daß sie fruchtbar sein sollten.

In der Gesetzeszeit musste Gott durch den
 Propheten Jeremia klagen.
Diese Klage gilt Israel, dem Weinstock, welcher keine Trauben besitzt.
Die gleiche Klage gegen Israel nennt den Feigenbaum, welcher in der Zeit
des Propheten nicht die Frucht der Feigen finden lässt.

Aufgrund der Fruchtlosigkeit ist über Israel das Strafgericht Gottes (Zerstreuung) angekündigt.
Denn ein Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen (Matthäus. 3,10).
Ein gefällter Baum dient der Verbrennung, welche auf das Gericht über Israel hinweist.
Ins Gericht gelangt nur der fluchwürdige Teil, nicht aber der Fruchtträger.
Diese Anwendung gilt nicht allein für Israel, sondern auch für die Christenheit (Rom. 11,21).

Was meint aber Gottes Wort mit Weinstock und Feigenbaum bezüglich Israel?
Fest steht doch wohl, dass Gott sein irdisches Volk nicht grundlos an vielen Schriftstellen so nennt.

Diese beiden Bezeichnungen haben einen tiefen Sinn sie stellen Israel,
nach zwei Seiten dar.

Beide Seiten behandeln nicht nur der Tanach, bei Mose beginnend bis zur Zeit Jesu auf Erden,
sondern auch im NT finden wir jene Bezeichnungen, welche sogar Ewigkeitswerte besitzen.

Danach bedeutet:
Weinstock = Priestertum;
Feigenbaum = Königtum.

Gott hatte Mose dafür bestimmt, das Königtum und Priestertum zu beginnen.

Mose aber fand sich nicht fähig, den Doppeldienst zu verrichten, obgleich dieser Mensch das Zeugnis Gottes besass:
„Der Mann Mose aber war sehr sanftmütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren" (4. Mose 12,3).
Mose kannte seine persönliche Unfähigkeit und blickte zu sehr auf diese,
worin er die Macht und Herrlichkeit des Herrn ausser acht ließ (2. Mose 4,10-16).
Daraufhin teilt Gott den Dienst zwischen Mose und Aaron.


Hierbei erhält Mose die äußere Führerschaft, um die Belange des Königtums zu versehen.
In jener Zeit ward Mose selbst noch König in Jeschurun genannt (5. Mose 33,5).

Somit erkennen wir in Mose das vorgeschattete Bild des Königs,
letztlich hindeutend auf Jesus Christus,

den Sohn Gottes, welcher das Königtum nicht verlieren wird (Psalm 10,16).
Moses Bruder, Aaron, wird zum Priestertum bestimmt.
Mit dem ersten Hohenpriester in Israel verbindet Gott gleichzeitig die Ordnung, der alle Hohenpriester angehören,
die nicht gleichzeitig das Königtum innehaben.

Jene Vorschrift beinhaltet die Priesterordnung Aarons (Hebr. 7,11).
Aaron ist damit auch das vorgeschattete Bild des Hohenpriesters, letztlich hindeutend auf Jesus Christus, den Sohn Gottes,
welcher das Priestertum ewiglich behält (Hebr. 5,6).

Die Veränderung der Ordnung wechselt damit vom AT zum NT,
von der getrennten Dienstleitung der Ordnung Aarons zur Priesterordnung Melchisedeks.


Der Dienst des NT verläuft durch Jesus den Herrn, welcher selbst nach der Priesterordnung Melchisedeks ist.
Diese neutestamentliche Priesterordnung lässt beide Dienste, das Königtum und das Priestertum, in einer Person zu.

Deshalb war Melchisedek (1. Mose 14,18) sowohl „König" von Salem, als auch „Priester Gottes, des Höchsten".

Die Erfüllung finden wir in der Person des Gottessohnes, welcher:↓↓
König, Joh. 19,15; I.Tim. 6,15 und Offb. 17,14;
und Priester, Psalm 110,4; Hebr. 7,11 und Hebr. 9,11 ist.


Nicht allein Christus, sondern auch die Kinder Gottes sind durch das wunderbare Opfer Jesu in die Stellung von Königen und Priestern gekommen (Offb. 1,6)!
Ein weiteres Schattenbild finden wir im Tanach bei:
 dem Hohenpriester „Josua" ↓↓
in Sacharja 3,1 und dem königlichen Landpfleger↓↓
„Serubbabel" in Haggai. 2,20- 23.

