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Elb2023
Einführung in die AT Bibelbücher für e-2023
Einführung in die NT Bibelbücher für e-2023
In Johannes 4,21 spricht Jesus ein
revolutionäres Machtwort:
„Glaube mir, Frau, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg
noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“
Doch was bedeutet das für unsere Praxis und die biblische Prophetie?
Hier sind die vier entscheidenden Punkte:
1. Das Ende der
geografischen Exklusivität Zur Zeit Jesu gab es einen
erbitterten Streit:
Die Samariter beteten auf dem Berg Garizim an,
die Juden im Tempel von Jerusalem.
Jesus beendet diesen Konflikt nicht, indem er eine Seite bevorzugt,
sondern indem er das gesamte System der „heiligen Orte“ für veraltet
erklärt.
Mit seinem Kommen bricht eine neue Ära an.
Anbetung ist fortan nicht mehr an Mauern, Berge oder Postleitzahlen
gebunden.
Gott ist Geist – und Geist braucht kein Gebäude, sondern ein Herz.
2. Kein
Übersetzungsfehler, sondern eine Zuspitzung.
Oft wird gefragt, ob „weder... noch“ vielleicht zu hart
übersetzt sei.
Die Antwort ist: Nein.
Der griechische Grundtext nutzt diese bewusste Doppelverneinung,
um eine radikale stilistische Gegenüberstellung zu schaffen.
Es geht Jesus nicht um ein Verbot, an diesen Orten zu beten,
sondern um die Aufhebung ihrer Bedeutung.
Moderne Übertragungen treffen den Kern:
Es spielt schlicht keine Rolle mehr,
wo man betet,
sondern nur noch
wie.

3. Das Rätsel um den
Tempel Hesekiels Ein kontroverser Punkt ist die Prophetie:
Wenn Jesus die Ortsgebundenheit aufhebt,
wird es dann im tausendjährigen Reich überhaupt noch einen
physischen Tempel geben,
wie ihn Hesekiel (Kap. 40–48) beschreibt?
Die
dispensationalistische Sicht: Sie lehrt, dass Jesu Worte
primär für die jetzige Gnadenzeit gelten.
Im kommenden Friedensreich werde es dennoch einen Tempel in
Jerusalem geben
– nicht zur Sündenvergebung, sondern als ein gewaltiges
„Gedenkmonument“ für das vollbrachte Werk Christi.
4. Wer ist mit „ihr“
gemeint?
Direkt spricht Jesus die Samariter an, da die Frau am Brunnen den
Konflikt ihres Volkes thematisierte.
Doch indirekt ist die gesamte Menschheit gemeint.
Jesus reißt die religiösen Zäune nieder.
Ob Jude, Samariter oder Heide – der Zugang zum Vater steht nun jedem
offen.
Fazit:
Gott ist kein Gott der Steine, sondern ein Vater, der die geistliche
Gemeinschaft sucht.
Wahre Anbetung findet „im Geist und in der Wahrheit“ statt.
Das bedeutet: Du musst nicht nach Jerusalem reisen, um Gott nahe zu
sein.
Er ist dort, wo du ihn im Geist anbetest.

