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00589  1. KORINTHER 2  „DIE WEISHEIT GOTTES IM GEIST GELEHRT“   3 „FLEISCHERN UND FLEISCHLICH“

1. KORINTHER 2 – „DIE WEISHEIT GOTTES IM GEIST GELEHRT“



1. Korinther 2–3 Vers für Vers.
Paulus zeigt hier die wahre Quelle geistlicher Weisheit und deckt zugleich
die fleischliche Gesinnung der Korinther auf.
Eine tiefgehende, textgenaue Betrachtung für Bibellehrer, Studierende und Bibelkreis-Arbeit.

📖 1Kor 2,1

„Nicht mit Überredungsworten oder Weisheit kam ich, euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen …“

Paulus erinnert an seine Anfänge in Korinth (Apg 18).
Er betont: keine menschliche Rhetorik, keine „Sophia“ (σοφία, sophía).
Die Botschaft ist Zeugnis Gottes (μαρτύριον τοῦ θεοῦ, martýrion tou theou).

👉 Die Grundlage jeder wahren Predigt: Gott bezeugt sich selbst, nicht der Prediger.


📖 1Kor 2,2

„… denn ich hielt nicht dafür, etwas zu wissen unter euch, als nur Jesus Christus und ihn als gekreuzigt.“

Kern der Botschaft:
Christus – und zwar der gekreuzigte (Ἰησοῦν Χριστὸν καὶ τοῦτον ἐσταυρωμένον).

Paulus sagt nicht „nur Christus“, sondern Christus am Kreuz = Mittelpunkt des Evangeliums.


📖 1Kor 2,3

„Ich war in Schwachheit … Furcht … Zittern.“

Nicht mutlos, sondern bewusst:
👉 menschlich schwach, um göttliche Kraft sichtbar zu machen (vgl. 2Kor 4,7).


📖 1Kor 2,4

„Meine Rede … nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft“

Wichtiger Gegensatz:

Menschliche Weisheit Gottes Kraft
πειθοῖ σοφίας πνεῦμα καὶ δύναμις
peithoí sophías pneuma kai dýnamis

Nicht psychologische Beeinflussung, sondern geistgewirkte Überführung.


📖 1Kor 2,5

„… damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe.“

Glaube, der auf Menschen gründet, ist unsicher.
Glaube, der auf Gottes Kraft gründet, bleibt.


📖 1Kor 2,6

„Wir reden Weisheit unter den Vollkommenen …“

„Vollkommene“ = Geistlich Gereifte (τέλειοι, téleioi), nicht sündlos.
Es ist eine Weisheit, die für geistlich Reife zugänglich ist.


📖 1Kor 2,7

„Wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis (μυστήριον) … zuvor bestimmt zu unserer Herrlichkeit.“

Gott hat vor der Welt (πρὸ τῶν αἰώνων) beschlossen:

Diese Weisheit war verborgen, nicht erdacht.


📖 1Kor 2,8

„Keiner der Herrscher dieses Zeitlaufs kannte sie … sie hätten den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.“

Herrscher = sowohl menschliche als auch dämonische Mächte (vgl. Eph 6,12).

Der Herr der Herrlichkeit (κύριος τῆς δόξης, kýrios tēs dóxēs) wurde nicht erkannt.


📖 1Kor 2,9

„Was kein Auge gesehen … was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“

Nicht über den Himmel, sondern über:

👉 das geistliche Verständnis der göttlichen Weisheit bereits jetzt.


📖 1Kor 2,10

„Uns aber hat Gott es offenbart durch den Geist.“

Drei Stufen geistlicher Erkenntnis:

  1. Offenbarung (ἀποκάλυψις – Gott gibt es)

  2. Inspiration (Geist lässt es aufschreiben)

  3. Erleuchtung (Geist lässt uns verstehen)


📖 1Kor 2,11

Vergleich: Nur der Geist eines Menschen kennt sein Innerstes – so kennt nur Gottes Geist Gottes Gedanken.

Der Heilige Geist ist Person.
Er „forscht“ (ἐρευνᾷ, ereuná).


📖 1Kor 2,12

„Wir haben empfangen … den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge erkennen, die uns von Gott geschenkt sind.“

Wunderbare Aussage:
Erkennen heißt: Erfassen, was Gott bereits geschenkt hat.


