Bibelkreis.ch
Bibelkreis.ch auf YouTube
Fragen und Antworten BEGRIFFSERKLAERUNG
STEM Publishing Elberfelder
2023 Logos
| Logos Bible Study Platform www.Bibelkreis.ch
https://www.bibelkommentare.de/ Design
00108 In was hat das Volk Israel versagt?
„In was hat das Volk Israel versagt?“
Wenn wir über das Volk Israel sprechen, dann nicht als Richter, sondern als Lernende. Die Bibel zeigt Israels Versagen – aber immer im Licht von Gottes Treue. Genau das macht dieses Thema so wichtig für uns heute.
1. Versagen im Glauben und Vertrauen
Schon kurz nach dem Auszug aus Ägypten zweifelte Israel an Gottes
Versorgung.
In der Wüste murrten sie trotz der Wunder, die sie gerade erlebt hatten.
Die 10 Kundschafter brachten ein ungläubiges Zeugnis – und das Volk
lehnte den Einzug ins verheißene Land ab.
Der Hebräerbrief fasst es zusammen: „Sie konnten wegen des
Unglaubens nicht hineinkommen.“
2. Ungehorsam gegenüber Gottes Gesetz
Am Sinai versprach Israel: „Alles, was der HERR gesagt hat,
wollen wir tun.“
Doch schon bald entstand das goldene Kalb.
In der Richterzeit tat jeder, was „recht war in seinen Augen“.
Und in der Prophetenzeit wurde Gottes Gesetz immer wieder missachtet –
trotz unzähliger Warnungen.
3. Götzendienst und geistlicher Ehebruch
Das Nordreich fiel durch Jerobeams goldene Kälber ab, später durch
Baalsdienst unter Ahab.
Auch Juda verfiel in Götzendienst und Okkultismus.
Die Propheten beschrieben Israel als eine untreue, ehebrecherische Frau
– ein drastisches Bild für geistlichen Abfall.
4. Ablehnung der Propheten
Israel verfolgte und tötete die Boten Gottes.
Jeremia wurde verfolgt, Jesaja nach Überlieferung zersägt.
Jesus selbst klagt: „Jerusalem, das die Propheten tötet…“
Das zeigt: Das Problem war nicht mangelnde Information – sondern ein
hartes Herz.
5. Ablehnung des Messias
Der Höhepunkt des Versagens:
„Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an.“
Jesus wurde verworfen, obwohl er der verheißene Messias war.
Petrus und Stephanus zeigen in Apostelgeschichte 2–7: Israel hat sowohl
das Gesetz gebrochen als auch den Messias verworfen.
6. Selbstgerechtigkeit statt Umkehr
Paulus sagt: Israel suchte seine eigene Gerechtigkeit aufzurichten
und unterwarf sich nicht der Gerechtigkeit Gottes.
Das ist das Wesen religiöser Selbstgerechtigkeit: Man meint, man brauche
keine Gnade.
7. Versagen im priesterlichen Dienst
Die Priester sollten Erkenntnis bewahren und das Volk lehren.
Doch viele wurden korrupt, gierig und untreu – wie die Söhne Elis.
Malachi sagt: „Ihr seid vom Weg abgewichen.“
Fazit
Israel hat in vielen Bereichen versagt: im Glauben, im Gehorsam, im
Herzen, im Zeugnis.
Aber – und das ist die große Botschaft der Schrift – Gottes Treue
bleibt.
„Die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.“
Gott wird Israel am Ende wiederherstellen.
Seine Treue überragt jede menschliche Untreue.
Das Volk Israel hat im Alten und Neuen
Testament in verschiedenen Bereichen versagt. Dieses Versagen ist jedoch immer
im Licht der Erwählung,
der Bündnisse Gottes und der prophetischen Verheißungen zu betrachten.
Wüste: Nach dem Auszug aus Ägypten zweifelten sie an Gottes Versorgung, trotz großer Wunder (2. Mose 16–17; 4. Mose 14).
Beispiel: Die 10 Kundschafter bringen ein böses, ungläubiges Zeugnis über das Land → das Volk fürchtet sich und lehnt den Einzug ins verheißene Land ab (4. Mose 13–14).
Neutestamentlicher Hinweis: „Sie konnten wegen des Unglaubens nicht hineinkommen“ (Hebr 3,19).
Bund am Sinai (2. Mose 19–24): Israel verspricht, alles zu tun, was Gott sagt (2. Mose 24,7) – aber bald schon wird das goldene Kalb gemacht (2. Mose 32).
Richterzeit: „Ein jeder tat, was recht war in seinen Augen“ (Ri 21,25).
Prophetenzeit: Immer wieder wurden die Gebote missachtet und Götzendienst betrieben – trotz wiederholter Warnung durch Propheten (Jeremia, Jesaja, Hesekiel).
Nordreich: Abfall durch die goldenen Kälber Jerobeams (1. Kön 12,28–30), Baalsdienst unter Ahab (1. Kön 16,31–33).
Südreich: Auch Juda fällt später in Götzendienst und Okkultismus (2. Kön 21,2–6).
Bildsprache der Propheten: Israel als ehebrecherische Frau (Hosea 1–3; Hesekiel 16).
Sie verfolgten und töteten die Propheten (vgl. Mt 23,37; Neh 9,26; Jer 26,20–23).
Jeremia wurde verfolgt, Jesaja nach Überlieferung sogar zersägt (Hebr 11,37).
Johannes 1,11: „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an.“
Lukas 19,14: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche.“
Apostelgeschichte 2–7: Die Predigt des Petrus und Stephanus zeigt, dass sie sowohl das Gesetz gebrochen als auch den Messias verworfen hatten.
Römer 10,3: „Denn da sie die Gerechtigkeit Gottes nicht kannten und ihre eigene aufzurichten suchten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.“
Das Streben nach Gesetzesgerechtigkeit statt Gerechtigkeit aus Glauben (vgl. Galaterbrief).
Mal 2,7–8: „Denn die Lippen des Priesters sollen Erkenntnis bewahren … aber ihr seid vom Weg abgewichen.“
Die Priesterschaft wird häufig als korrupt, gierig und untreu dargestellt (z. B. die Söhne Elis, 1. Sam 2).
Israel hat auf vielerlei Weise versagt: im
Glauben, im Gehorsam, im Herzen, im Zeugnis.
Und dennoch bleibt die Erwählung Israels bestehen –
„die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar“ (Röm 11,29).
Gottes Treue überragt Israels Untreue
– Er wird sie am Ende wiederherstellen (Röm 11,25–27; Sach 12–14; Hes
36–37).