Es reute Jehova“ (1. Mose 6,6) – was
bedeutet das?
Diese Seite zeigt die Bedeutung der hebräischen Wurzel נחם (nāḥam)
im Kontext und bietet eine vollständige Tabelle aller Stellen, an denen die ELB 1905 mit „reuen/gereuen“ übersetzt.
Elberfelder 1905
1. Mose
1. Mo 6,5
Und Jehova sah, daß des Menschen Bosheit groß war auf Erden und
alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.
1. Mo 6,6
Und es reute Jehova, daß er den Menschen gemacht hatte auf der Erde,
und es schmerzte ihn in sein Herz hinein.
1. Grundtext in 1. Mose 6,6
Der hebräische Text lautet:
וַיִּנָּחֶם יְהוָה כִּי עָשָׂה אֶת־הָאָדָם
Verb: וַיִּנָּחֶם (wayyinnāḥem)
Wurzel:
נחם (n-ḥ-m)
Grundbedeutung: „getröstet werden“, „sich
leid tun lassen“, „bedauern“, „sein Verhalten ändern“, „umkehren“.
2. Bedeutung von „reuen“
Das deutsche „es reute Jehova“ gibt hier den
Aspekt des Bedauerns, des Schmerzes und
der inneren Umkehr im Handeln wieder.
Es bedeutet nicht, dass Gott einen Fehler gemacht hätte (das wäre gegen seine
Allwissenheit),
sondern dass Gott in seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit
mit Schmerz auf die Bosheit des Menschen
reagiert und sein Handeln entsprechend ändert (Gericht).
Man könnte es in heutiger Sprache so
wiedergeben:
„Da empfand Jehova Schmerz darüber, dass
er den Menschen gemacht hatte“
oder: „Da bekümmerte es Jehova …“.
3. Weitere Vorkommen von נחם im Tanach
Das Verb נחם erscheint über
100-mal im AT. Beispiele:
2. Mose 32,14 – „Da reute
den HERRN des Übels, von dem er geredet hatte, es seinem Volk zu tun.“
1. Samuel 15,11 – „Es
reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe …“
Joel 2,13 – „… denn er
ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Güte, und ihn reut
das Übel.“
Daneben gibt es Stellen, wo נחם im Sinn von
„trösten“ gebraucht wird:
Jesaja 40,1 – „Tröstet,
tröstet mein Volk …“
Das zeigt: Das Verb kann sowohl
leid tun / bereuen als auch
trösten / getröstet werden
heißen – die Bedeutung wird durch den Kontext bestimmt.
4. Wiedergabe im Kontext von 1. Mose 6,6
Im Zusammenhang mit der Sintfluterzählung
passt die Übersetzung „es reute
Jehova“ oder „Jehova empfand
Schmerz/Reue“.
Denn der Text fährt fort:
„… und es bekümmerte ihn in seinem
Herzen.“
Hier wird also deutlich, dass es um
Gottes tiefes inneres Leid
über die menschliche Bosheit geht, nicht um ein Eingeständnis göttlicher
Fehlplanung.
✅
Zusammenfassung:
„Reute“ übersetzt das hebräische נחם.
Bedeutung:
bedauern, Leid empfinden, sein
Handeln ändern.
Kommt sehr oft im AT vor, teils auch im
Sinn „trösten“.
In 1. Mose 6,6 bedeutet es:
Gottes Schmerz über die Bosheit
der Menschen, der ihn dazu bewegt, Gericht zu bringen.
„reuen / gereuen / gereut“ wiedergegeben wird, zusammengestellt –
auf Grundlage der Elberfelder 1905.
