Fragen und Antworten
00491 Tod Jesu Fragen und Antworten
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Unterschied: "Ermordet werden" ist ein passives, unfreiwilliges Erleiden einer bösen Tat durch andere. "Sein Leben geben" ist ein aktiver, freier Willensakt der Hingabe.
Aussagen Jesu: "Niemand nimmt es [mein Leben] von mir, sondern ich gebe es von mir aus" (Johannes 10,18). "Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist" (Lukas 23,46).
Johannesevangelium: Jesus
wird als souverän Handelnder dargestellt. Er geht freiwillig in den Garten
(18,4), er sagt "Ich bin's" und die Häscher weichen zurück (18,6),
er betont seine Macht, den Vater um Engel zu bitten (18,36), und er übergibt
am Ende bewusst seinen Geist (19,30).
Verantwortung (Mehrere Ebenen):
Theologisch: Die Sünde der gesamten Menschheit.
Historisch/Politisch: Die römische Besatzungsmacht (Pontius Pilatus) vollstreckte die Hinrichtung.
Religiös: Die führenden jüdischen Autoritäten (Hohepriester, Schriftgelehrte) drängten darauf.
Persönlich: Judas verriet ihn, die Jünger verließen ihn, Petrus verleugnete ihn.
Justizmord: Jesus
wurde in einem Scheinprozess unter falschen Anschuldigungen verurteilt,
obwohl der Richter (Pilatus) seine Unschuld feststellte.
ER wurde:
ermordet: Apg 5.30
gekreuzigt Apg 2.36; Apg 4.10
überliefert: Apg 5.13; Apg 28.17
getötet: Apg 3.15
Sühneopfer: Ein Opfer, das den Zorn Gottes über die Sünde besänftigt (sühnt) und die gerechte Strafe auf sich nimmt, um Versöhnung zwischen Gott und dem sündigen Menschen zu bewirken.
Notwendigkeit: Die
Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes verlangen, dass die Sünde nicht einfach
ignoriert werden kann. "Der Lohn der Sünde ist der Tod" (Römer 6,23).
Das Opfer Jesu erfüllt dieses gerechte Urteil stellvertretend für alle, die
glauben.
Erfüllung der Prophezeiungen:
Z.B. das Leiden des Gottesknechtes (Jesaja 53),
die Details der Kreuzigung (Psalm 22,17-19),
der Verrat für 30 Silberstücke (Sacharia 11,12-13),
das Los um das Gewand (Psalm 22,19).
Durch den ewigen Geist: Dies
betont die göttliche, überzeitliche Qualität des Opfers. Es war nicht nur
der physische Tod eines Menschen,
sondern ein von Gott selbst (durch den Heiligen Geist) gewirktes, ewiges und
vollkommen wirksames Opfer.
Einmaligkeit: Im Gegensatz zu den tierischen Opfern, die jährlich wiederholt werden mussten, hat das Opfer Jesu ein für alle Mal Gültigkeit (Hebräer 10,10).
Unterschied zum AT:
Tieropfer konnten Sünde nur "zudecken" und
waren ein Hinweis auf das vollkommene Opfer.
Christi Opfer nimmt die Sünde endgültig
hinweg (Hebräer 10,1-4).
Wille des Vaters: Jesus betete: "Nicht mein, sondern dein Wille geschehe" (Lukas 22,42). Sein freier Wille war es, den Willen des Vaters zu erfüllen – beides verschmilzt.
Opferte der Vater den Sohn? Ja
und Nein. Gott der Vater sandte den Sohn in die Welt, um zu sterben
(Johannes 3,16), aber der Sohn ging freiwillig.
Es war kein Akt des Missbrauchs, sondern ein Akt der gemeinsamen Liebe und
Hingabe innerhalb der Dreieinheit Gottes für die Welt.
Gottesknecht (Jesaja 53): Dieses
Kapitel vereint beide Aspekte perfekt: Er wird "durchbohrt um unserer
Vergehen willen" (Leiden) und "Jehova ließ ihn treffen unser aller
Schuld" (göttliche Fügung).
"Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird" (Passivität) und "er
opferte sein Leben" (Aktivität).
