Fragen und Antworten
00381 Beten im Namen des Herrn Jesus

| Elberfelder 1905 | |
| Johannes | |
| Joh 14,11 Glaubet mir, daß ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubet mir um der Werke selbst willen. | |
| Joh 14,12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe. | |
| Joh 14,13 Und was irgend ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, auf daß der Vater verherrlicht werde in dem Sohne. | |
| Joh 14,14 Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun. | |
| Joh 14,15 Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote; | |
| Joh 14,16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter<O. Fürsprecher, Tröster> geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, |
Der Herr Jesus spricht in Joh 14 zu den
Jüngern kurz vor dem Kreuz.
Er kündigt sein Weggehen an, aber versichert ihnen zugleich seine bleibende
Gegenwart durch den Heiligen Geist.
Mit der Verheißung des Gebets „in meinem Namen“ bindet er die
Jünger enger an sich, auch wenn er äußerlich nicht mehr bei ihnen ist.
Das Ziel ist klar: „…auf dass der Vater verherrlicht werde in dem Sohne.“ Jede Gebetserhörung, die in Übereinstimmung mit dem Namen Jesu geschieht, dient der Ehre Gottes, nicht primär unserer Bedürfnisbefriedigung.
„In Seinem Namen“ heißt nicht einfach eine Gebetsformel am Ende („in Jesu Namen, Amen“), sondern:
In Übereinstimmung mit seiner Person: Sein Wesen, sein Charakter, sein Wille.
Stellvertretend im Auftrag Jesu: So, als ob er selbst bitten würde.
In Gemeinschaft mit ihm: Der Beter lebt in Nähe und Gehorsam zum Herrn, sodass sein Wille und Jesu Wille übereinstimmen (vgl. Joh 15,7: „Wenn ihr in mir bleibt … so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen“).
Das heißt:
Sicher „in Seinem Namen“ bitten kannst du dann, wenn das Gebet mit der Person
und dem Auftrag Jesu übereinstimmt – also wenn
es mit Schrift und Geist Gottes übereinstimmt.
Ja, es gibt Einschränkungen, die durch die Schrift selbst gegeben sind:
Der Wille Gottes (1. Joh 5,14): Wir haben die Zuversicht, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten.
Die Herrlichkeit Gottes (Joh 14,13): Erhörung zielt auf Gottes Ehre, nicht auf menschliche Selbstverwirklichung.
Die Heiligkeit des Namens Jesu: Wünsche, die egoistisch, fleischlich oder gegen Gottes Wort sind, können nicht „in Seinem Namen“ sein, selbst wenn wir es so formulieren.
Darum: Nicht jeder persönliche Wunsch ist automatisch ein Gebet „im Namen Jesu“. Wünsche dürfen wir ihm vorlegen, aber wir sollen sie seinem Willen unterordnen (vgl. Mt 26,39: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst“).
Du fragst: „Wenn ich um die Errettung einer Person in Seinem Namen bete, kann das der Herr Jesus bewirken, so dass der Betreffende gar nicht selber bekehren muss?“
Die Bibel zeigt zwei Seiten:
Gottes Seite: Er will, dass alle Menschen errettet werden (1. Tim 2,4). Gott wirkt durch sein Wort und seinen Geist, zieht Menschen (Joh 6,44), öffnet Herzen (Apg 16,14).
Menschliche Verantwortung: Jeder ist aufgerufen, Buße zu tun und zu glauben (Mk 1,15; Apg 17,30). Der Herr zwingt niemanden.
Wenn du also für jemanden betest, dass er gerettet werde, ist das bestimmt im Sinn Jesu. Aber es ersetzt nicht die persönliche Bekehrung. Dein Gebet bewirkt, dass Gott wirkt, Gelegenheiten schenkt, Herzen öffnet, Hindernisse wegräumt – aber der Mensch muss dennoch antworten.
Prüfung am Wort: Passt mein Anliegen zur Schrift?
Frage nach Gottes Ehre: Würde die Erhörung Gottes Namen verherrlichen oder nur mir gefallen?
Haltung der Hingabe: Bete mit der Bereitschaft, auch ein „Nein“ oder „Anders“ als gute Antwort anzunehmen.
Beharrlichkeit: Der Herr ruft uns, im Gebet zu bleiben, auch wenn wir nicht sofort Erhörung sehen (Lk 18,1).
👉 Zusammengefasst:
„In Seinem Namen“ heißt: in Übereinstimmung mit seiner Person, seinem Wort und
seinem Auftrag.
Wünsche können wir ihm bringen – aber sie werden dann „in Seinem Namen“ gebetet,
wenn sie in seinem Willen liegen und auf Gottes Verherrlichung abzielen.
Für die Errettung anderer dürfen wir voll Vertrauen beten, doch bleibt die
persönliche Annahme des Evangeliums durch die betreffende Person notwendig.
| Aspekt | Was es bedeutet | Was es nicht bedeutet | Bibelstellen |
|---|---|---|---|
| Grundlage | In Übereinstimmung mit Jesu Person, Wille und Werk | Eine Gebetsformel am Ende („in Jesu Namen, Amen“) als Zauberwort | Joh 14,13–14; Joh 15,7 |
| Ziel | Verherrlichung des Vaters im Sohn | Befriedigung meiner Wünsche und Bequemlichkeit | Joh 14,13; 1. Kor 10,31 |
| Inhalt | Dinge, die Gottes Wort entsprechen: geistliches Wachstum, Evangelium, Gemeinde, Weisheit, Trost usw. | Egoistische oder fleischliche Wünsche, die dem Wort widersprechen | 1. Joh 5,14; Jak 4,3 |
| Beispiel positiv | Gebet für die Errettung eines Menschen: Gott wirkt, zieht, öffnet Herzen | „Er muss automatisch errettet werden, ohne eigene Buße und Glauben“ | 1. Tim 2,4; Joh 6,44; Apg 16,14 |
| Haltung | Demütige Abhängigkeit, Bereitschaft auch „Nein“ oder „Anders“ zu akzeptieren | Fordernde Haltung, die Gott binden will | Mt 26,39; Phil 4,6–7 |
👉
Merksatz:
„Im Namen Jesu“
bedeutet:
so bitten, wie er bitten würde – in Übereinstimmung
mit seinem Wort, zu Gottes Ehre und im Vertrauen auf seine Weisheit.