Fragen und Antworten

STEM Publishing

https://www.bibelkreis.ch/Darby%20Synopsis%20komplett/ohne_titel_3.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/kelly_william_at.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/Kelly%20William%20NT.html  28.10.2025  

00514  Israel fordert die Kreuzigung des Messias



Diese Ausarbeitung zeigt anhand zahlreicher Schriftstellen, wie Israel als Volk den Messias verworfen,
seine Kreuzigung gefordert und moralisch mitverantwortlich durchgeführt hat –
von den prophetischen Ankündigungen im Alten Testament bis zur Erfüllung im Neuen Testament.

Diese Ausarbeitung zeigt anhand zahlreicher Schriftstellen, wie Israel als Volk den
Messias verworfen, seine Kreuzigung gefordert und moralisch mitverantwortlich
durchgeführt hat – von den prophetischen Ankündigungen im Alten Testament bis zur
Erfüllung im Neuen Testament.
Eine gründliche biblische Untersuchung (Elberfelder 1905) https://www.elb2023.com/
 über die Verantwortung
Israels an der Kreuzigung Jesu Christi. Mit prophetischen Bezügen aus dem Alten
Testament und klaren Belegen aus den Evangelien und der Apostelgeschichte. Für
Bibelstudenten und Lehrer, die das Zusammenspiel von Verheißung und Erfüllung
verstehen möchten.

Hier folgt eine Zusammenstellung der biblischen Belege, dass Israel als Volk,
vertreten durch seine Führer (Hohepriester, Schriftgelehrte, Älteste und das Volk
selbst), die Kreuzigung des Messias – Jesu Christi – forderte, förderte und
moralisch mitverantwortlich durchführte.
Ich gliedere dies in 1. Prophetische Ankündigungen im Alten Testament und 2.
Erfüllung im Neuen Testament, mit Zitaten aus der Elberfelder Bibel 1905 https://www.elb2023.com/
und
gelegentlichen griechischen oder hebräischen Schlüsselbegriffen (transliteriert).

1. Prophetische Hinweise im Alten Testament
Psalm 2,1–3
„Warum toben die Nationen, und sinnen Eitles die Völkerschaften? Die Könige der
Erde treten auf, und die Fürsten ratschlagen miteinander wider Jehova und wider
seinen Gesalbten (מְשִׁיחוֹ Meshicho): ‚Laßt uns zerreißen ihre Bande, und von uns
werfen ihre Seile!‘“
>> Schon hier werden Israel (Fürsten) und die Nationen gemeinsam als Gegner des
Gesalbten (Messias) gezeigt. Diese Weissagung wird in Apg 4,25–28 ausdrücklich
auf den Herrn Jesus und seine Kreuzigung angewendet.

Jesaja 53,3–5.8

„Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen ... Er
wurde um unsrer Übertretungen willen durchbohrt (מְחֹלָל mecholal), ... Von Drangsal
und Gericht wurde er weggenommen; und wer will sein Geschlecht aussprechen?
Denn er wurde abgeschnitten (nigzar) aus dem Lande der Lebendigen: um der
Übertretung meines Volkes willen traf ihn der Schlag.“
>> Israel („mein Volk“) ist der handelnde Hintergrund des „Abgeschnittenen“. Der
leidende Knecht wird vom eigenen Volk verworfen, verachtet und „weggenommen“ —
eine klare prophetische Vorankündigung der Kreuzigung.

Sacharja 11,12–13
„Und ich sprach zu ihnen: Wenn es gut ist in euren Augen, so gebt mir meinen Lohn
… und sie wogen als meinen Lohn dreißig Silberlinge ab.“
>>  Diese Stelle (vgl. Matthäus 26,15; 27,9–10) zeigt prophetisch den Verrat durch
Judas – ein Teil der jüdischen Führerschaftsabsprache gegen den Herrn.

Sacharja 12,10
„Und sie werden auf mich blicken, den sie durchstochen haben (דָּקָרוּ – daqārū), und
werden über ihn wehklagen …“
>>   „Sie“ sind das Haus David und die Einwohner Jerusalems. Es wird offenbart, dass
Israel selbst den Messias durchstochen hat – was im Neuen Testament in Johannes
19,37 zitiert wird.

Daniel 9,26
„Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter (māšîaḥ) abgeschnitten
werden und nichts haben.“
>> Das „Abschneiden“ des Messias bezieht sich auf seinen gewaltsamen Tod –
historisch die Kreuzigung. Es geschieht nach dem Erscheinen des Messias, also
durch Ablehnung Israels.

