Fragen und Antworten

00394  Jesaja 63,9 – Der Herr leidet mit dem Überrest in der Drangsalszeit

Jesaja 63,9 zeigt das erstaunliche Mitfühlen Gottes mit seinem Volk:
„In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt.“
Der Engel seines Angesichts
– ein Hinweis auf Christus
 – rettet, trägt und erlöst.
Diese prophetische Stelle weist zugleich auf den gläubigen Überrest Judas in der 70. Jahrwoche hin,
mit dem der Herr Jesus selbst mitleidet.

1. Der Textzusammenhang

Jesaja 63 gehört in den Abschnitt Jes 63–64, wo der Prophet im Blick auf das Volk Israel eine Art Rückblick und Gebet vollzieht. Er erinnert an die Rettungen,
die Gott in der Vergangenheit erwiesen hat, und stellt sie dem gegenwärtigen Elend und der kommenden Not gegenüber. Der Vers spricht vom Erbarmen Gottes gegenüber Israel in der Geschichte.


2. „In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt“


3. Der „Engel seines Angesichts“


4. Deutung im Blick auf den Herrn Jesus

Es ist gut möglich, den Vers auf den Herrn Jesus zu beziehen, und zwar in zweifacher Hinsicht:

  1. Vergangenheit (alttestamentlich):
    Als Engel der Gegenwart trug Er Israel durch die Wüste, in Liebe und Erbarmen.

  2. Zukunft (eschatologisch):
    In der Drangsalszeit (70. Jahrwoche, Dan 9,27), wenn der gläubige Überrest Judas schwer bedrängt wird, wird Christus sich mit ihnen identifizieren.
    Er leidet gleichsam mit, und am Ende wird Er sie erlösen (vgl. Sach 12–14; Matth 24).
    → Dein Gedanke ist also gut biblisch begründbar: Jesus leidet mit dem gläubigen Überrest und rettet ihn schließlich in Liebe und Erbarmen.


5. Parallelen im NT

Das bestätigt, dass Christus sich mit den Seinen einsmacht, auch in Leiden und Bedrängnis.


6. Zusammenfassung