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00543 Der Vorhang ist zerissen, Christus nicht

Der Vorhang zerriss – ein göttliches Zeichen.
Nicht, um uns in den Tempel zu führen, sondern um zu zeigen, dass Gott längst
hinausgegangen ist.
Seit Golgatha wohnt Er nicht mehr hinter einem Vorhang, sondern in den Herzen
der Erlösten.
Zur Auslegung von Matthäus 27,51 und Hebräer
10,19–20.
Dass der zerrissene Vorhang nicht primär ein Bild für
den „freien Zugang zum Heiligtum“ ist,
sondern ein Hinweis darauf,
dass das Heiligtum im Tempel leer und damit von Gott verlassen war.
1. Der Text in Matthäus 27,51
„Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei Stücke, von oben bis unten;
und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen.“
Das geschah im Moment des Todes Jesu. Wichtig ist:
Der Vorhang zerriss von oben nach unten – also eindeutig durch göttliches
Handeln, nicht durch Menschen.
Es war nicht der Zugang der Menschen, sondern das Zeichen, dass Gott selbst eine
Veränderung am Tempel vorgenommen hat.
🕍 2. Die Funktion des Vorhangs im Alten Bund
Der Vorhang trennte:
das Heilige vom Allerheiligsten (2. Mose 26,33),
die Wohnstätte Gottes vom Volk.
Hinter dem Vorhang befand sich die Bundeslade, über der die Gegenwart Gottes
wohnte (2. Mose 25,22).
Doch: Seit der babylonischen Zerstörung des Tempels war die Bundeslade
verschwunden (vgl. Jeremia 3,16).
In den Tagen Jesu stand im Allerheiligsten keine Lade mehr, kein Thron der Gnade
– es war leer.
⚡ 3. Bedeutung des zerrissenen Vorhangs
Wenn man das berücksichtigt, wird klar:
Der Vorhang hatte keinen Inhalt mehr zu verhüllen.
Sein Zerreißen zeigte: Gott wohnt nicht mehr im Tempel, die Einrichtung ist
aufgehoben.
Das ganze jüdische Opfersystem wurde dadurch gerichtet und beendet.
Der Vorhang riss also nicht, um den Weg ins irdische Heiligtum zu öffnen – dort
war nichts mehr.
Sondern: Gott zeigte, dass der ganze Tempeldienst keine Gültigkeit mehr hatte,
weil das wahre Opfer (Christus) vollbracht war.
✝️ 4. Der Bezug zu Hebräer 10,19–20
„Da wir nun, Brüder, Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das
Blut Jesu, auf einem neuen und lebendigen Weg, den er uns eingeweiht hat durch
den Vorhang, das ist durch sein Fleisch …“
Hier ist nicht der Tempelvorhang gemeint, sondern ein geistlicher Vergleich:
Der Vorhang symbolisiert den Leib Christi („das ist sein Fleisch“).
Durch seinen Tod wurde der Weg zu Gott selbst geöffnet – nicht in den Tempel,
sondern in das himmlische Heiligtum (Hebräer 9,24).
Das heißt:
👉 Der zerrissene Vorhang im Tempel ist ein Zeichen auf Erden,
👉 der „Vorhang“ im Hebräerbrief ist Christus selbst als Weg zum Himmel.
Zwei verschiedene, aber symbolisch verbundene Tatsachen – man darf sie nicht
vermischen.
📜 5. Wie man das den Geschwistern zeigen kann
Du kannst das sehr einfach und biblisch begründen:
Zeige Matthäus 27,51: Der Vorhang im Tempel riss – ein historisches Ereignis.
➤ Frage: Was war hinter dem Vorhang? → Nichts (keine Bundeslade).
➤ Schlussfolgerung: Gott wohnte nicht mehr dort.
Zeige Jeremia 3,16: Schon angekündigt, dass man der Bundeslade nicht mehr
gedenken würde.
➤ Der Tempel war nur noch eine leere Hülle.
Zeige Hebräer 9,24: Christus ist nicht in ein irdisches Heiligtum eingegangen,
sondern in den Himmel selbst.
➤ Der Weg ins Heiligtum ist nicht irdisch, sondern himmlisch.
Erkläre Hebräer 10,19–20: Der „Vorhang“ ist sein Fleisch – also eine geistliche
Wahrheit, nicht identisch mit dem zerrissenen Stoff im Tempel.
So wird deutlich:
Der zerrissene Tempelvorhang war das Gericht über das alte System.
Der zerrissene „Vorhang“ (Christus’ Fleisch) ist der neue Zugang zu Gott.
💡 Fazit
Der zerrissene Vorhang in Matthäus 27,51 bedeutet:
Gott verließ das leere Heiligtum – der Tempeldienst war zu Ende.
Hebräer 10,20 spricht dagegen vom:
neuen, lebendigen Weg ins himmlische Heiligtum – durch Christus selbst.
So kannst du den Geschwistern anhand der Schrift zeigen, dass
der Vorhangriss
nicht unser Zugang ist, sondern ein Zeichen des Endes des alten Bundes.
Der Riss im Vorhang war kein menschlicher Durchbruch, sondern das Ende eines
alten Weges.
Gott hat sich nicht mehr im Tempel verborgen – Er wohnt in seinem Volk.
Der neue und lebendige Weg führt nicht nach Jerusalem, sondern zum Himmel.
„Christus in euch – die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Kolosser 1,27).
Bibelstudium über den zerrissenen Vorhang
Matthäus 27,51 und Hebräer 10,20
Das Ende des alten Bundes
Der leere Tempel und die verschwundene Bundeslade
Der neue und lebendige Weg durch Christus
Gottes Gegenwart in den Erlösten
Bedeutung des Tempelvorhangs
Vom Alten zum Neuen Bund
Das Heiligtum und die Gegenwart Gottes
Lehre für den Bibelkreis
Jesus Christus als Zugang zu Gott
Golgatha und die Erfüllung der Opferordnung
Geistliche Bedeutung des Vorhangrisses
Gott wohnt in seinem Volk