🔎 Stellen, wo נחם = „reuen“
(Elberfelder 1905)
1. Mose 6,6 – „Da reute
es Jehova, daß er den Menschen gemacht hatte …“
1. Mose 6,7 – „… denn
es reut mich, daß ich sie gemacht habe.“
2. Mose 32,14 – „Da
reute Jehova des Übels …“
4. Mose 23,19 – „… Er
spricht, und es geschieht; er hat geredet, und er wird es nicht
ausführen? oder sollte er geruen?“
5. Mose 32,36 – „… und
es reut ihn über seine Knechte.“
Richter 2,18 – „… denn
Jehova ließ sich gereuen ob ihres Ächzens …“
Richter 21,6 – „Und das
Volk hatte Mitleid … und es reute sie …“
Richter 21,15 – „Und es
reute das Volk wegen Benjamin …“
1. Samuel 15,11 – „Es
reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe …“
1. Samuel 15,29 – „Und
auch lügt nicht der Ruhm Israels, und er gereut nicht …“
1. Samuel 15,35 – „…
aber Jehova gereute, daß er Saul zum König gemacht hatte …“
2. Samuel 24,16 –
„Und Jehova reute des Übels …“
1. Chronik 21,15 –
„Und Gott sandte einen Engel … aber als er verderbte, da sah Jehova es,
und es reute ihn des Übels …“
Hiob 42,6 – „Darum
verwerfe ich mich und bereue in Staub und Asche.“ (andere Nuance: „ich
reue mich“)
Psalm 106,45 – „Und
er gedachte an seinen Bund mit ihnen, und es reute ihn nach seiner
großen Güte.“
Psalm 110,4 – „Jehova
hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen …“
Jeremia 4,28 – „…
denn ich habe geredet, ich habe es beschlossen und es nicht gereut …“
Jeremia 15,6 – „… ich
bin müde geworden, mich gereuen zu lassen.“
Jeremia 18,8 – „… so
will ich mich des Übels gereuen …“
Jeremia 18,10 – „… so
will ich mich des Guten gereuen …“
Jeremia 20,16 – „…
und er höre ein Geschrei am Morgen und ein Jauchzen zur Mittagszeit,
weil er mich nicht getötet …
so daß meine Mutter mein Grab geworden wäre, und ihr Leib ewig schwanger
getragen hätte.“ → (Hier: etwas freier, gereuen/bedauern)
Jeremia 26,3 –
„Vielleicht werden sie hören … so daß ich mich des Übels gereue …“
Jeremia 26,13 – „…
und Jehova wird sich des Übels gereuen …“
Jeremia 26,19 – „Da
gereute Jehova des Übels …“
Jeremia 42,10 – „…
denn ich habe mich des Übels gereuet …“
Joel 2,13 – „… denn
er ist gnädig … und ihn reuet das Übel.“
Amos 7,3 – „Da reute
Jehova des Übels …“
Amos 7,6 – „Da reute
Jehova des Übels …“
Jona 3,9 – „… so wird
Gott sich gereuen und umkehren von der Glut seines Zornes …“
Jona 3,10 – „Da reute
Gott des Übels …“
Sacharja 8,14 – „…
und mich hat nicht gereuet …“
>> Beobachtungen
In den meisten Fällen wird נחם im
Kontext von Gericht
gebraucht: Gott „reut“ ein angekündigtes Gericht oder „reut“ es, dass er
Gutes oder Böses beschlossen hat – je nach Reaktion der Menschen.
Mehrfach wird ausdrücklich betont,
dass Gott nicht lügt und nicht
reut (z.B. 1Sam 15,29; Ps 110,4; Sach 8,14) – ein Gegensatz zu
menschlicher Unbeständigkeit.
Im poetischen oder persönlichen
Bereich (z.B. Hiob 42,6) bedeutet es
„Reue / Umkehr“ des Menschen.
Tabelle: נחם („reuen“) im Alten
Testament (Elberfelder 1905)
Bibelstelle
Hebräisch (נחם)
Deutsche Wiedergabe (Elberfelder 1905)
1. Mose 6,6
וַיִּנָּחֶם
Da reute es Jehova, daß er den Menschen gemacht
hatte
1. Mose 6,7
נִחַמְתִּי
… denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe
2. Mose 32,14
וַיִּנָּחֶם
Da reute Jehova des Übels
4. Mose 23,19
וְלֹא יִנָּחֵם
… oder sollte er geruen?
