Fragen und Antworten
00489  Titus 2.13 Wer? als was? wann?



Die Schrift nennt die Wiederkunft Christi die „Erscheinung der Herrlichkeit“.
In Titus 2,13 wird der Herr Jesus nicht nur als Heiland, sondern ausdrücklich als
„unser großer Gott“ vorgestellt.
Das Herz der Braut des Lammes wartet auf Ihn – zuerst zur Entrückung, dann zur Offenbarung in Macht vor aller Welt.

In Titus 2,13 heißt es (ELB 1905):

„…indem wir erwarten die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesu Christi…“

Als was wird der Herr Jesus kommen?

Er wird erscheinen als „unser großer Gott und Heiland“ (gr. τοῦ μεγάλου Θεοῦ καὶ Σωτῆρος ἡμῶν Ἰησοῦ Χριστοῦ).
Diese Formulierung lässt keine Trennung zu (nicht „Gott – und daneben der Heiland“), sondern bezeichnet eine Person:
Jesus Christus wird offenbart als der große Gott.

Damit ist nicht sein erstes Kommen in Niedrigkeit gemeint (als „Heiland“ in Gnade), sondern sein zweites Kommen in Herrlichkeit, wenn Er öffentlich erscheint.

Wann wird das sein?

Die Formulierung „Erscheinung der Herrlichkeit“ (ἐπιφάνειαν τῆς δόξης) ist im Neuen Testament technisch für die öffentliche Erscheinung Christi bei seiner Wiederkunft in Macht und Gericht,
d.h. nach der Entrückung, wenn Er sichtbar für alle Welt kommt, um Sein Reich aufzurichten (vgl. 2. Thess 1,7–10; Offenbarung 19,11–16).

📌 Titus 2,13 gehört eindeutig zur zweiten Phase – zur Erscheinung in Herrlichkeit.
Die Gemeinde wartet gleichzeitig auf die glückselige Hoffnung (Entrückung) und auf die Erscheinung der Herrlichkeit (Wiederkunft in Macht), denn beides gehört zur Vollendung unseres Heils.


Zusammenfassung

Ausdruck Bedeutung Zeitpunkt
„Unser großer Gott und Heiland“ Jesus in göttlicher Herrlichkeit offenbart Bei der Erscheinung in Macht
„Erscheinung der Herrlichkeit“ Sichtbare Wiederkunft Christi mit den Seinen Nach der Entrückung, am Ende der Drangsalszeit
„Glückselige Hoffnung“ Entrückung – Kommen für die Seinen jederzeit möglich (ohne Zeichen)

 

1. Sprachlich-theologische Analyse (Griechisch)

Der zentrale Ausdruck lautet im Griechischen:

τοῦ μεγάλου Θεοῦ καὶ Σωτῆρος ἡμῶν Ἰησοῦ Χριστοῦ
wörtlich: „des großen Gottes und Retters/Heilandes unseres, Jesus Christus“

Zur Grammatik („Granville-Sharp-Regel“)

Bei seinem ersten Kommen wurde Er verkannt – bei seinem zweiten Kommen wird Er als großer Gott erkannt werden.


2. Zeugnisse alter Brüder (Erweckungszeit, 19. Jh.)

J. N. Darby

„Hier ist nicht von der Entrückung die Rede, sondern von der herrlichen Erscheinung. Christus erscheint nicht nur als Heiland, sondern als unser großer Gott. Die Versammlung erkennt Ihn jetzt im Glauben – die Welt wird Ihn dann erkennen in Herrlichkeit.“

William Kelly

„Der Geist Gottes nennt Ihn ‚unser großer Gott‘ gerade da, wo es um die öffentliche Offenbarung Seiner Majestät geht. In Gnade ist Er gekommen, verborgen – in Herrlichkeit kommt Er, erkannt von allen.“

C. H. Mackintosh

„Die ‚glückselige Hoffnung‘ ist die Entrückung – sie ist für die Braut. Die ‚Erscheinung der Herrlichkeit‘ ist für die Welt. Hier zeigt sich die göttliche Ordnung: erst die Freude der Braut, dann das Sichtbarwerden des Königs.“


3. Der Gegensatz zwischen erster und zweiter Erscheinung in Titus 2

Erstes Kommen (Gnade) Zweites Kommen (Herrlichkeit)
„…ist erschienen die Gnade Gottes…“ (V. 11) „…und die Erscheinung der Herrlichkeit…“ (V. 13)
Verborgene Person Öffentliche Erscheinung
Als Heiland in Niedrigkeit Als großer Gott in Macht
Für die Welt unerkannt „Jedes Auge wird Ihn sehen“ (Off 1,7)

4. Geistlicher Gedanke

Die Braut wartet auf die Entrückung – aber sie weiss, dass Derselbe, den sie liebt, bald vor der ganzen Welt als „grosser Gott“ erscheinen wird.
Das erzeugt Heiligung im Jetzt (V. 12): Die Hoffnung formt das Leben.