001008 In was hat das Volk Israel versagt?
Das Volk Israel hat im Alten und Neuen
Testament in verschiedenen Bereichen versagt. Dieses Versagen ist jedoch immer
im Licht der Erwählung,
der Bündnisse Gottes und der prophetischen Verheißungen zu betrachten.
Wüste: Nach dem Auszug aus Ägypten zweifelten sie an Gottes Versorgung, trotz großer Wunder (2. Mose 16–17; 4. Mose 14).
Beispiel: Die 10 Kundschafter bringen ein böses, ungläubiges Zeugnis über das Land → das Volk fürchtet sich und lehnt den Einzug ins verheißene Land ab (4. Mose 13–14).
Neutestamentlicher Hinweis: „Sie konnten wegen des Unglaubens nicht hineinkommen“ (Hebr 3,19).
Bund am Sinai (2. Mose 19–24): Israel verspricht, alles zu tun, was Gott sagt (2. Mose 24,7) – aber bald schon wird das goldene Kalb gemacht (2. Mose 32).
Richterzeit: „Ein jeder tat, was recht war in seinen Augen“ (Ri 21,25).
Prophetenzeit: Immer wieder wurden die Gebote missachtet und Götzendienst betrieben – trotz wiederholter Warnung durch Propheten (Jeremia, Jesaja, Hesekiel).
Nordreich: Abfall durch die goldenen Kälber Jerobeams (1. Kön 12,28–30), Baalsdienst unter Ahab (1. Kön 16,31–33).
Südreich: Auch Juda fällt später in Götzendienst und Okkultismus (2. Kön 21,2–6).
Bildsprache der Propheten: Israel als ehebrecherische Frau (Hosea 1–3; Hesekiel 16).
Sie verfolgten und töteten die Propheten (vgl. Mt 23,37; Neh 9,26; Jer 26,20–23).
Jeremia wurde verfolgt, Jesaja nach Überlieferung sogar zersägt (Hebr 11,37).
Johannes 1,11: „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an.“
Lukas 19,14: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche.“
Apostelgeschichte 2–7: Die Predigt des Petrus und Stephanus zeigt, dass sie sowohl das Gesetz gebrochen als auch den Messias verworfen hatten.
Römer 10,3: „Denn da sie die Gerechtigkeit Gottes nicht kannten und ihre eigene aufzurichten suchten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.“
Das Streben nach Gesetzesgerechtigkeit statt Gerechtigkeit aus Glauben (vgl. Galaterbrief).
Mal 2,7–8: „Denn die Lippen des Priesters sollen Erkenntnis bewahren … aber ihr seid vom Weg abgewichen.“
Die Priesterschaft wird häufig als korrupt, gierig und untreu dargestellt (z. B. die Söhne Elis, 1. Sam 2).
Israel hat auf vielerlei Weise versagt: im
Glauben, im Gehorsam, im Herzen, im Zeugnis.
Und dennoch bleibt die Erwählung Israels bestehen –
„die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar“ (Röm 11,29).
Gottes Treue überragt Israels Untreue
– Er wird sie am Ende wiederherstellen (Röm 11,25–27; Sach 12–14; Hes
36–37).