Jesaja 53: Der Knecht wird misshandelt und geschlagen (V. 4-7), aber es heißt auch: "Aber Jehova wollte ihn zerschlagen" (V.10). Das menschliche Unrecht wird von Gott in seinen Heilsplan integriert.
Sieg: Durch seinen Tod besiegte Jesus die Macht der Sünde, indem er ihre Strafe trug, und den Tod, indem er durch die Auferstehung seine Macht brach.
Kraft in der Schwachheit: Die größtmögliche Kraft zeigt sich nicht in gewaltsamer Übermacht, sondern in der freiwilligen Hingabe aus Liebe, die sogar den Tod überwindet.
Sünde der Welt tragen: Jesus identifizierte sich völlig mit der Sünde der Menschheit, trug ihre Schuld und Strafe stellvertretend, obwohl er selbst sündlos war (2. Korinther 5,21).
Zusammenspiel: Die
Menschen handelten aus bösen Motiven, aber Gott gebrauchte ihre bösen Taten,
um seinen guten Heilsplan zu vollenden (Apostelgeschichte 2,23: "... ihn,
der durch Gottes festgesetzten Ratschluss und Vorsehung hingegeben worden
war, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und
getötet.").
Einfach so vergeben? Das würde Gottes eigene Gerechtigkeit und Heiligkeit widersprechen. Vergebung ohne gerechte Sühne wäre Willkür. Die Liebe Gottes erfüllt die Gerechtigkeit im Opfer Christi, sie umgeht sie nicht.
Natur der Liebe Gottes: Es ist eine sich selbst hingebende, opferbereite, aktive und souveräne Liebe (Agape).
Zeichen der Schuld und Liebe: Es ist der Gipfelpunkt der menschlichen Rebellion gegen Gott (wir töteten Ihn). Gleichzeitig ist es der Gipfelpunkt der göttlichen Liebe, die sich selbst hingibt, um die Rebellen zu retten.
Rolle Satans: Satan bewegte Judas zum Verrat (Lukas 22,3), aber am Kreuz "entwaffnete er die Mächte und Gewalten und stellte sie öffentlich an den Pranger" (Kolosser 2,15). Der scheinbare Sieg Satans war seine endgültige Niederlage.
Theodizee: Das Kreuz zeigt, dass Gott nicht ein ferner, unbeteiligter Gott ist, sondern selbst in Jesus Christus das größtmögliche Leid und das Böse auf sich nimmt, um es zu überwinden.
Bedeutung der Auferstehung: Sie ist die göttliche Bestätigung, dass das Opfer Jesu angenommen und wirksam war. Der Tod wurde nicht nur erlitten, er wurde besiegt.
Persönliche Antwort: Buße, besser Umkehr: > (Anerkennung unserer Mitschuld an seinem Leiden) und Glaube (Annahme seines stellvertretenden Opfers für uns).
Wichtigkeit der Betonung beider Aspekte:
Nur "Mord": Macht Jesus zum passiven Opfer menschlicher Bosheit und übersieht den souveränen Heilsplan.
Nur "Opfer": Kann die schreckliche Realität der Sünde und unserer Schuld verharmlosen.
Irrtum bei "nur Mord": Führt zu einem rein moralischen oder politischen Verständnis Jesu (als Märtyrer) und verfehlt die tiefe theologische Dimension der Erlösung.
Irrtum bei "nur Opfer": Kann zu einer abstrakten, blutleeren Theologie führen, die die reale Menschlichkeit und das unermessliche Leid Jesu ausblendet.
Trost und Gewissheit: Wir
dienen keinem Gott, der uns unser Leid nur von ferne ansehen lässt, sondern
einem, der es in Jesus bis in die tiefste Finsternis geteilt und durchlitten
hat.
Sein Tod war nicht ein Unfall, sondern ein von Liebe durchdrungener Plan,
der uns ewige Gewissheit der Vergebung und Versöhnung schenkt.
Wurde der Herr Jesus getötet
oder hat Er sich selbst geopfert?
► Beides: Menschen
töteten Ihn (Apg 2,23), aber Er gab sich freiwillig hin (Joh 10,18).
