00533 Der "erste Tag der Woche“ sowohl im Alten wie im Neuen Testament.

Der erste Tag der Woche
– vom Schöpfungslicht bis zur Auferstehung Christi zieht sich ein göttlicher
Faden.
Schon 1. Mose 1 und 3. Mose 23 deuten prophetisch auf den Tag, den Jehova
gemacht hat: den Auferstehungstag des Herrn Jesus.
1. Mose 1,1–5
„Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. … Und es ward Abend, und es ward Morgen: der erste Tag.“
Bereits hier wird das
Prinzip der Sieben-Tage-Woche
eingeführt, mit einer göttlich geordneten Abfolge von
Abend und Morgen.
Der „erste Tag“ (יוֹם אֶחָד jom echad)
steht als Beginn der Schöpfung und zugleich als
Symbol des göttlichen Lichtes,
das aus der Finsternis hervorbricht (vgl. 2. Korinther 4,6).
Dieser erste Tag weist prophetisch auf
neues Leben, Licht und Auferstehung hin – ein geistlicher Hinweis auf
Christus, der am „ersten Tag der Woche“ auferstand.
„Und er soll die Garbe weben vor Jehova, zum Wohlgefallen für euch; am Tage nach dem Sabbat soll sie der Priester weben.“
Der Ausdruck
מִמָּחֳרַת הַשַּׁבָּת (mimacharat
haShabbat) bedeutet wörtlich: „am
Morgen nach dem Sabbat“, d. h. am
ersten Tag der Woche.
Dieser Tag fällt in das Passah-Festgeschehen und
bildet den Tag der Auferstehung
Christi ab – der „Erstling der Entschlafenen“ (1. Kor 15,20).
Das „Weben der Erstlingsgarbe“ zeigt den Herrn Jesus als den
vom Tod Auferstandenen,
dessen Auferstehung das „Wohlgefallen für euch“ bewirkt.
„Und ihr sollt euch zählen von dem Tage nach dem Sabbat … sieben volle Sabbate sollen es sein. Bis zum andern Tage nach dem siebten Sabbat sollt ihr fünfzig Tage zählen …“
Auch hier: Der
Pfingsttag fällt auf den
ersten Tag der Woche, fünfzig
Tage nach dem „Tag der Erstlingsgarbe“.
Beide Feste – Erstlingsgarbe
und Pfingsten – stehen
heilsgeschichtlich auf dem ersten Tag der Woche:
Auferstehung des Herrn (Erstlingsgarbe)
Ausgießung des Geistes (Pfingsten)
Damit ist das Grundmuster des neuen Schöpfungstages gelegt: Gott beginnt Neues an diesem Tag.
„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. … Dies ist der Tag, den Jehova gemacht hat; frohlocken wir und freuen wir uns in ihm!“
Der „Tag, den Jehova gemacht hat“ bezieht
sich prophetisch auf den Tag der
Auferstehung Christi, den Gott zu einem neuen Anfang machte.
Das hebräische Wort jom (יוֹם)
bezeichnet hier einen einzigartigen,
göttlichen Tag, den Gott „gemacht“ (עָשָׂה
asah) hat.
„Nach zwei Tagen wird er uns beleben, am dritten Tage uns aufrichten, daß wir vor seinem Angesicht leben.“
Diese prophetische Formulierung weist auf die Auferstehung „am dritten Tag“ hin – was nach der Zählweise der Juden der erste Tag der Woche ist.
„Aber nach dem Sabbat, in der Dämmerung des ersten Tages der Woche, kam Maria Magdalene …“
Griechisch:
τῇ ἐπιφωσκούσῃ εἰς μίαν σαββάτων (tē
epiphōskousē eis mian sabbatōn).
Wörtlich: „als es zu dämmern begann
auf einen (die) erste(n) der Sabbate“.
Hier ist μία σαββάτων eine semitische
Umschreibung für den ersten Tag der
Woche.
Der Herr Jesus stand am ersten Tag auf
(Markus 16,2; Lukas 24,1; Johannes 20,1).
„Als es nun Abend war an jenem ersten Tage der Woche, und die Türen verschlossen waren … kam Jesus und trat in die Mitte.“
Dies war die erste
Versammlung der Jünger mit
dem auferstandenen Herrn.
Der zweite Versammlungstag
(Joh 20,26) fällt wieder auf den
ersten Tag der Woche – ein deutliches Vorbild auf die
spätere Praxis der Christenversammlung.
„Am ersten Tage der Woche aber, als wir versammelt waren, um Brot zu brechen, redete Paulus …“
Das
Brotbrechen – das
Gedächtnismahl des Herrn – fand am
ersten Tag der Woche statt.
Dies bezeugt die neue Ordnung:
nicht der Sabbat (der siebte Tag), sondern der
Tag der Auferstehung wurde
der Tag der christlichen Gemeinschaft.
„An jedem ersten Tage der Woche lege ein jeder von euch bei sich zurück …“
Auch die
Sammlung erfolgte am
ersten Tag, was auf eine
geordnete, regelmäßige Zusammenkunft hinweist.
Das griechische Wort μίαν σαββάτων
wird hier erneut verwendet.
„Ich war im Geiste an dem Tage des Herrn (ἐν τῇ Κυριακῇ ἡμέρᾳ).“
Der Ausdruck Kyriakē hēmera (κυριακὴ ἡμέρα) bedeutet „der dem Herrn gehörende Tag“, und wurde schon früh als Bezeichnung des Sonntags verstanden – des Tages der Auferstehung.
| Ordnung | Tag | Bedeutung | Schriftstellen |
|---|---|---|---|
| Schöpfung | Erster Tag | Licht aus Finsternis – Beginn der Schöpfung | 1. Mose 1,3–5 |
| Erstlingsgarbe | Erster Tag nach dem Sabbat | Auferstehung Christi, Erstling der Entschlafenen | 3. Mose 23,11 |
| Pfingsten | Erster Tag nach dem siebten Sabbat | Ausgießung des Heiligen Geistes, Geburt der Gemeinde | 3. Mose 23,15–16 |
| Auferstehung Jesu | Erster Tag der Woche | Sieg über Tod und Grab | Joh 20,1; Mk 16,2; Lk 24,1 |
| Versammlung der Jünger | Erster Tag | Gemeinschaft mit dem Auferstandenen | Joh 20,19–26 |
| Brotbrechen | Erster Tag | Gedenken an das Opfer Christi | Apg 20,7 |
| Sammlung | Erster Tag | Dienst und Ordnung der Gemeinde | 1 Kor 16,2 |
| Tag des Herrn | Der dem Herrn gehörende Tag | Ewige Erinnerung an Auferstehung und Herrschaft | Offb 1,10 |
Der erste Tag der Woche ist in der gesamten Heiligen Schrift das Zeichen eines neuen Anfangs:
In der Schöpfung: Licht nach Finsternis
Im Gesetz: Erstlingsgarbe und Pfingsten
Im Evangelium: Auferstehung und Gemeinschaft
In der Offenbarung: der Tag des Herrn – die Vollendung
Er steht also nicht in Konkurrenz zum
Sabbat, sondern ist das
Erfüllungszeichen des neuen Bundes, in dem der Gläubige
in der Kraft der Auferstehung Christi
lebt.
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Der erste Tag der Woche
Auferstehung Jesu
Biblische Woche
Schöpfungsordnung
Erstlingsgarbe
Pfingsten
Tag des Herrn
Neuer Bund
Licht und Finsternis
Christliche Versammlung
Brotbrechen
Sabbat und Sonntag
Auferstehungstag
3 Mose 23 11
Johannes 20 19
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