📖 1Kor 2,13

„… geistliche Dinge mit geistlichen Dingen vergleichend.“

Der Geist lehrt:


📖 1Kor 2,14

„Der natürliche Mensch (ψυχικὸς ἄνθρωπος) nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist …“

ψυχικός (psychikós) = seelischer, natürlicher Mensch
Nicht „intellektuell begrenzt“, sondern geistlich tot.


📖 1Kor 2,15

„Der geistliche (πνευματικός) beurteilt alles …“

Geistlich = vom Geist geprägte Gesinnung.
Er kann geistliche Dinge beurteilen – der Unbekehrte kann ihn nicht beurteilen.


📖 1Kor 2,16

„Wir haben Christi Sinn (νοῦς Χριστοῦ).“

Unglaubliches Vorrecht:
Der Geist Gottes gibt uns die Gesinnung Christi, gemeinschaftlich als Glieder des Leibes.


📘 2. KORINTHER 3 – „FLEISCHERN UND FLEISCHLICH“

Jetzt die Verbindung zu den Begriffen:

Paulus steigert diese beiden Begriffe in Kapitel 3.


📘 1. KORINTHER 3

📖 1Kor 3,1

„Ich konnte nicht zu euch als zu Geistlichen reden, sondern als zu Fleischernen (σαρκίνοις), als zu Unmündigen in Christus.“

σαρκίνος = „fleischern“, „aus Fleisch“
Bedeutung: unreif, kindlich, noch nicht geübt im Geistlichen.

Nicht böse – aber unentwickelt.


📖 1Kor 3,2

„Milch gab ich euch zu trinken … denn ihr könntet es noch nicht … auch jetzt könnt ihr es nicht.“

Milch = Grundwahrheiten
Feste Speise = tiefere geistliche Wahrheiten

Der geistliche Wachstum war stehen geblieben.


📖 1Kor 3,3

„Denn ihr seid noch fleischlich (σαρκικοί) … da Neid und Streit unter euch ist.“

Jetzt der Wechsel auf σαρκικός – sarkikós:
👉 moralische Fleischlichkeit, weltliches Verhalten

Beweis:

Also:


📖 1Kor 3,4

„Ich bin des Paulus … ich des Apollos“
→ Parteiungen zeigen fleischliche Gesinnung.

Der Mensch steht im Mittelpunkt – nicht Christus.


📖 1Kor 3,5

„Wer ist denn Paulus? … Diener (διάκονοι).“

Paulus und Apollos sind nur Werkzeuge.
Gott ist der Wirkende.


📖 1Kor 3,6–7

„Ich pflanzte, Apollos begoss, Gott aber gab das Wachstum.“

Tiefe Wahrheit der Gemeinde:


📖 1Kor 3,8

„Jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen.“

Lohn = nicht Gnade
Gnade = Rettung
Lohn = Treue im Dienst


📖 1Kor 3,9

„Gottes Mitarbeiter … Gottes Ackerfeld … Gottes Bau.“

Drei Bilder:

  1. Landwirtschaft

  2. Architektur

  3. Zusammenarbeit im Dienst


📖 1Kor 3,10

„Ich als weiser Baumeister habe den Grund gelegt …“

Grund = Jesus Christus
Kein anderer Grund möglich.


📖 1Kor 3,11–13

Werke werden im Feuer geprüft:

vs.


📖 1Kor 3,14–15

Werke bleiben → Lohn
verbrennen → Verlust, aber Errettung

Errettung ist sicher (vgl. Joh 10,28),
aber Dienstqualität wird beurteilt.


📖 1Kor 3,16–17

„Ihr seid Gottes Tempel … der Geist Gottes wohnt in euch.“

„Ihr“ = die Versammlung in Korinth als Ganzes, nicht der Einzelne (das kommt in Kap. 6).
Wer die Versammlung verderbt (φθείρει, phtheírei):

→ den wird Gott verderben (Gericht).


📖 1Kor 3,18–20

Warnung vor Selbsttäuschung:


📖 1Kor 3,21–23

„Alles ist euer … ihr aber seid Christi … Christus aber Gottes.“

Wunderschöner Abschluss:

Herrliche Ordnung!


📙 GESAMTZUSAMMENFASSUNG

Kapitel 2
→ Geistliche Erkenntnis kommt allein durch den Geist Gottes, nicht durch menschliche Weisheit.

