Ich habe mal nachgelesen was in "Wikipedia" über den Nasiräer steht:
Nasiräer
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Nasiräer (vom hebräischen Nasir (נָזִיר),
das etwa mit "Asket" zu übersetzen ist) ist im Judentum ein Mensch,
der Gott gegenüber freiwillig einen besonderen Eid leistet.
Bestandteile des Eides sind:auf alkoholische Getränke wie Wein und
Bier völlig zu verzichten, ebenso
auf Weintrauben, Rosinen und Essig,sich keiner Leiche und
keinem Grab zu nähern, selbst wenn es sich um einen nahen Verwandten
handeln sollte,sich nicht die Haare und den Bart zu schneiden.
Diese Bestimmungen finden sich im 4. Buch
Mose im sechsten Kapitel. Haare und Bart des Nasiräers werden vor
Beginn der festgesetzten Zeit abrasiert.
Im antiken Judentum brachte der Nasiräer nach
Ablauf dieser Zeit zum Abschluss ein Tieropfer im Tempel dar, und
Haare und Bart wurden noch einmal abgeschnitten. Wenn der Nasiräer
doch in die Nähe einer Leiche kam, etwa wenn in seinem Beisein ein
Mensch plötzlich verstarb, war die bisherige Eideszeit ungültig und
die Zählung der Tage begann von neuem.
Gewöhnlich wurde der Eid auf Zeit geleistet,
üblich waren der jüdischen Überlieferung nach zwischen 30 und 100
Tage. Es gab aber auch Nasiräer auf Lebenszeit, die bereits von
ihren Eltern für diesen Lebensweg erwählt wurden. Die bekanntesten
unter den letzteren waren der Richter Simson, der
Prophet Samuel und Johannes der Täufer. Von dem christlichen Apostel
Paulus ist bekannt, dass er diesen Eid zumindest einmal auf Zeit
ablegte, und dass auch andere Judenchristen in der Jerusalemer
Urgemeinde diesen Eid noch leisteten.
Im heutigen Judentum, nachdem es durch
die Zerstörung des Tempels unmöglich wurde, den Eid mit dem
vorgeschriebenen Opfer abzuschließen, ist dieser Brauch weniger
üblich. Ein prominentes Beispiel für einen Nasirärer der Moderne ist
der litauisch-israelische Rabbiner David Cohen (1887–1972),
ehrenvoll Rav ha Nasir genannt.
Außerdem gibt es heutzutage manche Rastafari,
die ebenfalls das Gelübde eines Nasiräers abgelegt haben, was die
charakteristischen Dreadlocks (Haare; "Filzlocken") und die langen
Bärte zur Folge hat. Rastafari ist eine heute weltweit verbreitete
Bewegung, die ursprünglich aus dem Christentum entsprungen ist und
daher viele alttestamentliche Bezüge aufweist.
Die Ansichten über die Bedeutung des Eides (jenseits des religiösen Gehorsams) gehen in der Forschung auseinander; manche sehen darin eine Art Therapie gegen Alkoholkrankheit und Depression, andere eine Art zweite, freiwillige Priesterschaft, wieder andere eine Art von Magie, die mit übermenschlichen Kräften assoziiert war.
In den Fragenbeantwortungen von Adolf Küpfer
steht folgendes:
Lesen Sie 4.Mose 6,1-21. Dort finden Sie das,
was Gott in Bezug auf das Nasiräertum verordnet hat. Es konnten sich
demselben Männer undFrauen lebenslänglich oder für eine bestimmte
Zeit unterziehen ,z.B. bei den Pharisäern allgemein 30 Tage. Die
dreihauptsächlichsten Merkmale waren:Kein Schermesser durfte auf das
Haupt kommen,nichts vom Weinstock, von den Kernen bis zur Hülse,
durfte er essen,noch Wein trinken,und keinen Toten durfte er
anrühren.
Geschah dies doch, war das ganze Gelübde dahin.
Nasiräer kommt von dem hebräischen Worte "Nadzir" und ist von dem
Stammwort "Nadzar" abgeleitet, was "absondern" bedeutet. Ein
Nasiräer war also jemand, der sich ganz oder für eine Zeit lang Gott
völlig weihen wollte. Simson und Samuel (Ri13,5.14; 1.Sam 1,11) und
im gewissen Sinne auch Johannes der Täufer (Lk1,15) waren Nasiräer,
also Gottgeweihte. Unschwer erkennen wir die tiefe geistliche
Bedeutung des Nasiräertums: restlose und völlige Hin- und Übergabe
an Den, der uns durch Sein kostbares Bluterkauft und zu Seinem
Eigentum gemacht hat: Jesus Christus. Er war, obwohl auch Er sich
den äußeren Kennzeichen nicht unterwarf - er war ja die Erfüllung
des vorgeschalteten Nasiräertums - der vollkommene, restlos
gottgeweihte Nasiräer.
Das Wort "Nazaräer" hat mit Nasiräer gar nichts
zutun. Wäre es mit letzterem verbunden gewesen, dann hätten die
Judenunmöglich sagen können: "Was soll aus Nazareth Gutes kommen?"
Es war eine niedrige verachtete Stadt und wenn der Prophet
verkündete: "Er soll Nazaräer genannt werden", dann wollte er
kundgeben, in welcher Niedrigkeit und Verachtung der "Sohn des
Menschen" erscheinen würde (Mt2,23; vgl. Jes11,1, Nazareth heißt:
"Grüner Zweig"). 'Das Wort" Nazaräer" finden wir im Alten Testament
nicht; Matthäus2,23 zeigt deutlich, dass wir es im allgemeinen Sinn
auffassen müssen. Der Geist, nicht der Buchstabe, macht lebendig.
Adolf Küpfer
Entnommen aus: A. Küpfer- 700 Fragen und
Antworten, Frage Nr. 270