Mt 13,30 Laßt
es beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte
werde ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen
und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber
sammelt in meine Scheune.
In Matthäus 13 haben wir die ersten 6 der
10 "Köngreich der
Himmel Gleichnisse"
im Matthäus Evangelium.
In Mt 13.30 haben eine Erklärung des ersten
"Königreich der Himmel
Gleichnisse" (Matthäus 13.24.)
Nun etwas kleines zum Kontext Kp. 13 und des
1. Königreich der Himmel Gleichnisse,
heilsgeschichtlich für Israel ausgelegt.
Eine ausführliche heilsgeschichtliche Einordnung zu Matthäus 13 und
speziell zum ersten „Königreich-der-Himmel-Gleichnis“
(das Gleichnis
vom Unkraut unter dem Weizen, Mt 13,24–30; erklärt in Mt 13,36–43).
1. Der Kontext von Matthäus 13
Matthäus 13 bildet eine
Wendestelle im
Evangelium.
Bis Kapitel 12 bietet der Herr Jesus dem Volk Israel das
Königreich in der Person des Königs an.
Doch Israel verwirft Ihn
–
besonders sichtbar in der Lästerung gegen den Heiligen Geist
(Mt
12,24–32).
Damit wird deutlich: das messianische Reich in seiner
Herrlichkeit kann nicht sofort aufgerichtet werden.
Stattdessen offenbart der Herr
nun in Gleichnissen die „Geheimnisse des Königreich der Himmel“ (Mt
13,11). Das bedeutet:
-
Er zeigt, wie das Reich in
der gegenwärtigen, verborgenen Gestalt zwischen Seinem ersten
und zweitem Kommen existieren wird.
-
Es geht also nicht um die
Herrlichkeit in Macht und sichtbarer Regierung, sondern um die
Zwischenzeit
2. Die Stellung Israels im
heilsgeschichtlichen Ablauf
Für Israel war das Reich mit
Herrlichkeit, Davidsthron und sichtbarer Ordnung verbunden. Weil sie
aber den König verworfen haben, wird ihnen das Reich
in Geheimnissen
gezeigt – verborgen, nur für die Jünger durch den Geist zu verstehen
(Mt 13,10–17).
-
Israel bleibt in Erwartung
des zukünftigen messianischen Reiches in Herrlichkeit.
-
Aber bis dahin entfaltet
sich ein Reich in
gemischter Form: wahre und falsche Bekenner sind
äußerlich ununterscheidbar.
So erklärt Matthäus 13
heilsgeschichtlich den gegenwärtigen Charakter des Reiches: ein
Reich, das nicht in Macht sichtbar ist, sondern in verborgener Weise
wirkt, während Israel als Nation beiseitegesetzt ist.
3. Das erste Gleichnis: Das
Unkraut unter dem Weizen (Mt 13,24–30)
a) Bild und Aussage
-
Der Sämann (der Sohn
des Menschen) sät guten Samen (wahre Kinder des
Reiches).
-
Der Feind (der Teufel)
sät Unkraut (falsche Bekenner).
-
Beide wachsen nebeneinander
auf, bis zur Ernte
am Ende des Zeitalters.
-
Die Knechte sollen das
Unkraut nicht herausreißen – Trennung und Gericht sind Sache der
Engel bei der Ernte.
b) Die Erklärung (Mt 13,36–43)
Der Herr selbst deutet:
-
Acker = die Welt.
-
Guter Same = Kinder des
Reiches.
-
Unkraut = Kinder des Bösen.
-
Ernte = Vollendung des
Zeitalters (Endzeit).
-
Schnitter = Engel.
-
Ausgang: die Bösen werden
ins Feuer geworfen, die Gerechten leuchten im Reich ihres
Vaters.
4. Heilsgeschichtliche
Bedeutung für Israel
Für Israel war dies ein
völlig neuer Gedanke:
-
Das Reich kommt nicht
sofort in Herrlichkeit.
-
Stattdessen entsteht eine
gemischte Form:
wahren Gläubigen stehen falsche Bekenner zur Seite.
-
Israel als Nation wird in
den Hintergrund gestellt; das Reich nimmt eine
universale, weltweite
Dimension an („der Acker ist die Welt“).
Das war ein Einschnitt:
-
Die Jünger mussten lernen,
dass das Reich zunächst in verborgener Weise kommt.
-
Erst in der zukünftigen
Offenbarung wird das Reich in Herrlichkeit erscheinen, dann aber
nach Gericht und Scheidung.