Kapitel 3
→ Die Korinther sind

→ Ursache: Parteiungen, menschliche Ehrsucht
→ Lösung: Christus als alleiniger Mittelpunkt
→ Werke werden geprüft
→ Die Gemeinde ist der Tempel Gottes


EINLEITUNG

In 1. Korinther 2–3 entfaltet Paulus den Gegensatz zwischen menschlicher Weisheit und der Weisheit Gottes, die nur durch den Heiligen Geist erkannt wird. Gleichzeitig deckt er den Zustand der Korinther auf: Sie sind „fleischern“ (griechisch: sarkinos – σαρκίνος, unreif) und zugleich „fleischlich“ (griechisch: sarkikos – σαρκικός, moralisch von der Sünde geprägt). Kapitel 2 zeigt, wie geistliche Erkenntnis kommt; Kapitel 3 zeigt, warum die Korinther davon so wenig erfassen.

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  1. KORINTHER 2 – DIE WEISHEIT GOTTES
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Vers 1
Paulus erinnert daran, wie er nach Korinth kam: nicht mit Überredungskunst und menschlicher „Weisheit“ (sophia – σοφία), sondern um das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Seine Predigt war nicht auf Glanz und Menschenbeifall ausgerichtet, sondern darauf, dass Gott sich selbst bezeugt.

Vers 2
„Denn ich hielt nicht dafür, etwas unter euch zu wissen, als nur Jesus Christus und ihn als gekreuzigt.“
Der Mittelpunkt seiner Botschaft ist nicht irgendeine Lehre, sondern eine Person und ein Werk: Jesus Christus – und zwar als der Gekreuzigte. Das Kreuz ist der Prüfstein für jede Verkündigung; alles andere tritt dahinter zurück.

Vers 3
Paulus kam „in Schwachheit und in Furcht und in vielem Zittern“. Er war sich seiner menschlichen Begrenztheit bewusst. Gerade dadurch wird deutlich: Die Wirksamkeit des Evangeliums beruht nicht auf der Stärke des Predigers, sondern auf der Kraft Gottes.

Vers 4
Seine Rede und seine Predigt waren „nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft“.
Das heißt: keine manipulative Rhetorik, sondern ein Wirken des Heiligen Geistes, das Herzen überführt. Der Gegensatz ist: Menschenweisheit – Geist und Kraft Gottes.

Vers 5
Ziel: „damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe.“
Ein Glaube, der auf beeindruckenden Persönlichkeiten gebaut ist, ist unsicher. Ein Glaube, der auf Gottes Kraft und Wort gegründet ist, bleibt bestehen.

Vers 6
Paulus redet dennoch Weisheit – aber „unter den Vollkommenen“ (teleioi – τέλειοι). Das sind geistlich Gereifte, nicht Sündlose. Für sie entfaltet er eine Weisheit, die diese Welt nicht kennt und nicht anerkennt.

Vers 7
Es ist „Gottes Weisheit in einem Geheimnis (mysterion – μυστήριον), die verborgene, die Gott vor den Zeitaltern zu unserer Herrlichkeit vorbestimmt hat“.
Gott hatte vor Grundlegung der Welt beschlossen, in Christus eine Rettung und Herrlichkeit für die Gläubigen zu schenken. Diese Weisheit war verborgen und konnte vom Menschen nicht erdacht werden.

Vers 8
„Keiner von den Herrschern dieses Zeitlaufs hat sie erkannt; denn wenn sie sie erkannt hätten, so würden sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben.“
Mit den „Herrschern“ sind sowohl menschliche als auch unsichtbare Mächte gemeint. Sie haben den Herrn der Herrlichkeit (kyrios tēs doxēs – κύριος τῆς δόξης) verworfen. Das Kreuz zeigt die Blindheit der Welt gegenüber der göttlichen Weisheit.

Vers 9
„Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz aufgekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“
Dieser Vers wird oft nur auf den Himmel angewandt, steht hier aber im Zusammenhang mit der Offenbarung der göttlichen Weisheit durch den Geist. Gemeint ist: Was der Mensch aus sich heraus nicht sehen, hören und ausdenken kann, hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.

Vers 10
„Uns aber hat Gott es geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.“
Der Heilige Geist offenbart das, was in Gott ist. Er ist nicht eine unpersönliche Kraft, sondern eine Person, die „erforscht“ (ereuná – ἐρευνᾷ), also aktiv die Tiefen Gottes kennt und mitteilt.

