Fragen und Antworten
00462 Markus 1,14–20 – Der
Beginn der Verkündigung in Galiläa und die Berufung der ersten Jünger

Nach der Gefangennahme des Johannes beginnt
Jesus, das Evangelium vom Reich Gottes zu verkündigen.
„Tut Buße und glaubt an das
Evangelium.“ – Mit diesem Ruf beginnt die Nachfolge.
Simon, Andreas, Jakobus und Johannes
verlassen alles und folgen Ihm.
(Elberfelder 1905; mit Grundtext, heilsgeschichtlicher Linie, geistlicher Anwendung)
Nachdem Johannes gefangen genommen ist,
beginnt Jesus selbst zu
predigen.
Der Übergang ist bedeutsam: der letzte
Prophet tritt ab, der Herr
selbst tritt hervor.
In diesen wenigen Versen offenbart Markus den
Beginn des öffentlichen Dienstes
des Sohnes Gottes:
die Verkündigung des Evangeliums vom
Reich Gottes und den Ruf der
Jünger.
Nachdem aber Johannes überliefert war, kam Jesus nach Galiläa, predigend das Evangelium des Reiches Gottes.
„überliefert“ – παραδοθῆναι (paradothēnai): ausgeliefert, wie später auch Jesus (Mk 9,31).
Das Gefängnis des Zeugen wird zum Signal für den Beginn des Herrn – Gottes Plan schreitet fort.
„Galiläa“ – verachtet (Jes 9,1): Ort des Lichts unter den Nationen → prophetisch erfüllt.
„predigend“ – κηρύσσων (kērýssōn): Herold-Ruf, nicht Diskussion.
„Evangelium des Reiches Gottes“: die gute Botschaft, dass Gott als König eingreift, um zu retten und zu herrschen.
Und er sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen; tut Buße und glaubt an das Evangelium.
„Zeit“ – καιρός (kairós): der von Gott bestimmte, heilsentscheidende Augenblick.
„erfüllt“ – πεπλήρωται (peplḗrōtai): voll geworden – alle Vorbereitungen abgeschlossen.
„Reich Gottes“ – βασιλεία τοῦ Θεοῦ (basileía tou Theoû): göttliche Herrschaft im Herzen und künftig in Herrlichkeit.
„tut Buße“ – μετανοεῖτε (metanoeíte): Sinnesänderung; inneres Umdenken.
„glaubt an das Evangelium“
– Glaube ist Antwort auf
göttliche Gnade.
→ Zwei Säulen: Buße
(Abkehr vom Eigenen) und Glaube (Hinwendung zu Gott).
Und indem er am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die im See das Netz warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.
„sah“ – εἶδεν (eiden): der Blick des Herrn erwählt; nichts Zufälliges.
„kommt nach mir“ – δεῦτε ὀπίσω μου (deute opísō mou): Einladung zur Nachfolge, nicht bloß zur Lehre.
„Menschenfischer“ – ἁλιεῖς ἀνθρώπων (halieîs anthrṓpōn): Bild vom Fischen – aus der Tiefe des Todes ins Leben.
„sogleich verließen sie ihre Netze“ – Zeichen bedingungsloser Hingabe; kein Zögern, kein Rückblick.
Und als er ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, auch sie im Boot, die Netze ausbessernd. Und sogleich rief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus im Boot mit den Lohnarbeitern und gingen weg, ihm nach.
„ausbessernd“ –
καταρτίζοντας (katartízontas):
wörtlich „vollenden, zurechtbringen“.
→ Symbol des Dienstes:
Reparaturarbeit im Reich Gottes.
„ließ Vater Zebedäus zurück“: Berufung trennt – Nachfolge hat Vorrang vor irdischer Bindung.
„rief“ – ἐκάλεσεν (ekálesen): göttlicher Ruf, unwiderstehlich in Liebe.
Johannes – der Übergang vom Gesetz zur Gnade.
Jesus – der König beginnt seinen Dienst in Galiläa, im Niedrigen.
Die Jünger – erster Aufbau des künftigen Zeugnisses (Gemeinde).
Das Evangelium – zuerst verkündet, dann verkörpert.
„Menschenfischer“ – Hinweis auf die künftige Mission (Apg 2–10).
1️⃣
Gott beginnt, wo Menschen enden:
Nach Johannes’ Gefangenschaft – neuer Anfang.
2️⃣ Wahre Verkündigung ruft zur Umkehr
und zum Glauben.
3️⃣ Nachfolge ist persönlich:
„Komm mir nach!“ – kein System, sondern Beziehung.
4️⃣ Berufung trennt – aber sie führt
in Dienst und Frucht.
5️⃣ Der Ruf gilt heute: Jede
Seele ist berufen, „Menschenfischer“ zu sein.