Im Wort Gottes lesen wir, dass Gott sogar Nationen
benutzt um Israel zu richten, ja sogar auch in der Drangsalszeit (70.JW) -
aber immer wieder sehen wir, dass die Nationen auch
gerichtet werden bis dann der Herr Jesus im 1000j.R. das Friedensreich
aufrichtet
wo Israel das Haupt der Nationen sein wird.
Ein Aufstellung
Gottes Gerichtswege mit Israel und den Nationen
Schon im Alten Testament sehen wir, wie Gott fremde Nationen als „Rute“ einsetzt, um sein Volk Israel zu züchtigen. Beispielsweise kündigte der Herr durch Jesaja an: „He! Assyrer, Rute meines Zornes! und der Stock in seiner Hand ist mein Grimm. Wider eine ruchlose Nation werde ich ihn senden … um Raub zu rauben und Beute zu erbeuten und es der Zertretung hinzugeben gleich Straßenkot“. Tatsächlich fiel Assyrien 722 v.Chr. in das Nordreich Israel ein und verschleppte die zehn Stämme (vgl. 2. Könige 17). Ebenso benutzte Gott später Babylon, um das Südreich Juda zu richten – „siehe, so sende ich hin … zu Nebukadrezar, dem König von Babel, meinem Knechte, und bringe sie über dieses Land … und will sie vertilgen“. Dieser „Knecht“ Gottes zerstörte Jerusalem (586 v.Chr.) und führte das Volk in die Gefangenschaft. Auch während der Zeit der Richter zeigte sich dieses Muster: Gott ließ umliegende Völker wie Moab und Ammon Israel bedrängen, um sie zur Umkehr zu rufen. Sogar kurz vor dem Exil heißt es ausdrücklich: „Jehova sandte wider [König Jojakim] Scharen der Chaldäer… Syrer… Moabiter… Ammoniter; und er sandte sie gegen Juda, um es zu zerstören, nach dem Worte Jehovas“. Diese Beispiele bestätigen, was Gottes Wort sagt: Gott benutzte fremde Nationen als Werkzeug seines Gerichts an einem ungehorsamen Israel.
Dennoch bleibt jene Zuchtrute nicht ungestraft. Die Bibel betont immer wieder, dass Gott anschließend die Nationen für ihren Übermut und ihre Bosheit richtet, nachdem sie an Israel Gericht geübt haben. So prophezeite Jesaja über Assyrien: „Und es wird geschehen, wenn der Herr sein ganzes Werk an Zion vollbracht hat, so werde ich heimsuchen die Frucht des Übermuts des Königs von Assyrien“. Tatsächlich wurde das assyrische Weltreich später gestürzt. Ebenso kündigte Jeremia an, dass Babylon nach 70 Jahren für die Zerstörung Jerusalems büßen müsse: „Ist vollbracht, werden ich an dem König von Babel... ihre Schuld heimsuchen, spricht Jehova“. So geschah es: Babylon fiel an die Meder und Perser. Dieses Prinzip zieht sich durch die Propheten: „Ich war ein wenig zornig [auf Israel], aber die Nationen haben zur Katastrophe hinzugefügt… darum bin ich sehr zornig über die Nationen“ (Sacharja 1,15). Gott machte klar, dass keine heidnische Macht letztlich ungestraft bleibt: „Denn siehe, bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange ich an zu strafen – und ihr solltet ungestraft bleiben?… Ich rufe das Schwert über alle Bewohner der Erde, spricht Jehova“. Mit göttlicher Gerechtigkeit brachte der Herr also Gericht über die Nationen selbst, sobald deren Rolle in seinem Plan erfüllt war (vgl. auch Jesaja 13–14, Jeremia 50–51, Hesekiel 25–32).
Die Schrift zeigt, dass dieses Muster bis in die Endzeit gilt. Insbesondere die Prophetie Daniels spricht von einer letzten „Jahrwoche“ (siebenjährigen Drangsalszeit) für Israel (Daniel 9,27). Jesus nennt sie „eine große Drangsal, wie von Anfang der Welt keine gewesen ist“ (Matthäus 24,21). Daniel 12,1 beschreibt diese Zeit so: „Es wird eine Zeit der Drangsal sein, dergleichen nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht, bis zu jener Zeit. Und in jener Zeit wird dein Volk [Israel] errettet werden…“. In dieser „Zeit der Drangsal für Jakob“ (Jeremia 30,7) lässt Gott erneut Nationen gegen Israel auftreten. Sacharja zeigt, dass Gott selbst die endzeitlichen Feinde Jerusalems zum Angriff sammelt: „Ich werde alle Nationen nach Jerusalem zum Kriege versammeln; und die Stadt wird eingenommen…“. Dieses letzte große Gericht an Israel (oft „Große Drangsal“ genannt) dient zugleich der Läuterung des Volkes, damit ein gläubiger „Überrest“ entsteht (vgl. Sacharja 13,8–9). Doch auch hier bleiben die Nationen nicht verschont: „Dann wird Jehova ausziehen und gegen jene Nationen kämpfen“. Die Propheten Joel und Sacharja schildern, wie der Herr die versammelten Heere der Welt im Tal Joschafat richtet (Joel 3,2) und am Ölberg erscheint, um Israel zu retten und seine Feinde zu schlagen. Der Herr Jesus wird persönlich sichtbar eingreifen, wie Offenbarung 19 schildert: „Und ich sah den Himmel geöffnet… und der darauf saß heißt Treu und Wahrhaftig, und in Gerechtigkeit richtet und führt er Krieg… Aus seinem Munde geht ein scharfes Schwert hervor, damit er damit die Nationen schlage… Und er trägt den Namen: König der Könige“. Alle rebellischen Mächte und ihr Anführer (das „Tier“/Antichrist) werden vernichtet. Kurzum: In der endzeitlichen Drangsalsperiode gebraucht Gott die Nationen, um Israel zu züchtigen, doch bei der Wiederkunft Christi werden diese Nationen ihr Urteil empfangen (vgl. Sacharja 14,12-13, Matthäus 25,31-32).
