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Elb2023
Einführung in die AT Bibelbücher für e-2023
Einführung in die NT Bibelbücher für e-2023
Viele fragen:
„Wann genau haben Josef und Maria
eigentlich geheiratet?“
Die Bibel nennt kein Datum – aber wenn man
Matthäus und Lukas sorgfältig zusammensetzt, entsteht ein
erstaunlich klarer Zeitrahmen.
SZENE 1 – Die jüdische Verlobung
Im Judentum gab es zwei Stufen der Ehe:
SZENE 2 – Der Besuch bei Elisabeth
Der Engel erscheint Maria „im sechsten Monat“ von Elisabeths
Schwangerschaft.
Maria reist sofort zu Elisabeth und bleibt drei Monate
dort.
Erst danach kehrt sie nach Nazareth zurück – jetzt sichtbar
schwanger.
SZENE 3 – Josefs Krise und Gottes Eingreifen
Josef erfährt von der Schwangerschaft.
Er will Maria heimlich entlassen – bis ein Engel im Traum erklärt:
„Das Kind ist vom Heiligen Geist.“
Daraufhin nimmt Josef Maria zu sich (Mt 1,24–25).
Das ist der Moment der Eheschließung – der Übergang von Kidduschin
zu Nissu’in.
SZENE 4 – Der Zeitpunkt der Hochzeit
Was bedeutet das zeitlich?
Historisch wahrscheinlich: Spätsommer oder Frühherbst, etwa 6–5 v. Chr.
SZENE 5 – Harmonie der Evangelien
Matthäus zeigt die rechtliche Perspektive Josefs.
Lukas zeigt die persönliche Perspektive Marias.
Beide zusammen ergeben ein vollständiges Bild – ohne Widerspruch.
FAZIT
Josef und Maria heirateten wenige Monate
vor der Geburt Jesu,
nach Josefs Traum,
vor der Volkszählung,
und noch in Nazareth.
Nicht das Datum ist entscheidend –
sondern Gottes souveränes Handeln mitten in einer menschlich
unmöglichen Situation.
Die Frage nach dem genauen Hochzeitsdatum
von Maria und Josef beschäftigt viele Bibelleser.
Wer in der Heiligen Schrift nach einem konkreten Kalenderblatt
sucht, wird enttäuscht:
Die Bibel nennt weder ein exaktes Datum noch ein bestimmtes Jahr für
ihre Vermählung.
Doch wenn wir die Berichte des Matthäus- und des Lukasevangeliums
aufmerksam vergleichen,
lässt sich der zeitliche Rahmen recht präzise eingrenzen.
Um die Ereignisse zu verstehen, muss man
die jüdischen Bräuche der damaligen Zeit kennen.
Die Eheschließung vollzog sich in zwei rechtlich getrennten Phasen.
Alles begann mit der sogenannten
Verlobungsphase, dem „Kidduschin“.
Das Matthäus-Evangelium betont im ersten Kapitel, dass Maria bereits
mit Josef verlobt war, bevor sie „zusammenkamen“.
Man darf sich dies jedoch nicht wie eine heutige Verlobung
vorstellen.
Im jüdischen Recht war dieser Status bereits rechtlich bindend. Man
galt als Ehepaar,
lebte aber noch nicht im selben Haus. In genau dieser Phase empfing
Maria durch den Heiligen Geist den Herrn Jesus.
Die zweite Phase war die eigentliche
Eheschließung, die „Nissu-in“.
Erst hier nahm der Bräutigam die Braut feierlich zu sich in sein
Haus auf.
Laut Matthäus geschah dies, nachdem ein Engel Josef im Traum
erschienen war und ihm die göttliche
Herkunft des Kindes erklärt hatte. Josef gehorchte und nahm Maria zu
sich. Damit war die Ehe offiziell vollzogen.
Wann genau fand das statt? Ein wichtiger
Anhaltspunkt ist der Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth.
Lukas berichtet, dass der Engel Gabriel Maria im sechsten Monat von
Elisabeths Schwangerschaft erschien.
Daraufhin reiste Maria für etwa drei Monate ins Gebirge von Judäa.
Erst nach ihrer Rückkehr nach Nazareth – also etwa im dritten oder
vierten Monat ihrer eigenen Schwangerschaft – muss Josef von dem
Umstand erfahren haben.
