Amos 5, 21-23.
Dort sagt jhvh Jehova durch den Propheten Amos:
21 Ich hasse, ich verschmähe eure Feste, und eure Festversammlungen mag ich
nicht riechen:
22 denn wenn ihr mir Brandopfer und eure Speisopfer opfert, habe ich kein Wohlgefallen daran; und das Friedensopfer von eurem Mastvieh mag ich nicht ansehen.
23 Tue den Lärm deiner Lieder von mir hinweg, und das Spiel deiner Harfen mag
ich nicht hören.
https://www.elb2023.com/altes-testament/amos/amos-kapitel-5
Diese starken Worte richten sich nicht gegen Fröhlichkeit oder Lautstärke an sich, sondern gegen die Heuchelei und den fehlenden sozialen Gerechtigkeitssinn des Volkes.
Äußerer Kult vs. innere Haltung: Das Volk hielt die religiösen Feste ein, opferte und sang Loblieder (das "Getue" und der "Lärm"), aber gleichzeitig unterdrückten sie die Armen und lebten ungerecht (Amos 2, 6-8; 5, 10-12).
Gott sucht Gerechtigkeit: Direkt vor dieser Passage macht Gott klar, was er eigentlich will: "Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach." (Amos 5, 24).
Leere Rituale: Für Gott sind die aufwendigsten religiösen Rituale unerträglich ("Gestank"), wenn sie nicht aus einem aufrichtigen Herzen kommen, das auch nach Gerechtigkeit strebt.
Das Motiv, dass Gott die leere Frömmigkeit ablehnt, zieht sich durch die prophetischen Bücher:
Jesaja 1,
10-17:
10 Höret das Wort Jehovas, Vorsteher von Sodom; horchet auf das Gesetz unseres Gottes, Volk von Gomorra!
11 Wozu soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht Jehova; ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber, und am Blute von Farren und Lämmern und jungen Böcken habe ich kein Gefallen.
12 Wenn ihr kommet, um vor meinem Angesicht zu erscheinen, wer hat dieses von eurer Hand gefordert, meine Vorhöfe zu zertreten?
13 Bringet keine eitle Opfergabe mehr! Räucherwerk ist mir ein Greuel. Neumond und Sabbath, das Berufen von Versammlungen: Frevel und Festversammlung mag ich nicht.
14 Eure Neumonde und eure Festzeiten haßt meine Seele; sie sind mir zur Last geworden, ich bin des Tragens müde.
15 Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch; selbst wenn ihr des Betens viel machet, höre ich nicht: eure Hände sind voll Blutes.
16 Waschet euch, reiniget euch; schaffet die Schlechtigkeit eurer Handlungen mir aus den Augen, lasset ab vom Übeltun!
17 Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, leitet den Bedrückten; schaffet Recht der Waise, führet der Witwe Sache!
Hier
vergleicht KJehovba Gott Jerusalem mit Sodom und Gomorra und sagt:
"Was soll mir die Menge eurer Opfer?
... Bringt nicht mehr solch unnütze Opfer!
... Waschet euch, reinigt euch! Tut eure bösen Taten von meinen Augen, lasst
ab vom Bösen!
Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schaffet den
Waisen Recht, führet der Witwen Sache!"
Jeremia 7,
1-11:
7,1 Das Wort, welches von seiten Jehovas zu Jeremia geschah, also:
2 Stelle dich in das Tor des Hauses Jehovas, und rufe daselbst dieses Wort aus und sprich: Höret das Wort Jehovas, ganz Juda, die ihr durch diese Tore eingehet, um Jehova anzubeten.
3 So spricht Jehova der Heerscharen, der Gott Israels: Machet gut eure Wege und eure Handlungen, so will ich euch an diesem Orte wohnen lassen.
4 Und verlasset euch nicht auf Worte der Lüge, indem man spricht: Der Tempel Jehovas, der Tempel Jehovas, der Tempel Jehovas ist dies!
5 Sondern wenn ihr eure Wege und eure Handlungen wirklich gut machet, wenn ihr wirklich Recht übet zwischen dem einen und dem anderen,
6 den Fremdling, die Waise und die Witwe nicht bedrücket, und unschuldiges Blut an diesem Orte nicht vergießet, und anderen Göttern nicht nachwandelt euch zum Unglück:
7 so will ich euch an diesem Orte, in dem Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, wohnen lassen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
8 Siehe, ihr verlasset euch auf Worte der Lüge, die nichts nutzen.
9 Wie? Stehlen, morden und Ehebruch treiben und falsch schwören und dem Baal räuchern und anderen Göttern nachwandeln, die ihr nicht kennet!
10 Und dann kommet ihr und tretet vor mein Angesicht in diesem Hause, welches nach meinem Namen genannt ist, und sprechet: Wir sind errettet damit ihr alle diese Greuel verübet!
11 Ist denn dieses Haus, welches nach meinem Namen genannt ist, eine Räuberhöhle geworden in euren Augen? Ich selbst, siehe, ich habe es gesehen, spricht Jehova.
Die Menschen
vertrauten darauf, dass der Tempel Gottes sie beschützt, während sie
Diebstahl, Mord und Ehebruch begingen. Gott sagt:
"Ihr vertraut auf Lügenworte, die nichts nützen.
… Stehlt ihr, mordet ihr,
… und lauft anderen Göttern nach
… und dann kommt ihr und tretet vor mein Angesicht in diesem Hause, das nach
meinem Namen genannt ist, und sprecht: Wir sind erlöst! – um all diese
Greuel zu tun?"
In Amos 5, 21-23 zu
finden. Es geht dabei nicht um den Lärm an sich, sondern um die Verurteilung
einer heuchlerischen Gottesverehrung,
die sich in lauten, aber leeren Ritualen zeigt, während das tägliche Leben
voller Ungerechtigkeit ist. Gott will keine perfekten Lieder, sondern ein
gerechtes Herz.