Fragen und Antworten
00432 Markus 10,17–31 – Der reiche Jüngling

Der reiche Jüngling fragt: „Was soll ich tun?“ – Jesus ruft: „Komm,
folge mir!“
Reichtum bindet, Gesetz genügt nicht;
doch „bei Gott sind alle
Dinge möglich“.
Wer um Jesu willen loslässt, empfängt jetzt hundertfältig
(mit Verfolgungen) und künftig ewiges Leben.
(Elberfelder 1905; Grundtext, heilsgeschichtliche Linie, Anwendung)
Nach den „Kinder-Gleichen“ (10,13–16) steht nun das Gegenbild: ein vorbildlicher, suchender Mann – und doch unfähig zu empfangen, weil sein Herz gebunden ist. Thema: Unmöglichkeit des Menschen – Möglichkeit bei Gott (V. 27).
… ein Laufender, kniete vor ihm nieder und fragte: Guter Lehrer, was soll ich tun, um ewiges Leben zu erben?
„Guter“: ἀγαθός agathós – moralisch gut.
„erben“:
κληρονομήσω
klēronomēsō – „als Erbteil
empfangen“.
Punkt: Er denkt in der
Kategorie Tun (Leistung),
nicht Empfangen (Kind).
Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott.
Der Herr verneint seine Güte nicht, sondern prüft das Herz: Wenn Jesus „gut“ genannt wird, dann als Gott.
Die Gebote kennst du …
Aufzählung aus 2. Tafel (Zwischenmenschliches).
„Nicht übervorteilen“ (Mk): μὴ ἀποστερήσῃς mē aposterēsēs – „nicht vorenthalten, berauben“.
Dies alles habe ich beachtet von meiner Jugend an.
„beachtet“:
ἐφυλαξάμην
ephylaxamēn – gehütet.
Problem:
Äußerer Gehorsam ohne
Herzensübergabe.
Jesus aber, ihn anblickend, liebte ihn und sprach: Eines fehlt dir … verkaufe … komm, folge mir nach!
„liebte“: ἠγάπησεν ēgapēsen – Agape-Liebe!
„folge mir“:
ἀκολούθει μοι
akolouthei moi.
Kern: Kein Gesetzes-Mehr,
sondern Personenruf:
Christus selbst ist das Leben.
Er aber wurde traurig … denn er hatte viele Güter.
„traurig“:
στυγνάσας
stygnásas – finster werden, sich
verdüstern.
Wahrheit: Reichtum ist
nicht das Problem an
sich, sondern die Herzensbindung.
Wie schwer werden die, die Vermögen haben, in das Reich Gottes eingehen! … Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr …
„schwer“: δυσκόλως dyskolōs.
Bildsprache: Unmöglichkeit menschlich.
Bei den Menschen unmöglich (ἀδύνατον adýnaton), aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.
Evangelium in einem Satz: Gnade (Gottes Möglichkeit) gegen Werkgerechtigkeit (menschliche Unmöglichkeit).
Siehe, wir haben alles verlassen … – Hundertfältig jetzt (in geistlicher Familie, „mit Verfolgungen“), und ewiges Leben in der kommenden Welt.
„verlassen“: ἀφήκαμεν aphēkamen.
„hundertfältig“: ἑκατονταπλασίονα hekatontaplasíona.
Umkehrung: „Viele Erste werden Letzte sein und Letzte Erste“ – Reichsprinzip (vgl. 9,35).
10,13–16: Reich wird empfangen (Kind).
10,17–22: Gesetz und Besitz können es nicht erwirken.
10,23–27: Gnade macht möglich, was Menschen unmöglich ist.
10,28–31: Jetzt-Zeit in Verfolgungen, dann ewiger Lohn – Ordnung von Kreuz und Herrlichkeit.
Christsein heißt nicht mehr tun, sondern Ihm folgen.
Prüfe Bindungen (Geld, Ehre, Sicherheit) – was verhindert „Komm, folge mir“?
Halte an der Zusage fest: Gottes Möglichkeit überwindet unsere Unmöglichkeit.
Gegenwart: Verfolgungen; Zukunft: ewiger Lohn.