Nach dem Eingreifen des Engels im Traum
nahm Josef Maria zu sich.
Dieser Schritt erfolgte definitiv noch vor der Geburt Jesu und auch
vor der beschwerlichen Reise nach Bethlehem.
Man kann also davon ausgehen, dass die Hochzeit wenige Monate vor
der Geburt stattfand –
vermutlich im Spätsommer oder Herbst, etwa im Jahr 6 oder 5 vor
Christus.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Die Hochzeit fand nicht lange nach der Verkündigung an Josef statt,
sie lag zeitlich vor der großen Volkszählung
und geschah mehrere Monate vor der Niederkunft in Bethlehem.
Obwohl die Evangelien unterschiedliche
Schwerpunkte setzen –
Matthäus blickt auf die rechtliche Perspektive Josefs,
Lukas auf die emotionale Seite Marias – ergänzen sie sich perfekt.
Die Hochzeit ist das verbindende Element, das aus zwei
Einzelpersonen die heilige Familie machte,
noch bevor sie sich auf den Weg zum Stall von Bethlehem begaben.
Die Bibel nennt kein genaues Datum oder Jahr für die Hochzeit von Maria und
Josef.
Aus Matthäus 1,18–25 und Lukas 1–2 lässt sich jedoch der zeitliche Rahmen etwas
eingrenzen:
Matthäus 1,18 betont, dass Maria „mit Josef verlobt“
war, bevor sie zusammenkamen.
In der jüdischen Praxis war eine Verlobung rechtlich bereits bindend,
vergleichbar mit einer Ehe ohne gemeinsames Zusammenleben.
Während dieser Zeit empfing Maria durch den Heiligen Geist den Herrn Jesus (Lk 1,26–38).
Laut Matthäus 1,24–25 nahm Josef Maria zu sich, nachdem
ein Engel ihm im Traum gesagt hatte, dass das Kind von Gott war.
→ Das ist der Moment, in dem aus der Verlobung die eigentliche Ehe wurde.
Dieser Schritt geschah noch vor der Geburt Jesu, vermutlich wenige Monate nach der Verkündigung durch den Engel Gabriel.
Da Maria im sechsten Monat von Elisabeths Schwangerschaft den Engelbesuch
hatte (Lk 1,26) und Jesus etwa drei Monate später geboren wurde,
muss die Hochzeit wenige Monate vor der Geburt Jesu erfolgt sein.
Das heißt: irgendwann zwischen der Verkündigung an Josef (Mt 1,20–24) und der Volkszählung in Bethlehem (Lk 2,1–5).
Maria und Josef heirateten:
Nicht lange nach der Verkündigung an Josef
Vor der Reise nach Bethlehem
Mehrere Monate vor Jesu Geburt, vermutlich im Jahr 6 oder 5 v. Chr., je nach Datierung der Geburt Christi.
Chronologische Zeitleiste
die die Ereignisse von Verlobung bis Geburt Jesu exakt nach Evangelienstellen
ordnet.
Hier ist die chronologische Zeitleiste von Verlobung bis Geburt Jesu – ausschließlich nach den Evangelien Matthäus und Lukas geordnet und mit historischem Rahmen:
Mt 1,18a: Maria ist mit Josef verlobt (Kidduschin, rechtlich bindend, aber noch kein Zusammenleben).
Zeitpunkt: Vor der Verkündigung durch den Engel Gabriel.
Ort: Nazareth in Galiläa.
Lk 1,26–38: Engel Gabriel erscheint Maria, kündigt die Geburt Jesu durch den Heiligen Geist an.
Zeitpunkt: „Im sechsten Monat“ von Elisabeths Schwangerschaft → ca. März/April (je nach Datierung).
Ort: Nazareth.
Folge: Maria reist zu Elisabeth.
Lk 1,39–56: Maria bleibt etwa drei Monate bei Elisabeth (bis Johannes der Täufer geboren wird).
Zeitpunkt: Juni/Juli.
Ort: Gebirge von Judäa.
Status: Noch immer in der Verlobungsphase.
Mt 1,18b–21: Josef erfährt von Marias Schwangerschaft und plant, sie heimlich zu entlassen.