Die Erfüllung der Verheissung weist auf den „Spross" Jesus Christus hin, in welchem die Vollkommenheit und Gerechtigkeit angekündigt ist: ↓↓
Jesaja 4,2; Sacharja 6,12-B; Jeremia 23,5 und 33,15.

Das Priestertum in Israel versah insbesondere den Tempeldienst, also den israelitischen Innendienst.

Das Königtum in Israel behandelte insbesondere den Landesdienst im Königreich, also den israelitischen „Außendienst".
Bei der Frucht des Weines wird nur die innere Substanz benutzt, während bei der Frucht der Feigen die ganze äussere Form genossen wird.
Bei der Übergangszeit vom Gesetz zur Gnade lebte der Herr auf dieser Erde um des Errettungswerkes willen.

Damals verfluchte der Herr den Feigenbaum:↓↓
„Der Feigenbaum, den du verfluchst, ist verdorrt" (Markus 11,21).

Dieser Fluch galt Israel nach der äusseren Landesform, der völkischen Existenz im Verheißungsland.

Darin finden wir in der erweiterten Form des Feigenbaumes das Königtum.
40 Jahre nach der Verfluchung vollzog sich das Ende des bis dahin noch vorhandenen Landes mit allen Überlieferungen.

Den Weinstock hat der Herr Jesus nicht verflucht, weil dieser auf das Priestertum hinweist.
Das Priestertum wurde nicht beendet, sondern wechselte lediglich von der alttestamentlichen Ordnung im Fleische zum geistlichen Priestertum des NT.

So nennt der Apostel Petrus in 1. Petrus 2,5 die Gläubigen „ein heiliges Priestertum".
Die Kinder Gottes sind heute keine „Könige".
Die Schrift jedenfalls nennt sie nicht so.
Die Königswürde wartet auf uns in des Himmels Herrlichkeit, wenn wir IHM gleich sein werden, 1.Joh. 3,2b.
Aus dem gleichen Anlass bezeichnet uns das Wort Gottes „königlich".
Das „lieh" deutet auf die Ähnlichkeit hin, die aber noch nicht völlig erfüllt ist (1. Petr. 2,9).
Ein „königliches Priestertum" sind wir jetzt schon.
Das „königlich" drückt die Eigenschaft des allerdings jetzt schon vorhandenen Priestertums aus.
Die Priester im AT dienten dem Herrn und dem übrigen Volk.
Gleich so hat der Herr auch uns geheissen, einander zu dienen (Gal. 5,13).
Die Könige im AT herrschten nach der Weisung Gottes über das Volk Israel.
Weil unser Königtum in Christo bis zur Offenbarung der Söhne Gottes noch verborgen ist,
erwarten wir dies erst. Das Herrschen hat uns der Herr nicht erlaubt (1. Petrus 5,3).
Sobald uns der Herr Jesus in des Himmels Herrlichkeit aufgenommen hat (Offb. 5,10), ist erfüllt, was uns verheissen wurde:
Könige und Priester zu sein. Dann werden wir mit dem Haupt (unserem Herrn) in jenen 1000 Jahren mitherrschen.
Heute jedoch erfüllen wir den Wunsch unseres Gottes, wenn wir im Vorbilde Jesu einander dienen (Lukas 22,27).


