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Fragen und Antworten

00139 Wann haben Josef und Maria geheiratet?
„Wann haben Josef und Maria geheiratet?“

Viele fragen: „Wann genau haben Josef und Maria eigentlich geheiratet?“
Die Bibel nennt kein Datum – aber wenn man Matthäus und Lukas sorgfältig zusammensetzt, entsteht ein erstaunlich klarer Zeitrahmen.

SZENE 1 – Die jüdische Verlobung

Im Judentum gab es zwei Stufen der Ehe:

  1. Kidduschin – die Verlobung
    Rechtlich bereits bindend. Man galt als verheiratet, lebte aber noch getrennt.
    Genau in dieser Phase empfängt Maria durch den Heiligen Geist Jesus (Mt 1,18; Lk 1,26–38).
  2. Nissu’in – die eigentliche Eheschließung
    Erst dann holt der Bräutigam die Braut zu sich ins Haus.

SZENE 2 – Der Besuch bei Elisabeth

Der Engel erscheint Maria „im sechsten Monat“ von Elisabeths Schwangerschaft.
Maria reist sofort zu Elisabeth und bleibt drei Monate dort.
Erst danach kehrt sie nach Nazareth zurück – jetzt sichtbar schwanger.

SZENE 3 – Josefs Krise und Gottes Eingreifen

Josef erfährt von der Schwangerschaft.
Er will Maria heimlich entlassen – bis ein Engel im Traum erklärt:
„Das Kind ist vom Heiligen Geist.“
Daraufhin nimmt Josef Maria zu sich (Mt 1,24–25).
Das ist der Moment der Eheschließung – der Übergang von Kidduschin zu Nissu’in.

SZENE 4 – Der Zeitpunkt der Hochzeit

Was bedeutet das zeitlich?

Historisch wahrscheinlich: Spätsommer oder Frühherbst, etwa 6–5 v. Chr.

SZENE 5 – Harmonie der Evangelien
Matthäus zeigt die rechtliche Perspektive Josefs.
Lukas zeigt die persönliche Perspektive Marias.
Beide zusammen ergeben ein vollständiges Bild – ohne Widerspruch.

FAZIT
Josef und Maria heirateten wenige Monate vor der Geburt Jesu
,
nach Josefs Traum,
vor der Volkszählung,
und noch in Nazareth.
Nicht das Datum ist entscheidend – sondern Gottes souveränes Handeln mitten in einer menschlich unmöglichen Situation.

Wann haben Josef und Maria geheiratet?

Die Frage nach dem genauen Hochzeitsdatum von Maria und Josef beschäftigt viele Bibelleser.
Wer in der Heiligen Schrift nach einem konkreten Kalenderblatt sucht, wird enttäuscht:
Die Bibel nennt weder ein exaktes Datum noch ein bestimmtes Jahr für ihre Vermählung.
Doch wenn wir die Berichte des Matthäus- und des Lukasevangeliums aufmerksam vergleichen,
lässt sich der zeitliche Rahmen recht präzise eingrenzen.

Um die Ereignisse zu verstehen, muss man die jüdischen Bräuche der damaligen Zeit kennen.
Die Eheschließung vollzog sich in zwei rechtlich getrennten Phasen.

Alles begann mit der sogenannten Verlobungsphase, dem „Kidduschin“.
Das Matthäus-Evangelium betont im ersten Kapitel, dass Maria bereits mit Josef verlobt war, bevor sie „zusammenkamen“.
Man darf sich dies jedoch nicht wie eine heutige Verlobung vorstellen.
Im jüdischen Recht war dieser Status bereits rechtlich bindend. Man galt als Ehepaar,
lebte aber noch nicht im selben Haus. In genau dieser Phase empfing Maria durch den Heiligen Geist den Herrn Jesus.

Die zweite Phase war die eigentliche Eheschließung, die „Nissu-in“.
Erst hier nahm der Bräutigam die Braut feierlich zu sich in sein Haus auf.
Laut Matthäus geschah dies, nachdem ein Engel Josef im Traum erschienen war und ihm die göttliche
Herkunft des Kindes erklärt hatte. Josef gehorchte und nahm Maria zu sich. Damit war die Ehe offiziell vollzogen.

Wann genau fand das statt? Ein wichtiger Anhaltspunkt ist der Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth.
Lukas berichtet, dass der Engel Gabriel Maria im sechsten Monat von Elisabeths Schwangerschaft erschien.
Daraufhin reiste Maria für etwa drei Monate ins Gebirge von Judäa.
Erst nach ihrer Rückkehr nach Nazareth – also etwa im dritten oder vierten Monat ihrer eigenen Schwangerschaft – muss Josef von dem Umstand erfahren haben.

Nach dem Eingreifen des Engels im Traum nahm Josef Maria zu sich.
Dieser Schritt erfolgte definitiv noch vor der Geburt Jesu und auch vor der beschwerlichen Reise nach Bethlehem.
Man kann also davon ausgehen, dass die Hochzeit wenige Monate vor der Geburt stattfand –
vermutlich im Spätsommer oder Herbst, etwa im Jahr 6 oder 5 vor Christus.