Vers 11
Paulus vergleicht: Nur der Geist eines Menschen kennt sein Inneres; so kennt nur der Geist Gottes die Tiefen Gottes. Das zeigt die Einzigartigkeit des Heiligen Geistes und zugleich seine Gottheit.

Vers 12
„Wir haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.“
Nicht ein weltlicher Geist, nicht menschliche Philosophie, sondern der Geist aus Gott. Ziel: Wir sollen das erkennen, was Gott uns bereits geschenkt hat – ein Erkennen im Glauben.

Vers 13
„Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in durch den Geist gelehrten, indem wir Geistliches mit Geistlichem vergleichen.“
Der Geist lehrt nicht nur Inhalte, sondern auch die Art des Ausdrucks. Geistliche Inhalte werden mit geistlichen Worten und in geistlichen Zusammenhängen vermittelt. Geistliche Dinge können nur in geistlichem Rahmen verstanden werden.

Vers 14
„Der natürliche Mensch (psychikos – ψυχικός) aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist; denn es ist ihm Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird.“
Der psychikos-Mensch ist der ungeborene, seelische Mensch – ohne neues Leben aus Gott. Er steht der Offenbarung Gottes unversöhnt gegenüber. Das Problem ist nicht Intelligenz, sondern geistliche Blindheit.

Vers 15
„Der geistliche (pneumatikos – πνευματικός) dagegen beurteilt alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt.“
Der vom Geist geprägte Mensch kann geistliche Dinge in ihrem wahren Charakter erkennen. Der Unbekehrte kann dagegen den geistlichen Menschen nicht wirklich einschätzen, weil ihm der Maßstab fehlt.

Vers 16
„Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, der ihn unterweisen könnte? Wir aber haben Christi Sinn (nous Christou – νοῦς Χριστοῦ).“
Damit schließt Paulus den Abschnitt: Der natürliche Mensch hat nicht Gottes Sinn, aber die Gläubigen – in der Kraft des Geistes – haben den Sinn Christi. Das ist ein gemeinschaftliches Vorrecht der Versammlung.

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  1. KORINTHER 3 – FLEISCHERN UND FLEISCHLICH
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Vers 1
„Ich, Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu Fleischernen (sarkinois – σαρκίνοις), als zu Unmündigen in Christus.“
Hier gebraucht Paulus das Wort sarkinos (fleischern). Es betont die Beschaffenheit: noch „aus Fleisch“, unreif, kindlich. Sie sind zwar „in Christus“, aber geistlich noch Babys.

Vers 2
„Milch gab ich euch zu trinken, nicht feste Speise; denn ihr konntet sie noch nicht, aber ihr könnt auch jetzt noch nicht.“
Milch sind die einfachsten Grundlagen des Glaubens. Feste Speise sind tiefere göttliche Wahrheiten. Der traurige Befund: Zwischen damals und jetzt hat sich geistlich kaum etwas entwickelt.

Vers 3
„Denn ihr seid noch fleischlich (sarkikoi – σαρκικοί); denn, da Neid und Streit unter euch ist, seid ihr nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?“
Jetzt wechselt Paulus von sarkinos zu sarkikos.
Sarkikos (fleischlich) bezeichnet nicht mehr nur Unreife, sondern einen moralisch verkehrten Zustand: Neid, Streit, Parteiungen. Die Korinther verhalten sich „nach Menschenweise“, nicht nach Gottes Gedanken.

Vers 4
„Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus!, ein anderer aber: Ich des Apollos! – seid ihr nicht Menschen?“
Die Parteiungen zeigen, dass Menschen statt Christus im Mittelpunkt stehen. Das ist ein Kennzeichen fleischlicher Gesinnung: man hängt an Personen, statt an dem Herrn.

Vers 5
„Wer ist denn Apollos, und wer ist Paulus? Diener (diakonoi – διάκονοι), durch die ihr gläubig geworden seid … wie der Herr einem jeden gegeben hat.“
Paulus rückt sich und Apollos zurecht: Sie sind nur Diener, Werkzeuge. Gott gibt jedem seinen Platz und seine Gnadengabe. Der Blick soll weg von Menschen, hin zu Gott.

Vers 6
„Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben.“
Unterschiedliche Dienste – ein einziger Wirker: Gott. Paulus ist Pflanzer, Apollos Begießer, aber Wachstum ist Gottes Werk.

Vers 7
„Also ist weder der da pflanzt etwas, noch der da begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt.“
Das nimmt Stolz und Menschenverehrung hinweg. Der Mensch ist nichts in sich; alles Fruchtbare ist Werk Gottes.