5. Praktische und prophetische
Lehre
-
Für die Jünger (und
uns heute): Wir dürfen nicht erwarten, dass das Reich
der Himmel auf der Erde eine reine Gestalt haben wird. Christus
erlaubt keine „Säuberung“ durch Menschenhand; das Endgericht ist
göttliche Sache.
-
Für Israel:
Das Gleichnis zeigt, warum das Reich nicht sofort in
Herrlichkeit kam. Sie hatten den König verworfen; darum wird das
Reich zunächst in verborgener Gestalt aufgerichtet, bis zur
künftigen Offenbarung.
-
Endgericht:
Am Ende wird das Böse ausgesondert, und dann leuchten die
Gerechten im Reich ihres Vaters (himmlische Seite).
👉
Zusammengefasst:
Matthäus 13 zeigt in sieben Gleichnissen [davon 6 Königreich der
Himmel Gleichnissen]
die verborgene Gestalt des Reiches der Himmel während der
Abwesenheit des Königs.
Das erste Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen verdeutlicht, dass
das KönigReich bis zur Wiederkunft des Herrn von einer Mischung aus
Echtem und Falschem geprägt sein wird.
Für Israel bedeutet das eine heilsgeschichtliche Verschiebung:
das Reich in Herrlichkeit kommt erst nach Gericht,
nicht unmittelbar mit dem ersten Kommen des Messias.
Eine Übersicht über die sechs
Gleichnisse in Matthäus 13
(bis Vers 43, also die ersten
sechs der zehn Gleichnisse), mit heilsgeschichtlicher Linie und
Bezug zu Israel.
Übersicht: Die sechs Gleichnisse
in Matthäus 13
1. Der Sämann (Mt 13,3–23)
-
Bild: Vier
Arten von Ackerboden, auf die das Wort fällt.
-
Kern:
Verschiedene Haltungen zum Wort des Reiches – nicht das Wort ist
das Problem, sondern der Boden.
-
Heilsgeschichtlich:
Israel als Nation verwarf das Wort. Nur ein „Überrest“ bringt
Frucht.
-
Prinzip: Das
Reich beginnt durch die Verkündigung des Wortes, aber es wird
von Anfang an unterschiedlich aufgenommen.
2. Der Feind sät Unkraut (Mt
13,24–30; Erklärung 36–43)
-
Bild: Weizen
und Unkraut wachsen zusammen.
-
Kern: Wahre
Kinder des Reiches und falsche Bekenner nebeneinander.
-
Heilsgeschichtlich:
Das Reich ist nicht rein, sondern äußerlich gemischt, bis zur
Endzeit. Israel muss lernen: kein sofortiges Gericht, sondern
Geduld.
-
Prinzip:
Trennung erst durch göttliches Gericht am Ende des Zeitalters.
3. Das Senfkorn (Mt 13,31–32)
-
Bild: Kleiner
Same wächst zu großem Baum, Vögel nisten in den Zweigen.
-
Kern:
Unnatürliche Entwicklung – das Reich wird äußerlich groß, aber
nicht innerlich rein.
-
Heilsgeschichtlich:Aussaat
des Senfkorns und es ist ein Ruheplatz auch für Dämonen geworden
-
Prinzip: Das
Reich zeigt ein Wachstum in Macht und Einfluss, aber nicht in
geistlicher Reinheit.
4. Der Sauerteig (Mt 13,33)
-
Bild:
Sauerteig, der das ganze Mehl durchsäuert.
-
Kern:
Durchdringender, aber verderblicher Einfluss.
-
Heilsgeschichtlich:
Das Reich wird durch falsche Lehre und menschliche Tradition
geprägt. Der Sauerteig wirkt, bis alles durchsäuert ist.
-
Prinzip: Das
Reich ist in seiner äußeren Form von innerer Verderbnis geprägt
– ein Warnhinweis an Israel und die Jünger.
5. Der Schatz im Acker (Mt
13,44)
-
Bild: Ein
Schatz verborgen im Acker, der Mann kauft den ganzen Acker, um
ihn zu besitzen.
-
Kern: Der
Herr sieht in der Welt (dem Acker) einen verborgenen Schatz
(gläubiger Überrest Israels), für den Er alles hingibt.
-
Heilsgeschichtlich:
Israel bleibt trotz Verwerfung wertvoll in Gottes Augen;
Christus wird es in der Zukunft wieder annehmen.
-
Prinzip:
Israel ist der verborgene Schatz, der in der Geschichte
überdeckt ist, aber am Ende gehoben wird.
6. Die kostbare Perle (Mt
13,45–46)
-
Bild: Ein
Kaufmann sucht Perlen, findet eine von großem Wert, verkauft
alles und kauft sie.