5. Mose 32,36
וְעַל־עֲבָדָיו יִתְנֶחָם
… und es reut ihn über seine Knechte
Richter 2,18
וְנִחַם יְהוָה
… denn Jehova ließ sich gereuen ob ihres Ächzens
Richter 21,6
וַיִּנָּחֵם
… und es reute sie …
Richter 21,15
נִחַם
Und es reute das Volk wegen Benjamin
1. Samuel 15,11
נִחַמְתִּי
Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe
1. Samuel 15,29
לֹא יִנָּחֵם
… und er gereut nicht
1. Samuel 15,35
נִחַם
… aber Jehova gereute, daß er Saul …
2. Samuel 24,16
וַיִּנָּחֶם
Und Jehova reute des Übels
1. Chronik 21,15
וַיִּנָּחֶם
… und es reute ihn des Übels
Hiob 42,6
וְנִחַמְתִּי
… und bereue in Staub und Asche
Psalm 106,45
וַיִּנָּחֶם
… und es reute ihn nach seiner großen Güte
Psalm 110,4
לֹא יִנָּחֵם
Jehova hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen
Jeremia 4,28
נִחַמְתִּי
… ich habe beschlossen und es nicht gereut
Jeremia 15,6
נִלְאֵיתִי הִנָּחֵם
… ich bin müde geworden, mich gereuen zu lassen
Jeremia 18,8
וְנִחַמְתִּי
… so will ich mich des Übels gereuen
Jeremia 18,10
וְנִחַמְתִּי
… so will ich mich des Guten gereuen
Jeremia 26,3
וְנִחַמְתִּי
… so daß ich mich des Übels gereue
Jeremia 26,13
וְנִחַם יְהוָה
… und Jehova wird sich des Übels gereuen
Jeremia 26,19
וַיִּנָּחֶם
Da gereute Jehova des Übels
Jeremia 42,10
נִחַמְתִּי
… denn ich habe mich des Übels gereuet
Joel 2,13
וְנִחָם
… und ihn reuet das Übel
Amos 7,3
נִחָם יְהוָה
Da reute Jehova des Übels
Amos 7,6
וַיִּנָּחֶם יְהוָה
Da reute Jehova des Übels
Jona 3,9
וְנִחַם
… so wird Gott sich gereuen …
Jona 3,10
וַיִּנָּחֶם
Da reute Gott des Übels
Sacharja 8,14
לֹא נִחַמְתִּי
… und mich hat nicht gereuet
Hinweise
Ich habe die
wichtigsten Formen von נחם
notiert, soweit sie im Text deutlich sind.
Die Bedeutungen schwanken zwischen
„reuen / bereuen / Mitleid haben“
und „nicht reuen“.
Damit siehst du auf einen Blick:
Wann es Gott reute – und
wann ausdrücklich gesagt wird,
dass Gott nicht reut (seine Treue).
Lesetext (für dich / Bibelstunde)
נחם (nāḥam) – „reuen“ im Alten Testament (ELB 1905) Die hebräische Wurzel נחם umfasst semantisch „reuen /
bereuen / Mitleid haben“ sowie „trösten“. Im
Kontext von 1. Mose 6,6 („es reute Jehova“) steht der Aspekt des schmerzlichen
Bedauerns und der daraus
folgenden Änderung des Handelns im Vordergrund (Gericht über die durchweg böse
Menschheit). Dass Gott
„reut“, bedeutet nicht einen Irrtum oder mangelnde Allwissenheit, sondern zeigt
seine heilige, barmherzige
Reaktion auf menschliche Bosheit. Zugleich betonen andere Stellen (z. B. 1Sam
15,29; Ps 110,4), dass Gott in
seiner Zusage unerschütterlich ist („es wird ihn nicht gereuen“).
Stellenübersicht (ELB 1905) 1Mo 6,6; 1Mo 6,7; 2Mo 32,14; 4Mo 23,19; 5Mo 32,36; Ri
2,18; Ri 21,6; Ri 21,15; 1Sam 15,11; 1Sam 15,29; 1Sam 15,35; 2Sam 24,16; 1Chr
21,15; Hi 42,6; Ps 106,45; Ps 110,4;
Jer 4,28; Jer 15,6; Jer 18,8; Jer 18,10; Jer 26,3; Jer 26,13; Jer 26,19; Jer
42,10; Joel 2,13; Am 7,3; Am 7,6; Jon 3,9; Jon 3,10; Sach 8,14.
