Was bedeutet im Wort Gottes der Ausdruck: Zeiten
der Nationen?
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Die Zeiten der
Nationen – Gottes Plan mit Israel und der Gemeinde (Lukas 21,24 | Römer 11,25–26

Was meinte der Herr Jesus, als Er sagte, dass Jerusalem von den Nationen
zertreten werde, „bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden“ (Lk 21,24)?
Diese Betrachtung zeigt den großen heilsgeschichtlichen Bogen von Nebukadnezar
bis zur Wiederkunft Christi –
und wie Römer 11,25 – 26 dieses Geheimnis des
gegenwärtigen göttlichen Handelns mit der Gemeinde erklärt.
Solange die Vollzahl der Nationen nicht eingegangen ist, ruft Gott in Gnade aus
allen Völkern Menschen zu sich.
Danach wird Er sich wieder Israel zuwenden und
die Verheißungen erfüllen, die Er nie aufgehoben hat.
Die Zeiten der Nationen – Lukas 21,24
und Römer 11,25–26
Was meinte der Herr Jesus mit den „Zeiten der Nationen“?
Diese Betrachtung zeigt den heilsgeschichtlichen Bogen von Nebukadnezar bis zur
Wiederkunft Christi – und erklärt, warum Gott heute nicht mit Israel als Nation,
sondern mit der Gemeinde in Gnade handelt.
Wenn die „Vollzahl der Nationen“ eingegangen ist, wendet sich Gott wieder Israel
zu – zur Errettung und zur Aufrichtung seines Reiches.
„Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr nicht euch selbst klug dünkt: dass Israel zum Teil Verstockung widerfahren ist,
bis die Vollzahl der Nationen eingegangen ist; und so wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: ‚Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden.‘“
(Römer 11,25–26, Elberfelder 1905)
Hier begegnen wir demselben „bis“ wie in Lukas 21,24:
| Lukas 21,24 | Römer 11,25 |
|---|---|
| „… bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.“ | „… bis die Vollzahl der Nationen eingegangen ist.“ |
Beide Verse kennzeichnen eine göttlich bestimmte Grenze in der Heilsgeschichte:
In Lukas geht es um den äußeren Zustand Israels (Jerusalem unter den Nationen).
In Römer um den inneren Zustand Israels (geistliche Verstockung).
Beide Linien laufen parallel und enden mit dem Eingreifen des Herrn Jesus bei seiner Wiederkunft.
Das Wort
πλήρωμα (plērōma) bedeutet
„Fülle, Vollzahl, Vervollständigung“.
Paulus spricht hier nicht von den „Zeiten der Nationen“ als politischer Epoche,
sondern von der Heilszeit der Nationen
– also dem Zeitraum, in dem Gott aus
allen Völkern die Gemeinde sammelt.
Diese Periode begann zu Pfingsten (Apg 2) mit der Bildung der Gemeinde.
Sie endet, wenn die „Vollzahl“ erreicht ist – wenn der letzte aus den Nationen zur Gemeinde hinzugefügt ist.
Dann wird Christus seine Braut vollenden und die Entrückung erfolgt (1. Thes 4,16–17).
Erst danach richtet Gott seinen Blick wieder auf Israel.
| Bereich | Lukas 21,24 | Römer 11,25 |
|---|---|---|
| Perspektive | Regierungsgeschichtlich (Herrschaft der Nationen) | Heilsgeschichtlich (Errettung der Nationen) |
| Beginn | Fall Jerusalems (586 v. Chr.) | Beginn der Gemeinde (Pfingsten) |
| Ende | Wiederkunft Christi in Macht und Herrlichkeit | Entrückung der Gemeinde / Beginn der letzten Jahrwoche |
| Ziel | Wiederherstellung Israels als Nation | Vollendung der Gemeinde aus Juden und Heiden |
Diese beiden Linien zeigen also:
Während die „Zeiten der Nationen“ (Lk 21) mit dem Gericht über die heidnische Macht enden,
enden die „Vollzahl der Nationen“ (Röm 11) mit der Errettung und Vollendung der Gemeinde.
Zeiten der Nationen
beginnen mit Nebukadnezar (Dan 2).
→ Israel verliert die irdische Königsherrschaft.
Heilszeit der Nationen
beginnt zu Pfingsten (Apg 2).
→ Gott nimmt sich ein Volk aus den Nationen für seinen Namen (Apg 15,14).
Vollzahl der Nationen
erreicht → Entrückung der Gemeinde.
→ Danach richtet Gott seinen Blick wieder auf Israel.
Erfüllung der Zeiten der Nationen
→ Wiederkunft Christi.
→ Israel wird errettet (Röm 11,26; Sach 12,10).
Paulus nennt das in Römer 11 ein „Geheimnis“ (μυστήριον):
Gott handelt vorübergehend mit den Nationen, während Israel als Volk beiseitegesetzt ist.
Dieses Geheimnis war im Alten Testament verborgen, wird aber durch das Evangelium offenbart.
So stehen die Zeiten der Nationen (Lukas 21,24) und die Vollzahl der Nationen (Römer 11,25) in einer heilsgeschichtlichen Ergänzung:
Das eine betrifft die Regierung Gottes auf der Erde,
das andere die Gnade Gottes in der Gemeinde.
Beide Linien münden in denselben Höhepunkt:
Christus erscheint in Herrlichkeit, richtet die Nationen, erlöst Israel, und das Reich Gottes wird aufgerichtet.