Was betont Joh 10,18 („Niemand
nimmt es von mir…“)?
► Seine souveräne Selbsthingabe
– Er herrscht selbst im Sterben.
Was bedeutet „durch den ewigen
Geist geopfert“ (Hebr 9,14)?
► Sein Opfer war innerlich Gott
geweiht, getragen von vollkommenem Gehorsam im Geist.
Ist „ermorden“ ein biblisches
Wort für den Tod Jesu?
► Ja, Petrus sagt: „…den ihr ermordet habt“ (Apg 7,52 – Stephanus), auch
„getötet“ (Apg 2,23).
War sein Tod ein Justizmord
oder ein Opfer?
► Vor Menschen
Justizmord, vor Gott
das vollkommene Opferlamm.
Warum spricht die Schrift oft
von „überliefert“ (paradidomi)?
► Weil Gott zuließ, dass
Menschenhand Ihn verriet und übergab, aber mit göttlichem
Vorsatz (Röm 8,32).
Wer hat ihn überliefert –
Judas oder Gott?
► Beides: Judas tat
es in Bosheit, Gott tat es in Gnade (Apg 2,23 / Röm 8,32).
Was zeigt die Erwähnung des
Verrats durch Judas?
► Dass das Böse des Menschen
völlig sichtbar wird an der Kreuzigung Christi.
Warum betont Petrus „den ihr
gekreuzigt habt“?
► Um die Schuld Israels und
der Welt deutlich zu machen – der Mensch verwarf den Messias.
Ist der Kreuzestod Zufall oder
Plan Gottes?
► Plan Gottes von Ewigkeit her
(1. Pet 1,20), aber ausgeführt durch
schuldige Hände (Apg
2,23).
Warum sagt Jesaja 53 „Jehova
gefiel es, ihn zu zerschlagen“?
► Weil sein Leiden Gott
wohlgefällig war als sühnendes Opfer für viele.
War das Kreuz Gericht oder
Hingabe?
► Es war Gericht Gottes über
die Sünde und zugleich
liebende Hingabe des Sohnes.
Trägt Gott oder der Mensch die
Verantwortung für den Kreuzestod?
► Gott in der Absicht,
der Mensch in der Tat
– zwei Ebenen, ohne Widerspruch.
Warum nennt die Schrift den
Tod Jesu ein „Brandopfer“ (Eph 5,2)?
► Weil sein Tod Gott als
duftender Wohlgeruch emporstieg – reine Hingabe.
Warum ist auch vom „Sündopfer“
die Rede?
► Weil Er für uns zur Sünde
gemacht wurde (2. Kor 5,21) – stellvertretende Schuldübernahme.
Sind Brandopfer und Sündopfer
ein Widerspruch?
► Nein, zwei Blickrichtungen
auf dasselbe Kreuz: Gottes Wohlgefallen und unser Heil.
Warum betont Johannes
besonders die Freiwilligkeit Jesu?
► Weil Johannes das göttliche
Selbstbewusstsein des Sohnes hervorhebt.
Warum zeigt Lukas mehr die
menschliche Seite des Leidens?
► Lukas betont das Mitgefühl
und den Schmerz des vollkommenen Menschen.
Warum spricht Markus knapp und
nüchtern vom Kreuz?
► Markus stellt den Diener
dar – Er vollbringt den Auftrag ohne Klage.
Warum zeigt Matthäus das Kreuz
als Erfüllung der Schrift?
► Matthäus betont die
messianische, prophetische Erfüllung des Alten Testaments.
Warum steht in Jes 53 sowohl
„er ward geplagt“ als auch „er tat seinen Mund nicht auf“?
► Um zu zeigen: Er litt real,
und dennoch war Er vollkommen
unterwürfig.
Warum wird „Lamm“ und
„Menschensohn“ nebeneinander gebraucht?
► Lamm –
Opfercharakter; Menschensohn
– Verantwortung des Menschen und die himmlische Herrschaft.
Warum ist das Kreuz sowohl
Schmach als auch Herrlichkeit?
► Schmach vor Menschen,
aber Herrlichkeit vor Gott
(Joh 12,23).