Mt 1,20–21: Engel im Traum bestätigt: Kind ist vom Heiligen Geist.
Zeitpunkt: Kurz nach Marias Rückkehr nach Nazareth.
Folge: Josef nimmt Maria als Frau zu sich (Nissu’in).
Mt 1,24–25: Josef „nahm seine Frau zu sich“ – rechtlich und praktisch die Eheschließung.
Kein ehelicher Verkehr bis zur Geburt Jesu.
Zeitpunkt: Wenige Monate vor der Geburt (wohl Spätsommer/Frühherbst).
Ort: Nazareth.
Lk 2,1–5: Wegen kaiserlicher Anordnung zieht Josef mit Maria (hochschwanger) nach Bethlehem.
Zeitpunkt: Spätherbst/Winter, kurz vor der Geburt.
Entfernung: ca. 110 km von Nazareth nach Bethlehem.
Lk 2,6–7: Geburt Jesu in einer Herberge/Mangereinstellung.
Zeitpunkt: Wahrscheinlich Ende des Jahres 6 v. Chr. oder Anfang 5 v. Chr.
Ort: Bethlehem in Judäa.
Verlobung ── Verkündigung (Lk 1) ── Besuch bei Elisabeth ── Josefs Traum (Mt 1) ── Hochzeit ── Reise ── Geburt Jesu
| Monat 1–3 | Monat 3–6 | Monat 6 | Monat 7–8 | Monat 9
Die harmonisierte Tabelle mit den parallelen Berichten von Matthäus und Lukas, sodass man die Abfolge von Verlobung bis Geburt Jesu klar im Blick hat.
| Schritt | Matthäus | Lukas | Zeitliche Einordnung | Ort |
|---|---|---|---|---|
| 1. Verlobung | Mt 1,18a – Maria ist mit Josef verlobt, bevor sie zusammenkommen. | – | Vor dem Eingreifen Gottes. | Nazareth |
| 2. Verkündigung an Maria | – | Lk 1,26–38 – Engel Gabriel kündigt Geburt Jesu an. | „Sechster Monat“ von Elisabeths Schwangerschaft (Frühjahr). | Nazareth |
| 3. Besuch bei Elisabeth | – | Lk 1,39–56 – Maria bleibt ca. 3 Monate bei Elisabeth. | Frühjahr–Frühsommer. | Judäa |
| 4. Rückkehr nach Nazareth | – | Lk 1,56 – Maria kehrt zurück. | Frühsommer. | Nazareth |
| 5. Josefs Entschluss & Traum | Mt 1,18b–21 – Josef erfährt von der Schwangerschaft, plant Trennung, Engel greift ein. | – | Kurz nach Marias Rückkehr. | Nazareth |
| 6. Hochzeit (Eheschließung) | Mt 1,24–25 – Josef nimmt Maria zu sich, kein ehelicher Verkehr bis Geburt Jesu. | – | Spätsommer/Herbst. | Nazareth |
| 7. Ankündigung an Josef: „Er wird sein Volk retten“ | Mt 1,21 – Name „Jesus“ wird festgelegt. | – | Während des Traumes Josefs. | Nazareth |
| 8. Volkszählung | – | Lk 2,1–5 – Befehl des Kaisers Augustus, Reise nach Bethlehem. | Spätherbst/Winter. | Von Nazareth nach Bethlehem |
| 9. Geburt Jesu | Mt 1,25 – Maria gebiert ihren erstgeborenen Sohn. | Lk 2,6–7 – Geburt in Bethlehem, in einer Krippe. | Ende 6 v. Chr. / Anfang 5 v. Chr. | Bethlehem |
Matthäus konzentriert sich auf Josefs Perspektive: rechtliche Schritte, Träume, Erfüllung der Prophezeiung (Jes 7,14).
Lukas berichtet aus Marias Perspektive: Engelbotschaft, Lobgesang, Begegnung mit Elisabeth.
Die Hochzeit wird nur bei Matthäus erwähnt, ist aber der Schlüssel, der beide Berichte verbindet.
Keine Widersprüche, sondern unterschiedliche Blickwinkel, die sich ergänzen.
Zeitlicher Ablauf ergibt sich erst durch die Zusammenführung beider Evangelien.