Fragen und Antworten
00452 Markus 14,27–42 – Die Ankündigung
der Verleugnung und Gethsemane
der Beginn des Leidens in der tiefsten Gemeinschaft mit dem Vater.

Im Garten Gethsemane offenbart sich
der vollkommene Gehorsam des Herrn.
Er ringt im Gebet, während die
Jünger schlafen.
„Nicht was ich will, sondern was du
willst“ – das Herz des Erlösungswerkes.
(Elberfelder 1905; mit Grundtext, heilsgeschichtlicher Linie und geistlicher Anwendung)
Der Weg des Herrn führt nun vom
Obergemach (Gemeinschaft) zum
Ölberg (Einsamkeit).
Hier offenbart sich zweierlei:
die Schwachheit der Jünger,
die vollkommene Unterwerfung des Sohnes unter den Willen des Vaters.
Dieser Abschnitt ist zugleich menschlich
erschütternd und göttlich erhaben:
Christus, der wahre Mensch, ringt in Leiden;
Christus, der Sohn Gottes, unterwirft sich vollkommen.
Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet alle Anstoß nehmen; denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden. (Sach 13,7)
„Anstoß nehmen“ – σκανδαλισθήσεσθε (skandalisthēsesthe) = ins Straucheln geraten.
Zerstreuung: Er zitiert Sacharja 13,7 – der geschlagene Hirte ist der Messias selbst.
„Aber nach meiner Auferstehung
werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.“
→ Trotz Ankündigung der Schwachheit:
Trostverheißung.
Petrus aber sprach zu ihm: „Wenn auch alle Anstoß nehmen, ich nicht!“
Jesus spricht: „Noch heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“
„dreimal“ – dreifache Verleugnung gegen dreifachen Ruf (Joh 21).
Petrus’ Selbstvertrauen wird zur Lektion über Fleischliche Schwäche.
„Hahn kräht zweimal“ – genaue Zeitangabe; Markus allein überliefert das Detail → Augenzeugenpräzision (vgl. Petrus als Quelle).
Und sie kommen an einen Ort, genannt Gethsemane; und er spricht zu seinen Jüngern: Setzt euch hier, bis ich gebetet habe.
„Gethsemane“ (גַּת שְׁמָנִים, gat-šĕmānîm) = „Ölpresse“.
Bildhaft: Der Sohn des Menschen wird gepresst – der innere Kelch beginnt.
Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und fing an, bestürzt und sehr bekümmert zu werden.
„bestürzt“ – ἐκθαμβεῖσθαι (ekthambeisthai) = von heiligem Erschrecken ergriffen.
„bekümmert“ – ἀδημονεῖν (adēmonein)
= seelisch erdrückt, innerlich geängstigt.
Hier beginnt das Leiden in der
Seele, bevor das Kreuz den Leib trifft.
„Meine Seele ist sehr betrübt bis zum Tod; bleibt hier und wacht!“
– Psalm 42,6 erfüllt: „Meine Seele ist niedergebeugt in mir.“
– „bis zum Tod“: das Ringen war tödlich schwer – nur Abhängigkeit im Gebet hält stand.
Und er ging ein wenig weiter, fiel auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorübergehe; und er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst.
„fiel auf die Erde“ – Ausdruck völliger Unterwerfung.
„Abba“ – aramäisch für „Vater“, zeigt kindliches Vertrauen.
„Kelch“ – Symbol des göttlichen Zorns über die Sünde (Ps 75,9; Jes 51,17).
„nicht was ich will“ –
völlige Hingabe des menschlichen Willens an den göttlichen.
Hier wird vollkommener Gehorsam
offenbar – das Heil der Welt hängt an diesem „doch“.
Und er kommt und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine Stunde wachen?
Der Herr, der im Gebet ringt, findet die Seinen im Schlaf.
„Simon“ – nicht „Petrus“: der alte Name erinnert an seine Schwachheit.
„Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“
→ Unvergängliche Wahrheit über das Menschsein.
Und er ging abermals und betete … und sprach dasselbe Wort.
Wiederholung des Gebets zeigt die Tiefe des inneren Leidens.
Gehorsam wird durch Wiederholung bewährt.
Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich überliefert, ist nahe.
Kein Widerstand, kein Zögern.
„Steht auf“ – Aufruf zur
Bereitschaft: Das Leiden wird aktiv angenommen.
Der Herr geht dem Kreuz entgegen,
nicht davon fort.
Der geschlagene Hirte (Sach 13,7) – Israel zerstreut, Christus trifft der Schlag.
Gethsemane – Beginn der Sühnung: der Wille des Menschen (Adam) wird durch den Gehorsam des Sohnes aufgehoben.
„Abba, Vater“ – Zugang des Glaubens unter der Gnade (Röm 8,15; Gal 4,6).
Prophetisch: Bild der zukünftigen Trübsal Israels, wo der Überrest im Leid betet und der Messias ihre Rettung wird.
1️⃣
Selbstvertrauen führt zum Fall
– wie Petrus.
2️⃣ Wahrer Gehorsam sagt: „Doch nicht,
was ich will.“
3️⃣ Wachsamkeit und Gebet
sind der Schutz des Gläubigen.
4️⃣ Christus in Gethsemane:
Vorbild und Grundlage zugleich – wir beten auf Grund seiner vollbrachten
Hingabe.