Fragen und Antworten  

00459 Der Ghomer aber ist ein Zehntel vom Epha. 




2. Mose 16,36 – Der Gomer als Maß der göttlichen Versorgung:
Warum nennt die Schrift das Verhältnis zwischen Gomer und Epha?
Diese kurze Angabe birgt große Bedeutung:
Sie offenbart Gottes Maßstab für tägliche Gnade,
für himmlische Ordnung und für das gerechte Maß im kommenden Reich.

Ein tiefes Bild des wahren Mannas – Christus selbst.

🔹 1. Was bedeutet „Gomer“ (גֹּמֶר) sprachlich?

Antwort:
Das hebräische Wort gōmer bezeichnet ein Gefäßmaß, das den zehnten Teil eines Epha ausmacht. Ein Gomer war etwa 2,2 Liter.
Das Maß wurde speziell zur Abmessung des Mannas verwendet (2. Mo 16,16.18.22.36).
➡️ Parallele: 4. Mo 11,7–9; Ps 78,24.


🔹 2. Was ist ein „Epha“ (אֵיפָה)?

Antwort:
Das Epha ist ein hebräisches Trockenmaß von etwa 22 Litern, also zehn Gomer. Es wurde vor allem beim Messen von Getreide,
Mehl oder Gerste verwendet (vgl. 2. Mo 16,36; 3. Mo 5,11; Hes 45,10–11).
➡️ Vgl. auch Sach 5,6–10: das Epha als Bild auf das Maß menschlicher Bosheit in Babel.


🔹 3. Warum wird das Verhältnis Gomer = 1/10 Epha überhaupt erwähnt?

Antwort:
Die Angabe erklärt für spätere Generationen die Relation zwischen den alltäglichen Opfer- und Getreidemaßen und dem Gomer
 als Maßeinheit des Himmelsbrots. So wird das himmlische Maß (Manna) mit dem irdischen Maß (Epha) verbunden – ein Hinweis, dass Gott in allem ein gerechtes Maß hat.
➡️ Hebr 9,4; 2. Mo 16,33.


🔹 4. Warum musste ein Gomer Manna täglich gesammelt werden?

Antwort:
Weil jeder Israelit täglich von Gott abhängig leben sollte – „ein jeder nach dem Maß seines Essens“ (2. Mo 16,16). Es war kein Vorratsmaß, sondern Ausdruck täglicher Gnade.
➡️ Vgl. Matth 6,11: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“


🔹 5. Warum wurde das Manna mit dem Gomer gemessen?

Antwort:
Damit jeder dasselbe Maß empfing, ungeachtet seiner Kraft oder seines Fleißes. Das Maß sollte Gleichheit in der göttlichen Versorgung ausdrücken.
➡️ 2. Mo 16,18: „Wer viel gesammelt hatte, hatte nichts übrig … wer wenig gesammelt hatte, dem fehlte nichts.“


🔹 6. Woher stammt die Vorschrift über den „Gomer zum Aufbewahren“?

Antwort:
Gott befahl Mose, einen Gomer voll Manna in einem goldenen Krug vor Jehova aufzubewahren – als Zeugnis für kommende Generationen (2. Mo 16,32–34).
➡️ Dieser Krug wurde später in die Bundeslade gelegt (Hebr 9,4).


🔹 7. Wurde diese Vorschrift befolgt?

Antwort:
Ja – Mose und Aaron befolgten sie sofort (2. Mo 16,34). Das Manna blieb als ewiges Zeugnis des göttlichen Lebensunterhalts erhalten.
➡️ Im Gegensatz dazu verfaultes Manna (2. Mo 16,20), wenn Menschen auf Vorrat sammelten.


🔹 8. Gibt es später im Alten Testament Hinweise auf dieses Maß?

Antwort:
Ja, in den Opferbestimmungen: 3. Mo 5,11; 6,20; 4. Mo 15,4–12 – überall begegnet das Epha als Referenzmaß. Die Verbindung bleibt erhalten, auch in Hes 45,10–11, wo gerechtes Maß gefordert wird.


🔹 9. Hat Israel diese Maßvorschriften konsequent beachtet?

Antwort:
Nur zeitweise. In der Richter- und Königszeit wurden Maße oft verfälscht (Amos 8,5; Spr 20,10). Die Prophetie prangert „ungerechte Epha“ an – ein Zeichen moralischer Verfalls.
➡️ Hes 45,9–12 zeigt, dass im messianischen Reich das gerechte Maß wieder eingeführt wird.