Trösten“-Belege von נחם vorbereitet – wieder in drei Bausteinen:
Lesetext, fertiges HTML (inkl. SEO/OG) und Teaser.
Ich habe mich hier auf die klaren
Verb-Verwendungen von נחם im Sinn „trösten / getröstet werden / sich trösten“
konzentriert (keine reinen Substantivformen wie „Tröster“).
1. Mose 5,29 – „Dieser wird
uns trösten über unser Werk …“ (Noah).
1. Mose 24,67 – „… und Isaak
tröstete sich nach seiner
Mutter.“
1. Mose 37,35 – „… er
wollte sich nicht trösten lassen.“ (Jakob).
1. Mose 38,12 – „… Juda
tröstete sich …“
2. Samuel 10,2 – „… um ihn
zu trösten wegen seines Vaters.“
2. Samuel 12,24 – „Und David
tröstete Bath-Seba …“
2. Samuel 13,39 – „… denn der König
hatte sich getröstet über
Amnon …“
1. Chronik 19,2 (Parallele zu 2Sam 10,2) – „… um ihn
zu trösten …“
Hiob 2,11 – „… um ihm
leid zu tragen und
ihn zu trösten.“
Hiob 7,13 – „… mein Lager
wird mich trösten …“
Jesaja 12,1 – „… dein
Zorn hat sich gewandt, und du
tröstest mich.“
Jesaja 40,1 – „Tröstet,
tröstet mein Volk …“
Jesaja 49,13 – „… denn
Jehova hat sein Volk getröstet
…“
Jesaja 51,3 – „Denn
Jehova tröstet Zion …“
Jesaja 51,12 – „Ich, ich
bin es, der euch tröstet.“
Jesaja 52,9 – „… denn
Jehova hat sein Volk getröstet
…“
Jesaja 57,18 – „… und
ich werde ihn trösten …“
Jesaja 61,2 – „…
zu trösten alle
Trauernden.“
Jesaja 66,13 – „Wie
einen, den seine Mutter tröstet,
so will ich euch trösten.“
Jeremia 31,13 – „… und
ich werde sie trösten …“
Jeremia 31,15 – „Sie
will sich nicht trösten lassen
…“ (Rahel).
Hinweis: In Klagelieder (z. B.
1,2.9.16.17.21; 2,13) erscheint häufig die
Substantiv-/Partizip-Schiene
„(kein) Tröster“, die ich hier bewusst nicht ausführe, um bei der
Verb-Bedeutung zu bleiben.
(nāḥam) – „reuen“ im Alten Testament
Stellenübersicht (Elberfelder 1905)
Teaser: „Es reute Jehova“ (1. Mose 6,6) – was bedeutet das? Diese Seite zeigt die Bedeutung der hebräischen Wurzel נחם (nāḥam)
im Kontext und bietet eine vollständige Tabelle aller Stellen, an denen die ELB 1905 mit „reuen/gereuen“ übersetzt.
Einordnung
Ergänzung zu נחם (nāḥam):
Hier findest du die wichtigsten AT-Belege, in denen das Verb die Bedeutung
„trösten / getröstet werden / sich trösten“ trägt (ELB 1905)
– kompakt als Tabelle für das Studium.
Die Wurzel נחם (nāḥam) umfasst „reuen / bereuen / Mitleid haben“ sowie „trösten“. In
1. Mose 6,6 („es reute Jehova“) steht der Aspekt des schmerzlichen
Bedauerns
und der daraus folgenden Änderung des Handelns im Vordergrund. Andere Texte betonen
zugleich Gottes Unveränderlichkeit in seinen Zusagen (z. B. 1Sam 15,29; Ps 110,4).