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Johannes 4,21 – Die Anbetung im Geist und in der Wahrheit In Johannes 4, Vers 21 spricht Jesus zu der samaritanischen Frau am Brunnen die bedeutsamen Worte: „Glaube mir, Frau, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“ Diese Aussage wirft zentrale Fragen zur Bedeutung von heiligen Orten und der Zukunft der biblischen Prophetie auf. Die erste Frage lautet: Wird demzufolge in Jerusalem und auf dem Berg Garizim nicht mehr angebetet? Zur Zeit Jesu war der Berg Garizim das Heiligtum der Samariter, während die Juden den Tempel in Jerusalem als den einzig richtigen Ort der Anbetung betrachteten. Jesus kündigt hier jedoch einen grundlegenden Wandel an. Mit seinem Kommen bricht eine neue Ära an, in der die Anbetung Gottes nicht mehr an einen geografischen Ort gebunden ist. Es bedeutet nicht, dass dort überhaupt nicht mehr gebetet wird, aber diese Orte verlieren ihre exklusive heiligtümliche Bedeutung. Wahre Anbetung findet fortan „im Geist und in der Wahrheit“ statt – unabhängig von Mauern oder Bergen. Zweitens stellt sich die Frage, ob dieser Vers missverständlich übersetzt wurde. Die Antwort ist ein klares Nein. Die gängigen Übersetzungen geben den griechischen Urtext präzise wieder. Stilistisch nutzt Jesus hier eine bewusste Zuspitzung. Es ist eine Gegenüberstellung: Nicht das „Wo“ ist entscheidend, sondern das „Wie“. Es geht um die Aufhebung der Ortsgebundenheit. In modernen Übertragungen wird dies oft so verdeutlicht, dass es schlicht „keine Rolle mehr spielt“, an welchem Ort man Gott sucht. Ein dritter, sehr kontroverser Punkt betrifft die Prophetie: Wird es im tausendjährigen Reich also keinen Tempel Hesekiels in Jerusalem geben? Hier gibt es unterschiedliche Auffassungen. Viele Theologen verstehen Jesu Worte so, dass ein physischer Tempel nach seinem vollkommenen Opfer endgültig überflüssig geworden ist. Gott wohnt nun im Gläubigen selbst. Andere, insbesondere dispensationalistische Ausleger, sehen darin keinen Widerspruch. Sie glauben, dass Jesu Aussage primär für die jetzige Gnadenzeit gilt, in der Zukunft aber – im Friedensreich Christi – wieder ein Tempel in Jerusalem stehen wird. Dieser würde dann jedoch nicht zur Sündenvergebung dienen, sondern als ein Gedenkort für das bereits vollbrachte Werk Christi. Abschließend die vierte Frage: Hat Jesus mit dem Wort „ihr“ nur die Samariter gemeint? Unmittelbar bezog er sich tatsächlich auf die Samariter, da die Frau gerade den Konflikt zwischen ihrem Volk und den Juden angesprochen hatte. Doch indirekt ist die gesamte Menschheit gemeint. Jesus hebt die religiöse Exklusivität auf. Ob Samariter, Jude oder Heide – der Zugang zum Vater steht nun jedem offen, der ihn im Geist anbetet. Die alte Trennung durch heilige Orte ist durch Christus gefallen. Zusammenfassend lehrt uns dieser Vers, dass Gott kein Gott der Steine und Orte ist, sondern ein Vater, der die geistliche Gemeinschaft mit seinen Anbetern sucht – überall auf dieser Welt. |
https://www.bibelkreis.ch/Bibelstundemp3/08.05.2025%20Johannes%204.mp3

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https://www.youtube.com/watch?v=Ck2sHKHhHuM
https://www.youtube.com/watch?v=NX-20Tsztx8

https://www.youtube.com/watch?v=s51B02y5DUM
Mount Gerizim (links, gegenüber vom Berg Ebal) war der heilige Berg der Samariter, während die Juden in Jerusalem am Tempel anbeteten. In Johannes 4,21 kündigt Jesus der samaritischen Frau an: „es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“ Damit meint Jesus, dass ein grundlegender Wandel in der Anbetung bevorsteht. Die Anbetung Gottes wird nicht länger an bestimmte heilige Orte gebunden sein. Bis dahin war für Samariter der Garizim und für Juden der Jerusalemer Tempel zentral. Jesus jedoch erklärt, dass bald kein geografischer Ort mehr ausschlaggebend sein wird – weder Garizim noch Jerusalem werden der exklusive Mittelpunkt der Anbetung Gottes sein. Dies bedeutet nicht, dass an diesen Orten überhaupt niemand mehr betet, sondern dass sie ihre ausschließliche heiligtümliche Bedeutung verlieren. Tatsächlich wurde einige Jahrzehnte später der Tempel in Jerusalem zerstört (70 n. Chr.), und schon zur Zeit Jesu lag der samaritanische Tempel auf dem Garizim in Trümmern. Beide traditionellen Anbetungsstätten hörten auf, Zentrum des Gottesdienstes zu sein. Die „Stunde“ von der Jesus spricht, bezieht sich auf die neue Ära, die mit seinem Kommen und Wirken beginnt: Von da an sollten Menschen Gott überall „im Geist und in der Wahrheit“ anbeten (Joh 4,23-24) – unabhängig von einem besonderen Heiligtum. Kurz gesagt: Ja, gemäß Jesu Worten würde die Anbetung nicht länger auf Jerusalem oder den Garizim beschränkt sein, sondern überall stattfinden können, ohne an einen bestimmten Berg oder Tempel gebunden zu sein.