Warum ruft der Herr: „Mein
Gott, warum…“?
► Weil Er unter göttlichem
Zorngericht stand – als Stellvertreter.
War Er in dieser Stunde noch
Sohn?
► Ja, aber ohne Gemeinschaft
– Er litt Gottverlassenheit,
nicht Wesensveränderung.
Warum sagt Er später „Vater,
in deine Hände…“?
► Nach vollbrachter Sühnung
ist die Gemeinschaft wiederhergestellt.
Ist das Opfer Jesu einmalig
oder fortdauernd?
► Einmalig und ewig gültig
(Hebr 10,12) – nie zu wiederholen.
Warum wird sein Tod auch
„Blutvergießen“ genannt?
► Weil Leben im Blut ist
(3. Mo 17,11) – und Er gab dieses Leben hin.
Ist sein Tod nur Beispiel oder
Heilswerk?
► Nicht nur Beispiel – sondern
objektives Sühnungswerk (Hebr 9,22).
Warum muss man beide Seiten
festhalten: freiwillige Hingabe und Mord?
► Um die Herrlichkeit seiner
Liebe UND die Tiefe
unserer Schuld zugleich zu sehen.
. Einleitung – Der scheinbare
Widerspruch
Frage: „Wurde der Herr getötet oder hat Er sich geopfert?“
Die Bibel zeigt keinen Widerspruch, sondern zwei Perspektiven auf dasselbe Geschehen.
Vor Grundlegung der Welt beschlossen – 1. Petrus 1,19–20
„Er hat auch seinen eigenen Sohn nicht verschont“ – Römer 8,32
Der Sohn gibt sich selbst – Joh 10,17–18
„Durch den ewigen Geist sich selbst geopfert“ – Hebräer 9,14
Das Kreuz als Wohlgeruch für Gott – Brandopfer – Eph 5,2 / 3. Mose 1 typologisch
Keine Zufälligkeit, sondern Fügung – Jes 53,10 „Jehova gefiel es…“
„Den ihr getötet habt“ – Schuld Israels und der Nationen – Apg 2,23
Judas überliefert – Menschenhände handeln – Matth 26,15 / Apg 7,52
„Gekreuzigt durch gesetzlose Hände“ – Apg 2,23
Das Kreuz als Ausdruck der absoluten Verwerfung durch die Welt – Joh 1,10–11
Der Herr nennt es „diese eure Stunde und die Macht der Finsternis“ – Luk 22,53
Göttliche Perspektive: Er gibt sich freiwillig, Opfer, gehorsam bis zum Tod.
Menschliche Perspektive: Mord, Hass, Verrat, Ungerechtigkeit, Gericht.
→ Zentraler Satz: Gott war tätig zur Erlösung – der Mensch war tätig zur Verwerfung.
„Mein Gott, warum…“ – Sühnung im Gericht Gottes
„Es ist vollbracht“ – Werk Gottes abgeschlossen
„Vater, in deine Hände…“ – Gemeinschaft wiederhergestellt nach vollbrachtem Sühnungswerk
Wer nur die Götterseite sieht → läuft Gefahr in eine kalte Prädestinationslehre zu fallen.
Wer nur die Menschseite sieht → reduziert das Kreuz auf Tragödie oder Märtyrertum.
Biblischer Weg:
Die Schuld des Menschen wird
maximal sichtbar – die Liebe Gottes ebenso.
Einleitung – A
Der scheinbare Widerspruch
Wenn wir die Berichte über den
Tod unseres Herrn Jesus Christus betrachten, begegnen wir Aussagen,
die auf den ersten Blick widersprüchlich wirken.
Die Schrift sagt einerseits, dass
Menschen Ihn ermordet,
verraten und durch gesetzlose Hände ans Kreuz gebracht haben.
Stephanus ruft den Juden zu: „
Den Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid“
(Apg 7,52).
Und Petrus sagt zu Pfingsten: „Ihr
habt ihn durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und
umgebracht“ (Apg 2,23).
Doch an anderer Stelle sagt der
Herr selbst: „Niemand
nimmt mein Leben von mir, sondern ich lasse es von mir selbst.