Tabelle: נחם („reuen“) – ELB 1905
Bibelstelle
Hebräisch (נחם)
Deutsche Wiedergabe (ELB 1905)
1. Mose 6,6
וַיִּנָּחֶם
Da reute es Jehova, daß er den Menschen gemacht hatte
1. Mose 6,7
נִחַמְתִּי
… denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe
2. Mose 32,14
וַיִּנָּחֶם
Da reute Jehova des Übels
4. Mose 23,19
וְלֹא יִנָּחֵם
… oder sollte er geruen?
5. Mose 32,36
וְעַל־עֲבָדָיו יִתְנֶחָם
… und es reut ihn über seine Knechte
Richter 2,18
וְנִחַם יְהוָה
… denn Jehova ließ sich gereuen ob ihres Ächzens
Richter 21,6
וַיִּנָּחֵם
… und es reute sie …
Richter 21,15
נִחַם
Und es reute das Volk wegen Benjamin
1. Samuel 15,11
נִחַמְתִּי
Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe
1. Samuel 15,29
לֹא יִנָּחֵם
… und er gereut nicht
1. Samuel 15,35
נִחַם
… aber Jehova gereute, daß er Saul …
2. Samuel 24,16
וַיִּנָּחֶם
Und Jehova reute des Übels
1. Chronik 21,15
וַיִּנָּחֶם
… und es reute ihn des Übels
Hiob 42,6
וְנִחַמְתִּי
… und bereue in Staub und Asche
Psalm 106,45
וַיִּנָּחֶם
… und es reute ihn nach seiner großen Güte
Psalm 110,4
לֹא יִנָּחֵם
Jehova hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen
Jeremia 4,28
נִחַמְתִּי
… ich habe beschlossen und es nicht gereut
Jeremia 15,6
נִלְאֵיתִי הִנָּחֵם
… ich bin müde geworden, mich gereuen zu lassen
Jeremia 18,8
וְנִחַמְתִּי
… so will ich mich des Übels gereuen
Jeremia 18,10
וְנִחַמְתִּי
… so will ich mich des Guten gereuen
Jeremia 26,3
וְנִחַמְתִּי
… so daß ich mich des Übels gereue
Jeremia 26,13
וְנִחַם יְהוָה
… und Jehova wird sich des Übels gereuen
Jeremia 26,19
וַיִּנָּחֶם
Da gereute Jehova des Übels
Jeremia 42,10
נִחַמְתִּי
… denn ich habe mich des Übels gereuet
Joel 2,13
וְנִחָם
… und ihn reuet das Übel
Amos 7,3
נִחָם יְהוָה
Da reute Jehova des Übels
Amos 7,6
וַיִּנָּחֶם יְהוָה
Da reute Jehova des Übels
Jona 3,9
וְנִחַם
… so wird Gott sich gereuen …
Jona 3,10
וַיִּנָּחֶם
Da reute Gott des Übels
Sacharja 8,14
לֹא נִחַמְתִּי
… und mich hat nicht gereuet
eine tabellarische Übersicht zu den
Substantiv- und Partizip-Belegen von נחם
im Sinn von „Tröster / kein Tröster“.
1) Lesetext (für die Bibelstunde)
נחם
(nāḥam) – Substantiv/Partizip „Tröster / kein Tröster“
Während die erste Übersicht die Verwendungen als „reuen“ und die zweite die
Verbform „trösten“ abdeckt, finden wir in den Klageliedern (und vereinzelt in
Propheten) die Ableitung als Partizip /
Substantiv, meist in der Negation: „kein Tröster“.
Das unterstreicht die tiefe Verlassenheit Jerusalems im Gericht Gottes:
Niemand da, der sie tröstet.
Belege (Auswahl, ELB 1905):
Klagelieder 1,2 – „… sie hat keinen
Tröster unter allen ihren
Liebhabern.“
Klagelieder 1,9 – „… und sie hat keinen
Tröster.“
Klagelieder 1,16 – „… fern von mir ist der
Tröster …“
Klagelieder 1,17 – „Zion breitet ihre Hände aus; da ist kein
Tröster …“
Klagelieder 1,21 – „… da ist kein
Tröster für mich.“
Klagelieder 2,13 – „… wem
soll ich dich vergleichen, daß ich dich
tröste …?“ (Parallele:
hier als Ptz. verwendet).
