00507 Warum & Wozu hat Gott Israel auserwählt?
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00507 Warum & Wozu hat Gott Israel auserwählt
Die Erwählung Israels ist
kein Selbstzweck, sondern Gottes Weg, seine Gnade
und Wahrheit allen Nationen sichtbar zu machen:
Ursprung in der freien Gnade, Auftrag zum priesterlichen Zeugnis,
Wiederherstellung in Christus.
Die 40 Fragen & Antworten (ELB1905, mit Grundsprachen) zeigen, wie Gottes
Bundestreue trotz menschlicher Untreue bleibt
– zur Ehre seines Namens und zum Segen der Welt.
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Der Ursprung der Erwählung Israels im Alten Testament
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Ziel und Aufgabe Israels in der Weltgeschichte
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Das Versagen Israels und Gottes souveräne Treue
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Die zukünftige Wiederherstellung und geistliche Bedeutung
Teil 1 – Der Ursprung der Erwählung Israels
1. Warum begann Gottes Erwählung mit Abraham und nicht mit einem Volk, das schon bestand?
Antwort:
Gott ruft Abraham (1. Mo 12,1–3) aus einem
Götzendienervolk (Jos 24,2), um in ihm einen neuen
Anfang zu setzen.
Der hebräische Ausdruck
baḥar
(בָּחַר = „erwählen“) beschreibt eine freie,
souveräne Auswahl, die nicht auf Verdienst beruht
(vgl. 5. Mo 7,7–8).
Abraham wurde nicht wegen seiner Taten, sondern
aufgrund göttlicher Gnade berufen:
lema‘an shemo
(לְמַעַן שְׁמוֹ = „um seines Namens willen“).
Damit begründet Gott das Prinzip der
Gnadenwahl,
das sich durch die gesamte Schrift zieht.
2. Was bedeutet es, dass Gott Abraham „zum Segen für alle Geschlechter der Erde“ setzen wollte (1. Mo 12,3)?
Antwort:
Der Ausdruck
nivrechu (נִבְרְכוּ = „gesegnet werden“) stammt
von barak
(ברך = segnen, knien).
In der Nifal-Form betont er passives Teilhaben am
Segen: durch Abraham sollen andere den göttlichen
Segen empfangen.
Dies zeigt, dass die Erwählung Israels
nicht
exklusiv, sondern instrumentell ist –
Israel sollte Kanal, nicht Endpunkt des Segens sein
(vgl. Röm 11,12).
3. Warum wurde Isaak und nicht Ismael Träger der Verheißung?
Antwort:
Weil Gottes Wahl
nicht nach dem
Fleisch, sondern nach der Verheißung geschieht
(Röm 9,7–9).
Das hebräische Wort
zera‘
(זֶרַע = „Same“) in 1. Mo 21,12 wird im Singular
gebraucht und deutet prophetisch auf Christus hin
(Gal 3,16).
So offenbart Gott, dass die Erwählung Israels
nicht
biologisch, sondern messianisch begründet
ist.
4. Warum wird Jakob und nicht Esau erwählt (1. Mo 25,23)?
Antwort:
„Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“
Der Herr offenbart, dass Erwählung auf
Gnade und
göttlichem Vorsatz beruht, nicht auf
Werken.
baḥar
wird hier in Verbindung mit
’ahav
(אָהַב = „lieben“) und
sane’
(שָׂנֵא = „hassen“) gebraucht (Mal 1,2–3; Röm 9,13),
was keine emotionale Feindseligkeit meint, sondern
Vorziehen
zum Dienst.
Israel ist somit das Gefäß, durch das Gott seine
Verheißungen erfüllt.
5. Wann wird Israel erstmals ausdrücklich als „Volk Gottes“ bezeichnet?
Antwort:
In 2. Mo 3,7–10 nennt Jehova Israel „mein Volk“ (‘ammî
= עַמִּי).
Diese Bezeichnung drückt Beziehung aus, nicht bloß
Zugehörigkeit.
Das Volk entsteht aus Erlösung (Passah → Auszug aus
Ägypten) und wird durch
Bundesbeziehung (Sinai) geformt.
Gottes Wahl zielt auf Gemeinschaft und Zeugnis.
6. Welches Ziel hatte der Bund am Sinai im Hinblick auf Israels Erwählung?
Antwort:
2. Mo 19,5–6 zeigt das göttliche Ziel:
„Ein Eigentumsvolk (segullāh = סְגֻלָּה), ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation.“
Das Wort segullāh bezeichnet einen „besonderen Schatz“, Eigentum eines Königs.
Israel sollte als Mittlervolk zwischen Gott und den Nationen dienen – priesterlich, heilig und repräsentativ.
7. In welchem Sinn „liebte“ Jehova Israel (5. Mo 7,7–8)?
Antwort:
Die Liebe (’ahavah
= אַהֲבָה) gründet in Gottes Wesen, nicht im Wert
Israels.
Er „liebte“ (’ahav)
und „erwählte“ (baḥar),
nicht weil sie groß, sondern weil sie klein waren.
Hier tritt der Grundsatz hervor:
Gottes
Erwählung dient der Offenbarung seiner Gnade,
nicht menschlicher Leistung.
8. Wie verhält sich Israels Erwählung zu Gottes universaler Schöpfungsherrschaft?
Antwort:
Psalm 47,9 zeigt: „Gott ist König der ganzen Erde“,
und dennoch „erwählt er Jakob“.
Die Erwählung Israels steht
nicht im
Gegensatz zur Universalität, sondern ist
deren Werkzeug.
Gott handelt partikular, um universell zu segnen
(vgl. Jes 49,6: „Licht der Nationen“).
9. Welche Rolle spielt die Erwählung Israels im Vergleich zu den Nationen in 5. Mo 32,8–9?
Antwort:
Hier wird gesagt, dass Jehova „die Grenzen der
Völker festsetzte nach der Zahl der Kinder Israels“.
Das betont, dass Gott die Weltordnung auf Israel hin
ordnet.
Das Wort
chelek (חֵלֶק = „Erbteil“) bezeichnet Israels
Sonderstellung: „Denn des HERRN Teil ist sein Volk.“
Israel steht somit
im Zentrum
göttlicher Weltregierung.
10. Was offenbart 2. Mo 33,19 über den Grund der Erwählung Israels?
Antwort:
„Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig bin.“
Hier spricht Gott über sein Wesen (ḥannān = חַנָּן = gnädig, huldreich).
Erwählung beruht auf Gnade allein (Röm 9,15).
Mose erfährt: Israel bleibt bestehen nicht durch Gesetzestreue, sondern durch die Barmherzigkeit Jehovas, der seinen Namen offenbart (2. Mo 34,6).
Zusammenfassung
Teil 1:
Gottes Erwählung Israels ist ein souveräner Akt der
Gnade, gegründet auf Verheißung, nicht auf
Verdienst.
Sie hat ihren Ursprung in Gottes Ratschluss, ihr
Ziel in der Segnung aller Nationen und ihre
Grundlage in der göttlichen Treue.