Ich habe Gewalt, es zu lassen, und habe Gewalt, es wiederzunehmen“
(Joh 10,18). Und der Hebräerbrief bezeugt:
„Christus hat sich selbst
ohne Flecken Gott geopfert durch den ewigen Geist“ (Hebr
9,14).
Wie können
Mord und
freiwilliges Opfer,
menschliche Schuld
und göttlicher Ratschluss,
Verrat und ewiger
Gehorsam gleichzeitig wahr sein? Die Schrift zeigt keine
Spannung,
sondern eine zweifache
Perspektive desselben Geschehens, die wir
beide festhalten müssen,
um das Kreuz richtig zu verstehen.
➡
Merksatz:
Vor Gott war es das
vollkommene Opferlamm – vor den Menschen war es der größte
Justizmord der Geschichte.
Der Tod Christi war kein tragisches Ende, sondern von Gott vor aller Zeit fest beschlossener Ratschluss.
„…als eines Lammes, voraus erkannt vor Grundlegung der Welt, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen.“
(1. Petrus 1,19–20)
Noch ehe die Sünde in die Welt kam, stand bei Gott fest: Erlösung würde durch ein Lamm geschehen, das ohne Fehl und ohne Flecken ist. Das Kreuz ist nicht Reaktion, sondern Absicht.
Die Schrift sagt nicht nur, dass Judas den Herrn überlieferte – sie sagt auch:
„Er hat auch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben.“
(Römer 8,32)
Dass Gott den Sohn
„nicht verschont“,
ist dieselbe Sprache wie bei Abraham und Isaak (1. Mose 22). Wie
Abraham bereit war, seinen Sohn hinzugeben,
so hat Jehova selbst den
Geliebten überliefert –
nicht zur Zerstörung,
sondern zur Erlösung.
„Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst.“
(Johannes 10,18)
Der Herr Jesus wurde nicht überwältigt – Er übergab sich selbst. In Gethsemane, als die Soldaten kommen, sagt Er nicht: „Ihr habt mich gefunden“, sondern:
„Wenn ihr nun mich sucht, so lasset diese gehen.“ (Johannes 18,8)
Er ordnet selbst an, wer gefangen genommen wird, und schützt die Seinen. Hier erscheint schon priesterlicher Charakter: Er stellt sich zwischen die Herde und das Gericht.
„Wie viel mehr wird das Blut Christi, der durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat, euer Gewissen reinigen…“
Hier wird nicht die äußere Tat betont (Nägel, Kreuz, Spott), sondern das innere Werk:
Der Herr opferte sich innerlich in vollkommener Hingabe an Gott.
Das Kreuz war nicht nur äußerliches Leiden, sondern Gehorsam in Ewigkeitstiefe.
Jeder Herzschlag, jeder Schritt war „Ich komme, deinen Willen zu tun, o Gott“ (Hebr 10,7).
„Christus hat euch geliebt und sich selbst für uns hingegeben als Opfer und Schlachtopfer Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.“
(Epheser 5,2)
Das Brandopfer (3. Mose 1) war
ganz für Gott –
alles stieg als Rauch zu Ihm auf.
So war auch die Hingabe Christi:
nicht zuerst für den
Menschen sichtbar, sondern
ein Genuss für Gott selbst
– heiliger Wohlgeruch,
göttliche Befriedigung.
„Doch Jehova gefiel es, ihn zu zerschlagen; er hat ihn leiden lassen…“ (Jes 53,10)
Wie kann Jehova Wohlgefallen haben am Leiden des Geliebten? Nicht, weil Er am Blut Freude hätte – sondern weil in diesem Gehorsam, in dieser Hingabe und in dieser Liebe die ganze Herrlichkeit Gottes sichtbar wird.
🎯
Zusammenfassung dieser
Sektion in einem Satz:
Das Kreuz war nicht
Zufall, nicht Niederlage – sondern göttlicher Wille, göttliches
Opfer und göttliche Herrlichkeit im Gehorsam des Sohnes.