Die Aussage ist in gängigen Übersetzungen korrekt wiedergegeben: „weder auf diesem Berge noch in Jerusalem“. Im Griechischen steht hier eine Doppelverneinung („weder – noch“), die Jesus’ Punkt klar hervorhebt. Allerdings ist wichtig, wie man diese Aussage versteht. Jesus spricht nicht von einem absoluten Verbot, an diesen Orten zu beten, sondern nutzt eine stilistische Gegenüberstellung: „nicht hier und nicht dort, sondern…“. Er betont, dass der Ort künftig keine Rolle mehr spielt. Einige Übersetzungen geben den Sinn freier wieder, z. B. die Neues-Leben-Übersetzung: „Die Zeit kommt, in der es keine Rolle mehr spielt, ob ihr den Vater auf diesem Berg oder in Jerusalem anbetet“. Damit wird deutlich, was gemeint ist: Es geht um die Aufhebung der Ortsgebundenheit der Anbetung, nicht darum, dass an jenen Bergen gar keine Gebete mehr gesprochen werden dürften. Jesu Formulierung in Joh 4,21 ist also keine missglückte Übersetzung, sondern eine bewusste Zuspitzung, um den Gegensatz zum kommenden „Anbeten im Geist und in der Wahrheit“ klarzumachen. Stilistisch gebraucht Jesus die Wendung „weder…noch“, um zu verkünden, dass wahre Anbetung nicht länger an einen bestimmten Ort gebunden sein wird, sondern überall stattfinden kann, wo Menschen Gott im Geist begegnen.
Diese Frage berührt unterschiedliche eschatologische Auffassungen. Jesu Aussage in Joh 4,21 – dass künftig keine ortsgebundene Anbetung nötig ist – hat viele Christen zu der Schlussfolgerung geführt, dass nach Jesu Opfer kein irdischer Tempel mehr erforderlich ist. Im Neuen Testament wird deutlich, dass Gottes Gegenwart nicht mehr in einem Gebäude wohnt (vgl. Apg 7,48-50) und dass die Gläubigen selbst ein Tempel des Heiligen Geistes sind (1Kor 3,16). Jesus erklärte der Samariterin, die Zeit des zentralen Heiligtums gehe zu Ende; stattdessen suche der Vater Anbeter, die ihn überall im Geist und Wahrheit anbeten. Viele theologische Richtungen – insbesondere amillennialistische oder nicht-dispensationalistische – verstehen daher die Vision des Tempels in Hesekiel 40–48 symbolisch oder geistlich. Sie deuten den sogenannten „Hesekiel-Tempel“ als ein Bild für Gottes Gegenwart unter seinem Volk (letztlich erfüllt in Christus und der Gemeinde) und nicht als Bauplan für einen zukünftigen physischen Tempel. Auch weist das Neue Testament darauf hin, dass Jesus Christus selbst der endgültige Tempel ist (vgl. Joh 2,19-21), und in der ewigen Stadt Gottes gibt es „keinen Tempel, denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm“ (Offb 21,22). Aus dieser Sicht würde im Tausendjährigen Reich kein eigens neues Tempelgebäude mehr benötigt, da Christus direkt gegenwärtig ist und das alttestamentliche Opfersystem durch sein einmaliges Opfer abgelöst wurde.