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Warum verfluchte der Herr den Feigenbaum? (Matth. 21,18ff. u. Mark.11,13ff.)
Antwort A
Der Grund, warum der Herr dem Baume die Lebenskraft nahm, ist einfach der, daß Er Seinen Jüngern zeigen wollte, wie der nicht ungestraft bleibt, bei dem Er Früchte erwartet und nicht findet. Beachten wir aber den Zusammenhang (kurz vorher fand der Einzug in Jerusalem und die Tempelreinigung statt), so ergibt sich, daß die Verfluchung des Feigenbaumes jedenfalls ein Zeichen sein soll, und zwar von dem über Jerusalem bevorstehenden Gericht. Israel war ein Feigenbaum mit Blättern ohne Frucht. Religiöse Formen, „Hosianna“ rufende Massen waren da, aber die Früchte der Umkehr (metanoia) fehlten. Darum war Israel einem wertlosen unfruchtbaren Baume gleich geworden und reif zum Gericht.
Chr. K.
Antwort B
Der Herr kommt von Bethanien. Er hatte mit Seinen Jüngern daselbst übernachtet. Dort hatte Er ein Heim, wo Er in Liebe aufgenommen wurde und nicht zu hungern brauchte. Liegt nicht etwas Bedeutungsvolles darin, daß Ihn hungerte, als Er von Bethanien weggegangen war? Wie Ihn hungerte, verlangte Ihn danach, solche Bethanien-Aufnahme bei Seinem Volke zu finden. - Der Herr tat viele Zeichen und Wunder. Zeichen waren Wunder, die in ihrer Art zugleich Belehrungen von tiefer Bedeutung enthielten. So ist auch das Wunder an dem Feigenbaum von tiefer, tiefer Bedeutung. Sein
Auge sieht in der „Ferne“ (Zukunft) den Feigenbaum (Israel) mit Blättern bedeckt, - Israel, in Verbindung mit seinem Messias - grünen, blühen und Früchte tragen. Aber Er „naht“ sich jetzt Seinem Volke und findet nur den Schein, aber keine Wirklichkeit. Gottesdienste wurden im Tempel mit Eifer gehalten; Moses wurde hocherhoben und die Schriften erforscht, aber Ihn, ihren Messias, verwarfen sie. Sie wollten Gott Frucht tragen ohne Ihn. Israel, von Gott bestimmt, die Fruchtspenderin des Segens Gottes auf der Erde zu sein, wird jetzt abgeschnitten. Es hat auf dem Boden des Alten Bundes stehend gänzlich gefehlt, und auf diesem Grunde wird keine Frucht von Israel je gegessen werden.
Die Zeit der Feigen, wo sie eingesammelt wurden, war noch nicht, so daß, wenn der Baum Früchte gehabt hätte, diese hätten am Baume sein müssen. Diesen unfruchtbaren Baum, der das Äußere eines fruchttragenden hatte, gebraucht der Herr als ein Bild von Israel, um Sein Urteil über Israel als in Verbindung mit dem Alten Bunde auszusprechen.
v. d. K.
Antwort C
Der Feigenbaum bekommt erst Früchte und dann Blätter. In der Scofield Bible finde ich nachstehende Notiz, die vielleicht mit zum Verständnis beitragen kann: „Feigenbäume, welche ihre Blätter den Winter durch behielten, hatten auch gewöhnlich Früchte. Die Jahreszeit war für neue Blätter und Früchte noch zu früh.“ Das Nicht-Vorfinden der Frucht bewies die Unfruchtbarkeit des Baumes selbst.
...r.
Anmerkung des Herausgebers
Selbst wenn man dies Gleichnis nach Matth. 21 wohl versteht: als ein Zeichen des Gerichts über das unfruchtbare Volk Israel, so bleibt für manche Leser der Schrift noch eine große Schwierigkeit in der Fassung des Gleichnisses in Mark. 11. Wenn noch nicht die Zeit der Feigen war (Vers 13), wie kann Jesus dann Feigen zu finden erwarten und, als Er keine findet, den Baum verfluchen? Aber man kann demgegenüber sagen: Wenn schon Feigenzeit gewesen wäre, so hätten die Feigen schon abgeerntet gewesen sein können, als der Herr Jesus kam, sodass Er dann nichts hätte finden können. Gerade weil noch nicht Feigenzeit war, der Baum aber schon in vollen Blättern stand, hätte der Herr Jesus Früchte finden müssen, wenn auch noch nicht ganz reife. Aber dieser Baum trug nur Blätter - wie Israel als Volk, und darum wurde er verflucht. „Ach Blätter nur -!“


Im Herrn Jesus Christus
Hans Peter Wepf
1. Mose 15.6
Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.



Danke für das Teilen dieser wunderbaren geistlichen Einsichten mit den biblisch hergeleitetn Unterscheidungen von Priestertum und Königtum, königlich und priesterlich, Weinstock und Feigenbaum, innerlich und äusserlich etc. !
Herzliche Grüsse
Olivier

Johannes 1,14
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns
(und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut,
eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater),
voller Gnade und Wahrheit;​

Mt 21,21 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein das mit dem Feigenbaum Geschehene tun, sondern wenn ihr auch zu diesem Berge sagen werdet: Werde aufgehoben und ins Meer geworfen! so wird es geschehen. 

Worauf bezieht sich das Gleichnis des Herrn mit dem Berge?
Vielen Dank