Während Gott im Kreuz Seinen ewigen Heilsratschluss verwirklichte, zeigte sich gleichzeitig die tiefste Schuld des Menschen. Die Schrift lässt keinen Zweifel daran, dass Menschen verantwortlich sind für den Tod Christi.
„Diesen Mann, der nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes dahingegeben worden ist, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und umgebracht.“
(Apostelgeschichte 2,23)
Petrus verbindet beides in einem Vers:
Gottes Ratschluss („nach dem bestimmten Ratschluss Gottes“),
Menschliche Schuld („habt ihr … umgebracht“).
🔹 Gott bestimmte die Stunde – Menschen verübten das Verbrechen.
„Was wollt ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern? Und sie wogen ihm dreißig Silberstücke dar.“
(Matthäus 26,15)
Judas überliefert Ihn aus Habgier und innerer Entfernung. Doch die Schrift sagt zugleich:
„Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht; wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen überliefert wird!“ (Matthäus 26,24)
➡ Gott erfüllt die Schrift – Judas erfüllt seine Bosheit.
„Von dem Gerechten … dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid.“
(Apg 7,52 – Stephanus)
Sie wollten
Recht und Gesetz wahren,
aber sie führten das
größte Unrecht aus, das je geschah.
Nie ist Heuchelei so
sichtbar geworden wie am Kreuz.
Pilatus sagt dreimal:
„Ich finde keine Schuld an
ihm“, und übergibt Ihn doch dem Tod (Joh 19,4.6.16).
Die Weltregierung
steht offiziell gegen
Christus – ein prophetischer Vorgeschmack auf Psalm 2:
„Die Könige der Erde treten auf, und die Fürsten ratschlagen miteinander wider Jehova und wider seinen Gesalbten.“ (Psalm 2,2)
„Weg, weg! Kreuzige ihn!“ (Johannes 19,15)
„Wir haben keinen König als den Kaiser!“ (Johannes 19,15)
Das Volk Israel, das Jehova als König bekennen sollte, sagt: „Unser König ist der Kaiser“ – die absolute Verwerfung des Messias.
„Dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“
(Lukas 22,53)
Der Herr selbst bezeichnet
diese Stunde als
Menschenstunde und Dämonenstunde zugleich.
Hier offenbart sich das
Herz des Menschen – und die unsichtbare Macht Satans dahinter.
🎯
Zusammenfassung dieses
Abschnitts:
Am Kreuz hat Gott Seine
Liebe bewiesen – und der Mensch seinen Hass. Gott gab Seinen Sohn –
der Mensch ermordete Ihn.
Die Schrift spricht mit voller Klarheit auf zwei Ebenen, und beide sind gleichzeitig wahr – nicht vermischt, aber parallel.
Christus starb, weil Gott es so wollte (Jes 53,10 – „Jehova gefiel es“).
Christus starb, weil Er sich selbst gab („Niemand nimmt es von mir“ – Joh 10,18).
Das Kreuz ist das Brandopfer – ganz für Gott, voller Wohlgeruch (Eph 5,2).
🠖 Hier sehen wir Liebe, Gehorsam, Opfer, Herrlichkeit.
Christus starb, weil Menschen Ihn hassten (Joh 15,25 – „Sie haben mich ohne Ursache gehasst“).
Christus starb, weil Menschen Ihn verrieten (Matth 26,15 – „Was wollt ihr mir geben?“).
Christus starb, weil Menschen gerechtlos handelten („…durch die Hand Gesetzloser getötet“ – Apg 2,23).
🠖 Hier sehen wir Schuld, Bosheit, Finsternis, Mord.
Die Schrift trennt die Ebenen, aber sie reißt sie nicht auseinander.
„Diesen Mann (…) nach dem bestimmten Ratschluss Gottes (…) habt ihr umgebracht.“ (Apg 2,23)
➡ Ein Vers – zwei vollständige Wahrheiten.
| Gefahr | Wenn man nur die Seite Gottes sieht | Wenn man nur die Seite des Menschen sieht |
|---|---|---|
| Folge | Fatalismus & kalte Prädestinationslehre – der Mensch wird zur Marionette | Moralistische Kreuzestheologie – Christus nur als Märtyrer und Opfer menschlicher Gewalt |
| Wahrheit | Gott lenkt, aber Menschen sind verantwortlich | Menschen handeln, aber Gott bleibt souverän |
Der
Calvinismus ist Gottesverachtung pur:
Calvinismus- Gotteslästerer machen aus dem verantwortlichen Menschen
eine Marionette
und darum ist letztlich der Calvinismus eine menschlich teuflische
Ursache der Allversöhnung Gotteslästerung.