🔹 10. Was symbolisiert der „Gomer Manna“ geistlich?

Antwort:
Das Manna ist ein Bild des Herrn Jesus als das Brot des Lebens (Joh 6,32–35). Der Gomer steht für das individuelle Maß der Gemeinschaft: jeder empfängt so viel Christus, wie er zu genießen vermag.


🔹 11. Warum wurde der Gomer in die Lade gelegt?

Antwort:
Um das beständige Zeugnis der himmlischen Speise zu bewahren – das, was Israel in der Wüste ernährte, sollte als ewiges Zeichen göttlicher Treue bleiben.
➡️ Hebr 9,4: Goldener Krug mit Manna, Aarons Stab, Tafeln des Gesetzes.


🔹 12. Warum gerade „ein Gomer“ – und nicht mehr?

Antwort:
Ein Gomer war das tägliche Maß für eine Person. Das betont: Gottes Versorgung ist persönlich und ausreichend, nicht überfließend im Vorrat, sondern vollkommen im Moment.


🔹 13. Welche Parallele besteht zum täglichen Opfer?

Antwort:
Wie das tägliche Morgen- und Abendopfer (4. Mo 28,3–4), so erinnert das tägliche Gomer Manna an ständige Abhängigkeit – es gibt keinen geistlichen Vorrat an Gnade ohne Gemeinschaft.


🔹 14. Welche prophetische Bedeutung hat der Gomer-Maßstab?

Antwort:
Er weist auf die vollkommene göttliche Gerechtigkeit hin, die im Reich Christi herrschen wird, wo jedes Maß gerecht ist (Hes 45,10–12).
Das Manna im Gomer ist zugleich ein Zeugnis der Treue Gottes in der Wüste, das im Reich sichtbar gewürdigt wird.


🔹 15. Gibt es Parallelen im Neuen Testament zum „Maß“?

Antwort:
Ja: Lukas 6,38 – „Mit welchem Maß ihr messt, wird euch gemessen werden.“ Auch Paulus spricht von dem „Maß des Glaubens“ (Röm 12,3). Das Maß steht stets für göttlich geregelte Teilhabe.


🔹 16. Was lehrt der Gomer über das Verhältnis von Gesetz und Gnade?

Antwort:
Im Gesetz gab Gott Maße und Vorschriften; in der Gnade gibt er das wahre Manna selbst – Christus. Der Gomer war das Maß des äußeren Brotes, Christus das Maß der inneren Erfüllung (Joh 6,49–51).


🔹 17. Ist der Gomer mit anderen Kulturen vergleichbar?

Antwort:
Ja, Mesopotamische Maße wie der bat oder kor standen in ähnlichem Verhältnis (1 Kor = 10 Epha = 100 Gomer). Die hebräische Maßordnung spiegelt Gottes Ordnung auch im Alltag wider.


🔹 18. Was lernen wir praktisch daraus?

Antwort:
Jeder Gläubige soll täglich aus dem Wort leben – das „Manna“ des Himmels –, im persönlichen Maß, aber in göttlicher Vollkommenheit.
➡️ Matth 4,4; 2. Tim 3,16–17.


🔹 19. Hat der Gomer eine eschatologische Bedeutung?

Antwort:
Ja: In der Offenbarung (Offb 2,17) wird dem Überwinder „das verborgene Manna“ verheißen – der himmlische Anteil an Christus. Der Gomer im goldenen Krug ist das Vorbild darauf.


🔹 20. Wie fasst 2. Mo 16,36 das Ganze zusammen?

Antwort:
Der Vers ist ein editorischer Einschub, wahrscheinlich von Mose oder einem späteren Schreiber, um den Lesern die Relation zu erklären.
Er verbindet das himmlische Geschehen (Manna) mit den irdischen Ordnungen (Epha) – eine Brücke zwischen Wüste und Tempel, Gnade und Gesetz.


🔍 Ergänzende Bibelstellen2. Mo 29,40 – Maße des Speisopfers (Zehntel Epha).
  • 3. Mo 23,13; 4. Mo 15,4 – gleiche Maße im Opferdienst.