Nach diesen Gerichten bricht die in der Bibel verheißene Friedensherrschaft von 1000 Jahren an, wenn Jesus Christus als Messias-König in Jerusalem regiert. Offenbarung 20 berichtet, dass Satan gebunden wird und die auferstandenen Gläubigen mit Christus „tausend Jahre“ herrschen. Diese Zeit wird oft das Tausendjährige Reich oder Friedensreich genannt, weil Gerechtigkeit und Friede dann die Erde erfüllen (Jesaja 2,4; Psalm 72). Zahlreiche alttestamentliche Verheißungen beschreiben die Segnungen dieser Ära: „Der Wolf wird bei dem Lamm weilen… und ein kleiner Knabe wird sie treiben… man wird nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge; denn die Erde wird voll von der Erkenntnis Jehovas sein“ (Jesaja 11,6-9). Jesus Christus selbst wird als „Friedefürst“ herrschen (vgl. Jesaja 9,6-7) – eine Herrschaft, die durch Gerechtigkeit gekennzeichnet ist: „Er wird die Geringen richten in Gerechtigkeit… und mit dem Hauch seiner Lippen den Gesetzlosen töten“ (Jesaja 11,4). Unter seiner Regierung werden die Völker ihre Waffen zu Pflugscharen schmieden und nicht mehr Krieg führen (Micha 4,3). Offenbarung bestätigt: „Jehova wird König sein über die ganze Erde“, und „die Königreiche der Welt sind unseres Herrn und seines Christus geworden“ (Offenbarung 11,15). Dieses Reich wird der lang ersehnte Friede für Israel und die Welt sein – das „tausendjährige Friedensreich“ unter Jesu Regentschaft.
In jenem messianischen Königreich wird Israel unter Christus eine erhöhte Stellung unter den Völkern einnehmen. Gott hatte Israel bereits verheißen: „Und Jehova wird dich zum Haupte machen und nicht zum Schwanze, und du wirst nur immer höher kommen… wenn du den Geboten Jehovas gehorchst“. Wegen ihres Ungehorsams ging diese Vorrangstellung zeitweise verloren – doch in Christi Reich wird die Verheißung erfüllt. Die Propheten zeigen, dass Israel dann an der Spitze der Nationen steht: „Denn so spricht Jehova: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzet an der Spitze der Nationen! … Gerettet hat Jehova sein Volk, den Überrest Israels“ (Jeremia 31,7). Jerusalem wird das geistliche Zentrum der Welt sein, wohin die Völker strömen: „Viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um Jehova der Heerscharen in Jerusalem zu suchen“ (Sacharja 8,22-23). „Es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Jehovas fest stehen als Haupt der Berge… und alle Nationen werden zu ihm strömen“ (Jesaja 2,2). Die Nationen werden Israel ehren und ihm dienen: „Die Söhne derer, die dich plagten, werden sich niederbeugen… denn das Volk und das Königreich, die dir nicht dienen wollen, werden umkommen“ (Jesaja 60,12-14). Sacharja sagt bildhaft: „In jenen Tagen werden zehn Männer aus allerlei Sprachen der Nationen den Rockzipfel eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, Gott ist mit euch“ (Sacharja 8,23). Diese Schriftstellen bestätigen, dass Israel im Tausendjährigen Reich „das Haupt der Nationen“ sein wird, wie Gott es vorgesehen hat. Unter der Herrschaft des Messias wird Israel schließlich die ihm zugedachte Führungsrolle zum Segen aller Völker ausüben.
Quellen: Bibelstellen aus der Elberfelder Bibel 1905 (ungekürzte Elberfelder); siehe z.B. Jesaja 10,5-15, Jeremia 25,9-12, 2. Könige 24,2, Daniel 12,1, Sacharja 14,2-3, Offenbarung 19–20, 5. Mose 28,13 u.a. Außerdem Auszüge aus bibeltreuen Kommentaren zur Prophetie, welche die Zusammenhänge bestätigen.