Dann sind die Zeiten der Nationen erfüllt, die Vollzahl der Nationen eingegangen, und ganz Israel wird errettet werden.
Paulus schreibt:
„Israel ist zum Teil Verstockung widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen eingegangen ist.“
(Römer 11,25)
Das Wörtchen „bis“ (ἄχρι οὗ) markiert eine zeitliche Grenze, eine göttlich gesetzte Schwelle zwischen zwei Epochen:
| Vor der Vollzahl | Nach der Vollzahl |
|---|---|
| Gott handelt hauptsächlich mit den Nationen (Gemeindezeit) | Gott wendet sich wieder Israel zu |
| Israel ist verstockt (geistlich beiseitegesetzt) | Israel wird erneuert und wiederhergestellt |
| Gottes Plan ist himmlisch (Gemeinde als Leib Christi) | Gottes Plan wird irdisch (Reich des Messias) |
Seit Pfingsten wirkt Gott nicht mehr in der Form einer nationalen Theokratie, sondern ruft aus allen Völkern (auch aus Israel) Einzelne heraus, um die Versammlung (ekklesia) zu bilden (Apg 15,14; Eph 3,4–6).
Paulus nennt das ausdrücklich ein „Geheimnis“, das im Alten Testament nicht offenbart war (Eph 3,3–9):
„… dass die aus den Nationen Miterben seien und Miteinverleibte und Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium.“
Das bedeutet:
Israel als Volk ist gegenwärtig nicht Träger der göttlichen Verheißungen.
Aber einzelne Juden werden, wie alle Nationen, aus Gnade zur Gemeinde hinzugefügt (Röm 11,5: „ein Überrest nach Auswahl der Gnade“).
So ist Gott also aktiv in Gnade, aber nicht im Bundessinn aktiv gegenüber Israel als Nation.
In Daniel 9,24–27 wird der prophetische
Rahmen sichtbar:
Die 70 Jahrwochen sind „für
dein Volk und deine heilige Stadt bestimmt“ (V. 24).
Nach der 69. Woche (Kreuzigung des Messias) wurde:
der Messias „weggetan und nichts ist für ihn“,
die Stadt und das Heiligtum zerstört (V. 26),
und die 70. Woche verschoben, bis Gott wieder an Israel handelt.
Zwischen der 69. und 70. Jahrwoche liegt
die Zeit der Gemeinde, in der
die Uhr für Israel stillsteht.
Das ist genau die Phase, die Paulus in Römer 11 beschreibt.
Man darf nicht sagen, Gott sei
gar nicht aktiv; im
Gegenteil:
Er ist höchst aktiv – aber auf der
Ebene der Gnade, nicht der Regierung Israels.
Er sammelt „ein Volk für seinen Namen“ (Apg 15,14).
Er bereitet die Braut des Lammes (Offb 19,7).
Er offenbart sich als Vater, nicht als König Israels.
Er wirkt durch den Heiligen Geist in der Gemeinde, nicht durch Zeichen und Gerichte in Israel.
Israel bleibt dabei „nicht verstoßen“ (Röm 11,1), sondern vorübergehend beiseitegesetzt, bis die göttlich bestimmte Vollzahl der Nationen voll ist.
Erst
nach der Vollzahl der Nationen
(Röm 11,25) greift Gott wieder
regierungsmäßig in Israel ein.
Das geschieht:
nach der Entrückung der Gemeinde (1. Thes 4,16–17),
im Beginn der 70. Jahrwoche Daniels,
wenn Israel wieder als Volk in den Fokus der Prophetie tritt (Dan 9,27; Sach 12–14).
Dann:
werden viele Juden in ihr Land zurückkehren,
Gott wird durch Gerichte wirken,
und schließlich wird „ganz Israel errettet werden“ (Röm 11,26).
Ja, man kann heilsgeschichtlich eindeutig sagen:
Solange die „Vollzahl der Nationen“ (Röm 11,25) nicht eingegangen ist,
handelt Gott nicht öffentlich, nicht bundesmäßig mit Israel als Nation,
sondern verborgen in Gnade mit der Gemeinde, die himmlisch ist.
Oder zusammengefasst:
| Zeitabschnitt | Objekt des göttlichen Handelns | Charakter |
|---|---|---|
| Vor Pfingsten | Israel (Bundesvolk) | irdisch, gesetzlich, national |
| Zwischen Pfingsten und Entrückung | Gemeinde (aus Juden und Nationen) | himmlisch, gnadenzeitlich, geistlich |
| Nach der Vollzahl der Nationen | Israel (Wiederherstellung) | irdisch, messianisch, prophetisch erfüllt |
Zeiten der Nationen
Vollzahl der Nationen
Lukas 21,24
Römer 11,25
Römer 11,26
Israel
Jerusalem
Heilsgeschichte
Daniel 2
Daniel 9
Babylonisches Reich
Römisches Reich
Prophetie
Endzeit
Wiederkunft Christi
Gemeindezeit
Entrückung
Wiederherstellung Israels
Biblische Prophetie
Bibelstudium
Bibelkreis
Bibelkreis.ch
Johannes Evangelium
Messianisches Reich
Gottes Handeln mit Israel
Heilsplan Gottes
Biblische Lehre
Jesus Christus
Erretter aus Zion
Altes Testament
Neues Testament
Biblische Zeitenordnung
Prophetische Auslegung