  • Hes 45,10–12 – Wiederherstellung gerechter Maße im Reich.
Hebr 9,4; Offb 2,17 – geistliche und himmlische Erfüllung.
2. Mose 16,36 – Der Gomer als Maß der göttlichen Versorgung(„Ein Gomer ist der zehnte Teil eines Epha“)
1Ausarbeitung
Der unscheinbare Schlussvers von 2. Mose 16 birgt eine tiefe geistliche Bedeutung. Das Maß Gomer steht nicht nur für eine Mengenangabe,
sondern als Symbol für göttliche Ordnung, tägliche Abhängigkeit und himmlische Gerechtigkeit.

1. Das Maß – Gomer und Epha

„Ein Gomer ist der zehnte Teil eines Epha.“ (2. Mo 16,36)

Der Gomer war ein Trockenmaß von etwa 2,2 Litern, das speziell zur Sammlung des Mannas diente (2. Mo 16,16). Das Epha entsprach etwa 22 Litern,
also genau zehn Gomer. Durch diese Angabe wurde für spätere Generationen das Verhältnis zwischen den täglichen Speisemaßen
und den kultischen Opfermaßen des Gesetzes festgelegt (vgl. 3. Mo 5,11; 4. Mo 15,4–12).

Der Gomer stand damit für das tägliche Maß göttlicher Gnade, während das Epha für das ganze Maß der göttlichen Ordnung im Opferdienst stand.


2. Der Gomer als Bild der täglichen Abhängigkeit

Jeder Israelit sollte täglich „ein Gomer für den Kopf“ sammeln (2. Mo 16,16). Wer mehr oder weniger sammelte, hatte dennoch genau das rechte Maß (V. 18). Dies ist ein wunderbares Bild göttlicher Versorgung:

  • Kein Überfluss – kein Mangel.

  • Jeder empfängt nach göttlichem Maß.

So wie das Manna täglich gesammelt wurde, sollen auch Gläubige heute täglich geistliche Nahrung im Wort Gottes empfangen (Matth 4,4). Der Gomer erinnert an das „tägliche Brot“ (Matth 6,11).


3. Der Gomer im goldenen Krug

„Nimm ein Gomer voll Manna, und lege es nieder vor Jehova zur Aufbewahrung.“ (2. Mo 16,32–34)

Ein Gomer voll Manna wurde von Mose und Aaron vor Jehova gelegt – als bleibendes Zeugnis der Treue Gottes.
Im Hebräerbrief wird dieser Krug in der Bundeslade genannt (Hebr 9,4):

  • Das Manna – Sinnbild der himmlischen Speise (Christus).

    Der Krug – Sinnbild göttlicher Herrlichkeit.

  • Die Lade – Sinnbild der Gegenwart Gottes.

Hier begegnen wir also Christus, der wahre Himmelsmanna, das nicht verfällt (Joh 6,32–35). Der goldene Krug spricht von seiner göttlichen Natur, die das himmlische Brot unvergänglich bewahrt.


4. Israel und das Maß

Im Lauf der Geschichte Israels wurde das Maß (Epha) oft verfälscht (Amos 8,5; Spr 20,10). Die Propheten klagten über „ungerechte Epha und falsche Waage“.
Doch im kommenden messianischen Reich werden alle Maße wieder gerecht sein (Hes 45,9–12). Der Gomer bleibt
so ein Sinnbild des vollkommenen Maßes Gottes, das weder vermehrt noch vermindert werden kann.


5. Prophetische und geistliche Bedeutung

  1. Christologisch: Das Manna ist ein Bild Christi, des wahren Brotes aus dem Himmel.

  2. Ekklesiologisch: Der Gomer spricht von der täglichen persönlichen Gemeinschaft des Gläubigen mit Christus.

  3. Eschatologisch: Der goldene Krug mit Manna verweist auf das „verborgene Manna“ (Offb 2,17) – den himmlischen Anteil des Überwinders.


6. Zusammenfassung

Begriff Bedeutung Symbolik
Gomer 1/10 Epha (≈ 2,2 l) Tägliches Maß der Gnade
Epha Grundmaß (≈ 22 l) Vollmaß göttlicher Ordnung
Goldener Krug Behältnis für das Manna Bewahrung der himmlischen Nahrung
Verborgenes Manna Christus im Himmel Belohnung des Überwinders

Der Gomer ist also das Maß des Himmels für die Erde – genug für jeden Tag, und zugleich ein bleibendes Zeugnis, dass Gottes Versorgung nie zu kurz und nie zu groß ist.