Klagelieder 2,18–19 –
(Klage ohne Tröster).
Klagelieder 3,22ff. –
(Trost in Gott selbst, aber nicht „Tröster“ genannt).
Klagelieder 5,21 – „Bring
uns zurück …“ (implizit: der Herr als eigentlicher Tröster).
Nahum 3,7 – „… wer wird
dich beklagen? Wo soll ich einen
Tröster suchen?“
Ergänzung zur Wortstudie נחם: In den Klageliedern und Nahum tritt das Wort als
Partizip/Substantiv auf – meist
in der Negation: „kein Tröster“. Diese Texte betonen die trostlose Verlassenheit
Jerusalems im Gericht,
im Kontrast zu Gott selbst als dem wahren Tröster.
Ergänzung: נחם („Tröster / kein Tröster“ – Substantiv/Partizip)
Neben „reuen“ und „trösten“ erscheint die Wurzel נחם auch in substantivierter oder
partizipialer Form. Besonders in den Klageliedern Jerusalems wird betont: kein Tröster.
Bibelstelle
Hebräisch (נחם)
Deutsche Wiedergabe (ELB 1905)
Klagelieder 1,2
אֵין־לָהּ מְנַחֵם
Sie hat keinen Tröster unter allen …
Klagelieder 1,9
אֵין מְנַחֵם
Sie hat keinen Tröster
Klagelieder 1,16
רָחַק מִמֶּנִּי מְנַחֵם
Fern von mir ist der Tröster
Klagelieder 1,17
אֵין מְנַחֵם לָהּ
Zion … kein Tröster
Klagelieder 1,21
וְאֵין מְנַחֵם לִי
Da ist kein Tröster für mich
Klagelieder 2,13
מָה־אַדַּמֶּה לָּךְ … וַאֲנַחֲמֵךְ
Wem soll ich dich vergleichen, daß ich dich tröste?
Nahum 3,7
אֵין מְנַחֵם לָךְ
17) Bereut Gott?
Wo soll ich einen Tröster suchen?
Nicht ein Mensch ist Gott, dass er lüge, noch der Sohn eines Menschen, dass er
bereue.(4.Mose
23.19)
Und es reute den Herrn, dass er den Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es
bekümmerte ihn in sein Herz hinein.(1.Mose
6.6)
Antwort:a)
Als Ergänzung seien noch die Stellen 2.Mo 32,14 und 1. Sam 15,11-29 angefügt.
b) Wieder geht es um die Frage der Wortbedeutung. Das hebräische Wort “bereuen"
deckt sich teilweise, aber nicht vollständig mit dem deutschen Begriff. Gott
sündigt nicht,
so kann er auch nicht seine Sünden bereuen wie ein Mensch (4.Mo 23.19). Er kann
aber, wenn Menschen auf eine Gerichtsankündigung hin doch noch umkehren, das
Gericht aussetzen, also bereuen,
es verhängt zu haben. (vgl. z.B. Jesaja 26,13; Jeremia 18,7-10; Joel 2,13)
Gottes Reue ist die Antwort Gottes auf die Busse des Menschen.
Ein weiteres Beispiel findet sich im Buch Jona (Jona 3,10). vgl. auch 2.Kö
20,1-7; 4.Mo 16,20-25; 44-50; 1.Mo 18,23-33.
c) Gott lässt sich jedoch nicht immer gereuen (Hes 24,14). So sollen wir unsere
Umkehr nicht verschieben in der Meinung, Gott werde dann doch noch gnädig sein.
d) In 1.Mose 6,6 haben wir die gegenteilige Situation, dass die Menschen nicht
umkehren, und es den Herrn gereute, dass er die Menschen geschaffen hatte.
e) Was Gott hingegen verheissen hat, ist und bleibt “unbereubar" (vgl. Röm
11,29)!
vgl. die Antwort von Benedikt Peters in “100 Fragen" , Nr.73
“Verteidigt den Glauben: Biblische Antworten auf herausfordernde Fragen", Dave
Hunt, Fliss-Verlag, 2000, S.115-117
“Encyclopaedia of Bible Difficulties", Gleason Archer, S.80+81