Fragen und Antworten
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Markus 12,13–17 – Die Steuerfrage: Gebt
dem Kaiser, was des Kaisers ist.

Pharisäer und Herodianer wollen Jesus mit der
Steuerfrage fangen.
Seine Antwort ordnet alles:
staatliche
Pflicht – und darüber
Gottes
Anspruch.
Wer Gottes Bild trägt, gehört Gott.
Markus 12,13–17 – „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“.
(Elberfelder 1905; mit Grundtext, heilsgeschichtlicher Linie und Anwendung)
Nach dem Gleichnis der bösen Weingärtner (12,1–12) suchen die Führer erneut, den Herrn zu fangen: eine politisch-religiöse Fangfrage zur Steuer (κῆνσος kēnsos = Kopfsteuer). Der Herr offenbart die Grenzen irdischer Autorität und die absolute Priorität Gottes.
Und sie senden zu ihm einige der Pharisäer und der Herodianer, um ihn in der Rede zu fangen.
„fangen“ – ἀγρεύσωσιν (agreúsōsin) = „mit List jagen/fangen“.
Pharisäer (fromm-national) + Herodianer (politisch pro-Rom) = unheilige Allianz – Ziel: Jesus kompromittieren (gegen Rom oder gegen das Volk).
Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben oder nicht?
„erlaubt“ – ἔξεστιν (exestin).
„Steuer“ – κῆνσος (kēnsos) = römische Kopfsteuer; hoch brisant.
Heuchelei im Vorspann („Du achtest nicht das Ansehen der Person“) – Jesus enthüllt sie gleich (V. 15).
Warum versucht ihr mich? Bringt mir einen Denar, damit ich ihn sehe!
„versucht“ – πειράζετε (peirázete) = „auf die Probe stellen“.
Der Denar (δηνάριον dēnarion) trug das Bild (εἰκών eikōn) und die Aufschrift des Kaisers – sichtbarer Beweis der römischen Herrschaft, die sie praktisch anerkannten.
Wessen Bild und Aufschrift ist das? – Des Kaisers.
„Bild“ – εἰκών (eikōn = Abbild, Prägung).
„Aufschrift“ –
ἐπιγραφή (epigraphē).
Schlüssel: Was die
Prägung des Kaisers
trägt, gehört seiner Ordnung.
Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
„Gebt zurück“ – ἀπόδοτε (apódote, Aorist-Imperativ von apodídōmi = „zurückgeben, erstatten“).
Ordnung 1 – Staatliches Recht: legitime Abgabe unter der bestehenden Obrigkeit (vgl. Röm 13,1–7).
Ordnung 2 – Göttliches Recht: Gott steht zu, was sein Bild (εἰκών) trägt – der Mensch (1 Mo 1,26–27).
Politische Pflicht und höchste Hingabe an Gott – keine Konkurrenz, aber klare Priorität.
Ergebnis: „Und sie verwunderten sich über ihn.“ – Seine Weisheit entzieht sich der Falle; Er entlarvt und ordnet.
Israel verwirft den Sohn (12,1–12).
Nun wird die Frage nach Autorität und Zugehörigkeit geklärt:
Caesar hat vorläufige, begrenzte Verwaltungsgewalt.
Gott hat absolute Schöpferherrschaft – Menschen tragen seine εἰκών.
Die Gemeinde lebt zwischen beiden Ordnungen: gehorsam gegenüber der Obrigkeit, allein Gott in Gewissen und Anbetung verpflichtet (Apg 5,29).
Pflicht & Priorität: Erfülle bürgerliche Pflichten – aber Gott gehört dein Herz.
Bild Gottes: Was Gottes Bild trägt (dein Leben, deine Zeit, deine Anbetung), „gib Gott“.
Weisheit in Streitfragen: Antworte nicht im Lagerdenken, sondern aus der Gottesfurcht.
Gewissen & Grenze: Wo staatliche Forderung Gottes Willen widerspricht, gilt Apg 5,29 – Gott mehr gehorchen.