Vers 8
„Der aber pflanzt und der begießt sind eins; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit.“
Die Diener sind nicht Rivalen, sondern eins im Dienst. Dennoch wird jeder persönlich beurteilt und belohnt nach seiner Treue, nicht nach äußerem Erfolg.

Vers 9
„Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau.“
Drei Bilder:
– Die Diener: Gottes Mitarbeiter
– Die Gemeinde: Gottes Ackerfeld (Pflanzung)
– Die Gemeinde: Gottes Bau (Gebäude auf festem Grund)

Vers 10
„Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich wie ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.“
Paulus ist der „weise Baumeister“ (architekton – ἀρχιτέκτων), dem Gott die Aufgabe gab, den Grund in Korinth zu legen. Andere bauen darauf – aber jeder ist verantwortlich für die Qualität seines Bauens.

Vers 11
„Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“
Der Grund ist ein für allemal gelegt: Jesus Christus. Jede Lehre und jedes Werk, das einen anderen Grund sucht, ist unbiblisch.

Vers 12
„Wenn aber jemand auf diesen Grund baut: Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh …“
Hier werden zwei Gruppen von „Baumaterial“ genannt:
– Gold, Silber, kostbare Steine: das, was göttlicher Natur, bleibend und wertvoll ist.
– Holz, Heu, Stroh: menschliche, flüchtige, oberflächliche Werke.

Vers 13
„Das Werk eines jeden wird offenbar werden; denn der Tag wird es klar machen, weil er in Feuer geoffenbart wird; und welcherlei das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben.“
Der „Tag“ ist der Tag der Beurteilung vor dem Richterstuhl Christi. Das Feuer steht für die prüfende Heiligkeit Gottes, die die wahre Qualität der Werke ans Licht bringt.

Vers 14
„Wenn das Werk jemandes bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen.“
Bleibende, geistlich wertvolle Werke werden belohnt.

Vers 15
„Wenn das Werk jemandes verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.“
Die Errettung des Gläubigen steht nicht zur Disposition. Aber es ist möglich, dass ein Christ mit viel „christlicher Aktivität“ vor dem Herrn steht und doch wenig bleibt, was wirklich Lohn empfängt.

Vers 16
„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“
„Ihr“ steht in der Mehrzahl – gemeint ist die örtliche Gemeinde als Ganzes. Die Versammlung in Korinth ist der Tempel Gottes, und der Geist Gottes wohnt in ihrer Mitte.

Vers 17
„Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt (phtheirei – φθείρει), den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.“
Wer die Versammlung Gottes bewusst zerstört oder verdirbt (z.B. durch falsche Lehre oder Spaltungen), zieht sich das Gericht Gottes zu. Das zeigt den Ernst, mit dem Gott seine Versammlung betrachtet.

Vers 18
„Niemand betrüge sich selbst … Wenn jemand meint, weise zu sein in dieser Welt, so werde er töricht, damit er weise werde.“
Selbsttäuschung ist eine große Gefahr. Wahre Weisheit beginnt damit, die eigene „Weltweisheit“ als Torheit zu erkennen.

Vers 19
„Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott.“
Gott misst anders als die Welt. Was hier glänzt, kann vor Gott wertlos oder sogar verwerflich sein.

Vers 20
„Der Herr kennt die Überlegungen der Weisen, dass sie eitel sind.“
Gott kennt die Gedanken derer, die als Weise gelten. Er durchschaut ihre Pläne und erklärt sie als „Nichtigkeit“.

Vers 21
„Daher rühme sich niemand der Menschen; denn alles ist euer …“
Gläubige sollen nicht Menschen anhängen und sich ihrer rühmen. Denn in Christus „ist alles euer“: Diener, Welt, Leben, Tod, Gegenwärtiges, Zukünftiges.

Vers 22
„Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas oder Welt oder Leben oder Tod oder Gegenwärtiges oder Zukünftiges – alles ist euer.“
Die Diener gehören der Gemeinde – nicht die Gemeinde den Dienern. Alles dient letztlich dem Segen der Gläubigen.

Vers 23
„Ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.“
Das ist die göttliche Ordnung: Alles ist der Gemeinde gegeben, die Gemeinde gehört Christus, und Christus ist (in seiner Stellung als Mensch und Sohn) für Gott da. So wird aller Ruhm Gott zugeordnet.


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