-
Kern: Die
eine Perle weist auf die Einheit und Schönheit der Gemeinde
(Kirche) hin.
-
Heilsgeschichtlich:
Während Israel als Schatz in der Welt verborgen ist, sieht
Christus im Überrest Israel die eine Perle von höchstem Wert,
für die Er alles hingibt (sein Leben).
-
Prinzip: Der
Überrest Israel`s ist vor den Augen des Herrn
Heilsgeschichtliche Linie
(Israel und das Reich)
-
Das Wort gesät
→ Israel reagiert wie die Welt: die meisten Böden sind
unfruchtbar (Sämann).
-
Das Reich äußerlich
gemischt → keine sofortige Scheidung von Gut und Böse
(Unkraut).
-
Unnatürliches Wachstum
→ äußere Größe, politische und religiöse Macht (Senfkorn).
-
Innerer Verderb
→ falsche Lehre und Vermischung (Sauerteig).
-
Der Schatz im Acker
→ Israel bleibt in Gottes Plan verborgen, wird am Ende gehoben.
-
Die kostbare Perle
→ der Überrest Israels "aus dem Meer", von Christus erkauft.
>> Zusammengefasst:
Matthäus 13 zeigt, wie das Reich nach der Verwerfung des Königs in
verborgener, gemischter Gestalt auf der Erde existiert. Für Israel
bedeutete das: nicht sofort Herrlichkeit, sondern eine Zwischenzeit.
Der Schatz (Israel) und die Perle (Die
kostbare Perle → der Überrest Israels "aus dem Meer"
zeigen, dass Gott in dieser Zeit dennoch zwei große Heilsgüter im
Auge hat: Israel für die
Zukunft und
die Die kostbare Perle
→ der Überrest Israels "aus dem Meer".
Übersichtstabelle: Matthäus 13,
die ersten 6 Gleichnisse
|
Nr. |
Gleichnis & Stelle |
Bild |
Kernaussage |
Heilsgeschichtliche Bedeutung |
Bezug zu Israel / Gemeinde |
|
1 |
Der
Sämann (Mt 13,3–23) |
Vier Böden für den Samen |
Unterschiedliche Aufnahme des Wortes |
Das Reich beginnt durch Verkündigung; Frucht nur
bei wenigen |
Israel verwirft mehrheitlich, nur Überrest
bringt Frucht |
|
2 |
Unkraut
unter dem Weizen (Mt 13,24–30; 36–43) |
Weizen und Unkraut wachsen zusammen |
Wahre und falsche Bekenner nebeneinander |
Keine Trennung bis zum Endgericht durch Engel |
Israel lernt: kein sofortiges Gericht; Geduld
Gottes |
|
3 |
Senfkorn
(Mt 13,31–32) |
Kleiner Same wird zu großem Baum |
Äußeres Wachstum, aber unnatürlich |
Reich wird äußerlich groß, aber von Bösem
durchdrungen |
Aussaat des Senfkorns und es ist ein Ruheplatz
auch für Dämonen geworden
|
|
4 |
Sauerteig (Mt 13,33) |
Sauerteig durchsäuert Mehl |
Verderbnis wirkt durchdringend |
Reich geprägt von falscher Lehre & Vermischung |
Israel sieht: Reich ist nicht heilig, sondern
verdorben |
|
5 |
Schatz
im Acker (Mt 13,44) |
Verborgener Schatz im Feld |
Christus kauft den Acker um des Schatzes willen |
Schatz = Israel, verborgen, aber wertvoll |
Israel bleibt Gottes Eigentum, wird in Zukunft
gehoben |
|
6 |
Die
kostbare Perle (Mt 13,45–46) |
Kaufmann findet eine Perle |
Christus gibt alles für diese eine Perle |
der Überrest Israels "aus dem Meer" |
Gemeinde als Braut Christi, in der Zwischenzeit
gebildet |
Heilsgeschichtliche Linie in
Kurzform
-
Wort gesät →
Reaktionen unterschiedlich (Israel verwirft, Überrest glaubt).
-
Gemischtes Reich
→ Wahre und falsche Bekenner nebeneinander.
-
Unnatürliches Wachstum
→ Reich wächst äußerlich, aber nicht geistlich rein.
-
Innerer Verderb
→ Sauerteig durchdringt die ganze Christenheit.
-
Der Schatz →
Israel bleibt Gottes Eigentum, verborgen in der Geschichte.
-
Die Perle →
der Überrest Israels "aus dem Meer", einzigartig in Gottes
Augen.
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