➡
Biblischer Weg:
Gottes Ratschluss –
menschliche Verantwortung – Christus in vollkommener Würde in der
Mitte.
Der Herr steht
nicht passiv
zwischen göttlichem Ratschluss und menschlicher Schuld.
Er steht aktiv
dazwischen als derjenige, der:
✔
den Kelch nimmt –
aus der Hand des Vaters
(Joh 18,11)
✔ sich den Feinden
ausliefert –
freiwillig (Joh 18,8)
✔ sich Gott als Opfer
darbringt –
bewusst und priesterlich (Hebr 9,14)
➡ Er ist weder Opfer der Menschen noch bloß Werkzeug Gottes – Er ist der souveräne Sohn, der sich gibt.
🎯
Satz der Zusammenfassung
dieses Abschnitts:
Menschen haben Christus
ermordet – aber keine Hand hätte Ihn berühren können, wenn Er sich
nicht selbst gegeben hätte.
Am Kreuz geschieht etwas Einzigartiges und Unwiederholbares: Christus steht unter dem Zorngericht Gottes, als Sünderstellvertreter, und zugleich vollendet Er als vollkommener Gehorsamer das ihm gegebene Werk.
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
(Matthäus 27,46 / Psalm 22,2)
Diese Worte sind nicht Ausdruck von Zweifel, sondern bewusste Identifikation mit dem Fluch, wie geschrieben steht:
„Christus hat uns losgekauft vom Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist.“
(Galater 3,13)
Hier leidet Er nicht nur von Menschen, sondern von Gott her.
Nicht Marter ist das Zentrum, sondern Gottverlassenheit im Gericht.
Der, der ewig im Schoß des Vaters war, kennt in dieser Stunde keine Antwort mehr vom Thron.
➡ Dies ist der höchste Punkt der Sühnung – Gott behandelt Ihn, als wäre Er wir, damit Gott uns behandeln kann, als wären wir Er.
Beachte die göttliche Ordnung in den Kreuzesworten:
In der Mitte: „Mein Gott, mein Gott…“ – Gottverlassenheit.
Am Ende: „Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist.“ (Lukas 23,46)
Das erste Wort zeigt:
Er steht im Gericht – ohne
Vermittlung, ohne Gemeinschaft.
Das zweite zeigt: Das
Gericht ist vorbei, die Gemeinschaft ist wiederhergestellt.
➡ Der Vorhang zerreißt nicht zu Beginn, sondern nach „Es ist vollbracht“.
„Es ist vollbracht.“ (Johannes 19,30)
Das Werk war nicht nur
begonnen, sondern
vollendet –
Priesterlich vollzogen, prophetisch angekündigt, königlich
ausgeführt.

„Darum hat ihn Gott auch hoch erhoben…“ (Philipper 2,9)
Die Kreuzigung war vor Menschen Schande, aber vor Gott Krönung durch Gehorsam.
„Dieser aber, nachdem er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht hat, hat sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes.“
(Hebräer 10,12)
Kein ständiges Darbringen.
Kein erneutes Leiden.
Kein fortdauerndes Sühnewerk.
➡ Am Kreuz ist alles Geschehen, was nötig war – ewig vollgültig.
🎯
Zusammenfassung dieses
Abschnittes:
Christus wurde von
Menschen verworfen – von Gott gerichtet – und vom Vater aufgenommen.
„Gottverlassen“
– für uns.
„Vater, in deine Hände…“
– als der Vollendete.
Ausarbeitung mit der Zusammenführung der doppelten Wahrheit – der abschließende geistliche Blick auf das Kreuz.
Im Kreuz treffen sich die
tiefste Schuld des Menschen und
die höchste Liebe Gottes.