2. Erfüllung im Neuen Testament
Johannes 19,6–7.15
„Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie und sagten:
Kreuzige, kreuzige ihn! … Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und
nach dem Gesetz muß er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat. …
Sie aber schrien: Weg, weg! kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll

ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König als den
Kaiser!“
>> Hier ist das offene, nationale Bekenntnis Israels gegen den Messias. Sie
fordern seine Kreuzigung ausdrücklich, lehnen Jehova als König ab und bekennen
den Kaiser Roms als ihren König.

Matthäus 27,20–25
„Die Hohenpriester aber und die Ältesten überredeten die Volksmengen, daß sie den
Barabbas fordern, den Jesus aber umbringen sollten. … Sie riefen alle: Kreuzige ihn!
… Und das ganze Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über
unsere Kinder!“
>> Eine der eindrücklichsten Aussagen: Israel als Volk nimmt die Schuld der
Kreuzigung auf sich.

Lukas 23,13–23
„Pilatus … sprach … ich habe keine Schuld an diesem Menschen gefunden … Sie
aber schrien, indem sie sagten: Kreuzige, kreuzige ihn! … Sie aber bestanden mit
großem Geschrei, fordernd, daß er gekreuzigt würde. Und ihr Geschrei und das der
Hohenpriester überwog.“
>> Die Volksmenge (λαός laos) ist aktiv beteiligt – sie verlangt seine Hinrichtung
gegen das Urteil des römischen Richters.

Apostelgeschichte 2,22–23.36
„Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazaräer, einen Mann, von Gott
euch gegenüber erwiesen … ihn habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz
geschlagen und umgebracht. … So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß
Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr
gekreuzigt habt.“
>> Petrus spricht zu „Männern von Israel“ – das Volk trägt die moralische Mitschuld
an der Kreuzigung.

Apostelgeschichte 3,13–15
„Der Gott Abrahams … hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr überliefert und
vor Pilatus verleugnet habt, als dieser urteilte, ihn loszugeben. Ihr aber habt den
Heiligen und Gerechten verleugnet und verlangt, daß euch ein Mörder geschenkt
werde; den Urheber des Lebens aber habt ihr getötet.“

>>  Wieder: „ihr habt getötet“ (ἐκτείνατε ekteinate). – Die Verantwortung Israels ist klar
ausgesprochen.

Apostelgeschichte 4,27–28
„Denn in Wahrheit sind in dieser Stadt versammelt worden wider deinen heiligen
Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als auch Pontius Pilatus, mit den
Nationen und den Völkern Israels.“
>> Das inspiriert bezeugte Gesamtbild: Israel + Heiden (Römer) vereint gegen den
Gesalbten.

1. Thessalonicher 2,14–15
„Denn ihr seid Nachahmer geworden der Versammlungen Gottes in Judäa … denn
auch ihr habt von den eigenen Landsleuten dasselbe erlitten wie sie von den Juden,
die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben.“
>> Paulus bestätigt die historische Tatsache, dass „die Juden“ (als
Volksbezeichnung) den Herrn getötet haben – er spricht nicht von Antisemitismus,
sondern von historisch-moralischer Schuld des Volkes, das aber durch Gnade
wiederhergestellt werden kann.

3. Zusammenfassung
Aspekt Prophetische

Ankündigung Erfüllung

Ablehnung des Gesalbten Ps 2, Jes 53, Dan 9,

Sach 11 Mt 27, Joh 19

Volksbeteiligung („sein Blut
über uns“)

Jes 53,8 („meines
Volkes“) Mt 27,25
Durchbohrung Sach 12,10 Joh 19,37
Überlieferung an Heiden Ps 2; Dan 9,26 Joh 18–19
Öffentliche Forderung — Mt 27,22–23; Lk 23,21
Apostolische Bestätigung — Apg 2,23; 3,13–15; 4,27;

1Thes 2,15

4. Theologische Bemerkung

Israel führte die Kreuzigung nicht technisch aus (das war römische
Vollstreckung), doch es forderte, förderte und billigte sie. In moralischer Hinsicht
trägt Israel – ebenso wie die Nationen – die Schuld an der Verwerfung des
Messias, die Gott jedoch in seiner Gnade zur Erlösung aller Menschen verwandelt
hat (vgl. Röm 11,11–15).

Israel
Messias
Kreuzigung
Jesus Christus
Prophetie
Erfüllung
Elberfelder 1905
Bibelstudium
Altes Testament
Neues Testament
Psalm 2
Jesaja 53
Sacharja 12
Daniel 9
Johannes 19
Matthäus 27
Apostelgeschichte 2
Verwerfung des Messias
Haus Israel
Heilsgeschichte
Sühne
Erlösung
Bibelkreis