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00546 Versöhnungstag Jom Kippur in den Evangelien?
https://biblehub.com/commentaries/leviticus/16-1.htm
In den Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) gibt es keinen direkten
Hinweis, dass der Versöhnungstag (Jom Kippur) zur Zeit Jesu von Jesus selbst
oder seinen Jüngern
ausdrücklich gefeiert oder gehalten wurde. Allerdings gibt es einige indirekte
und kontextuelle Bezüge, die helfen, die Stellung dieses Festes im damaligen
Judentum und im Wirken Jesu zu verstehen.
Historischer Hintergrund: Jom Kippur zur Zeit Jesu
Zur Zeit Jesu (1. Jh. n. Chr.) war Jom Kippur ein zentraler Bestandteil des
jüdischen religiösen Lebens. Er wurde jährlich im Tempel in Jerusalem gefeiert.
Das Ritual war in 3. Mose 16 festgelegt: der Hohepriester trat einmal im Jahr in
das Allerheiligste ein, um Sühne für die Sünden des Volkes zu erwirken.
➡️ Jesus selbst und seine Jünger waren Juden, die die Tora respektierten (vgl.
Matthäus 5,17–18). Daher ist anzunehmen, dass sie in der Kultur lebten, in der
auch Jom Kippur selbstverständlich begangen wurde.
Aber: Die Evangelien schildern keine Szene, die ausdrücklich auf „den
Versöhnungstag“ als solches hinweist oder beschreibt, dass Jesus ihn feierte.
📖 2. Indirekte Hinweise und thematische Parallelen
a) Jesu Opfer und der Versöhnungstag
Das gesamte Opfergeschehen an Jom Kippur findet seine Erfüllung im Kreuzestod
Jesu.
Der Hebräerbrief (nicht Evangelium, aber theologischer Kommentar dazu) deutet
das:
„Er ist ein für alle Mal in das himmlische Heiligtum eingegangen“ (Hebräer
9,12–14).
Das ist eine direkte Anspielung auf die Jom-Kippur-Zeremonie des Hohenpriesters.
Die Evangelien selbst spiegeln diese Parallele in der Passionsgeschichte wider:
Jesus stirbt als das wahre Sühneopfer (vgl. Matthäus 26,28; Johannes 1,29).
Der Vorhang im Tempel zerreißt beim Tod Jesu (Matthäus 27,51), was theologisch
gesehen den Zugang zum Allerheiligsten öffnet – eine klare Jom-Kippur-Symbolik.
b) Fasten als Zeichen der Reue Bekenntnis Umkehr
Jom Kippur war ein Tag des Fastens (3. Mose 16,29). In den Evangelien wird zwar
von Fasten gesprochen (z. B. Matthäus 6,16–18; Lukas 18,12),
aber nicht in direktem Bezug auf den Versöhnungstag. Jesu Lehre verschiebt den
Fokus vom rituellen zum inneren Fasten und zur Herzensumkehr.
c) Tempel- und Opferkritik
In Matthäus 12,6 sagt Jesus:
„Ich sage euch: Hier ist Größeres als der Tempel!“
Das lässt sich als Hinweis verstehen, dass Jesus selbst die Funktion des Tempels
(und damit der jährlichen Sühnopfer) erfüllt – wiederum eine indirekte
Verbindung zur Thematik des Versöhnungstags.
| Aspekt | Aussage |
|---|---|
| Historisch | Jom Kippur wurde im 1. Jh. n. Chr. selbstverständlich gefeiert. |
| Evangelien | Kein direkter Bericht über Jesu Teilnahme oder Feier des Tages. |
| Theologisch | Jesu Kreuzestod wird als Erfüllung der Jom-Kippur-Bedeutung verstanden. |
| Symbolik | Der zerreißende Vorhang und Jesu Blutopfer ersetzen die Tempelzerem |
3. Mose 16 – Ursprung des Versöhnungstags
Matthäus 5,17–18 – Jesus erfüllt das Gesetz
Matthäus 27,51 – Der Vorhang zerreißt
Johannes 1,29 – „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“
Hebräer 9–10 – Theologische Deutung von Jom Kippur im Licht des Kreuzes
| Thema / Symbol | Jom Kippur im Alten Testament (3. Mose 16) | Erfüllung in Jesus Christus (Evangelien & NT) | Bibelstellen |
|---|---|---|---|
| 🕍 Ort der Versöhnung | Der Hohepriester tritt einmal im Jahr in das Allerheiligste im Tempel ein, um das Volk zu versöhnen. | Jesus tritt ein für alle Mal in das himmlische Heiligtum ein, nicht in ein irdisches (Hebr 9,11–12). | Hebr 9,11–12; Matth 27,51 |
| 🩸 Sühnopferblut | Das Blut von Stieren und Böcken wird auf den Gnadenthron gesprengt, um die Sünden zu bedecken. | Jesus vergießt sein eigenes Blut zur Vergebung der Sünden – nicht nur Bedeckung, sondern Tilgung. | Matth 26,28; Joh 1,29; Hebr 9,14 |
| 🧺 Zwei Böcke | Einer wird geopfert, der andere („Sündenbock“) trägt die Sünden des Volkes in die Wüste. | Jesus erfüllt beide Rollen: Er ist das Opferlamm, das stirbt, und zugleich der, der die Sünden trägt und sie „hinausträgt“. | Jes 53,6; Joh 19,17; Hebr 13,12 |
| 👑 Hoherpriester | Nur der Hohepriester darf eintreten; er handelt stellvertretend für das Volk. | Jesus ist der ewige Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks, der sich selbst darbringt. | Hebr 7,26–27; Joh 17 |
| 🧎 Buße & Fasten des Volkes | Das Volk demütigt sich, fastet und tut Buße (3. Mose 16,29–31). | Jesus ruft zur inneren Umkehr und zum „Fasten des Herzens“ (Matth 6,16–18; Luk 18,13–14). | Matth 6,16–18; Luk 18,13 |
| 🚪 Vorhang im Tempel | Der Vorhang trennt das Allerheiligste vom Volk – Zugang zu Gott ist begrenzt. | Beim Tod Jesu zerreißt der Vorhang, System = leer der Weg zu Gott durch Jesus ist nun offen. | Matth 27,51; Mark 15,38; Luk 23,45 |
| ✝️ Jährlich wiederholt | Das Ritual muss jedes Jahr neu vollzogen werden. | Jesu Opfer ist einmalig und ewig gültig – „ein für alle Mal“. | Hebr 10,10–14 |
| 🕊️ Ergebnis der Versöhnung | Das Volk empfängt vorübergehende Sühne und Reinigung. | Durch Christus wird vollständige Versöhnung und Frieden mit Gott erlangt. | Röm 5,1; Kol 1,20–22 |
✨ Zusammenfassung
Jom Kippur war das Vorschattenbild: jährliche Versöhnung, begrenzter Zugang,
stellvertretendes Opfer.
Jesus Christus ist die Erfüllung: einmalige Versöhnung, offener Zugang, ewiges
Opfer.
Der Vorhang im Tempel zeigt symbolisch den Übergang: Trennung ist aufgehoben –
Gemeinschaft mit Gott ist wieder möglich.
„Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen
gemacht.“
— Hebräer 10,14
Von der Sühne zur Erlösung: Nicht nur Bedeckung der Sünden, sondern deren
völlige Tilgung.
Von Distanz zu Nähe: Der zerrissene Vorhang bedeutet: Das irdische
Heiligtum war leer, Gemeinschaft mit Gott gibt es allein durch Glauben den den
Herrn Jesus Christus