Fragen und Antworten

00305 in der Rolle des Buches
      Hebräer Brief

Hebräisch / Griechisch

Elberfelder 1905

Psalmen

Ps 40,8 אָז אָמַרְתִּי הִנֵּה־בָאתִי בִּמְגִלַּת־סֵפֶר כָּתוּב עָלָי׃

Ps 40,8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben.


Wie kann m an Psalm 40.8 verstehen:
Gott musste ein Opfer schon für Adam und Eva geben, ein Tier war offensichtlich dazu geeignet, vorbildhaft das Leben zu lassen und seine Haut zu geben zum Schutz von Adam und Eva.
Schon in 3. Mose 1 spielt ja die Haut beim Brandopfer ein wichtige Rolle (Zusammenhang!?)
Vor was mussten sie geschützt werden?
An was sieht man in 1. Mose 1 in der Schöpfungsgeschichte den Unterschiede  Stellung der Tiere zum Mensch

Kannst Du noch etwas zu Wort "wollen" in Psalm 40.8 erläutern? Und ein Überblick zu Psalm 8?

*-*-*
„Psalm 40,8 zeigt:
Tieropfer genügen nicht – der Messias kommt, um Gottes Willen vollkommen zu erfüllen.
Von den Fellkleidern im Paradies über die Haut des Brandopfers bis zu Christus als wahrem Opfer führt
eine Linie der Bedeckung.
Psalm 8 öffnet den Blick auf die Herrschaft des Menschensohnes, die in Jesus vollendet wird.“


1. Psalm 40,8 im Kontext

Der Vers lautet:

„Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben.“

👉 Das bedeutet: Tieropfer waren notwendig und von Gott eingesetzt, aber sie waren nur Schatten und Vorbilder. Der Sohn kommt als der eigentliche Gehorsame, der den Willen Gottes vollkommen erfüllt.


2. Das Opfer für Adam und Eva

Nach 1. Mose 3,21 machte Gott Adam und Eva „Kleider aus Fell“.

👉 Der „Schutz“ ist also nicht in erster Linie vor Kälte, sondern vor dem Gericht Gottes, indem die Nacktheit – Bild für Schuld – bedeckt wird.


3. Die Rolle der Haut im Opfer (3. Mose 1)

Beim Brandopfer (Lev 1,6–9) wurde das Tier vollständig auf dem Altar verbrannt, aber die Haut gehörte dem Priester (Lev 7,8).


4. Unterschied: Mensch und Tiere in der Schöpfung (1. Mose 1)

👉 Der Unterschied zeigt: Nur der Mensch ist zur Gemeinschaft mit Gott bestimmt. Tiere sind nicht Partner, sondern dienen – bis hin zum Opferbild.


5. Das Wort „wollen“ in Ps 40,8

In Hebräer 10,7 zitiert: „Siehe, ich komme …, um deinen Willen zu tun, o Gott.“


6. Überblick zu Psalm 8

Psalm 8 ist ein „Schöpfungspsalm“:

👉 Im Neuen Testament wird Psalm 8 auf Christus bezogen (Hebr 2,6–9):


Zusammenfassung

 

Lesefassung (fürs Studium)

Psalm 40,8 – Kontext und Sinnlinie

„Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben.“ (Ps 40,8)

Textkritischer Hinweis: MT (V.7) „Ohren hast du mir gegraben“; LXX: „einen Leib aber hast du mir bereitet
Hebr 10 folgt der LXX, weil dort die Inkarnation als Voraussetzung des Gehorsamsopfers klar ausgedrückt wird.

Frühestes Opferzeichen: Adam und Eva (1. Mose 3,21)

Verbindung zur „Haut“ im Opfer (3. Mose 1; 7,8)

Wovor mussten Adam und Eva „geschützt“ werden?