Andererseits vertreten dispensationalistische Christen (zu denen ich mih selbst zähle) die Auffassung, dass Hesekiels Tempelvision wörtlich zu verstehen ist und sich in der Zukunft erfüllen wird. Nach klassisch-dispensationaler Lehre soll nach der Wiederkunft Christi während des 1000-jährigen Friedensreiches tatsächlich ein physischer Tempel in Jerusalem errichtet werden, der als zentrales Gotteshaus für alle Völker dient. Alttestamentliche Prophezeiungen wie z. B. Sacharja 14,16-21 oder Jesaja 2,2-3 werden so verstanden, dass in der messianischen Friedensherrschaft Gottesdienst in Jerusalem stattfinden wird – einschließlich Opfergaben, allerdings als Gedenkopfer an Christi Erlösungstod. Dispensationalisten argumentieren, dass Jesu Wort in Joh 4,21 die gegenwärtige Heilszeit (Gemeindezeitalter) betrifft, in der kein Tempel nötig ist, und kein grundsätzliches Verbot darstellt, dass Gott zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Tempel etablieren könnte. Sie sehen keinen Widerspruch, da im Millennium Jesus selbst auf Erden regiert und der Tempel dort eine andere Funktion haben würde (nämlich Erinnerung an das vollbrachte Opfer, nicht zur Sündenvergebung). Kritiker dieses Ansatzes wenden allerdings ein, dass Hesekiel ausdrücklich von Sündopfern spricht, die „Sühne“ bewirken sollen (Hes 45,15-20) – was schwer mit dem abschließenden Opfer Christi in Einklang zu bringen ist. Diese Differenzen zeigen, dass die Frage nach dem „Tempel Hesekiels“ umstritten ist. Zusammenfassend kann man sagen: Jesu Aussage in Joh 4,21 rückt die geistliche Anbetung ohne Tempel in den Vordergrund, weshalb viele glauben, es werde keinen zukünftigen Tempel mehr geben. Die dispensationalistische Sicht hingegen erwartet doch einen Millennial-Tempel, sieht aber Jesu Worte nicht als Widerspruch dazu, sondern als Hinweis auf die derzeitige heilsgeschichtliche Phase. Welche Auffassung man auch bevorzugt – Jesu Kernpunkt bleibt, dass wahre Anbetung im neuen Bund nicht an einen irdischen Kultort gebunden ist.
In Johannes 4,21 verwendet Jesus „ihr“ (Plural) in direkter Anrede der samaritischen Frau. Unmittelbar bezog er sich damit auf sie und ihr Volk, die Samariter. Dies geht aus dem Zusammenhang deutlich hervor: Die Frau hatte gerade die rivalisierenden Ansprüche angesprochen – „Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet; ihr [Juden] aber sagt, in Jerusalem sei der Ort…“ (Joh 4,20). Jesus antwortet mit „da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet“, was zunächst die Samariter meint, die auf „diesem Berg“ (Garizim) anbeteten. Einige Übersetzungen machen das explizit, z. B. „ihr Samariter“, um den Sinn zu verdeutlichen. Auch der folgende Vers 22 zeigt den Gegensatz: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen…“, womit Jesus klar zwischen Samaritanern und Juden unterscheidet.
Allerdings schließt Jesu Prophetie indirekt alle ein. Indem er „weder auf Gerizim noch in Jerusalem“ sagt, deutet er an, dass beide Anbetungssysteme (das der Samariter und der Juden) abgelöst werden. Die Wendung „die Stunde kommt, da ihr… nicht mehr…“ kann somit über die Samariter hinaus auf alle zukünftigen Anbeter angewandt werden. Bibelausleger weisen darauf hin, dass Jesu „ihr werdet anbeten…“ in weiterer Folge die gesamte Menschheit umfasst, „obwohl es primär voraussagt, dass auch die Samariter durch das Evangelium zum wahren Gottesdienst geführt werden“. Tatsächlich erfüllte sich dies zunächst in Samaria: Viele Samaritaner glaubten an Christus (Joh 4,39-42) und später predigten die Apostel erfolgreich in Samaria (Apg 8,5-17), ohne dass diese zum Jerusalemer Tempel ziehen mussten. Zusammengefasst war mit „ihr“ in Joh 4,21 zuerst die Samaritergemeint, an die Jesus sich wandte. Gleichzeitig verkündet er damit ein allgemeingültiges Prinzip: In der neuen Heilszeit gibt es keinen exklusiven Anbetungsort mehr für irgendein Volk, sondern alle – Samariter, Juden und die übrigen Völker – sind eingeladen, den Vater überall in Geist und Wahrheit zu verehren.
Quellen: Die Bibelstellen sind zitiert nach Elberfelder 1905. Weitere Erklärungen stammen aus Kommentaren und theologischen Artikeln, u. a. dem Pulpit Commentary, dem Kommentar von H. Alford (zit. in Enduring Word), sowie aus einer Analyse des Christian Research Institute. Diese beleuchten den historischen Hintergrund (Anbetung auf Garizim vs. Jerusalem), die Übersetzungsfragen und die unterschiedlichen Auffassungen zur Auslegung von Jesu Wort im Licht der biblischen Prophetie.