Zusammenfassend lässt sich sagen:
Die Hochzeit fand nicht lange nach der Verkündigung an Josef statt, sie lag zeitlich vor der großen Volkszählung
und geschah mehrere Monate vor der Niederkunft in Bethlehem.

Obwohl die Evangelien unterschiedliche Schwerpunkte setzen –
Matthäus blickt auf die rechtliche Perspektive Josefs,
Lukas auf die emotionale Seite Marias – ergänzen sie sich perfekt.
Die Hochzeit ist das verbindende Element, das aus zwei Einzelpersonen die heilige Familie machte,
noch bevor sie sich auf den Weg zum Stall von Bethlehem begaben.

Die Bibel nennt kein genaues Datum oder Jahr für die Hochzeit von Maria und Josef.
Aus Matthäus 1,18–25 und Lukas 1–2 lässt sich jedoch der zeitliche Rahmen etwas eingrenzen:


1. Die Verlobungsphase (jüdisches Kidduschin)


2. Die Eheschließung (Nissu’in)


3. Möglicher Zeitpunkt


4. Zusammenfassung

Maria und Josef heirateten:


Chronologische Zeitleiste die die Ereignisse von Verlobung bis Geburt Jesu exakt nach Evangelienstellen ordnet.

Hier ist die chronologische Zeitleiste von Verlobung bis Geburt Jesu – ausschließlich nach den Evangelien Matthäus und Lukas geordnet und mit historischem Rahmen:


1. Verlobung von Maria und Josef


2. Verkündigung an Maria


3. Besuch bei Elisabeth


4. Josefs Entschluss und Engelsbotschaft


5. Hochzeit – Beginn des gemeinsamen Lebens


6. Volkszählung unter Quirinius – Reise nach Bethlehem


7. Geburt Jesu in Bethlehem


Grafische Zeitlinie

Verlobung ── Verkündigung (Lk 1) ── Besuch bei Elisabeth ── Josefs Traum (Mt 1) ── Hochzeit ── Reise ── Geburt Jesu
        |        Monat 1–3          |       Monat 3–6         |       Monat 6      |   Monat 7–8 |  Monat 9

Die harmonisierte Tabelle mit den parallelen Berichten von Matthäus und Lukas, sodass man die Abfolge von Verlobung bis Geburt Jesu klar im Blick hat.


Harmonisierte Chronologie Matthäus – Lukas

Schritt Matthäus Lukas Zeitliche Einordnung Ort
1. Verlobung Mt 1,18a – Maria ist mit Josef verlobt, bevor sie zusammenkommen. Vor dem Eingreifen Gottes. Nazareth
2. Verkündigung an Maria Lk 1,26–38 – Engel Gabriel kündigt Geburt Jesu an. „Sechster Monat“ von Elisabeths Schwangerschaft (Frühjahr). Nazareth
3. Besuch bei Elisabeth Lk 1,39–56 – Maria bleibt ca. 3 Monate bei Elisabeth. Frühjahr–Frühsommer. Judäa
4. Rückkehr nach Nazareth Lk 1,56 – Maria kehrt zurück. Frühsommer. Nazareth
5. Josefs Entschluss & Traum Mt 1,18b–21 – Josef erfährt von der Schwangerschaft, plant Trennung, Engel greift ein. Kurz nach Marias Rückkehr. Nazareth
6. Hochzeit (Eheschließung) Mt 1,24–25 – Josef nimmt Maria zu sich, kein ehelicher Verkehr bis Geburt Jesu. Spätsommer/Herbst. Nazareth
7. Ankündigung an Josef: „Er wird sein Volk retten“ Mt 1,21 – Name „Jesus“ wird festgelegt. Während des Traumes Josefs. Nazareth
8. Volkszählung Lk 2,1–5 – Befehl des Kaisers Augustus, Reise nach Bethlehem. Spätherbst/Winter. Von Nazareth nach Bethlehem
9. Geburt Jesu Mt 1,25 – Maria gebiert ihren erstgeborenen Sohn. Lk 2,6–7 – Geburt in Bethlehem, in einer Krippe. Ende 6 v. Chr. / Anfang 5 v. Chr. Bethlehem

Besondere Beobachtungen

  1. Matthäus konzentriert sich auf Josefs Perspektive: rechtliche Schritte, Träume, Erfüllung der Prophezeiung (Jes 7,14).

  2. Lukas berichtet aus Marias Perspektive: Engelbotschaft, Lobgesang, Begegnung mit Elisabeth.

  3. Die Hochzeit wird nur bei Matthäus erwähnt, ist aber der Schlüssel, der beide Berichte verbindet.

  4. Keine Widersprüche, sondern unterschiedliche Blickwinkel, die sich ergänzen.

  5. Zeitlicher Ablauf ergibt sich erst durch die Zusammenführung beider Evangelien.