Kein Punkt im Universum offenbart gleichzeitig so radikal,
wie böse der Mensch
und wie herrlich Gott
ist.
| Am Kreuz offenbart: | Inhalt |
|---|---|
| Der Mensch in seiner Bosheit | „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche!“ (Luk 19,14) |
| Satan in seiner Finsternis | „Dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“ (Luk 22,53) |
| Gott in Seiner Liebe | „Also hat Gott die Welt geliebt, dass Er seinen eingeborenen Sohn gab…“ (Joh 3,16) |
| Christus in Seiner Hingabe | „Er hat mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben.“ (Gal 2,20) |
➡ Nie war die Erde finsterer – und nie leuchtete der Himmel heller.
„Den ihr gekreuzigt habt … den Gott auferweckt hat.“
(Apg 2,36)
Die Menschen taten, was ihre Bosheit wollte.
Gott tat, was Sein Ratschluss wollte.
Christus tat, was Seine Liebe wollte.
➡ Drei Willensrichtungen – ein göttlich vollendetes Werk.
Anbetung – für das Opfer und die freiwillige Hingabe.
Demütigung – weil wir Menschen Ihn gekreuzigt haben.
Dankbarkeit – weil wir jetzt im Wohlgeruch seines Opfers vor Gott stehen.
Verkündigung – weil das Kreuz Richterspruch über die Welt und Rettung für den Glaubenden ist.
„Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.“
(1. Korinther 1,18)
Menschen ermordeten
Christus – Gott opferte Christus – Christus gab sich selbst.
Und in allem wurde die Herrlichkeit Gottes sichtbar.

| Aspekt | Gott tat | Menschen taten | Bibelstellen |
|---|---|---|---|
| Ursprung des Geschehens | Gott hatte vor Grundlegung der Welt beschlossen, den Sohn als Lamm zu geben. | Menschen planten aus Neid, Hass und religiöser Selbstgerechtigkeit, Ihn zu töten. | 1. Pet 1,19–20 / Matth 26,3–4 |
| Überlieferung | „Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn hingegeben.“ | Judas überlieferte Ihn für Silberstücke, die Führer aus Hass, Pilatus aus Menschenfurcht. | Röm 8,32 / Matth 26,15 / Joh 19,16 |
| Absicht | Erlösung, Heilsratschluss, Offenbarung göttlicher Liebe und Gerechtigkeit. | Mord, religiöser Fanatismus, Ablehnung des wahren Königs. | Joh 3,16 / Apg 7,52 |
| Titel des Vorgangs | Opferlamm, „durch den ewigen Geist sich selbst Gott geopfert“. | Justizmord, „durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen“. | Hebr 9,14 / Apg 2,23 |
| Charakter des Todes | Brandopfer – Wohlgeruch für Gott. | Verbrechensvollzug – öffentlich erniedrigt und verspottet. | Eph 5,2 / Luk 23,35–36 |
| Innere Haltung Christi | „Niemand nimmt es von mir – ich lasse es von mir selbst.“ | Die Menschen dachten: „Jetzt haben wir Macht über ihn.“ | Joh 10,18 / Luk 22,53 |
| Spirituelle Sicht | Gott richtete die Sünde am Stellvertreter, damit Gnade frei fließen kann. | Menschen richteten den Gerechten, um sich selbst zu erhalten. | Jes 53,10 / Apg 3,14–15 |
| Zeitliche Deutung | „Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.“ | „Dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“ | Joh 12,23 / Luk 22,53 |
| Ergebnis | Versöhnung, Zugang zum Vater, Vorhang zerrissen. | Blutschuld, volle Offenbarung der Verworfenheit des Menschen. | Hebr 10,19–20 / Apg 2,36 |
| Göttliches Urteil über das Kreuz | „Es ist vollbracht.“ – Werk vollendet, Wohlgefallen Gottes. | „Ihr habt ihn gekreuzigt…“ – Schuld Israels und der Nationen. | Joh 19,30 / Apg 2,36 |
Gott übergab den Sohn aus Liebe –
Menschen übergaben ihn aus Hass – und Christus übergab sich selbst
aus Gehorsam.