Mensch und Tier in der Schöpfung (1. Mose 1) – die Unterschiede

Wortstudie „wollen“ in Psalm 40

Überblick zu Psalm 8

Psalm 40,8 & Psalm 8 – Christus, Opfer, Wille Gottes und Herrschaft

Grundlinien von Eden bis Hebräer 10, mit Blick auf Imago Dei und die Rolle der Opfer.

1. Psalm 40,8 im heilsgeschichtlichen Kontext

„Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben.“ (Ps 40,8)

Der Sprecher ist prophetisch der Messias. Das Neue Testament zitiert Ps 40,7–9 in Hebr 10,5–10: Gott hat an Tieropfern kein letztes Wohlgefallen,
sondern am Kommen des Sohnes, der den Willen Gottes erfüllt und sich selbst als wahres, einmaliges Opfer darbringt.

Textbeobachtung: Ps 40,7: „Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt“ (לא חפצתּ); Ps 40,9: „Deinen Willen zu tun … ist meine Lust“ (חפצתי). Der göttliche Wille findet seine Erfüllung im gehorsamen Sohn.

Textkritisch: MT (V.7) „Ohren hast du mir gegraben“; LXX: „einen Leib aber hast du mir bereitet“ – Hebr 10 folgt der LXX, da hier die Inkarnation als Voraussetzung des Gehorsamsopfers betont wird.

2. Erste Spur des Opfergedankens: Eden (1. Mose 3,21)

„Und Jehova Gott machte Adam und seinem Weib Kleider aus Fell und bekleidete sie.“ Die Implikation ist ein gestorbenes Tier: erste Andeutung stellvertretenden Blutes und der Bedeckung der Schuld.

Wovor schützt die Bedeckung?

3. Die Haut beim Opfer (3. Mose 1; 7,8) – typologische Linie

Beim Brandopfer steigt die Ganzhingabe Gott empor; 3Mo 7,8 betont: die Haut gehört dem Priester. Bildhaft: Was Gott gebührt,
geht ganz an ihn; die aus dem Tod hervorgehende Bedeckung kommt dem priesterlichen Volk zugute – ein Echo auf 1Mo 3,21.

4. Mensch und Tier in der Schöpfung (1. Mose 1) – Unterschiede

Aspekt

Mensch

Tier

Würde

„Bild Gottes“ (1Mo 1,26–27)

„Nach ihrer Art“

Auftrag

Herrschaft & Bebauen (1Mo 1,28)

Unter menschlicher Herrschaft

Lebensodem

Gott haucht ein (1Mo 2,7)

geschaffen, beseelt, aber nicht als Gottes-Ebenbild

Opferbild

empfängt Bedeckung

dient (typologisch) als Stellvertreter nach dem Fall

5. Wortstudie: „wollen“ in Psalm 40

חָפֵץ (chāfētz) = begehren, Gefallen haben, wollen (mit Nuance von Wohlgefallen). Ps 40,7: Gott wollte nicht (als Endziel) Opfer;
Ps 40,9: der Messias hat Lust, Gottes Willen zu tun. Dazu רָצוֹן (ratzon) = Wille/Wohlgefallen; NT: θέλημα. Ergebnis: Nicht Kult an sich, sondern der gehorsame Sohn ist Gottes Wohlgefallen.

6. Überblick zu Psalm 8

Leitgedanke: Gottes Majestät und die erstaunliche Würde des Menschen.

  1. Gottes Hoheit am Himmel (V.2–3; vgl. Mt 21,16).
  2. „Was ist der Mensch…?“ – Staunen über die Berufung (V.4–5).
  3. Herrschaft über die Werke Gottes (V.6–9).

Christologische Erfüllung:
 Hebr 2,6–9 und 1Kor 15,27 zeigen:
Der erste Adam verlor die Herrschaft; der letzte Adam, Christus, ist „mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt“ und bringt die Unterwerfung aller Dinge zur Vollendung.

Ausarbeitung zu Psalm 40,8 und Psalm 8. Bitte Bibelstellen im Kontext nachlesen (ELB 1905: https://www.elb2023.com/